Vampire in verschiedenen Erscheinungsformen

Vampire Academy, Blutschwestern - Richelle Mead

Vampire Academy, Blutschwestern – Richelle Mead

Vampire

Es gibt zwei typische Varianten der Vampire, die klassischen düsteren blutrünstigen und die modernen: Sexy, nicht gut für junge Mädchen, aber eigentlich nicht wirklich böse. Sie jagen sogar oft gar nicht mehr, trinken Blut aus Blutbanken oder tierisches Blut.

In „Vampire Academy“ von Richelle Mead gibt es beide Varianten und noch eine dritte; die Dhampire.

Moroi trinken Blut von freiwilligen Spendern, diese genießen es. Im Idealfall werden Spender gut versorgt. Moroi haben magische Fähigkeiten, spezialisieren sich dabei auf eines der Elemente, setzen diese aber nicht zum Kampf ein, das war früher mal anders. Sie schlafen tagsüber, sind nachts wach und sterblich, können aber Kinder zeugen und bekommen.

Der Preis der Unsterblichkeit ist die Aufgabe von Magie und jeglicher Gefühle, sowie Moralvorstellungen. Das sind die Strigoi, welche in „Vampire Academy“ einem klassischen Vampirbild entsprichen. Es gibt zwei Arten ein Strigoi zu werden:

  1. Ein Moroi tötet beim Trinken des Blutes.
  2. Der Biss eines Strigoi wird überlebt. Dies führt zur klassischen Verwandlung in ein unsterbliches Monster.

Dann gibt es noch die Dhampire. Sie entstehen aus einer Verbindung zwischen Moroi und Mensch oder Dhampir. Dhampire können ausschließlich Kinder mit Moroi bekommen, nicht miteinander, nicht mit Menschen. Neue Moroi entstehen ausschließlich aus Moroi-Verbindungen. Das führt dazu, dass es weniger Dhampire als Moroi gibt. Viele Dhampire haben eine Dhampir-Mutter und einen Moroi-Vater, der nicht Teil der Familie ist. Dhampire trinken kein Blut, können keine Magie wirken, haben aber schärfere Sinne und sind stärker als Menschen.

Persönliche Hingabe und Werte

Dhampire fungieren in der Vampire Academy Gesellschaft, die übrigens Royal strukturiert ist, als Wächter. Früher, als Moroi ihre Magie noch zum Kampf einsetzen, kämpften Dhampire und Moroi Seite an Seite. Doch irgendwann haben Dhampire sich zu Wächtern der Moroi entwickelt, sie schützen sie vor den Strigoi. Diese Aufgabe nehmen sie äußerst ernst und führen sie mit einer Hingabe aus, die das Leben des Moroi über ihr eigenes stellt.

Wer lebt solche Werte noch? Wer setzt sein eigenes Leben für andere ein, wertet damit anderes Leben als wertvoller, als das eigene? Zunächst denke ich an alte Traditionen, inspiriert durch den royalen Touch der Geschichte. Doch dann fallen mir auch andere ein, Berufsgruppen, die es auch heute noch gibt: Soldaten, Leibwächter, Agenten und Polizisten. Sie beschützen andere und riskieren ihr eigenes Leben. Was motiviert sie, dies zu tun? Erachten sie anderes Leben wirklich für wertvoller, als das eigene?

Ich weiß es tatsächlich nicht, finde den Gedanken beängstigend, aber auch wichtig. Es ist eine Tatsache, dass Menschen im Dienst sterben, um andere zu beschützen, um sich für Recht und Ordnung einzusetzen. Meiner Wahrnehmung nach erfahren bei uns in Deutschland Polizisten wenig Respekt, eher Verachtung und stehen stark in der öffentlichen Kritik. Und trotzdem treten sie ihren Dienst an. Stellen sich wütenden Menschen in den Weg, die zu allem bereit sind für ihre Sache. Auch diese Menschen haben sich mit Hingabe einer Sache verschrieben. Welche Motive leitet sie?

Ein weites Feld, viele Fragen …

Doch Hingabe muss nicht gleich zum Tod führen. Für einen anderen Menschen sorgen, dabei sich selbst zurück nehmen, weniger wichtig nehmen. Dieser Aspekt spielt für viele Menschen eine Rolle. Wie sieht es hier mit den Motiven und Werten aus? Sind Fürsorger und Umsorgter gleichwertig, oder kommt es zur hingebungsvollen Aufopferung? Kann Hingabe auch ohne Selbstaufgabe funktionieren?

Wie sieht es aus bei Eltern, Pflegenden von Angehörigen, Pflegepersonal und sozialen Berufsgruppen?

