Ein Blick auf den Schreibtisch von Laura Kier

Heute sind wir zu Gast bei Laura Kier. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Laura Kier (c)

Steckbrief von Laura Kier

  • Hybridautorin, Selfpublishing ist ihre Nummer 1
  • schreibt sich quer durch die Phantastik
  • 2 veröffentlichte Romane
  • Debütroman: „Perfektion – Die Veränderten“
  • Biologin & Softwareentwicklerin, tätig als freiberufliche Illustratorin und Autoren-Unterstützer

Wo schreibst du deine Romane?

Laura Kier: Am allerliebsten schreibe ich draußen in der Natur. Im Garten auf der Terrasse oder auch auf einer Bank mit Blick auf die Dünen. Da das leider nicht immer möglich ist, habe ich mir meinen Schreibtisch so eingerichtet, dass ich an alles leicht herankomme und gleichzeitig auch Inspiration sowie Motivation in Sicht ist. Vor allem aber mag ich es aufgeräumt. Zu viel Chaos auf dem Schreibtisch lenkt mich nur ab.

Grundsätzlich kann ich aber fast überall schreiben. Mein Smartphone habe ich immer dabei und so schreibe ich auch unterwegs oder im Bett mal ein paar Zeilen an meinen Texten weiter. Allerdings bin ich am Smartphone oder mit der Hand deutlich langsamer, deshalb liebe ich meinen Laptop oder meinen Standrechner. Vor allem den Standrechner, weil ich da eine mechanische Tastatur angeschlossen habe. Das Gefühl mag ich ganz besonders beim Tippen und ich kann darauf noch schneller schreiben.

Belana hilft mit, Laura Kier (c)
Belana hilft mit, Laura Kier (c)

Wann schreibst du am liebsten?

Laura Kier: Mir ist vor allem wichtig täglich zu schreiben. Ansonsten habe ich keine festen Zeiten. Mal geht es morgens besser, dann nachts, nachmittags … Eigentlich dann, wenn es gerade passt. Hauptsache jeden Tag ein paar Worte.

Gut, es gibt natürlich Tage, an denen komme ich nicht zum Schreiben – bei Mirgäne-Attacken zu tippen habe ich mir abgewöhnt. Genauso kann es Tage geben, an denen habe ich einfach überhaupt keine Lust, auch nur ein Wort zu Papier zu bringen. Manchmal zwinge ich mich dann dennoch dazu noch ein paar Wörter zu schreiben und das funktioniert dann oft auch sehr gut, aber es gibt auch Tage, da merke ich, dass Zwang mich nur wieder in den Leistungsdruck katapultiert und das möchte ich vermeiden.

Mittlerweile habe ich aber eine ganz gute Balance gefunden regelmäßig zu schreiben, mir schreibfreie Tage zu erlauben und gleichzeitig gut bei meinen Projekten vorwärts zu kommen.

Konzentrierst du dich auf nur ein Schreibprojekt oder arbeitest du gleich an mehreren?

Laura Kier: Im Normalfall arbeite ich an mehreren Projekten parallel. Dadurch kann ich gut wechseln, wenn ich bei einem Projekt  nicht vorwärts komme oder schlicht keine Lust darauf habe. Natürlich brauche ich dadurch länger, um mal wieder ein „Ende“ unter ein Manuskript zu schreiben. Deshalb gibt es auch immer wieder Phasen – z.B. im NaNoWriMo im November – in denen ich meine Aufmerksamkeit auf ein Projekt fokussiere, damit ich dort in großen Sprüngen vorwärts komme.

Gerade bei neuen Ideen habe ich mir angewöhnt, diese zu notieren – mal mehr, mal weniger stark ausformuliert – und dann in mein Backlog zu schieben. Dort tummeln sich schon diverse Plotbunnys, die irgendwann noch umgesetzt werden wollen. Neue Ideen nehme ich selten sofort auf meine aktuelle Schreibliste, auch wenn sich da oft 2-4 Projekte tummeln. Ich habe für mich festgestellt, dass viele Ideen erst einmal reifen müssen, bevor ich sie schreiben möchte.

Kiki liest mit, Laura Kier (c)
Kiki liest mit, Laura Kier (c)

Was inspiriert dich zum Schreiben?

Laura Kier: Meine Inspiration kommt überall her. Sei es ein Traum, ein Song, ein Film, ein Erlebnis … Es gibt kaum etwas, was mich nicht zu einer Idee inspiriert. Aber nicht alle Ideen nehme ich als Roman-Idee oder ähnliches in meinem Backlog auf. Manche Ideen sind einzelne Szenen oder Eindrücke, die ich in meine Projekte einbaue. Zum Beispiel Sinneseindrücke bei einem Waldspaziergang.

Ich gehe mit offenen Augen durch das Leben und sammle Eindrücke. Dann brauche ich nur darauf zu warten, dass mich ein neues Plotbunny anhüpft. Da das ständig passiert, habe ich auch keine Angst, dass mir die Ideen ausgehen. Wenn ich alle meine Ideen, die ich bereits gesammelt habe, zügig umsetzen würde, wäre ich wahrscheinlich schon jetzt zehn Jahre lang beschäftigt.

