Prickelnder Fakriro Talk

In dieser #FakriroTalk Runde wird es etwas experimenteller, zumindest für mich, denn ich spreche mit Autorinnen, die sich in Genres bewegen, die ich eher nicht lese. Das könnte interessant werden oder? Es geht um Bücher für Erwachsene, nämlich Erotik.

Wir sprechen mit:

Über Fakriro-Online könnt ihr übrigens direkt bei den Autor*innen signierte Exemplare bestellen!

Gespräch mit Autorin Divina Michaelis

Am Stand von Qindie waren wir ja bereits in der ersten FakriroTalk Runde, vielleicht sind wir noch einmal dort hin gegangen, vielleicht haben uns gewisse Elemente neugierig gemacht und dazu geführt, dass wir dort noch weitere Gespräche führen.

Messstand von Qindie (c) Qindie
Messstand von Qindie (c) Qindie

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Divina Michaelis: Höchstwahrscheinlich wird es Boris sein, der dich an unseren Stand lockt – eine mannshohe Steampunktfigur und Kreation meiner Autorenkollegin Selma J. Spieweg. Sie lenkt reichlich Blicke auf sich. Als nächstes wird dich dann mein aufforderndes Lächeln dazu verleiten, mit mir ins Gespräch zu kommen – oder weil ich dich direkt anspreche, denn ich bin nicht gerade menschenscheu *lach*

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Divina Michaelis: Hallo Stephanie, ich bin Divina Michaelis und schreibe erotische Romane und Geschichten, die oft mit anderen Genres vermischt sind. Ich bin seit einigen Jahren als überzeugte Selfpublisherin unterwegs.

Was überzeugt dich am Selfpublishing?

Divina Michaelis: Selfpublishing bedeutet für mich Eigenverantwortung, Individualität und eigene Preisgestaltung. Während die meisten Autoren froh gewesen wären, einen Verlagsvertrag zu erhalten, der dem Autor sogar einen Vorschuss garantiert, habe ich einem Verlag bereits eine Absage erteilt, weil damit Veränderungen verbunden gewesen wären, die ich nicht mittragen wollte. So wäre aus dem Endprodukt etwas geworden, das hauptsächlich Frauen angesprochen hätte, womit ich meine männlichen Leser vor den Kopf gestoßen hätte. Zudem wollte der Verlag einen Zweiteiler aus einem ordentlichen Buch machen, obwohl das unnötig war. Es gab noch so einige andere Kleinigkeiten, die mich störten, und das hat letztendlich zu dem Entschluss geführt, mich lieber weiterhin um alles selbst zu kümmern. So bekommen meine Leser ein tolles Produkt zu einem angemessenen Preis – und ich kann stolz auf das sein, was ich geleistet habe.

Homo Serpentes, Verbotene Welt (c) Divina Michaelis
Homo Serpentes, Verbotene Welt (c) Divina Michaelis

Erzählst du mir mehr zu deinem Buch mit dem grünen Mann auf dem Cover?

Divina Michaelis: Ich habe so einige interessante Werke draußen, wobei das ungewöhnlichste wahrscheinlich die Trilogie »Homo Serpentes« ist. Ich kann, glaube ich, mit Fug und Recht behaupten, dass diese Romanreihe besonders ist, da ich immer wieder auch von Nicht-Erotik-Lesern die Rückmeldung bekomme, wie spannend und mitreißend die Bücher trotz ihrer vielen expliziten Szenen sind. Von daher könnten sie dir auch gefallen.

In dem Roman geht es um eine Wissenschaftlerin, die als einzige Überlebende einer Forschungsstation auf einem Urwaldplaneten landet. Ihre letzte Hoffnung, weiterhin am Leben zu bleiben, besteht darin, sich der Gruppe einer humanoiden Spezies mit Schlangenhaut anzuschließen. Besonders diffizil ist das deshalb, weil deren Sozialsystem auf Sex aufbaut, ähnlich den Bonoboaffen, und sie sich nun einfügen muss, um überhaupt Akzeptanz zu erfahren. Aber die meisten der Homo Serpentes wollen gar nichts mit ihr zu tun haben. Ein Problem fügt sich ans andere und unsere Protagonistin springt situationsbedingt dem Tod mehrfach nur knapp von der Schippe. – Ich garantiere also eine spannende, handlungs- und emotionsgeladene Geschichte, die aber eben auch reichlich Szenen enthält, die in einem normalen Science-Fiction nicht vorkommen.

