FutureCamp18 – Jugend digital

FutureCamp18 - Begrüßung

FutureCamp18 – Begrüßung  v.l: Peter Bröxkes (Amt für Kinder, Jugend und Familie, Stadt Bonn), Johannes Schlarb (Deutsche Telekom Stiftung), Aziza El-Gindi (Bonn Digital) und Sascha Foerster (Bonn Digital)

Ich liebe BarCamps. Das FutureCamp ist ein BarCamp und doch anders. Es ist ein BarCamp für Jugendliche. Dort wird nicht über sie geredet, sondern mit ihnen und vor allem wird ihnen ein Rahmen gegeben, sich selbst zu digitalen Themen auszutauschen. Nur wenige Erwachsene hatten Zutritt und ich hatte das große Glück dabei sein zu dürfen! Das FutureCamp18 fand am 22. September 2018 im Haus der Jugend Bonn statt, initiiert von der Telekom Stiftung und der Stadt Bonn, veranstaltet von Bonn Digital.

Format BarCamp für Jugendliche

Es war bereits das zweite Jugend-BarCamp in Bonn und garantiert nicht das letzte! Zielgruppe waren Jugendliche aus Bonn und Umgebung zwischen 12 und 21 Jahren.

Lernt Digital-Profis kennen, übt Programmieren und probiert Virtual Reality aus. Mit euch gemeinsam gestalten wir das Programm! (Veranstaltungsseite)

Wie es sich für ein BarCamp gehört, gestalten die Teilnehmer das Programm! Jeder kann ein Thema vorschlagen, eine vorbereitete Session halten, oder eine Frage stellen, die gemeinsam diskutiert wird. Eine Besonderheit des FutureCamps war, dass sich bereits im Vorfeld ein paar Erwachsene gefunden haben, die etwas anbieten würden. Doch auch wir mussten unsere Ideen bei der Session-Planung vorstellen und das Interesse abfragen!

Aufregend war für viele sicher die Vorstellungsrunde. Ich weiß, wie sehr es manche Erwachsene stresst, kurz aufstehen zu müssen, den eigenen Namen und drei Hashtasgs zu nennen. Die Jugendlichen haben das großartig gemacht und es war spannend. Erwachsene nennen meist ihre berufliche Ausrichtung, Projekte, Themen mit denen sie zum BarCamp gekommen sind. Die Jugendlichen nennen ihre Interessen und Hobbys.

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Ich bin ein kleiner Komet und du?

So lautete das Thema meiner Session. Es ging um das eigene „Ich im Netz“, ein offenes Diskussionsangebot, ohne belehren zu wollen. Ein wichtiges Thema, aber deutlich weniger attraktiv als Gaming, VR-Technik, Programmieren, 3D-Druck oder beliebte YouTuber persönlich treffen und von ihnen zu lernen. Das waren einige der anderen „erwachsenen“ Angebote.

Bereits im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich das Thema interessant darstellen könnte. Tja und dann stand ich da und niemand meldete sich, als das Interesse abgefragt wurde. Macht nichts, ich bekam trotzdem einen Raum und es wurde eine sehr kleine, aber schöne Gesprächsrunde. Und das bei elf parallelen Angeboten!

Im Vorfeld hatte ich mir einige Fragen und Impulse überlegt, über die wir diskutieren könnten, je nach Interessen und Erfahrungen der Teilnehmer. Die konnte ich auch gut gebrauchen. Laptop hatte ich ebenfalls dabei, um die Möglichkeit zu haben, verschiedene Profile im Netz anzusehen.

Die tatsächlich stattgefundene Session möchte ich nicht im Detail berichten, dafür war es zu persönlich. Meine Idee werde ich weiter entwickeln.

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Storytelling mit Lucas

Ein nicht so beliebtes Angebot zu haben, hatte einen Vorteil, ich konnte mehr vom FutureCamp miterleben. So startete ich den Tag mit Lucas. Er ist 15 Jahre alt und macht geniale Fotos. Schaut euch mal sein Instagram-Profil an. Konzerte besucht er übrigens schon sehr lange und gerne mit seinem Vater. Künstler und Magazine engagieren ihn bereits.

Lucas hat ein gutes Auge und ein Gespür für szenische Darstellung. Geschichten mit Bildern erzählen war sein Angebot. Er war gut vorbereitet, gab eine knappe theoretische Einführung und zeigte einige Bildbeispiele.

