2021 ~ ein Wendepunkt in meiner beruflichen Geschichte?

4 Bücher als Symbolbild - 2 Systemische Fachbücher, ein Handbuch für Autoren und Joseph Campbells Heldenreise

Von der ewigen Jobsuche und dem Finden meines persönlichen Weges. Ein langer Prozess, in dem ich noch mitten drin stecke und dessen Umsetzung tatsächlich nur dann gelingen kann, wenn Menschen wissen, was ich vorhabe und diesen mit mir gehen. Meine ganz persönliche berufliche Zukunfts-Geschichte, in der Geschichten eine zentrale Rolle spielen.

Befristungen und Dauersuche

Mein befristeter Vertrag lief bis zum Sommer 2020 und ich fing bereits früh im Jahr an mich umzusehen …

Eigentlich habe ich seit meinem Studienabschluss 2012 nie aufgehört zu suchen. Meine Arbeitsverträge waren immer befristet. Mein Luxusvertrag lief über drei Jahre. Damals gab es eine Pause in der Suche und ich konzentrierte mich darauf meine Dissertation zu planen und umzusetzen. Einer der Gründe, warum ich sie auf Eis legen musste, war die berufliche Veränderung. Ich finanzierte mein Forschungsprojekt selbst, das war mir nicht mehr möglich, dann zusätzlich auch zeitlich nicht mehr.

Zurück zur Suche: Über verschiedene Plattformen erhalte ich täglich Mails mit Jobvorschlägen im Bereich Psychologie. Zusätzlich hatte ich spezifische Seiten im Blick und die Augen offen gehalten für andere Stellen, die zu mir passen könnten, beispielsweise auch im Bereich Social Media Management. Die Meisten der Vorschläge erschienen mir wenig passend für mich. Psychologie ist ein weites Feld und in vielen Jobs wurden keine PsychologInnen gesucht, der Begriff tauchte irgendwo in der Beschreibung auf.

Ich suchte mal verstärkt in die eine oder andere Richtung und bekam immer wieder das Gefühl, den Job, den ich wirklich suche, gibt es nicht.

Es waren nicht wirklich viele Bewerbungen, die ich tatsächlich in den letzten Jahren geschrieben habe, glaube ich, aber jede einzelne mit Begeisterung und Herzblut. Wenn auf Bewerbungen teilweise gar keine Reaktion kam oder eine Absage nach einem Vorstellungsgespräch folgte, war es jedes Mal frustrierend.

Zweifel

Was machte ich falsch? War ich nicht gut genug? Hatte ich einfach Pech? Waren meine Bewerbungsunterlagen schlecht? Dieses Gefühl immer wieder zu versagen ist nicht schön.

Jede Absage hatte hinterher auch wieder etwas Gutes. Es gab bei allen Stellen, auf die ich mich bisher beworben habe, auch für mich Gründe zu sagen, vielleicht war es gut, dass es nicht geklappt hat.

Was ist der richtige Job für mich?

Eine Frage, die ich nie so einfach beantworten konnte, weil es Vieles gab, was ich mir vorstellen konnte. Schon länger weiß ich, dass sich meine vielfältigen Interessen unter einem Begriff einen lassen: Geschichten/ Storytelling. Intuitiv nannte ich dieses Blog mit dem Untertitel: „Meine Welt der Geschichten“ und es war niemals nur ein Buchblog.

Ich möchte …

… Geschichten erzählen, Romane schreiben, Autorin sein.

… reale Geschichten erzählen und andere inspirieren, Texte schreiben, wie hier im Blog oder kurze Social Media Storys erzählen, live von Events twittern. Gerne auch für andere.

… anderen helfen, ihre Geschichten zu erzählen, Workshops anbieten oder auch im einzeln intensiv zusammen arbeiten.

… Geschichten anderer hören, an diesen teilhaben, sie begleiten, beraten und unterstützen. Psychologie/ systemische Beratung und meine Leidenschaft für Geschichten miteinander verbinden.

