Treffen mit Minny Baker am virtuellen Messestand der OBM

OnlineBuchmesse 2020
OnlineBuchmesse 2020

Bei der diesjährigen Online-Buchmesse 2020 gibt es ein Patenprogramm zwischen Bloggerinnen und Autorinnen. Heute nehme ich euch mit an den Messestand „meiner Autorin“ und wir lernen Minny Baker im Gespräch kennen. Ich bin ein wenig aufgeregt, denn wir kennen uns noch gar nicht. Wir treffen sie in der #Halle1b bei den Liebesromanautor*innen.

(c) Minny Baker

Wenn ich an deinen Messestand komme, was erwartet mich dort?

Minny Baker: Mein Messestand wird dir schon von Weitem durch sein buntes Äußeres auffallen: Bunte Plakate, bunte Bücher in allen Farben, tanzende Figuren, Slogans. Es wirkt wie so eine Art Wimmelbild, wo man überall etwas Neues entdecken kann. Es wird aber auch eine Ecke geben, die etwas düsterer und ernster ist, die dann für mein letztes Buch steht. Bei mir wird man außerdem wahlweise zwischen Tee und Kaffee wählen können, Schokolade wird es auch geben und leise Musik im Hintergrund unterstreicht die gute Atmosphäre, sodass alle Besucherinnen nicht nur entspannt werden, sondern auch ich entspannt bin. Ich selbst werde ein T-Shirt oder meinen Lieblingshoodie, auf dem „Team Minny“ steht, tragen. Das ist eine Anspielung auf die Alpha-Reihe.

(c) Minny Baker

Hallo Minny, es freut mich, dich kennenzulernen. Ich bin Stephanie und blogge als Kleiner Komet.

Minny Baker: Hallo Stephanie, schön dich kennenzulernen, ich bin Minny und Autorin. 2017 habe ich mein erstes Buch ‚Alpha One‘ als Selfpublisherin veröffentlicht, neun weitere sind bis heute gefolgt. Ich bin erst spät zum Schreiben gekommen, nicht, weil ich nicht schon immer gern geschrieben habe oder zu wenig Fantasie hatte, sondern weil ich vermutlich einfach vorher nicht auf die Idee gekommen bin, statt Bücher nur zu lesen, diese auch zu schreiben. 2012 überkam es mich dann und ich habe spontan damit angefangen und es bis heute nicht bereut.

Es ist meine erste Online-Buchmesse und ich bin schon sehr gespannt. Warst du schon öfter hier?

Minny Baker: Ich habe die Messe letztes Jahr ein bisschen verfolgt und fand die Idee dahinter cool, deswegen mache ich dieses Jahr zum ersten Mal mit und freue mich schon auf die neuen Erfahrungen und Erlebnisse und selbstverständlich auf die Begegnungen mit den Besucherinnen und Besuchern.

Welches Programm wirst du anbieten?

Minny Baker: Mein Programm besteht aus mehreren täglichen Beiträgen zu verschiedenen Themen rund um mich und meine Bücher. Es wird außerdem eine Verlosung geben, natürlich messetypische „Goodies“ und ein paar Messeangebote. Außerdem bin ich fast rund um die Uhr am Stand, sodass man gerne zum Meet&Greet vorbeikommen kann, um einfach eine Runde zu quatschen, mich Löcher in den Bauch zu fragen oder um mich kennenzulernen. Und dann gibt es vielleicht noch ein oder zwei Specials, aber die werden dann eine Überraschung 😀

Das klingt spannend und ich freue mich, dass unser Gespräch eines davon ist. Du hast eben schon gesagt, dass du bereits viele Bücher veröffentlicht hast, erzähl mir gerne mehr darüber.

Minny Baker: Ja, ich habe tatsächlich bereits zehn Bücher veröffentlicht, was ich manchmal gar nicht fassen kann und mich frage, wie ich das in den letzten Jahren gemacht habe. Aber sie sind da und füllen inzwischen über ein halbes Brett in meinem Lieblingsbuchregal. Dort steht zum einen die siebenteilige, zusammenhängende Alpha-Reihe (meine ersten sieben Bücher), die von Beths Leben handelt, nachdem sie von Talentsuchern entdeckt wird und schließlich einen Traum vom Leben eines Performstars lebt, das sie niemals gewollt hat. Doch als die Musik und das Alphateam in ihr Leben treten, kann sie sich nicht mehr wehren. Die Reihe macht angeblich süchtig 😀 (so sagt man mir zumindest immer wieder).
Zu der Alpha-Reihe kommt dann noch eine Kurzgeschichtensammlung, die noch ein bisschen um die sieben Bänder herum erzählt und teilweise andere Perspektiven bietet.

Alpha-Reihe (c) Minny Baker
Alpha-Reihe (c) Minny Baker

Entschuldige, du sprichst mit jemandem, der keine Ahnung von der Musikbranche hat. Was ist ein Performstar?

Minny Baker: Oh upps, da war ich wohl zu schnell. Ein Performstar ist jemand, der nicht nur gut singt, sondern auch eine gute Show bietet und zum Beispiel tanzt. Aktuelle Beispiele wären da wohl BTS, Blackpink, Taylor Swift, P!nk fallen mir spontan ein. Da gibt es noch viele andere, die auch in total unterschiedliche Musikrichtungen gehen. Bei mir im Buch ist das dann alles noch ein bisschen größer und bunter.

Und was sind deine anderen Bücher?

Minny Baker: Daneben ist bereits ein Band der Tote Träume-Reihe erschienen (Band 2 und 3 erscheinen 2021), der in derselben Welt wie die Alpha-Reihe spielt, jedoch andere Protagonisten hat und die in sich nicht zusammenhängend ist. Die Reihe handelt (wie der Titel der Reihe schon sagt) von toten Träumen. Bei Band 1 „Gegen tote Träume hilf nur Liebe“ geht es um Nelly, die nach einem schweren Unfall ihre Lebensperspektive verloren hat.

Gegen tote Träume hilft nur Liebe (c) Minny Baker
Gegen tote Träume hilft nur Liebe (c) Minny Baker

Was ist ein toter Traum?

Minny Baker: Ein toter Traum ist ein Traum, den man aus verschiedensten Gründen aufgeben musste, zum Beispiel, wenn man eigentlich Fußballprofi in der Bundesliga werden wollte, aber man wegen einer Verletzung nicht mehr Fußball spielen darf. Die Frage, mit der sich dann auch die Reihe ein wenig beschäftigt, sind solche Träume wirklich tot, können sie überhaupt tot sein oder gibt es nicht doch noch Hoffnung?

Ein Roman fehlt noch, oder?

Minny Baker: „Wie ein Funkeln in der Angst“, mein letztes Buch, ist im Gegensatz zu den anderen neun Büchern ein Einzelband, der sich in Form eines Liebesromans mit dem Thema Angststörung beschäftigt.

Wie ein Funkeln in der Angst (c) Minny Baker
Wie ein Funkeln in der Angst (c) Minny Baker

Das ist mir eben schon aufgefallen, es hebt sich optisch stark von den anderen Büchern ab.

Minny Baker: „Wie ein Funkeln in der Angst“ hebt sich tatsächlich von den anderen Büchern ab, das liegt aber auch am ernsteren Thema. Im Buch geht es um Lilly, die unter einer Angststörung leidet, diesen Umstand aber erst nach und nach selbst versteht, als sie Jannes kennenlernt und gleichzeitig eine enge Freundschaft zu Mortalis pflegt, den sie nur über ein Onlinegame kennt. Durch die beiden Männer wird sie mit ihren Ängsten konfrontiert und muss sich diesen zwangsläufig stellen. Ich glaube, mehr kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern. Das Buch war mir wichtig, weil ich finde, dass immer noch viel zu wenig über psychische Krankheiten, in diesem Fall Angststörungen gesprochen wird. Ich leide selbst an einer, das Buch kommt also nicht von ungefähr.

Wow, das war sicher nicht leicht. Ein gesellschaftliches Umdenken wäre großartig, weg davon, dass psychische Diagnosen etwas mit Schwäche zu tun haben. Im Moment ist es in meinen Augen ein Zeichen von Stärke den steinigen Weg zu gehen, sich Unterstützung zu holen. Vielleicht können wir eines Tages entspannter damit umgehen und offen darüber sprechen, wie wir wirklich sind. Romane können zu einer solchen Normalität und einem besseren Verständnis beitragen, sofern nicht Mythen weiter getragen werden.

Minny Baker: Da stimme ich dir vollkommen zu. Ganz empfindlich werde ich auch bei Büchern, wo psychische Probleme quasi von selbst wieder verschwinden. Das ist nicht das Bild, was meiner Meinung nach vermittelt werden sollte.

Ich treffe dich hier in der Halle für Liebesromane, würdest du alle deine Bücher diesem Genre zuordnen?

