Was wäre, wenn wir in die Zukunft sehen könnten?

Ich mag Bücher, die sich spannend lesen und dazu inspirieren über wichtige Themen nachzudenken. „Future ~ Die Zukunft gehört dir“ von Dan Frey erfüllt beide Erwartungen.

Was wäre, wenn wir in die Zukunft schauen könnten?

Ein alter Menschheitstraum, von denjenigen gelebt, die sich mit Wahrsagerei befassen. Mich fasziniert das Thema, Zeitreise, habe ich doch meine eigene Zeitreise-Reihe begonnen zu schreiben. Auch wenn Komets-Zeitreise-Projekt noch nicht veröffentlicht ist, sind bereits zwei Bände geschrieben und weitere Bände in Vorbereitung.

Es gibt viele Theorien über die Frage, ob wir den Verlauf der Zeit verändern können. Entstehen dann alternative Parallelwelten oder wird der lineare Zeitverlauf umgeschrieben. Gibt es vielleicht keinen freien Willen und alles ist vorherbestimmt? Können wir uns selbst begegnen oder löst das Paradoxon dann eine Katastrophe aus?

Andere Fragen drehen sich um die Macht, die wir damit hätten. Wie würden wir mit dieser Möglichkeit umgehen? Wäre es eine wichtige Aufgabe, die geheim gehalten werden muss? Was wäre, wenn alle die Möglichkeit hätten? Die letzte Frage spielt in „Future“ eine interessante Rolle, wie sie mir bisher noch nicht begegnet ist. Zeitreisen ist in allen Geschichten, die mir gerade einfallen, eher ein Privileg und ein Geheimnis. Die Idee, allen einen Blick in die Zukunft zu ermöglichen, hat die Lektüre für mich sehr spannend gemacht.

Future: Die Zukunft gehört dir ~ Dan Frey
Future: Die Zukunft gehört dir ~ Dan Frey

Future ~ Die Zukunft gehört dir

In „Future ~ Die Zukunft gehört dir“ geht es um einen technologischen Blick in die Zukunft. Zu Beginn erfahren wir, dass das Experiment geglückt sei, als eine Mail aus der Zukunft im Postfach erscheint. Es scheint aber auch ein ernstes Problem zu geben, denn es gibt eine Anhörung. Nicht vor einem Gericht, sondern dem Kongress.

Erzählweise

Es ist keine Prosa. Wir lesen Mails, Chatnachrichten oder die Protokolle der Kongressanhörung und weitere Textformate, wie Blogbeiträge oder Google Docs. Es ist ein wenig wie ein Briefroman mit modernen Kommunikationswegen.

Wir erfahren Informationen aus der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Am Anfang musste ich zwischendurch nochmal zurück blättern, wer von den beiden Freunden, die das StartUp gründen, war jetzt wer? Auf welcher Zeitebene sind wir gerade? Natürlich stehen da Daten. Irgendwann hatte ich danit keine Schwierigkeiten mehr und war gefesselt von der Geschichte.

Basisplot

So neuartig und modern die Geschichte wirkt, steckt in ihr der klassische Plot „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Ich befasse mich gerade parallel mit den 7 Basisplots von Christopher Booker.

Ben Boyce und Adhvan Chaudry sind nicht die typischen Silicon Valley StartUp Gründer, auch wenn sie beide in Stanford studierten, wo sie sich kennen gelernt haben. Ben Boyce ist Schwarzer, dessen Vater abgehauen ist, nachdem er arbeitslos wurde. Seine Motivation ist, es mal besser zu machen. So spekulierte er während des Studiums an der Börse, was in horrenden Krediten endete.

Adhvans Familie kommt aus Indien. Sein Vater wollte den amerikanischen Traum leben, fand dafür aber nicht den passenden Platz am Arbeitsmarkt. Stattdessen führte ihn das „Rad des Schicksals“ an den Roulettetisch und er erlag dem Glücksspiel. Adhvan würde gerne seine Mutter finanziell unterstützen und ihr ermöglichen, nicht mehr in der Reinigung arbeiten zu müssen.

