4 Lesechallenges „50 Bücher in 5 Jahren“ – 3 Jahre sind um

50 Bücher in 5 Jahren war der Plan. Jede von uns hat eine ganz persönliche Liste erstellt. Inzwischen sind tatsächlich schon drei der fünf vorgesehenen Jahre vergangen. Unglaublich!

Werfen wir einen Blick auf den aktuellen Stand. Die Hälfte der Bücher sollte theoretisch gelesen sein, schließlich ist bereits mehr als die Hälfte der Zeit vergangen. Ob wir die kompletten Listen innerhalb der nächsten zwei Jahre schaffen?

Inspiriert hatte uns Stephanie Müller, daher werfen wir doch auch einen Blick auf ihre Liste. Ihre Deadline endet bereits am 5. Februar 2021.

Ob es dieses Jahr angemessen ist eine Gewinnerin zu küren? Ich weiß ja nicht. Drachenreiterin und Weissewolke haben je sechs Bücher gelesen, während ich drei und Kathi zwei Bücher von der Liste gelesen haben.

Drachenreiterins Rückblick

Sechs Bücher habe ich dieses Jahr geschafft. Damit habe ich zum ersten Mal nicht das mir vorgenommene Etappenziel erreicht. Trotzdem habe ich wie geplant nach drei Jahren genau 30 Bücher geschafft. Für nächstes Jahr bin ich zumindest motivierter mehr zu lesen.

Ich kann nicht genau sagen, ob mein Highlight dieses Jahr „Die Geheime Drachenschule“ von Emily Skye oder die „Wings of Fire“ – Reihe von Tui T. Sutherland ist.

WeisseWolkes Rückblick

In diesem dritten Jahr habe ich sechs Bücher geschafft und es waren einige Überraschungen dabei. Ein Buch (Hundert Jahre Einsamkeit) auf das ich mich sehr gefreut hatte, hat mir so gar nicht gefallen, dafür war ich von Goethes Faust positiv überrascht. Auch Hermann Hesse „Unterm Rad“ und die Deutschstunde von Siegfried Lenz habe ich mit Freude gelesen, habe es endlich geschafft „Le petit Prince“ in der Originalsprache zu lesen. Und ganz zum Schluss habe ich mich von meinen Eltern zum Thema Klassiker beraten lassen und die haben mir aus ihrem gut gefüllten Bücherschrank: „Und ewig singen die Wälder ausgesucht“, ein Buch, dass meine Mutter so gerne noch einmal lesen würde. Da sie aber fast blind ist, hat sie sich sehr gefreut, dass wir das für sie in der Blindenhörbibliothek https://www.wbh-online.de (die wir sehr empfehlen können!) gefunden haben.

Für das kommende Jahr stehen schon in Warteschleife: „Amerika“ von Franz Kafka, ein Buch von Jean-Paul Sartre, „Mobi Dick“ und für die Kategorie Biographie Bücher über Sophie Scholl und/oder Mata Hari.

Kleiner Komets Rückblick

Nachdem ich im ersten Jahr drei Bücher der Liste gelesen und im zweiten gar keines, darf ich im dritten wieder Fortschritte vermelden: drei neue Bücher. Jane Eyre las ich im Januar 2019 und gleich darauf 1984, welches bereits als Wanderbuch unterwegs ist. Zufällig hörte ich „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells als Hörbuch und entdeckte später, dass es auch auf der Liste steht. Ein Artikel hierzu folgt noch.

Im Fünf-Jahres-Plan bin ich nach wie vor zu langsam. Zum aktuellen Zeitpunkt hänge ich mit dem Bloggen über einige Themen hinterher, auch meine Beiträge über die gelesenen Klassiker sind noch nicht online. Es gibt immerhin Entwürfe zu den Leseeindrücken.

Vom Anspruch alle 50 in den nächsten beiden Jahren abzuschließen werde ich wohl Abstand nehmen müssen, aber lesen will ich sie auf jeden Fall!null

Kathis Rückblick

Ich wusste, dass ich in diesem Challengejahr nicht viele Debütromane gelesen habe, aber dass es so wenige waren hat mich doch ein wenig entsetzt. Ganze zwei Bücher habe ich geschafft und das, obwohl ich mir so eine schöne Liste gemacht habe. Gelesen habe ich nur leider nichts davon. Insgesamt bin ich somit bei 23 Büchern, was etwas wenig ist. Wenigstens die 25 Bücher hätte ich gerne geschafft. Allerdings lese ich gerade an zwei Debütromanen … Sind zwar geschummelte 25 Bücher, aber so fühle ich mich besser.