Aus den Plotbunnys kommt auch meine Motivation. Viele Ideen begeistern mich so sehr, dass ich lange die Motivation für das Projekt hochhalten kann. Meistens bis die Projekte auch fertig sind.

Auch ein Blick in mein „das habe ich schon veröffentlicht“-Regal motiviert mich, weil ich mich immer freue, wenn neue Bücher dazukommen.

Nutzt du bestimmte Schreibtechniken?

Laura Kier: Meine Schreibtechnik heißt: „Idee!“ und dann einige Zeit später „hinsetzen und schreiben“. Ich plane nur sehr selten etwas, sondern schreibe im Normalfall aus dem Bauch heraus, wie sich für mich der Plot stimmig ergibt. Oft erreiche ich dabei nicht die Eckpunkte, die mir mit der Idee gekommen sind, aber das macht nichts, weil es sich beim Schreiben besser und vor allem kreativer entwickelt. Ich mag es, mich selbst zu überraschen und dabei spannende Abenteuer zu erleben.

Auch Laura Kiers Arbeitsplatz (c)
Auch Laura Kiers Arbeitsplatz (c)

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Laura Kier: Schreib das Ding zu Ende! Und damit meine ich nicht nur den ersten Teil einer Reihe, sondern alle. Veröffentliche nie den ersten Teil, wenn die folgenden noch nicht fertig sind. Das hat mich bei meinem Debüt so sehr unter Leistungsdruck gesetzt, dass ich mich komplett selbst blockiert habe. Die Leser fragten verständlicherweise nach der Fortsetzung und ich konnte nicht liefern.

Jetzt, zwei Jahre später, ist der Text zwar endlich im Lektorat, aber es zieht sich immer noch, außerdem komme ich mit anderen Projekten dadurch nicht so vorwärts, wie ich gerne würde.

Zu Ende schreiben hat noch einen großen Vorteil: Du lernst nicht nur Anfänge gut zu schreiben, sondern einen ganzen Roman mit allen Hürden, Schwierigkeiten und auch der Befriedigung das Ding fertig zu stellen.

Au welche Veröffentlichung von dir dürfen wir uns als nächstes freuen?

Laura Kier: Tatsächlich soll als nächstes die Fortsetzung und damit auch der Abschluss von meinem Debüt „Perfektion – Die Veränderten“ herauskommen. Wann genau ist noch nicht ersichtlich, aber auf jeden Fall dieses Jahr.

Perfektion - Die Veränderten ~ Laura Kier (c)
Perfektion – Die Veränderten ~ Laura Kier (c)

Um was geht es in „Perektion – Die Veränderten“?

Laura Kier: Die Welt ist so zerstört, dass das Erbgut der Menschen unbrauchbar wurde, um Kinder zu bekommen. DNA-Veränderungen sind deshalb beim skrupellosen Forschungskonzern Genteck Systeme die Regel, um womöglich wieder mehr Kindern das Leben schenken zu können. So wurde auch Adara, als eine von wenigen, schwanger – doch ist Genteck Systeme der richtige Ort, um ein Kind aufwachsen zu lassen?


Herzlichen Dank für das Interview!

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Ein weiteres Interview mit Laura Kier gibt es bereits im Rahmen des Märchenspinnerei-Specials des Fakriro-Talk.

Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von L.A. Gunn

Heute sind wir zu Gast bei L.A. Gunn. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

L A Gunn (c) Nannis Welt
L A Gunn (c) Nannis Welt

Steckbrief von L.A. Gunn

  • Selfpublisher
  • Genre: Krimi
  • 1 veröffentlichter Roman (Neuerscheinung in Kürze)
  • Debütroman: London´s Lost
  • arbeitet als Justizbeamter

Wo entstehen deine Kriminalromane?

L.A. Gunn: Meine Schreibarbeit ist momentan noch etwas chaotisch. Vor Corona habe ich oft im Café geschrieben, einfach, weil ich den dort herrschenden Geräuschpegel sehr mag. Das Hintergrundgebrabbel hilft mir, mich zu konzentrieren. Im Moment schreibe ich zuhause an meinem Schreibtisch. Da steht ein Laptop, zwei Schreibmaschinen und seit neustem auch eine Bankerlampe! So eine wollte ich schon immer. Ein Whiteboard hilft mir, den Überblick über den aktuellen Kriminalfall zu behalten.

Manchmal schreibe ich auch alles mit der Hand, vor allem, wenn ich unterwegs bin. Wenn man den Text dann abschreibt, kann man ihn direkt überarbeiten. Außerdem macht es mir sehr viel Spaß, zu schreiben.

Wann schreibst du am liebsten?

L.A. Gunn: Ich sage immer, ich bin ein Guerilla-Schreiber. Entweder es sind 20 000 Worte oder keins. Auch wenn ich weiß, dass ein Schreiballtag besser wäre, lässt es sich in meiner momentanen Situation (beruflich und familiär) einfach nicht einrichten. Grundsätzlich schreibe ich am liebsten morgens. Zur Zeit komme ich – wenn überhaupt – nur spät abends dazu.

Schaffst du es konzentriert nur an einem einzigen Schreibprojekt zu arbeiten?