Im Übrigen gibt es dazu online eine kostenlose Vorgeschichte, die bei so ziemlich jedem Onlinehändler, der E-Books vertreibt, herunterladbar ist. So kann man sich einen guten Eindruck verschaffen, was auf einen zukommt. Du findest sie unter dem Titel »Die Entdeckung des Homo Serpentes«. Alternativ habe ich die Geschichte auch in limitierter Auflage als Druck vor Ort, die dann natürlich nicht kostenlos ist.

Das klingt tatsächlich nach einer spannenden Science Fiction Geschichte. Science Fiction lese ich tatsächlich sehr gerne. Beziehen sich die erotischen Elemente auf deine Wissenschaftlerin oder gibt es da vielfältige Szenarien, vielleicht auch gleichgeschlechtliche?

Divina Michaelis: Die erotischen Elemente beziehen sich auf das gesamte Leben innerhalb der Gruppe, zu der die Wissenschaftlerin Anschluss sucht. Man muss sich das Sozialsystem so vorstellen, dass Sex dort eine Währung ist, mit der Leistung bezahlt wird. Zudem gibt es in jedem Clan dieser Spezies weniger Frauen als Männer, sodass die Männer sich schon anstrengen müssen, um entsprechend bezahlt zu werden. Und dann gibt es noch gewisse Rituale, die eine Kopulation beinhalten. Pärchenbildung, wie wir es hier auf der Erde kennen, gibt es dort nicht. Sie reagieren ziemlich befremdet auf diese Vorstellung. Wohl besteht zum einen oder anderen eine etwas größere Anziehung als zu anderen, aber das ist eher nebensächlich und kein Grund für Eifersüchteleien. Es ist aber, obwohl es wie im Paradies zu sein scheint, absolut nicht so paradiesisch, denn die Anwesenheit der Wissenschaftlerin und ihr Wunsch nach Eigenständigkeit bringt die Gruppe ganz schön durcheinander.
Gleichgeschlechtliche Szenen habe ich nur zwischendurch mal angedeutet, aber nicht ausführlich beschrieben. Einmal testet die Wissenschaftlerin etwas an einer Frau dieser Spezies aus, aber das geht ziemlich schnell in die Hose lach.
Da habe ich andere Romane, in die solche Szenen besser passen. Aber vielfältig und ausführlich sind die erotischen Szenen auf jeden Fall, auch ohne gleichgeschlechtliche Zusammenkünfte.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Divina Michaelis: Die Wahl fällt mir schwer, weil hier am Stand unwahrscheinlich viele tolle Bücher von Autoren und Autorinnen sind. Aber deinem Profil nach, also dem, was du gern liest, solltest du es mal mit dem Buch »Der Fourfold-Clan« von Melanie Meier versuchen. Das ist total abgedreht, aber auch wahnsinnig faszinierend.

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Im Gespräch mit Melia Manadis

Zur Vorbereitung der Interviewreihe habe ich zu den Fragen auch eine kurze Vorabinformation zu mit geschickt, denn hätten wir real an einem Stand geplaudert, hätte es direkte Rückfragen gegeben (die ich jetzt nachgereicht habe) und die Autor*innen hätten so auch ein wenig von mir erfahren. Unter anderem habe ich geschrieben, welche Genre ich am liebsten lese und dazu folgenden Satz:

Reine Liebesromane sind weniger mein Fall, aber für meine Mitbloggerin Kathi werde ich auch da hellhörig. Sie liebt auch tragische Geschichten, denen ich wenig abgewinnen kann, vor allem, wenn ich vorher weiß, dass die Figur am Ende stirbt.

Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich las, was Melia aus diesen Informationen gemacht hat, aber lest selbst:

Melia Manadis (c) Fantassja Fotodesign
Melia Manadis (c) Fantassja Fotodesign

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Melia Manadis: Da ich an meinem Stand erotische Liebesromane präsentiere, weiß ich nicht, ob damit dein Interesse geweckt hätte. Es sei denn, du hättest sofort daran gedacht, dass es deiner Mitbloggerin Kathi ins Auge gesprungen wäre.

Oder dich hätten die Bilder, die mit kunterbunten Farben und Zitaten oder Lebensweisheiten sofort ins Auge fallen und die überall verteilt zwischen den Büchern stehen, zum Stehenbleiben animiert

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Melia Manadis: Hallo Stephanie, schön, dass du vorbeischaust. Ich bin Annette, schreibe aber unter meinem Wunschnamen Melia Manadis. Ich stelle hier meine erotischen Liebesromane vor; „Die Villa“, die aus drei Teilen besteht. Jessica, Mila und Flo. Die Bücher sind im Parlez Verlag erschienen. Das Genre bezeichnet man allgemein als Dark Romance.

Erzähl mir mehr über „Die Villa“, was ist besonders an deiner Buchreihe?

Melia Manadis: Die Geschichten erzählen, wie die jeweiligen Protagonistinnen aus einer schwierigen Lebenssituation heraus in das Leben der Männer treten, die in der Villa ihrer SM Leidenschaft nachgehen. Jede der Frauen schafft es, durch eigenen Willen, durch Freundschaft und Liebe zu einem Happy End.

Ich mag Happy Ends 😉

Ich denke nicht, dass gerade meine Bücher etwas herausragend Besonderes sind. Ich habe nur den Anspruch, dass es Spaß macht, die Geschichten zu lesen und dass man für einen Moment in sie eintaucht und den Alltag hinter sich lässt.

Die Villa ~ Melia Manadis (c)
Die Villa ~ Melia Manadis (c)

Den Alltag hinter sich lassen ist ein schöner Aspekt beim Lesen. Ich kann mir vorstellen, dass Liebes- und Erotikromane dazu gut geeignet sind. Glaubst du, dass die düsteren Elemente Leserinnen anspricht, die neugierig sind auf Dinge, die sie selbst nicht erleben, ähnlich wie bei abenteuerlichen Romanen?

Melia Manadis: Ich denke, dass die düsteren Elemente, ebenso wie abenteuerliche oder fantastische, alles, was den Alltag bunter, vielfältiger, spannender oder auch leidenschaftlicher macht, Leser*innen anspricht.

Gerade, wenn man sich im Alltag ncht so viel zutraut oder zu viel Stress hat und sich beim Lesen entspannen kann. 

Man muss sich nur drauf einlassen, in den Geschichten verschwinden zu können. Vielleicht bekommt man ja auch einen Anreiz, wie man sein eigenes Leben etwas interessanter gestaltet – wenn man nicht gerade einen Krimi liest ;))

Welches Buch liest du selbst gerade?

Melia Manadis: Ich lese gerade L.A, Guards – Boss Affair von Amelie Duval

Herzlichen Dank für das Gespräch, ich fürchte, das ist nicht ganz unser Genre, aber vielleicht was für unsere erwachsenen Bloglesenden.

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Phantastischer Fakriro Talk 3

Fantasy, Science Fiction, Urban Fantasy, Dark Fantasy, Märchenadaptionen, Dystopien …

Es gibt soooo unglaublich viele Subgenre der Phantastik, wie könnte es da nur eine einzigen „Phantastischen Fakriro Talk“ geben??? Geht nicht, also kommt mit in die dritte Runde an die virtuellen Messestände phantastischer Autor*innen.

Heute sprechen wir mit:

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Im Gespräch mit Katrina Lähn

Achtung hier versucht uns eine Autorin in ihren Bann zu ziehen und zu verzaubern – zu spät, kommt mit zu Katrina Lähn:

Katrina Lähn (c)
Katrina Lähn (c)

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Katrina Lähn: Du wirst wahrscheinlich von der Magie an meinem Stand angelockt worden sein. 🙂 Zudem versuche ich stets, jeden Besucher mit einem scheuen aber ehrlichen Lächeln Willkommen zu heißen und hoffe sehr, dass sie sich bei mir wohl fühlen werden.

