Ein Blick auf den Schreibtisch von Rosita Hoppe

Heute sind wir zu Gast bei Rosita Hoppe. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Rosita Hoppe (c) by Christiane Wolf - Norddorf/Amrum
Rosita Hoppe (c) by Christiane Wolf – Norddorf/Amrum

Steckbrief von Rosita Hoppe

  • Verlagsautorin, hauptberuflich
  • Genre: Liebesromane, Inselromane, erotische Romane
  • Veröffentlichungen: 6 Romane, 13 Kurzromane und an die 50 Kurzgeschichten
  • Debütroman: „Nur ein Traum?“

Wo steht dein Schreibtisch?

Rosita Hoppe: Im Büro, dass ich mir mit meinem Mann teile. Das ist mein Hauptschreibort. Bei schönem Sommerwetter kann es auch mal sein, dass ich draußen sitze. Dann schreibe ich meistens per Hand in ein Collegeheft (so kann ich mich herrlich auf einer Liege rumlümmeln) und nutze das spätere Abtippen für eine erste Überarbeitung.

Schreibtisch von Rosita Hoppe
Schreibtisch von Rosita Hoppe

Hast du feste Schreibzeiten?

Rosita Hoppe: Viele Jahre habe ich hauptsächlich morgens geschrieben. Jetzt bin ich flexibler und schreibe dann, wenn nichts anderes anliegt, im Laufe des Tages. Das kann durchaus morgens sein, aber oft erst nach dem Mittag. Manchmal auch abends.

Schaffst du es konzentriert nur an einem einzigen Schreibprojekt zu arbeiten?

Rosita Hoppe: In der Regel konzentriere ich mich auf ein Projekt, aber natürlich kommt es immer wieder vor, dass zwischendurch ein anderes Manuskript aus dem Lektorat kommt und noch mal überarbeitet werden muss. Das mache ich dann zwischendurch, weil es da meistens zeitliche Vorgaben sind, bis wann ich das Manuskript zurück an den Verlag schicken muss. Neue Ideen notiere ich mir dann, wenn sie kommen – oftmals zu den unpassendsten Augenblicken. Zum Beispiel wollte ich im vorigen Jahr, als ich gerade auf Amrum war, dort den Klappentext für den aktuellen Amrumroman basteln, weil ich dachte, da würde das am Besten klappen. Was soll ich sagen – während eines Strandspazierganges kam mir statt des Klappentextes ganz neue Ideen, die nur so sprudelten. Meinen anschließenden Restaurantbesuch nutzte ich dafür, dort erst einmal alles aufzuschreiben. Mit dem Klappentext funktionierte es erst, als ich wieder zu Hause war.

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben?

Rosita Hoppe: Momentan fehlt mir die Motivation, muss ich gestehen, obwohl mich der nächste Abgabetermin (Mitte November) schon mahnend anschaut und ich erst auf Seite 3 bin. Vermutlich liegt es an der Lage, die gerade herrscht und die mir im Unterbewusstsein vielleicht mehr zu schaffen macht, als ich nach außen denke.

Was inspiriert dich?

Rosita Hoppe: Inspiration finde ich überall. Beim Spaziergang, beim Walken, Inliner fahren, bei Gesprächen, beim Zeitung lesen oder fernsehen.

Bücher von Rosita Hoppe/ Sita Torasi
Bücher von Rosita Hoppe/ Sita Torasi

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Rosita Hoppe: Erst einmal notiere ich mir erste Ideen, die ich schließlich in einem mehrseitigen Arbeitsexposé zusammenfasse – inkl. Schluss. Daran feile ich und schreibe eine Leseprobe. Beides schicke ich an meine Agentin oder direkt an einen bestimmten Verlag, für den ich ohne Agentur arbeite. Wenn ich von Verlagsseite ein Okay bekomme, fange ich mit dem Schreiben an. In der Regel schreibe ich chronologisch, aber manchmal lasse ich auch ein Kapitel mittendrin ruhen, wenn ich nicht recht weiterkomme und schreibe am nächsten aus der Perspektive einer anderen Person weiter. Da ich meistens aus zwei oder drei Perspektiven schreibe, klappt das ganz gut.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Rosita Hoppe: Auf jeden Fall sollte man nicht aufgeben, wenn es mal nicht so gut läuft. Egal, ob es ums Schreiben an sich geht, oder später bei der Suche nach einem Verlag oder einer Agentur. Erfolg – wenn er denn kommt, kommt nicht über Nacht. Und Schreiben ist Handwerk und manchmal harte Arbeit. Ab und an braucht man ein dickes Fell. Man darf sich durch Absagen nicht verunsichern lassen. Auf gar keinen Fall sollte man, wenn man ans Selfpublishing denkt, ein Projekt ohne Lektorat und Korrektorat veröffentlichen.

