Blick auf den Schreibtisch von Katrin Lankers

Heute sind wir zu Gast bei Katrin Lankers. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Katrin Lankers (c) picturepeople
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Steckbrief von Katrin Lankers

  • Hauptberufliche Verlagsautorin
  • Jugend- und Frauenromane
  • 11 Romane, 3 Eintragebücher und 2 Sachbücher veröffentlicht
  • Debütroman: Elfenblick

Wo entstehen deine Romane?

Katrin Lankers: Ich schreibe in meiner Schreibecke, am Esstisch, im Schreibraum in Köln, im Café (wenn gerade nicht Coronabedingt geschlossen), in der Uni-Bibliothek, auf dem Sofa. Und ich brauche: KAFFEE und manchmal Schokolade, und am liebsten leises Hintergrundrauschen.

Hast du feste Schreibzeiten?

Katrin Lankers: Ich bemühe mich sehr, mich an regelmäßige Schreibzeiten zu halten – das wäre dann Vormittags, während meine Kinder in der Schule sind (wenn sie denn in der Schule sind und nicht im Homeschooling, was die Sache mit den geregelten Schreibzeiten im Moment ein bisschen erschwert, weshalb ich auch schon mal abends schreibe, aber nie nachts, da schlafe ich).

Verrückt nach New York 4 ~ Katrin Lankers
Verrückt nach New York 4 ~ Katrin Lankers

Schaffst du es konzentriert nur an einem einzigen Schreibprojekt zu arbeiten?

Katrin Lankers: Immer nur an einem. Das gäbe sonst echt Kopfchaos. Überarbeitungen gehen zur Not parallel.

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben? Was inspiriert dich?

Katrin Lankers: Schreiben ist mein Beruf, das ist Motivation genug – meistens. Ideen sammle ich dafür eigentlich überall: beim Lesen und Fernsehen, aus der Zeitung oder dem Internet, bei jedem Gespräch (man sollte also aufpassen, was man mir erzählt), und oft sind es kleine Sachen im Alltag, bei denen mir spontan ein Einfall kommt, beim Einkaufen, in der Bahn …

Zurück auf gestern ~Katrin Lankers
Zurück auf gestern ~Katrin Lankers

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Katrin Lankers: Ich plotte nach der Drei-Akt-Methode an meiner Magnettafel, sieht aus wie das größte Zettel-Durcheinander, ist aber toll zum Gedankensortieren. Sehr zu empfehlen finde ich dazu den Ratgeber „Save the Cat“. Und wenn der Plot steht, schreibe ich schön ein Kapitel nach dem nächsten. Zwischendurch schmeiße ich dann noch fünfmal den Plot um, kämpfe mit mindestens zwanzig Schreibblockaden und wundere mich am Ende, wie eine so runde Geschichte dabei rauskommen konnte.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Katrin Lankers: Allgemeine Ratschläge zu geben, finde ich immer schwierig, weil ja jede und jeder eine ganz eigene Weise hat, ans Schreiben und Veröffentlichen heranzugehen. Deshalb nur mein wichtigster Tipp, und mein eigenes Mantra: Glaub an dich selbst und an deine Geschichte!

Was dürfen wir von dir als Nächstes von dir lesen?

Katrin Lankers: Im März erscheint mein erster Frauenroman und ich bin schon mega-aufgeregt. „Kleine Wunder überall“ erzählt von Charlotte, die eigentlich mit Kindern, Mann und Job schon genug zu hat. Da steht plötzlich ihre Mutter vor der Tür, die Charlotte zwanzig Jahre zuvor verlassen hat.  Nun ist sie krank und braucht Charlottes Hilfe. Die beiden ungleichen Frauen nähern sich an. Aber wie schafft man es, einem Menschen zu verzeihen, der einen so im Stich gelassen hat? Es ist humorvoll und berührend und ein totales Herzensprojekt, in das ich auch viel Persönliches gesteckt habe.

Herzlichen Dank für das Interview!

Hier findet ihr Katrin Lankers online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Meine Woche KW 49 in 2020

Kuscheldecken und Kuschelkissen mit Sternetasse und E-Reader mit "Suche nach dem Schattendorf" von Annina Safran

Es fehlen zwei Wochenrückblicke, was daran liegt, dass ich krank war und es schlicht nichts Neues zu berichten gab. Direkt vorweg: Corona-Testung war negativ, alles gut, harmloser, aber hartnäckiger Infekt. Ein wenig Autorenleben gibt es trotzdem und einen Ausblick auf den virtuellen Weihnachtsmarkt am 11.12.

