Das Gleichgewicht der Welt

Fairies – Diamantweiß – Stefanie Diem

Unsere Welt ist nicht schwarz-weiß, sondern bunt.

Dennoch gibt es viele Gegensätze, die einander brauchen, um das Farbspektrum aufzuspannen, egal ob es sich dabei um tatsächliche Farben, Gut-Böse oder andere Eigenschaften handelt. Wir sind Menschen, sind vielfältig und haben alle unsere Fehler. Beim Spektrum von Richtig-Falsch bewegen wir uns philosophisch/ psychologisch im Bereich der moralischen Dilemmata.

Kann es ein Utopia geben, in dem alles nur „gut“ ist?

Für mich unvorstellbar und gerade das macht uns Menschen doch aus, oder nicht?

Wir sind Individuen und niemand von uns ist nur „gut“. Dagegen aber auch niemand absolut „böse“, auch wenn dies oft zu wirkt.

Im Farbspektrum des Regenbogens sind Schwarz und Weiß auch nicht enthalten, vielleicht ein gutes Symbol für das Spektrum der menschlichen Eigenschaften, es gibt keine reinen Extreme.

Wenn das Gute das Böse braucht, ist es dann sinnlos gegen das Böse zu kämpfen?

NEIN!

Ja, wir brauchen ein Spektrum der Individualität, wir brauchen Gegensätze, aber wir Menschen brauchen vor allem Aktivität und Entwicklung.

Wir streben nach „Verbesserung“, was dieses „besser“ sein soll, ist für jeden wieder anders. Ohne Veränderungen und Entwicklung, gäbe es einen Stillstand. Das Streben nach „Gleichheit“ im Sinne von „Gleichbehandlung“ ist ideologisch sicher nicht verwerflich. Eine tatsächliche Gleichheit auf Kosten der Individualität, ergäbe für mich eine Utopie, die mit Stillstand und Langeweile gleich zu setzen wäre.

In diesem Sinne halte ich es für erstrebenswert, sich individuell und auch gesellschaftlich, wissenschaftlich, technologisch weiter zu entwickeln, in allen Lebens- und Erfahrungsbereichen.

Doch bei aller Entwicklung brauchen wir auch Akzeptanz, sich selbst akzeptieren mit seinen Fehlern udn Schwächen und auch unsere Mitmenschen in ihrer vielfältigen Individualität.

Es gibt noch vieles in unserer Welt, dass so nicht sein müsste! Manche Spektren brauchen auch nicht so weit auseinander zu klaffen, wie sie es aktuell tun, beispielsweise Reichtum und Armut oder Gesundheit und Krankheit.

Der Kampf gegen das Böse

Krieg und Frieden – ist das auch ein Spektrum, das wir brauchen?

Schon immer gab es Kriege auf der Welt. Wird das immer so sein? Muss es das?

Geht es dabei tatsächlich um den Kampf gegen „Das Böse“?

Haben diesen Anspruch nicht sogar meist beide Seiten, den Anspruch die eigenen Überzeugungen und das eigene Leben, sowie das der eigenen Gruppe/ des eigenen Volkes zu verteidigen?

Muss es immer zum „Kampf“ kommen, mit dem Ziel zu töten?

Schicksal gegen Liebe

Inspiriert zu diesen Gedanken hat mich Stefanie Diem mit ihrem Roman „Fairies – Diamantweiß“, dem dritten Teil der Fairies-Reihe.

Die zwölfte und die dreizehnte Urfairy stehen für zwei wichtige Elemente unseres Lebens, die Liebe und das Schicksal. Kann das Schicksal, welches von der dreizehnten Urfairy bestimmt wurde, gebrochen werden? Kann Liebe, für die die zwölfte Fairy steht, stärker sein?

Es stellt sich sogar eine noch weitreichendere Frage: Ist die Liebe immer gut?

Ganz im Sinne eines alten Spruches „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“ wird deutlich, dass im Namen der Liebe auch Böses geschehen kann.

Es sind Kriege aus Eifersucht geführt worden, Kriege im Namen des Glaubens, Kriege aus unsinnigen Gründen, Kriege um des Krieges willen …

Des Aspekt des Schicksals bringt eine weitere Frage auf: Wer bestimmt dieses und wie viel Selbstbestimmung bleibt den Menschen? Im Buch ist Tanian die Schicksalsfairy, die einzige der dreizehn Schwestern, die sich noch um das Gleichgewicht der Welt kümmert.