Minny Baker: Mit Genreeinteilungen tue ich mich übrigens generell schwer, aber die Kategorie Roman/Liebesroman passt zu allen. Viele kategorisieren sie auch zu den Jugendbüchern, aber dazu sind die Protagonisten zu alt. Vom Alter her wären alle eher New Adult, dazu fehlen aber wiederum andere „typische“ Merkmale.

Diese Unterscheidung zwischen Young und New Adult habe ich lange als schwierig empfunden und immer alles als Jugendbuch bezeichnet, was in meinen Augen, jüngere Lesende anspricht. Bis ich auf der LitblogCon18 war und mir der Unterschied zwischen den Labels Lyx und One klargemacht wurde. In einem One-Buch gibt es keine Sex-Szenen. Das scheint auch ein Kriterium zwischen Young und New Adult zu sein. Wie alt sind denn deine Figuren, wenn sie zu alt für Jugendbücher sind?

Minny Baker: In meiner Alpha-Reihe startet Beth im ersten Band „Alpha One“ mit 20, im letzten Band „Alpha Life“ ist sie dann schon Mitte 30. Sie altert also in der Reihe und die Charaktere um sie herum sind zum größten Teil älter als sie. Nelly in „Gegen tote Träume hilft nur Liebe“ ist tatsächlich noch 19, aber auch dort sind wieder alle anderen um sie herum älter und in den nächsten beiden Bänden, sind auch die jeweiligen Protagonistinnen älter. Da muss ich also auch die Reihe im Blick bei der Kategorisierung behalten. In „Wie ein Funkeln in der Angst“ ist Lilly, die Protagonistin, auch schon über 20 und Studentin.
Für mich ist das zu alt, um klar als Jugendbuch klassifiziert zu werden, und es geht auch nicht um typische „Jugendprobleme“ von erster Liebe und so. Für New Adult fehlen mir dann die ausführlichen Sexszenen, nicht, dass es keinen Sex in meinen Büchern gibt, aber ich bin eher ein Fan davon, ein bisschen die eigene Fantasie mitspielen zu lassen, als alles ausführlich zu beschreiben.
Also bleiben wir einfach bei der Kategorie „Liebesroman“. Da passt alles rein und ist auch inhaltlich fast immer korrekt, nur im ersten Teil der Alpha-Reihe ist das noch nicht ganz so Thema, aber dafür gibt es ja die Bände 2 bis 7.

Entschuldige, ich hatte dich unterbrochen. Ich glaube, du wolltest gerade erzählen, was deine Bücher besonders macht.

Minny Baker: Ansonsten zeichnen meine Bücher aus, dass in allen eine Prise Humor steckt (ich liebe Wortwitze und Dialoge), außerdem dass ich versuche, alles so echt und nachfühlbar wie möglich zu zeigen (zumindest dort, wo es geht). Ich bin auch immer wieder für Überraschungen gut, für was ich schon wahrlich oft verflucht wurde. Bei mir ist kein Buch klassisch und zu jeder Zeit kann immer etwas passieren, mit dem man nicht gerechnet hat.

Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?

Minny Baker: Ich habe mich nie bei einer Literaturagentur beworben und bei ein paar großen Verlagen nur weit vor meiner ersten Veröffentlichung, aber ehrlich gesagt ohne große Mühe. Irgendwie war mir unterbewusst klar, dass ich die Kontrolle über meine Projekte haben wollte und will. Dementsprechend habe ich es auch nicht weiter versucht, sondern bin dann Selfpublisherin geworden. Dabei hatte ich immer ein gutes Gefühl. Bis jetzt habe ich das nie bereut und auch keine großen Ambitionen das je zu ändern, wobei man natürlich nie weiß, was die Zukunft bringt.

Was machst du, wenn du nicht schreibst? Viel Zeit dürfte bei den vielen Veröffentlichungen da ja kaum noch bleiben?

Minny Baker: Lesen 😀 und dann habe ich noch eine Familie, die auch was von mir haben will. Musik hören und dazu singen ist auch noch eine Dauerbeschäftigung. Serien liebe ich auch und lange Spaziergänge (dabei kann man fantastisch über Schreibprojekte nachdenken) … oh, und ich backe gerne, wenn ich genug Zeit und Ruhe habe, was ich ehrlich gesagt nur selten habe. Daneben gibt es noch einige Sachen, die ich gerne mag, aber die meiste Zeit sitze ich tatsächlich an einem Buch mit Musik auf den Ohren.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Hier findet ihr Minny online:

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FakriroTalk mit Katrina Lähn und Christian Berner

Fakriro Talk

Die Frankfurter Buchmesse in digitaler Ausgabe ist bereits vorbei, doch Mary und Sabrina sind noch lange nicht am Ende. Die Fakriro Online läuft über zwei Wochen – für ein kürzeres Event würde sich doch der ganze Aufwand nicht lohnen, oder? Habt ihr euch schon in den virtuellen Messehallen umgesehen?

Kommt mit an die Stände von zwei weiteren Fantasy-Autor*innen. Heute treffen wir

Im Gespräch mit Katrina Lähn

Katrina Lähn (c)
Katrina Lähn (c)

Kartina habe ich bereits im Frühjahr an ihrem Messestand der Fakriro Online getroffen. Damals erzählte sie von ihrem ersten Band „Ruby- Gabe des Glücks“. Schauen wir mal, ob es bei ihr etwas Neues gibt.

Katrina Lähn: Hallo Stephanie!

Schön, dass du mich an meinem Stand besuchen kommst. Mein Name ist Katrina Lähn und ich bin Jugend-Fantasy- Autorin.

Ruby, Gabe des Glücks ~ Katrina Lähn (c)
Ruby, Gabe des Glücks ~ Katrina Lähn (c)

Was gibt es von dir Neues zu lesen?

Katrina Lähn: In meiner aktuellen Reihe, den Glückschroniken (Ruby – Gabe des Glücks, Ruby – Verfluchtes Glück, Ruby – Verbranntes Glück), geht es um Prinzessin Rubina von Arthuro, die mit dem übergewichtigen König von Giarnarni zwangsverheiratet werden soll.

Auf Rubys Heimatplaneten bekommt jedes Kind eine besondere (magische) Gabe zugeteilt, welche sie in der Gesellschaft auf- oder absteigen lässt; je nachdem wie besonders und hilfreich die Fähigkeit für den Planeten ist.😉 Ruby erhält von der guten Fee Wanda die seltene Gabe des Glücks. Jeder Kuss von ihr kann einer anderen Person ein unbeschwertes Leben bescheren.

Um einer Ehe mit dem König zu entkommen, versteckt sich Ruby auf der Erde und baut sich ein unabhängiges Leben mit Freund, Job und Kater auf. Sie verheimlicht ihre Gabe vor der Welt und hofft darauf, ihren Verpflichtungen entkommen zu können.

Als die Ritter ihres Vaters sie jedoch schlussendlich finden, scheint ihr Schicksal besiegelt zu sein.

In meiner Trilogie geht es um Liebe und Freundschaft, um Magie und um die Frage, wie weit man für seine eigene Freiheit kämpfen möchte. Außerdem gibt es auch noch ein paar Drachen und jede Menge Humor.😊

Ruby, Verfluchtes Glück ~ Katrina Lähn (c)
Ruby, Verfluchtes Glück ~ Katrina Lähn (c)

Wie schön, den ersten Teil hast du mir auf der letzten Buchmesse gezeigt. Weißt du schon, wann der dritte Band erscheinen soll? Passend zur Leipziger Buchmesse?

Katrina Lähn: Das wäre natürlich himmlisch. 🙂 Aber ich möchte keine falschen Versprechungen abgeben, zumal man nie genau sagen kann, wie voll der Terminkalender bei Lektorat, Korrektorat und Buchsatz tatsächlich sein wird. Deshalb sage ich jetzt einfach mal, dass ihr 2021 auf jeden Fall das Finale der Glückschroniken auf dem Schirm haben solltet. 🙂

Was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?

Katrina Lähn: In meiner Freizeit lese ich sehr gern. (Wer hätte es gedacht …😉) Am liebsten versinke ich in den Genres, die ich auch selbst gerne schreibe. Allerdings schiebe ich auch gerne mal einen Thriller oder einen historischen Roman dazwischen. Wenn die Geschichte mich anspricht bin ich da recht flexibel. 😊 Ansonsten singe ich leidenschaftlich gerne und habe in der Vergangenheit sehr oft auf den unterschiedlichsten Bühnen in meiner Umgebung gestanden. Leider findet sich aber nur noch selten die Gelegenheit dafür, weshalb ich diesem Hobby in letzter Zeit kaum noch nachgehen konnte. Ich wünschte manchmal, ein Tag hätte mehr als vierundzwanzig Stunden … 😊

Mehr Zeit wäre wirklich wunderbar. Könntest du dir vorstellen selbst mal einen Thriller oder historischen Roman zu schreiben?

