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Treffen mit Minny Baker am virtuellen Messestand der OBM

OnlineBuchmesse 2020
OnlineBuchmesse 2020

Bei der diesjährigen Online-Buchmesse 2020 gibt es ein Patenprogramm zwischen Bloggerinnen und Autorinnen. Heute nehme ich euch mit an den Messestand “meiner Autorin” und wir lernen Minny Baker im Gespräch kennen. Ich bin ein wenig aufgeregt, denn wir kennen uns noch gar nicht. Wir treffen sie in der #Halle1b bei den Liebesromanautor*innen.

(c) Minny Baker

Wenn ich an deinen Messestand komme, was erwartet mich dort?

Minny Baker: Mein Messestand wird dir schon von Weitem durch sein buntes Äußeres auffallen: Bunte Plakate, bunte Bücher in allen Farben, tanzende Figuren, Slogans. Es wirkt wie so eine Art Wimmelbild, wo man überall etwas Neues entdecken kann. Es wird aber auch eine Ecke geben, die etwas düsterer und ernster ist, die dann für mein letztes Buch steht. Bei mir wird man außerdem wahlweise zwischen Tee und Kaffee wählen können, Schokolade wird es auch geben und leise Musik im Hintergrund unterstreicht die gute Atmosphäre, sodass alle Besucherinnen nicht nur entspannt werden, sondern auch ich entspannt bin. Ich selbst werde ein T-Shirt oder meinen Lieblingshoodie, auf dem „Team Minny“ steht, tragen. Das ist eine Anspielung auf die Alpha-Reihe.

(c) Minny Baker

Hallo Minny, es freut mich, dich kennenzulernen. Ich bin Stephanie und blogge als Kleiner Komet.

Minny Baker: Hallo Stephanie, schön dich kennenzulernen, ich bin Minny und Autorin. 2017 habe ich mein erstes Buch ‚Alpha One‘ als Selfpublisherin veröffentlicht, neun weitere sind bis heute gefolgt. Ich bin erst spät zum Schreiben gekommen, nicht, weil ich nicht schon immer gern geschrieben habe oder zu wenig Fantasie hatte, sondern weil ich vermutlich einfach vorher nicht auf die Idee gekommen bin, statt Bücher nur zu lesen, diese auch zu schreiben. 2012 überkam es mich dann und ich habe spontan damit angefangen und es bis heute nicht bereut.

Es ist meine erste Online-Buchmesse und ich bin schon sehr gespannt. Warst du schon öfter hier?

Minny Baker: Ich habe die Messe letztes Jahr ein bisschen verfolgt und fand die Idee dahinter cool, deswegen mache ich dieses Jahr zum ersten Mal mit und freue mich schon auf die neuen Erfahrungen und Erlebnisse und selbstverständlich auf die Begegnungen mit den Besucherinnen und Besuchern.

Welches Programm wirst du anbieten?

Minny Baker: Mein Programm besteht aus mehreren täglichen Beiträgen zu verschiedenen Themen rund um mich und meine Bücher. Es wird außerdem eine Verlosung geben, natürlich messetypische „Goodies“ und ein paar Messeangebote. Außerdem bin ich fast rund um die Uhr am Stand, sodass man gerne zum Meet&Greet vorbeikommen kann, um einfach eine Runde zu quatschen, mich Löcher in den Bauch zu fragen oder um mich kennenzulernen. Und dann gibt es vielleicht noch ein oder zwei Specials, aber die werden dann eine Überraschung 😀

Das klingt spannend und ich freue mich, dass unser Gespräch eines davon ist. Du hast eben schon gesagt, dass du bereits viele Bücher veröffentlicht hast, erzähl mir gerne mehr darüber.

Minny Baker: Ja, ich habe tatsächlich bereits zehn Bücher veröffentlicht, was ich manchmal gar nicht fassen kann und mich frage, wie ich das in den letzten Jahren gemacht habe. Aber sie sind da und füllen inzwischen über ein halbes Brett in meinem Lieblingsbuchregal. Dort steht zum einen die siebenteilige, zusammenhängende Alpha-Reihe (meine ersten sieben Bücher), die von Beths Leben handelt, nachdem sie von Talentsuchern entdeckt wird und schließlich einen Traum vom Leben eines Performstars lebt, das sie niemals gewollt hat. Doch als die Musik und das Alphateam in ihr Leben treten, kann sie sich nicht mehr wehren. Die Reihe macht angeblich süchtig 😀 (so sagt man mir zumindest immer wieder).
Zu der Alpha-Reihe kommt dann noch eine Kurzgeschichtensammlung, die noch ein bisschen um die sieben Bänder herum erzählt und teilweise andere Perspektiven bietet.

