Release-Party für „Palace of Fire“

Nach den Releasepartys zu den ersten beiden Bänden der Palace-Saga, durfte ich mir die zum Finale nicht entgehen lassen. Es freut mich, dass jede der drei Locations einen besonderen Bezug zur Autorin Christine Elizabeth Bernard haben.
Fand die erste Party zu ihrem Debütroman „Palace of Glass“ in der Kulturkneipe Brotfabrik Bonn statt, war dies ein Bezug zur Schauspielerin und Regisseurin Christine. So feierten wir das Erscheinen von Band 2 „Palace of Silk“ in ihrer Lieblingsbuchhandlung Witsch & Behrendt, gemütlich bei einem Glas Sekt nach Ladenschluss.

Die dritte Location war Hörsaal XVII der Universität Bonn im Institut für Anglisitik, stilvoll im Hauptgebäude der Universität, die dieses Jahr ihr 200. Jubiläum feiert. Als Dozentin leitet Christine hier einen Schreibkurs, der als Optionalbereich gewählt werden kann. Hätte ich die Gelegenheit, würde ich den Kurs sofort besuchen, aber ich fürchte dafür genügt es nicht, als Doktorandin eingeschrieben zu sein ….

Vor-Lesung

Nachdem wir uns im stilvollen Ambiente in der Eingangshalle des Gebäudes vor dem Hörsaal bei einem Gläschen Sekt oder Wasser bestens unterhalten haben, begann im Hörsaal das Programm. Zur Einstimmung lief eine Präsentation mit Bildern zu den vorherigen Release-Partys und der Leipziger Buchmesse. Die meisten davon, wenn nicht sogar alle, stammen von Ronny Bittner, der unser späteres Gespräch mit den Worten eröffnete: „Ich weiß nicht, wie ihr heißt, aber ich habe Fotos von euch gemacht.“

An einer Universität dürfen Studierende nicht fehlen. So erhielt eine Studentin aus besagtem Schreibseminar die Gelegenheit als „Vorprogramm“ zu lesen.

Nina Reinheimer liest "Der erste Pfeil"

Nina Reinheimer liest „Der erste Pfeil“

Nina Rheinheimer (Instagram) las Auszüge aus ihrer göttlichen Kurzgeschichte „Der erste Pfeil“, die Teil des Arbeitsberichtes meines liebsten Bundesamtes, dem für magische Wesen, ist. Die Anthologie „Ich versprach keinen Rosengarten“ ist im Frühjahr 2018 im Bundeslurch-Verlag erschienen. Nina arbeitet derzeit an einem auf dieser Geschichte basierenden Roman. Das könnte durchaus sehr interessant werden, humorvoll und romantisch.

Spoilerfrei zur Palace-Saga

Ist bereits der dritte Teil erschienen, wird es schwierig, das Buch so vorzustellen, dass auch Menschen im Publikum erreicht werden, die bisher noch kein Buch gelesen haben. Neugierig machen, aber nicht zu viel verraten.

Palace-Saga in Kurzform: Berührungen sind verboten!

Vanessa Basilio de Luca (l) und Christine Elizabeth Bernard (r)

Vanessa Basilio de Luca (l) und Christine Elizabeth Bernard (r)

Im Gegensatz zu den ersten beiden Lesungen, hörten wir gestern nicht den Anfang des Romans, der übrigens eine perfekte Parallele zu den ersten beiden Bänden ist. Ich weiß inzwischen auch warum, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich heute erst einmal die ersten 7 Kapitel gelesen, die beinahe den halben Roman umfassen, bevor ich mir die Zeit genommen habe, euch zu berichten.  Die gelesene Szene ist relativ unverfänglich – relativ, denn beim erneuten Lesen wurde mir klar, wie viel doch bereits verraten wurde. Auch wenn ich Spoiler wirklich nicht gerne habe, hat mir die Lesung die Lesefreude keineswegs genommen. Die Stelle war durchaus gut gewählt.