Aus den beiden „Armen Jungs“ werden Gründer eines Unicorn-StartUps. Eine interessante Entwicklung mit all ihren Konsequenzen, die dieser Wandel mit sich bringt.

Es ist nicht der einzige Basisplot, der in diesem Roman eine Rolle spielt. Würde ich weiter darauf eingehen, würde ich zu viel von der Geschichte verraten, nur so viel, die Plotstruktur ist komplex und beim Lesen der ersten Kapitel begleitete mich die Frage: Um was genau geht es hier?

Autismus-Klischee

Adhvan Chaudry ist Autist. Leider wird er sehr klischeehaft dargestellt als der emotionslose Nerd. Sein Autismus hat eine wichtige Funktion für die Geschichte. Um so mehr ärgert es mich, dass dieser im Verlaufe des Buches nicht mehr benannt wird. Plötzlich steht eine andere Diagnose im Vordergrund. Er kann durchaus beide Diagnosen haben, dennoch hätte Autismus im psychiatrischen Bericht erwähnt werden müssen und da fällt es weg. Hier hätte es auf jeden Fall Möglichkeiten gegeben, jenseits eines typische Klischees eine interessante Figur entwickeln zu können. Ein weitere Trope, die mit seiner Figur bedient wird, ist „der programmierende Inder“.

Immerhin sind es Figuren aus marginalisierten Gruppen, die die Hauptfiguren darstellen. Allerdings tragen beide in meinen Augen dazu bei, Klischees zu füttern. Bei Ben ist es die Trope des Schwarzen, der raus aus dem Ghetto will.

Die großen Fragen

Ist die Zukunft änderbar? Wie gehen wir mit Informationen über die Zukunft um?

Mal angenommen es wäre möglich, Informationen über die Zukunft zu erhalten. Was würden wir damit anstellen?

Was tatsächlich möglich ist, ist Zukunftsforschung zu betreiben und Prognosen zu erstellen.

Wie wir privat und politisch mit Prognosen zum Thema Klimawandel umgehen, ist bekannt. Leugnen, anzweifeln, oder ignorieren sind alles psychologische Strategien, die kurzfristig helfen, aber kein Problem lösen.

Technik der Zukunft und Ethik

Eine weitere spannende Frage stellt der Roman. Wenn eine neue Technologie entwickelt wird, die missbraucht werden kann, wie kann das ethische Dilemma gelöst werden?

Was ist die Konsequenz aus der Frage? Die Technologie zu vernichten? Löst das das Problem?

Die erste Antwort des Romans darauf: Nein, denn jemand hat gezeigt, dass eine solche Technologie entwickelt werden kann und dies können auch andere tun.

Kann dieses Szenario verhindert werden, indem ein ethischer Umgang mit der bereits entwickelten Technologie gefunden wird?

Spannende Gedanken, die für unsere Realität äußerst relevant sind.

Fazit zum Buch

Das Buch stößt einige wichtige Fragen an, bleibt dabei aber unterhaltsam und spannend. Das Ende ist gut gewählt. Die Geschichte ist rund, abgeschlossen, aber auch offen. Wir können für uns entscheiden, was wohl als nächstes geschieht, der Weg ist gezeichnet. Das Buch inspiriert dazu über große Fragen nachzudenken und zu diskutieren.

Die Frage bleibt. Wie gehen wir mit Technologie um, die nicht unbedingt nützlich für die Menschheit ist, Schaden anrichten kann, aber für einige verlockend erscheint. Wenn sie einmal entwickelt wurde, können das auch andere? Wer sollte entscheiden dürfen, wie mit der potentiellen Macht umgegangen wird?

Es ist auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre, nicht nur für Fans der Science Fiction. Es ist sehr realitätsnah und spielt im Zeitraum Dezember 2021 bis Dezember 2022, in der nahem Zukunft. Die deutsche Erstausgabe erschien im Januar 2022.


