Sonntagsgeschichte Kapitel 9 – Heinzelmännchen zu Köln

Hier findet ihr das erste Kapitel der Sonntagsgeschichte.

Zum Verständnis solltet ihr mindestens das letzte Kapitel vorher gelesen haben.

Josephine trank einen Schluck Wasser aus dem Glas, das sie auf einmal in den Händen hielt. Sie saß auf dem kleinen Lesesessel mitten im Buchladen Ludwig. Eben stand sie doch noch vor dem Regal.

„Geht es dir wieder besser?“, fragte eine freundliche Stimme. Josephine wandte sich ihm zu und fragte flüsternd: „Wer bist du?“

Besorgt sah er sie an. „Ich bin es, Marcel. Was ist los? Ich dachte, dir wäre nur schwindelig geworden.“ Sie schüttelte den Kopf. Klar, das war Marcel, der Buchhändler, aber irgendwie auch nicht. Sie wusste, was sie gesehen hatte. Aber wusste er es? War er Freund oder Feind?

Sie sahen sich lange in die Augen, dann nickte Marcel. „Ich verstehe, was du meinst. Deine Kette ist dir hervor gerutscht, trage sie lieber wieder unter dem Kleid.“ Er flüsterte jetzt auch. „Pass auf, ich habe in ungefähr einer halben Stunde frei. Nimm deine Bücher und warte auf der Domtreppe auf mich. Danach lade ich dich auf ein Eis ein. Einverstanden?“

Josephine nickte und stand auf. „Geht es deinem Kreislauf wieder gut?“, fragte er in normaler Lautstärke. Josephine verstand und antwortete. „Ich glaube schon, danke für das Wasser. Ich gehe mal lieber an die frische Luft.“

Marcel begleitete sie noch nach unten zur Kasse. Unauffällig ließ Josephine den Anhänger wieder unter ihrem Kleid verschwinden. „Bis gleich“, flüsterte er ihr zu.

Josephine verließ die Buchhandlung und den Bahnhof. Draußen erwartete sie frische, aber auch sommerlich warme Luft. Sie ging auf den Dom zu und machte es sich auf halber Höhe auf der Treppe gemütlich. Wahllos griff sie eines der neuen Bücher und begann zu lesen. „Die Maske der Vergangenheit“ von Antonia C. Wesseling begann traurig. Luzie hatte schon früh ihre Mutter verloren und darunter sehr gelitten. Doch dann begab sie sich auf eine Reise nach Venedig. Josephine seufze bei dem Gedanken an Urlaub. Zu gerne würde sie selbst auch weg fahren, ausspannen und Abenteuer erleben. Doch ihre Eltern hatten ihre Pläne durchkreuzt. Sie hatten den lang geplanten Urlaub nach dem Abitur nicht mehr finanzieren wollen, so lange bis sie endlich einen Plan hätte, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte. Sie war 18 Jahre alt und dennoch sagten ihre Eltern ihr, was sie tun sollte. Das nervte. Vielleicht hätte sie doch ein Auslandsjahr machen sollen, weit weg von allem hier, aber irgendetwas hatte sie immer davon abgehalten, weiter zu recherchieren und die Pläne um zu setzen. Sie wusste selbst nicht, was es gewesen war.

Jetzt saß sie hier in Köln auf der Domtreppe und las ein Buch über eine Sechzehnjährige, die alleine nach Venedig reiste …

„Na, geht es dir wieder besser?“ Josephine blickte von ihrem Buch auf in das strahlende Gesicht von Marcel. Sie wussten doch beide, dass sie keine Kreislaufprobleme gehabt hatte, oder nicht? Gemeinsam gingen sie um den Dom herum zu einem kleinen Platz in der Nähe. Ein wunderschöner Brunnen stand dort, der Heinzelmännchen Brunnen zu Köln.

„Du kennst die Geschichte?“, fragte Marcel unvermittelt. Josephine nickte. Als Kind hatte sie die Ballade von August Kopisch sogar mal auswendig gekonnt.