Was ich in einer Anstellung suchte …

Ich wollte die Sicherheit einer Festanstellung, einen unbefristeten Job, der mir die Freiheit geben würde mich zusätzlich kreativ auszuleben, ohne ständig nach dem nächsten Job zu suchen. Ein gutes regelmäßiges Gehalt auf dem Konto. An eine sichere Rente glaubte ich nie. Aber ganz ehrlich, wie sicher kann ein Job heutzutage noch sein? Auch unbefristet bin ich kündbar.

Ich wollte Teil eines möglichst interdisziplinären Team sein. Mit Menschen zusammen arbeiten, die mehr Wissen und Erfahrung haben, Menschen zu denen ich aufblicken und von denen ich lernen könnte. Einen Mentor, der mich an die Hand nimmt und mir meinen Weg zeigt, wollte ich. Zeitweise hatte ich ihn und wollte doch meinen eigenen Weg gehen. Er zeigte mir verschiedene Möglichkeiten und Grenzen, dafür bin ich sehr dankbar.

… und an ganz anderer Stelle fand

Ich möchte von anderen und ihren Erfahrungen lernen, mich mit ihnen austauschen können. Das müssen aber nicht meine Vorgesetzten oder direkten Kolleg*innen sein. Menschen, die mich inspirieren und von denen ich in den letzten Jahren das Meiste gelernt habe, waren andere. Es sind Menschen aus meinem persönlichen Netzwerk, ein Netzwerk, dass ich auf Barcamps und in Social Media, insbesondere Twitter gefunden habe. Auch in Podcasts und auf Seminaren.

Eine dieser Menschen ist Melina Garibyan, mehrfach in diesem Blog erwähnt. Sie half mir dabei, mich selbst zu finden und mir klar zu machen, wer ich wirklich bin. Es waren mehrere kleine Impulse, gepaart mit anderen Impulsen aus anderen Richtungen.

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2020 – ein Jahr der Erkenntnisse und Entscheidungen

Es wurde mir klar, dass ich das, was ich suchte, nicht finden würde, so lange ich es an der falschen Stelle suchte. Mir wurde klar, was ich wirklich wollte und auch schon längst wusste, mich aber nicht traute.

Komet Goes Systemisch

Die Entscheidung endlich die systemische Ausbildung zu beginnen war wichtig und richtig. Die systemische Grundlagen habe ich 2020 abgeschlossen und mich für die Weiterbildung zur systemischen Beraterin an der IF Weinheim angemeldet. Das ist mein Weg! Ein Weg, der mich lernen lässt, mir Mentor*innen zur Seite stellt und ganz neue berufliche Perspektiven eröffnet, Perspektiven, die mich noch ein wenig ängstigen, aber auf die ich auch sehr gespannt bin.

Digital Storytelling Facilitator

Im Frühjahr 2020 machte ich auch eine weitere Weiterbildung, einen 1:1 oder vielmehr 2:1 Train the Trainer Workshop. Melina Garibyan und Astrid Nierhoff vom Storyatelier Cologne bildeten mich in ihren Methoden weiter, zum Digital Storytelling Facilitator.

Als Partnerinnern wollen wir gemeinsame Projekte umsetzen. Ich freue mich, auf das, was kommt und bin glücklich zwei wundervolle Frauen an meiner Seite zu wissen.

Autorin

Ich will schreiben, ich will Geschichten erzählen und das habe ich getan. #KometsZeitreiseProjekt ist geschrieben, testgelesen und die Entscheidung für eine Veröffentlichung im Selfpublishing getroffen. Auch hier stehen mir erfahrene und starke Frauen zur Seite. In Sabrina Schuh habe ich meine Lektorin und in Mary Cronos meine Designerin für Cover und Innenillustrationen gefunden. Die Entscheidung den Weg des Selfpublishing zu gehen, war die bewusste Entscheidung, das Projekt mit Mary und Sabrina umsetzen zu wollen..

