Ich bin gut darin, Dinge mit mir selbst auszumachen. Auch darin, Systemische Methoden auf mich selbst anzuwenden.
Sich ab und zu mal fallen und leiten zu lassen, kann so wertvoll sein.
Von einer Supervisionserfahrung möchte ich heute berichten und zeigen, wie wirkungsvoll systemische Supervision sein kann. Vielleicht ist das ja auch mal etwas für dich.
Am Ende sagte ich „Ich bin eine Schnecke und kein Grashüpfer“. Und wenn ich versuche ein Grashüpfer zu sein, dann empfinde ich mich selbst als anstrengend.
Am Anfang steht das Anliegen
Bei mir war es eine Frage, die mir seit Wochen immer wieder durch den Kopf ging:
Wie passt die Supervision in mein Leben bzw. in all das, was ich tue hinein? Ich dachte dabei vor allem an Marketing und Kommunikation nach außen.
Irgendwie ahnte ich schon, da steckt noch was anderes dahinter. Deswegen brachte ich das Thema in unsere Intervisionsgruppen ein.
Was ist eine Intervisionsgruppe?
Im Rahmen der Supervision treffen wir uns als fünf Kolleg*innen, um miteinander und aneinander zu üben. Dabei begegnen sich sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und hohe vielfältige Expertise. Immer wieder spannend und wertvoll.
Mein Prozess mit Angela
Nachdem ich kurz mein Anliegen geschildert hatte, war ich gespannt auf die Ideen der anderen.
Angela (Webseite zu ihrer Praxis) führte mich durch einen spannenden Prozess:
Was ist deine Motivtion gewesen, die systemische Supervisionsausbildung zu starten, fragte sie mich als erstes. Diese Frage hatte in meinen bisherigen Gedanken keine Rolle gespielt und war sehr wertvoll für mich.
Dann ließ sie mich auf Karten schreiben, was es für mich bedeutet Supervisorin zu sein.
Die Systemische Haltung kam mir als erstes in den Sinn. Ich erinnerte mich an das Gefühl aus dem ersten Grundlagenseminar: Hier bin ich richtig, das passt zu mir und meiner Denkweise. Augenhöhe ist mir ein wichtiges Grundprinzip. Dann kamen mir Spaß und Lernen in den Sinn. Ich liebe das Systemsiche Arbeiten so sehr und ich liebe es Neues zu lernen, mich weiter zu entwickeln. Das verbindet sich darin, Menschen in ihren Prozessen zu begleiten. Schließlich kam ich zu meinem Lieblingshashtag: Sei du Selbst. Dies ist eine Einladung an Klient*innen und beziehe ich auch auf mich selbst.
Ich schrieb, legte die Karten aus. Schließlich bat Angela mich ein Seil zu legen für die Supervision.
Nach und nach legte ich Seile für meine verschiedenen Arbeitsbereiche und es entstand ein interessantes Bild. Angela stellte Zwischenfragen, begleitete mich mit und es tat gut, sie an meiner Seite zu haben.
Das Bild betrachte ich aus verschiedenen Perspektiven. Einiges fühlte sich gut an, anderes weniger.
Als letztes legte ich ein rotes Seil für meine Autorinnen-Tätigkeit.
In all dem Tun, kam ich an das Thema dahinter. Es erschreckte mich und zugleich hätte es für mich auch offensichtlich sein können: Finanzen. Die Karte legte ich schon recht früh dazu und sie war ein Anker dafür, wie sich die anderen Seile positionierten.
Angela brachte eine weitere Perspektive in den Prozess, den der Zeit. Wir gingen an eine andere Position im Raum und sie lud mich dazu ein, einmal aus der Zukunft drauf zu schauen.
Diese Perspektive tat mir gut, brachte noch einmal Klarheit, vor allem darin, dass es gut so ist, wie es gerade ist.
Als sie mich bat, mich wieder in die Gegenwart zu bewegen, hatte ich das Bedürfnis die Karte „Zweifel“ noch einmal zu verschieben, denn die gehören stärker in die Vergangenheit als in die Gegenwart.
Ich erkannte, dass ich von der Träumerin zur Macherin geworde bin und genau dieser Aspekt mir in den letzten Wochen zunehmend bewusster geworden ist. Es erschreckt mich ein wenig, freut mich aber auch. Und dies bezieht sich nicht nur auf mein Buchprojekt, dass endlich wahr wird. Es darf sich auch auf mich als Systemsiche Beraterin/Therapeutin und Supervisorin beziehen.
Aus der Gegenwartsperspektive heraus stellte Angela mir noch eine letzte Frage:
„Wenn du auf das Bild schaust, was siehst du? Wenn es ein Tier wäre …“
„Eine Schnecke“, sagte ich recht schnell und die anderen lachten. Langsamkeit ist das erste, was ich mit einer Schnecke assoziiere, das zweite ihr Haus. Es ist alles mit dabei und eine Schnecke bewegt sich kontinuierlich in ihrem Tempo weiter.
Ein Kollege warf ein „und sie hinterlässt Spuren“. Auch das tue ich. Mein Tun hinterlässt Spuren und zwar wertvolle.
Ich bin eine Schnecke und kein Grashüpfer
Ich ging mit Klarheit und einem bunten Bild aus der Supervision. Es gab ein Thema, das ich mich noch einmal ansehen durfte, in einem nächsten Schritt. Einige Impulse bekam ich dafür aus der abschließenden Runde.
Angela gab mir noch mit: „Du hast erfolgreich ein Familienunternehmen geleitet, wenn du dafür bezahlt worden wärst, dann wärst du reich.“
Das stimmt und ein Vergleich mit anderen Frauen, die heute kleine Kinder haben, wäre auch nicht fair, denn die Rahmenbedingungen waren bei mir andere.
Ich bin meinen Weg gegangen und genauso gehe jetzt meinen Weg weiter. Mein Schneckenhaus hat sich verändert und ich verkrieche mich nicht mehr darin.
Möchtest du das auch mal erleben?
Dann melde dich bei mir zu einer Einzelsupervision und wir schauen auf dein Thema. Ich freue mich auf dich. Details zur Supervision folgen noch auf der Webseite, in kontinuierlichen kleinen Schritten baue ich dieses Angebot weiter aus.
Falls wir uns zu nahe stehen oder du das Gefühl hast, es passt nicht mit uns, empfehle ich dir gerne meine Kollegin Angela.
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Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich Schnecke so passend für dich finde. Grashüpfer aber viel weniger. Vielleicht eher eine der sehr bunten Unterwasserschnecken. Eine mit einem sehr schillernd farbigen Haus. Nix, was wir so im Garten haben, sondern eher was Einzigartiges, Gemustertes, sehr Schönes. 🙂
Vielen Dank für das bunte Bild liebe Beate.
Für den Moment war die Schnecke sehr passend, meine Metapher bleibt der Komet.
Ab und zu tut eine andere Perspektive ganz gut.