Wie ist es um unser eigenes Gleichgewicht bestellt, individuell, so wie in der Gesellschaft?

Welche Mittel sind geeignet dieses Gleichgewicht aufrecht zu erhalten?

Im Buch wird von den Fairies das Töten als mögliche Lösung angesehen, um das scheinbar Unvermeidliche aufzuhalten, aufzuschieben, denn die unsterblichen Seelen werden wieder geboren, bis sie neu erwachen.

Das Buch

Den ersten Teil der Reihe „Kristallblau“ habe ich sehr gerne gelesen, es hatte mich auch zu einigen Gedanken inspiriert, der zweite Teil „Amethysviolett“ war schwächer. Dieser dritte Teil war von Anfang bis Ende wieder magisch und spannend. Fairies leben in der Welt der Menschen, ihr Schicksal ist inspiriert vom Märchen „Dornröschen“. Wenn sich der Fluch erfüllt geht die Welt unter und die Fairies beginnen auf einer neuen Welt von vorne, ein endloser Kreislauf des Schicksals.

Sophie war zu Beginn des ersten Bandes noch ein unwissendes menschliches Mädchen, die sich für die Welt der Fairies entschieden hat. Seit dem zweiten Band weiß sie, wer sie wirklich ist und welche Aufgabe sie zu erfüllen hat, um den Fluch Tanians aufzuhalten oder sogar zu brechen.

Doch da die Welt nicht schwarz-weiß, sondern bunt ist, ist es Stefanie Diem gelungen eine vielschichtige Geschichte zu schreiben, die dem Thema Kampf des Guten gegen das Böse in diesem Sinne gerecht wird.

Es geht um Liebe gegen Schicksal. Genau wie im ersten Band kommt es auch im dritten Teil zu einem dramatischen Showdown, der gespannt auf den vierten warten lässt, der für November 2017 angekündigt ist.


Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks erhalten.

Fairies  Diamantweiß
Stefanie Diem
Impress, Carlsen
ISBN: 978-3-646-60323-1

Zwei Seelen in einer Brust – Fairies Amethystviolett

Haben wir es nicht manchmal schwer genug mit einer Persönlichkeit in uns. Oft genug weiß der Mensch doch nicht, was er wirklich will, versteht die eigenen Gefühle nicht, hat zu viele davon gleichzeitig oder gar diese Selbstzweifel, die einen manchmal überkommen.

Doch was wäre, wenn wir es jetzt nicht nur mit uns selbst zu tun hätten, sondern auch noch mit einer zweiten Seele?

Was wäre, wenn in dir die Seele einer Fairy erweckt würde, ein Wesen mit einer ganz eigenen Persönlichkeit, du aber auch noch da wärst?

Irgendwie müsstet ihr euch miteinander arrangieren, eins werden oder eine Persönlichkeit aufgeben.

Fairies Kristallblau

Den ersten Teil der Fairies-Reihe von Stefanie Diem habe ich regelrecht verschlungen, so spannend war die Geschichte. Es endete dramatisch und ich war überhaupt nicht einverstanden, dass das Buch an dieser Stelle endete. Meine Empfehlung im Januar lautete: Warte, bis der nächste Teil erschienen ist. JETZT ist es so weit, auch wenn die Reihe noch nicht abgeschlossen ist, kann ich euch guten Gewissens empfehlen, beide Bücher zu lesen.

Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, sollte auf jeden Fall den ersten vorher lesen!

Fairies Amethystviolett - Stefanie Diem

Fairies Amethystviolett – Stefanie Diem

Fairies Amethystviolett

Nach den dramatischen Ereignissen an Samhein kehrt nach und nach der Alltag auf der MS Fairytail ein, auch wenn noch um einige Vermisste oder auch bekannte Opfer getrauert wird. Die ersten Kapitel waren für mich vergleichsweise schwach geschrieben. Zwischen Samhain und Beltane liegen drei Monate, die überbrückt werden müssen, einen Übergang zwischen dem Angriff an Samhain hin zur Zeremonie an Beltane.