Katrina Lähn: Das könnte ich mir sogar sehr gut vorstellen. Tatsächlich werde ich voraussichtlich im nächsten Jahr an einer Geschichte arbeiten, die außerhalb des Fantasy-Genres spielen und eher in dem Bereich RomanticThrill angelegt sein wird. 🙂

Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?

Katrina Lähn: Im Grunde sehe ich heutzutage kaum noch einen Unterschied zwischen einem Verlagsbuch und einem Buch, welches im Selfpublishing entstanden ist. In den meisten Fällen gehen alle Bücher den selben Weg und es gibt auf beiden Seiten sowohl positive als auch negative Beispiele.

Was mich am Selfpublishing besonders reizt, ist die Unabhängigkeit, sodass man stets alle Fäden des Buches in seiner eigenen Hand behält. Durch diesen Umstand kann ich komplett selbst entscheiden, mit wem ich zusammenarbeiten möchte (Lektor, Grafiker ect.), wie das Cover aussehen soll und bei welchem Vertrieb ich letztendlich veröffentlichen möchte. Und das ist etwas, was mir von Anfang an sehr wichtig war und auch immer noch ist.

Hier findet ihr Katrina online:

Im Gespräch mit Christian Berner

Ein schlichtes Cover erweckt unsere Aufmerksamkeit. Auf pechschwarzem Hintergrund glänzt uns ein silbernes Schwert entgegen. An der Spitze des Griffs leuchtet ein blauer Stein.

Ukonnen, Das Haus des Leids, Erster Teil ~ Christian Berner
Ukonnen, Das Haus des Leids, Erster Teil ~ Christian Berner

Christian Berner: Hi! Schön, dass dir mein Cover gefällt! Die Idee dabei war, es schlicht und ein wenig düster zu halten. Das Schwert ist zudem einer der zentralen Bestandteile meines Fantasyzyklus.

Hi, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Christian Berner: Freut mich, dich kennenzulernen, Stephanie. Echt cool, dass du auf deiner Bahn hier bei mir vorbeigeflogen bist 😀 Mein Name ist Christian Berner, und ich wurde 1971 geboren, und zwar am selben Tag des Kalenders, wie Bilbo und Frodo Beutlin! Was für ein wunderschöner, kleiner, aber womöglich gar nicht so unbedeutender Zufall, hat er mich doch all die Jahre seit meinem Eintritt in die phantastische Welt J. R. R. Tolkiens stets begleitet und inspiriert, denn er erweckte in mir den verwegenen Glauben, einen Fingerzeig des Schicksals mit auf den Weg bekommen zu haben, mein Talent als Geschichtenerzähler eines Tages auch einem größeren Publikum zu präsentieren.  In die übergroßen Fußstapfen meiner Vorbilder zu treten, zu denen ich neben Tolkien und Robert Jordan auch Tad Williams, Stephen King und George R. R. Martin zähle, war und ist mein persönliches Abenteuer. Das Schöne an dieser Liste erhabener Schriftsteller ist, dass niemand einen ernsthaft mit ihnen vergleicht. Allein in die Nähe eines dieser großartigen Weltenerschaffer gestellt zu werden, ist eine unfassbare Ehre, und es hat mich richtiggehend ergriffen, gleich bei meiner ersten Presse-Rezension diese Erfahrung machen zu dürfen. So schrieb Thomas Ziegler vom Magazin TO GO BERLIN:

Christian Berner erschafft mit viel Leidenschaft eine ganz eigene Welt, dazu unzählige Charaktere und vermag, nach sehr detaillierten Einführungen, auch noch eine spannende Geschichte zu erzählen. Ein wenig erinnert sein ausführlicher Schreibstil an Tolkien und so fantastisch ist auch dieser erste Band geworden.

Thomas Ziegler vom Magazin TO GO BERLIN

Trotzdem hatten mich die Verlage, die ich angeschrieben hatte, alle abgelehnt, – zwar mit netten und persönlichen Worten, aber dennoch war das eine große Enttäuschung. Irgendwann fasste ich den Mut, das Buch als Selfpublisher zu veröffentlichen.

Christian Berner
Christian Berner (C)

Schön, dass du nicht aufgegeben hast und deiner großen Vision folgst. Wann hast du selbst angefangen Geschichten zu erzählen?

Christian Berner: Vor mehr als zwanzig Jahren begann ich damit, als Spielleiter einer Rollenspielgruppe die fantastische Welt Ama mit dem gewaltigen Kontinent Nin zu erschaffen und zu gestalten. Von Anfang an faszinierte mich der Gedanke, die Abenteuer für die Helden meiner kleinen Gemeinschaft selbst zu schreiben. Nach und nach kamen ein Pantheon sowie eine Vielzahl von geographischen Karten dazu, sowie eine stets größer werdende Zahl an wichtigen Persönlichkeiten, mit all ihren Eigenheiten, Wünschen, Plänen und Charakterzügen. Irgendwann manifestierte sich die Idee in meinem Kopf, dieses schier unerschöpfliche Material zu nutzen, um einen großen Fantasy-Zyklus zu schreiben. Ich denke, daraus sind die Dinge entstanden, die mich als Autor besonders machen – detaillierte Beschreibungen der Szenerien, die den Leser mitnehmen und vor seinem geistigen Auge die phantastische Welt Ama entstehen lassen, eine große Zahl vielschichtiger Charaktere mit klar umrissenem Charakterprofil, die alles andere als nur schwarz oder weiß sind, sondern die alle Abstufungen innerhalb des Spektrums an Grauschattierungen widerspiegeln, sowie eine Story mit sehr viel Hintergrund, deren Spannungsbogen so fesselnd und mitreißend ist, dass es durchaus schwer fallen kann, das Buch aus der Hand zu legen. Mein Fantasy-Zyklus Das Haus des Leids spielt auf dem gewaltigen Kontinent Nin, einer der vier großen Landmassen auf der Welt Ama. Der Roman erzählt die Geschichte einiger Auserwählter, deren Schicksal es ist, die Erfüllung einer dunklen Prophezeiung abzuwenden, die alle Völker Nins zu Sklaven eines Kartells der finsteren Mächte machen würde. Während Ean, ein Ritter des Silberdrachens, und Gamron Valator, sein Freund und Kundiger der Magie, bereits erfahrene und mächtige Helden sind, sind Rovin, ein Halbelf und Waldläufer, und sein Begleiter Ichigo, ein Mönch des Gottes Palaeron, genauso wie die Druidin Rani sehr jung und – auch wenn sie alle über außergewöhnliche Talente und Begabungen verfügen – durchaus noch ein wenig grün hinter den Ohren. Sie alle werden auf unterschiedliche Weise in den großen Malstrom der Ereignisse gezogen und aus ihrer jeweiligen sicheren Heimat herausgerissen. Trotz aller Unterschiedlichkeit eint sie ihr Wille, nicht aufzugeben und sich ihren Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Besonnen und überlegt die Einen, trotzig und heißblütig die Anderen nehmen sie den Kampf gegen die bösen Mächte auf, zum Teil ohne zu ahnen, auf was für Gegner sie sich da einlassen.

Das hört sich nach einem klassischem High-Fantasy-Epos mit komplexen Hintergründen. Sammelst du ausführliche Background-Storys zu deiner Welt und den Figuren?

Christian Berner: Ich liebe deine Wortwahl! Ein „Hohes Epos der Fantasie“, das klingt wie Musik in meinen Ohren! Aber mal ernsthaft, – so unpassend ist das in meinem Fall tatsächlich nicht. Immerhin füllen die handschriftlichen Notizen über die Hintergrundgeschichten von heldenhaften Charakteren, perfiden Feinden, gierigen Handelsgilden und politischen Bündnissen zusammen mit meinen ebenfalls handgemachten Karten und Stadtplänen mehrere dicke Leitzordner. Dazu kommt aus den letzten zehn Jahren eine Fülle an digitalen Dateien mit allerlei Zusatzinformationen, Handlungsstrangentwicklungen und Anderes mehr. Nachdem ich begonnen habe, das alles zu sichten und für einen – okay, ich übernehme das jetzt mal von dir 😉 – High-Fantasy-Epos aufzubereiten, begann ich auch mit der Neuordnung und stringenten Entwicklung der Namen und Sprachfetzen der Völker und Landstriche, die in meinem Roman vorkommen. Es war mir wichtig, dass durch einen inneren, sprachlichen Zusammenhang trotz aller Fantastik der Eindruck einer semirealen Welt unterstützt wird, die ähnlich wie die unsere aufgrund ihrer Geschichte zwar verschiedenartige, aber logisch strukturierte Sprachmuster hervorgebracht hat. Das war und ist viel Arbeit, über die vermutlich viele einfach so hinweglesen werden. Aber dennoch bleibt – so wie ich hoffe – doch beim Einen oder Anderen der Eindruck einer großen Tiefe hängen, die mich möglicherweise auch von einigen anderen Werken in diesem Genre unterscheidet – und genau dafür bin ich gerne bereit, die ganze Zeit zu investieren.