Wie war zu Köln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul,… man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man’s gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten,
Und rupften
Und zupften,
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten…
Und eh ein Faulpelz noch erwacht,…
War all sein Tagewerk… bereits gemacht! [weiter beim Projekt Gutenberg]

„Ich hatte dir ein Eis versprochen, lass uns da vorne einen Tisch suchen“, schlug Marcel vor und Josephine folgte ihm. Sie wählten eine Weile lang schweigend jeder einen Eisbecher, dann gab es keinen Grund mehr das Gespräch weiter hinaus zu zögern. „Wer bist du Josephine und was hast du eben im Laden gesehen?“ Sie seufzte, hatte auf Antworten gehofft und war auf keine Erklärungen gefasst gewesen. „Ich weiß es nicht, ehrlich. Es fing vor kurzem an, dass ich seltsame Dinge sehe. Eigentlich war es ja nur neulich in der Rheinaue, danach war ich eine Weile krank und es ist nichts ungewöhnliches geschehen. Bis eben …“ Sie betrachtete Marcel, doch nichts geschah. Der junge Mann saß ihr gegenüber und war genau derjenige, den sie kannte. „Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Es war merkwürdig, aber auf einmal warst du nicht mehr du. Du warst viel kleiner und irgendwie, ja, du sahst aus, wie ein Kobold.“

Entschuldigend und erwartungsvoll schaute sie ihn an. Er seufzte diesmal und nickte. „Du hast mich erkannt. Das ist unglaublich. Bevor ich dir mehr erzähle, musst du mir versprechen, niemandem davon zu erzählen.“ Sie nickte, aber das genügte ihm. „Vielleicht erzählst du mir dann später auch deine Geschichte über die Drachenschuppe?“ Sie nickte wieder, froh, endlich mit jemandem darüber sprechen zu können.

„Ich habe noch nie mit jemandem darüber gesprochen“, begann Marcel seine Geschichte. „Die Heinzelmännchen zu Köln sind eine Legende mit einem wahren Kern. Der wahre Kern liegt bei meinem Ur-Ur-Großvater und seiner Familie. Ich bin kein guter Geschichten-Erzähler, entschuldige. Jedenfalls war meine Familie tatsächlich so etwas wie gute Hausgeister. Wir waren fleißig und haben den Menschen geholfen, dafür haben wir in ihren Häusern gewohnt und uns an ihren Vorräten bedient. Alles war gut, bis wir vertrieben wurden. Das war allerdings ein wenig anders, als in der Geschichte. Die Welten trennten sich. Mein Ur-Ur-Großvater war einer der wenigen, die es geschafft haben hier in Köln zu bleiben. Er hat weiterhin im Verborgenen gelebt und wir haben uns angepasst. Daher kann ich jetzt als Mensch mit dir in der Eisdiele sitzen, auch wenn ich sagen wir mal anders bin. Die Trennung der Welten hängt am seidenen Faden und ich vermute mal, genau hier kommst du ins Spiel. Vielleicht war es gar kein Zufall, dass du dich so zur Buchhandlung hingezogen fühlst. Vielleicht sollten wir uns begegnen.“

Marcel wurde nachdenklich und sie schwiegen eine Weile. Schließlich erzählte Josephine das Wenige, was sie selbst bisher erlebt hatte. Sie fühlte sich erleichtert, es war alles nicht nur Einbildung, der Lilling bei ihr zu Hause entsprang keinem Fiebertraum. Es gab sie tatsächlich diese andere Welt, die der Fantasie und der Märchenwelt entsprungen zu sein schien. Noch begriff Josephine ihre Rolle nicht, aber Marcel und sie waren sich einig, sie würde ihre Antworten nur in Königswinter finden können.