Job

Mein aktueller Arbeitsvertrag wurde entfristet und der Druck der Dauersuche ist erstmal weg. So habe ich eine Teilzeittätigkeit, die mir ermöglicht auf dieser finanziellen Basis meine anderen Projekte weiterzuentwickeln und umzusetzen. Die Mails mit den Stellenangeboten kommen weiter rein, werden gelesen.

Eine tolle Chance hatte sich ergeben, als mir zwei kleine Lehraufträge angeboten wurden. Ich hatte Zweifel, dieses Gefühl, ich könnte das nicht und bin froh, die Herausforderung angenommen zu haben. Ja, ich hätte es besser machen können, aber ich würde es wieder machen und einen Lehrauftrag annehmen.

2021 wird mein Jahr, in dem ich …

… euch wissen lasse, was ich anbiete, denn das haben mir verschiedene Menschen immer wieder klargemacht. Ich muss deutlicher kommunizieren, was ich möchte und biete. Damit fange ich jetzt an:

2021 wird mindestens ein Buch von mir erscheinen. #KometsZeitreiseProjekt bringe ich selbst heraus und möchte es mit Hilfe von Crowdfunding finanzieren. An einer Fortsetzung dieser Kinderbuchreihe und am Urban-Fantasyprojekt Elfenprinzessin werde ich schreiben.

2021 werde ich Seminare der IF Weinheim besuchen, die erste Anmeldung für Januar steht bereits. Erste systemische Beratungen werde ich anbieten, diese Erfahrungen sind Teil der Weiterbildung und ein Weg, mir etwas selbstständig aufzubauen.

2021 werde ich die Zusammenarbeit mit Mélina und Astrid weiter führen und die Lage wird sich hoffentlich auch wieder dahin entwickeln, dass wir entspannte Workshops vor Ort anbieten können.

2021 wird ein Jahr, in dem ich mich raus trauen werde, mit Angeboten und offen sein werde für Aufträge. Es gibt viel, was ich lernen muss, aber es gibt auch verdammt viel, was ich bereits kann und ich weiß, dass, auch wenn ich freiberuflich oder als Einzelunternehmerin tätig bin, nicht allein sein muss. Natürlich werde ich Fehler machen, das mache ich schon mein ganzes Leben, aber es gibt viele Möglichkeiten und Menschen, die meine Talente wertschätzen. 2021 werde ich herausfinden, ob sich diese auch monetär honorieren lassen.

Du planst 2021 ein Event und wünschst dir Sichtbarkeit auf Twitter? Buch mich. Hier kannst du mehr über meinen Ansatz des Eventtwittern lesen.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr für euch herausfindet, was ihr wirklich wollt und einen Weg genau das umzusetzen. Ob mir das gelingt, sehen wir dann nächstes Jahr …

Dystopie oder schon Realität

Der Store ~ Rob Hart
Der Store ~ Rob Hart

Ich liebe gut geschriebene Dystopien, wenn sie mir das Gefühl geben, es könnte sich so entwickeln, wie in dieser Geschichte und ich mir die Frage stelle: Was müssen wir tun, um dieses Szenario zu verhindern?

„Der Store“ von Rob Hart ist in meinen Augen eine besondere Dystopie. Der Autor erzählt die Geschichte aus mehreren nachvollziehbaren Perspektiven geschrieben und es fühlt sich so an, als bliebe uns Lesenden die freie Entscheidung, ob wir das Szenario für eine akzeptable Lösung halten oder wir eine entsprechende Entwicklung lieber aufhalten wollen.

Der Store

Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.

Auszug aus dem Klappentext, einfach weil er verdammt gut ist.

Die Geschichte erleben wir aus drei Perspektiven, wobei wir sehr nah an den Figuren dran sind. Das World-End-Szenario, welches zu einer guten Dystopie gehört, wird geschickt und dezent in die Handlung eingeflochten, ohne wie eine Leuchtreklame über allem zu schweben mit dem Schriftzug: Achtung ihr zerstört die Erde. Wirklich genial gemacht!

