Ein Ausraster und was kommt danach?

Rache wird am besten kalt serviert ~ Diane Summer
Rache wird am besten kalt serviert ~ Diane Summer

Ich mag es, wenn ein Buch Fragen stellt, ein Szenario anbietet und zum Nachdenken anregt. Diane Summer stellt im Vorowort selbst Fragen und ich habe das Gefühl es sind wichtige und mutige Fragen, Fragen an die sich nur wenige wagen. Ich selbst war skeptisch, ob ich mich wage, das Szenario zu lesen.

Ausnahmsweise mal der Klappentext

Deine Vergangenheit beeinflusst nicht nur deine Zukunft, sondern auch die deiner Mitmenschen.
Dreizehn Jahre ist es her, dass Schüler Nero in der Schule durchgedreht ist und seine Lehrer angegriffen hat. Noch bei seiner Verurteilung schwört er auf Rache. In der Gegenwart bekommen es die Kommissare Haberlund und Kaiser mit einer zweifachen Entführung zu tun, die mit den Ereignissen der Vergangenheit in Verbindung zu stehen scheint. Die Entführungsopfer sind Kinder der ehemaligen Lehrer, an denen sich Nero rächen wollte, weswegen der Verdacht automatisch auf ihn fällt. Hat er etwa seine Drohung wahrgemacht? Hoffentlich können die beiden Ermittler die Opfer noch rechtzeitig finden.

Rache wird am besten kalt serviert, Klappentext Quelle:Autorenwebseite von Diane Summer

Ein Schüler, der seine Lehrer angreift

Es ist Fiktion, aber leider auch Wirklichkeit. Inzwischen hat auch in Deutschland (hoffentlich) jede Schule einen Knopf für den Amokalarm. Wenn Wut und Verzweiflung so groß werden, dass Jugendliche oder junge Erwachsene keinen anderen Ausweg sehen, diese an Mitschülern und den Lehrern auszulassen. Erschreckend. Beängstigend. Warum passiert das, ist eine Frage, die wir stellen können. „Killerspiele“ sind nicht die Antwort.

Ich selbst habe schon viele Kinder gesehen, die Schwierigkeiten haben mit ihren Gefühlen umzugehen, denen es schwer fällt, nicht zuzuschlagen. Wenn niemand in solchen Situationen deeskalierend eingreift, sondern die Wut stattdessen anfeuert. Was dann? Was, wenn Eltern und Fachkräfte nicht mehr weiter wissen? Was, wenn sie das Kind aufgeben oder ausschließlich zu maßregeln suchen?

Was, wenn etwas passiert ist?

Diane Summer fragt nicht direkt nach dem Warum, sondern vor allem nach dem was dann?

Was ist, wenn ein Schüler auf einmal zuschlägt? Was passiert, wenn dieser Schule infolge einer Lappalie Amok läuft? Wie reagierst du? Was machst du?

Versuchst du wegzulaufen? Oder bleibst du, und versuchst den Schüler wieder in normale Bahnen zu lenken? Was, wenn es bereits eskaliert ist, und du nur mehr die Scherben seines Ausrastens zusammenkehren kannst?

Aus dem Vorwort zu „Rache wird am besten kalt serviert“ von Diane Summer

Nero

Mit Nachnamen heißt er Ner, weil er aber beinahe die Schule abgefackelt hätte, nennen ihn seine Lehrer Nero. Der Vorfall in der Schule liegt 13 Jahre in der Vergangenheit. Damals war Nero 15 Jahre alt und ein schwieriger Schüler. Er hat seine Klassenarbeit gefälscht, nachdem sie zurück gegeben wurde, um mehr Punkte zu erhalten. Das Gespräch beim Direktor eskaliert …

Nach den folgenden Worten des Direktors für mich wenig überraschend. Leider sind diese tatsächlich ebenfalls realsitisch:

Also Frau Ner, kurz gesagt, so kann das mit Ihrem Sohn nicht weitergehen, denn so wie er jetzt ist, haben Sie als Mutter mit Ihrer Erziehung versagt. Sie haben einen schlechten Menschen aus ihm gemacht, der nicht nur in der Schule, sondern auch im echten Leben versagen wird.

Rache wird am besten kalt serviert, Diane Summer, Position 100

Psychiatrie und Jugendknast erwarten Nero. Nach der Gerichtsverhandlung verspricht er dem Direktor und seiner Lehrerin Rache.

