Meine Woche KW4 in 2022

Spaziergang am Rhein

Das Besondere an dieser Woche war, dass jeder Tag anders war. Daher durchbreche ich das gewohnte Muster mal und nehme euch chronologisch mit durch meine Woche. Das hätte ich wunderbar als Tagebuch schreiben können, schreibe aber erst jetzt am Wochenende rückblickend.

Montag – mein kreativer Produktivtag

Keine Termine, nur ich und meine abwechslungsreiche ToDo-Liste. Ich habe begonnen den ersten Teil von Projekt Elfenprinzessin zu überarbeiten. Dabei habe ich nochmal Kleinigkeiten nachrecherchiert, die ich einfach nur als Kommentar am Rand geparkt hatte. Die Geschichte ist nicht ganz einfach, berührt sensible Themen und ich hinterfrage mich kritisch, wie die Geschichte nach außen wirken kann. Ich hoffe, dass ich einen guten Weg für mich finde.

Auch an den Geschichten für SuiseiNoBeratung habe ich weiter gearbeitet. Ich mag sie alle vier sehr gerne. Kennt ihr Lena und Pedro schon? Nächste Woche dürft ihr Sandra kennenlernen. Jeden Mittwoch gibt es hier eine neue Geschichte.

Neben zahlreichen weiteren Aufgaben, war ich auch Spazieren, was zwar echt kalt war, aber gut getan hat. Die Kälte habe ich lustigerweise erst Zuhause so richtig gespürt, in Bewegung war mir warm.

Dienstag – kreatives Meeting und Social Media

Nach einer Lehrveranstaltung fand mein wöchentliches Meeting mit der Doppel(t)spitze statt. Sven und ich sind in die Tiefen von Instagram eingestiegen. So intensiv habe ich mich noch nie mit der Suche nach passenden Hashtags beschäftigt.

Es gibt für SuiseiNo-Beratung nun einen eigenen Instagram-Account, für den es sogar einen Plan gibt 😉 So ganz werde ich mir meine Spontanität aber auch nicht nehmen lassen. Folgt mir gerne, um keine Episode der Kometenreise zu verpassen, oder um euch mit mir zu psychologischen Themen auszutauschen. Ich bin selbst gespannt, was dort entsteht.

Mittwoch Lehre und Beratung

Es war ein krasser Kontrast zu Montag. Ich war drei mal online, zwei Lehrveranstaltungen und ein Beratungstermin. Deswegen habe ich mir gezielt keine weiteren Aufgaben auf diesen Tag gelegt, mit Ausnahme der Überarbeitung vom Projekt Elfenprinzessin. Zwischen den Lehrveranstaltungen war ich spazieren, um den Kopf frei zu bekommen.

In der Lehre hat mich diese Woche fasziniert, wie ich drei mal dieselbe Veranstaltung anbieten kann und es zu drei sehr unterschiedlichen Veranstaltungen kommt. Ich liebe den Austausch mit den Studierenden und lerne selbst jedes Mal etwas für mich.

Über die Beratung verrate ich euch natürlich nichts. Nur so viel: Es hat mir unfassbar viel Spaß gemacht und ich freue mich auf meine nächsten Klient*innen bei SuiseiNo-Beratung.

Donnerstag – Im LVR-Museum

Ein Storytelling Projekt für ein Museum zu entwickeln, ist ein wundervolles Abenteuer. Am Donnerstag haben wir uns im Museum getroffen, die Ausstellung besucht und das Projekt vor Ort geplant. Es war wertvoll und hat sich gelohnt. Die Ausstellung „Roms fließende Grenzen“ im LVR-Museum kann ich euch sehr empfehlen. Sie befasst sich mit dem Alltagsleben am Rhein in unserer Region, sowohl auf römischer, als auch auf germanischer Seite.

Wenn ihr hingeht, geht früh am Tag, dann ist es schön leer. Am späteren Nachmittag wurde es deutlich voller. Ich habe viele Fotos gemacht und erntete irritierte Blicke, die zu fragen schienen, ob ich mir die Ausstellung auch ansehen würde. Oh ja, das hatte ich, in aller Ruhe vorher. Einige Bilder brauchen wir zur Orientierung für die Planung.