Alpha-Reihe (c) Minny Baker
Alpha-Reihe (c) Minny Baker

Entschuldige, du sprichst mit jemandem, der keine Ahnung von der Musikbranche hat. Was ist ein Performstar?

Minny Baker: Oh upps, da war ich wohl zu schnell. Ein Performstar ist jemand, der nicht nur gut singt, sondern auch eine gute Show bietet und zum Beispiel tanzt. Aktuelle Beispiele wären da wohl BTS, Blackpink, Taylor Swift, P!nk fallen mir spontan ein. Da gibt es noch viele andere, die auch in total unterschiedliche Musikrichtungen gehen. Bei mir im Buch ist das dann alles noch ein bisschen größer und bunter.

Und was sind deine anderen Bücher?

Minny Baker: Daneben ist bereits ein Band der Tote Träume-Reihe erschienen (Band 2 und 3 erscheinen 2021), der in derselben Welt wie die Alpha-Reihe spielt, jedoch andere Protagonisten hat und die in sich nicht zusammenhängend ist. Die Reihe handelt (wie der Titel der Reihe schon sagt) von toten Träumen. Bei Band 1 „Gegen tote Träume hilf nur Liebe“ geht es um Nelly, die nach einem schweren Unfall ihre Lebensperspektive verloren hat.

Gegen tote Träume hilft nur Liebe (c) Minny Baker
Gegen tote Träume hilft nur Liebe (c) Minny Baker

Was ist ein toter Traum?

Minny Baker: Ein toter Traum ist ein Traum, den man aus verschiedensten Gründen aufgeben musste, zum Beispiel, wenn man eigentlich Fußballprofi in der Bundesliga werden wollte, aber man wegen einer Verletzung nicht mehr Fußball spielen darf. Die Frage, mit der sich dann auch die Reihe ein wenig beschäftigt, sind solche Träume wirklich tot, können sie überhaupt tot sein oder gibt es nicht doch noch Hoffnung?

Ein Roman fehlt noch, oder?

Minny Baker: „Wie ein Funkeln in der Angst“, mein letztes Buch, ist im Gegensatz zu den anderen neun Büchern ein Einzelband, der sich in Form eines Liebesromans mit dem Thema Angststörung beschäftigt.

Wie ein Funkeln in der Angst (c) Minny Baker
Wie ein Funkeln in der Angst (c) Minny Baker

Das ist mir eben schon aufgefallen, es hebt sich optisch stark von den anderen Büchern ab.

Minny Baker: „Wie ein Funkeln in der Angst“ hebt sich tatsächlich von den anderen Büchern ab, das liegt aber auch am ernsteren Thema. Im Buch geht es um Lilly, die unter einer Angststörung leidet, diesen Umstand aber erst nach und nach selbst versteht, als sie Jannes kennenlernt und gleichzeitig eine enge Freundschaft zu Mortalis pflegt, den sie nur über ein Onlinegame kennt. Durch die beiden Männer wird sie mit ihren Ängsten konfrontiert und muss sich diesen zwangsläufig stellen. Ich glaube, mehr kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern. Das Buch war mir wichtig, weil ich finde, dass immer noch viel zu wenig über psychische Krankheiten, in diesem Fall Angststörungen gesprochen wird. Ich leide selbst an einer, das Buch kommt also nicht von ungefähr.

Wow, das war sicher nicht leicht. Ein gesellschaftliches Umdenken wäre großartig, weg davon, dass psychische Diagnosen etwas mit Schwäche zu tun haben. Im Moment ist es in meinen Augen ein Zeichen von Stärke den steinigen Weg zu gehen, sich Unterstützung zu holen. Vielleicht können wir eines Tages entspannter damit umgehen und offen darüber sprechen, wie wir wirklich sind. Romane können zu einer solchen Normalität und einem besseren Verständnis beitragen, sofern nicht Mythen weiter getragen werden.

Minny Baker: Da stimme ich dir vollkommen zu. Ganz empfindlich werde ich auch bei Büchern, wo psychische Probleme quasi von selbst wieder verschwinden. Das ist nicht das Bild, was meiner Meinung nach vermittelt werden sollte.

Ich treffe dich hier in der Halle für Liebesromane, würdest du alle deine Bücher diesem Genre zuordnen?

Minny Baker: Mit Genreeinteilungen tue ich mich übrigens generell schwer, aber die Kategorie Roman/Liebesroman passt zu allen. Viele kategorisieren sie auch zu den Jugendbüchern, aber dazu sind die Protagonisten zu alt. Vom Alter her wären alle eher New Adult, dazu fehlen aber wiederum andere „typische“ Merkmale.