Meine Cover sind sehr märchenhaft, künstlerisch und mit jeder Menge Liebe gestaltet worden und meine Geschichten verbinden die Rubriken Märchen, Fantasy und Liebesgeschichte. Schau dich doch gerne einmal um. 🙂   

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Katrina Lähn: Hi Stephanie, mein Name ist Katrina Lähn. Ich bin Jugend-Fantasy Autorin und veröffentliche meine Bücher seit 2018 im Selbstverlag.

Hallo Katrina, erzähle mir bitte mehr zu deinem aktuellen Buch.

Katrina Lähn: In meinem Buch »Ruby – Gabe des Glücks« geht es um die junge Prinzessin Rubina von Arthuro, die an ihrem dreizehnten Geburtstag erfährt, dass sie mit dem übergewichtigen König Leon zwangsverheiratet werden soll. Da ihr diese Vorstellung allerdings überhaupt nicht gefällt, flieht sie auf die Erde und baut sich dort ein eigenständiges Leben auf.
Zu allem Überfluss erhält sie von einer guten Fee die seltene Gabe des Glücks, die sie in der Gesellschaft ihres Planeten Giarnarni zu etwas ganz Besonderem werden lässt.

Zwei Jahre lang gelingt es Ruby, sich auf der Erde versteckt zu halten. Doch dann wird sie von den Rittern ihres Vaters aufgespürt und zurückgebracht. Ist damit ihr Schicksal besiegelt?

Ruby ist ein Jugend-Fantasy Roman und beinhaltet neben einer starken Hauptprotagonistin, die für ihre Rechte kämpft, eine Liebesgeschichte, jede Menge Sarkasmus und die Liebe zu magischen Tieren.

Ruby Gabe des Glücks ~ Katrina Lähn (c)
Ruby Gabe des Glücks ~ Katrina Lähn (c)

Das klingt spannend und romantisch. Wie wirkt sich die Gabe des Glücks auf der Erde aus?

Katrina Lähn: Rubys ehrlicher Kuss sorgt dafür, dass bestimmte Personen urplötzlich ein sehr gutes und gesundes Leben führen können. Sie gewinnen beispielsweise im Lotto, finden die große Liebe oder erhalten eine unerwartete Erbschaft.
Leider sorgt Rubys Gabe aber auch dafür, dass sie für den König von Giarnarni noch interessanter wird.

Entdecke ich auf dem Cover einen Drachen? Spielen Drachen auch eine Rolle?

Katrina Lähn: Das hast du ganz richtig gesehen. Drachen sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, da meine Protagonistin sich mit ihnen verständigen kann. Ob sie Ruby jedoch Glück oder Unglück bringen werden, werde ich selbstverständlich an dieser Stelle nicht spoilern.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Katrina Lähn: Ruby Blayke von Kirsten Storm (Dystopie)

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Im Gespräch mit M. Rose-Everly

Beginnen wir die Runde an einem blauen Stand, wie könnte es bei diesem Blogdesign anders sein ist das meine Lieblingsfarbe. Dort treffen wir auf M. Rose-Everly:

Banner zu Nimhorn, welches über dem Stand hngt. M.Rose-Everly (c)
Banner zu Nimhorn, welches über dem Stand hngt. M.Rose-Everly (c)

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

M. Rose-Everly: Mein Stand ist – passend zum Buchcover – in dunkelblau und schwarz gehalten, mit weißer Schrift und dem mystischen Emblem, das eine große Rolle in der Geschichte spielt. Neben dem Stand stehen außerdem zwei (künstliche) Bäume, in denen Lichterketten hängen, weil ich denke, dass das eine ganz tolle Stimmung erzeugt. Und hinter dem Stand stehe ich und lächle Dich an, weil es so ein schöner Tag ist und lächeln einfach glücklich macht! Zudem ist es ja auch völlig kostenlos. Weiterhin findest Du bei mir Taschenbücher und eBooks auf kleinen Tischchen, kostenlose Lesezeichen und auch ein paar Sheets mit Textauszügen sowie gerahmte Zitatbilder.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet. Und du?