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Das Buch wurde mir über das Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Future: Die Zukunft gehört dir
Dan Frey
Heyne, 2022
übersetzt von Bernhard Kempen

Ein Blick in die Zukunft auf der #Digital2018

DIgital2018, digitalrealZ

Ein gigantisches Event zum Thema Digitalisierung fand am 7. und 8. November 2018 in der Kölnmesse statt: Die Digital 2018, eine Initiative der Deutschen Telekom AG. Es war weder ein klassischer Kongress, noch eine Messe, es war ein Erlebnis:

Digitalisierung live erleben und einen Blick in die Zukunft wagen #Digital2018

Ein Inkubator von Ideen, ein Katalysator komplexer Prozesse, eine Plattform des Austauschs. Hier treffen herausragende Keynotespeaker auf Innovatoren, Wirtschaftsgrößen auf politische Entscheider und erfahrene Führungskräfte auf vielversprechende junge Talente. (Hagen Rickmann, Schirmherr der Digital 2018)

Es war tatsächlich großartig, vielseitig und sehr spannend mit vielen tollen Begegnungen, Menschen und andere …

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Für viele ein Highlight, für mich eine interessante Story: Die Anwesenheit von Apple-Co-Gründer Steve Wozniak. Er und Steve Jobs haben etwas getan, was viele Startups heute tun, einfach mal etwas gemacht, was sie unbedingt tun wollten! Es hat funktioniert, dabei haben sicher viele Faktoren eine Rolle gespielt, aber eine solche Geschichte macht Mut, das zu tun, was einem am Herzen liegt.

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Einen ganz kleinen Blick zurück auf das vergangene Event mit einem Ausblick in die Zukunft, will ich im folgenden wagen. Das Event war riesig und ich konnte mich nur einem Teil der Aussteller, Vorträge und Diskussionen widmen. Es gab noch so viel, was ich gerne gesehen oder gehört hätte.

Eine Aussage fiel immer wieder von verschiedenen Personen und kann nicht oft genug gesagt werden, bis wir entsprechend handeln:

Wir alle müssen unsere Zukunft gemeinsam und aktiv gestalten.

Wir entscheiden jetzt, welche Wege wir einschlagen wollen!

Dieser Verantwortung können und dürfen wir uns nicht entziehen!

Leider konnte ich bei der Eröffnung nicht dabei sein:

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Digitalisierung wird aus Mut gemacht (Tim Höttges, CEO Telekom Deutschland AG)

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Wie sieht unsere Zukunft aus?

Digital! Welche Technologien wir weiter entwickeln, entscheiden wir bereits jetzt. Es scheint alles möglich. Doch was wollen, können und sollten wir tatsächlich entwickeln?

In welcher Zukunft wollen wir leben?

Ein Gutes logisches Grundverständnis wird zunehmend wichtiger, kleine Programmieraufgaben immer leichter, z.b mit der visuellen Oberfläche des freien Roberta Lab. Mit diesem lässt sich auch ohne vorhandenen Roboter arbeiten.

Stand des Fraunhofer Institutes, Präsentation des Roberta Lab

Stand des Fraunhofer Institutes, Präsentation des Roberta Lab

3D Druck Technologie

Die Entstehung eines 3D-Druckers durfte ich zu Hause live erleben und finde sehr spannend, was wir bereits alles drucken können. Bei allem Staunen müssen wir uns bewusst bleiben, dass 3D-Druck nicht bedeutet, Dinge aus dem Nichts zu erschaffen. Die Materialien aus denen die Druckerzeugnisse entstehen müssen als Rohstoffe zur Verfügung stehen. Interessant ist, wie vielfältig diese Materialien sein können.

Die Magie des 3D-Druck folgt dem Prinzip des äquivalenten Tausches der Alchemie.

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Roboter werden nicht die Weltherrschaft übernehmen!