Herzlichen Dank für das Interview.

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Lust auf mehr Stände? Dann schau dir auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an.

FakriroTalk mit Anna Danielle & Eve Pay

Fakiro Talk

Auch in der zweiten Runde der Neuauflage des FakriroTalk sprechen wir mit zwei phantastischen Autorinnen aus dem Bereich Fantasy:

Im Gespräch mit Anna Danielle

Anna Danielle
Anna Danielle (c)

Anna Danielle: Hallo ich bin Anna Danielle und im März 2020 habe ich meinen ersten Fantasyroman ‚Maban-Der Seelenopal’ veröffentlicht und mir damit einen lang ersehnten Traum erfüllt. Ich lebe mit meinem Mann und meinen zwei Kindern im schönen Nordhessen in der Nähe von Kassel, wo ich auch geboren bin.

Hallo Anna, schön dich kennen zu lernen, erzähl mir gerne mehr über „Maban – Der Seelenopal“.

Anna Danielle: Der siebzehnjährige Linus hat eine Gabe, er kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Als er mit seiner Familie nach Australien auswandert, gerät sein Leben aus den Fugen. Plötzlich kann er über seine Träume hinausgehen und begegnet dort gefährlichen Schattenwesen, die sich von den dunklen Gedanken der Menschen nähren. Dadurch herrscht im Reich der Ahnen ein Ungleichgewicht. Zusammen mit dem Schlangenwesen Nyro muss Linus die Balance wiederherstellen, um die Welt der Seelen und somit der Menschen zu retten.

Maban - Der Seelenopal (c) Cover by Casandra Krammer
Maban – Der Seelenopal (c) Cover by Casandra Krammer

Wie bist du zum Schreiben gekommen und für wen schreibst du?

Anna Danielle: Schon seit meiner Kindheit habe ich es geliebt mir Geschichten auszudenken und das ist bis heute so geblieben. Vielleicht weil ich mir mein inneres Kind bewahrt habe und meine Fantasie dadurch nie verloren ging. Für mich gibt es nichts Schöneres, Geschichten, die in meinem Kopf wie in einem Film ablaufen, aufzuschreiben und mit anderen zu teilen. Ich mag es, den Leser auf eine Reise in ‚Ferne Welten’ mitzunehmen, die auch zum Nachdenken anregen sollen. Mein Buch (Maban-Der Seelenopal) richtet sich an alle, die sich gern mit den Sinnfragen des Lebens beschäftigen und Geschichten mit Tiefgang lieben.

Worin liegt der Tiefgang bei Maban?

Anna Danielle: Maban-Der Seelenopal beschäftigt sich dem Übersinnlichen und was sich hinter dem Offensichtlichen verbergen könnte. Die Geschichte eröffnet Einblicke in die Welt der Seelen und der Ahnen. Der Leser reist zu den Ureinwohnern Australiens und wird dort in die Mythologie der Regenbogenschlange und ihrer geheimnisvollen Traumzeit entführt.

Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Anna Danielle: Geschichten ausdenken natürlich 😉 und das geht am besten in der Natur bei ausgedehnten Spaziergängen, oder im Garten an einem gemütlichen Platz, an dem ich mich zurücklehnen und den Blick in die Wolken genießen kann. Ich liebe Musik und wenn es meine Zeit erlaubt, lese ich gern. Und natürlich dürfen gemeinsame Unternehmungen mit meiner Familie nicht zu kurz kommen.

Anna Danielle mit ihrem Roman "Maban - Der Seelenopal" (c)
Anna Danielle mit ihrem Roman „Maban – Der Seelenopal“ (c)

Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?

Anna Danielle: Nach etlichen Versuchen für meine Geschichte einen Verlag zu finden, entschied ich mich schließlich mein Buch selbst zu veröffentlichen. Warum nicht gleich Selfpublishing? Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich anfänglich großen Respekt davor hatte. Es sind die Fragen, die sich jeder stellt. Schaffe ich das allein? Finde ich ein gutes Lektorat? Wer macht das Buchdesign? Welche Kosten kommen auf mich zu? Marketing, welche Socialmediakanäle und, und…. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, das Selfpublishing eine kostenintensive Angelegenheit ist. Die Vermarktung über Socialmediakanäle spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn ohne die Unterstützung dieser Plattformen ist es schwer, Sichtbarkeit und Reichweite zu bekommen, die du brauchst um deine Leser auf dein Buch aufmerksam zu machen. Nur weil man ein Buch veröffentlicht hat, heißt das noch lange nicht, dass es sich von selbst verkauft. Im Grunde genommen, ist die Zeit der Veröffentlichung genauso arbeitsintensiv wie das Fertigstellen des Manuskripts.

Aber deswegen mein Buch in einer Schublade verstauben lassen? Die ganze Arbeit und mein Herzblut umsonst? Nein, natürlich nicht. Ich wollte meine Energie nicht länger mit Absagen verplempern, sondern sie lieber in mein Buchprojekt stecken. Heutzutage haben wir den Luxus des Selfpublishings. Ich erinnere mich noch gut, als ich die Suchmaschinen des Internets durchwühlte, bis ich eine Lektorin und eine Coverdesignerin gefunden hatte. Mit der Zeit genoss ich die Freiheit, aktiv am Entstehungsprozess mitzuwirken. Ein tolles Gefühl selbst zu entscheiden, wie dein Buchcover aussehen soll. Auch vom Lektorat, für das ich mich entschieden hatte, bekam ich hilfreiche Unterstützung. Eine Zusammenarbeit, die ich nicht mehr missen möchte. Grundsätzlich bin ich nicht gegen eine Zusammenarbeit mit einem Verlag. Sollte sich mir eines Tages diese Chance bieten, bin ich nicht abgeneigt diese wahrzunehmen, um beide Seiten einmal kennen zu lernen. Abschließend möchte ich sagen, dass Selfpublishing eine tolle Möglichkeit ist, den Traum vom eigenen Buch wahr werden zu lassen, bei der wir selbst entscheiden dürfen, welchen Weg wir einschlagen.

Herzlichen Dank für das Interview.

Hier findet ihr Anna Danielle online:

Im Gespräch mit Eve Pay

Eve Pay (c)
Eve Pay (c)

Eve Pay: Hej, ich bin Eve Pay. Ich bin Sci-Fi/Fantasyautorin mit einem Hang zur Experimentierfreude. Eigentlich lässt sich mein Genre gar nicht so leicht eingrenzen. Ich mixe gerne Science-Fiction mit Fantasyelementen und ein bisschen Liebe darf natürlich nicht fehlen. Die Action sollte aber nie zu kurz kommen. J

Hallo Eve, das klingt spannend, erzähl mir doch was zu deinem neuesten Buch.

Eve Pay: Im Oktober habe ich meine Hellcats-Reihe beendet. Eine dystopische Geschichte über starke Mädchen. Mir ging es um die Frage, wie sich unsere Welt verändern könnte, wenn der Klimawandel fortschreitet und die Konflikte auf der Erde zunehmen. Wie würden wir leben und was passiert mit den vermeintlich Schwächsten in der Kette. Ich wollte zeigen, wie gewitzt Mädchen und Frauen sich ihr Recht auf Bildung erkämpfen. Aber auch wie nah Recht und Unrecht zusammenliegen, wenn man für eine Sache kämpft.

Hellcats 1-3 ~ Eve Pay (c)
Hellcats 1-3 ~ Eve Pay (c)

Die Hellcats-Reihe klingt toll, erzähl mir bitte ein bisschen mehr zur Story vom ersten Band.

Eve Pay: Die Hellcatreihe ist eine Dystopie, die im Jahr 2175 spielt. Die Welt wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, denn Umweltkatastrophen und der Klimawandel haben dazu geführt, dass sich Menschen aus allen Teilen der Welt im Norden niedergelassen haben. Die Regierungen der nördlichen Staaten haben New Europe gegründet, um die Menschen kontrollieren zu können. Dafür haben sie das Herz und den Ring erschaffen. Im Herz leben die früheren Nordeuropäer. Im Ring die Menschen aus dem Südeuropa, Afrika und dem östlichen Europa. Alle, die es nicht mehr ins Herz geschafft haben, bevor die Grenze errichtet wurde. Im Ring leben die Menschen nach dem Prinzip der Einfachheit. Die Regierung verwehrt ihnen Bildung und lässt sie täglich hart arbeiten. Menschen, die müde sind, haben keine Zeit für eine Revolte.
Zwischen den Hochhäusern lebt Ruby, die seit ihrer Kindheit als Junge erzogen wird. Denn Mädchen leben gefährlich im Ring. Sie werden entführt und niemand weiß, wohin sie verschwinden. Die Ringler haben keine Wahl, sie verstümmeln ihre Mädchen, weil sie hoffen, dass ihre Kinder mit Narben im Gesicht sicher sind. Ganz wenige Familie verwandeln ihre Mädchen in Boygirls. Ruby soll bis zu ihrer Volljährigkeit als Junge leben. Denn die Entführungen lassen nach, je älter die Mädchen werden.
Eines Tages findet Ruby heraus, wer die Mädchen entführt. Und hier beginnt der Kampf um eine ganze Generation.