Haberlund und Kaiser

13 Jahre nach diesem Vorfall in der Schule werden zwei Jugendliche vermisst. Haberlund und Kaiser sind die Kommissare, die diesen Fall aufklären sollen. Zwei Kommissare, denen Diane Summer eine ganze Roman-Reihe widmet. Während die beiden ermitteln, erfahren wir in Rückblenden wie es Nero ergangen ist. Hat er tatsächlich Rache genommen?

Die Fäden sind interessant verwoben und der Fokus der Autorin liegt auf den Menschen. Auf dem Einfluss, den äußere Faktoren auf ihr Handeln und ihre Entwicklung haben. Das bezieht sich auch auf die Ermittler, die wir langsamer kennen lernen. Schließlich haben wir ja noch einige Bände vor uns. Derzeit schreibt Diane Summer am 5. Teil.

Lesevergnügen

Beim Klappentext war ich skeptisch. Wie würde das Thema aufbereitet werden? Wie sieht es mit den psychologischen Faktoren aus? Verkrafte ich es die Geschichte zu lesen? Im Vorstellungsgespräch zur Schulpsychologin habe ich ohne zu Zögern „Ja“ gesagt, dass ich mir zutrauen würde – mit Weiterbildung – in einem notfallpsychologischen Team zu arbeiten. Ich hatte Gelegenheit im Rahmen meines Praktikums an einem Seminar zur Notfallpsychologie teilzunehmen und Details aus diesem Seminar sind mir präsenter, als aus klausurrelevante Fakten aus dem Studium.

Der Anfang der Geschichte ist hart. Die Szene in der Schule, denn da hätte ich gerne eingegriffen. Insbesondere bei den oben zitierten Worten des Direktors. Ebenfalls schwierig zu lesen war für mich, als die Jugendlichen entführt wurden und was ihnen angetan wird.

Danach kommen die Ermittler ins Spiel. Haberlund & Kaiser, aber auch Joe, der IT-Spezialist. Er hat es nicht auf den Titel geschafft, ist aber meine Lieblingsfigur im Team! Er hat sich auch frech ins Interview mit eingemischt. Mein Interview mit Diane Summer hat übrigens dazu geführt, dass ich trotz meiner Skepsis zum Klappentext, das Buch unbedingt lesen wollte und ich habe es nicht bereut!

Fazit

Ich bin immer noch nicht sicher, ob es sich tatsächlich um einen Krimi oder doch einen Psychothriller handelt. Natürlich wird ermittelt und es geht auch darum, die Vermissten zu finden, sowie herauszufinden, was passiert ist. Auf der anderen Seite liegt der Fokus so stark auf der Entwicklung der Figuren, insbesondere auf Nero.

Es ist ein Buch, das sensible Themen anspricht! Daher nicht für jeden geeignet. Es ist ein unglaublich spannendes Buch mit einer Tiefe, die ich nicht erwartet hatte.

Kathi hat das Buch ebenfalls im Rahmen ihrer Debüt-Roman-Challenge gelesen.


Das eBook wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Rache wird am besten kalt serviert
Diane Summer
Entgeistert, 2019
ISBN: 978-3959626224

Ein einzelner Moment …

… kann ein komplettes Leben verändern … oder auch beenden.

Aus dem Nichts ~ Marion Döbert, nach dem Film von Fatih Akin
Aus dem Nichts ~ Marion Döbert, nach dem Film von Fatih Akin

Wenn ein Leben von jetzt auf gleich ohne Vorwarnung endet ist das unvorstellbar. Für die Betroffenen, die noch viel vorhatten in ihrem Leben. Für die Zurückbleibenden. Für die Überlebenden. Der Verlust eines geliebten Menschen reißt ein Loch in unser Leben, insbesondere dann, wenn es unerwartet geschieht, beispielsweise durch einen Anschlag.

Aus dem Nichts

Ich könnte mir keinen passenderen Titel für diese Geschichte vorstellen. Wie aus dem Nichts kam der Anschlag. Katja bringt ihren sechsjährigen Sohn zu ihrem Mann ins Büro und trifft sich mit einer Freundin. Sie weiß nicht, dass sie diese beiden Menschen zum letzten Mal verabschiedet als sie geht …

Niemand hätte damit gerechnet. Nuri, Katjas Ehemann, hat eine Vergangenheit. Er hat im Gefängnis gesessen. Doch er dealt nicht mehr. Sie haben geheiratet, ein Kind bekommen und ein neues Leben begonnen, ein Leben, das von jetzt auf gleich vorbei war.

Katja bleibt zurück und kämpft für Gerechtigkeit.

Es ist eine dramatische und emotionale Geschichte. Es spielen viele Vorurteile eine große Rolle. Nuri war Drogendealer. Nuri war Ausländer. Katjas Mutter war immer skeptisch. Rache oder Hass? Was steckte hinter dem Anschlag?