M. Rose-Everly: Hallo Stephanie, schön, dass Du mich besuchst! Ich bin M. Rose-Everly und schreibe im Genre Fantasy/Dystopie/Romance. Im letzten Jahr habe ich als Selfpublisherin mein erstes Buch herausgebracht und im gleichen Atemzug einen eigenen kleinen Verlag gegründet, den Traumwerk Verlag.

Die Wächter von Nimrhon - Ruf nach Freiheit ~ M. Rose-Everly (c)
Die Wächter von Nimrhon – Ruf nach Freiheit ~ M. Rose-Everly (c)

Erzähle mir bitte etwas zu deinem Buch.

M. Rose-Everly: „Die Wächter von Nimrhon: Ruf nach Freiheit“ bildet den Auftakt zu einer ausführlich erzählten Romanreihe, in dessen Zentrum eine kämpferische junge Frau namens Phelía steht. Ich kann Dir verraten, dass sie nicht nur eine besondere Fähigkeit besitzt, sondern auch Teil einer geheimnisvollen Prophezeiung ist, von der sie zunächst keine Ahnung hat. Zudem gibt es unvorhersehbare Wendungen und eine großartige Liebesgeschichte.

Zum Setting kann ich sagen: Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. In einem Krieg mit den Antarern – einer menschenähnlichen Rasse – wurde ein Großteil der Menschheit vernichtet und in mittelalterliche Zustände zurückgeworfen. Unterdrückt durch die Willkür und Übermacht ihrer Feinde gibt es nicht mehr viele, die sich zu widersetzen wagen oder an eine bessere Zukunft glauben.

Und was mein Buch zu etwas Besonderem macht?

Zum einen findet sich in der Story ein toller Genre-Mix wieder, der gleich mehrere Leser*innen anspricht. Und zum anderen haben wir mit Phelía eine Heldin, die man einfach ins Herz schließen muss, weil sie so wunderbar menschlich ist und sich letztendlich nicht verbiegen lässt, trotz vieler Hürden, die es zu meistern gilt.

An Band 2 und 3 schreibe ich gerade mit Feuereifer.

Wolf, eine Illustartion zum 1. Kapitel von "Die Wächter von Nimrhon: Ruf nach Freiheit" ~ M. Rose-Everly (c)
Wolf, eine Illustartion zum 1. Kapitel von „Die Wächter von Nimrhon: Ruf nach Freiheit“ ~ M. Rose-Everly (c)

Vielen Dank, dann wünsche ich dir viel Freue beim weiter Schreiben.

M. Rose-Everly: Liebe Stephanie, ich danke Dir herzlichst für Deinen Besuch! Vielleicht habe ich Dich ja neugierig gemacht? Ich wünsche Dir jedenfalls noch einen tollen Tag!! (zwinkere und winke zum Abschied) 

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Im Gespräch mit Annison Moore

Am Stand des Selfpublisher-Verbandes treffen wir Annison Moore. Mögt ihr auch gerne Sanduhren? Sie hat eine auf ihrem Cover … Kommt mit:

Annison Moore (c)
Annison Moore (c)

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Aufmerksamkeit geweckt haben?

Annison Moore: Einen Urban Fantasy und Phantastik Fan wie dich würde bestimmt das Cover meines Romans „Die Zauberer von Lythe“ neugierig machen – auch wenn er zwischen vielen anderen am Stand des Selfpublisher-Verbandes steht: Bedrohliche Krähen kreisen über den Köpfen von zwei Jugendlichen, die im Inneren einer riesigen Sanduhr auf einen Zeitstrudel zulaufen. Alles ist sehr ornamental und grafisch gehalten und ich habe mich riesig gefreut, dass ich den britischen Künstler Rohan Eason dafür gewinnen konnte, der u.a. auch für J.K. Rowling arbeitet.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet und du?