Dann hatte er eine interessante Aufgabe für uns: Wir sollten eine Geschichte erzählen, in ca. 10 Bildern, dabei mit einem Objekt beginnen und durch freie Assoziation weitere Motive finden …

Es hat Spaß gemacht und gab mir die Gelegenheit einige Eindrücke aus den anderen Sessions zu sammeln. Mein Ergebnis:

 

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Ein Kranich entdeckt das #futurecamp18 . #Storytelling mit @lucas_photoblog – danke dir für die #Inspiration . #Fotografie #coding #3ddruck #Freundschaft #Assoziation

Ein Beitrag geteilt von Stephanie Bloggerin (@kleiner_komet) am

Danke für den Input und die Inspiration!

Pizzaschlacht

Um 13 Uhr gab es im großen Saal Pizza und Salate.

Ich liebe Pizza!

Pizza und viele gute Gespräche, das war fantastisch!

Bild 7 von Sascha auf Instagram

 

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#Futurecamp18. Mehr als ein Hashtag…

Ein Beitrag geteilt von Sascha Foerster (@sascha_foerster) am

Youtube

Julian „Julez“ Weissbach ist YouTuber, war beteiligt an den erfolgreichen Formaten Ponk und Snoozze. Inzwischen gibt er Workshops, berät YouTuber und Unternehmen. Unter anderem hat er mit Bianca (Bibis Beauty Palace) zusammen gearbeitet.

FutureCamp18 Julez

Julez und Sascha bei den Vorbereitungen zur YouTube Session

Sein Workshop war eine gute Mischung aus seiner eigenen Geschichte, Beispielen und guten Tipps für alle, die selbst Videos machen möchten. Es ist verdammt viel Arbeit!! 14 bis 18 Stunden für ein 3-Minuten Video. Dreh plus Schneiden! Viel zu beachten gibt es ebenfalls, insbesondere, wenn Menschen im Video zu sehen sind. DSGVO hat das nicht einfacher gemacht. Dabei reicht es nicht hin und wieder mal ein Video zu machen und es hochzuladen, wenn man so weit ist. Regelmäßiger Content, idealerweise 1 bis 2 Videos pro Woche zu festen Zeiten (gilt auch fürs Bloggen)!

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Ein Erfolgsrezept ist die Zusammenarbeit mit bereits bekannten Personen, was natürlich nicht jedem möglich ist! Im ersten Video von Ponk trat Roberto Blanco auf, kannte übrigens von den Jugendlichen keiner. Roberto hatte eine starke Reichweite, als er 2012 das Video teilte und so bekam es sehr schnell sehr viele Klicks.

YouTube

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Ein wichtiger Rat an alle, die überlegen auf YouTube zu starten kam von Leeroy Matata (YouTube), der ebenfalls zwei Sessions zum Thema YouTube angeboten hat:

Wenn du Angst vor Hatern oder Mobbing hast, lass die Finger von YouTube. (frei zitiert aus seiner InstaStory, Instagram-Profil).

Der Rat stand über einem Bild mit Beispielen, die er regelmäßig zu lesen bekommt. Leeroy ist sitzt im Rollstuhl und ist schwarz, zwei Angriffspunkte – dämlich, aber manche Menschen ticken leider so. Sie wollen ihn gar nicht näher kennen lernen, das Urteil fällt mit dem ersten Blick. Leeroy ist ein netter Kerl, sehr offen und herzlich. Wir haben uns auf dem BarCamp Bonn bereits kennen gelernt.

FutureCamp18 Leeroy Matata

Leeroy Matata

Erfolg auf YouTube hat seine Schattenseiten, mit denen muss man umgehen können. Dies gelingt am besten, wenn man ein gutes Umfeld hat aus dem man viel Bestätigung bekommt und sich dann solche Kommentare nicht zu Herzen nehmen braucht.

Fazit

Es war für mich eine sehr inspirierende und tolle Veranstaltung! Voneinander zu lernen finde ich sehr wertvoll, insbesondere wenn dabei weder Alter, noch Herkunft oder Erfolg eine Rolle spielen. BarCamps bieten die Chance einander auf Augenhöhe zu begegnen. Ich hatte ein paar sehr schöne Begegnungen! Ich bin jederzeit wieder gerne dabei, fände eine Veranstaltung für Erwachsene mit Jugendlichen Referenten ebenfalls toll. Sascha fragte am Ende, wie es für die Jugendlichen gewesen wäre, wenn die Eltern dabei wären – schwierig.