Und wo ist jetzt der Fantasy-Anteil? Du sprachst eben davon, dass du gerne Genre mixt.

Eve Pay: Die Hellcats ist eine reine Dystopie. Mein erstes Buch war ein Genremix und meine nächste Veröffentlichung wird sich ebenfalls irgendwo zwischen Fantasy und Scifi bewegen. Ich mag es, Aspekte der Dystopie mit Fantasyelementen zu verbinden. Zeitreise trifft auf Fantasyepos und Magie. Oder eine Dystopie auf eine Fantasywelt mit Engeln und fantastischen Wesen.

Schatten der Dunkelheit ~ Eve Pay (c)
Schatten der Dunkelheit ~ Eve Pay (c)

Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?

Eve Pay: Eigentlich hat das Selfpublishing mich gefunden. Ich hatte ein fertiges Buch und klickte mich durchs Netz. Zufällig bin ich dann auf Laura Newman gestoßen und habe mir ihre Videos angeschaut. Da ich den Buchsatz, die Cover und sogar mein Lektorat selbst machen konnte, stand für mich das Selfpublishing schnell fest. Natürlich hat nicht jeder das Glück, alles selbst machen zu können. Muss man aber auch nicht. Mittlerweile gibt es so viele tolle Grafiker und Lektoren, die für Selfpublisher arbeiten. Mein nächstes Buchprojekt kleide ich nicht ein, sondern lasse ein Cover machen. Ich spare Zeit und es ist irgendwie auch aufregend.

Was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?

Eve Pay: Ich bin Bildende Künstlerin und arbeite unter anderem in der Kunstvermittlung. Mehrmals im Monat gibt es bei mir Workshops oder Führungen durch Ausstellungen. Ich arbeite aber auch als Lektorin und lese daher viele Bücher vor der Veröffentlichung. Ansonsten tobe ich mich in meinem Atelier aus. Aber ich schaue auch gerne Serien auf Netflix

Hellcats Sammelband 1-3 ~ Eve Pay (c)
Hellcats Sammelband 1-3 ~ Eve Pay (c)

Du machst auch Plotgutachten. Begutachtest du den Plot anhand des geschrieben Manuskriptes, welches sich noch in einem frühen Stadium befindet, aber schon zu Ende geschrieben wurde oder nimmst du auch reine „Plots“ an?

Eve Pay: Am besten ist es natürlich, wenn das Manuskript geschrieben ist. Das kann auch in einer absoluten Rohfassung sein. Es geht bei einem Plotgutachten nicht um den Schreibstil, sondern ob die Figuren authentisch sind und der Plot keine Logikfehler enthält. Am Anfang bekommt man einen Fragebogen von mir. Ich will z.B wissen, welche Eigenschaften die Protagonisten haben. Der Fragebogen ist ein Leitfaden für mich, nach dessen Parameter ich den Text analysiere. Vielleicht ist die Figur ganz anders, wie es ursprünglich geplant war. Oder der Plot hat sich in eine andere Richtung entwickelt. Am Ende erhält man ein detailliertes Plotgutachten.
Ein reiner Plot geht natürlich auch. Hier würde ich dann sehr viele Fragen stellen. So können die Auto*innen erkennen, ob die Idee noch nicht fein genug ausgearbeitet ist. Eigentlich sollte man für jede Frage eine Antwort haben. Bei einem reinen Plot würde sich zusätzlich ein Termin per Telefon oder Webcam anbieten. Weil man so viel effektiver über die Idee sprechen kann.

Was ist deine eigene Lieblingsmethode zum Plotten?

Eve Pay: Ich selbst verfolge gar keine Methode. Wahrscheinlich weil ich während meines Filmstudiums jahrelang gelernt habe. Irgendwann verinnerlicht man die verschiedenen Strukturen und kann die Arbeitsweise gar nicht genau benennen. 😀
Für das erste Buch würde ich aber immer vorschlagen, alles ganz genau auszuarbeiten. Und man sollte das Ende kennen. Bei mir war das nicht der Fall und ich habe sehr gelitten. Jetzt bin ich entspannter und ändere während des Schreibens gerne auch das Ende oder den Inhalt.

Herzlichen Dank für das Interview.

Hier findet ihr Eve online:


Lust auf mehr Stände? Dann schau dir auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an.

Neuauflage FakriroTalk

Zur Fakriro Online entstand der FakriroTalk, die Interview-Reihe an virtuellen Buchmesseständen, Mir haben diese Gespräche viel Spaß gemacht, weswegen es nun eine Neuauflage des FakriroTalk mit den Fakriro-Autor*nnen gibt.

W-Fragen zu Fakriro

Nachdem die Leipziger Buchmesse 2020 nicht stattfinden konnte, stellten Sabrina Schuh und Mary Cronos in unermüdlichen Nachtschichten die FakriroOnline ins Netz. Farkrio Online ist ein spontanes Projekt von Fakriro gewesen. Was genau ist dieses Fakrio und was soll das alles hier?

Wer ist Fakriro?

Die Hybrid-Autorinnen Mary Cronos und Sabrina Schuh haben Fakriro gegründet. Beide sind nicht nur Autorinnen, über das, was sie sonst noch machen haben wir hier mit Mary und hier mit Sabrina bereits im FakriroTalk gesprochen.

Was macht Fakriro?

FaKriRo bietet Selfpublishern aus den Genre FAntasy, KRImi und ROmance eine Bühne. Ganz neu sind auch Jugendbuch-Autor*innen dabei.

Fakriro zeigt das Beste, was Selfpublishing zu bieten hat und will so ein Spiegel für die Qualität von modernem Selfpublishing sein.

Webseite Fakriro

Wo finde ich Fakriro?

Auf Buchmessen und buchigen Events wird es einen gemeinsamen Fakriro-Stand geben, inklusive der Möglichkeit dort zu lesen.

Warum Fakriro?

Einen Messestand zu mieten ist teuer, sich diesen für ein einziges Buch zu leisten, ist vielen nicht möglich oder lohnt sich gar nicht. Falls doch ist der Stand klein …

Gemeinsam können nicht nur die Kosten gesenkt, sondern auch mehr Sichtbarkeit erreicht werden und gemeinsam macht es doch auch viel mehr Spaß, oder?

Und wenn eine Pandemie dazwischen kommt, sind Mary und Sabrina flexibel und unermüdlich. Auch im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2020 findet vom 11. bis 25 Oktober die Fakriro Online statt.

Wie kann man bei Fakrio mitmachen?

Du bewirbst dich bei Fakriro mit deinen Büchern. Den genauen Prozess, das Angebot und die Kosten findest du auf der Seite von Fakriro.

Und warum mache ich jetzt die FakriroTalks?

Weil es mir Spaß macht, die Interviews zu führen und neue Autor*innen und ihre Bücher zu entdecken. Es ist eine freie Kooperation zwischen mir und Fakriro, es fließt kein Geld, nur Wörter …

Ein Herz für Selfpublisher?

Es gibt viele Vorurteile, denen Selfpublisher sich noch immer stellen müssen und doch hat sich der Markt in den letzten Jahren gewandelt.

Selfpublisher-Image im Wandel der Zeit

Als ich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Schreiben anfing, gab es die erste Welle der Selfpublisher und die Online-Szene war skeptisch.

Wenn du deine Bücher selbst veröffentlichst, hast du bei Verlagen keine Chance mehr!

Inzwischen ist mehrfach erwiesen, dass diese Aussage falsch ist. Madeleine Puljic oder Rose Snow und viele andere veröffentlichten selbst und ihre veröffentlichten Bücher wurden von Verlagen gekauft …

Bücher selbst veröffentlichen, weil kein Verlag sie will?

Klar gibt es Autor*innen, die sagen:

Dann bringe ich mein Buch eben selbst raus.

Es gibt aber auch viele, die ihr Buch gar nicht beim Verlag anbieten, weil

  • sie unabhängig sein wollen
  • selbst entscheiden wollen, z.B. über das Cover, den Titel, etc.
  • ihr Titel nicht in bestehende Verlagsprogramme passt
  • sie an sich selbst glauben, es auch ohne Verlag zu schaffen
  • und viele andere Gründe …

Verlage stehen für Qualität

Ist das so?