Ab dem Tag der Zeremonie setzt der vertraute Zauber von Stefanie Diem ein. Für Sophie steht die Erweckung bevor. Als welche Fairy wird sie wieder erwachen? Die große Frage wird endlich gelüftet und Stefanie Diem macht es besonders spannend!

Die anschließenden Ereignisse überschlagen sich dramatisch und es bleibt spannend bis zur letzten Seite.

Es ist unglaublich gut umgesetzt, wie Sophie sich darum bemüht sie selbst zu sein, während sie sich damit auseinander setzen muss in einem fremden Körper erwacht zu sein, den sie sich mit einer Fairy-Seele teilt. Wird eine der beiden die Oberhand behalten oder werden sie sich miteinander arrangieren?

„Ich bin zur Hälfte Sophie – und ich muss lernen, damit zu leben“, hörte ich mich zu meiner eigenen Verblüffung seufzend sagen.

Zwischenzeitlich wirkt Sophie sogar ein wenig oberflächlich, so ganz anders, als die Sophie im ersten Teil. Manchmal ist es eben einfacher, alle Sorgen und Gefühle zu vergraben und sich auf banale Dinge zu konzentrieren, auch wenn es die Tatsache ist, dass aus dem dicken Menschenmädchen Erika eine zierlich schlanke Fairy wurde:

Mit gebannten Augen beobachtete ich, wie sich der Fleischberg über die Reihen der Frisch-Gezeichneten nach vorne arbeitete.

Ganz schön fies oder? Es gibt ein paar kleine Stellen, an denen sich bei mir der Gedanke einschleicht, dass es für Sophie manchmal einfacher ist, oberflächlich zu bleiben und alles andere zu verdrängen.

Wäre nicht alles bereits kompliziert genug, sind da auch noch zwei Männer, für jedes Seelenherz einer. Doch es schlägt nur ein einziges Herz in diesem Körper, ein dramatisches Dilemma …

Das Ende ist dieses Mal übrigens erträglicher. Es bleiben noch immer viele Fragen ungeklärt, aber es gibt trotzdem einen guten Abschluss und dieser ist nicht so unerträglich, wie nach dem ersten Teil.

Leserunde

Wie auch beim ersten Band habe ich an der Leserunde auf Lovelybooks teilgenommen. Diesmal habe ich das Buch sogar darüber gewonnen, was mich unheimlich gefreut hat. Es ist schön, sich offen mit anderen austauschen zu können. Die Beiträge zu den einzelnen Leseabschnitten sind eingeklappt, so dass niemand gespoilert wird, der noch nicht so weit ist.


Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen.

Fairies  Amethystviolett
Stefanie Diem
Impress, Carlsen
ISBN: 978-3-646-60322-4

Entscheidest du dich für die Welt der Fairies?

Eine Frage steht am Anfang des Romans „Fairies-Kristallblau“ von Stefanie Diem:

Entscheidest du dich für die Welt der Fairies?

Die Frage ist an Sophie gerichtet, aber irgendwie auch an den Leser, denn hast du dich für dieses Buch entschieden, bist auch Teil der Welt der Fairies und es gibt kein Entkommen. Einmal an Board der MS Fairytale und du steigst nicht mehr aus!

Leider erscheint das zweite Buch erst im April, also entscheide klug, ob du schon bereit bist einzusteigen.

Vielleicht wartest du noch oder lebst dein Leben einfach weiter?

Fairies - Kristallblau - Stefanie Diem

Fairies – Kristallblau – Stefanie Diem

Das Buch

Der Klappentext ist sehr bescheiden und verrät nur wenig über dieses tolle Buch.

Aber genauso ergeht es auch Sophie, als sie vor der größten Entscheidung ihres Lebens steht.

Doch was sie tatsächlich erwartet, ahnt weder der Leser noch Sophie.

Sophie ist 18 Jahre alt, mit der Schule fertig und verbringt mit ihren Freundinnen eine Partywoche in Spanien. Auf einer Party begegnet sie dem faszinierenden Taylor:

Ich wurde ganz nervös. Konnte er wirklich mich meinen? Mich? Unsicher und etwas steif wanderte mein Blick links und rechts neben mich, aber da war niemand.

Taylor erkennt etwas in ihr: Sie ist eine Fairy!