Eine Bitte hatte Marcel dann doch noch: „Bitte sag es keinem meiner Kollegen, sonst wird von mir erwartet, dass ich nachts mit Freuden das Lager aufräume. Solch ein Hausgeist möchte ich dann doch nicht sein.“

Josephine grinste ihn über die ÜBERRESTE ihres Eisbechers hinweg frech an. Dann fielen sie beide gemeinsam in ein herzhaftes Lachen ein. Sie wussten, sie konnten einander vertrauen, sie würden ihre Geheimnisse wahren. Es würde ihnen eh kaum jemand Glauben schenken.

Marcel bezahlte die Kellnerin. „Hast du gerade nicht ein wenig viel Trinkgeld gegeben?“ Er warf einen Blick auf die Rechnung und nickte. „War wohl ein RUNDUNGSFEHLER.“ Wieder grinste sie ihn frech an: „Gut, dass Sie nicht an der Kasse sitzen Herr Buchhändler.“

„Du kleiner Frechdachs“, schalt er sie, doch es machte sich kein UNMUT breit. Zufrieden verließen die beiden das Eiscafe, schlenderten noch einmal zum Heinzelmännchen-Brunnen hinüber. „Irgendwie sind die viel zu niedlich dargestellt“, murmelte Josephine.

nächstes Kapitel

***

Für die Figur Marcel gibt es tatsächlich eine reale Vorlage, den Buchhändler Marcel, der mit seiner Kollegin Jenny die Aktion Save Ludwig ins Leben gerufen hat. Im letzten Kapitel steckte noch viel vom „echten Marcel“, hier greift die künstlerische Freiheit … oder die Magie Kölns? Wer weiß das schon.

Die Buchhandlung Ludwig gilt es nach wie vor zu retten! #saveLudwig

Sonntagsgeschichte – Kapitel 8 – Save Ludwig

Hier findet ihr das erste Kapitel der Sonntagsgeschichte.

Dieses Kapitel ist ein ganz besonderes und lässt sich auch ganz gut lesen, ohne die ersten Kapitel zu kennen. Der Ort, den Josephine besucht ist real, die Problematik ebenfalls und für die Figur auf die sie trifft gibt es tatsächlich eine reale Vorlage.

letztes Kapitel

Nach gut zwei Wochen lockerte Josephines besorgte Mutter endlich die Bettruhe. Es war verflucht schwierig gewesen brav im Bett liegen zu bleiben, obwohl das Bein längst verheilt war. Da Josephine die Heilung nicht erklären konnte, musste sie den Verband am Bein weiterhin tragen. Die ersten Tage hatte sie noch gemütlich im Bett mit ihren Büchern genießen können. Ab und zu kam Angi vorbei. Sie hatte sich ein paar mal mit Mike getroffen, war sich aber noch immer unsicher, was das zwischen ihnen war und ob da jemals etwas laufen würde.

Basti war auch da gewesen, sie hatten nicht viel geredet, schon gar nicht über das Grillen am Rhein oder den Unfall. Sie hatten einfach zusammen Spiele gespielt und Filme geschaut. Er war einfach da und leistete ihr Gesellschaft.

An dem Morgen als ihre Mutter sie endlich aufstehen und das Haus verlassen ließ, tanzte Josephine durch ihr Zimmer, zog sich ihr liebstes Sommerkleid an und machte sich alleine auf den Weg nach Köln. Sie benötigte dringend neuen Lesestoff und in Köln gab es direkt am Hauptbahnhof ihre liebste Buchhandlung. Sie hatte den Laden vor etwa zwei Jahren ganz zufällig entdeckt, als sie mit Freunden in Köln verabredet war und dank ihrem Tick immer überpünktlich zu sein, einen Zug zu früh erwischt hatte und entsprechend früh am Kölner Hauptbahnhof ankam. Direkt am Ausgang zur Domplatte befindet sich die Buchhandlung Ludwig. Eine halbe Stunde hatte sie Zeit und es war letztendlich das erste Mal gewesen, dass sie als letzte am Treffpunkt mit ihren Freunden erschien. Im ersten Stock der Buchhandlung befand Josephine sich in einem Paradies einer unglaublichen Auswahl an Lieblingsbüchern, Fantasy, Science Fiction, Comics und Mangas. Es war ein schöner, aber auch sehr gefährlicher Ort. Ihre Schutzmaßnahme lautete: Nimm nur Bargeld mit und begrenze so das Budget, dass du ausgeben möchtest. Sie hatte sich einen 50er eingesteckt und kam bester Laune in Köln an.