Ich möchte furchtbar gerne einen Roboter haben, oder auch mehrere. Einen Staubsaugroboter fürs Nützliche, einen niedlichen einfach aus Spaß. Kleine Aktionen programmieren, ohne besondere Vorkenntnisse, das reizt mich sehr. Irgendwann wird dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Noch sind für mich alle Modelle unbezahlbar, so gerne ich es auch nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder gehabt hätte.

Stand des Fraunhofer Institutes, Präsentation des Roberta Lab

Stand des Fraunhofer Institutes, Präsentation des Roberta Lab

Egal ob humanoider Roboter oder den kleinen Calliope Mini, die Roberta-Initiative schult deutschlandweit Lehrkräfte im Umgang mit dem Roberta-Lab, um tolle Projekte in Schulen zu bringen.

Doch nicht jeder lässt sich vom Charme der humanoiden oder tierischen Roboter verzaubern. Vielen Menschen macht die Digitalisierung und besonders die Robotik Angst. Diesen Ängsten gilt es durch Aufklärung entgegenzuwirken.

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Egal wo Sie mit Robotern zu tun haben, Sie sollten darüber informiert sein!

Das war eine Aussage zu Beginn des Panels „Robots vers. Humanity“ bei dem Prof. Dirk Helbig (ETH Zürich, Informatik), Rafael Capurro (Capurro Fiek Stiftung für Informationsethik) und Dominik Bösl (KUKA AG) beteiligt waren.

Viele haben Angst vor Robotern dank SciFi.

Ist das so? Einer meiner liebsten Film-Trilogien ist Matrix und doch habe ich keine Angst vor den Robotern. Science Fiction ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, Zukunftsszenarien zu entwickeln und durchzuspielen. Was wäre wenn? Das ist genau so wichtig, wie der Realitätscheck. Was gibt es wirklich? Am 21. Oktober 2015 war ein solcher Tag. Es war der Tag an dem Marty McFly aus „Zurück in die Zukunft“ mit dem DiLorean in die Zukunft reiste. Welche Vorhersagen waren eingetroffen, welche liegen noch in unserer Zukunft und welche waren einfach fiktive Ideen?

Von den bedrohlichen Szenarien, dass Roboter dank ihrer KI die Weltherrschaft an sich reißen, sind wir mit unseren aktuellen Möglichkeiten weit entfernt, sagte einer der Herren und hielt diese Visionen auch für unrealistisch. Ich denke, wir sollten uns bewusst sein, was wir entwickeln und den Menschen mit seinen Bedürfnissen immer in den Mittelpunkt stellen, wenn es um neue Innovationen geht. Technischer Fortschritt darf kein Selbstzweck werden.

Eine klare Zukunftsprognose dagegen lautet:

Unsere Enkelkinder werden als Robotic Natives aufwachsen.

Das mit den Generationen ist so eine Sache, aber die Robotic Natives Generation wird es sicher geben. Auf diese Aussage folgte eine zweite, sehr wichtige, nämlich, dass wir die Welt verändern werden. Da muss die Industrie Verantwortung übernehmen und aufklären!

Kritische Reflektion können wir nicht an Roboter abgeben!

Die Roboter werden Teil unserer Lebenswelt sein, die Frage ist, wie diese aussehen soll.

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Brainhack

Nach dem Panel „Robotic versus Humanity“ ging es im Vortrag von Prof. Miriam Meckel (WirtschaftsWoche) um unser Gehirn und die Frage „Wie wir unser Denken ans Internet anschließen“.

Miriam Meckel spricht über unser Gehirn

Miriam Meckel spricht über unser Gehirn

Sie präsentierte einige Forschungsergebnisse und erzählte von Erfahrungen, die sie selbst machen durfte. Die Neurowissenschaften haben schon erstaunlich viel erreicht. Erste Produkte kommen auf den Markt, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Nach dem Test eines Produktes, welches das Gehirn entspannen sollte, ist Miriam Meckel furchtbar übel geworden.

Die Fortschritte bringen viele ethische Fragen mit sich: Was wollen wir? Was dürfen wir?