Auch wenn mal eine Veröffentlichung nicht so gut ankommt, oder sich nicht gut verkauft, nicht verunsichern lassen und aufgeben. Oftmals ist verdammtes Glück nötig, um ein Buch erfolgreich zu verkaufen und zur richtigen Zeit das Richtige veröffentlichen. Wann das ist oder ob das tatsächlich eintritt, kann leider niemand vorhersagen.

Träumen am Meer ~ Rosita Hoppe
Träumen am Meer ~ Rosita Hoppe

Was hast du zuletzt veröffentlicht?

Rosita Hoppe: Im Ferburar erschien mein Inselroman „Träumen am Meer“, der auf der wundervollen Insel Amrum spielt. Es ist mein dritter Amrumroman, der sich aber auch unabhängig von den Vorgängern lesen lässt, da es jedes Mal neue Hauptfiguren sind.

Nie wieder zurück in die Heimat. Das schwor sich Greta vor siebzehn Jahren, als genau dort ein Unglück geschah, das ihr Leben aus den Fugen riss. Und doch steht sie auf der Fähre, die sie nach Amrum bringt als Trauzeugin ihrer Schulfreundin Merle.

Aus „Träumen am Meer“ von Rosita Hoppe

Was erwartet uns als nächstes von dir?

Rosita Hoppe: Meine nächste Veröffentlichung wird die Wiederveröffentlichung von „Herzchaos“ sein, der noch bis Ende April im Selfpublishing erhältlich ist und dann vom Markt genommen wird, weil er im Juni bei Dotbooks herauskommen wird.

(Anmerkung: Herzchaos erschien bereits im Mai 2020, der Beitrag erscheint etwas verspätet.)


Herzlichen Dank für das Interview!

Ganz herzlichen Dank für dieses Interview, ich freue mich, dabei zu sein. 😊
Liebe Grüße, Rosita

Hier findet ihr Rosita Hoppe online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Tea Loewe

Heute sind wir zu Gast bei Tea Loewe. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Schreibtisch von Tea Loewe (c)
Schreibtisch von Tea Loewe (c)

Steckbrief von Tea Loewe

  • Verlagsautorin und als Selfpublisher in einer Anthologie für einen guten Zweck vertreten
  • schreib vorrangig Fantasy, am liebsten High Fantasy
  • ein veröffentlichter Roman
  • Debütroman: Das Geheimnis von Talmi’il
  • Psychologin & Suchttherapeutin

Wie dürfen wir uns deinen Schreibplatz vorstellen?

Tea Loewe: Mein Schreibtisch zu Hause steht in einer Ecke unseres Wohnzimmers. Von Hand zusammengeschustert, damit er überhaupt reinpasst. Und so klein, dass er eher eine gute Ablage als eine Arbeitsfläche bildet xD. An meinem neuen Roman arbeite ich daher entweder am Esstisch oder auch mal auf der Couch im Liegen. Zumeist aber in einer Bäckerei in unmittelbarer Nähe zur KiTa meiner Tochter. Der Sitzbereich dort ist modern eingerichtet, meist sehr leer, aber ordentlich und weitestgehend ablenkungsfrei. Wenn es draußen warm und trocken ist, findet man mich auch mal im Park unter einem Baum. Ich habe es ungern totenstill, sondern brauche immer einen seichten Geräuschpegel im Hintergrund. Ob das Vogelzwitschern oder Tellerklappern ist, spielt dabei weniger eine Rolle. Manchmal tut es auch Musik im Ohr, aber das ist unterschiedlich.

Wann schreibst du am liebsten?

