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Was braucht es, um etwas besonderes zu sein?

Das Camp der Unbegabten ~ Boris Koch
Das Camp der Unbegabten ~ Boris Koch

Ein neues Buch von Boris Koch, dem Autor der Dracheflüsterer-Saga, das klang für mich vielversprechend. Der Traum vom Superheldendasein und ein Sommercamp für Unbegabte klang nach einem interessanten Lesestoff, dazu noch der Hinweis, das alles sei eine Kritik an Social Media Trends.

Mutanten

Bisher sind mir Mutanten selten als etwas Erstrebenswertes erschienen. Sie haben zwar möglicherweise Superkräfte, aber diese bringen sie genauso sehr in Schwierigkeiten, wie sie nützlich sind. Menschen wollen sie unter Kontrolle bringen, ihre Fähigkeiten für sich nutzen oder unterdrücken.

„Das Camp der Unbegabten“ spielt in unserer Welt, mit einem entscheidenden Detail. Es gibt Mutationen und diese sind erstrebenswert. Was genau sie auslöst, wissen wir nicht. Es gibt zahlreiche (Verschwörungs-)Theorien, wie die Mutation ausgelöst werden kann, zum Beispiel durch spezielle Essgewohnheiten oder durch auslösende Momente.

Bjarne träumt nicht nur davon ein Mutant zu sein, er träumt auch von einer bestimmten Fähigkeit, nämlich fliegen zu können. Also setzt er alles daran diese Fähigkeit zu entwickeln, dabei scheut er auch nicht den Sprung von einer 17, 42 Meter hohen Brücke. Sein bester Freund Luca steht ihm zur Seite. Ratet wer eine übernatürliche Begabung zeigt … (steht ja auch schon im Klappentext).

Auch für Bjarnes Eltern wäre es toll, wenn ihr Sohn ein Superheld wäre. Natürlich wollen sie ihm keinen Druck machen, wie sie immer wieder betonen, ihn nur in allem unterstützen, was er möchte und vor allem dabei, seine Superheldenkräfte zu entwickeln. Vertraute elterliche Sätze? Das macht ihm natürlich keinen Stress und weckt auch so gar nicht den Anspruch in ihm, dass er für seine Familien sorgen können möchte …

Tja, die Sache eskaliert ein wenig. Schließlich steht ein Besuch beim Psychotherapeuten an, der ihn vor die Wahl stellt, einen Klinikaufenthalt oder das Camp der Unbegabten.

Der Traum vom Erfolg im Internet

YouTube Star, Instagram-Model oder beliebt auf TikTok sein? Unabhängig von der Plattform, ob wir es Influencer oder ContentCreator nennen, viele Kinder und Jugendliche träumen davon im Internet Geld zu verdienen und berühmt zu werden. Es sieht so einfach aus und wirklich jede Person kann sich einen Account machen und loslegen.

Wie wird man zur Heldin oder zum Helden? Was braucht es? Im Roman sind es Mutationen, die einigen Jugendlichen besondere Kräfte verleihen. Diese Kräfte sind es, die es ihnen ermöglicht auch zu Social Media Stars zu werden. Sie bekommen Account Manager an die Seite gestellt und lukrative Werbeverträge.

Doch wie ist es in der Realität? Erfolgreiche Content Creator verdienen Geld mit ihrem Content. Doch das war nicht von Anfang an so. Sicher gibt es Influencer, die als solche aufgebaut wurden. Meiner Beobachtung nach, haben die meisten von ihnen einfach mal angefangen, alleine, sich vernetzt, sich entwickelt und dann kamen die Aufträge.

Sind sie Superhelden? In den Augen einiger Fans vielleicht. Können sie etwas besonders gut? Sicher können sie das, was sie tun gut, sonst wären sie doch nicht erfolgreich, oder? Sie begeistern Menschen, mit dem was sie tun. Follower, Likes und Klicks sind die Messzahlen für den Wert. Doch wie sind sie dort hingekommen?

Durch harte Arbeit! Denn so leicht wie es aussieht ist es nicht. Viele Content Creator lassen sich hier und da mal hinter die Kulissen blicken. Manches Dreiminuten-Video hat mehrere Stunden Arbeit gekostet, bis es online ging. Auch Texte schreiben oder schöne Fotos machen ist Arbeit und kostet Zeit.

Ein Zauberwort in allen Empfehlungen ist immer wieder Kontinuität: Poste regelmäßig. Hab erstmal regelmäßig etwas zu erzählen, lass dir was einfallen, mach gute Bilder, auch wenn du nur Texte in einem Blog schriebst, brauchst du Bilder.

Es gibt einige Parallelen zwischen Roman und Wirklichkeit, auch wenn die Sache mit dem Erfolg in Social Media komplexer ist. Auch ich habe hier nur eine Seite des Erfolgs beleuchtet.

Fazit

Es war ein spannendes, unterhaltsames und sehr inspirierendes Buch. Neben den offenischtlichen Themen bleibt Boris Koch nah bei seinen Figuren, ihren Themen, die eigene Identität zu entwickeln und erwachsen zu werden. So offensichtlich manches in der Handlung scheinen mag, es ist komplex und es gibt interessante Wendungen, die mich nicht direkt überrascht haben, aber wirklich gut gemacht sind.

Es gibt eine wichtige Botschaft: Du brauchst keine Mutantenfähigkeiten um ein Held oder eine Heldin zu sein. Du darfst du selbst sein!


Das Buch wurde mir über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt.

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Das Camp der Unbegabten
Boris Koch
Thienemann, 2021
ISBN 9783522202633

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