Ausstellung "Roms fließende Grenzen" im LVR Museum Bonn
Ausstellung „Roms fließende Grenzen“ im LVR Museum Bonn

Freitag – Supervision in Luxemburg

Mal eben von Bonn nach Luxemburg als Tagesreise – mit dem Zug leider nicht möglich. Zum Glück konnte ich mit einer Fahrgemeinschaft von Köln aus fahren. Leider gab es keine Möglichkeit, die Stadt zu sehen, was für mich bei den gerade extremen Inzidenzen auch keine gute Idee gewesen wäre.

Der Tag hat sich dennoch rundum gelohnt. Für so einen inspirierenden Supervisions-Termin, nehme ich gerne eine lange Fahrt in Kauf, vor allem, wenn auch diese von wunderbaren Gesprächen geprägt ist.

Ein kleines Abenteuer hatten wir dann noch, als wir etwas vergessen hatten und am Straßenrand hielten. Wir standen zu zweit beim Auto, als ein Mann in Uniform uns bat, hier besser nicht zu halten. Wir entschuldigten uns, versprachen sofort weg zu fahren. Dann erzählte er uns eine Geschichte. Wir stünden in der gefährlichsten Straße Luxemburgs, hier sollte man besser nicht kampieren. Erst gestern sei jemand erstochen worden, man könne noch das Blut auf dem Gehweg sehen. Er deutete in die Richtung hinter uns, wo sich in einem alten und heruntergekommenen Gebäude ein erotisches Etablissement befand. Später erzählte ich die Geschichte der Kollegin, die uns eingeladen hatte. Sie lachte herzlich und meinte, er habe uns als Touristen erkannt. Schließlich standen wir ja auch neben einem Auto mit deutschem Kennzeichen. Er hat echt gut erzählt.

Samstag – Innovation Culture Camp

Nach dem wundervollen KreativDigitalCamp letzte Woche, hatte es das i2c echt schwer. Es hat sich gelohnt dabei zu sein. Sehr cool, war der musikalische Abschluss am Ende von LIN. Kurz und knapp schildere ich euch, welche Sessions ich besucht habe und teile die Links zu den Twitter-Threads, meine persönlichen Mitschriften.

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1. Session Business Buddy

Daniel habe ich letzte Woche auf dem KreativDigitalCamp kennen gelernt, jetzt war ich in seiner Session. Die Idee des Business Buddy finde ich spannend.

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2. Session Easy Posten

Strukturen können helfen einen guten Social Media Post zu machen. Ich mag es ja sehr, spontan zu twittern.

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3. Session Future Thinking

Mega coole Session mit Tobias Reitz, interessanter Input und es hat viel Spaß gemacht, das Future Wheel auszuprobieren.

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4. Session VisualThinking

Ich bin über meinen Schatten gesprungen, nachdem ich mich dem Thema lange verwehrt habe. Mit den Wimmelbildern kann ich nichts anfangen, auch wenn ich sie künstlerisch wertvoll finde. Außerdem denke ich, dass ich nicht zeichnen kann. Einfach mal machen ist aber auch meine Haltung 😉 Ich fühle mich inspiriert, jetzt mag ich mehr ausprobieren.

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5. Session Wissenskultur mit Tanja

Inhaltlich toller Input, aus der Diskussion war ich dann raus. Die Folien haben mich so inspiriert, mich jetzt wirklich mal mit Skechtnotes zu beschäftigen und zu lernen.

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Meine persönliche Inspiration

Lange habe ich mich gegen Skechtnotes gewehrt, nehme viele als Wimmelbilder wahr, in denen ich nichts finde. Hinzukommt meine Überzeugung nicht Zeichnen zu können. Tanjas Folien waren so wunderschön gestaltet. Mit Struktur und klaren Icons holt auch mich Visualisierung sehr gut ab. Anschauliche Folien sind mir selbst sehr wichtig. Ich habe den Eindruck mit Skechtnotes lassen sich Wort und Bild noch enger verknüpfen.

Jetzt habe ich Lust darauf anzufangen und auszuprobieren. Es gibt einen 12-wöchigen lernOS Leitfaden.