Gibson

Er ist der Unternehmensgründer. An Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt reist er noch einmal von Standort zu Standort und schreibt ein Blog über sein Lebenswerk. Wir lernen ihn als Menschen kennen, seine Motivation, seinen Antrieb, seine Ziele und seine Überzeugungen. Er ist vor allem von einem überzeugt: Er tut das Richtige. Für sich selbst und für die Menschheit.

Paxton

Der junge Mann hat einige Jahre im Gefängnis als Wächter gearbeitet. Diesen Job hat er gehasst. Dann hat er eine Erfindung gemacht, nichts, auf das die Welt gewartet hätte, aber eine, mit der er eine Weile gute Geschäfte gemacht hat. Bis er zum Opfer des Marktes wurde …

Er findet einen neuen Job, bei Cloud. Die KI teilt ihm seinen Arbeitsbereich mit. Er bekommt eine kleine Wohnung, ein blaues Shirt, welches ihn als Mitarbeiter des Sicherheitsteams ausweist. Er hätte lieber ein rotes gehabt …

Sein Armband sagt ihm, wohin er gehen muss, wann er frei hat und hilft ihm durch den Tag. Wohnen, arbeiten und Freizeitangebote liegen nah beieinander, niemand braucht die Cloud zu verlassen … Niemand, der im Ratingsystem nicht zu tief abfällt, denn dann muss man die Cloud verlassen …

Zinnia

Die junge Frau beginnt zeitgleich mit Paxton bei dem größten Onlinestore, der nahezu konkurrenzlos ist. Ihr wird ein rotes Shirt gegeben, was sie zur Lagerarbeiterin macht. Auch sie hätte lieber eine andere Stelle gehabt …

Sie verfolgt ihre eigenen Ziele …

Die beiden begegnen sich bereits beim Einstellungstest, fahren gemeinsam mit dem Bus und lernen sich kennen …

Heile Welt zu welchem Preis?

Das Leben in der Cloud-Familie ist sicher, so lange man seinen Beitrag leistet. Das bedeutet man sollte mehr als einen von fünf Sternen in der Bewertung halten. Dann ist dein Lebensunterhalt gesichert, du hast ein Zuhause, ein Einkommen und einen sicheren Ort zum leben. Klingt super oder?

Welchen Preis dieses System hat erzählt Rob Hart in seinem Roman.

Doch ich verrate euch sicher nicht zu viel, wenn ich Freiheit und Kreativität als Preis für ein sicheres Leben nenne. Es ist nicht deine Entscheidung, welche Aufgabe du in dieser Familie bekommst. Das System entscheidet, was du tun wirst. Für Kreativität ist in einem solchen durchgeplanten System ebenfalls wenig Raum.

Welcher Weg führt zu diesem Szenario?

Um ein bestimmtes Szenario zu verhindern, müssen wir nachvollziehen, wie es dazu kam. Hinweise darauf liefert uns Firmenchef Gibson persönlich …

Der Titel verrät schon einen Teil des Szenarios „Der Store“, der eine Laden, der den Markt dominiert und das Leben vieler Menschen. Ich habe bei einigen schon die Assoziation mit Amazon gelesen. Ein Onlinebuchhandel, der inzwischen so ziemlich alles anbietet, inklusive eigenem Lieferdienst. Ja, einige der im Buch angesprochenen Probleme könnten auf dieses Unternehmen anspielen.

Allerdings denke ich, dass wir nicht einen einzelnen Großkonzern ins Blickfeld nehmen sollten. Es ist eher eine Gesamtentwicklung innerhalb unserer Wirtschaft, weg von den klassischen Branchen und konkurrierenden Unternehmen innerhalb dieser. Was wäre, wenn wir irgendwann nur noch einen einzigen Großkonzern hätten, der unser Leben dominiert.