Denk ganz kurz nach. Dir fällt garantiert ein Verlagstitel ein, den du für schlecht empfunden hast. Du hast sicher auch schon Fehler in Verlagsbüchern gefunden.

Fehler passieren, aber es gibt Möglichkeiten diese zu reduzieren, das passiert im Verlag und im Selfpublishing mal besser, mal schlechter.

Ein bunter vielfältiger Buchmarkt

Ich lese Verlagstitel aus großen und kleinen Verlagen und lese Selfpublisher-Titel. Ich lese mit Herz, Leidenschaft und auch kritisch. Wenn ich immer wieder das gleiche Schema vorgesetzt bekomme, bin ich genervt. Daher mag ich es, dass der Buchmarkt gerade auch durch die Selfpublisher*innen immer bunter und vielseitiger wird.

Was erwartet euch?

Gespräche mit Fakriro-Autor*innen. Wir lernen Selfpublisher*innen und ihre Bücher kennen.

Bis dahin empfehle ich euch meine bisherigen FakriroTalk Beiträge.

Fakriro Talk mit Dienstleistenden für Autor*innen Teil 2

Überlegst du auch ein Buch selbst zu veröffentlichen? Dann liegen einige Aufgaben, die ein Verlag für dich übernommen hätte in deiner Hand. Doch ganz alleine musst du das auch nicht machen. Es gibt verschiedene Dienstleistende und Netzwerke, die ihre Unterstützung anbieten, damit deine Veröffentlichung auch professionell wird. Findest du die passenden Partner für dein Projekt kann das eine gute Investition sein.

Kommt mit, wir sprechen mit

Im Gespräch mit Sabrina Schuh

Sabrina Schuh (c)
Sabrina Schuh (c)

Sabrina Schuh haben wir bereits beim Relaunch der neuen noch größeren Fakriro Online Plattform getroffen und mit ihr über Fakriro und ihre Märchenadaptionen gesprochen. Sabrina ist aber nicht nur Autorin, sondern auch Lektorin und Coach. Zwei Bereiche über die wir noch einmal separat mit ihr sprechen. Es empfiehlt sich auch die Impressumstalks auf Fakriro Online anzusehen, in denen sie zusammen mit Mary Cronos und Katharina Stein einiges über ihre Arbeit erzählt.

Als Coach bietest du ja keine Kurse an, sondern begleitest Autor*innen ganz individuell. Kann ich mich zu jedem Zeitpunkt im Schreibprozess an dich wenden? Zum Beispiel: Ich habe eine Idee und weiß nicht, wie ich jetzt anfangen soll? Ich habe das 42. Manuskript angefangen, einige Seiten geschrieben und scheitere schon wieder. Mein Buch ist geschrieben und wie soll ich es jetzt überarbeiten? Wohin jetzt mit meinem Manuskript, Agentur, Verlag oder Selfpublishing?

Sabrina Schuh: Ja, du kannst dich jederzeit an mich wenden. Egal, ob du nur eine Idee hast und nicht weißt, wie du sie umsetzen sollst oder ob dich entscheiden musst, wie es mit dem fertigen Manuskript weitergeht, du darfst dich gerne an mich wenden. Auch in Sachen Mindset für Autoren, kannst du mich sehr gerne kontaktieren, denn das ist meiner Meinung nach, mindestens genauso essentiell, wie der Rest. Durch meine vielfältige Erfahrung als Selfpublisherin, Verlagsautorin, Lektorin, ehemalige Programmleiterin in einem Kleinverlag und Marketingberaterin für Autoren habe ich mir ein umfassendes Fachwissen angeeignet, dass ich dir sehr gerne zur Verfügung stelle.
Grundsätzlich kannst du mich auch für Kurse und Workshops buchen, wenn du z.B. ein Schreibtreffen organisieren und einen Coach dabei haben möchtest. Das ist dann zwar weniger individuell, aber natürlich könnt ihr euch die Kosten dann aufteilen. Hält man die Teilnehmerzahl klein genug, ist es bei Livekursen dann immer noch möglich, zumindest auf einen Teil der individuellen Probleme einzugehen.

Die Fragen sind ja unterschiedlich komplex, wie können wir uns denn vorab auf einen Preis einigen?

Sabrina Schuh: Gerade weil die Fragen und Probleme so individuell sind, lege ich großen Wert auf ein persönliches Erstgespräch. Ich nehme mir eine Stunde Zeit nur für dich und deine Probleme, mindestens per Telefon, gerne aber auch per Videotelefonie. In diesem Gespräch, das dich natürlich nichts kostet, finden wir gemeinsam heraus, wo du stehst, wo die Probleme genau liegen, was du an Coaching brauchst und wie intensiv du dir das Ganze vorstellst. Sobald wir diese Eckpfeiler gesteckt haben, kann ich dir am Ende des Gesprächs einen Preis nennen. Bei Langzeitcoachings gibt es immer die Möglichkeit der Ratenzahlung, sodass du auch keine Angst haben musst, dass du z.B. einen neunmonatigen Intensivkurs erst lange zusammensparen musst und erst dann starten kannst, anstatt deinen Tatendrang direkt nutzen zu können. Wichtig ist mir vor allem, dass ich für fast gar nichts feste Paketpreise habe (es gibt wenige Ausnahmen wie Schreibroutinetraining), weil ich jedes Paket für jeden Kunden individuell zuschneide. So bekommst du, was du wirklich brauchst und zahlst nicht für Inhalte, die du nicht buchen möchtest. Außerdem können wir dein Paket um andere Inhalte erweitern, für die bei festen Paketen ein zweites Paket buchen müsstest.
Wenn du kein Coachingprogramm brauchst, sondern mich als beratenden Coach an deiner Seite möchtest, kannst du auch einfach Telefonstunden buchen und wir besprechen in dieser Zeit alles, was dir auf der Seele brennt. Damit du nicht jedes Mal eine volle Stunde zahlen musst, wenn deine Frage nicht so viel Raum einnimmt, rechne ich hier im Viertelstundentakt ab.
Durch diese verschiedenen Modelle sollte sicher für jeden das Richtige dabei sein und wir finden eine Lösung, die deine Bedürfnisse und deine finanziellen Möglichkeiten zusammenbringt.

Du rätst ja davon ab, Lektorat und Korrektorat aus einer Hand machen zu lassen, das leuchtet mir ein. Wie verhält es sich mit Coaching und Lektorat? Wenn ich bereits gut mit dir im Coaching zusammen gearbeitet habe, bin ich sicher gespannt auf deine Meinung zum fertigen Werk.

Sabrina Schuh: Hier lässt es sich ganz schlecht pauschalisieren, denn das hängt von mehreren Faktoren ab. Auch wenn unsere Zusammenarbeit super lief, bedeutet das ja nicht, dass du ein Buch geschrieben hast, dass ich vom Genre als Lektorin annehmen würde. Vielleicht habe ich dir ja beigebracht, wie du plottest, Charaktere entwickelst und eine ordentliche Recherche machst und für deinen Roman einsetzt, aber du hast einen historischen Roman geschrieben, den ich grundsätzlich nicht annehme. Dann würde ich dein Lektorat natürlich ablehnen. Wäre es jetzt ein Fantasyroman würde ich das Lektorat aber annehmen, da ich deine Geschichte auch als Coach in der Regel nur in Auszügen und als Konzept kenne, aber nicht jedes Wort, sodass ich noch weit genug weg bin von deinem Text. Hast du wirklich ein Coaching gebucht, bei dem ich jede Szene mit dir besprochen habe und dadurch sehr viele Hintergründe etc. kenne, würde ich das Lektorat ebenfalls ablehnen, denn dann fehlt mir die nötige Distanz.

Wann ist ein Buch reif fürs Lektorat?