Und Sonntag?

Ein Tag zum Entspannen und Abschalten!

In diesem Sinne, habt ein schönes Wochendene!

Meine Woche KW22 in 2021

Schmaler Pfad durch die Felder, gesäumt von Bäumen

Die erste volle Schulwoche, Beginn der neuen Lehre und ein langes Wochenende. Vorfreude auf den gemeinsamen Storytelling Workshop und ein kleines Abenteuer mit meiner Mama. Es war eine abwechslungsreiche Woche.

Schule

Es war die erste Schulwoche mit vollen Schulklassen. Es war anstrengend, für die Kinder, die Lehrenden und auch für mich. Ich finde es richtig und wichtig, dass die Kinder sich testen lassen, aber die Testsituation mit der vollständigen Klasse kostet unheimlich viel Zeit und ist herausfordernd für alle.

Meiner persönlichen Meinung nach, war es zu früh für diesen Schritt. Jetzt bleibt zu hoffen, dass es gut geht und möglichst alle gesund bleiben. Für die Kinder und auch die Lehrenden wünsche ich mir Kontinuität und die Chance in ein neues Normal zu finden. Die Hoffnung, dass Schule sich aus der Pandemie heraus weiter entwickelt ist groß, die Befürchtung, dass alles „wie gewohnt“ weiter laufen wird auch.

Autorinnenleben

Hier habe ich mir eine Pause gegönnt. Die Woche war anstrengend genug. Weiter gehen wird es dann mit dem Lektorat von KometsZeitreiseProjekt. Ganz schön aufregend! Ich bin gespannt auf die Anmerkungen von Sabrina Schuh und freue mich auf ihre Kritik und Anregungen, die Geschichte besser zu machen.

Lehre

Ein neuer Monat, ein neuer Lehrauftrag. Nachdem mein erster Kurs an der IU so gut lief, war ich nervös. Diesmal war es ein anderes Thema. Würden sich die Studierenden wieder begeistern lassen? Würde es mir gelingen, das vermeintlich trockene Thema „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ interessant zu gestalten? Würde überhaupt jemand kommen, schließlich ist die Teilnahme am Seminar freiwillig?

Ich kam dann zu dem Schluss, dass eine geringe Teilnahme im ersten Termin nicht unbedingt etwas mit mir zu tun haben würde, eine geringe Teilnahme am zweiten dann schon. Tja, das hat geholfen, gelassener in den ersten Termin zu gehen, für nächste Woche ist es dann weniger hilfreich. Meinem Empfinden nach, war es ein gutes Seminar, wir sind in einen guten Austausch gekommen.

Einziger ärgerlicher Punkt: Mentimeter hat nicht richtig funktioniert und mir die Ergebnisse nicht in der Präsentation angezeigt. Eine Erklärung konnte ich dafür bisher leider nicht finden. Zum Glück sind die Daten wenigstens aufgezeichnet worden, nur bei einer WordCloud hat es gar nicht funktioniert, diese Frage konnte ich zum Abschluss noch einmal wiederholen. Falls jemand hierzu eine Idee hat, bin ich für Tipps dankbar, bisher hatte ich mit dem Tool keine Probleme.

Selbstständigkeit und freie Tage

Donnerstag war Feiertag, Freitag war schulfrei. Ein langes Wochenende mit einer langen ToDo Liste. Daran freiberufliche Aufgaben nicht auf einen Feiertag zu legen, muss ich wirklich noch arbeiten. Dafür ist mir am Freitag eine schöne Einteilung gelungen. Nach einem morgendlichen Meeting mit Astrid und Mélina bin ich zu meiner Mama gefahren und wir haben uns einen schönen Nachmittag gemacht. Na gut, irgendwie haben wir dann auch gearbeitet. Sie schreibt an einer neuen Blogreihe, die am 17. Juni starten wird …

Storytelling

Gute Vorbereitung bei einem Workshop ist wichtig. Wir werden unseren ersten gemeinsamen Workshop zu dritt geben und das will gut vorbereitet sein. Wer übernimmt was und wie sieht der genaue Zeitplan aus? Das steht jetzt und es kann bald losgehen. Es wird großartig, da bin ich mir sicher und ich freue mich wahnsinnig darauf! Seit Wochen planen Mélina und Astrid vom StoryAtelier und ich an unserem gemeinsamen Konzept und endlich geht es los!