Umdenken zum Thema Krankmelden

Ich gehöre zu den Menschen, denen es schwer fällt sich krank zu melden. Ich habe dann ein schlechtes Gewissen und wäge daher immer ab. Eine vernünftige Entscheidung für mich selbst und auch den Schutz anderer zu treffen, empfinde ich als sehr schwierig, schließlich möchte ich niemanden anstecken, aber auch nicht faul zu Hause rumliegen und meine Arbeit nicht erledigen.

Tja, diesmal war die Entscheidung eindeutig, denn bei Erkältungssymptomen ist es derzeit wichig direkt zu Hause zu bleiben. Da ich also diesmal brav zeitig zu Hause geblieben bin – wahrscheinlich wäre ich noch zwei bis drei Tage arbeiten gegangen – hatte ich die Hoffnung, dass ich vielleicht schneller wieder gesund bin.

Das war leider ein Irrtum, es hat gedauert. Allerdings hat sich etwas anderes gezeig: Der Verlauf war nicht so heftig, wie die letzten Male. Natürlich war ich schlapp und auch zu Recht krankgeschrieben, auch die Konzentration war nicht die Beste und ich habe viel fern gesehen, statt gelesen. Dennoch fühlte ich mich nicht ganz so ausgenoggt. Natürlich verläuft jeder Infekt anders, aber ich halte den Zusammenhang mich früher ins Ausruhen zu begeben mit dem milderen Verlauf doch für sehr wahrscheinlich.

Vielleicht können wir aus der aktuellen Krise genau das lernen: Auf die eigene Gesundheit achten und dem Körper dann Erholung geben, wenn sie gebraucht wird und nicht erst, wenn es gar nicht mehr geht.

Krank und Selbstständig

Noch bin ich angestellt und auch während einer Krankmeldung bekomme ich mein Gehalt. Unangenehm erinnere ich mich an die Betriebsversammlung, auf der der Geschäftsführer mahnte, die Ausfallzeiten seien zu hoch, das koste das Unternehmen zu viel …

Meine persönlichen Projekte lagen während der Krankenzeit auf Eis, Termine wurden abgesagt oder verschoben und das hat mir bewusst gemacht, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Bezahlungen brechen weg oder kommen später. Krank sein oder Urlaub haben sind unbezahlte Zeiten. Ich wusste das auch vorher schon, aber ich habe mir nochmal bewusster gemacht, warum der bezahlte Stundensatz so hoch sein muss. Ich muss unbezahlte Zeiten mit abdecken, wozu nicht nur Urlaub oder krank sein zählt, sondern z.B. auch die ganzen Tätigkeiten drumherum. Für meine Gesundheit sind unbezahlten Zeiten wichtig, wenn ich mir keinen Urlaub gönne, fordert der Körper seinen Ausgleich durch krank sein. Für mich nochmal ein Argument, mir nebenberuflich etwas aufzubauen und die Vorteile der Anstellung zu bewahren.

Autorenleben

Eines dieser freien Projekte ist mein Autorenleben und hier gibt es Neuigkeiten in beiden aktuellen Projekten, der Elfenprinzessin und KometsZeitreiseProjekt. Eines hat mir das krank sein auch gezeigt. Zu Schreiben ist mir wirklich wichtig, denn die wenige Energie, die mir zur Verfügung stand, habe ich tatsächlich darauf verwendet, wenigstens ein bisschen zu schreiben.

NaNoWriMo und Schreibroutine

Der NaNoWriMo ist tatsächlich geschafft und ich habe im November 51,429 Wörter geschrieben. Die morgendliche Schreibroutine ist mir unter der Woche leicht gefallen und hat mir gutgetan. Am Wochenende war es schwieriger, die Tage verlaufen einfach anders und das ist auch gut so. Den ersten Band von Komets Zeitreiseprojekt habe ich in meiner frühmorgendlichen Schreibzeit von Montag bis Freitag geschrieben. Das Wochenende habe ich frei gelassen und ich denke, das ist mein Weg, meine Schreibroutine. Es stimmt mich ein wenig traurig, dass ich jetzt erst einmal keine morgendliche Schreibzeit habe, weil in beiden Projekten andere Aufgaben anstehen. Als Schreibaufgabe wäre da noch die Fakriro-Anthologie-Ausschreibung, zu der mir noch die passende Idee fehlt.