Kleiner (naiver) Blick auf unsere Wirtschaft

Ich bin kein Wirtschaftsexperte, aber auch ich sehe, dass sich einiges grundlegend verändert. Auf der einen Seite stehen riesige Konzerne, von denen viele von uns nicht einmal wissen, welche Unternehmen alle dazu gehören. Auf der anderen Seite haben wir eine kreative und lebendige Startup-Szene. Startups haben ganz andere Möglichkeiten kreativ neues zu entwickeln. Was ihnen fehlt ist Geld …

So fasziniert ich von der Gründerszene und den Ideen bin, so beschleicht mich hin und wieder die Sorge, dass „die Großen“ beobachten, abwarten und einkaufen, was gut funktioniert. So wachsen sie weiter. Vielleicht irre ich mich, Manchmal etablieren sich auch kleine StartUps am Markt und wachsen.

Das Wachstum mehrerer Konzerne sehe ich nicht als grundlegendes Problem, so lange es eben noch eine Unternehmenslandschaft gibt. Insbesondere so lange nicht eine einzelne Person an der Spitze von wirklich Allem steht. Es braucht Menschen, die unterschiedliche Perspektiven einnehmen, diskutieren, streiten und sinnvolle Entwicklungen ermöglichen, die eben nicht von der Laune eines Einzelnen abhängen.

So gut ein einzelner es auch meinen mag, irren ist menschlich und auf den Irrtum können einen nur Menschen oder Erfahrungen hinweisen. Irrt sich eine Person mit extremer Macht, hat die Erfahrung für viele negative Konsequenzen. Da ist es besser, vorher kritisch zu prüfen.

Menschen nicht vergessen

In der Wirtschaft geht es um Geld, wobei es inzwischen einige Unternehmer und reiche Menschen gibt, die verstehen, dass mit Reichtum auch Verantwortung einhergeht.

Zunehmend wird klarer, dass bei aller Digitalisierung der Mensch als Arbeitnehmer eine wichtige Ressource ist. Auch mit Blick auf die Finanzen ist es wichtig, dass es den Mitarbeitenden gut geht. Unzufriedene, kranke Mitarbeitende sind unproduktiv und kosten. Diese Formel verstehen auch eiskalt kalkulierende Firmenbosse.

An dieser Stelle sehe ich den Wert des Buches. Was genau brauchen die Menschen? Ein gesichertes Leben, Wohnung und Freizeitangebot. Darf der Job dann eintönig sein?

Die unteren Stufe der Bedürfnispyramide nach Maslow sind erfüllt, diese werden auch als Defizitbedürfnisse bezeichnet. Fehlt etwas, tut es weh und Menschen streben danach, diese zu erfüllen (physiologische Bedürfnisse, Sicherheit und soziale Bedürfnisse). Diese sind im Roman durch Cloud gesichert. Doch die Spitze der Pyramide, die Wachstumsbedürfnisse, wie individuelle Bedürfnisse, Selbstverwirklichung oder gar Transzendenz werden ignoriert. Gibson scheint sie sich zu erfüllen, über den Tod hinaus, indem er seine Hoffnungen in die Nachfolge legt und sein Erbe hinterlässt.

Gibson sagt, es sei wichtig für Menschen, dass sie Arbeit haben, eine Aufgabe. Das ist richtig. Allerdings lässt er sie teilweise bewusst Aufgaben übernehmen, die auch von Robotern erledigt werden können. Im Sternesystem steckt die Möglichkeit aufzusteigen, Manager zu werden. Ist das dann die Selbstverwirklichung? Kann das funktionieren? Seit der Industrialisierung gibt es Fließbandarbeiter. Ich habe diese Tätigkeit nie ausgeführt, empfinde die Vorstellung für mich als schrecklich und kann mir nur vorstellen, dass diese Tätigkeit als Job angesehen wird, um den Lebensunterhalt zu sichern. Bedürfnisse nach Entfaltung müssten dann in der Freizeit erfüllt werden, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Unsere Welt ist weit entfernt davon perfekt zu sein.