Die Suche nach einem See

Gestern war es ziemlich warm, aber das Wetter war besser als erwartet, schließlich waren Gewitter angekündigt, und so konnten meine Mama und ich wie geplant in unser kleines Abenteuer starten. Wir wollte den Mondorfer See suchen. Ein Blick auf Google Maps zeigt, dass es sich nicht um eine kleine Wasserpfütze handelt, sondern einen schönen großen Baggersee, mitten zwischen den Feldern gelegen. Sollte doch leicht zu finden sein, oder?

Feld mit Bäumen im Hintergrund

Feldwege sind tückisch, nicht alle sind eingezeichnet, dafür aber wunderschön zum spazieren. Die Felder waren sehr abwechslungsreich mit blühendem Wegesrand, Kamille, Mohn und andere Pflanzen, die ich nicht benennen kann. Es wehte immer mal ein leichter Wind und es war wirklich schöne Luft, nicht so schwül und stickig. Auch wenn ich geschwitzt habe, hat es gut getan.

Aber wo war dieser Mondorfer See?

Bevor wir losgelaufen sind, hatten wir uns die Karte angesehen und einen Plan gemacht. Ja, am Sportplatz sind wir vorbei gelaufen, allerdings haben wir ihn nicht gesehen, denn er war nicht nur eingezäunt, sondern auch umgeben von Bäumen und Gebüsch, also kein wirklich geeigneter Orientierungspunkt. An einer Stelle sind wir falsch abgebogen, was uns aber zu einem schöneren Übergang über die Hauptstraße geführt hat, nämlich eine Brücke. Auf dem Rückweg mussten wir dann ohne Ampel rüber, was überraschenderweise leichter war, als ich angenommen hatte.

Mondorfer See lässt sich hinter dem Zaun erahnen
Mondorfer See lässt sich hinter dem Zaun erahnen

Tja, dann kamen wir an einen Weg, der theoretisch am See entlang hätte führen sollen. Rechts von uns ein Zaun, statt eines Sees. Bisher gab es nur Wege und Pflanzen, keine Zäune. Was sollte dieser Zaun jetzt hier? Man konnte nicht erkennen, was dahinter war, denn es war dicht bepflanzt, Bäume und Sträucher. Dann eine Lücke. Da schimmerte es hell. War das der See?

Ein Blick auf das Smartphone verriet, wir waren richtig. Dort lag der See, hinter dem Zaun. Merkwürdig. Wir gingen weiter, keine Chance, alles eingezäunt. Wir kamen an eine hübsche kleine Kapelle, die nah am See liegen sollte. Sie befand sich auf unserer Seite des Zaunes … Der See dahinter, wirklich schade.

Pohl´s Kapellchen
Pohl´s Kapellchen am Mondorfer See

Es war ein schöner Spaziergang, mit schönen Wegen, der noch schöner hätte sein können mit einem Blick auf das Wasser.

Zurück bei meiner Mama haben wir dann noch einmal recherchiert. Der Baggersee hat sogar zwei Sandstände, leider ist er tatsächlich vollständig eingezäunt und die Diskussion ihn als Freizeit- und Badesee zu nutzen dauert seit Jahren an. Ich frage mich, ob bei einem so großen See nicht beides möglich sein könnte. Artenschutz und Erholungsraum für Menschen.

Habt ein schönes Wochenende!

