Adventskalender 2017 – Kapitel 18

Der Adventskalender 2017 ist eine zusammenhängende Geschichte. Falls du mal ein Türchen verpasst, kannst du von Kapitel zu Kapitel blättern.

Viel Freude mit der Geschichte und eine schöne Adventszeit!

Hier geht es zum Anfang der Geschichte und hier zum vorherigen Kapitel.

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Bens Vater war nervös. Jeden Abend sah er die Nachrichten, gemütlich vom Sofa aus. Seine Frau nahm ihn beruhigend in die Arme. „Wir schaffen das, für Ben, für Sven und seine Familie, für all die anderen verschwundenen Familien.“

Er nickte. Sie hatte Recht, gemeinsam würden sie es schaffen. „Es wird Zeit“, rief eine gestresste Stimme.

Hand in Hand betraten Bens Eltern das Fernsehstudio. Es war viel unspektakulärer als Bens Vater es sich vorgestellt hatte. Seine Nervosität legte sich langsam. Er tat dies für seinen Sohn, für Ben, für seinen Freund und dessen Familie.

Die Moderatorin hatte irgendetwas zur Anmoderation gesagt und sah ihn nun erwartungsvoll an. Seine Frau drückte kräftig und aufmunternd seine Hand.

„Es sind die Spiele“, sagte er. „Die Spiele lassen die Menschen verschwinden. Ich weiß nicht wohin, aber dort, wo die Familien verschwinden bleiben die Spiele zurück und zwar ohne die Brillen. Mein bester Freund und seine Familie sind verschwunden, zurück blieb das Spiel.“

Jetzt war seine Frau dran: „Wir haben herum telefoniert, mit anderen gesprochen, die Freunde und Verwandte vermissen. Es zeigt sich überall das gleiche Bild: Zurückgeblieben ist das Spiel ohne Brillen.“

Die Moderatorin nickte und ergriff selbst das Wort. „Wir haben eigene Nachforschungen angestellt. So verrückt es klingt, das Spiel scheint eine zentrale Rolle in diesem Fall zu spielen. Es gibt inzwischen eine offizielle Warnung von Polizei und Behörden: SPIELEN SIE NICHT DAS SPIEL. Sie können das Spiel an allen bekannten Verkaufsstellen zurück bringen und erhalten Ihr Geld zurück! Die Spiele werden sicher verwahrt, untersucht und vernichtet.“

Sie schwieg, während auf dem Monitor ein kurzer Info-Clip über das Spiel gezeigt wurde. Auf ein Zeichen hin verließen Bens Eltern das Studio. Draußen umarmten sie sich fest. Sie hatten alles getan, jetzt blieb ihnen nur noch eins: Die Sorge um Ben und ihre Freunde.

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(c) Stephanie K. Braun

Morgen geht es weiter.

Adventskalender 2017 – Kapitel 16

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„Ich bin wieder zu Hause“, rief Bens Mutter bei Betreten des Hauses. Sie bekam keine Antwort.

Im Wohnzimmer saß Bens Vater vor dem Fernseher. Sie begrüßen sich. Noch immer kam keine Reaktion von Ben, der seine Mutter normalerweise begrüßen kommt. Schließlich ging sie nach oben zu seinem Zimmer, vielleicht war er ja eingeschlafen oder hatte sie einfach nicht gehört?

Doch als sie sein Zimmer betrat, bekam sie einen Schreck: Ben war nicht da. Auch in den anderen Räumen fand sie keine Spur von ihm. Seine Jacke und Schuhe fehlten im Flur.

„Wo ist Ben“, schrie sie ihren Mann an, der noch immer fern sah.

„In seinem Zimmer“, antwortete er, was seine Frau nur noch mehr aufregte. Sie schaltete den Fernseher aus und stellte sich drohend vor ihn.

“ BEN IST NICHT HIER. DU BIST HIER. WO STECKT DER JUNGE? WARUM WEIßT DU NICHTS?“

Eine Weile schwieg der Vater, versuchte zu begreifen, was geschehen war. Während er zu Hause gewesen war, war sein Sohn verschwunden. In der Zwischenzeit versuchte die Mutter Ben über das Handy zu erreichen, doch vergeblich.