Tea Loewe: Leider habe ich im Moment eher ungeregelte Schreibzeiten, da mir dank Hauptjob (den ich aber auch sehr gern mache) und Kindern wenig Freiräume bleiben. Manchmal kann ich bewusst nach der Arbeit eine Schreibstunde einfügen bevor ich die Kinder abhole und alle 2 bis 3 Wochen habe ich einen Schreibfreitag, an dem ich ein paar Stunden am Stück Zeit habe. Am besten kann ich tatsächlich tagsüber schreiben, wenn es im Sommer zeitig hell ist, auch mal morgens eine halbe Stunde vorm alltäglichen Chaos. Abends gelingt mir das meist auch nur, wenn es draußen lange hell ist. Irgendwie reagiert mein Körper ordnungsgemäß auf Licht und schickt mich im Winter zeitig schlafen xD.

Konzentrierst du dich auf ein einziges Schreibprojekt oder schreibst du flexibel?

Tea Loewe: Ein Roman braucht viel mehr Zeit, Planung, Tiefe und Komplexität als eine Kurzgeschichte – zumindest bei mir – weshalb ich auch nur an einem großen Projekt zeitgleich arbeiten kann. Wenn mir dazwischen neue Ideen für andere Projekte kommen, werden die aufgeschrieben und weggeheftet für den richtigen Zeitpunkt. Was ich aber sehr gern mache, ist, zwischen große Projekte mal eine Kurzgeschichte zu schieben. Das hilft mir total, vom aktuellen Projekt auch mal den Kopf wieder freizubekommen und durchzuatmen. Eine Kurzgeschichte ist schneller geplottet und schneller fertig. Das hilft dem AutorenEgo xD. Und danach kann ich auch in die komplexe Welt meines aktuellen Romans wieder besser eintauchen.

bisherige Veröffentlichungen von Tea Loewe
bisherige Veröffentlichungen von Tea Loewe (c)

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben?

Tea Loewe: Die Motivation kommt irgendwo aus mir heraus. Keine Ahnung. Mein kreativer Kanal schreit, wenn mein Leben ausreichend ruhig verläuft, danach, gepflegt zu werden. Irgendwie war ich schon immer eine kreative Nudel, hab ständig irgendwas gemacht und entworfen und mich ausprobiert. Nun ist es seit Längerem das Schreiben, mit dem ich einen kontinuierlichen Weg gefunden habe. Ohne Schreiben würde mir einfach total was fehlen.

Was inspiriert dich?

Tea Loewe: Inspirationen kommen von überall her. Manchmal fallen irgendwelche Worte oder Sätze, zu denen mir ganze Universen in den Kopf springen, manchmal ist es auch nur eine aktuelle Stimmungslage, die mir zB hilft, eine Konfliktszene gut auszuarbeiten. Die meisten Inspirationen entspringen meinem Kopf selbst, indem ich Plots und Szenen hin- und her-, hoch- und runterspule und nachdenke, was jetzt Sinn macht, womit ich die Protagonisten ärgern könnte, was sie da eigentlich antreibt. Und meist entwickeln meine Ideen – trotz aller Plotterei – ein organisches Eigenleben. Sie entwickeln sich ab einem bestimmten Punkt quasi auch ein bisschen selbständig.

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Tea Loewe: Ich habe vor allem am Anfang furchtbar viel intuitiv geschrieben. Ein Glück ist davon in meiner ersten Veröffentlichung nicht mehr so viel übrig geblieben xD. Mittlerweile lerne ich immer besser, bestimmtes Handwerkszeug einzusetzen: Show, don’t tell; Motivation-Reaction-Units; Szenenaufbau; Infodump; uvm. Ich könnte dazu vermutlich stundenlang referieren, wenn man mich ließe … oder besser nicht. Lol.

Ich bin gerade dabei, mir anzugewöhnen, mit meiner Ersttestleserin und Lieblingslektorin öfter vorzuploten. Danach folgt in der Regel ein Detailplot und das wilde Niederschreiben erster Ideen für eine einzelne Szene oder ein Kapitel. Danach schreibe ich einfach drauflos. Egal wie es klingt und wo Lücken bleiben. Nach einer Pause lese ich alles nochmal und fange an, handwerklich drüberzuarbeiten (Wortdopplungen, korrekter Point-of-View, Atmosphäre schaffen, usw.)