L.A. Gunn: Tatsächlich arbeite ich an mehreren Sachen. Das war schon immer so. Ich schaue immer mehrere Serien, lese mehrere Bücher gleichzeitig. Im Fokus ist immer die Fortsetzung von London’s Lost, aber die anderen Projekte schwingen immer mit und Ideen werden sofort notiert.

Was inspiriert dich?

L.A. Gunn: Die Inspiration für London’s Lost nahm ich anfangs aus einem Brettspiel. Wegen Copyright schrieb ich dann aber schnell meine eigenen Geschichten und die basieren auf täglich Erlebtem, kuriosem aus der Tagespresse oder Geschichten von Bekannten und Familienmitgliedern. In jedem Fall von June und Lihla steckt also ein Fünkchen Wahrheit.

Wie gehst du beim Schreiben vor?

L.A. Gunn: Bei einem Krimi finde ich die Planung wichtig. Die Kunst dabei ist, das Konstruierte nicht so erscheinen zu lassen, und das ist mitunter sehr schwierig. Als Leser mochte ich es nie, für dumm verkauft zu werden. Ich mochte es, wenn ich mitfiebern konnte. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn die Protagonisten und der Leser den gleichen Wissensstand haben. Ich plane den Fall. Hier gehe ich üblicherweise von der Auflösung rückwärts. Die Interaktionen der Protagonisten plane ich eigentlich nie, das passiert einfach.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

L.A. Gunn: Ich habe am Anfang den Fehler gemacht, und wollte UNBEDINGT veröffentlichen. Ich war so euphorisch, dass ich es nicht abwarten konnte – und dabei passierten einige Fehler. Obwohl das Buch mehrmals von mir und von Testlesern und einem Hobbylektorat gelesen wurde, fanden sich in der Printausgabe immer noch Fehler. Das ist sehr schade, weshalb ich alles noch einmal komplett überarbeitet habe. Es wird auch komplett neu lektoriert und erscheint in den nächsten Monaten nochmal neu, um den Fehlstart auszugleichen.

Um was geht es in London´s Lost?

L.A. Gunn: Es geht darin um June und Lihla, zwei ungleiche Detektivinnen zu Sherlock Holmes Zeiten. Sie klären gemeinsam mysteriöse Fälle auf und stoßen schließlich auf die Polizeiakte von Jack the Ripper.


Herzlichen Dank für das Interview!

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Tea Loewe

Heute sind wir zu Gast bei Tea Loewe. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Schreibtisch von Tea Loewe (c)
Schreibtisch von Tea Loewe (c)

Steckbrief von Tea Loewe

  • Verlagsautorin und als Selfpublisher in einer Anthologie für einen guten Zweck vertreten
  • schreib vorrangig Fantasy, am liebsten High Fantasy
  • ein veröffentlichter Roman
  • Debütroman: Das Geheimnis von Talmi’il
  • Psychologin & Suchttherapeutin

Wie dürfen wir uns deinen Schreibplatz vorstellen?

Tea Loewe: Mein Schreibtisch zu Hause steht in einer Ecke unseres Wohnzimmers. Von Hand zusammengeschustert, damit er überhaupt reinpasst. Und so klein, dass er eher eine gute Ablage als eine Arbeitsfläche bildet xD. An meinem neuen Roman arbeite ich daher entweder am Esstisch oder auch mal auf der Couch im Liegen. Zumeist aber in einer Bäckerei in unmittelbarer Nähe zur KiTa meiner Tochter. Der Sitzbereich dort ist modern eingerichtet, meist sehr leer, aber ordentlich und weitestgehend ablenkungsfrei. Wenn es draußen warm und trocken ist, findet man mich auch mal im Park unter einem Baum. Ich habe es ungern totenstill, sondern brauche immer einen seichten Geräuschpegel im Hintergrund. Ob das Vogelzwitschern oder Tellerklappern ist, spielt dabei weniger eine Rolle. Manchmal tut es auch Musik im Ohr, aber das ist unterschiedlich.

Wann schreibst du am liebsten?

Tea Loewe: Leider habe ich im Moment eher ungeregelte Schreibzeiten, da mir dank Hauptjob (den ich aber auch sehr gern mache) und Kindern wenig Freiräume bleiben. Manchmal kann ich bewusst nach der Arbeit eine Schreibstunde einfügen bevor ich die Kinder abhole und alle 2 bis 3 Wochen habe ich einen Schreibfreitag, an dem ich ein paar Stunden am Stück Zeit habe. Am besten kann ich tatsächlich tagsüber schreiben, wenn es im Sommer zeitig hell ist, auch mal morgens eine halbe Stunde vorm alltäglichen Chaos. Abends gelingt mir das meist auch nur, wenn es draußen lange hell ist. Irgendwie reagiert mein Körper ordnungsgemäß auf Licht und schickt mich im Winter zeitig schlafen xD.

Konzentrierst du dich auf ein einziges Schreibprojekt oder schreibst du flexibel?

