Xerubian – eine ungewöhnliche Lesereise

Vom Cover angelockt

Das schwarz-lila Cover von Xerubian weckte meine Aufmerksamkeit, relativ schlicht, aber geheimnisvoll. Es verrät mir, dass es sich um ein Drachen-Buch handelt. Das Cover, Innenillustration und Buchsatz stammen übrigens von Sameena Jehanzeb. Das genügte mir eigentlich schon, um zu wissen, dass ich das Buch gerne lesen möchte. Den Klappentext habe ich dann doch noch gelesen, bevor ich es beim Verlag als Leseexemplar angefragt habe. Im eBook verliert das Cover leider ein wenig und es war schwierig es zu fotografieren.

Vom Prolog begeistert

Meistens steht ein Prolog in einem nicht direkt erkennbaren Zusammenhang zur Gesamtgeschichte. Ich lese sie ungern, lasse mich oft von ihnen irritieren und ich bin äußerst selten begeistert.

Doch der Prolog von Xerubian hat mir Spaß gemacht. Es ist eine absurde Szene über Gott an einem galaktischen Billartisch. So ganz weiß er offenbar nicht, was er da tut und schon gar nicht, welche Konsequenzen es hat.

Die weiße Urknallkugel trifft die knallrote Drei mittig mit voller Wucht. Kurz darauf löst die viel zu große Energie des Zusammenpralls die Formen beinahe auf, ihr Inneres beginnt, kräftig zu strahlen.

Xerubian, Andreas Hagemann, Position 87

Es gibt dazu passend einen wunderbaren Epilog, der das Buch umspannt.

Eine interessante Geschichte

Die Geschichte dazwischen beginnt mit einem mysteriösen ersten Kapitel, Ereignisse, die noch nicht ganz greifbar sind, wie es bei Fantasy häufig der Fall ist. Im zweiten Kapitel lernen wir dann den sympathischen Inspektor Dalon kennen. Hier wird auch gleich deutlich mit welchem Humor wir es zu tun bekommen, denn Dalon findet nur eine einzelne Socke.

Seit Jahren schon kursiert das Gerücht, dass es eine ominöse Sekte gibt, die sich dem markanten Duft von Fußtextilien verschrieben hat.

Xerubian, Andreas Hagemann, Position 308

Dalon besitzt einen Reisedrachen Nerol. Nerol kann sprechen, was nicht bedeutet, dass ich ihn immer verstehe.

Die beiden sollen auf jeden Fall den Diebstahl eines Artefakts aufklären. Die einzige Spur ist eine mysteriöse Feder. Sie begeben sich schließlich auf eine abenteuerliche Reise und erfahren mehr über den Mythos des verschwundenen Aath Lan´Tis.

Die Geschichte ist gespickt mit teilweise sehr amüsanten Wortspielereien und Anspielungen.

Anfangs wurde es einfach nur Areal 51 genannt. Die vielen Jahre exzessiver magischer Einflüsse haben die Natur an diesem Ort völlig verändert.

Xerubian, Andreas Hagemann, Position 3703

Bei der Liebe zum Detail in dieser Geschichte, verliere ich hin und wieder den roten Faden aus den Augen.

Kritik

So phantasievoll und amüsant die Geschichte auch ist, komme ich mit dem Schreibstil nicht gut zurecht. Die Geschichte wird im Präsens erzählt, was ich mal wieder sehr spät bemerkt habe, da mein Kopf sich die Mühe macht, die Zeitform in meine bevorzugte Erzählzeit zu setzen.
Ob das jemals aufhören wird?

Nicht übersetzen kann ich für mich Nerols Sprechweise. Ob es eine deutsche Mundart oder eine kreative Sprechweise ist, vermag ich nicht zu sagen. Der Danksagung entnehme ich, dass es eine abgeschwächte Form des Schwäbischen ist. Leider verstehe ich nicht alles, lese die Aussagen teilweise mehrmals oder überlese sie einfach und das nervt mich ehrlich gesagt. Das meiste wird im Kontext klar, aber es strengt mich an und durchbricht für mich den Lesefluss. Mir fehlt auch jeglicher Ansatzpunkt, wie die Worte klingen sollen.

Es gibt Menschen, die können Mundarten erkennen und Regionen zuordnen, mehrere sprechen und haben Spaß daran. Ich gehöre leider nicht dazu.

Fazit

Es war eine Lesereise, die mit Begeisterung begann und leider damit endete, dass ich mich ein wenig durch die Seiten kämpfte und mich darum bemühte der Geschichte zu folgen.

Ich glaube, dass es viele unter euch gibt, die Spaß an der Sprechweise Nerols haben könnten, dann wird das Abenteuer auch wahrscheinlich zu einem reinen Lesevergnügen.


Das Buch wurde mir vom Zeilengold Verlag zur Verfügung gestellt.

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Xerubian – Aath Lan´Tis
Andreas Hagemann
Zeilengold Verlag, 2019
Coverdesign: Sameena Jehanzeb
ISBN: 9783946955269

kleiner Komet (Stephanie)

kleiner Komet (Stephanie)

Ich liebe Geschichten - fiktive wie Geschichten aus dem echten Leben. Als kleiner Komet tauche ich ein in verschiedene Welten und erzähle euch von meinen Abenteuern.

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