„Sven ist verschwunden, viele Leute sind verschwunden“, sprach der Vater endlich. „Wir müssen ihn suchen.“

Während sie aufbrachen, berichtete der Vater, was er in den letzten Tagen im Fernsehen verfolgt hatte. Immer mehr Menschen wurden vermisst, meistens ganze Familien. Es gab keine Anhaltspunkte, wo sie sein könnten.

„Was ist mit diesem Spiel“, fragte die Mutter. Sie standen im Wohnzimmer von Svens Familie. Bens Mutter hatte einen Schlüssel, weil sie häufig die Katze versorgte, wenn die Familie nicht da war. Es war noch immer alles unverändert, seit Bens letztem Besuch hier. Das Spiel stand auf dem Tisch, das Haus war verlassen. Die Katze maunzte kläglich. Bens Mutter nahm sich die Zeit, sie zu füttern.

„Wo stecken sie nur“, murmelte sie.

„Die Brillen fehlen“, verkündete Bens Vater, der sich das Spiel genauer angesehen hatte.

„Wer würde denn mitten im Spiel mit diesen albernen Brillen das Haus verlassen?“

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(c) Stephanie K. Braun

Morgen geht es weiter.

Sonntagsgeschichte Kapitel 18 – Zukunftssorgen

Zum Beginn der Sonntagsgeschichte geht es hier.

letztes Kapitel

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Der Sommer verging. Der endgültige Abschied von der Schule mit all den Feierlichkeiten ging vorbei. Ein Sommer voller Treffen mit Freunden, Freunden, die Pläne für die Zukunft hatten, eine Ausbildung beginnen, studieren oder ins Ausland gehen. Nur Joesphine hatte keinen Plan, was für sie soweit in Ordnung gewesen wäre, wenn ihre Eltern nicht immer wieder nerven würden, sie solle sich langsam entscheiden.

Sie wusste es einfach nicht, sie wusste nur eins, sie liebte die Treffen mit Johanna, die sie regelmäßig zu Hause besuchte. Auch auf dem Drachenfels war sie erneut gewesen. Lametta, der Lilling leistete ihr jeden Abend Gesellschaft und erzählte märchenhafte Geschichten aus der Anderswelt. Auch dem Fuchsteufel war sie begegnet, doch er jagte ihr inzwischen weniger Angst ein, sie wusste inzwischen, wie sie sich vor ihm schützen konnte.

Es hätte alles so wunderbar sein können, wenn sie sich auf ihre Aufgabe hätte konzentrieren dürfen. Sie und Johanna waren die Verbindung zwischen den Welten und sie beide würden dafür sorgen, dass diese nicht abriss. Wie, das wussten sie noch nicht, aber Josephine spürte, dass sie gemeinsam stark sein würden.

Ihre Eltern hätten das nicht verstanden, wie auch. Doch verstand Josephine auch ihre Eltern?

Wenn sie ehrlich war, ja. Ihr war klar, dass sie einen Beruf brauchte, Geld verdienen und ihren Platz in der Welt finden musste. Das Problem war, sie war genau dabei, ihren Platz in der Welt zu finden, zwischen den Welten. Doch mit dieser wichtigen und geheimen Aufgabe konnte sie kein Geld verdienen, sich kein Essen, keine Kleidung kaufen und schon gar keine Wohnung mieten. Ja, das alles verstand Josephine, aber sie wusste keine Lösung.

Sollte sie sich an der Uni einschreiben? Halbherzig für etwas, dass sie nicht wirklich interessierte? Sie konnte sich vorstellen, zu studieren. Sie liebte es zu lesen, liebte es neues zu entdecken, aber es musste das richtige sein.  Es musste sie wirklich interessieren, begeistern, dann würde ihr das Lernen auch leicht fallen. Doch beim besten Willen konnte sie sich gerade nicht vorstellen, was das sein könnte.

Lametta flatterte auf Josephines Hand. „Du siehst traurig aus“, stellte sie fest.