Tea Loewe: Ein Roman braucht viel mehr Zeit, Planung, Tiefe und Komplexität als eine Kurzgeschichte – zumindest bei mir – weshalb ich auch nur an einem großen Projekt zeitgleich arbeiten kann. Wenn mir dazwischen neue Ideen für andere Projekte kommen, werden die aufgeschrieben und weggeheftet für den richtigen Zeitpunkt. Was ich aber sehr gern mache, ist, zwischen große Projekte mal eine Kurzgeschichte zu schieben. Das hilft mir total, vom aktuellen Projekt auch mal den Kopf wieder freizubekommen und durchzuatmen. Eine Kurzgeschichte ist schneller geplottet und schneller fertig. Das hilft dem AutorenEgo xD. Und danach kann ich auch in die komplexe Welt meines aktuellen Romans wieder besser eintauchen.

bisherige Veröffentlichungen von Tea Loewe
bisherige Veröffentlichungen von Tea Loewe (c)

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben?

Tea Loewe: Die Motivation kommt irgendwo aus mir heraus. Keine Ahnung. Mein kreativer Kanal schreit, wenn mein Leben ausreichend ruhig verläuft, danach, gepflegt zu werden. Irgendwie war ich schon immer eine kreative Nudel, hab ständig irgendwas gemacht und entworfen und mich ausprobiert. Nun ist es seit Längerem das Schreiben, mit dem ich einen kontinuierlichen Weg gefunden habe. Ohne Schreiben würde mir einfach total was fehlen.

Was inspiriert dich?

Tea Loewe: Inspirationen kommen von überall her. Manchmal fallen irgendwelche Worte oder Sätze, zu denen mir ganze Universen in den Kopf springen, manchmal ist es auch nur eine aktuelle Stimmungslage, die mir zB hilft, eine Konfliktszene gut auszuarbeiten. Die meisten Inspirationen entspringen meinem Kopf selbst, indem ich Plots und Szenen hin- und her-, hoch- und runterspule und nachdenke, was jetzt Sinn macht, womit ich die Protagonisten ärgern könnte, was sie da eigentlich antreibt. Und meist entwickeln meine Ideen – trotz aller Plotterei – ein organisches Eigenleben. Sie entwickeln sich ab einem bestimmten Punkt quasi auch ein bisschen selbständig.

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Tea Loewe: Ich habe vor allem am Anfang furchtbar viel intuitiv geschrieben. Ein Glück ist davon in meiner ersten Veröffentlichung nicht mehr so viel übrig geblieben xD. Mittlerweile lerne ich immer besser, bestimmtes Handwerkszeug einzusetzen: Show, don’t tell; Motivation-Reaction-Units; Szenenaufbau; Infodump; uvm. Ich könnte dazu vermutlich stundenlang referieren, wenn man mich ließe … oder besser nicht. Lol.

Ich bin gerade dabei, mir anzugewöhnen, mit meiner Ersttestleserin und Lieblingslektorin öfter vorzuploten. Danach folgt in der Regel ein Detailplot und das wilde Niederschreiben erster Ideen für eine einzelne Szene oder ein Kapitel. Danach schreibe ich einfach drauflos. Egal wie es klingt und wo Lücken bleiben. Nach einer Pause lese ich alles nochmal und fange an, handwerklich drüberzuarbeiten (Wortdopplungen, korrekter Point-of-View, Atmosphäre schaffen, usw.)

Wenn jemand Fragen zu irgendeinem der Begriffe hat, möge er mich gern kontaktieren xD.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Tea Loewe: Tipp1: Fangt einfach an zu schreiben! Das ist der erste Schritt. Und wisst, dass es mitnichten perfekt sein wird. Anfängerkrankheiten hat jedes Manuskript. Immer. Selbst bei erfahrenen Autoren gibt es genug zu finden und zu verbessern. Ich würde mein Leben lang nicht mehr auf ein Lektorat verzichten wollen. Meine Ersttestleserin hat sich mittlerweile den Namen „Reißwolf“ verpasst – zu Recht. Sie zerhackt mir alles, das nicht Niet- und Nagelfest ist und das ist so verdammt wichtig. Aber es hat einige Jahre gedauert, bis wir derart offen und vertrauensvoll zueinander gefunden haben.

Tipp 2: Wenn ihr nach Kritik fragt, beschwert euch nicht, wenn ihr welche bekommt. Besser die Testleser und Lektoren fischen es raus, als später der eigentliche Leser.

Tipp 3: Verzichtet niemals – und ich meine wirklich NIEMALS – auf ein gutes Lektorat. Ein Lektorat ist nicht gleichzusetzen mit einem Korrektorat. Ein Korrektor schaut nur auf Rechtschreibung und Grammatik, ein Lektor hingegen auf den Plot, die Charakterentwicklung, den Szenenaufbau, die Absatzgestaltung, den Sprachstil etc. Auch ein guter Lektor kann niemals gleichzeitig auf den Inhalt und die Grammatik achten. Ob ihr zu einem Verlag geht oder über Selfpublishing nachdenkt ist aus meiner Sicht eine sehr individuelle Entscheidung. Aber egal wie – gönnt euch Lektorat UND Korrektorat.