Sie ließ sich auf wunderbar vortragen. Zu meiner großen Freude durfte erneut Vanessa Basilio de Luca (Instagram) lesen, die mich bereits bei der ersten Lesung verzaubert hatte und seitdem für mich zu Rea geworden ist. Was soll ich noch dazu sagen? Sie war erneut großartig, der beste Beweis dafür ist ein Zitat von Kathi, die im Anschluss an die Lesung zu mir sagte: „Ich weiß jetzt was du meinst, die Stimme ist unglaublich.“ Ihre Forderung an Vanessa: ein Hörbuch. Liebe Hörbuchverlage, noch ist diese Schauspielerin ein Geheimtipp, überlegt nicht zu lange!

Vanessa Basilio de Luca

Vanessa Basilio de Luca

Während Vanessa mit ihrer Stimme die Geschichte zum Leben erweckte, gab es kleine Momente, die diese Lesung zu einem besonderen Erlebnis machten. Es waren diese kleinen Blicke zwischen Schauspielerin und Autorin: „Really!?!“

Als Highlight nach diesem Highlight las Christine selbst das Ende der Szene im englischen Original. Ich bin sicher, diese Geschichte wird noch die Welt erobern. Sie hat eine großartige Stimme und es ist immer ein besonderes Erlebnis Menschen ihre eigene Geschichte lesen zu hören, insbesondere, wenn sie so talentiert sind! Zugegeben ich war zu aufgeregt, den kompletten Inhalt zu erfassen. Es klang so schön! Inzwischen habe ich alles nachgelesen …

C E Bernard

So sieht eine glückliche Autorin aus, während ihre Geschichte professionell vorgelesen wird

Bücher, Bücher, Bücher

Büchertisch von Witsch & Behrendt Bonn

Büchertisch von Witsch & Behrendt Bonn

Auch diesmal wurde Christine von ihrer Lieblingsbuchhandlung unterstützt. Die liebenswerte Buchhändlerin Anna-Lena (hoffe ich habe mir den Namen richtig gemerkt) wäre auch privat dabei gewesen. Allerdings hat sie den wunderschön dekorierten Büchertisch betreut und alle Interessierten mit einem Vorab-Exemplar versorgt – streng genommen erscheint das Buch nämlich erst drei Tage nach der Release-Party.

C E Bernard signiert Palace of Fire

C E Bernard signiert Palace of Fire

Eine strahlende Autorin hat erneut zahlreiche Bücher signiert. Dabei ist sie unglaublich herzlich und nimmt sich für jeden einzelnen kurz Zeit für ein Gespräch. So wird die Signatur zu etwas ganz Besonderem. Sie hat uns verraten, dass es ihr unglaublich wichtig ist, dass alle eine gute Zeit hatten, nicht nur sie selbst, die ganz offensichtlich diesen für sie aufregenden Abend, sehr genossen hat, auch wenn sie hinterher ganz schön fertig aussah – glücklich erschöpft.

Viele tolle Menschen

Die Palace-Saga ist für mich fest verbunden mit wunderbaren Menschen, Mitglieder der BUSC und Christines Schreibgruppe oder Menschen, die diese Geschichte ebenso lieben. Ich bin mir sicher, wir sehen uns wieder! Im Theater, einer anderen Lesung von Christine oder Nina. Vielleicht auch zufällig irgendwo in Bonn.

Es war ein wundervoller Abend! Herzlichen Dank an euch alle, die ihn ermöglicht haben und ihn zu einem wunderbaren Erlebnis gemacht haben!

Wenn die Bedürfnisse nach Freiheit und Schutz sich gegenüberstehen

Auch wenn es in diesem Beitrag um einen zweiten Band geht, lies ihn ruhig, ich verrate nicht viel. Lasse mich von dem Buch zu einigen Gedanken inspirieren, die dir vielleicht Lust auf die Reihe machen, oder über die Themen zu sprechen.