„Ja“, seufzte das Mädchen, das verträumt am Fenster ihres Zimmers stand und in die Dunkelheit hinaus starrte. „Es gab mal wieder Streit mit meinen Eltern.  Es sei Anfang September. Ich hätte die Bewerbungsfristen der Universitäten verstreichen lassen, die Einschreibefristen liefen jetzt auch ab. Selbst für Restplätze sei es langsam zu spät. Ich fühle mich unter Druck gesetzt, eingeengt. Ich möchte frei sein, wollte reisen und die Welt sehen, wollte Zeit haben, meinen Weg zu finden.“

Beruhigend strich Lametta mit ihren Schmetterlingsflügeln über Josephines Hand.

„Ich bin ja froh, dass ich hier geblieben bin. Bin froh, dass ich dich und Johanna gefunden habe. Ich liebe all eure Geschichten, aber wie soll es mit mir in dieser Realität weiter gehen? Sag es keinem, aber langsam habe ich selbst Angst.“

„Du wirst deinen Weg finden. Du bist ein kluges Mädchen.“ Ihr Abitur war mit einem Durchschnitt von 2,3 wirklich nicht schlecht gewesen, sie hätte nicht alles studieren können, aber Anwältin oder Ärztin wollte sie eh nicht werden.

Nur was dann?

„Du brauchst eine reale Aufgabe, die sollten wir doch für dich finden, meinst du nicht? Du bist nicht nur klug, sondern auch kreativ.“

Es klang so einfach, was Lametta sagte, doch wo sollte sie anfangen zu suchen? Sie hatte keine Ahnung. Im Buchladen hätte sie gerne gejobbt, aber da gab es leider aktuell keine Möglichkeit. Sie liebte Bücher, so wie alle Geschichten.

„Und du erzählst gerne welche, nicht wahr?“ Ja, das erzählen von Geschichten liebte Josephine. Sie liebte Märchen und alte Sagen.

„Dann mach das doch.“ Lametta strahlte sie an.

„Ich soll Geschichten erzählen?“ Das war ein Thema, das Johanna ihr auch immer nahegelegt hatte. Die Geschichten durften nicht sterben! Manchmal erzählte Josephine im Kindergarten um die Ecke Geschichten. Angefangen hatte sie damit, als ihre zehn Jahre jüngere Schwester dort war. An schulfreien Tagen ging sie gerne mit in ihren alten Kindergarten und die Kinder liebten es sich im Kreis um sie herum zu setzen und ihrer Stimme zu lauschen. Sie war lange nicht mehr dort gewesen, hatte keine Zeit gehabt, weil sie für das Abitur hatte lernen müssen. Warum hatte sie nicht viel früher daran gedacht? Sie war zu sehr damit beschäftigt eine Lösung für die Zukunft zu finden. Was wäre, wenn sie sich die Zeit nehmen würde, ein Jahr, wie sie es immer vor hatte. Zeit für sich, die Kinder und Geschichten.

„Ja, Lametta. Du hast Recht. Ich könnte nicht nur in den Kindergarten gehen, auch ins Krankenhaus, vielleicht auch ins Altenheim. Es gibt viele Menschen, die vielleicht gerne Märchen und Sagen hören würden. Das könnte ein Weg sein, vielleicht sogar einer, der meinen Eltern gefällt.“

„Vielleicht sogar einer, der dir und Johanna weiter hilft“, flüsterte Lametta und erhob sich in die Luft. Ihre Flügel glitzerten im hereinfallenden Mondlicht. „Schlaf darüber, dann sehen wir morgen weiter.“

„Ein Jahr voller Märchen und Geschichten“, seufzte Josephine verträumt, dann lauschte sie Lamettas Gesang und begab sich ins Traumland.

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Nächstes Kapitel


Kennt ihr diese quälenden Fragen des Lebens? „Was will ich werden?“ An diesem Punkt steht jeder von uns doch mindestens einmal in seinem Leben.

Wie hast du deinen Weg gefunden?

Was glaubst du, wäre für Josephine ein guter Weg?