Projekt Elfenprinzessin

Geschrieben habe ich die Vorgeschichte zu einer Urban Fantasy Reihe, die ich nicht zu veröffentlichen beabsichtige. Sag niemals nie, ich weiß. Ziel war es den Hintergrund klarer zu haben, um die Fäden besser zu spinnen. Das ist mir gelungen. Ich kenne diese Figur jetzt auch viel besser und weiß, was vor den Ereignissen der Reihe geschehen ist, die ich schreiben möchte. Einige Punkte gilt es noch klarer zu definieren und auch einige Punkte zu recherchieren. Ich bin einen riesengroßen Schritt weiter gekommen und das in so kurzer Zeit.

KometsZeitreiseProjekt

Mich erreichte das letzte Testlesefeedback, positiv und kritisch. Noch einmal gründlich überarbeiten, dann ist das Manukript reif fürs Lektorat.

Mir ist auch eine weitere Handlung für eine Fortsetzung eingefallen. ist notiert. Weiter schreiben möchte ich erst nach dem Lektorat, denn ich bin überzeugt davon, von Sabrina Schuh noch einiges zu lernen, was ich direkt bei den weiteren Bänden berücksichtigen kann. Aufbau und Handlungen sollen ja zusammenpassen, auch die Figuren, an denen eventuell noch einmal gefeilt wird.

Virtueller Weihnachtsmarkt

Nächste Woche am 11.12.2020 findet der Virtuelle Weihnachtsmarkt von Netz and Work statt. Ein kleiner Ersatz für die persönlichen Treffen mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt. Gemeinsam über Stände schländern oder am Glühweinstand etwas trinken. Licht in die dunkle Jahreszeit bringen, sich treffen und plaudern, das fehlt in diesem Dezember. Auch wenn wir uns nur via Kamera und Micro sehen können, so wenigstens im Warmen und Gemütlichen. Es wird an verschiedenen Buden ein abwechslungsreiches Programm geben, welches zum persönlichen Austausch anregen soll. Neben „Betreutes Trinken“ und einem „Speed Dating“ im Networking Sinne, bin ich für die Bude „Weihnachtsgeschichten“ zuständig, an der es Lesungen und Gespräche mit verschiedenen Autorinnen geben wird. Ich freue mich sehr darauf und hoffe, meine Stimme ist dann wieder fit.

Edit: Was ist der virtuelle Weihnachtsmarkt und wie funktioniert dieser auf Veertly, Silvana macht unseren Erklärbär im Video

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Adventskalender Geschichten

Es ist zwar bereits der 5. Dezember, aber vielleicht magst du trotzdem ein Adventskalender-Geschichte für Kinder lesen? Im Blog haben wir bisher zwei Geschichten:

Habt ein schönes Wochenende und achtet bitte auf eure Gesundheit!

Ein Blick auf den Schreibtisch von Rosita Hoppe

Heute sind wir zu Gast bei Rosita Hoppe. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Rosita Hoppe (c) by Christiane Wolf - Norddorf/Amrum
Rosita Hoppe (c) by Christiane Wolf – Norddorf/Amrum

Steckbrief von Rosita Hoppe

  • Verlagsautorin, hauptberuflich
  • Genre: Liebesromane, Inselromane, erotische Romane
  • Veröffentlichungen: 6 Romane, 13 Kurzromane und an die 50 Kurzgeschichten
  • Debütroman: „Nur ein Traum?“

Wo steht dein Schreibtisch?

Rosita Hoppe: Im Büro, dass ich mir mit meinem Mann teile. Das ist mein Hauptschreibort. Bei schönem Sommerwetter kann es auch mal sein, dass ich draußen sitze. Dann schreibe ich meistens per Hand in ein Collegeheft (so kann ich mich herrlich auf einer Liege rumlümmeln) und nutze das spätere Abtippen für eine erste Überarbeitung.

Schreibtisch von Rosita Hoppe
Schreibtisch von Rosita Hoppe

Hast du feste Schreibzeiten?

Rosita Hoppe: Viele Jahre habe ich hauptsächlich morgens geschrieben. Jetzt bin ich flexibler und schreibe dann, wenn nichts anderes anliegt, im Laufe des Tages. Das kann durchaus morgens sein, aber oft erst nach dem Mittag. Manchmal auch abends.