Palace of Silk - C. E. Bernard

Palace of Silk – C. E. Bernard

London versus Paris

Spielte der erste Band der Palace-Saga „Palace of Glass“ noch im zukünftigen London, erleben wir im zweiten Band „Palace of Glass“ ein freies zukünftiges Paris. Die Kontraste sind unglaublich. Die Menschen, die Mode, die Stadt, eine völlig andere Welt. Die Autorin C. E. Bernard hat eine Zeit lang in Paris gelebt und nimmt uns mit in ihre Stadt. Dabei verliert sie sich nicht in endlosen Beschreibungen, verknüpft elegant das heutige Paris mit ihren Vorstellungen. Es entsteht eine lebendige Stadt vor meinem inneren Auge, eine Stadt, über die ich bereits viel gelesen, von der ich viele Bilder gesehen und zahlreiche Geschichten gehört, aber noch nie mit eigenen Augen gesehen habe.

Sei du selbst

Stehe zu dem, was du bist. Sprich aus, wer du wirklich bist. So ergeht es Rea Emirs gleich zu Beginn der Geschichte. Im freien Paris wäre es möglich. Und doch kann sie nicht so leicht aus sich heraus, kann nicht stolz sein, auf das, was sie ist. Diese Frage, ob sie nicht doch offen eine Magdalena sein kann, beschäftigt sie immer mehr. Drängender, je lauter die Forderung nach einem Berührungsverbot wird und entsprechend auch der Widerstand dagegen steigt.

Es gibt in unserer Welt immer wieder mutige Menschen, die sich tapfer vor eine Menschenmenge stellen und für das einstehen, was sie sind. Unabhängig zu welcher Minderheit sie gehören, ob aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Sexualität oder ihrer politischen Einstellung. Diese Menschen stehen zu ihren Überzeugungen, stehen auf und sagen ihre Meinung. Dabei riskieren sie manchmal sogar ihr Leben. Dieser Schritt ist nicht leicht und sollte auch nicht leichtfertig gegangen werden. Niemand sollte sinnlos sterben! Doch wenn alle schweigen, wird sich auch nichts ändern.

In „Palace of Silk“ gibt es eine Figur, eine die lange zögert, mit sich selbst hadert und schließlich den Mut aufbringt öffentlich zu sprechen. Es gelingt ihr andere mitzureißen und ich glaube auch etwas zu bewirken. Noch kenne ich nicht den finalen Band der Reihe, doch ich liebe und schätze diese Figur sehr!

Sie steht für mich symbolisch für viele Menschen, Menschen aus der Geschichte und der Gegenwart. Ich nenne keine Namen, um niemanden zu vergessen. Es sind bekannte und unbekanntere Personen, die mir in den Sinn kommen. Helden der Geschichte, sowie Helden des Alltages.

Menschen kämpfen dafür, damit andere sein können, wer sie wirklich sind. Traurig, dass es auch im 21. Jahrhundert noch immer nötig ist, an so vielen Fronten für Gerechtigkeit und Freiheit zu kämpfen.

Danke!

Die Mittel zum Zweck

Das Problem mit den großen Zielen ist, dass es keine objektive Wahrheit gibt, was der „richtige Weg“ ist, für den es sich zu kämpfen lohnt. C.E. Bernard gelingt es, mir deutlich zu machen, wie wichtig es ist, die Magdalenen vor der Unterdrückung zu befreien. Eine „Hexenjagd“, wie wir sie im ersten Band in London gelesen haben, ist furchtbar, ohne Zweifel. Trotzdem wird im zweiten Band auch die andere Sicht deutlich, die Angst vor den Magdalenen und das Bedürfnis, die Menschen vor ihnen und ihrer Macht zu beschützen. Macht geht immer mit Verantwortung einher, eine, mit der nicht jeder umgehen kann. Die Versuchung sie zu missbrauchen ist groß, ebenso der Schaden, der dabei entstehen kann. Auf der anderen Seite ist Angst ein starker Faktor, der Menschen zu grausamen Taten gegenüber anderen Menschen verleiten lässt.