Sie war schon länger nicht mehr da gewesen. Im Lernstress fürs Abitur hatte sie kaum Zeit zum Lesen gehabt, das würde sich jetzt endlich ändern. Direkt bei Betreten des Ladens fiel ihr ein großer blau-weißer RETTUNGSRING mit der Aufschrift „Save Ludwig“ auf. Ein ungutes Gefühl beschlich sie. Was war hier los? Sollte ihre liebste Buchhandlung etwa schließen?

Nicht mehr ganz so fröhlich fuhr sie mit der Rolltreppe in den ersten Stock. Die Sorge war schnell vergessen, denn sie war angekommen. Es war ihr zur Tradition geworden erst einmal ein neues Comic auszuwählen. Die Auswahl war groß, die Entscheidung nicht leicht. Da sie vor einigen Wochen mit großer Begeisterung und vielen Tränen den zweiten Teil von „Guardians of the Galaxy“ zusammen mit Basti im Kino gesehen hatte, fiel ihre Wahl dann doch recht schnell auf ein Mavel-Comic „Avengers & Guardians of The Galaxy“.

Comics im LUDWIG

Mit dem Heft in der Hand schlenderte sie zu den Büchertischen. So viele schöne Bücher, zu viele schöne Cover. Ein Buch, liebevoll auf der Ecke dekoriert lachte sie an. „Mein böser, böser Zwilling“ war der Untertitel zu „Nova & Avon“, geschrieben von Tanja Voosen. Ganz automatisch griff ihre Hand nach dem Buch, überflog den Klappentext „Ein Buch wie ein Gute-Laune-Zauber“, genau das brauchte sie jetzt. Von Tanja Voosen hatte sie bisher noch nichts, bis auf eine wunderbare Weihnachtsgeschichte gelesen.

„Na, heute mal ein Kinderbuch für dich?“, sprach eine bekannte Stimme sie von der Seite an. Josephine wandte sich um, neben ihr stand ihr Lieblingsbuchhändler Marcel, der sie gerne damit aufzog, dass sie hin und wieder gerne ein Kinderbuch las. „Wenn erwachsene Autoren Kindergeschichten schreiben, darf ich sie als Erwachsene auch lesen!“ (Hinweis frei zitiert nach Tanja Voosen.) 

„Bist du das denn inzwischen? Erwachsen?“, lachte Marcel sie freundlich an.

„Ja, das bin ich tatsächlich, zumindest laut meinem Ausweis.“ Sie mussten beide lachen.

„Soll ich dir beim Aussuchen helfen, oder hast du schon genug gefunden?“, fragte er auf ihre beiden Schätze im Arm deutend. Es war gefährlich, sich auf Marcels Angebot einzulassen, seine Empfehlungen waren immer sehr gut, aber Josephine hatte ja ihren Schutz dabei, ihr begrenztes Budget. Also nickte sie, gespannt, was er ihr heute zeigen würde. Vorher hatte sie jedoch eine Frage. „Was ist hier eigentlich los, warum der Rettungsring?“

Das vertraute fröhliche Lachen verschwand aus Marcels Gesicht und er sah auf einmal sehr traurig aus. „Ach Josephine, du hast es noch gar nicht mitbekommen? Unser Mietvertrag wurde nicht verlängert und demnach ist 2019 hier Schluss.“ Darauf fiel Josephine nichts ein und sie konnte den Buchhändler nur entsetzt anstarren. „Die Kündigung erfolgte fair mit einer langen Vorlaufzeit, aber es stimmt uns traurig. Wusstest du, dass wir die älteste Bahnhofsbuchhandlung Deutschlands sind?“ Josephine schüttelte traurig den Kopf. „Warum?“, konnte sie nur fragen. „Tja, es gibt tatsächlich einen Grund. Es steht im Zusammenhang mit dem verbesserten Sicherheitskonzept hier am Bahnhof.“