Schaffst du es konzentriert nur an einem einzigen Schreibprojekt zu arbeiten?

Rosita Hoppe: In der Regel konzentriere ich mich auf ein Projekt, aber natürlich kommt es immer wieder vor, dass zwischendurch ein anderes Manuskript aus dem Lektorat kommt und noch mal überarbeitet werden muss. Das mache ich dann zwischendurch, weil es da meistens zeitliche Vorgaben sind, bis wann ich das Manuskript zurück an den Verlag schicken muss. Neue Ideen notiere ich mir dann, wenn sie kommen – oftmals zu den unpassendsten Augenblicken. Zum Beispiel wollte ich im vorigen Jahr, als ich gerade auf Amrum war, dort den Klappentext für den aktuellen Amrumroman basteln, weil ich dachte, da würde das am Besten klappen. Was soll ich sagen – während eines Strandspazierganges kam mir statt des Klappentextes ganz neue Ideen, die nur so sprudelten. Meinen anschließenden Restaurantbesuch nutzte ich dafür, dort erst einmal alles aufzuschreiben. Mit dem Klappentext funktionierte es erst, als ich wieder zu Hause war.

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben?

Rosita Hoppe: Momentan fehlt mir die Motivation, muss ich gestehen, obwohl mich der nächste Abgabetermin (Mitte November) schon mahnend anschaut und ich erst auf Seite 3 bin. Vermutlich liegt es an der Lage, die gerade herrscht und die mir im Unterbewusstsein vielleicht mehr zu schaffen macht, als ich nach außen denke.

Was inspiriert dich?

Rosita Hoppe: Inspiration finde ich überall. Beim Spaziergang, beim Walken, Inliner fahren, bei Gesprächen, beim Zeitung lesen oder fernsehen.

Bücher von Rosita Hoppe/ Sita Torasi
Bücher von Rosita Hoppe/ Sita Torasi

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Rosita Hoppe: Erst einmal notiere ich mir erste Ideen, die ich schließlich in einem mehrseitigen Arbeitsexposé zusammenfasse – inkl. Schluss. Daran feile ich und schreibe eine Leseprobe. Beides schicke ich an meine Agentin oder direkt an einen bestimmten Verlag, für den ich ohne Agentur arbeite. Wenn ich von Verlagsseite ein Okay bekomme, fange ich mit dem Schreiben an. In der Regel schreibe ich chronologisch, aber manchmal lasse ich auch ein Kapitel mittendrin ruhen, wenn ich nicht recht weiterkomme und schreibe am nächsten aus der Perspektive einer anderen Person weiter. Da ich meistens aus zwei oder drei Perspektiven schreibe, klappt das ganz gut.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Rosita Hoppe: Auf jeden Fall sollte man nicht aufgeben, wenn es mal nicht so gut läuft. Egal, ob es ums Schreiben an sich geht, oder später bei der Suche nach einem Verlag oder einer Agentur. Erfolg – wenn er denn kommt, kommt nicht über Nacht. Und Schreiben ist Handwerk und manchmal harte Arbeit. Ab und an braucht man ein dickes Fell. Man darf sich durch Absagen nicht verunsichern lassen. Auf gar keinen Fall sollte man, wenn man ans Selfpublishing denkt, ein Projekt ohne Lektorat und Korrektorat veröffentlichen.

Auch wenn mal eine Veröffentlichung nicht so gut ankommt, oder sich nicht gut verkauft, nicht verunsichern lassen und aufgeben. Oftmals ist verdammtes Glück nötig, um ein Buch erfolgreich zu verkaufen und zur richtigen Zeit das Richtige veröffentlichen. Wann das ist oder ob das tatsächlich eintritt, kann leider niemand vorhersagen.

Träumen am Meer ~ Rosita Hoppe
Träumen am Meer ~ Rosita Hoppe

Was hast du zuletzt veröffentlicht?

Rosita Hoppe: Im Ferburar erschien mein Inselroman „Träumen am Meer“, der auf der wundervollen Insel Amrum spielt. Es ist mein dritter Amrumroman, der sich aber auch unabhängig von den Vorgängern lesen lässt, da es jedes Mal neue Hauptfiguren sind.