Bei Locked In Patienten, Menschen, die sich nicht bewegen können, aber kognitiv fit sind, wurde schon sehr viel erreicht, um ihnen zu helfen. Mittels Implantat oder durch ein EEG kann allein durch Gedanken ein Computerprogramm gesteuert werden. Dies ist ein entscheidender Schritt hin zum Gedanken lesen. Doch wo man lesen kann, kann man auch hineinschreiben! Es ist eine Zweibahnstraße, betont Miriam Meckel.

Eine Zeit lang habe ich Neurofeedback mit Kindern gemacht und immer wieder betont, dass ich nur Gehirnwellen, aber keine Gedanken sehe! Die Angst davor, dass jemand unsere Gedanken lesen oder gar manipulieren kann, ist groß und berechtigt.

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Denken wir noch einen Schritt weiter: Was wäre, wenn wir unsere Gehirne per Chip miteinander verbinden könnten? In Experimenten mit Mäusen ist das bereits gelungen. Wir teilen mit Mäusen 99% unseres Genoms, weswegen sie beliebte Versuchsobjekte in der Medizin und Psychologie oder Neurowissenschaften sind. Der nächste Schritt nach erfolgreichen Tierversuchen sind Versuche am Menschen …

Werden wir demnächst Brainbubbles haben, in denen wir unsere Gehirne direkt miteinander verbinden? In einer solchen Zukunft wird kognitive Leistungsfähigkeit eine große Rolle spielen.

Wieder stellt sich die Frage: Was wollen wir?

Wir haben viele Möglichkeiten bereits am Markt, viel Gutes kann getan werden.

Doch wenn wir ans Gehirn gehen, gehen wir an den Kern unserer Menschlichkeit!

Wie können wir den Neurokapitalismus verhindern, fragt Miriam Meckel zum Abschluss ihres Vortrages und gibt selbst eine Antwort: Indem wir das tun, was wir am besten können: Nachdenken! Nachdenken, was wir wirklich wollen und aktiv unsere Zukunft mitbestimmen.

Miriam Meckel, Das Gehirn lesen

Miriam Meckel, Das Gehirn lesen

Um das Gehirn ging es auch in einem anderen Vortrag, den ich selbst nicht gehört habe. „Das Gehirn ist unsere wichtigste und geilste Plattform“, eine starke Aussage von Thomas Druyen (Siegmund Freud Universität Wien).

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Leider habe ich Neil Harbisson verpasst, seine Geschichte muss faszinierend sein. Cyborgs sind jetzt Realität.

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Fortbewegungsmittel der Zukunft

In Science Fiction Filmen wird viel geflogen. Ist das unsere Zukunft? Im Sommer wurde viel über Flugtaxis debattiert. Auf der Digital 2018 habe ich etwas anderes gesehen. Leider hatte ich am zweiten Tag ein schlechtes Timing und den Stand von Hyperloop unbesetzt vorgefunden. Auch am Stand von iEV ergab sich kein Gespräch. Daher belassen wir es an dieser Stelle bei den bildhaften Eindrücken …

Hyperloop, Fortbewegung im Vakuum

Hyperloop, Fortbewegung im Vakuum

iEV

iEV

Dezentrale Netzwerke

Sascha Foerster (Bonn Digital) glaubt, dass unsere Social Media Zukunft in dezentralen Netzwerken liegt. Als Beispiel dazu hat er Mastodon vorgestellt.

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Bei Mastodon kann jeder einen eigenen Server aufsetzen und eine eigene Community aufbauen. Mein eigener Account-Name lautet: kleinerKomet@Bonn.social. Dabei ist „KleinerKomet“ der von mir selbst gewählte Name, wie bei Twitter, und „@bonn.social“ funktioniert ähnlich wie eine Mailadresse. Es steht für die von mir gewählte Instanz, die übrigens von Sascha Foerster über Bonn Digital bereit gestellt wird. Ich kenne ihn persönlich und habe daher ein besonderes Vertrauen in ihn, wenn es um die Frage des Datenschutz geht.