Es gibt also zwei große gegensätzliche Ziele in der Palace-Reihe: Freiheit und Schutz, beide nachvollziehbar. Einzelne haben ihre ganz eigenen Ziele und Interessen …

Wenn man sich für eines der beiden Ziele oder ein persönliches entschieden hat, stellt sich die Frage der Mittel. Reichen Worte aus, um etwas zu bewegen? Mit Worten erreicht man Menschen, viele Menschen gemeinsam erreichen noch mehr … Doch was ist mit anderen Mitteln im Kampf für die gute Sache? Ist jedes Mittel zu erreichen eines hohen Zieles recht? Lässt sich das Mittel im Nachhinein mit dem Ziel rechtfertigen? So hypothetisch lässt sich die Frage noch relativ leicht mit nein beantworten, aber wo ist die Grenze?

Unterschiedliche Figuren mit ihren verschiedenen Zielen, treffen individuelle Entscheidungen und nehmen vielfältige Wege, ihre Ziele zu erreichen. Dabei treten sie gemeinsam oder gegeneinander an, teilweise ohne die klaren Ziele der anderen zu kennen oder zu verstehen.

Fazit

Die Figuren der Palace-Reihe sind alle sehr lebendig, die Geschichte spannend, fesselnd und bietet unglaublich viel Stoff zum nachdenken und philosophieren.

Ich habe tatsächlich sehr lange gebraucht, bis ich mich endlich an diesen Beitrag gesetzt habe. „Palace of Silk“ hat mich noch eine Weile beschäftigt, mich nicht losgelassen. Noch immer bin ich mir sicher, mit diesem Beitrag dem Roman nicht gerecht zu werden, aber er ist ein kleiner Einblick in die Welt der Palace-Saga, der euch vielleicht inspiriert oder Lust auf das Buch macht, ohne euch zu viel über die Handlung zu verraten. Wenn mir das gelungen ist, bin ich zufrieden. Einen weiteren Beitrag habe ich geschrieben, zu nur einem einzelnen Thema, das mit in diesem Buch steckt. Dieser folgt in den nächsten Tagen. EDIT: Beitrag „Freiheit für die Liebe“ ist online.

Wenn es noch nicht deutlich geworden ist: Ich liebe diese Reihe, die mich so nachhaltig beeindruckt! C.E. Bernard schreibt wundervoll, zugleich sprachlich elegant und kunstvoll, als auch leicht verständlich. Nachdem ich das Buch vor zwei Wochen beendet habe, habe ich einige Bücher begonnen. Keines konnte mich so begeistern. Sie waren nicht schlecht, aber blass.

Am 23.07.2018 erscheint „Palace of Fire“

Dem dritten finalen Band fiebere ich entgegen. Insbesondere bin ich gespannt, ob ich mit meinen Vermutungen Recht habe. Ich verrate euch nur eine meiner Theorien: Ich glaube nicht an ein Happy End für Rea und den Prinzen, die beiden werden nicht heiraten.

Falls es wieder eine Release-Party wie zu „Palace of Glass“ oder „Palace of Silk“ geben wird, bin ich gerne wieder dabei. Ich fürchte nur, nach diesem Buch wird es mir erneut so gehen, dass andere Bücher blass wirken …

Feierliche Verurteilung

Nach all meiner Begeisterung wird nun eines fällig: C.E. Bernard gehört auf die Liste der „bösen Autoren“.

Warum?

Wer mir so lange mit ihrer Geschichte im Kopf herumgeistert, es mir schwer macht, andere Bücher zu genießen, erreicht doch ein ganz neues Level einer Bösen Autorin! Hier liegt übrigens gerade ein Roman von Rose Snow, die ebenfalls auf er Liste stehen (Autorenduo). Ich traue mich nicht das Buch zu lesen!

Übrigens hatte ich bereits nach dem ersten Band über eine Verurteilung nachgedacht, war mir aber nicht sicher, ob dies nicht zu beeinflusst von der wunderbaren Release-Party und der unglaublichen Vanessa Basilio de Luca war, die wir gleich mit auf die Liste setzen könnten. Auf die Besetzungsliste für die Verfilmung der Palace-Reihe gehört sie auf jeden Fall. Vanessa ist Rea!


Das Buch wurde mir über das Bloggerportal von Random House zur Verfügung gestellt.

Palace of Silk
C. E. Bernard
penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3195-9
Erscheinungsdatum: 25.05.2018