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Das nächste Event ist für den 8.12. im Bonner Norden im Jugendzentrum „Uns Huus“ in Kooperation mit dem Haus Mondial, Caritasverband Bonn e.V. geplant. Schaut einfach auf: https://FutureCamp.digital und seid wieder dabei! #FutureCamp18 (Facebook)

Aziza und Sascha von Bonn Digital beenden das FutureCamp18 im Haus der Jugend

Aziza und Sascha von Bonn Digital beenden das FutureCamp18 im Haus der Jugend

Warum Leichte Sprache wichtig, aber verdammt schwierig ist

Über das Thema leichte Sprache bin ich bereits zwei Mal gestolpert

Über Twitter ist mir die Kommafee begegnet, die sich dort Bonner Clara nennt, aber eigentlich Nicole heißt.

Von ihr stammt das wunderbare Projekt „Bonn für Alle“!

Beim ersten Mal lasen sich die Texte für mich recht lustig, aber sie bringen die Dinge verständlich auf den Punkt.

Meine zweite Begegnung mit der leichten Sprache hatte ich nach dem ersten Bonner Litcamp.

In gemütlicher Runde saßen wir mit Martin Georgi und seinem Bücherkoffer beisammen …

Darin verbargen sich Bücher in leichter Sprache. Im Anschluss hatte ich interessante Ideen für dieses Blog, einiges kam dazwischen, aber nach dem Seminar zur leichten Sprache möchte ich die Ideen unbedingt Anfang 2018 umsetzen. Hoffentlich klappt es!

Ein Seminar zum Thema „Leichte Sprache“

Das zweitägige Seminar war ein wunderbares Angebot von Initiative Torus e.V. für die Ehrenamtlichen und Mitglieder des Vereins, aber zum Glück auch für weitere Interessierte und Freunde, eben Menschen wie mich.

Herzlichen Dank euch für die Einladung und die wunderbare Erfahrung!

Referentin war Christina Gummersbach-Lubczyk von der Agentur für leichte Sprache der Lebenshilfe Bonn.

Wer braucht überhaupt leichte Sprache?

Die Ergebnisse der Leo-Grundbildungsstudie von 2011 zeigten ein erschreckendes Ergebnis: Etwa 7,5 Millionen deutsch sprechende Erwachsene gelten als funktionale Analphabeten. Ihr Deutsch in Wort und Schrift ist so schlecht, dass sie im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind.

Die Idee der leichten Sprache ist es, den Zugang zur Sprache leichter und Inhalte verständlicher zu machen.

Sie richtet sich daher an Menschen

  • mit Lernschwierigkeiten
  • die nicht gut Lesen können
  • die nicht gut Deutsch sprechen können
  • mit Demenz

 (Liste übernommen aus dem Seminar) 

Dabei kann die leichte Sprache auch eine Übergangssprache sein.

Personen mit Migrationshintergrund bietet die leichte Sprache einen einfachen Einstieg, die Möglichkeit schneller mehr zu verstehen. Nach und nach kann die Komplexität der deutschen Sprache dann noch erfasst werden. Doch gerade am Anfang stehen zahlreiche komplexe Behördengänge an, die selbst Menschen mit guten Sprachkenntnissen manchmal zum Verzweifeln bringen.

Und was genau ist leichte Sprache?

Leichte Sprache ist ein RECHT und KEINE Babysprache! (z.B. BGG §11)

Recht ist auch ein komplexes Thema, gerade für Menschen mit Behinderungen – schöner die Formulierung, die ich bei der Initiative Torus lernen durfte: Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Die Lebenshilfe stellt rechtliche Informationen in leichter Sprache für diese Menschen zur Verfügung.

Es gibt klare Regeln für die leichte Sprache. Diese wurde von Menschen mit besonderen Bedürfnissen entwickelt und an diese sollte man sich halten, wenn man in leichter Sprache kommunizieren möchte. Hier stelle ich nur einige der Regeln vor.

Die wichtigste Regel lautet: Nur einfache Wörter verwenden! 

Kommunizieren ist übrigens ein schwieriges Wort, leichter wäre sprechen oder lesen je nach Kontext zu verwenden.