Sonntagsgeschichte Kapitel 44 – Zweisamkeit

Das erste Kapitel findest du hier, du kannst auch von Kapitel zu Kapitel blättern.

letztes Kapitel

Sonntagsgeschichte, Blogroman

Irgendwie war es Josephine und Sven gelungen in dieser Nacht noch ein paar Stunden zu schlafen. Es war bereits Nachmittag, als sie zu zweit einen kleinen Spaziergang durch den Park der Aquilaburg machten. Dabei mieden sie die Terrasse, das Labyrinth und die Steinfiguren. Stattdessen gingen sie vorbei an Rosensträuchern, Trauerweiden und einem Seerosenteich. Alles war liebevoll gepflegt, nicht verwildert. Hand in Hand schlenderten sie schweigend die Wege entlang. Zu viel war in dieser Nacht bereits gesprochen worden, ebenso am späten Vormittag. In der Burg liefen nun die letzten Vorbereitungen für die große Geburtstagsparty am Abend. Großtante und Großvater waren damit beschäftigt weitere Gäste zu begrüßen. Es blieb keine Zeit mehr für Gespräche des Geheimclub Anderswelt und darüber war Sven froh. Sie kamen an ein kleines Tor und Sven wollte es bereits öffnen. Doch Josephine hielt ihn zurück. Sie blickte in den strahlend blauen Himmel, nichts zu sehen. In den Bäumen jenseits der Mauer entdeckte sie ihn. Dort wartete der Schwarm Krähen. Sie deutete mit dem Finger auf die Bäume. Sven entdeckte die Vögel, verstand aber noch nicht. „Hast du Angst vor Vögeln?“, fragte er naiv. Sie schüttelte den Kopf. „Diese Vögel sind uns auf der Fahrt hierher gefolgt, bis wir durch das Burgtor gefahren sind. Seitdem warten sie dort draußen. Offenbar können sie nicht auf das Gelände der Burg.“

Sven lachte: „Sieht Opa Henry ähnlich einen Schutzzauber über seine geliebte Burg zu legen.“ Er schüttelte ungläubig den Kopf und wollte erneut das Tor öffnen. „Du bist genial, das wird es sein!“, freute sich Josephine. „Du meinst das ernst mit den Krähen?“, fragte Sven. Er wollte unbedingt diesen vollkommen normalen Spaziergang mit seiner Freundin genießen. „Es tut mir leid, aber ja, ich meine es ernst. Die Krähen scheinen genau wie der Fuchsteufel hinter uns her zu sein. Allerdings habe ich sie bisher in Bonn noch nicht gesehen. Erst auf dem Weg hierher. Vielleicht haben sie gar nichts mit mir zu tun …“

„Ok“, Sven nahm die Hand vom Tor. „Bleiben wir eben hier im Park. Ist ja nicht so, als wäre das hier ein kleiner Garten. Wenn ich Recht habe, wovon du überzeugt zu sein scheinst, sind wir hier drinnen sicher. Die einzige Gefahr hier droht uns von meiner Verwandtschaft.“ Erneut nahm er ihre Hand und führte sie weg von der Burgmauer. „Bist du schon einmal auf einen Baum geklettert?“, fragte er nach einer Weile. Sie schüttelte den Kopf. Als Kind hatte sie es einmal versucht, gemeinsam mit einer Freundin. In all ihren Büchern kletterten Kinder auf Bäume, das gehörte dazu. Es war ihnen nicht gelungen. Später saßen sie bei Kim mit ihrer Familie zusammen beim Essen und erzählten von ihrem Abenteuer. Kims großer Bruder hatte sie ausgelacht, dann gefragt auf welchen Baum sie denn hatten klettern wollten. Nachdem sie ihm beschrieben hatten, wo sie gewesen waren, hatte er nur noch mehr gelacht und erklärt, dieser Baum sei überhaupt nicht dazu geeignet. Eine bessere Empfehlung hatte sie von ihm nicht bekommen und daher das Thema auf Bäume klettern abgehakt.

„Na, du schaffst das schon“, grinste Sven, blieb vor einem sehr alten Baum mit einem dicken Stamm stehen. Josephine vermutete, dass sie ihn kaum umarmen konnte. Sven hielt ihr seine Hände zur Räuberleiter hin. „Damit kommst du besser an den ersten Ast.“ Sie versuchte es und freute sich, als es klappte. Sven schwang sich ebenfalls hoch und gemeinsam kletterten sie ein Stück den Baum hinauf, bis zu einer breiten Astgabel auf der sie bequem beide Platz fanden.