„Hm, was wir sind? Viele bezeichnen uns als Hexen, als Feen, Elfen; wieder andere nennen uns Magier, Zauberer, manche behaupten sogar, wir seien Götter.“ Sie machte eine kleine Pause und sah mich ernst an. „Wieder andere bezeichnen uns als Teufel, Dämonen, Ausgeburten der Hölle, weil wir so anders sind. Kurzum wir sind das Übernatürliche, all das, was keiner versteht. Schön, stark, mächtig und doch auch gefährlich.“

Sie lächelte. „Wir selbst jedoch haben uns für einen weit moderneren Ausdruck entschieden, wir nennen uns die Fairies.“

Sie darf frei entscheiden, ob sie eine Fairy sein möchte. Ein Leben als Fairy würde Schönheit, Stärke, Magie und für sie besonders bedeutsam Gesundheit bedeuten. Der Preis ist allerdings hoch. Sie muss ihr altes Leben komplett hinter sich lassen. Stattdessen wird sie ihre Ausbildung an der Akademie verbringen, an Board der MS Fairytale.

Ja, sie darf wirklich frei entscheiden und das finde ich großartig.

Was danach passiert, kann und will ich euch nicht verraten. Es geht aber um viel mehr, als darum ein schönes magisches Wesen zu werden.

Märchen

Magst du die klassischen Märchen mit Prinzessinnen und Feen? In Fairies bekommen sie eine völlig neue Geschichte, einen anderen Hintergrund, eine neue Bestimmung, ein neues Schiksal. Insbesondere Dornröschen und die 13 Feen spielen eine besondere Rolle in dem Buch.

Im Rahmen der Leserunde auf Lovelybooks hatte ich Gelegenheit Stefanie Diem nach ihrem eigenen Lieblingsmärchen zu fragen. Außerdem wollte ich gerne wissen, als welche Fairy sie selbst gerne wäre. Ihre Antwort:

KleinerKomet, du hast mich gefragt, welches mein Lieblingsmärchen ist – ganz klar „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und – wie könnte es anders sein? – „Dornröschen“!!! Das kommt jetzt für viele nicht überraschend, nicht wahr? *lach* Hm, als welche Fairy ich wiedererwachen wollen würde, schwierig… Eigentlich bin ich mit meinem jetzigen Leben ganz zufrieden. Wenn ich es recht überdenke, ich wüsste nicht einmal, ob ich mich überhaupt für ein Leben als Fairy entscheiden würde. Aber wenn dann wäre ich mit Sicherheit gerne ein der Urfairies! ich würde gerne meinen Teil dazu beitragen, die Fähigkeiten meines Volkes an nächste Generationen weiterzugeben.

Leserunde auf Lovelybooks

Möchtest du mehr darüber wissen, wie mir die einzelnen Leseabschnitte gefallen haben, dann schau mal in meine Kommentare zur Leserunde auf Lovelybooks. Ich habe das Buch dort nicht gewonnen, erst nach Lesestart überhaupt die Runde entdeckt, aber trotzdem einfach mitgemacht.

Aber Vorsicht – Spoilerwarnung! Deswegen füge ich meine Kommentare auch nicht direkt in den Artikel ein.

Anfang – Kapitel 3

Kapitel 4-6

Kapitel 7-9

Kapitel 10 – Ende

Fazit

Dieses Buch ist so viel mehr, als der Klappentext verrät.

Das Buch zeigt Tiefe, die man ihm nicht ansieht. Insbesondere die Umsetzung eines sehr aktuellen Themas in einem solch magischen Buch hat mich tief beeindruckt.

Es ist magisch, spannend, dramatisch, romantisch, geheimnisvoll und grausam am Ende, wenn es dich mit den vielen offenen Fragen alleine zurück lässt.

Es ist zudem unglaublich liebevoll und stimmungsvoll geschrieben. Ich hoffe die Zitate spiegeln ein wenig davon wieder.

Wenn du die moderne Umsetzung von klassischen Märchen liebst und/oder Urban-Fantasy, dann wird dir dieses Buch ganz bestimmt gefallen.

Also frage ich dich noch einmal:

Entscheidest du dich für die Welt der Fairies?


Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen-Verlag zur Verfügung gestellt.
Fairies – Kristallblau
Stefanie Diem
Impress
403 Seiten
ISBN: 9783646603118
erschienen am 04.01.2017