Nie wieder zurück in die Heimat. Das schwor sich Greta vor siebzehn Jahren, als genau dort ein Unglück geschah, das ihr Leben aus den Fugen riss. Und doch steht sie auf der Fähre, die sie nach Amrum bringt als Trauzeugin ihrer Schulfreundin Merle.

Aus „Träumen am Meer“ von Rosita Hoppe

Was erwartet uns als nächstes von dir?

Rosita Hoppe: Meine nächste Veröffentlichung wird die Wiederveröffentlichung von „Herzchaos“ sein, der noch bis Ende April im Selfpublishing erhältlich ist und dann vom Markt genommen wird, weil er im Juni bei Dotbooks herauskommen wird.

(Anmerkung: Herzchaos erschien bereits im Mai 2020, der Beitrag erscheint etwas verspätet.)


Herzlichen Dank für das Interview!

Ganz herzlichen Dank für dieses Interview, ich freue mich, dabei zu sein. 😊
Liebe Grüße, Rosita

Hier findet ihr Rosita Hoppe online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Patrizia Rodacki

Heute sind wir zu Gast bei Patrizia Rodacki. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Patricia Rodacki an ihrem Schreibtisch
Patricia Rodacki (c)

Steckbrief von Patrizia Rodacki

  • Verlagsautorin bei MASOU Verlag
  • Genre: Fantasy, Young Adult, Thriller
  • 2 veröffentlichte Romane
  • Debütroman: „Chain of innocent souls“
  • Schülern eines Gymnasiums

Wo steht dein Schreibtisch?

Patrizia Rodacki: Mein Schreibtisch steht in meinem Zimmer, wobei ich nicht immer in diesem gemütlichen Raum an meinen neuen Werken arbeite. Bei schönem Wetter suche ich Inspirationen viel leiber in der Natur. Meine liebsten Schreiborte sind überall dort, wo es herrliche Ausblicke gibt, Ruhe herrscht und ich ungestört an meinen Romanen arbeiten kann. Neue Ideen halte ich im Notizbuch fest oder speichere sie mit dem Handy, zum Schreiben ist mir mein Laptop jedoch immer lieber als Stift und Papier.

Wie passen deine Schreibzeiten in deinem Alltag?

Patrizia Rodacki: Geregelte Schreibzeiten habe ich keine, da ich finde, dass man Kreativität nicht erzwingen kann. Ich schreibe, wann immer ich Lust und Zeit habe, da ich eher der spontane Typ bin. Die besten Ideen für meine Werke kommen mir entweder abends oder sie verfolgen mich in der Nacht.

Da ich vielen Tätigkeiten wie dem Lektorieren und Nachhilfegeben nachgehe und das Abitur sich auch nicht von selbst schreibt, gibt es Tage, an denen ich nicht viel oder gar nicht zum Schreiben komme. Das Schreiben ist zwar meine größte Leidenschaft, es ist Balsam für meine Seele, aber manchmal kommt das Leben dazwischen. Sollte also ein Projekt etwas länger dauern, ist das kein Problem für mich.

Schaffst du es konzentriert nur an einem einzigen Schreibprojekt zu arbeiten?

Patrizia Rodacki: Ich bevorzuge, nur an einem Projekt zu arbeiten, manchmal geht es aber nicht anders und dann muss ich meine Zeit zwei Werken gleichzeitig widmen, zeitliche Überschneidungen gibt es da durchaus.

Neue Ideen, die nicht zu meinem aktuellen Projekt gehören, sind herzlich dazu eingeladen, ihren Platz im Notizbuch einzunehmen und dann so lange zu warten, bis ich diese umsetze.

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben?

Patrizia Rodacki: Wenn es in meinen Fingern kribbelt, habe ich einen ganz starken Drang zu schreiben. Mehr Motivation braucht es da nicht.

Von vielem lasse ich mich inspirieren. Der Natur, faszinierenden Orten oder auch besonders interessanten Menschen, die mich begeistern.

Für mich als Autorin gilt es, Augen und Ohren offenzuhalten, denn von überall kann ich, wenn ich will, Inspiration nehmen.

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Patrizia Rodacki: Plotten ist etwas, das ich hasse. Wenn ich ein Buch schreibe, plane ich so wenig wie möglich beim Schreiben vor. Alles, was ich kenne, sind Anfang und Ende der Geschichte und dann kann es auch sofort losgehen. Dabei schreibe ich auch nicht chronologisch, das könnte ich gar nicht.