Wenn jemand Fragen zu irgendeinem der Begriffe hat, möge er mich gern kontaktieren xD.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Tea Loewe: Tipp1: Fangt einfach an zu schreiben! Das ist der erste Schritt. Und wisst, dass es mitnichten perfekt sein wird. Anfängerkrankheiten hat jedes Manuskript. Immer. Selbst bei erfahrenen Autoren gibt es genug zu finden und zu verbessern. Ich würde mein Leben lang nicht mehr auf ein Lektorat verzichten wollen. Meine Ersttestleserin hat sich mittlerweile den Namen „Reißwolf“ verpasst – zu Recht. Sie zerhackt mir alles, das nicht Niet- und Nagelfest ist und das ist so verdammt wichtig. Aber es hat einige Jahre gedauert, bis wir derart offen und vertrauensvoll zueinander gefunden haben.

Tipp 2: Wenn ihr nach Kritik fragt, beschwert euch nicht, wenn ihr welche bekommt. Besser die Testleser und Lektoren fischen es raus, als später der eigentliche Leser.

Tipp 3: Verzichtet niemals – und ich meine wirklich NIEMALS – auf ein gutes Lektorat. Ein Lektorat ist nicht gleichzusetzen mit einem Korrektorat. Ein Korrektor schaut nur auf Rechtschreibung und Grammatik, ein Lektor hingegen auf den Plot, die Charakterentwicklung, den Szenenaufbau, die Absatzgestaltung, den Sprachstil etc. Auch ein guter Lektor kann niemals gleichzeitig auf den Inhalt und die Grammatik achten. Ob ihr zu einem Verlag geht oder über Selfpublishing nachdenkt ist aus meiner Sicht eine sehr individuelle Entscheidung. Aber egal wie – gönnt euch Lektorat UND Korrektorat.

Gerade für angehende Autoren können kleine Verlage eine große Chance sein. Sie nehmen auch Manuskripte unerfahrener Autoren entgegen und arbeiten mit ihnen gemeinsam daran, besser zu werden. Man verdient vielleicht nicht viel Geld damit und erlangt keinen Ruhm, aber das schafft man als Selfpublisher mit dem ersten Buch auch selten. Dafür kann man aber eine riesige Menge an Erfahrung mitnehmen, etwas, dass ich nicht missen möchte. Der Erfahrungsschatz ist in Geld nicht aufzuwiegen. Aber man erlangt ihn auch nur, wenn man sich nicht für den tollsten Autor aller Zeiten hält, sondern offen dafür ist, zu lernen 😉

 Das Geheimnis von Talmi'il  ~ Tea Loewe
Das Geheimnis von Talmi’il ~ Tea Loewe (c)

Erzähl uns bitte was über deinen Debütroman.

Tea Loewe: Mein Debütroman ist im August erschienen beim Hybrid Verlag, einem kleinen Verlag aus dem Saarland. Für mich als Leipziger total um die Ecke xD, aber in Zeiten der Digitalisierung auch keine Katastrophe. Wir haben insgesamt 1 Jahr lang mit 2 Lektorats- und einem Korrekturdurchlauf an dem Buch gearbeitet – Hand in Hand, eng und offen. Ich durfte beim Cover super viel mitbestimmen und habe auch da sehr eng mit dem Grafiker zusammengearbeitet. Das hat mir großen Spaß gemacht, wenn es auch ein hartes Lehrjahr mit vielen abendlichen Arbeitsstunden (die mir ja eigentlich nicht liegen) war.

Mein Debüt „Das Geheimnis von Talmi’il“ ist ein klassischer High Fantasy Roman in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Es geht um zwei Königreiche, eine uralte Fehde und eine Todeswelle aus Magie. Als das Zarkonische Reich förmlich überrollt wird, reitet ein Rettungstrupp in die Ruinen von Talmi’il um der alten Sage nach einer magischen Waffe zu folgen, die als einzige Rettung für das Reich gilt. Auf dem Weg begeht Thronfolger Migal Zarkon jedoch einen schweren Fehler, der nicht nur sein eigenes Schicksal verändert.

Beim Verlag gibt es eine XXL-Leseprobe. Das Buch ist als Softcover oder EBook erhältlich auch bei KU.