Vampire Academy

Rose ist ein junges Dhampir-Mädchen, 17 Jahre alt und in der Ausbildung zur Wächterin. Ihre beste Freundin Lissa ist eine Moroi, die letzte ihrer Familie, eine Prinzessin und mögliche Anwärterin auf den Thron. Rose und Lissa sind zusammen von der Akademie geflohen und kehren zu Beginn der Geschichte unfreiwillig zurück nach Hause. Rose wird zur Verantwortung gezogen, mit Hausarrest bestraft und bekommt zusätzliche Trainingsstunden bei Wächter Belikov.

Liebe, Intrigen, Geheimnisse und eine unbekannte Bedrohung beschäftigen beiden Mädchen mit der besonderen Verbindung, die seit dem Autounfall bei dem Lissas Eltern und ihr Bruder ums Leben kam, zwischen ihnen besteht.

Kann es überhaupt eine erfüllte Liebe für einen Dhampir geben? Steht der Schutz der Moroi nicht immer im Vordergrund und der Liebe im Weg?

Der Film

Der erste Band der Vampire Academy Reihe ist verfilmt worden. Kurz nachdem mir das Buch vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde, stolperte ich über die DVD zu einem verführerisch günstigen Preis. Tatsächlich habe ich den Film zuerst gesehen und mit einigen Monaten Abstand das Buch gelesen. Das war gut so, denn der Film ist erstaunlich nah dran am Buch. Natürlich gibt es im Buch mehr Details zu den Figuren und Handlungen, einzelne Szenen sind anders umgesetzt, aber die Haupthandlung ist parallel und das gefällt mir wirklich gut. Auch der Film hat dasselbe fiese Ende und ja, wenn du den Film gesehen hast und wissen willst, wie es weiter geht, kannst du ruhig direkt Band 2 lesen.

Fazit

Das Buch ist sehr gut geschrieben, durchgehend spannend, leicht und schnell zu lesen. Liebe und Freundschaft spielen eine zentrale Rolle, ebenso Zusammenhalt und Vertrauen. Das Ende ist fies, darüber können auch die vier Bonusgeschichten, die es im Jubiläumsband gibt, nicht hinweg trösten. Es braucht den zweiten Band der Reihe.

Wer moderne Vampir-Bücher mag, dem sei auch diese Reihe empfohlen.

Reihenüberblick

  1. Vampire Academy – Blutschwestern
  2. Vampire Academy – Blaues Blut
  3. Vampire Academy – Schattenträume
  4. Vampire Academy – Blutschwur
  5. Vampire Academy – Seelenruf
  6. Vampire Academy – Schicksalsbande

Weitere Meinungen

Nadine von Nadines Lesewelt hat es eigentlich nicht so mit Vampir-Geschichten, ist dann doch einer Empfehlung gefolgt und hat „Vampire Academy, Blutschwestern“ gelesen.

„Ein Buch zum Erleben“ ist das Fazit bei Spohias Bookplanet.

Zwei weitere sehr schöne Blogbeiträge hatte ich in der Vorbereitung verlinkt, leider sind diese Blogs inzwischen offline :-(.


Das Buch wurde mir von LYX über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Vampire Academy – Blutschwestern
Jubiläumsausgabe mit 4 Bonus-Storys
Richelle Mead
übersetzt von Michaela Link
LYX

ISBN: 978-3-7363-0612-7
Erscheinungsdatum: 03.08.2017

Ein Buch mit allen Sinnen erfassen

Palace of Glass - C. E. Bernard
Palace of Glass – C. E. Bernard

Im letzten Urlaub am Strand hatten wir ein ein interessantes Gespräch über Bücher, tauschten Leseempfehlungen aus. Dann kam die Frage unseres Gesprächspartners „Ist es gehobener Schreibstil?“ Während ich noch grübelte, was genau er damit meinte, antwortete mein Mann bereits mit „Ja.“

Jetzt glaube ich zu wissen, was er gemeint hat, denn ich habe ein Buch mit einem besonderen Schreibstil gelesen. Auch wenn dieses Buch aus dem Englischen übersetzt wurde, bin ich mir sicher, es liegt an der Autorin, denn diese hat eng mit der Übersetzerin zusammengearbeitet. C. E. Bernard lebt nämlich eigentlich in Bonn, hat aber auf Englisch geschrieben, das Buch einer britischen Agentur angeboten und ein deutscher Verlag hat zugeschlagen …

Zurück zum Schreibstil: Ich wünschte, ich könnte euch erklären, was den Stil so besonders macht, aber das kann ich leider nicht, dazu fehlen mir die richtigen Worte. Vielleicht kann euch die Leseprobe von „Palace of Glass“ überzeugen (Link zur Leseprobe auf der Verlagsseite).

Vergangenheit oder Zukunft?