Ich kann mich dort mit anderen Bonnern vernetzen, aber auch weltweit mit Menschen, die über andere Instanzen das soziale Netzwerk nutzen. Auf Mastodon kann man für jeden einzelnen Toot entscheiden, wie viele Menschen ihn sehen sollen, alle oder nur bestimmte Gruppen. Es kann auch eine Content Warnung eingestellt werden, wenn sensible Themen in Bildern dargestellt werden. Die anderen User müssen durch einen erneuten Klick bestätigen, dass sie das Bild sehen möchten. Crosspostings zwischen Mastodon und Twitter sind möglich, aber nur von Twitter auf Mastodon, noch nicht umgekehrt, was mir auch logisch erscheint, da ein Toot 500 Zeichen lang sein darf.

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Der Vortrag wurde live auf Facebook gestreamt und aufgezeichnet.

Die Zukunft beginnt jetzt

Wenn die Zukunft jetzt beginnt und wir entscheiden, in was für einer Welt wir Leben wollen, gibt es zahlreiche Themen, mit denen wir uns befassen müssen. Dazu zählen IT-Sicherheit, Veränderungen anstoßen und ganz wichtig, den Menschen nicht aus dem Blick verlieren!

Dazu gehört auch, Jugendliche darin zu unterstützen ihren Weg in das Berufsleben zu finden. Die Auswahl an Möglichkeiten wird zunehmend unübersichtlicher, eine Prognose über eine mögliche Karriere ungewisser. Immer häufiger höre ich die Aussage, dass es einen Großteil der Jobs, die heutige Schulkinder werden wählen können, noch gar nicht gibt. Joblinge ist eine Initiative, um Jugendliche darin zu unterstützen einen passenden Ausbildungsplatz zu finden.

Joblinge, eine Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit

Joblinge, eine Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit

Cyberkriminalität

Schon lange sind Hacker keine Hobby-Freaks mehr, die bei Mutti im dunklen Keller hocken. Es sind hochqualifizierte Profis, die hohen wirtschaftlichen Schaden anrichten, erklärte Dr. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Das Ziel ist häufig Wirtschaftsspionage und der Handel mit Sicherheitslücken floriert.

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Die Sensibilität für IT-Sicherheit ist noch zu gering, obwohl bereits zahlreiche Skandale bekannt geworden sind. Auch in der Ausbildung von IT-Fachkräften fehlt es laut Constanze Kurz daran, dass sie lernen zu denken wie ein Hacker.

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Es gilt die Defensive stärker aufzubauen. Hin und wieder die Firewall aktualisieren genügt für ein Unternehmen nicht.

Tipps für Digital Leader

Ein Digital Leader ist derjenige, der für Digitalisierungsprozesse in einem Unternehmen zuständig ist. Interessanterweise meldeten sich nur sehr wenige Zuhörer dieses Vortrages auf die Frage, wer von uns ein Digital Leader sei.

Der spontane Vortrag von Ibrahim Evsan war sehr lebendig und auch ein wenig wach rüttelnd.

Die Digitalisierung passiert da draußen nicht in Ihrem Unternehmen!

Startups werden gegründet, damit sie Fehler machen, die sich große Unternehmen nicht erlauben können. Sie sind kleiner, flexibler und haben den Mut etwas auszuprobieren. Unternehmen brauchen neue Denkweisen, müssen offener werden und Digital Leader stehen vor vielen Herausforderungen, denn Digitalisierung umfasst immer das ganze Unternehmen, bis in die Tiefe.

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Ein guter Digital Leader spricht eine einfache und verständliche Sprache. Jeder, der mit Fachbegriffen um sich wirft, mag kompetent wirken, aber sobald er sich außerhalb seiner Fachkreise bewegt, wird er nicht mehr verstanden. Ein Digital Leader spricht im Unternehmen mit Menschen, deren Expertise in anderen Bereichen liegen. Spricht er diese in einer für sie verständlichen Sprache an, am besten mit für sie relevanten Inhalten, kann er auch etwas erreichen!

Ohne Social Media geht heute gar nichts mehr!