Herzlichen Dank für das Interview und die tollen Tipps

Tea Loewe: Wer sich für mein nächstes Projekt interessiert, darf mir gern auf Facebook oder Instagram folgen. Die #wairua_trilogie ist am Entstehen, wird aber noch einige Zeit brauchen.

Ein Tipp, den ich oben vergessen habe und den ich beim neuen Projekt unbedingt berücksichtigen will – auch wenn es manchmal schwer fällt: Gut Ding will Weile haben!

Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Ilka Sommer

Heute sind wir zu Gast bei Ilka Sommer. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Ilka Sommer an ihrem Schreibtisch im Grünen
(c) Ilka Sommer

Steckbrief von Ilka Sommer

  • Selfpublisher
  • Genre: Biografie, mystische Selbstfindungsromane
  • 3 veröffentlichte Romane
  • Debütroman: “Dogilli – Eine tierische Geschäftsidee”
  • Leitet eine Hundepension

Wo steht dein Schreibtisch?

Ilka Sommer: Ich schreibe am Laptop an meinem Esstisch, sodass ich die Hundegäste immer im Blick habe. Zum Schreiben brauche ich Ruhe, einen leckeren Tee, gerne auch mal ein Räucherstäbchen und wenn die Arbeit zu knifflig wird, auch ein Stückchen Schokolade für die Nerven. Wenn ich mir einen Arbeitsplatz wünschen könnte, würde ich unter einem Olivenbaum auf meiner eigenen Finca auf Mallorca schreiben; leicht erhöht, mit Blick über die schöne Landschaft und die leicht rauschenden Pinienbäume im Rücken. Ein Traum.

Was brauchst du zum Schreiben?

Ilka Sommer: Ich bin ein Schreiberling, der Ordnung und Struktur braucht und feste Zeiten liebt. Morgens von 9-11 ist meine kreativste Zeit. Wenn meine Familie und die übrigen Aufgaben es zulassen, könnte ich auch noch einmal von 17-19 Uhr in die Tasten hauen, aber das klappt meistens nicht.

Arbeitest du an einem oder mehreren Schreibprojekten gleichzeitig?

Ilka Sommer: Da kommt mir der oben genannte Strukturwahn in die Quere. Ich kann nur eins nach dem anderen abarbeiten. Ich lektoriere allerdings häufiger, als das ich schreibe. Diese zwei Aufgaben kann ich miteinander kombinieren. Wenn ich neue Ideen habe, schreibe ich sie in ein kleines Notizbuch und habe vor kurzem das Tool „Trello“ für den PC entdeckt. Das ist großartig, um Figuren, Ideen, Abläufe festzuhalten. Außerdem habe ich eine furchtbare Handschrift und bin deshalb über die Erfindung des Compis mehr als happy.

Warum schreibst du?

Ilka Sommer: Ich wollte eigentlich keine Bücher schreiben, sondern lieber lektorieren. Allerdings wurde mir in einer Schreibgruppe angeraten, auch die andere Seite zu erleben. Deshalb veröffentlichte ich kurze Geschichten über die Erlebnisse mit meinen Hunden in der Hundepension. Das fanden meine Freunde so unterhaltsam, dass sie mehr davon lesen wollten. Daraus entstand das erste Buch, welches sich um den Hürdenlauf bei der Eröffnung der Pension dreht.

Die Ideen zu den beiden Wolfsromanen, die viele schamanische sowie mystische Elemente beinhalten, kam durch den Traum meiner Tochter und die Tatsache, dass der Wolf in NRW gesichtet wurde. Bei dem Gedanken darüber, wie ich reagieren würde, wenn plötzlich ein Wolf vor mir stände, entstand das erste Kapitel. Die nächsten Elemente fügten sich wie von selbst ein. Ich habe in meinem Leben schon einiges durchlebt, über das ich berichten kann und was zum Nachdenken über den Sinn des Lebens anregen könnte.

Ilka Sommer und ihre Bücher
Ilka Sommer und ihre Bücher (c) Ilka Sommer

Planst du deine Romane?