Es ist das Jahr 2045 und doch habe ich beim lesen immer wieder das Gefühl in der Vergangenheit zu sein. Hochgeschlossene Kleidung, inklusive Handschuhe, bloß keinen Fetzen Haut zeigen. Dann ist die Geschichte auch noch sehr royal. Ja, das Britische Königshaus gibt es, aber dennoch wirkt dieses sehr archaisch auf mich, der König durchaus verstaubter als die Queen of England. Auch Deutschland und Frankreich haben wieder Monarchen in der Urban-Fantasy Geschichte …

Und die Frauen? Haben nichts zu sagen, sich an gewissen Orten nicht aufzuhalten, keine Uhren zu tragen …

Doch hin und wieder schaut dann jemand auf ein Handy oder Tablet. Mehrfach erwischte ich mich bei dem Gedanken: Ach  ja, wir sind in der Zukunft, ein interessantes Kontrastprogramm.

Keine Berührungen

Wie konnte es zu einem solchen Rückschritt kommen?

Eine große Rolle dabei hat die Entdeckung der Magdalenen geführt. Magdalenen haben die Fähigkeiten über Berührungen der Haut Gedanken oder Gefühle anderer wahrzunehmen. Es gibt hier unterschiedliche Ausprägungen der Fähigkeiten, manche von ihnen haben die Fähigkeit andere Magdalenen zu erkennen. Da sie die Gedanken, Gefühle und Erinnerungen nicht nur wahrnehmen, sondern auch verändern können, ist es nachvollziehbar, dass dies Angst verursacht. Diese Angst führte zu zahlreichen Schutzmaßnahmen und dem Verbot von Hautkontakt.

Was wäre, wenn Menschen sich nicht berühren dürften?

Das war eine Ausgangsfrage der Autorin C. E. Bernard. Dazu hat sie eine faszinierende Hintergrundgeschichte entwickelt, starke Figuren in das Setting gesetzt und sich in „Palace of Glass“ dieser Frage gestellt.

Nach der Lesung und Buchparty schrieb ich, dass im Umgang mit diesem Verbot ein erotischer Hauch mitschwingt und diese Einschätzung war richtig. Auch wenn das Halten von Schleppen das neue Händchenhalten in London im Jahre 2045 ist, so besteht doch die Sehnsucht, das Verlangen nach Berührungen …

Mit allen Sinnen

Beim Lesen hörte ich noch lange über das erste Kapitel hinaus die Stimme von Vanessa, die den ersten Teil der Lesung übernommen hatte. Das Buch schreit danach aufgeführt oder verfilmt zu werden. Die Rolle der Rea ist schon einmal besetzt: Vanessa Basilio de Luca. Denn es war nicht nur Vanessas Stimme, sondern auch ihr Gesicht, welches ich beim Lesen gesehen habe. Ihre Ausstrahlung. Ob sie zu den Beschreibungen passt? Solche Details kann ich problemlos ausblenden. Keine Ahnung, welche Haarfarbe oder Größe Rea im Buch zugeschrieben wurden.

Die Autorin gehört zu derselben Schauspielgruppe wie Vanessa, der Bonn University Shakespeare Company. Daher sind die Anspielungen auf Schauspiel und Stücke von Shakespeare wenig verwunderlich. Auch diesen haftet der Schleier des Verbotenen an, eine Sehnsucht und ein Zauber, sehr gelungen.

Fazit

„Palace of Silk“ und „Palace of Fire“ erscheinen zum Glück bereits bald!

Eigentlich ist das Ende aushaltbar, aber es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen und Abschied von London zu nehmen. Ich will mehr davon!

Wer (Urban)-Fantasy liebt und nicht mehr zu jung für den erotischen Hauch ist, dem sei das Buch ans Herz gelegt! Einen Rat habe ich aber noch: Warte bis, die Bücher alle erschienen sind, dauert ja nicht mehr lange.

Noch eins zum Stichwort Berührungen: Aktuell lese ich sehr viele E-Books und genieße es ein Print-Exemplar in den Händen zu halten. Die Ausgabe von Palace of Silk ist zwar kein Hardcover, aber haptisch ein ganz besonderes Buch. Ihr glaubt gar nicht wie oft ich es schon gestreichelt habe. Insbesondere als ich nach der Lesung in der Warteschlange stand und das Buch für meine Tochter gekauft habe …

Edit: Inzwischen ist die Reihe abgeschlossen

Reihenübersicht

Palace of Glass
Palace of Silk
Palace of Fire

weitere Beiträge im Zusammenhang mit der Palace Saga

Releaseparty zu Palace of Glass
Releaseparty zu Palace of Silk
Releaseparty zu Palace of Fire
Freiheit für die Liebe


Das Buch wurde mir über das Bloggerportal von Random House zur Verfügung gestellt.

Palace of Glass
C. E. Bernard
penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3195-9
Erscheinungsdatum: 19.03.2018