Buch zum Film

Marion Döbert schreibt Bücher in einfacher Sprache. Dieses hat sie auf Basis des Films von Fatih Akin geschrieben.

Fatih Akin gewann für den Film „Aus dem Nichts“ 2018 den Golden Globe für den besten nicht englischsprachigen Film.

Auszug aus dem Klappentext zu „Aus dem Nichts“

Den Film habe ich nicht gesehen, aber das Buch vermittelt starke Bilder und starke Emotionen. Angst, Verzweiflung, Hass, aber auch Liebe, Hoffnung, Vertrauen, eine breite Palette. Die Umsetzung erscheint mir gelungen, denn ich bin mit allen Sinnen in der Geschichte gefangen und musste sie von der ersten bis letzten Seite am Stück lesen.

Trailer zum Film

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Es gibt auch noch einen zweiten offiziellen Trailer, der verrät allerdings meiner Meinung nach eindeutig zu viel.


Das Buch wurde mir vom Spaß am Lesen Verlag zur Verfügung gestellt.

Aus dem Nichts (Link zur Verlagsseite mit Leseprobe)
Marion Döbert
Roman in einfacher Sprache nach dem Film von Fatih Akin
Sprachnivea A2/B1
Spaß am Lesen Verlag, 2018
ISBN: 978-3-947185-54-2

Warum sollte man sich ein verstaubtes altes Werk auf der Bühne ansehen?

Hamlet - Bonn University Shakespeare Company

Hamlet – Bonn University Shakespeare Company

Schiller, Goethe, Shakespeare – uralt, schwierig zu lesen, eine Qual für viele Schüler*innen.

Warum sollte man sich freiwillig damit auseinandersetzen? Und dann auch noch mit einem ganz harten Brocken wie Hamlet? Sogar im englischen Original, versteht doch kein Mensch, oder doch? Alles nur was für Verrückte, Intellektuelle Freaks oder Studierende der Anglistik … Ob die dann wiederum ganz freiwillig aus Vergnügen lesen oder ins Theater gehen?

Hat verstaubte Weltliteratur uns noch etwas zu sagen?

Ja, verdammt!

Es ist wahr, dass viele Klassiker schwieriger zu lesen sind. Als ich neulich ein Buch aus den 1970ern las, antikes Thema mit einem für mich wirklich merkwürdigen Schreibstil, an den ich mich bis zum Schluss nicht gewöhnt habe, habe ich mich gefragt, wie es wohl Menschen in den nächsten 30 bis 100 Jahren mit unserer aktuellen Literatur gehen wird? Selbst tue ich mich ja auch mit den Texten im Präsens schwer …

Aber lohnt es sich, die alten Schinken zu lesen?

Definitiv!

Nicht nur, um sich bewusst zu machen, wie schnell sich Sprache wandelt, auch die Geschichten selbst haben uns etwas zu erzählen. Sie erzählen uns etwas über die damalige Zeit und sie erzählen uns Geschichten, die auch für uns noch relevant sind.

Hamlet noch aktuell?

Hamlet, Prinz von Dänemark, sein Vater gestorben, getötet vom Onkel, der kurz nach der Beerdigung bereits Hamlets Mutter, Königin Gertrud ehelicht. Die Geschichte spielt zu einer Zeit, als Ehre noch durch tödliche Duelle wieder hergestellt werden konnte als Rache noch ehrenhaft war. Dies gilt heute nicht mehr, das dunkle Bedürfnis nach Rache bei erfolgter Ungerechtigkeit, ist uns jedoch geblieben. Wie sich dieser stellen? Hamlets innerster Kampf, seine Verzweiflung, gar Wahnsinn dürfte vielen nicht unbekannt sein, wenn auch hoffentlich der Vatermord.

Depressionen sind auch in unserer modernen aufgeklärten Gesellschaft ein dunkler Schatten zu dem nur wenige offen stehen können. Das Leben ist im Laufe der Zeit anders geworden, aber gewiss nicht leichter. Auch wenn es uns objektiv besser geht als zu Shakespeares Zeiten …

Ausführlicher zu dieser Fragen haben sich Regisseurin Anthea Petermann und Daniel Cerkasin, Darsteller des König Claudius, im Interview mit Bonn FM geäußert.

Shakespeare auf der Bühne

Schon öfter habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade Shakespeares Stücke für mich unheimlich gewinnen, wenn sie aufgeführt werden. Wenn die schwierige Sprache von Schauspielern gekonnt in Szene gesetzt wird. Wenn die Dramatik und die großen Gefühle der Figuren lebendig werden, dann fällt der Staub von den alten Werken ab!