Wenn ich sagen müsste, was mein Highligt in diesem Challengejahr war, dann ist das ganz klar „Magic Academy“ von Rachel E. Carter. Das Buch hat mich von vorne bis hinten begeistert und es macht mich traurig, dass ich noch nicht dazu gekommen bin Band zwei und drei zu lesen, obwohl beide bei mir zuhause stehen.

Meine Motivation fürs nächste Challengejahr besteht aus 50 Prozent „Ich will das unbedingt schaffen“ und 50 „Eigentlich will ich gerade lieber was anderes lesen“. Aktuell bin ich an einem Punkt, an dem ich mich frage, wie ich das schaffen soll, aber ich sehe das mal optimistisch. Ich halte auch weiterhin die Augen offen nach neuen Debütromanen, da mir nach wie vor neun Bücher auf meiner Liste fehlen. Ich hoffe einfach das nächste Challengejahr wird besser.

Übersicht der Challenges

Meine 50 Klassiker  – Kleiner Komet

Weitere 50 Klassiker – von Weissewolke

50 Debütromane von Kathi

50 Drachenbücher von Drachenreiterin

50 Kinderbücher von Kathi (gestartet am 1. Juli 2018)

19. Buch: Siegfried Lenz, Deutschstunde

Deutschstunde ~ Siegfried Lenz

Deutschstunde ~ Siegfried Lenz

Puuh, sind Temperaturen von über 30 Grad das Richtige um einen Klassiker zu lesen? Ich habe zunächst gezögert, aber ja, dieser Klassik war eine gute Wahl. Bei diesen Temperaturen mag ich persönlich mich nicht viel bewegen und das Buch hat es geschafft mich zu fesseln und mich gut über die (hoffentlich) heißesten Tage des Sommers zu bringen.

Zum Inhalt

hm, schwierig, wie fasst man diesen Roman zusammen ohne zuviel zu verraten? Vordergründig geht es um den Schüler Siggi Jepsen, der bei der Klassenarbeit in Deutsch ein leeres Heft abgegeben hat, nun als Strafarbeit den Aufsatz nachholen soll und hierfür eingesperrt wird.

Er hat aber nicht aus böser Absicht so gehandelt, sondern er konnte bei dem Thema „Die Freuden der Pflicht“ einfach keinen Anfang finden, was ihm in seiner Zelle zunächst auch schwer fällt. Aber dann füllt er Seite um Seite, kämpft darum weiterhin in seiner Zelle bleiben zu dürfen und erzählt uns Erlebnisse aus seiner Kindheit als Sohn des Polizisten in dem schleswig-holsteinischen Dorf Rugbüll, die in den Jahren um 1943 spielen.

Schon der Anfang gefällt mir

Sie haben mir eine Strafarbeit gegeben. Joswig selbst hat mich in mein festes Zimmer gebracht, hat die Gitter vor dem Fenster beklopft, den Strohsack massiert, hat sodann, unser Lieblingswärter, meinen metallenen Schrank durchforscht… Dann hat er vorwurfsvoll das Heft auf meinen Tisch gelegt, das Aufsatzheft- auf dem grauen Etikett steht: Deutsche Aufsätze von Siggi Jepsen-, ist grußlos zur Tür gegangen, enttäuscht, gekränkt in seiner Güte; denn unter den Strafen, die man uns gelegentlich zuerkennt, leidet Joswig unser Lieblingswärter, empfindlicher, auch länger und folgenreicher als wir“.

Es scheint im Moment nicht wichtig, wo Siggi sich genau befindet und warum (dies erfahren wir erst im vorletzten Kapitel), wir wissen auch nicht in welcher Zeit, sind auch irritiert, warum man wegen eines nicht geschriebenen Aufsatzes in Haft sitzt. Wir bekommen zwar einige Eindrücke, aber man merkt schnell dass das Entscheidende die Erinnerungen sind. Diese geschickten Perspektivwechsel, die gut verpackte Auseinandersetzung mit der Frage der Grenzen der Pflicht, einfach klasse.

Neben der Sichtweise des Siggi Jepsen kommt ab und an ein Psychologe hinzu, der über Siggi eine Diplomarbeit schreibt und aus seiner Sicht einiges aus dem Leben zusammenfasst und uns so quasi die sachlichen Informationen zu Siggi liefert.

Auch das offene Ende gefällt mir, denn es ist nicht wichtig wie es mit Siggi weitergeht.

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt über die Pflicht und die Entscheidung wie ernst diese zu nehmen ist, als wie unbeugsam man sie ansehen muss oder ob es doch einen persönlichen Spielraum gibt.

Aber trotz des ernsten Hintergrundes liest sich das Buch leicht, man fühlt sich einbezogen in das Geschehen und freut sich auf das jeweils nächste Kapitel.