Gerade für angehende Autoren können kleine Verlage eine große Chance sein. Sie nehmen auch Manuskripte unerfahrener Autoren entgegen und arbeiten mit ihnen gemeinsam daran, besser zu werden. Man verdient vielleicht nicht viel Geld damit und erlangt keinen Ruhm, aber das schafft man als Selfpublisher mit dem ersten Buch auch selten. Dafür kann man aber eine riesige Menge an Erfahrung mitnehmen, etwas, dass ich nicht missen möchte. Der Erfahrungsschatz ist in Geld nicht aufzuwiegen. Aber man erlangt ihn auch nur, wenn man sich nicht für den tollsten Autor aller Zeiten hält, sondern offen dafür ist, zu lernen 😉

 Das Geheimnis von Talmi'il  ~ Tea Loewe
Das Geheimnis von Talmi’il ~ Tea Loewe (c)

Erzähl uns bitte was über deinen Debütroman.

Tea Loewe: Mein Debütroman ist im August erschienen beim Hybrid Verlag, einem kleinen Verlag aus dem Saarland. Für mich als Leipziger total um die Ecke xD, aber in Zeiten der Digitalisierung auch keine Katastrophe. Wir haben insgesamt 1 Jahr lang mit 2 Lektorats- und einem Korrekturdurchlauf an dem Buch gearbeitet – Hand in Hand, eng und offen. Ich durfte beim Cover super viel mitbestimmen und habe auch da sehr eng mit dem Grafiker zusammengearbeitet. Das hat mir großen Spaß gemacht, wenn es auch ein hartes Lehrjahr mit vielen abendlichen Arbeitsstunden (die mir ja eigentlich nicht liegen) war.

Mein Debüt „Das Geheimnis von Talmi’il“ ist ein klassischer High Fantasy Roman in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Es geht um zwei Königreiche, eine uralte Fehde und eine Todeswelle aus Magie. Als das Zarkonische Reich förmlich überrollt wird, reitet ein Rettungstrupp in die Ruinen von Talmi’il um der alten Sage nach einer magischen Waffe zu folgen, die als einzige Rettung für das Reich gilt. Auf dem Weg begeht Thronfolger Migal Zarkon jedoch einen schweren Fehler, der nicht nur sein eigenes Schicksal verändert.

Beim Verlag gibt es eine XXL-Leseprobe. Das Buch ist als Softcover oder EBook erhältlich auch bei KU.

Herzlichen Dank für das Interview und die tollen Tipps

Tea Loewe: Wer sich für mein nächstes Projekt interessiert, darf mir gern auf Facebook oder Instagram folgen. Die #wairua_trilogie ist am Entstehen, wird aber noch einige Zeit brauchen.

Ein Tipp, den ich oben vergessen habe und den ich beim neuen Projekt unbedingt berücksichtigen will – auch wenn es manchmal schwer fällt: Gut Ding will Weile haben!

Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Charles C. Nox

Heute sind wir zu Gast bei Charles C. Nox. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Portrait von Charles C. Nox
(c) Charles C. Nox

Steckbrief von Charles C. Nox

  • Selfpublisher
  • Genre: Horror
  • 2 veröffentlichte Romane
  • Debütroman: „Die Box“
  • Studiert Politikwissenschaft

Wo steht dein Schreibtisch?

Charles C. Nox: Mein gegenwärtiger Schreibtisch steht in einem Wintergarten mit ziemlich vielen Fenstern. Das ist auch der Ort, an dem ich gerade mein aktuelles Buch schreibe.

Grundsätzlich muss es ruhig sein, damit ich mich konzentrieren kann. Deshalb eignet sich eigentlich jeder Raum dafür der eine Tür hat.

Was brauchst du zum Schreiben?

Charles C. Nox: Einen Computer, etwas zu trinken und Ruhe.

Wie passt das Schreiben in deinen Alltag?

Charles C. Nox: Ich kann sowohl morgens als auch abends schreiben, aber am liebsten morgens, da ich da aufgeweckter bin.

Schreibzeiten im engeren Sinne habe ich nicht, ich nehme mir aber am Tag eine spezielle Anzahl an Wörtern vor, die ich tippen möchte und das ziehe ich dann in der Regel durch.

Zurzeit ist es so, dass ich das Schreiben meinem Alltag anpasse. Habe ich morgens keine Zeit, dann schreibe ich eben abends und schaue dafür eben kein Fernsehen. Mir ist im Grunde nicht wichtig wann genau ich schreibe, sondern wie viele Wörter ich am Tag auf Papier bekomme.

Die Box ~ Charles C. Nox
Die Box ~ Charles C. Nox (c)

Arbeitest du an einem oder mehreren Schreibprojekten gleichzeitig?

Charles C. Nox: Ich arbeite immer nur an einem Projekt, auch wenn es nur eine Kurzgeschichte ist. Deshalb gibt es auch keine Überschneidungen zwischen mehreren Projekten. Sobald ich angefangen habe, bin ich nur in dieser jeweiligen Welt drin und Ideen, die mir dann einfallen, passen in der Regel dann auch zu nur dieser Welt.

Was begeistert dich am Schreiben?

Charles C. Nox: Ich finde das Schreiben großartig und kann mir nichts Besseres vorstellen. Es sind die vielfältigen Ideen, die mir Freude bereiten und ich finde es immer wieder spannend in neue, faszinierende Welten einzutauchen.