„Hier habe ich früher oft mit Jenny gesessen, manchmal auch zu dritt mit Lukas.“ Josephine kuschelte sich an ihn, genoss diesen Moment zu zweit. „Was läuft da eigentlich zwischen Lukas und Jenny.“ Sven musste lachen. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass die zwei miteinander flirten, oder? Zum einen sind wir miteinander aufgewachsen, zum anderen“, er konnte vor Lachen kaum weiter reden. „Du hast es wirklich nicht bemerkt oder? Entschuldige, wenn man Lukas schon so lange kennt, wie ich, ist es einfach eine verrückte Vorstellung, dass jemand denken könnte, er würde mit Jenny flirten. Wahrscheinlicher wäre, dass er mit mir flirtet, aber nein, er weiß, dass das keinen Sinn macht.“ Josephine überlegte, erinnerte sich, wie Lukas sie selbst angelächelt hatte und sie ein wenig das Gefühl hatte, er würde mit ihr flirten. „Er ist einfach charmant“, erklärte Sven ihr, nach einem Blick in ihr überraschtes Gesicht, „und ein echt netter Kerl. An dir interessiert bin nur ich und das ist auch gut so!“ Dann zog er sie enger an sich und küsste sie leidenschaftlich. Es gab nur noch einen Plan: So lange mit Josephine hier oben allein zu bleiben, wie möglich, weit weg von der Anderswelt, seiner Familie und all dem ganzen Chaos.

***

Nächstes Kapitel

Sonntagsgeschichte Kapitel 21 – Spaziergang am Rhein

Dies ist das 21. Kapitel des Blogromans.

Das erste Kapitel findest du hier, du kannst auch von Kapitel zu Kapitel blättern.

letztes Kapitel

Hand in Hand spazierten sie am Rhein entlang. Es war nicht viel los an diesem trüben Nachmittag, das Wetter war trocken, aber windig. Josephine und Sven störte das nicht. Sie genossen schweigend ihren Spaziergang. Es war erst drei Tage her, dass sie mit ihren Freunden zusammen in der Lasertag-Arena gewesen waren. Es war gerade erst gewesen, dass Sven Josephine einfach am Ende des Spiels geküsst hatte. Dennoch fühlte es sich so vertraut und selbstverständlich an, Hand in Hand am Ufer des Rheins entlang zu spazieren.

Sie gehörten zusammen, das spürte Josephine und es fühlte sich großartig an.

Sanft schob Sven sie zum Gitter, lehnte sie dagegen und schlang seine Arme um sie. Josephine schob ihre Hände in die hinteren Hosentaschen seiner Jeans und schloss die Augen. Sie küssten sich und die Welt um sie herum verschwand. Es gab nur noch Sven und Josephine, niemand störte sie. Alles um sie herum war ruhig, nur der Rhein plätscherte vor sich hin. Keine Menschen, keine Schiffe nur ein verliebtes Paar und ein Kuss.

Josephine blinzelte, erkannte, dass die Luft um sie herum flirrte. Svens Augen waren fest geschlossen, er ahnte nichts von seinem Übertritt zwischen den Welten. Auch für ihn gab es nur Josephine, alles um ihn herum war vergessen. So war es auch besser, dachte Josephine und drückte Sven noch etwas enger an sich. Während sie die Augen schloss, bemerkte sie wie sie zurück kehrten, auch das war gut so.

Mit einem Schmerzensschrei beendete Sven den Kuss. Etwas hatte ihn in die Wade gebissen. Josephine erkannte, was es gewesen war, der Fuchsteufel hockte hinter Sven und sah sie fordernd an: „Bist du nun bereit, mir die Schuppe zu überlassen?“

Das fuchsartige Wesen, dass so gerade noch als merkwürdiger Hund durchgehen konnte, hatte Josephine bereits einmal gebissen. Sie erinnerte sich an die Schmerzen, das fremdartige Gift, dass ihren Körper angegriffen hatte. Lametta hatte sie geheilt, würde sie das auch für Sven tun? Was würde er sagen, wenn eine Schmetterlingsfee sich auf sein Bein setzte. Josephine wurde nervös, sie musste sich um Svens Verletzung kümmern und den Fuchsteufel los werden.