Sabrina Schuh: Dafür gibt es keine Faustregel. Es bringt nichts, zu sagen: Überarbeite dein Buch fünf Mal, dann kann es zum Lektor.
Was man allerdings sehr wohl sagen kann, ist, dass es keinen Sinn macht, das Buch direkt, nachdem man die erste Fassung beendet hat, ins Lektorat zu geben. Ich empfehle, dass man zunächst einen Überarbeitungsdurchgang macht, in dem es wirklich nur um Inhalte geht. Ist alles logisch und im Rahmen der Geschichte glaubhaft untergebracht? Habe ich Dinge angesprochen, die sich später verändert haben und nun angepasst werden müssen? Stimmen die Details wie Augen- und Haarfarben? Passen meine Dialoge zusammen und sind authentisch? Sind meine Figuren im allgemeinen authentisch, auch in ihrer Entwicklung? Entwickeln sich die Figuren in die richtige Richtung und tun sie es glaubhaft? Natürlich kann man hier noch weiter aufzählen, aber das sprengt definitiv den Rahmen.
Nach diesem Durchgang sollte ein zweiter folgen, der sich dann dem Stil widmet. Habe ich viele gleiche Satzanfänge? Wiederhole ich Wörter sehr häufig? Habe ich Füllwörter, die den Text unnötig aufblähen? Liest es sich flüssig? Dafür lohnt es sich zum Beispiel den Text auch mal laut zu lesen. Ist mein Schreibstil einheitlich oder muss ich ihn an manchen Stellen anpassen? Das passiert beispielsweise häufig, wenn man ein altes, angefangenes Manuskript fortsetzt, dessen Anfänge länger zurückliegen. Dann hat man als sich als Autor oft schon sehr weiterentwickelt und die alten Teile passen nicht mehr zu den neuen Teilen.
Wenn du das auch gemacht hast, dann empfiehlt es sich, das Manuskript einigen kritischen Testlesern zu geben, am besten kombiniert mit Fragen, worauf sie ihr Augenmerk richten sollen. Hier geht es um Verständlichkeit für Außenstehende, die kein Hintergrundwissen haben, aber auch um Spannung, Wirkung des Textes und der Figuren und auch um Logikfehler. Wenn du das Feedback der Testleser erhalten hast, schau es in Ruhe durch und bewerte es. Hierbei solltest du die Anmerkungen zunächst danach sortieren, was offensichtliche Fehler sind (zum Beispiel: wenn jemand zweimal nacheinander die gleiche Treppe hinunterläuft, ohne dazwischen wieder hochgegangen zu sein) und was Geschmackssachen sind (Charakter A ist total der unsympathische Stinkstiefel und sollte netter werden). Die Dinge, die wirklich Fehler sind, solltest du direkt rausarbeiten, bei Geschmacksfragen solltest du einerseits schauen, ob das eine Einzelmeinung ist oder ob sich das durchzieht, und andererseits, wie du selbst dazu stehst. Es hatte ja Gründe, warum du den Charakter so gestaltet hast. Wenn du das alles für dich abgewogen und eingearbeitet hast, solltest du noch einmal schauen, ob du dadurch auch andere Stellen anpassen musst. Bei den Änderungen gehst du dann noch mal den Stil durch und kann das Manuskript zum Lektor.

Natürlich könntest du es auch zu einem früheren Zeitpunkt ins Lektorat geben. Das ist allerdings auch eine Kostenfrage, denn natürlich kann man auch mit einer Rohfassung arbeiten, hier werden die Kosten allerdings deutlich höher, denn dann wird es deutlich mehr Zeit und Durchgänge brauchen, um dein Manuskript fertigzubekommen. Wenn du jedoch selbst gute Vorarbeit leistest, sparst du dir im Lektorat wirklich Geld – und sowohl dir und als auch deinem/deiner Lektor/-in Nerven.

Was darf ich von einem Lektor erwarten und was nicht?

Sabrina Schuh: Hier darf man nicht generell verallgemeinern, denn es kommt darauf an, was du buchst.
Bei mir gibt es min. zwei Durchgänge. Diese zwei sind im Basispreis enthalten, allerdings kann es sein, dass ich empfehle, weitere nachzubuchen, wenn man sieht, dass in Durchgang eins (Inhaltslektorat) so viele Anpassungen nötig waren, dass man nicht direkt ins Stillektorat gehen kann, sondern ein weiterer Durchgang zum Inhalt wegen der vielen Anpassungen Sinn macht.
Buchst du ein reines Inhaltslektorat, kannst du erwarten, dass folgende Punkte unter die Lupe genommen werden:

– Logik
– Spannungsaufbau
– Dialoge
– Charakterentwicklung
– Authentizität
– Kürzen von unnötigen Szenen
– Hinweis auf Lücken
– Plotdichte
– Glaubwürdigkeit der Geschichte
– teilweise Überprüfung der Recherche*

Was du nicht erwarten kannst, ist ein Stillektorat. Umgekehrt kannst du bei einem reinen Stillektorat obengenannte Punkte nicht erwarten, dafür aber Folgendes:

– Lesefluss
– Wortwiederholungen
– Füllwörter
– Satzanfänge
– Hinweis auf holprige Formulierungen, Redewendungen, Metaphern
– falsche Verwendungen von Wörtern*

Natürlich macht es großen Sinn, dass du beide Elemente prüfen lässt, daher empfehle ich eher Kombilektorate, aber gerade im Selfpublishing wird häufig auch nur eine Variante gewählt, um Kosten zu sparen. Ein/e gute/r Lektor/-in wird dich selbstverständlich auch auf Logikfehler hinweisen, wenn er/sie nur das Stillektorat macht, aber da das Hauptaugenmerk dann nicht auf solchen Aspekten liegt, wird er/sie da sicher weniger finden, als wenn er/sie sich voll darauf konzentriert.

Was du auf jeden Fall nicht erwarten darfst, ist, dass ich deine Recherchearbeit mache. Natürlich prüfe ich Fakten, wenn mir etwas komisch erscheint, aber wenn du zum Beispiel einen historischen Fantasyroman im alten Ägypten schreibst, kannst du nicht erwarten, dass ich jedes kleine Detail überprüfe. Das würde vollkommen den Rahmen sprengen und könntest du dir auch gar nicht leisten. Hier empfiehlt es sich, sehr gründlich zu recherchieren und bei Unsicherheiten vor das Lektorat einen Fachmann auf diesem Gebiet hinzuzuziehen, der nur die historischen Aspekte deiner Geschichte auf Herz und Nieren prüft, bevor du mit dem Lektor dann an die Geschichte selbst gehst.
Was du ebenfalls nicht erwarten kannst, ist eine großflächige Umarbeitung deiner Geschichte. Klar mache ich gerne an Stellen Vorschläge für passendere Wörter, allerdings ist es nicht meine Aufgabe, wenn du auf einer Seite zehn Mal das gleiche Verb benutzt, mir dafür Alternativen einfallen zu lassen. Ebenso kann ich deine Plotlöcher nicht für dich stopfen. Ich unterbreite dir gerne Vorschläge, was du vielleicht schreiben könntest, um die Löcher zu schließen, aber ich erfinde dir keine neuen Szenen und schreibe unlogische Szenen für dich um.
Außerdem kümmere ich mich im Lektorat nicht um deine Rechtschreib- und Kommafehler. Wenn mir was auffällt, dann mache ich das raus, aber ganz sicher ist das danach kein korrigierter Text, dafür musst du ein Korrektorat buchen.
Was du außerdem nicht erwarten kannst, ist, dass du heute kommen kannst, mir fünfhundert Seiten hinwirfst und die eine Woche später fertig sind. Erstens habe ich (und auch die meisten meiner Kollegen) in der Regel unsere Auftragsslots auf gewisse Zeit im Voraus vergeben und zweitens ist es ja nun auch so, dass ein Lektorat dauerhaft mit hoher Konzentration durchgeführt werden muss. Das ist also kein Job, bei dem man sich hinsetzen und zig Stunden am Stück durcharbeiten kann, weil man einfach mit der Zeit irgendwann unkonzentriert wird. Dann ist es Zeit für eine Pause.

* Diese Listen sind nicht vollständig, enthalten aber die wichtigsten Basics. Natürlich achten Lektoren noch auf vieles mehr, wenn sie gut sind, aber das sprengt den Rahmen.

weiterführende Links

Webseite
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Auroinnenwebseite
Facebook (Autorinnenseite)
Instagram

Im Gespräch mit Christian Milkus über epubli

Christian Milkus ist selbst Fantasy-Autor. Auf dem Litcamp Bonn 2019 habe ich Chris bereits getroffen, damals hat er zusammen mit Zippi eine Session zu Social Media für Autor*innen gehalten. Es freut mich daher sehr, ihn am Stand von epubli wieder zu sehen.

Stand epubli
Stand epubli (c)

Hallo Chris, schön dich wieder zu sehen, was erwartet uns an eurem Stand?

Christian Milkus: An unserem Stand wird dir als Erstes auffallen, wie viele verschiedene Menschen ihren großen Traum vom eigenen Buch bereits verwirklicht haben. Von Psychothriller bis Kinderbuch, von Biografie bis Ernährungsratgeber – die Vielfalt der bei uns veröffentlichten Bücher ist nahezu grenzenlos. Das zeigt sich auch in der Aufmachung: Wir bieten über 150 Ausstattungsvarianten an, sodass unsere Autor*innen für jedes Buch die passende Kombination aus u.a. Format, Bindungsart und Papierstärke finden werden.

Solltest du auch schon mit dem Gedanken gespielt haben, ein Buch zu veröffentlichen, bietet unser Stand daher ganz viel Motivation und Inspiration! 

Tatsächlich habe ich kürzlich ein Manuskript beendet und natürlich frage ich mich, ob und wo ich es veröffentlichen könnte.

Christian Milkus: Wenn du vorhast, dein Manuskript zu veröffentlichen, bist du bei uns genau richtig! Wir kümmern uns um Druck und Vertrieb, sorgen also dafür, dass dein Buch oder eBook im Buchhandel oder in den gängigen Online-Shops bestellt werden kann.