Eher betrachte ich das Schreiben wie ein Puzzlespiel.

Ich schreibe die Szenen auf, sortiere sie und bastle dann später erst Überleitungen zwischen ihnen, sodass dann am Ende ein zusammenhängender Roman entsteht.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Patrizia Rodacki: An alle angehenden Autoren: Traut euch, euch und eure Werke zu präsentieren. Habt keine Angst vor Kritik, denn wenn die konstruktive Kritik erst einmal erkannt ist, könnt ihr aus ihr lernen und euch weiterentwickeln. Um die destruktive Kritik braucht ihr euch gar nicht erst zu kümmern. Wichtig ist es, dass ihr lernt, diese beiden Arten der Kritik zu unterscheiden und euch immer wieder vor Augen führt, dass Kritik ein Geschenk ist, ihr natürlich nicht alle Verbesserungsvorschläge umsetzen müsst und dem Kritiker immer widersprechen könnt, es aber durchaus sinnvoll für euch sein kann, verschiedene Lesermeinungen zu sammeln.

Mit meinem Verlag habe ich gute Erfahrungen gemacht, ich rate jedem Autoren aber erst einmal dazu, gründlich zu überlegen, ob er im Verlag oder im SP veröffentlichen will oder Hybridautor wird, denn alles hat seine Vor- und Nachteile.

Creeksculver-Dunkle Vergangenheit ~ Patrizia Rodacki (c)
Creeksculver-Dunkle Vergangenheit ~ Patrizia Rodacki (c)

Was ist zuletzt von dir erschienen?

Patrizia Rodacki: Meine aktuellste Veröffentlichung trägt den Namen „Creeksculver-Dunkle Vergangenheit.“

In Creeksculver dreht sich alles um ein Internat des Grauens, wo die Schüler von ihren Lehrern gefoltert werden. Es ist ein spannender Jugendthriller, den ich gerne jedem ans Herz lege, der düstere Geschichten mag.

Steht die nächste Veröffentlichung an?

Patrizia Rodacki: Die nächsten Veröffentlichungen, die sehr bald anstehen werden, sind die Anti Mobbing Anthologie und mein gemeinsamer Roman mit Hans Janotta „Die Krise – Macht des Irrsinns.“


Herzlichen Dank für das Interview!

Hier findet ihr Patrizia Rodacki online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Ilka Sommer

Heute sind wir zu Gast bei Ilka Sommer. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Ilka Sommer an ihrem Schreibtisch im Grünen
(c) Ilka Sommer

Steckbrief von Ilka Sommer

  • Selfpublisher
  • Genre: Biografie, mystische Selbstfindungsromane
  • 3 veröffentlichte Romane
  • Debütroman: “Dogilli – Eine tierische Geschäftsidee”
  • Leitet eine Hundepension

Wo steht dein Schreibtisch?

Ilka Sommer: Ich schreibe am Laptop an meinem Esstisch, sodass ich die Hundegäste immer im Blick habe. Zum Schreiben brauche ich Ruhe, einen leckeren Tee, gerne auch mal ein Räucherstäbchen und wenn die Arbeit zu knifflig wird, auch ein Stückchen Schokolade für die Nerven. Wenn ich mir einen Arbeitsplatz wünschen könnte, würde ich unter einem Olivenbaum auf meiner eigenen Finca auf Mallorca schreiben; leicht erhöht, mit Blick über die schöne Landschaft und die leicht rauschenden Pinienbäume im Rücken. Ein Traum.

Was brauchst du zum Schreiben?

Ilka Sommer: Ich bin ein Schreiberling, der Ordnung und Struktur braucht und feste Zeiten liebt. Morgens von 9-11 ist meine kreativste Zeit. Wenn meine Familie und die übrigen Aufgaben es zulassen, könnte ich auch noch einmal von 17-19 Uhr in die Tasten hauen, aber das klappt meistens nicht.

Arbeitest du an einem oder mehreren Schreibprojekten gleichzeitig?

Ilka Sommer: Da kommt mir der oben genannte Strukturwahn in die Quere. Ich kann nur eins nach dem anderen abarbeiten. Ich lektoriere allerdings häufiger, als das ich schreibe. Diese zwei Aufgaben kann ich miteinander kombinieren. Wenn ich neue Ideen habe, schreibe ich sie in ein kleines Notizbuch und habe vor kurzem das Tool „Trello“ für den PC entdeckt. Das ist großartig, um Figuren, Ideen, Abläufe festzuhalten. Außerdem habe ich eine furchtbare Handschrift und bin deshalb über die Erfindung des Compis mehr als happy.