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Charles C. Nox: Zuerst ist da immer die Idee. Je nach Idee entscheide ich, ob sie sich für einen Roman oder eine Kurzgeschichte (oder gar nicht) eignet. Eignet sie sich für einen Roman sammele ich zwei Tage was mir zu dieser Idee einfällt und schreibe es auf. Dann fange ich an zu tippen und meistens schaue ich nicht mehr in die Unterlagen : ). Eine spezielle Schreibtechnik nutze ich nicht. Einfach immer ein Wort nach dem anderen.

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden AutorInnen geben?

Charles C. Nox: Ich würde jedem, der gerne Schreiben möchte, raten, dass er oder sie schreiben soll. Man muss es einfach machen, dann wird es funktionieren. Schreiben ist wie Stricken – irgendwann hat man den Faden raus.

Im Magen des Clowns ~ Charles C. Nox
Im Magen des Clowns ~ Charles C. Nox (c)

Stell uns doch kurz dein aktuelles Buch vor?

Charles C. Nox: Mein aktuelles Buch heißt „Im Magen des Clowns“ und ist Ende November 2019 erschienen. In diesem Buch geht es um einen jungen Mann, der leider das Pech hat von einem Clown verschluckt zu werden. Im Laufe der Geschichte erfährt man nicht nur, wie es in einem Clown aussieht, sondern auch, wie bösartig es dort drinnen zugehen kann.

Im Jahr 2020 stehen zwei weitere Veröffentlichungen an. Die nächste hoffe ich April oder etwas danach herauszubringen. Auf das nächste Buch freue ich mich sehr und ich bin gespannt, wie es bei den Lesern ankommen wird.


Herzlichen Dank für das Interview!

Hier findet ihr Charles Nox online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Gabi Büttner

Heute sind wir zu Gast bei Gabi Büttner, die auch ein Teil des Autorenduos Jaden Qinn (in dem Fall Quinn) ist. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Gabi Büttner
(c) Gabi Büttner

Steckbrief von Gabi Büttner / (Jaden) Quinn

  • Selfpublisherin
    Gabi Büttner: Wir hatten einen Verlag. Es war ein Reinfall und wir wurden um unsere Tantiemen betrogen. Seitdem hat sich das Thema Verlag für mich erledigt. Ich bin und bleibe Selfpublisher.
  • Genre: Dystopie und Krimi und unter dem Pseudonym Jaden Quinn Thriller
  • Vier veröffentlichte Romane, dazu drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Unter dem Pseudonym Jaden Quinn zwei Romane und eine Kurzgeschichte. Zwei weitere Veröffentlichungen sind in 2020 geplant.
  • Debütroman: Die Macht der Clans Band 1
    Debütroman des Autorenduos Jaden Quinn: Blake McLain
  • Arbeitet für einen kleinen Kinderbuchverlag, wo sie Buchausstellungen in Kindergärten vereinbart und betreut

Was benötigst du zum Schreiben?

Gabi Büttner: Mein Schreibtisch steht in meinem Wohnzimmer, direkt neben dem großen Fenster. Obwohl ich einen Laptop zum Schreiben benutze, brauche ich meinen festen Arbeitsplatz am Schreibtisch. Der quillt zumeist über vor lauter Notizzetteln. Ich notiere fast alles. Blogger, mit denen ich zusammenarbeite, geplante Aktionen, Plotplanung, Ideen …

Allerdings schreibe ich dort nur im Winter. Im Sommer bin ich auf unserem Platz am Arnumer See, sitze dort unter dem Pavillon am Gartentisch, oder im Wohnwagen auf der großen Liegefläche und schreibe dort. 😊

Zum schreiben benötige ich zwingend Musik. Am besten so laut, dass ich meine Gedanken nicht mehr höre. Einfach Finger auf die Tastatur und los geht es. Je härter die Musik dabei ist, umso besser.😊

Beim Überarbeiten und Lektorieren muss die Musik allerdings leise sein. Am besten eine Playlist, die ich in und auswendig kenne, sodass ich sie gar nicht bewusst wahrnehme. Aber Musik muss immer sein. Und Kaffee! Der darf aber sowieso nie fehlen. Ohne bin ich nicht funktionstüchtig 😀

Schreibtisch von Gabi Büttner (c) Gabi Büttner
Schreibtisch von Gabi Büttner (c) Gabi Büttner

Wie sieht deine Schreibroutine aus?

Gabi Büttner: Am liebsten schreibe ich nachts. Ich mag die Atmosphäre, das Gefühl der Ungestörtheit, das Wissen kein Anruf, kein klingeln an der Tür reißt mich aus einer Szene. Da ich aber einen Brotjob habe, bei dem ich relativ früh anfangen muss habe ich meine Schreibzeit auf den frühen Morgen verlegt. Zumindest an den Wochenenden. In der Woche schreibe ich am frühen Abend.

Ich habe dabei einen recht geregelten Tagesablauf.