Diese Unterscheidung zwischen Young und New Adult habe ich lange als schwierig empfunden und immer alles als Jugendbuch bezeichnet, was in meinen Augen, jüngere Lesende anspricht. Bis ich auf der LitblogCon18 war und mir der Unterschied zwischen den Labels Lyx und One klargemacht wurde. In einem One-Buch gibt es keine Sex-Szenen. Das scheint auch ein Kriterium zwischen Young und New Adult zu sein. Wie alt sind denn deine Figuren, wenn sie zu alt für Jugendbücher sind?

Minny Baker: In meiner Alpha-Reihe startet Beth im ersten Band „Alpha One“ mit 20, im letzten Band „Alpha Life“ ist sie dann schon Mitte 30. Sie altert also in der Reihe und die Charaktere um sie herum sind zum größten Teil älter als sie. Nelly in „Gegen tote Träume hilft nur Liebe“ ist tatsächlich noch 19, aber auch dort sind wieder alle anderen um sie herum älter und in den nächsten beiden Bänden, sind auch die jeweiligen Protagonistinnen älter. Da muss ich also auch die Reihe im Blick bei der Kategorisierung behalten. In „Wie ein Funkeln in der Angst“ ist Lilly, die Protagonistin, auch schon über 20 und Studentin.
Für mich ist das zu alt, um klar als Jugendbuch klassifiziert zu werden, und es geht auch nicht um typische „Jugendprobleme“ von erster Liebe und so. Für New Adult fehlen mir dann die ausführlichen Sexszenen, nicht, dass es keinen Sex in meinen Büchern gibt, aber ich bin eher ein Fan davon, ein bisschen die eigene Fantasie mitspielen zu lassen, als alles ausführlich zu beschreiben.
Also bleiben wir einfach bei der Kategorie „Liebesroman“. Da passt alles rein und ist auch inhaltlich fast immer korrekt, nur im ersten Teil der Alpha-Reihe ist das noch nicht ganz so Thema, aber dafür gibt es ja die Bände 2 bis 7.

Entschuldige, ich hatte dich unterbrochen. Ich glaube, du wolltest gerade erzählen, was deine Bücher besonders macht.

Minny Baker: Ansonsten zeichnen meine Bücher aus, dass in allen eine Prise Humor steckt (ich liebe Wortwitze und Dialoge), außerdem dass ich versuche, alles so echt und nachfühlbar wie möglich zu zeigen (zumindest dort, wo es geht). Ich bin auch immer wieder für Überraschungen gut, für was ich schon wahrlich oft verflucht wurde. Bei mir ist kein Buch klassisch und zu jeder Zeit kann immer etwas passieren, mit dem man nicht gerechnet hat.

Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?

Minny Baker: Ich habe mich nie bei einer Literaturagentur beworben und bei ein paar großen Verlagen nur weit vor meiner ersten Veröffentlichung, aber ehrlich gesagt ohne große Mühe. Irgendwie war mir unterbewusst klar, dass ich die Kontrolle über meine Projekte haben wollte und will. Dementsprechend habe ich es auch nicht weiter versucht, sondern bin dann Selfpublisherin geworden. Dabei hatte ich immer ein gutes Gefühl. Bis jetzt habe ich das nie bereut und auch keine großen Ambitionen das je zu ändern, wobei man natürlich nie weiß, was die Zukunft bringt.

Was machst du, wenn du nicht schreibst? Viel Zeit dürfte bei den vielen Veröffentlichungen da ja kaum noch bleiben?

Minny Baker: Lesen 😀 und dann habe ich noch eine Familie, die auch was von mir haben will. Musik hören und dazu singen ist auch noch eine Dauerbeschäftigung. Serien liebe ich auch und lange Spaziergänge (dabei kann man fantastisch über Schreibprojekte nachdenken) … oh, und ich backe gerne, wenn ich genug Zeit und Ruhe habe, was ich ehrlich gesagt nur selten habe. Daneben gibt es noch einige Sachen, die ich gerne mag, aber die meiste Zeit sitze ich tatsächlich an einem Buch mit Musik auf den Ohren.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Hier findet ihr Minny online:

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4 Gedanken zu „Treffen mit Minny Baker am virtuellen Messestand der OBM“

  1. Danke für das spannende Interview. Ich wäre fast einkaufen gegenangen, denn die Alpha-Reihe hört sich wirklich sehr gut an. Ich muss dann allerdings doch gestehen, dass mir 18,99 Euro für ein Taschenbuch ein bisschen zu viel ist, auch wenn es über 700 Seiten sind. Mal schauen, Weihnachten naht ja mit großen Schritten. Kommt auf die Wunschliste.
    LG
    Yvonne

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