Shakespeare im Original

Niemals! Niemals! Niemals!

Ich bin doch nicht verrückt. War ich doch die einzige meines Jahrgangs, die damals nach der zehnten Englisch abgewählt hatte.

Und doch habe ich es mir angetan, nicht gelesen, so weit kommt es noch. Aber auf der Bühne habe ich mir Hamlet auf Englisch angesehen, die originalen altertümlichen unverständlichen Dialoge, noch schlimmer endlose Monologe …

Warum?

Gute Frage, die Schuldige heißt Vanessa Basilio de Luca! Fangirlen ist echt nicht mein Ding, habe nicht mal eine Lieblingsband, kann Schauspieler nicht beim Namen nennen … Und doch gibt es diese eine Schauspielerin, die mich dazu gebracht hat, Hamlet auf Englisch zu besuchen. Zum ersten Mal erlebt habe ich sie auf der Lesung von „Palace of Glass„. Sie hat mich nachhaltig beeindruckt, noch bei der Lektüre des Romans hatte ich ihre Stimme im Kopf. Vanessa wurde zu meiner Rea. Auch im zweiten Band Palace of Silk hatte Rea noch immer ihr Gesicht. Dringend musste ich mich daher von ihrem schauspielerischen Talent überzeugen. In Fancies hatte sie lediglich eine kleine, wenn auch sehr überzeugende Rolle als verführerischer Kellner.

In Hamlet spielte sie Laertes und ich kann euch sagen: Vanessa Basilio des Luca ist großartig, hat eine unglaubliche Ausstrahlung und Bühnenpräsenz! Sie spielt Laertes nicht, sie wird zu Laertes, leidet, wütet und ist die fürsorgliche Schwester Ophelias (Lina Zubedi).

Inszenierung von Hamlet

Im Sommer 2018 präsentiert die Bonn University Shakespeare Company auf der Bühne Brotfabrik Bonn Beuel Hamlet. Original englische Dialoge in einem stilvollen modernen Setting. Eine schlichte Bühnenausstattung, wirklich coole Kostüme, mit musikalischer Untermalung, bekannte Songs, so wie gesungene Zeilen des Stückes. Schaut euch unbedingt mal bei Facebook oder Instagram (Ellie aka Hamlet, Vanessa aka Laertes) Fotos zur Aufführung an.

Ein Highlight der Aufführung waren die Projektionen: Eine war schön morbide skuril, rot verlaufende Farbe, die schließlich durch schwarze ersetzt wurde. Es wirkte auf mich wie sich ausbreitendes Blut, das Schwarz als ausbreitendes Gift. Shakespeare scheint eine besondere Beziehung zu Giften gehabt zu haben, sie spielen in einigen Werken eine Rolle.

Eine andere Projektion zeigte den Geist des verstorbenen Königs, der zunächst von den Wächtern/ Ghostbuster entdeckt wird. Diese Rollen wurden mit großer Leidenschaft und Dramatik von Laura Ollech und Lisa Pohlers (Hauptrolle in Fancies) gespielt.

Der Geist des Königs, gekleidet in sein elegantes Gewand, ganz in blau von Kopf bis Fuß, wurden gespielt von Marc Erlhöfer. Seine Darstellung war äußerst überzeugend, vermochte er es mit kleinen Gesten zu beeindrucken. Ein lediglich lockender Finger, der Hamlet zu ihm kommen ließ, hatte Gänsehaut-Potential!

Gänsehaut-Potential hatte auch der Tanz, der Teil der Theateraufführung innerhalb des Stückes ist. Teil der Dance-Crew waren Christine Lehnen und Ina Habermann, auf die ich mich persönlich ebenfalls sehr gefreut habe. Bei Fancies saßen sie als Regisseurinnen selbst mit im Publikum, nun standen sie mit auf der Bühne. Der Tanz symbolisierte die Vergiftung des Königs, die Inszenierung der wahren Tat des derzeitigen König Claudius (Daniel Cerkasin). Laura Quintus hatte als Lucianus nur einen kurzen Auftritt, dafür einen, der tief unter die Haut ging.

Einen ebenfalls kurzen Auftritt hatten die beiden Totengräber, gespielt von Jean Lavalette und Benedikt Kunz. Dem Programmheft entnehme ich, dass Benni nun stolz darauf ist, sagen zu können, er sei nun „hinter, vor, über und UNTER der Bühne“ dabei gewesen. Sie haben deutlich gemacht, dass man auch dem Tod mit Humor begegnen kann. Eine auflockernd erheiternd schöne Szene!