Nach Feierabend erledige ich den Einkauf oder Hausarbeiten, dann eine Stunde Facebook (falls Beiträge zu schreiben sind oder Aktionen laufen werden es auch mal zwei Stunden) danach Abendessen. Wenn ich einen Lektoratsauftrag habe, folgen dann zwei Stunden Arbeit am Lektorat, danach ist Schreib- oder Überarbeitungszeit. Ich schreibe regelmäßig, mindestens 500 Wörter am Tag.  Manchmal dauert das 20 Minuten, manchmal eine Stunde, je nachdem, wie es fließt. Aber so ist gewährleistet, dass ich vorankomme, egal wie hektisch das Realife gerade ist. Natürlich gibt es auch Tage, da fließt es richtig aus mir raus. An denen sitze ich auch mal bis zu vier Stunden am neuen Manuskript. Meist ist das am Wochenende der Fall.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wenn ich mit jemanden zusammen schreibe, kommt es durchaus vor, dass wir bis zu 16 Stunden täglich schreiben. Okay, da hatten wir beide frei und es hatte etwas von einem Schreibrausch, aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Der Muskelkater am nächsten Tag und die Nackenverspannung waren allerdings nicht ganz so spaßig ^^

Überhaupt liebe ich es, zu zweit zu schreiben, immer im Chat und nicht kapitelweise, wie es oft getan wird. Die Dynamik ist anders, die Dialoge lebendiger, die Reaktionen authentischer. Natürlich funktioniert das nur, wenn man mit der anderen Autorin / dem anderen Autor harmoniert.

Bei Jaden (meiner Mitautorin der McLain-Reihe von Jaden Quinn) und mir ist das absolut der Fall. Was die eine denkt, schreibt die andere. Oft im selben Moment *- *

Bei Silvia Nagels und mir (Wir haben zusammen den Krimi Mondscheingift geschrieben, der unter unseren beiden Klarnamen veröffentlicht wurde) klappte das aber auch sehr gut.

Zum Abschluss des Tages lese ich eine Stunde oder schaue eine Folge einer Serie. Einen Tag in der Woche, meist am Montag, nehme ich mir schreibfrei und versuche mich mit Freunden zu treffen.

Mondscheingift ~ Gabi Büttner & Silvia Nagels (c) Gabi Büttner
Mondscheingift ~ Gabi Büttner & Silvia Nagels (c) Gabi Büttner

Arbeitest du streng an einem einzigen Projekt oder gleich an mehreren?

Gabi Büttner: Eigentlich arbeite ich immer an irgendeinem Projekt. Zumindest was das Schreiben betrifft. Ich gehöre leider nicht zu den Autoren, die synchron schreiben können. Ein Manuskript muss immer erst abgeschlossen sein, bevor ich mich auf etwas Neues einlassen kann. Überarbeiten hingegen ist etwas anderes. Aktuell sitze ich am Feinschliff vom dritten Band der McLain-Reihe, der im Mai 2020 unter Jaden Quinn erscheint. Zudem plotte an einem Thriller, der ebenfalls im Frühjahr 2020 unter meinem Klarnamen veröffentlicht werden soll. Dann coache ich eine Autorin inklusive Lektorat, lektoriere ein weiteres Manuskript und plane das Marketing für 2020 vor.

Neue Ideen werden notiert und kommen in den – überquellenden – Ideenordner 😀

Woher nimmst du deine Inspiration?

Gabi Büttner: Inspiration ist überall um mich herum. Das kann eine Person sein, eine bestimmte Körperhaltung, eine Geste, Satz, selbst ein Wort.  Und schon entspinnt sich eine Geschichte. Obwohl nein, eigentlich erscheinen immer zuerst die Protagonisten in meinem Gedanken.  Ich frage dann, wer sie sind, was sie wollen. Was sie antreibt, was ihre Ziele sind, was sie daran hindert sie zu erreichen. Und dann erzählen sie mir ihre Geschichte. 😊

Plottest du oder schreibst du drauf los?

Gabi Büttner: Ich bin eher ein Spontanschreiber. Dieses Ding mit dem detaillierten plotten habe ich versucht, bin aber gnadenlos gescheitert. Ebenso mit diesen 3.5.7 sonst was Methoden. Ich kenne meine Charaktere, gute wie schlechte, in und auswendig. Weiß wo ihre Grenzen liegen, treibe sie allzu gerne darüber hinweg. Ich weiß, wo sie am Beginn einer Geschichte stehen, und wo sie am Ende stehen sollen. Das war es auch schon. Alles andere passiert beim Schreiben.

Genauso ist es auch beim Schreiben zu zweit. Nur dass wir dabei vor Beginn eins neuen Kapitels absprechen was darin passieren soll. Wie es passiert, entscheidet sich während des Schreibens.

Die Macht der Clans ~ Gabi Büttner (c) Gabi Büttner
Die Macht der Clans ~ Gabi Büttner (c) Gabi Büttner

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden AutorInnen geben?

Gabi Büttner: Ich tue mich ja immer etwas schwer anderen Autoren Tipps zu geben, denn jeder arbeitet anders. Allerdings ist das Schreiben ein Handwerk, dessen Regeln ein Autor zumindest kennen sollte. Sich am Anfang darüber zu informieren halte ich für wichtig. Welche Perspektive soll gewählt werden, was bedeutet Show, don´t Tell und wie setzte ich das um? Dasselbe mit Kill your Babies, Regeln der wörtlichen Rede, wie kennzeichne ich Gedanken im Text. Warum sollte ich auf Füllwörter verzichten. All das ist nur ein kleiner Teil des Handwerks.