Ilka Sommer: Ich plotte, da ich wissen muss, wo die Geschichte hingeht, was möchte ich mitteilen, wo soll es enden? Das brauche ich sozusagen als Gitter zum Festhalten. Wenn ich dann jedoch im Schreibfluss bin und meine Charaktere plötzlich ein Eigenleben entwickeln, dann lasse ich sie laufen. Einfangen kann ich sie später immer noch 😊. Bei meinem letzten Buch war es so, dass der letzten Testleserin das Ende nicht gefiel. Da ich ihr recht geben musste, habe ich kurz vor der Veröffentlichung die letzten beiden Kapitel komplett umgeschrieben. Jetzt bin ich zufrieden.

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden AutorInnen geben?

Ilka Sommer: Schreibgruppen sind hilfreich. Der Austausch mit Autoren, Bloggern, Testlesern, Lektoren ist absolut bereichernd. Aber es ist recht schwierig, die passenden zu finden. Da ist Facebook zur Organisation natürlich sehr hilfreich und man kann jeden erreichen, egal wo auf diesem Planeten er oder sie sich gerade befindet. Doch es fehlt der persönliche Kontakt, der mir sehr wichtig ist. Deshalb besuche ich kleine Buchmessen, um den Austausch untereinander und auch mit den Lesern zu erreichen. Was den letzten Punkt betrifft liebe ich Lesungen, doch es ist relativ schwierig, als Selfpublisherin welche zu ergattern.

Der Buchmarkt ist groß und die Konkurrenz auch. Es gibt nicht nur hilfsbereite Autoren, sondern auch viel Ellebogenmentalität. Deshalb sollte man vorsichtig sein, wem man seine Ideen oder Geschichten anvertraut. Ich würde deshalb einen kleinen, privaten Kreis einer großen, anonymen Gruppe vorziehen.

Was hast du zuletzt veröffentlicht und was erwartet uns als nächstes von dir?

Ilka Sommer: Meine letzte Veröffentlichung war der zweite Teil meiner Wolfsreihe im Juni 2019. Ich möchte dieses Jahr gerne den dritten Teil herausbringen, aber zurzeit ist erst ein Viertel geschrieben. Ich versuche, mich deshalb nicht unter Druck zu setzen, weil ich ja keine Abgabefristen einzuhalten habe, aber irgendwie drängelt es doch in mir.

Es wird weiterhin um Jan und das Wolfsrudel gehen, mit dem er per Gedankenkraft kommunizieren kann. Mein Protagonist gerät jedoch während der Geschichte zwischen zwei Frauen und wird sich spirituell dem Thema Reiki öffnen. Außerdem möchte ich auf das aktuelle Thema der Wolfsfeinde und Wolfsschützer eingehen. Meine Bücher sind immer Zwitter: bodenständig und auf der Suche nach dem Unbegreiflichen.


Herzlichen Dank für das Interview!

Hier findet ihr Ilka Sommer online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Charles C. Nox

Heute sind wir zu Gast bei Charles C. Nox. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Portrait von Charles C. Nox
(c) Charles C. Nox

Steckbrief von Charles C. Nox

  • Selfpublisher
  • Genre: Horror
  • 2 veröffentlichte Romane
  • Debütroman: „Die Box“
  • Studiert Politikwissenschaft

Wo steht dein Schreibtisch?

Charles C. Nox: Mein gegenwärtiger Schreibtisch steht in einem Wintergarten mit ziemlich vielen Fenstern. Das ist auch der Ort, an dem ich gerade mein aktuelles Buch schreibe.

Grundsätzlich muss es ruhig sein, damit ich mich konzentrieren kann. Deshalb eignet sich eigentlich jeder Raum dafür der eine Tür hat.

Was brauchst du zum Schreiben?

Charles C. Nox: Einen Computer, etwas zu trinken und Ruhe.

Wie passt das Schreiben in deinen Alltag?

Charles C. Nox: Ich kann sowohl morgens als auch abends schreiben, aber am liebsten morgens, da ich da aufgeweckter bin.

Schreibzeiten im engeren Sinne habe ich nicht, ich nehme mir aber am Tag eine spezielle Anzahl an Wörtern vor, die ich tippen möchte und das ziehe ich dann in der Regel durch.

Zurzeit ist es so, dass ich das Schreiben meinem Alltag anpasse. Habe ich morgens keine Zeit, dann schreibe ich eben abends und schaue dafür eben kein Fernsehen. Mir ist im Grunde nicht wichtig wann genau ich schreibe, sondern wie viele Wörter ich am Tag auf Papier bekomme.