Die Veröffentlichung inkl. ISBN ist gratis, außerdem gibt es keine Vertragslaufzeit. Du bist also jederzeit absolut flexibel.

Von der tollen Qualität unserer Bücher kannst du dich ja bereits an unserem Stand überzeugen.

Was wir von dir für die Publikation brauchen, sind lediglich dein Manuskript, dein Cover und deine Metadaten. Alles andere erledigen wir. Bei dir Aufbereitung der Daten helfen wir dir natürlich, damit dein Buch am Ende so aussieht, wie du es dir schon immer vorgestellt hast. Dafür Bei Fragen erreichst du außerdem unsere Autorenberatung per Email und Telefon.

Das klingt ja verlockend einfach. Auf Twitter habe ich von vielen Autor*innen gelesen, dass sie aufgeregt einen Probedruck in den Händen halten, macht ihr das auch?

Christian Milkus: Ja, das bieten wir an. Bei uns ist es problemlos möglich, nur ein einziges Exemplar zu drucken. Wir empfehlen auch, vor der Veröffentlichung immer einen Probedruck zu machen, da man bei der gedruckten Fassung besser die Gestaltung unter die Lupe nehmen kann und vielleicht einen Fehler entdeckt, der einem digital niemals aufgefallen wäre.

Wird vom Buch eine bestimmte Auflage gedruckt oder jeweils auf Anfrage einzelne Exemplare? Sollte ich mir schon mal überlegen, wo ich zu Hause Platz habe zahlreiche Exemplare zu lagern?

Christian Milkus: Als Autorin kannst du Exemplare in jeder Auflage drucken, ob ein einzelnes Exemplar oder größere Auflagen inkl. Mengenrabatt. Wie viele du druckst, ist ganz dir überlassen. Ansonsten drucken wir im Print-on-Demand-Verfahren. Ein Exemplar wird also erst dann gedruckt, wenn es über den Handel bestellt wird.

Du sagtest ihr habt ca. 150 Ausstattungsarten, das klingt nach schwierigen Entscheidungen. Ich glaube es ist wichtig, um ein Gefühl dafür zu bekommen, auch Bücher von euch mal in der Hand zu halten. Wo habe ich dazu am besten Gelegenheit, wenn nicht gerade alles nur online statt findet?

Christian Milkus: Erstmal kannst du die Auswahl einschränken, je nachdem, was für ein Buch du drucken oder veröffentlichen möchtest. Für Kochbücher zum Beispiel sind ganz andere Varianten üblich als für Kinderbücher oder Romane. Für Romane ist das Taschenbuch-Format Standard, außerdem reicht in der Regel ein schwarz/weiß-Druck mit 90 g/cm²-Papier. Um dir bei der Entscheidung zu helfen, bieten wir auf unserer Seite zu allen möglichen Bücherkategorien (Kochbücher, Fotoalben etc.) Tipps zur Gestaltung an. Ansonsten kannst du natürlich auch einen Probedruck anfertigen lassen oder wir schicken dir kostenlos Proben unserer Papiersorten zu.

Unterstützt ihr mich auch im Marketing? Versendet ihr Rezensionsexemplare an Blogger?

Christian Milkus: Aktiv unterstützen wir unsere Autor*innen nur in besonderen Fällen, da sie als Selfpublisher selbst für das Marketing verantwortlich sind. Wir bieten ihnen aber zahlreiche Hilfestellungen auf unserer Seite in Form von Blogartikeln, Anleitungen und Leitfäden zum Herunterladen an. Rezensionsexemplare verschicken wir auch, dafür müssen sich die Blogger an unsere Presseabteilung wenden.

Dein eigener Roman „Das Feuer in mir“ ist ja im Drachenmond Verlag erschienen, könntest du dir vorstellen, das nächste auch selbst heraus zu bringen? Das Know How hast du dafür ja.

Christian Milkus: Tatsächlich habe ich bereits einen Roman („Der Schatten in mir“) im Selfpublishing veröffentlicht 🙂 Ich kann mir auch vorstellen, weitere Romane auf eigene Faust zu veröffentlichen. Ich entscheide bei jedem Projekt neu, wie ich es veröffentlichen möchte.

Weiterführende Links

Epubli

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Chirstian Milkus

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Im Gespräch mit Katharina Stein über Berlin Authors

Bücher schreiben ist eine einsame Tätigkeit wird oft gesagt, aber es gibt so viele tolle Möglichkeiten sich zu vernetzen und der Einsamkeit etwas entgegen zu setzen. Mit Katharaina Stein haben wir bereits über Lektorat und Lesungen gesprochen, jetzt stellt sie uns ihr Berliner Netzwerk vor. Kommt mir und wir lernen die Berlin Authors kennen.

Berlin Authors, Das Team von links nach rechts: Sophie, Jen, Katharina und Liv (c) davidxmcintyre
Berlin Authors, Das Team von links nach rechts: Sophie, Jen, Katharina und Liv (c) davidxmcintyre

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Katharina Stein: Da gibt es Vieles. Zum einen könnte dich das Cover unserer ersten Anthologie „Großstadtgefühle“ angesprochen haben, es könnte aber auch der Trubel rund um unseren Stand gewesen sein, der dich neugierig gemacht hat – wir kommen aus Berlin, bei uns ist immer etwas los. 😀

Am Wahrscheinlichsten ist aber, dass eine von vier Frauen in #BerlinAuthors-T-Shirts dich angelächelt und in ein Gespräch verwickelt hat.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Katharina Stein: Hi Stephanie, wir freuen uns riesig, dich kennenzulernen! Wir – das sind Sophie, Liv, Jen und Katha, mit der du dich gerade unterhältst. Zusammen haben wir Anfang 2019 das lokale Autor*innennetzwerk #BerlinAuthors gegründet. Das Besondere bei uns ist, dass wir für jeden offen stehen – egal ob gerade mit dem ersten Manuskript fertig wie, schon publiziert oder ganz neu dabei. Auch Genre oder Alter spielen für uns keine Rolle – jeder ist willkommen! Im Übrigen gilt das nicht nur für Schreiberlinge, sondern auch für alle, die irgendwie damit zu tun haben – Blogger*innen oder Lektor*innen zum Beispiel.

Mit dem Netzwerk geben wir einmal im Jahr eine Anthologie heraus. Unser Erstling mit dem Namen „Großstadtgefühle – Nächster Halt: Friedrichstraße“ ist dir vielleicht schon beim Näherkommen aufgefallen. Die Gewinne aus diesem Buch spenden wir für einen guten Zweck; alle zukünftigen Bücher sollen uns vor allem helfen, unsere Arbeit als Netzwerk zu betreiben. Die besteht daraus, einmal im Monat einen Literaturstammtisch, die Cocktail Connection, und ein Meet & Write zu organisieren. Außerdem stellen wir Workshops und Lesungen auf die Beine – und wenn es sich ergibt, sind wir auch offen für Kollaborationen und Experimente aller Art! Dafür kann man uns jederzeit anschreiben – wir unterstützen, wo wir können.

Übrigens läuft die aktuelle Ausschreibung für unsere diesjährige Anthologie mit dem Thema „Großstadtklänge“ noch bis zum 19. April – wenn du also aus Berlin oder Umgebung kommst oder jemanden aus der Ecke kennst, lohnt es sich, auf unserer Website vorbeizuschauen!

Berlin Authors (c)
Berlin Authors (c)

Die Hauptstadt ist für mich weit weg, denn ich wohne im schönen Bundesdorf Bonn. Virtuell spielen Entfernungen ja keine Rolle. Vernetzt ihr euch auch online oder liegt der Fokus bei euch auf dem Netzwerk vor Ort?

Katharina Stein: Klar gibt es uns auch digital, und wir freuen uns über jeden, der sich mit uns vernetzen will – man findet uns auf Facebook, Twitter und Instagram. Unsere Veranstaltungsangebote sind für den Moment aber tatsächlich auf Berlin beschränkt – letztes Jahr gab es aber zum Beispiel eine Live-Ausstrahlung auf Instagram einer Weihnachtslesung aus der Anthologie.

Du hast erzählt, dass ihr offen für alle seid. Es gibt ja verschiedene Netzwerke, die sich auf einzelne Genre spezialisieren, koorperiert ihr mit anderen Netzwerken?

Katharina Stein: Explizite Kooperationen gibt es bisher nicht, uns gibt es ja auch erst ein Jahr lang – aber wer weiß, was da noch so kommt? Wir sind für alle guten Ideen zu haben!

Berlin Authors (c)
Berlin Authors (c)

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Hier geht es zur Fakriro-Online in der Quarantäneedition.
Auch wenn es kein neues Programm mehr gibt, die Seite bleibt online und ein Blick ins Programm lohnt sich.

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an