Ebenso wichtig ist die Vernetzung. Knüpft schon vor der ersten Veröffentlichung Kontakte zu anderen Autoren, zu Bloggern, zu Testlesern. Nicht nur für das Marketing auch für allgemeinen Austausch ist diese Vernetzung Gold wert.

Auch Feedback ist wichtig. Aber dossiert. Als ich angefangen habe zu schreiben, habe ich regelmäßig einzelne Kapitel zur Besprechung in einem Autorenforum gepostet. Das Ergebnis? 10 Kommentare mit 11 verschiedenen Meinungen. Ich war dadurch derart verunsichert, dass ich darüber nachdachte, mit dem Schreiben aufzuhören. Bis ich Regel Nummer eins lernte: Du kannst es nicht allen recht machen. Das geht einfach nicht. Also bleib deinem Stil treu, sei aber offen für Neues und bleib bereit immerfort dazu zu lernen.

Auch war ich am Anfang meines Autorenlebens der Meinung ich bräuchte kein Lektorat. Wozu? Ich weiß ja, was ich geschrieben habe und so ein Lektorat kostet eine Menge Geld. Nun, die Meinung hat sich grundlegend geändert, als ich bei einem Kapitel nicht vorankam. Irgendetwas störte mich daran, ich konnte aber den Finger nicht drauflegen. Also habe ich bei Facebook in einer Autorengruppe gefragt, wer einmal einen Blick aus dieses Kapitel werfen könnte. Es haben sich mehrere gemeldet, mit dem oben erwähnten Ergebnis. Es war allerdings auch ein Mann dabei, der es mit einem einzigen Satz schaffte, mir aufzuzeigen, wo mein Fehler lag. Oliver Jung Kostik   ist seitdem mein Lektor. Ich habe unglaublich viel durch diese Lektorate gelernt und weiß heute, dass ich selbst einfach nicht genug Abstand zu meinen eigenen Texten habe um sie selbst zu lektorieren.

Dasselbe Problem hatte ich mit dem Cover meines Erstlings. Ein professionelles Cover kostet Geld, aber verdammt, ich wollte doch nichts investieren, ich wollte Geld verdienen. Hach, ich war so herrlich naiv. Das erste Cover war selbst erstellt und viel gnadenlos durch. Ebenso das zweite. Erstals ich begriffen hatte, dass ich investieren muss, wenn ich professionell schreiben möchte, hat sich das geändert.  Sind wir doch mal ehrlich; ich biete ein Produkt an, für das andere zahlen sollen. Dann ist es meine Pflicht, dieses Produkt qualitativ so hochwertig wie möglich anzubieten. Dazu gehören nun einmal ein professionelles Cover und ein Lektorat. Und nein, es genügt nicht gut in Deutsch zu sein und sich ein bisschen mit Bildbearbeitung auszukennen 😊

McLain-Reihe ~ Jaden Quinn (c) Gabi Büttner
McLain-Reihe ~ Jaden Quinn (c) Gabi Büttner

Erzähl uns was zu eurer McLain-Reihe.

Gabi Büttner: Am 01.09.2019 haben wir (Jaden Quinn) die Neuauflage von Band 1 der McLain-Reihe ›Blake Mclain – Flucht‹ als Selfpublisher veröffentlicht. Darin geht es um die Brüder Blake und Sam Mclain, die als Kinder in einem Labor gefangen gehalten wurden. Nach sieben Jahren gelingt den beiden die Flucht womit nicht nur das Buch beginnt, sondern auch eine jahrzehntelange Verfolgungsjagd quer durch die USA. Dabei liegt der Fokus auf Blake und die Entwicklung der Brüder, aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz.

Band 2 ›Sam McLain – Verrat‹ wurde am 01.11.2019 veröffentlicht. Wie der Titel bereits verrät steht in dem Buch Sam McLain im Mittelpunkt, der versucht ein neues Leben zu beginnen. Dafür hat er sich von allem losgesagt, selbst von seinem Bruder Blake. Doch Sams Vergangenheit lässt sich nicht einfach abschütteln. Im Versuch, das Richtige zu tun, bleibt Sam nur eine Wahl: der Verrat an seinem Bruder …

Zwischendurch gab es am 01.12.2019 noch eine kurze Weihnachtsgeschichte mit Blake und Sam 😊

Die nächsten Veröffentlichungen sind für Mai 2020 vorgesehen. Dann erscheint unter Jaden Quinn der erste Band der Harper-Reihe, die mit in die Welt von Sam und Blake McLain gehört. In ›Jack Harper – Schmerz‹ wird es um den Antagonisten der McLain Reihe gehen.

Und was erwartet es uns als nächstes von Gabi Büttner?

Gabi Büttner: Ich plane ebenfalls im ersten Halbjahr 2020 die Veröffentlichung eines Thrillers mit dem Arbeitstitel Thanatos. Er handelt von Snuff-Videos, einem traumatisierten Cop, einer reichen Erbin und einen Jungen mit Borderline-Syndrom. Wer meine Bücher kennt, wird wissen, dass sie nichts für Zartbesaitete sind 😊

Gabi Büttner, bisher erschienene Titel (c) Gabi Büttner
Gabi Büttner, bisher erschienene Titel (c) Gabi Büttner

Herzlichen Dank für das ausführliche Interview.

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