Die Box ~ Charles C. Nox
Die Box ~ Charles C. Nox (c)

Arbeitest du an einem oder mehreren Schreibprojekten gleichzeitig?

Charles C. Nox: Ich arbeite immer nur an einem Projekt, auch wenn es nur eine Kurzgeschichte ist. Deshalb gibt es auch keine Überschneidungen zwischen mehreren Projekten. Sobald ich angefangen habe, bin ich nur in dieser jeweiligen Welt drin und Ideen, die mir dann einfallen, passen in der Regel dann auch zu nur dieser Welt.

Was begeistert dich am Schreiben?

Charles C. Nox: Ich finde das Schreiben großartig und kann mir nichts Besseres vorstellen. Es sind die vielfältigen Ideen, die mir Freude bereiten und ich finde es immer wieder spannend in neue, faszinierende Welten einzutauchen.

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Charles C. Nox: Zuerst ist da immer die Idee. Je nach Idee entscheide ich, ob sie sich für einen Roman oder eine Kurzgeschichte (oder gar nicht) eignet. Eignet sie sich für einen Roman sammele ich zwei Tage was mir zu dieser Idee einfällt und schreibe es auf. Dann fange ich an zu tippen und meistens schaue ich nicht mehr in die Unterlagen : ). Eine spezielle Schreibtechnik nutze ich nicht. Einfach immer ein Wort nach dem anderen.

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden AutorInnen geben?

Charles C. Nox: Ich würde jedem, der gerne Schreiben möchte, raten, dass er oder sie schreiben soll. Man muss es einfach machen, dann wird es funktionieren. Schreiben ist wie Stricken – irgendwann hat man den Faden raus.

Im Magen des Clowns ~ Charles C. Nox
Im Magen des Clowns ~ Charles C. Nox (c)

Stell uns doch kurz dein aktuelles Buch vor?

Charles C. Nox: Mein aktuelles Buch heißt „Im Magen des Clowns“ und ist Ende November 2019 erschienen. In diesem Buch geht es um einen jungen Mann, der leider das Pech hat von einem Clown verschluckt zu werden. Im Laufe der Geschichte erfährt man nicht nur, wie es in einem Clown aussieht, sondern auch, wie bösartig es dort drinnen zugehen kann.

Im Jahr 2020 stehen zwei weitere Veröffentlichungen an. Die nächste hoffe ich April oder etwas danach herauszubringen. Auf das nächste Buch freue ich mich sehr und ich bin gespannt, wie es bei den Lesern ankommen wird.


Herzlichen Dank für das Interview!

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Ein Blick auf den Schreibtisch von Daniela Kappel

Heute sind wir zu Gast bei Daniela Kappel. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

(c) Daniela Kappel
(c) Daniela Kappel

Steckbrief von Daniela Kappel

  • Verlagsautorin
  • begonnen als Selfpublisherin
  • Unter Vertrag bei der Agentur Ashera
  • Genre: Fantasy, Romance, New Adult, Young Adult, Familiengeheimnis, Cosy Crime
  • Debütroman: Elementa – Erzwungenes Schicksal
  • 4 veröffentlichte Romane
  • arbeitet als Krankenpflegerin

Wo steht dein Schreibtisch?

Momentan noch in einem mit einer Wohnwand abgetrennten Teil des Wohnzimmers (meine Höhle). Ich hoffe aber, dass wir bald Zeit finden den Schreibtisch ins Schlafzimmer zu verlegen, dann wird dort mein neuer Schreibplatz sein. Abgesehen davon schreibe ich gern mit dem Notebook auf dem Schoss auf der Couch, im Bett oder auf dem Balkon – man sieht also schon: ich habe keinen richtig fixen Schreibplatz.

Elementa 1 ~ Daniela Kappel
(c) Wolkenart Coverdesign
Elementa 1 ~ Daniela Kappel
(c) Wolkenart Coverdesign

Was benötigst du zum Schreiben?

Zum Schreiben brauche ich eigentlich nur Lust, aber gegen Schokolade habe ich dabei auch nichts einzuwenden.

Wann schreibst du?