Unfassbar, es ist 2018 und wir sagen immer noch, werdet sozial!

Basics zum Thema Social Media:

  • Menschen folgen Menschen, keinen Marken!
  • Du brauchst ein Kernthema, kannst nicht über alles reden.
  • Nutze die Systeme, bevor sie dich benutzen! Wir werden Teil des Social Media Systems, Angst etwas zu verpassen, Suchtpotential.

Wir müssen unsere Werte, Gedanken, Themen nach vorne treiben!

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Cyberpsychologie

Dr Catarina Katzer habe ich bereits vor zwei Jahren auf der Bundeskonferenz Schulpsychologie 2016 kennen gelernt. Sie befasst sich mit den Einflüssen des Internets auf das menschliche Denken, Fühlen und Handeln. Geplant war ein Talk mit ihr und Verena Gonsch, Autorin von „Digitale Intelligenz“. Leider musste sie kurzfristig absagen. Auch wenn ich sie gerne live erlebt und vielleicht persönlich gesprochen hätte, war es ein super Talk. Über das Buch habe ich bereits berichtet und kann es euch sehr empfehlen.

Dr. Catarina Katzer auf der Digital 2018

Dr. Catarina Katzer auf der Digital 2018

Wir setzen uns selbst einem digitalen Stress aus, dem wir uns oft gar nicht bewusst sind. Der ständige Blick zum Smartphone, ob wir wieder eine neue Nachricht haben oder durch tatsächliche Benachrichtigungen (brummen, klingeln, blinken) werden wir ständig aus der aktuellen Tätigkeit herausgerissen oder haben schlicht die Angst etwas zu verpassen, wenn wir nicht regelmäßig nachsehen. Catarina Katzer schlägt folgendes Selbst-Experiment vor, um sich dem tatsächlichen Stress bewusst zu werden: Stelle für 16 Stunden einen Wecker, der alle 7 Minuten klingelt.

Es gibt auch Apps, die dir anzeigen können, wie viel Zeit am Tag du mit dem Smartphone online verbringst und welche Apps du nutzt. Hinterfrage einmal selbst, was für dich sinnvoll ist und was dir weniger gut tut. Entscheidend ist immer, dass du die Kontrolle über das Gerät behältst und nicht umgekehrt.

Unsere Gedächtniskapazitäten haben Grenzen. Die geltenden Leistungsanforderungen besagen: Mach alles schnell und gleichzeitig. Leider funktioniert das nicht. Daher brauchen wir neue Strategien, denn unter Stress und Zeitdruck neigen wir auch dazu mehr Fehler zu machen.

In den sozialen Netzwerken begegnen wir insbesondere zwei Extremen: Hass und glückliche Menschen. Was macht das mit uns?

Während unser Körper sicher vor dem Bildschirm bleibt, entsteht eine gewisse Distanz zu dir selbst, während du dich im Netz bewegst. Diese Distanz und Gruppenphänomene fördern Aggression. Dieser Hass gelangt auch wieder auf die Straße, ein Teufelskreis, den es dringend zu durchbrechen gilt. Wenig hilfreich ist es dem Hass mit Hass zu begegnen. Wir müssen deeskalierend reagieren, uns selbst bewusster machen, dass auch online Menschen mit Menschen kommunizieren. Distanzen abbauen und mehr Bewusstsein schaffen.

Das scheinbare Glück anderer kann inspirierend sein, aber auch frustrieren, abhängig vom eigenen aktuellen psychischen Status. Doch die Welt ist nicht nur Schwarz und weiß oder Hass und Glamour. Hinter jedem Profil sitzt ein Mensch, es sei denn es handelt sich um einen Bot. Diese Menschen sind vielseitig und es gibt zahlreiche Gegentrends, mehr Realität ins Netz zu bringen. Dies kann zum Beispiel unter dem Hashtag Nofilter passieren oder sich im Nachstellen von Glamourbildern zeigen. Positive Ansätze ermöglichen und helfen dabei, sich selbst zu finden. Es ist nicht alles schlecht in den Sozialen Netzwerken, entscheidend ist, die Informationen zu verstehen und einordnen zu können. Das Bewusstsein und die Nutzung der Jugend ist anders. Wichtig ist es, ein kritisches Bewusstsein zu entwickeln und eben nicht jedem Trend nachzulaufen

Daher beginnt Medienbildung am besten bereits in der Grundschule. Für Jugendliche sind Aufmerksamkeit, Freundschaft und Liebe wichtig. Das findet man online!