Annison Moore: Ich bin Annison Moore und schreibe Phantastik aka Urban Fantasy für Jugendliche, junge Erwachsene und All-Age.

Die Zauber von Lythe ~ Annison Moore (c)
Die Zauber von Lythe ~ Annison Moore (c)

Dein Cover mit der Sanduhr macht mich neugierig, erzähl mir bitte mehr. Ist es ein Zeitreiseabenteuer? Ich liebe Zeitreisen!

Annison Moore: Geheimnisse, Magie und verborgene Geschichten spielen eine große Rolle in „Die Zauberer von Lythe“. Der Roman erzählt aber auch von Bewährungsproben in einer schwierigen Freundschaft. In einem Setting zu Beginn des 20. Jhds. finden die Zwillinge Kathrine und Colin eine Zeitreiseuhr, die eine skrupellose Magiergruppierung unbedingt an sich bringen will. Nun erst gesteht ihr Vater ihnen, dass sie aus einer alten Zaubererfamilie stammen. Enttäuscht von seiner mangelnden Zuwendung hoffen die beiden, sich mit Hilfe des jungen Zauberers Geoffrey gegen ihre Feinde wappnen zu können – treffen jedoch auf die offene Feindschaft ihres Lehrers. Erst müssen die Geschwister manches Rätsel um die Vergangenheit lösen, bevor sie mit Hilfe der Uhr die Schicksalsfäden um Familie und Freunde neu knüpfen können.

Wunderbar, du steigst also bereits vor 100 Jahren ein und entführst uns in weitere Zeiten. Ich nehme an du bleibst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wenn es um Familie und Freunde geht?

Annison Moore: „Die Zauberer von Lythe“ spielen hauptsächlich Anfang des 20. Jhds., wobei dies zwar das Setting beeinflusst (ein englisches Schloss mit Personal wie Hausmädchen und Sekretär, daneben das einfache Leben der Menschen auf dem Land), für die Geschichte an sich aber von eher untergeordneter Bedeutung bleibt. Bei der einen Zeitreise, die stattfindet, geht es übrigens auch eher in die nahe Vergangenheit. Die Figuren sind dem Thema Zeitreisen gegenüber eigentlich sehr kritisch eingestellt, denn zu groß wäre ja die Gefahr, etwas an der Gegenwart zu verändern … Als sich herausstellt, dass sich vor einigen Jahren ein Verbrechen ereignet hat, das das Leben ihrer Freunde immer noch überschattet, lassen sich zwei Figuren dann aber doch verlocken, die Reise in die Vergangenheit anzutreten …

In welche Zeit würdest du selbst gerne reisen, falls du diese Uhr zur Verfügung hättest?

Annison Moore: Ohh, das ist gar nicht so leicht zu beantworten angesichts der Fülle an spannendsten Möglichkeiten! Mich würden auf jeden Fall die 60er Jahre in den USA und in Großbritannien sehr interessieren und einige Singer / Songwriter der Zeit zu treffen. Dann wäre es auch megaspannend, ins alte Griechenland zu reisen mit diesen wahnsinnig weitsichtigen und wegweisenden Philosophen wie Platon und Demokrit … hätte ich aber nur die Möglichkeit zu einer einzigen Zeitreise, würde ich mich wahrscheinlich wie die Figuren im Buch entscheiden, Menschen aus meiner Familie nochmal zu treffen, die nicht mehr da sind. Da siegt die Verbundenheit über die Neugier.

Die Zauber von Lythe ~ Annison Moore (c)
Die Zauber von Lythe ~ Annison Moore (c)

Danke dir, welches Buch von Autorenkolleg*innen würdest du mir gerne empfehlen?

Annison Moore: Ich bin hellauf begeistert von „Sophie auf den Dächern“ von Katherine Rundell. Die Geschichte startet ungewöhnlich und bleibt es bis zum Ende …

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Im Gespräch mit David Pawn

Dieser Boris am Qindie Stand hat magische Kräfte, es zieht uns immer wieder dorthin zurück. Vielleicht ist es aber auch einfach ein starkes Netzwerk. Diesmal sprechen wir mit David Pawn.