Am konzentriertesten wäre ich morgens. Weil ich da aber meist recht wenig Zeit habe (Kinder versorgen und arbeiten fahren), muss ich mich mit meinen Schreibzeiten stark nach meiner Familie und dem Alltagsgeschehen richten.

Elementa 2 ~ Daniela Kappel
(c) Wolkenart Coverdesign
Elementa 2 ~ Daniela Kappel
(c) Wolkenart Coverdesign

Gelingt es dir nur an einem Schreibprojekt gleichzeitig zu arbeiten?

Ich nehme mir immer vor ein Projekt nach dem anderen „abzuarbeiten“. Allerdings kommt es schon vor, dass ich in Stehzeiten neue Exposés für die Agentur schreibe. Auch während die Rohmanuskripte bei meinen Probelesern bzw. im Lektorat sind, setzte ich mich schon ans nächste Projekt.

Mein Kopf steht (leider/zum Glück) nie still. Wenn mir also eine neue Idee kommt, dann wird sie zumindest notiert.

Was motiviert und inspiriert dich beim Schreiben?

Meine Motivation ist einfach der Spaßfaktor. Schreiben ist für mich wie Lesen, nur noch besser, weil ich bestimmen kann wie der Hase läuft. Mich inspirieren andere Bücher, Filme, Songs, Alltagsszenen, alles Mögliche. Manchmal kann ich selber nicht genau sagen, wo die eine oder andere Idee herkommt.

Elementa 3 ~ Daniela Kappel
(c) Wolkenart Coverdesign
Elementa 3 ~ Daniela Kappel
(c) Wolkenart Coverdesign

Plottest du deine Romane?

Da ich ja beim Schreiben der Exposés schon den groben Inhalt von Anfang bis Ende angeben darf (muss), sind meine Projekte vor Schreibbeginn schon in den Grundzügen durchgeplottet. Einzelne Szenen hab ich meist schon beim Entstehen der ersten Idee im Kopf und der Rest entsteht beim Schreiben.

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden Autor*innen geben?

Wenn ihr es macht, dann richtig. Wer das Autorendasein als Selfpublisher angeht, sollte sich vorher bewusst machen, dass professionelles Auftreten Geld kostet, und zwar nicht wenig. Außer man hat Germanisten und Grafiker im Freundeskreis oder der Familie, die einem helfen.
Ich habe recht unerfahren und naiv angefangen und bis zum 3. Teil meiner Elementa-Trilogie viel dazugelernt. Meiner Ansicht nach, sollte man dem qualitativen Inhalt seiner Bücher immer ein zumindest Korrektorat (wer es sich leisten kann Lektorat) und professionelles Cover gönnen.
Wer mit (seriösen!) Agenturen und Verlagen arbeiten will, braucht kein Geld für die eigenen Werke aufzubringen, allerdings ist man in seiner Arbeit nicht mehr so frei.

Stell uns bitte in drei Sätzen deinen aktuellsten Roman vor.

Im August ist mein erstes Verlagsbuch, „Perfect Opposites: Lynne und Lex“ (Contemporary Romance/New Adult), bei Digital Publishers erschienen.

Die überzeugte Einzelgängerin Lynne, erbt nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter, deren Bar und sieht sich neben ihren unliebsamen Kindheitserinnerungen, auch noch mit dem arroganten Barkeeper Lex konfrontiert. Die beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten und jeweils ihre eigenen Ziele in Bezug auf die Bar verfolgen, müssen sich zusammenraufen. Langsam nähern sie sich einander an, doch als Lynne herausfindet, dass ihre Mutter in illegale Machenschaften verstrickt war, wird es gefährlich für sie und Lex.

Perfect Opposites, Lynne und Lex ~ Daniela Kappel 
(c) dp Digital Publishers und Buchgewand Covergestaltung
Perfect Opposites: Lynne und Lex ~ Daniela Kappel
(c) dp Digital Publishers und Buchgewand Covergestaltung

Was erwartet uns als nächstes von dir?

Die nächsten Veröffentlichungen sind für April (Familiengeheimnisse) und Sommer (Cosy Crime) 2020 geplant. Vielleicht werden es ja auch noch mehr.


Herzlichen Dank für das ausführliche Interview.

Hier findet ihr Daniela Kappel online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”