Die New Work Bewegung ist ein Anzeichen dafür, dass viele Menschen sich eine andere Entwicklung wünschen. Mehr Freiheitsgrade, mehr Menschlichkeit bei angemessener Bezahlung.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass mir die Wertschätzung meiner Arbeit unglaublich wichtig ist. Hagelt es lediglich Kritik, kann ich diese annehmen und meine Arbeit verbessern, verliere aber meine Motivation und fühle mich selbst wertlos, insbesondere, wenn die Tätigkeit schlecht bezahlt wird. Das ist allerdings mein ganz persönliches Bedürfnis, andere Menschen haben andere Bedürfnisse, die ihnen wichtig sind.

Mein Wunsch für die Zukunft

Jeder einzelne bleibt für sich selbst verantwortlich, kann frei Entscheidungen treffen, dass eigene Leben zu gestalten. Selbstverständlich in einem Rahmen, der andere nicht einschränkt.

Der Arbeitsmarkt muss vielfältig bleiben, denn das sind wir Menschen auch. Wir sind keine Ameisen, die nach Farben sortiert jeden Tag denselben Routinen folgen können und damit glücklich werden. Was jeder einzelne von uns tatsächlich braucht ist individuell sehr verschieden und oft wissen wir es selbst nicht so genau.

Wir stehen an einem Wendepunkt, an dem sich vielen ändert und auch ändern muss. Die Frage ist, in welche Richtung geht es und wer trifft die Entscheidungen?

Klima, Wirtschaft, Politik und unser eigenes Leben, denn es ist unsere Zukunft und die unserer Kinder!

Greta Thunberg hat es vorgemacht. Sie hat Veränderungen eingefordert, alleine, als junges Mädchen. Doch inzwischen ist sie nicht mehr allein. Viele Menschen stehen auf und setzen sich für das Klima ein und das bereits seit einem guten Jahr.

Vor einem Jahr war ich auf der Digital2018. Ich war fasziniert von den Entwicklungen und war damals schon der Meinung, dass wir unsere Zukunft aktiv mitgestalten müssen. Auf viele Fragen habe ich noch immer keine Antworten. Ich habe zwei Möglichkeiten: Abwarten und beobachten, wie sich alles entwickelt oder mitdenken, mitreden und mitgestalten im Rahmen meiner Möglichkeiten. Und ihr auch! Wie entscheidet ihr euch? Abwarten oder mitdenken und mitreden? (Mitreden ist nicht dasselbe wie auf alles schimpfen!)


Das Buch wurde mir über das Bloggerportal von RandomHouse zur Verfügung gestellt. Link zur Verlagsseite mit Leseprobe

Der Store
Rob Hart
übersetzt von Bernhard Kleinschmidt
Heyne, 2019
ISBN:978-3-453-27230-9

Die Sehnsucht nach einer perfekten Welt

Eine perfekte Welt. Du akzeptierst die Regeln, befolgst sie, lebst sie.

Doch dann wird jemand aus deinem Bekanntenkreis verhaftet,  weil er fehlerhaft ist.

Ist das gerecht?

Ist das Teil einer perfekten Welt?

Oder wünschst du dir die Person wäre gewarnt gewesen?

Hättest du gerne eine Ausnahme?

Bedeutet eine Ausnahme Chaos?  Zerstörung der Perfektion?

Was passiert, wenn du selbst in eine Situation kommst in der du entscheiden musst? Wie würdest du dich entscheide? Nach den Gesetzen des Systems oder deinem eigenen moralischen Gefühl folgen?

Das Streben nach Sicherheit

Unsre eigene Realität ist weit entfernt von Perfektion. Immer wieder ist da diese starke Angst vor Terror, vor einer Bedrohung, die plötzlich und unerwartet zuschlagen kann. Zunächst war die Bedrohung weit weg – der 11. September in den USA, schrecklich, aber es war nicht bei uns.