Warum schreibst du?

Ilka Sommer: Ich wollte eigentlich keine Bücher schreiben, sondern lieber lektorieren. Allerdings wurde mir in einer Schreibgruppe angeraten, auch die andere Seite zu erleben. Deshalb veröffentlichte ich kurze Geschichten über die Erlebnisse mit meinen Hunden in der Hundepension. Das fanden meine Freunde so unterhaltsam, dass sie mehr davon lesen wollten. Daraus entstand das erste Buch, welches sich um den Hürdenlauf bei der Eröffnung der Pension dreht.

Die Ideen zu den beiden Wolfsromanen, die viele schamanische sowie mystische Elemente beinhalten, kam durch den Traum meiner Tochter und die Tatsache, dass der Wolf in NRW gesichtet wurde. Bei dem Gedanken darüber, wie ich reagieren würde, wenn plötzlich ein Wolf vor mir stände, entstand das erste Kapitel. Die nächsten Elemente fügten sich wie von selbst ein. Ich habe in meinem Leben schon einiges durchlebt, über das ich berichten kann und was zum Nachdenken über den Sinn des Lebens anregen könnte.

Ilka Sommer und ihre Bücher
Ilka Sommer und ihre Bücher (c) Ilka Sommer

Planst du deine Romane?

Ilka Sommer: Ich plotte, da ich wissen muss, wo die Geschichte hingeht, was möchte ich mitteilen, wo soll es enden? Das brauche ich sozusagen als Gitter zum Festhalten. Wenn ich dann jedoch im Schreibfluss bin und meine Charaktere plötzlich ein Eigenleben entwickeln, dann lasse ich sie laufen. Einfangen kann ich sie später immer noch 😊. Bei meinem letzten Buch war es so, dass der letzten Testleserin das Ende nicht gefiel. Da ich ihr recht geben musste, habe ich kurz vor der Veröffentlichung die letzten beiden Kapitel komplett umgeschrieben. Jetzt bin ich zufrieden.

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden AutorInnen geben?

Ilka Sommer: Schreibgruppen sind hilfreich. Der Austausch mit Autoren, Bloggern, Testlesern, Lektoren ist absolut bereichernd. Aber es ist recht schwierig, die passenden zu finden. Da ist Facebook zur Organisation natürlich sehr hilfreich und man kann jeden erreichen, egal wo auf diesem Planeten er oder sie sich gerade befindet. Doch es fehlt der persönliche Kontakt, der mir sehr wichtig ist. Deshalb besuche ich kleine Buchmessen, um den Austausch untereinander und auch mit den Lesern zu erreichen. Was den letzten Punkt betrifft liebe ich Lesungen, doch es ist relativ schwierig, als Selfpublisherin welche zu ergattern.

Der Buchmarkt ist groß und die Konkurrenz auch. Es gibt nicht nur hilfsbereite Autoren, sondern auch viel Ellebogenmentalität. Deshalb sollte man vorsichtig sein, wem man seine Ideen oder Geschichten anvertraut. Ich würde deshalb einen kleinen, privaten Kreis einer großen, anonymen Gruppe vorziehen.

Was hast du zuletzt veröffentlicht und was erwartet uns als nächstes von dir?

Ilka Sommer: Meine letzte Veröffentlichung war der zweite Teil meiner Wolfsreihe im Juni 2019. Ich möchte dieses Jahr gerne den dritten Teil herausbringen, aber zurzeit ist erst ein Viertel geschrieben. Ich versuche, mich deshalb nicht unter Druck zu setzen, weil ich ja keine Abgabefristen einzuhalten habe, aber irgendwie drängelt es doch in mir.

Es wird weiterhin um Jan und das Wolfsrudel gehen, mit dem er per Gedankenkraft kommunizieren kann. Mein Protagonist gerät jedoch während der Geschichte zwischen zwei Frauen und wird sich spirituell dem Thema Reiki öffnen. Außerdem möchte ich auf das aktuelle Thema der Wolfsfeinde und Wolfsschützer eingehen. Meine Bücher sind immer Zwitter: bodenständig und auf der Suche nach dem Unbegreiflichen.


Herzlichen Dank für das Interview!

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”