Muss doch ein schwieriges Wort benutzt werden, kann dieses Fett gedruckt und entweder direkt im Text oder in einem beiliegenden Wörterbuch erklärt werden.

Keine Abkürzungen und keine Anglizismen!

Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen, z.B. ist WC verständlich und leichter als Toilette. Handy ist auch ein verständlicher und alltäglicher Begriff, ein Anglizismus, der verrückterweise nur bei uns in Deutschland verwendet wird.

Eine Faustregel, die ich mir gut merken konnte: Ein Satz hat maximal 12 Wörter, die jeweils maximal 12 Buchstaben haben.

Der Text selbst muss frei von sprachlichen Bildern oder Redewendungen sein, eine klare Struktur haben und sich auf das wesentliche beschränken.

Auch die Gestaltung des Textes ist wichtig: z.B. klare Schrift in mind. Schriftgröße 14 und sinnvolle Zeilentrennung bei mind. 1,5 fachem Zeilenabstand.

Unterstützt wird die leichte Sprache häufig mit Symbolen und Bildern, die dabei helfen sollen den Text leichter zu verstehen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die leichte Sprache ist die Prüfgruppe. Ein Text gilt erst dann als Text in leichter Sprache, wenn er von einer Prüfgruppe, bestehend aus der Zielgruppe, geprüft und vor allem verstanden wurde. Auch das Wörterbuch muss natürlich mit geprüft werden.

Fehlt dieser letzte Schritt mit der Prüfgruppe, darf ein Text aber als Text in einfacher Sprache bezeichnet werden.

Leichte Sprache = schwierige Sprache

Die Sache mit dem Vereinfachen ist trotz hilfreicher Regeln gar nicht so einfach.

Was sind denn schwierige Worte? Manche Worte, die für uns selbstverständlich erscheinen sind schwierig, vor allem die, die extrem lang sind. Andere, die schwierig erscheinen, sind dagegen so alltäglich, dass sie ruhig in der leichten Sprache verwendet werden dürfen.

Wir haben uns in kleinen Gruppen durch zahlreiche Übungen gekämpft. Dabei hatte uns Referentin Christina reale und aktuelle Texte aus dem Netz mitgebracht.

An diesem Text der Stadt Bonn sind wir tatsächlich selbst verzweifelt und haben den Inhalt heftig diskutiert. Wie soll das dann ein Flüchtling mit kaum vorhandenen Deutschkenntnissen verstehen, für den diese Information bestimmt ist?

Wir hatten dennoch auf unsere ganz eigene Weise, sehr viel Spaß mit der Übersetzung.

Zum Abschluss durften wir uns an eine ganz spezielle Übersetzung wagen, einen Text aus dem Postillon!

Diese Übung zeigte eben auch die Grenzen der leichten Sprache auf. Es soll schließlich eindeutig ohne Bilder kommuniziert werden. Wie lässt sich da Ironie übersetzen? Eine Idee war die ernste Grundlage des Textes aufzugreifen und um zu setzen. Die zweite Idee, auf die beide Gruppen unabhängig voneinander gekommen waren, an den Anfang des Textes eine Erklärung zu setzen und dann tatsächlich zu versuchen, die Ironie in leichter Sprache wieder zu geben.

Mein Fazit

Das Seminar selbst hat mich noch einmal ganz besonders für das Thema sensibilisiert.

Mir ist bewusst geworden, dass es viele Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die Schwierigkeiten im sprachlichen Verständnis haben, geschrieben oder gesprochen. Diesen Menschen können wir entgegen kommen und eine einfacher Kommunikation anbieten.

Ich finde es großartig zu lernen, dass genau das möglich ist.

Es sollten mehr Menschen wissen, dass es das gibt. Vor allem auch, dass Ämter und Behörden Informationen in leichter Sprache bereit stellen müssen.

Empfehlung

Beschäftige dich mal mit dem Thema, es lohnt sich. Als amüsante Anregung findet ihr hier unseren satirischen Abschlusstext, mit freundlicher Genehmigung meiner Arbeitsgruppe.

Schau vielleicht mal bei einem der folgenden Links vorbei:

Agentur für leichte Sprache

Lebenshilfe Bonn

Nachrichten in leichter Sprache

Bonn für Alle

Verlag Spaß am Lesen