„Aber warum dafür eine Buchhandlung schließen? Warum nicht einen der zentraler gelegenen Läden?“

Josephine blickte sich um, es war voll im Laden. Viele Menschen mit Reisekoffern, die offensichtlich auf der Suche nach einer Reiselektüre waren. Das konnte doch einfach nicht wahr sein. „Was ist mit Save Ludwig?“, fragte sie hoffnungsvoll und Marcels Lächeln kehrte zurück. „Jenny und ich wollen nicht einfach aufgeben. Wir haben eine Aktion gestartet um die Buchhandlung zu retten. Du kannst gerne auf unserer Unterschriftenliste unterschreiben, wenn du magst. Viele Gespräche, wie unseres gerade, haben wir Kollegen in den letzten Wochen bereits geführt und das gibt uns Hoffnung. Wir sind nicht alleine! Es gibt viele, die uns unterstützen und die Buchhandlung erhalten wollen.“

„Ich bin dabei!“, erklärte Josephine selbstverständlich. Marcel freute sich und nahm sie mit, damit sie die Liste unterschreiben konnte. Es war nur ein Name von vielen, ein ganz kleiner Beitrag den Josephine leisten konnte. Am liebsten würde sie viel mehr tun.

„Komm, jetzt suchen wir dir noch was Schönes zum lesen“, vertrieb Marcel ihre trüben Gedanken. Wie schaffte er es täglich fröhlich im Laden zu stehen und Kunden zu beraten, wenn die Schließung drohte? Doch die Antwort konnte Josephine sich gleich selbst geben. Er liebte seinen Job, er liebte Bücher und er würde hier sein bis zum letzten Tag und genau das tun, was er so sehr liebte zwischen all den wunderbaren Büchern.

Ein Beispiel für die tolle Auswahl im LUDWIG

Vor dem Regal sprang ihr gleich ein schönes Buch ins Auge. „Die Maske der Vergangenheit“ von Antonia C. Wesseling. Der Name sagte ihr nichts, auch das Verlagslogo war ihr noch unbekannt. Das Buch spielte in Venedig und erinnerte sie irgendwie an die Zeitenzauber-Reihe von Eva Völler. Es war im Eisermann-Verlag erschienen. Das war eine Besonderheit im Ludwig, Bücher aus kleinen Verlagen standen gemischt zwischen Bestsellern. Genau das war ein Grund, warum sie so gerne hier her kam, es gab wunderbare Bücher zu entdecken, vor allem die, die eben nicht alle lasen.

Sie behielt das Buch und nahm die erste Empfehlung von Marcel in die Hand, um den Klappentext zu lesen. „Oh, das klingt aber traurig“, seufzte sie. Marcel nahm ihr das Buch wieder ab und grinste. „Ich vergaß, du magst keine Bücher, wie die von John Green.“

„Oh nein, keine Bücher bitte, bei denen ich vorher weiß, dass es traurig endet.“ Marcel gab ihr stattdessen ein anderes Buch, eines mit einem schlichten Cover mit einer schwarzen Feder. „Es ist schon etwas älter, aber eines meiner Lieblingsbücher.“

Josephine nahm das Buch in die Hand, es fühlte sich gut an. Bevor sie sich allerdings dem Klappentext widmen konnte, flimmerte es vor ihren Augen. Marcel stand noch immer vor ihr, doch irgendwie sah er merkwürdig aus. Sein rotes Haar leuchtete, aber seine Ohren, waren so lang und spitz und irgendwie war er auf einmal kleiner als sie.