Die Anschläge in Paris und Brüssel und viele andere ereigneten sich hier in Europa, bei uns um die Ecke. Viele von uns waren schon dort gewesen, kennen vielleicht persönlich Menschen, die dort leben.

Die Situation bei uns, Silvester 2016 in Köln, Weihnachtsmarkt Berlin 2016, brennende Flüchtlingsheime … Ihr könnt die Liste beliebig fortsetzen.

Was passiert jedes Mal?

ANGST

Schrei nach mehr Sicherheit.

Silvester 2017 – mehr Sicherheit, aber dann doch Kritik an den Polizisten. Verunsicherung.

Was ist wirklich passiert? Wer hat hier Fehler gemacht?

Wir suchen nach den Schuldigen, den Verantwortlichen.

Wir wollen Schlimmes verhindern.

Doch wie soll das funktionieren, welchen Preis sind wir bereit dafür zu zahlen?

Wie gehen wir mit Fehlern um?

Wir alle sind Menschen, wir alle machen Fehler.

Es gibt kleine Fehler, die niemandem schaden. Es gibt Fehler, für die kann man sich entschuldigen. Es gibt Fehler, die nicht hätten begangen werden dürfen.

Gibt es unverzeihliche Fehler?

Was ist eigentlich ein Fehler?

Der Duden sagt hierzu folgendes:

    1. etwas, was falsch ist, vom Richtigen abweicht; Unrichtigkeit
    2. irrtümliche Entscheidung, Maßnahme; Fehlgriff
    1. schlechte Eigenschaft, Mangel
    2. Stelle an einer hergestellten Ware, die nicht so ist, wie sie sein müsste

Bei der ersten Definition klingelt bei mir doch gleich das vertraute Zitat:

Irren ist menschlich. – Errare humanum est (Seneca)

Diese lateinische Weisheit ist inzwischen fest in unserem Sprachgebrauch verankert. Interessant ist die Aussage aber in seiner vollständigen Fassung, die ich im Wiktiornary gefunden habe:

„Errare (Errasse) humanum est, sed in errare (errore) perseverare diabolicum.“ (Hieronymus; Seneca, Epistulae morales VI,57,12; Cicero, Orationes Philippicae 12,2)

„Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.“

Dies impliziert, dass wir Menschen in der Lage sind Fehler einzusehen und aus ihnen zu lernen. Es in der nächsten ähnlichen Situation besser zu machen.

Es impliziert auch, sich nicht zu sehr auf das fehlerhafte Verhalten eines Menschen zu konzentrieren.

Die zweite Definition, bezieht sich auf Fehler, als schlechte Eigenschaft. Der Fehler ist ein Teil des Menschen.

Bedeutet das, der Mensch kann gar nicht anders, als sich fehlerhaft verhalten?

Determiniert eine schlechte Eigenschaft fehlerhaftes Verhalten?

Flawed - Cecilia ahern

Flawed – Cecilia ahern

Fiktion?

An dieser Stelle setzt der Roman „Flawed“ von Cecilia Ahern an. Fehler sind in ihrer Geschichte unverzeihlich. Menschen können als fehlerhaft gebrandmarkt werden.

Sie sind für alle sichtbar als Fehlerhafte erkennbar. Zu ihrem Brandzeichen tragen sie auch eine Armbinde, die sie eindeutig jederzeit in der Öffentlichkeit als fehlerhaft erkennen lässt.

Diese Zeichnungen erinnern mich an die Zeiten der Judenverfolgung, als Juden auch offen Zeichen tragen mussten, die sie als Juden identifizierten.

Es erinnert mich aber auch an die Diskussionen um den Umgang mit Sexualstraftätern. Niemand wünscht mit einem solchen Menschen in der Nachbarschaft zu wohnen. Wie können wir uns vor diesen Menschen schützen?

Menschen die ein solches Verbrechen begangen haben, insbesondere an Kindern, haben in unserer Gesellschaft etwas unverzeihliches getan.