„Nein“, sagte sie und starrte dem Fuchsteufel in die Augen. Dieser grinste, jaulte auf und war kurz darauf umgeben von fünf weiteren Hunden. Josephine hatte nicht vor, heraus zu finden, ob es sich wirklich um gewöhnliche Hunde handelte.

Sie packte Sven am Arm. „Wir müssen hier weg“, sagte sie bestimmend und führte ihren verwirrten Freund vom Rhein weg. Sven wirkte völlig durcheinander, seine Augen waren glasig und schmerzverzerrt. Das Gift des Fuchsteufels schien bereits zu wirken, stärker als bei ihr damals, anders. Das Gehen fiel ihm schwer. Sie selbst war damals noch gerannt, bis Basti sie gefunden hatte. Basti, ihr bester Freund, ob er sie wohl retten könnte? Josephine griff mit der freien Hand nach ihrem Handy, rief Basti an. Gleichzeitig mühte sie sich Sven zu stützen und weiter zu bewegen. Sie sah sich suchend um, es war zu wenig los. Wo waren die ganzen Menschen? In einer Menschenmenge wären sie sicher, aber es gab keine.

Die Hunde umkreisten das Paar, griffen aber nicht an. „Gib mir die Schuppe und ich sorge dafür, dass es deinem Liebsten wieder besser geht“, säuselte der Fuchsteufel. Josephine weigerte sich, sie wusste, dass er die Drachenschuppe niemals bekommen durfte. Basti ging nicht an sein Handy. Sie fluchte, steckte das Gerät wieder weg und grübelte fieberhaft. Die Hunde umkreisten sie immer schneller und enger, es wurde immer schwieriger weiter zu gehen, Sven an ihrem Arm wurde zunehmend schwerer und langsamer. „Setzen“, flüsterte er. Doch das durften sie nicht. Sie mussten weg, dachte Josephine verzweifelt, fort von diesem Fuchsteufel und seinen Gefährten.

Sanft strich Josephine über Svens Wange. „Wir schaffen das“, versuchte sie zuversichtlich zu klingen. Es gelang ihr nicht. Sie spürte Wärme an ihrer Hand, ihr Ring glühte und da wusste sie endlich, was sie zu tun hatte.

Erneut küsste sie Sven, leidenschaftlich, als wäre es ihr letzter Kuss …

***

nächstes Kapitel

Herbstspaziergang II 2017

Bloggen hilft

Wenn du etwas gerne tun möchtest, es dir aber schwer fällt, mach ne Blogreihe daraus.

Das war meine Lektion heute.

Letzte Woche habe ich mit meiner Reihe „Herbstspaziergänge“ begonnen. Es gab positive Resonanz auf diese Idee und genau das hat mir dabei geholfen, heute erneut spazieren zu gehen. Es war die Motivation neue Bilder für euch zu machen.

Letztendlich war es aber einfach eine schöne kleine Auszeit für mich.

Ergo Bloggen hilft!

Abschalten

Wieder war ich ungefähr 45 Minuten unterwegs. Dabei habe ich mich bewusst umgeschaut und damit war mein Kopf ausreichend beschäftigt. Ich habe über keine Probleme oder Pläne nachgedacht und das hat mir einfach gut getan!

Eindrücke

Das Wetter war nicht so sonnig wie letzte Woche, aber es war trocken und nicht kalt.

Ganz langsam weicht das grün herbstlichen Farben.

Oktober ist Kürbiszeit …

… und Blumen blühen immer noch.

Egal bei welchem Wette, egal welche Stimmung wir haben. Das Wasser fließt den Rhein hinab …

… der Uferweg füllt sich langsam mit Blättern …

… doch Kreuzfahrtschiffe fahren noch.

Rot ist auch eine wunderbare Herbstfarbe.

Wenn die Sonne nicht scheint, ist es eine günstige Gelegenheit eine Nordfassade zu fotografieren. Somit reiche ich ein vollständiges Foto des Fassadenbildes am magischsten aller Ämter nach.

Auch hier hat sich noch nicht viel verändert, ein wenig mehr Laub liegt auf dem Weg.

Mal sehen, wie es beim nächsten Mal aussehen wird …