„Josephine? Ist alles in Ordnung mit dir?“

 

nächstes Kapitel


Wie eingangs angekündigt gibt es die Buchhandlung wirklich. Marcel ist ein junger Buchhändler, der gemeinsam mit seiner Kollegin Jenny die Aktion Save Ludwig ins Leben gerufen hat. Das Gespräch zwischen Josephine und Marcel ist ein wenig inspiriert von meiner ersten Begegnung mit Marcel. Die genannten Bücher habe ich tatsächlich im Ludwig gekauft, bis auf „Die Maske der Vergangenheit“, das dort aber stehen könnte, denn Bücher aus dem Eisermann-Verlag sind im Angebot enthalten.

Ein wenig von mir steckt diesmal auch in Josephine, denn auch ich würde gerne mehr tun, als nur diese Liste zu unterschreiben. Ich hoffe sehr, dass es geholfen hat Josephine nach Köln zu schicken. Wenn es für euch erreichbar ist oder auf dem Weg liegt, besucht die Buchhandlung, schaut euch um und setzt ein Zeichen, indem ihr die Liste unterschreibt.

Die Buchhandlung gehört in den Bahnhof und Bildung sollte ein Teil des Sicherheitskonzeptes sein und nicht diesem weichen müssen, davon bin ich überzeugt!

Weitere Informationen zur Aktion findet ich auf dem Blog von Jenny und Marcel Save Ludwig.

Danke Marcel, dass du einverstanden bist, eine Rolle in dieser Geschichte zu spielen! Das war übrigens auch sehr mutig, da ich ihm nicht viele Informationen gegeben habe.

Am 19. Juli startet auch eine Blog-Tour zu Save Ludwig, ich Schussel bin nicht dabei, weil ich den Aufruf verpasst habe. Organisiert wird sie von Timo, dem Booknerd von Bucheleganz, den ich übrigens in der Buchhandlung Ludwig kennen gelernt habe bei der Lesung von Rena Fischer.

Lesung zur Chosen-Reihe von Rena Fischer am 24. Juni 2017 in Köln

Buchhandlung Ludwig

Die älteste Bahnhofsbuchhandlung Deutschlands soll schließen!

2019 sollen die Räume der Buchhandlung im Rahmen eines verbesserten Sicherheitskonzeptes genutzt werden. Sicherheit am Bahnhof ist ein wichtiges Thema. Doch ist es sinnvoll, dies auf Kosten von Bildung zu tun?

Erst vor kurzem war ich an einem Freitag dort und habe ausführlich gestöbert. Es war sehr voll! Die Beratung ist sehr gut und das Sortiment phantastisch, eine tolle Mischung aus Bestsellern und Büchern kleinerer Verlage. Es treiben sich dort viele Stammkunden und viele Reisende (erkennbar an den Koffern) in den Gängen der Buchhandlung herum.

Ein Beispiel für die tolle Auswahl im LUDWIG

Es gibt eine Unterschriftenaktion zur Rettung der Buchhandlung.  Wenn euer Weg nach Köln führt, schaut doch kurz im Ludwig rein, stöbert ein wenig und unterstützt Marcel und Jenny bei der Rettung der Buchhandlung Ludwig. In den Sozialen Medien erfahrt ihr Neuigkeiten unter #saveludwig

Jenny & Marcel vom Team #SaveLUDWIG mit Rena Fischer

Chosen-Reihe

Die Reihe ist mit zwei Bänden abgeschlossen. Es ist ein Jugendbuch bei dem sich auch Erwachsene dank der Tiefe und Komplexität nicht langweilen dürften. Eine Liebesgeschichte, die ebenso Manipulation und Machtmissbrauch thematisiert, wie Elemente aus Fantasy,  Thriller und Rätselraten beinhaltet.

Was ist man bereit von sich selbst aufzugeben, um dazu zu gehören?

Ausführlich habe ich euch die beiden Bücher bereits vorgestellt: „Chosen – Die Bestimmte“ und „Chosen – Das Erwachsen„.