Einladung zum Tanz auf dem #SozialCamp

Tanzen/ Netzwerken, das war doch genau die richtige Session für mich, um in den zweiten Tag des SozialCamp zu starten.

Auf dem Parkett für uns: eine Dame und zwei Herren (verlinke euch die Twitter-Accounts):

Hannes startete gleich mit einer lockeren Aufforderung, die weit über die Session selbst hinaus geht:

Lasst uns eine Hammer-Time im Netz haben auf den Tanzflächen der Plattformen.

Szene

Das besondere an einer Szene ist, dass die Menschen, die dazu gehören ihre eigenen Symbole haben, ihre eigene Kommunikation. Wer dazu gehört, versteht, was gemeint ist. Wer von draußen zuschaut, dem entgehen Kleinigkeiten bzw. versteht im Extremfall gar nicht, um was es geht.

Jedes Soziale Medium ist eine Szene, in der sich wiederum kleine Szenen bewegen. Diese gilt es zu verstehen und für sich zu nutzen.

(Ich weiß nicht mehr, ob das die Intention des Themas war, aber die Gedanken passen für mich hier hin. Der Haken, wenn man einen Bericht zwei Wochen später verfasst.)

Kommunikation

Banal aber richtig ist die Aussage von Benedikt:

Man kommt leicht in Kontakt, wenn man ihn nicht funktionalisiert.

Die entscheidende Motivation ist: mit interessanten Menschen kommunizieren zu wollen, anstatt „um zu“ Netzwerken. Wie oft habt ihr schon den Rat gehört: Du musst mal mit dem reden, um weiter zu kommen oder um dieses oder jenes zu erreichen.

Sei stattdessen offen, lerne interessante Menschen kennen und DANN ergeben sich tolle Gelegenheiten. Genau mein Ansatz!

Lieblingsnetzwerk Twitter

Eine gute Plattform für Vernetzungen ist Twitter. Es ist leichter ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen, als auf Facebook, dem Netzwerk des gegenseitigen Befreundens, anstatt einfach zu folgen. Auch auf Facebook ändert sich einiges, aber es wird dadurch sehr komplex.

Sabine hat bereits 2016 über die Möglichkeiten auf Twitter geschrieben.

Sorgen und Wege ins Netz

Viele begegnen sozialen Medien immer noch mit Angst und Sorge, insbesondere diese im beruflichen Kontext einzusetzen.

Der Tanz wurde eröffnet, die Diskussion begann. Einige Gedanken, die wir gesammelt haben:

  • Sorgen und Hemmungen der Mitarbeiter müssen von Seiten der Organisation genommen werden,
  • Kommunikation in Sozialen Netzwerken muss nicht nur erlaubt, sondern auch gewollt sein!
  • Braucht es Risikofreude, um in sozialen Netzwerken zu kommunizieren ?
  • Entscheidende Frage ist WARUM?! – Twitter (o.a.) muss Sinn machen.
  • Soziale Medien sind keine Frage des Alters!! Viele junge Menschen meiden die Netzwerke, wohingegen viele Menschen über 50 aktiv und erfolgreich mit dabei sind. (Die Marmeladenoma ist noch älter, hat zwar einen Enkel zur Unterstützung, aber es ist ihre Präsenz und Bereitschaft.)
  • Fehlerkultur! Kommunikation! Fehler besprechbar machen. Kann ein Tweet wirklich ein komplettes Unternehmen ruinieren? – Ja, ein Tweet kann ein Unternehmen in die Bedrouille bringen. Daher ist die interne Kommunikation und Zielsetzung sehr wichtig! (z.B. Social Media Richtlinien aufstellen)

Guter Rat von Sabine:

Mal was ausprobieren!

Fang doch erst einmal privat an zu twittern, über Themen in denen du sicher bist.

Fazit

Am Ende der Tanzrunde stand eine Liste mit Hinderungsgründen, die zugleich eine To-Do-Liste darstellt.

… und ein Gruppenselfie …

Ja, ich habe mich versteckt und das obige Bild getwittert …

Jeder tanzt auf seine Weise und in diesem Sinne geht der Tanz im Netz weiter.

Sei dabei, wenn du magst 😉