Auch die Familie ist ein Ort in dem Digitalisierung gelebt wird. Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder, sich dessen aber noch immer nicht alle bewusst. Es gab neulich eine Demo vom Kindern, die forderten, dass die Eltern ihr Smartphone weglegen. Gemeinsam den digitalen Lifestyle entdecken kann für Erwachsene und Kinder sehr wertvoll sein. (Link zum Beitrag auf Heise)

Leider wird viel geredet und wenig bewegt zum Thema Digitale Bildung, bedauert Catarina Katzer.

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Ein reales Erlebnis

Ich bin der Ansicht, dass wir aufhören müssen, die reale und virtuelle Welt getrennt zu denken, denn die sogenannte virtuelle Welt ist für viele von uns längst ein Teil des täglichen Lebens, gehört mit dazu und darf deswegen nicht mehr getrennt betrachtet werden. Das RL (= Real Life), über das wir Anfang des Jahrtausends sprachen, findet nicht mehr isoliert „da draußen“ statt.

Digital ist Real

Black Eyed Peas live auf der Digtal 2018

Black Eyed Peas live auf der Digtal 2018

Zum Finale der Veranstaltung gab es ein musikalisches Feuerwerk. Die Black Eyed Peas spielten ein großartiges Konzert und brachten Aussteller, Telekom-Mitarbeiter und Besucher der Digital 2018 zum Singen und Tanzen. Es zeigte nochmal deutlich wie schön es mit aller Digitalisierung sein kann, gemeinsam zu feiern, gemeinsam an einem Ort zu sein. Die Stimmung überträgt sich von Menschen auf Menschen, auch wenn beim „Magenta Musik 360 Grad“ Event sehr viel Technik im Einsatz war. Es standen Menschen live auf der Bühne und Tausende an der Bühne. VR-Technologie ermöglicht dieses Erlebnis inzwischen auch zu Hause.

Wie real kann es sein alleine im eigenen Wohnzimmer mit einer VR-Brille ein Live-Konzert zu verfolgen? Was brauchen wir um das reale Feeling auch digital real zu erleben? Ganz ehrlich, hier glaube ich, dass es nur gemeinsam mit Freunden zu einem großartigen Erlebnis kommt. Zusammen Tanzen,  Blickkontakt, Lächeln, Emotionen teilen, auch mal in den Arm nehmen, gehören doch dazu. Den Körperkontakt zu echten Menschen sollte meiner Ansicht nach keine Technik völlig ersetzen. Auch ohne direkte Berührungen, nehmen unsere Sinne die Anwesenheit anderer Menschen wahr!

Ich bin überzeugt, dass wir bei aller Digitalisierung auch in Zukunft reale Begegnungen brauchen und hoffe, dass uns niemals die „biologische Notwendigkeit“ intimer Begegnungen abgenommen wird. 😉

Wie sieht die Zukunft aus, in der Du gerne leben würdest?

Denke für dich selbst darüber nach, blogge darüber oder poste deine Vision in den sozialen Netzwerken. Welche Technologien sollen weiter entwickelt werden, um unser Leben angenehmer zu gestalten, welche ethisch kritischer betrachtet werden und welche sozialen Aspekte brauchen wir für ein erfülltes Leben?

Lasst uns unter dem Hashtag #digitalrealZ unsere Zukunft gestalten!

YouTube

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Oliver Kepka (Telekom Deutschland), den ich bereits von zahlreichen Barcamps kenne, hat mich zu dem Event auf Basis eines Freitickets persönlich eingeladen.