Rena Fischer hat es geschafft aus beiden Büchern zu lesen, ohne dabei zu viel zu verraten! Es war einfach nur schön ihrer Lesung zu lauschen.

Talk mit Rena Fischer

Es war Renas allererste Lesung und ich bin sehr glücklich dabei gewesen zu sein. Sie hat mich übrigens direkt erkannt und mich herzlich begrüßt. Ein tolles Gefühl! Im Anschluss an die Lesung hatten wir noch Gelegenheit der Autorin Fragen zu stellen.

Schon früher hat Rena Fischer gerne geschrieben. Ihre Tochter war es, die sie endlich dazu gedrängt hat, sich eine Agentur zu suchen und das Manuskript anzubieten.

Zwei Bände mit jeweils 500 Seiten. Beim Überarbeiten sind dann doch noch einige Szenen gekürzt worden. Auf ihrem Blog verrät Rena Fischer einige dieser „Deleted Scenes„. Sie geht auch sehr geplant vor, hatte einen groben Plot vorgearbeitet, an dem sie sich entlang hangelte. Raum für Kreativität hat sie sich dabei aber gelassen. Etwa 6 bis 8 Monate braucht sie von der Idee bis zum fertigen Buch. Schreibblockaden kennt sie zum Glück bisher nicht. Geschrieben wird bei ihr vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind und abends, wenn Ruhe im Haus einkehrt.

Sie war selbst schon in Irland gewesen, liebt dieses Land und seine Menschen. Einigen Figuren hat sie einen irischen Charme verliehen. Auch Orte, die sie persönlich besucht hat, spielen in ihrer Geschichte eine Rolle.

Brenzlig wurde für Rena die Frage, warum es im zweiten Teil Szenen aus der Sicht des Vaters gibt. Sie wollte nicht zu viel verraten, aber das Dilemma der Ich-Perspektive machte es eben notwendig Jacob eine eigene Perspektive zu geben.

Eine fiese Fragen für Autoren ist, sie nach einem Lieblingscharakter zu fragen. Auch Rena kann sie nicht klar beantworten, sie liebt sie alle wie eine Mutter ihre Kinder!

An zwei weiteren Projekten arbeitet sie bereits fleißig, eine Dystopie und ein Thriller. Wir dürfen gespannt sein.

Sie hat vor Jahren für ihre Jungs eine Geschichte geschrieben, um sie zum lesen zu motivieren. Diese Geschichte hat sie auf den Reader geladen und ihnen unter falschem männlichen Namen präsentiert. Vielleicht wird sie diese irgendwann nochmal für die Öffentlichkeit überarbeiten, an die sie sich endlich getraut hat. Herzlichen Dank an ihre Tochter für diesen Schubs!

Rund um die Lesung

Nicht nur Rena Fischer durfte ich persönlich treffen und kennen lernen, auch sehr liebe andere Besucher der Lesung. Da war zum Beispiel Roswitha, die liebe Kölnerin oder Timo aka Bucheleganz, der die Lesung live auf Instagram gestreamt hat, leider nur für 24 Stunden verfügbar. Zwei sehr nette Mädels eines noch jungen Blogs habe ich ebenfalls getroffen, die bereits gestern schon über die tolle Lesung berichtet haben: Svenja und Jasmine von Lesemärchen.

Zwei liebe Autorinnen waren auch mit dabei: Tanja Voosen und Amelie Murrmann. Von beiden habe ich bisher nur die Weihnachtsgeschichten in der Impress-Anthologie gelesen. Tanja folge ich schon länger und habe mir gestern ihr Kinderbuch „Nova und Avon“ gegönnt und natürlich auch die Gelegenheit genutzt, es mir signieren zu lassen.

 

Zum Abschluss haben wir alle zusammen noch ein Gruppenbild gemacht.

Es war ein wunderschöner Nachmittag mit euch!

von links nach rechts: Tanja Voosen, Jasmine & Svenja von Lesemärchen, Rena Fischer, Timo aka Bucheleganz, Amelie Murrmann, Roswitha, Stephanie