… bevor das Drama seinen Lauf nimmt …

… und die beiden Stars des Abends sich im finalen Kampf gegenüber stehen: Hamlet, verkörpert von Elli Lewerenz, Autorin von Fancies, und Laertes, the one and only Vanessa Basilio de Luca. An dieser Stelle war ich froh, dass ich zur Vorbereitung zwar Hamlet gelesen, aber den letzten Akt nicht mehr ganz geschafft hatte. So fieberte ich gespannt beim Fechtkampf mit, dessen Training ich bereits via Vanessas Instastorys verfolgt hatte.

Ein wirklich wahres Ende ist der Tod und so enden auch Hamlet und Laertes, indem sie stilvoll sterben. Hamlet übrigens in stilvollen rosa Einhornsocken!

Alle anderen Schauspieler und Schauspielerinnen waren ebenfalls großartig!! Ein Lob geht ebenfalls an die Regisseurin Anthea Petermann und die Crew hinter den Kulissen, ohne die eine solche Aufführung nicht möglich wäre!

Die Aufführung dauerte ohne Pause ca. drei Stunden, daher kann ich mich hier nur auf einige wenige Szenen beschränken. Für all den Rest müsst ihr schon selbst ins Theater gehen! Es gab ein paar Kürzungen, eine komplette Hamlet-Aufführung kommt auf ca. 4 Stunden.

Bis zum 14. Juli 2018 habt ihr noch die Gelegenheit, Hamlet auf der Bühne der Brotfabrik in Bonn Beuel zu sehen. Falls ihr es nicht mehr schafft, besucht das nächste Stück. Es lohnt sich das Ensemble live zu erleben!

Ich komme definitiv wieder, auch wenn Ihr auf Englisch spielt und ich nicht alles verstehe!

7. Buch: Der Graf von Monte Christo

Zum Inhalt

Der Graf von Monte Christo - Alexandre Dumas

Der Graf von Monte Christo – Alexandre Dumas

Die Handlung des Buches beginnt im Jahr 1815. Die Hauptperson, der 19 jährige Edmont Dantes, legt mit einem Dreimaster in Marseille an.

Vor ihm scheint ein glückliches Leben zu liegen. Er ist frisch verlobt, steht trotz seiner jungen Jahre kurz vor der Beförderung zum Kapitän und so fühlt er sich rund herum glücklich.

Alles wäre gut, gäbe es da nicht Neider, die kurz darauf mit einem einzigen Brief sein Leben zerstören…

Dantes landet im Gefängnis und kann von dort erst nach Jahren fliehen. Er kommt zu Geld und verfolgt nun einen perfiden Racheplan. Doch genauso gnadenlos wie er mit seinen Feinden umgeht, so großzügig ist er auch zu denen, die damals zu ihm gehalten hatten oder ihm nun in irgendeiner Form nützlich sind.

Seine Rachepläne gehen auf, aber am Ende kommen ihm doch Zweifel über die Richtigkeit seines Tuns und natürlich gibt es ein Happyend, wenn auch vielleicht anders als erwartet…

Mein Eindruck

Der Graf von Monte Christo hat mich sehr früh schon mitgerissen und gefesselt. Wir lernen ihn kennen als glücklichen Seemann, dann als armen Gefangenen und später dann als Rächer und in allen Rollen ist er eine faszinierende Persönlichkeit.

Ab dem zweiten Teil muss man sich allerdings etwas mehr konzentrieren um die vielen Personen auseinander zu halten, besonders da diese dann teilweise andere Namen angenommen haben.

Aber ich habe es gerne gelesen und mit Spannung der Auflösung entgegen gesehen und ja, auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil es eben nicht das von mir erwartete kitschige Happyend war.

Das Buch reist durch die komplette Gefühlspalette: Neid, Eifersucht, Liebe, Hass, Habgier…

Und es regt zum Nachdenken an und die folgenden Gedanken könnte man aus dem Buch mitnehmen:

  • man sollte nicht im trunkenen Zustand etwas anzetteln, was ein Menschenleben zerstören könnte und was man dann zu spät bereit
  • Habgier ein schlechter Ratgeber ist
  • die Hoffnung sollte man nie aufgeben
  • auch einem scheinbaren Narren darf man glauben
  • die Liebe siegt am Ende doch

Der Graf von Monte Christo ist meiner Meinung nach zu Recht ein Klassiker.

Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas, gelesen in der illustrierten Gesamtausgabe des Emil Vollmer Verlages.