Cosplay am Qindie-Stand, in der Mitte ist Boris und rechts David Pawn zu sehen
Cosplay am Qindie-Stand, in der Mitte ist Boris und rechts David Pawn zu sehen (c)

Was könnte mich angelockt haben, mit dir ins Gespräch zu kommen?

David Pawn: Wenn dich nicht, wie so viele andere, Boris, unser russischer Soldat aus Pappmaché, an den Stand gelockt hat, so vielleicht eine freundliche Ansprache meinerseits oder einfach die Neugier auf eines der vielen Bücher bei uns, die man nicht in jedem Buchladen im Schaufenster sieht.

Hallo ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

David Pawn: Ich bin David Pawn, Autor und Messeorganisator bei Qindie – das Autorenkorrektiv. Ich schreibe hauptsächlich Urban Fantasy, habe aber auch Western und Horrorgeschichten im Portfolio. Die meisten Sachen habe ich als Selfpublisher herausgebracht, inzwischen aber auch drei Verlagstitel.

Zaubertränke Amortentia ~ David Pawn (c)
Zaubertränke Amortentia ~ David Pawn (c)

Mit Katharina habe ich bereits über Qindie gesprochen, erzähl du mir doch bitte etwas über dein neues Buch.

David Pawn: Aktuell kann ich drei Bücher neu vorstellen. Das erste ist die Hardcoverausgabe eines meiner ersten Romane. Ich wollte einfach mal ein richtig schönes Buch herausbringen, so mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Es  handelt sich um „Amortentia“, den ersten Band meiner „Zaubertränke“-Reihe, der als Taschenbuch und E-Book schon einige Jahre im Handel ist. Diese besondere Ausgabe wird es nur auf Messen oder bei mir persönlich geben. 

Das zweite Buch ist der neunte Band der gleichen Reihe „Revitalis cerebrum“. Wie man sieht, lassen mich die Helden der Reihe nicht los.

Und das dritte Buch trägt den Titel „Andere Zeiten“. Es ist ein besonderes Buch, weil es das überhaupt erste Buch eines gerade erst gegründeten Verlages ist, der „Geschichtenzisterne“ heißt. Es handelt sich um ein Buch mit 10 Erzählungen, die unabhängige Handlungen haben, aber zeitlich fortlaufend sind – so wie bei einer Fernseh-Serie. Und es sind fantastische Krimis.

Andere Zeiten Aetherwelt-Kriminalgeschichten ~ David Pawn (c)
Andere Zeiten Aetherwelt-Kriminalgeschichten ~ David Pawn (c)

Neun Bände sind schon ordentlich. Ich schätze lange Reihen sehr. Erzähl mir mehr über die Zaubertränke Reihe.

David Pawn: Die „Zaubertränke“ habe ich 2014 begonnen. Eine Autorin, Asta Roth, wollte da erst so eine Sexgeschichte schreiben, hat dann aber festgestellt, dass soetwas ganz gegen Frau Rowlings Geschmack ist. Weil sie mich vorher schon zu allem möglichen gelöchert hatte, insbesondere habe ich den Namen Sophus für sie gefunden, hat sie mir dann das erste Kapitel zugeschickt und geschrieben: Mach dir einen schönen Tag damit. Ich habe mir ein paar schöne Wochen damit gemacht und Amortentia geschrieben. Kaum war ich fertig, überfiel mich die Idee für den nächsten Band. Und so ging es eine ganze Weile immer weiter.
Natürlich wird es mit jedem Band schwerer, sich etwas Neues einfallen zu lassen.

Revitalis Cerebrum ~ David Pawn (c)
Revitalis Cerebrum ~ David Pawn (c)

Du hast sehr schöne Cover, stammen die von dir oder verrätst du uns mit welchen Cover-Designern du zusammen arbeitest?

David Pawn: Die meisten Cover sind von Casandra Krammer. Die letzten beiden, „Andere Zeiten“ und „Amortentia“ als Hardcover, sind von Jaqueline Spieweg.

Welches Buch magst du mir von Autorenkolleg*innen empfehlen?