Kann sich ein solcher Mensch ändern? Kann und darf er ein normales Leben führen?

Dies sind große Fragen, die u.a. in der Rechtspsychologie diskutiert werden. Ich habe größten Respekt vor den Kollegen und Kolleginnen, die sich mit Straftätern befassen und bereit sind ihnen zu helfen, wieder ein „normales“ Leben zu führen.

Es kann viele Gründe gegeben haben, warum ein Mensch gehandelt hat wie er gehandelt hat.

Dem Opfer nützt diese Erklärung wenig. Es wird oft gesagt, eine schlechte Kindheit sei keine Entschuldigung für ein Verbrechen.

Gehen wir in Gedanken weg von den Sexualstraftaten. Könnt ihr euch dann verzeihliche Verbrechen vorstellen?

Taten, die vor dem Gesetz verurteilungswürdig wären, aber rein menschlich verständlich und nachvollziehbar?

Der Roman unterscheidet zwischen „Fehlern“ und „Verbrechen“.

Jemand, der zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, darf anschließend sein Leben normal weiter leben.

Jemand der als fehlerhaft gekennzeichnet wurde, bleibt dies sein Leben lang. Es ist eingebrannt in seine Haut.

Wohin geht es mit uns in Zukunft?

Jemand, der eine Straftat begangen hat, wird bestraft. So funktioniert unser Rechtssystem.

Nach Absitzen der Strafe wird er entlassen und darf wieder sein Leben aufnehmen. In der Realität ist das nicht einfach, aber derjenige hat das Recht dazu.

Jemand, der noch keine Straftat begangen hat, kann aber unter Beobachtung stehen.

Jemand kann ein Risiko sein für die Gesellschaft.

Jemand kann als Risiko gelten und harmlos sein.

Jemand kann zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

Das Herkunftsland kann ausreichend sein, um beobachtet zu werden.

Wollen wir die totale Überwachung?

In „Flawed“ ging der Wahn nach Perfektion so weit, dass sogar Menschlichkeit ein Fehler sein kann. Denn es ist ein Fehler einem Fehlerhaften zu helfen.

Oder ist das perfekte System selbst fehlerfrei?

Das Buch

Cecilia Ahern zeigt uns eine Welt, in der wir zum Glück nicht leben müssen. Sie beginnt damit, die Welt als perfekt darzustellen. Zeigt uns eine angepasste Protagonistin, die glücklich ist. Doch dann bricht alles über ihr zusammen. Celestine folgt einmal ihrem Gefühl und das wird ihr zum Verhängnis.

Sie begeht einen Fehler, obwohl sich ihr Handeln so richtig anfühlt.

Wie soll sie sich verhalten? Kann sie der Markierung entgehen? Zu welchem Preis?

Anschaulich erhalten wir einen Blick hinter die Kulissen des Systems, das so gar nicht unseres ist. Dennoch erkenne ich so manche Idee wieder.

Fazit

Lies das Buch.

Du kannst es als wunderbar spannenden Roman lesen.

Du kannst dich aber auch einlassen auf das Gedankenexperiment.

Du kannst ein wenig nachdenken, über Celestines Welt und unsere.

In unserer Welt kannst du noch handeln und mitentscheiden. Gerade dieses Jahr, denn 2017 ist Wahljahr! Nutze dein Wahlrecht!

Bist du noch nicht wahlberechtigt, so darfst du trotzdem eine Meinung haben und mit diskutieren.

 

Nachdem der Entwurf für den Artikel fertig war, habe ich auf Facebook einen passenden Beitrag entdeckt.

Das Tagebuch der Anne Frank gehört für mich auch auf die Liste der Bücher, die man gelesen haben sollte. Ich habe es gelesen, aber es ist viel zu lange her.

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Flawed
Cecilia Ahern
Original: „Flawed“ by Harper Collins, 2016
aus dem Englischen von Christine Strüh und Anna Julia Strüh
Fischer-Verlag
ISBN: 978-3.8414-2235-4