David Pawn: Uneingeschränkt empfehle ich die Reihe „Boris & Olga“ von Selma J. Spieweg.

So viel zu der Magie von Boris 😉

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Hier geht es zu Fakriro-Online in der Quarantäneedition (frisch verlängert bis zum 19. April 2020)
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Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Märchenhafter Fakrio Talk

Fakriro Talk
Danke an Mary Cronos für dieses wunderschöne Bild – seht ihr die Kometen, die sie extra für mich hinzugefügt hat?

Fakriro Online wurde spontan und mit viel Eifer aus dem Boden gestampft, in den viralen Zeiten wurde die Online-Ersatz-Buchmesse leider von Viren befallen. Doch Mary Cronos und Sarbina Schuh sind von keinem Virus der Welt aufzuhalten und so geht es ab heute weiter, neu und noch besser in der Fakriro Online Quarantäne Edition. Diesmal sprechen wir mit Sabrina und wandern direkt weiter zu anderen phantastischen Autorinnen.

Fantasy und Märchen lese ich am liebsten und freue mich, dass ich hier einige Autorinnen über ihre märchenhaften Bücher in ein Gespräch verwickeln konnte. Es gibt auch ein wenig Steampunk.

Diesmal besuchen wir im Fakriro Talk die Messestände von:

Gespräch mit Sabrina Schuh

Im ersten Fakriro Talk sprachen wir zur Eröffnung der Fakriro-Online mit der schlaflosen Mary Cronos. Diesmal habe ich für euch Sabrina Schuh eingefangen, die wie ein Wirbelwind mit Mary durch die Messehallen flitzt. Sabrina hatte übrigens die Idee zu Fakriro, der Bühne für Selfpublisher auf physischen Buchmessen.

(c) Sabrina Schuh
(c) Sabrina Schuh

Mit der Fakriro online haben du und Mary innerhalb kürzester Zeit etwas grossartiger auf die Beine gestellt. Dann war die Seite auf einmal im „Reinigungsmodus“, was ist schief gelaufen?

Sabrina Schuh: Wir haben ja kein großes Geheimnis darum gemacht, daher beantworte ich die Frage gerne. Wir hatten einen Virus. Leider wurde der uns von etwas immer wieder reingespielt, auf das wir nicht verzichten konnten zum damaligen Zeitpunkt. Also haben wir großflächig alles gewechselt, was man wechseln konnte inkl. Host und nun sind wir wieder fit und unser Kammerjäger sitzt vorsorglich auch in der Ecke und wartet.

Stand der Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh
Stand der Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh

Es läuft schief, aber ihr gebt nicht auf, macht weiter und macht es noch großartiger. Was erwartet uns bei der neuen Version von Fakriro online?

Sabrina Schuh: Die neue Version ist unsere „Fakriro Online Quarantäne Edition“. Wir bieten ein buntes Programm für die ganze Familie: Morgens Fachvorträge für alle Autoren und Interessierten, Nachmittags ein buntes Kinderprogramm mit Märchen, und Lesungen sowie Nachhilfe und Wissenformaten von Kids für Kids. Am Abend dann sind die Teeanger und Erwachsenen dran. Lesungen, Podcasts, Livesendungen gemeinsam mit Livory – und natürlich wieder virtuelle Messestände, an denen ihr z.B. direkt bei den Autoren und Kleinverlagen shoppen oder spannende Dienstleister rund um die Branche kennenlernen könnt.

Märchenadaptionen von Sabrina Schuh, Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh
Märchenadaptionen von Sabrina Schuh, Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh

Du hast selbst ein Buch pünktlich zur Messe veröffentlicht, erzähl mir bitte was dazu.

Sabrina Schuh: Ja, das stimmt. „Unter gläsernen Fassaden“ ist ein realistisches Jugendbuch mit einer Märchengrundlage. Ich greife die Motive von Aschenputtel und Dickens Weihnachtsgeschichte auf und setze sie in eine moderne Erzählung rund um häusliche Gewalt, mathematische Rätsel und hochbegabte Kinder um. Nachdem ich es allgemein nicht so mit festen Rollenbildern habe, habe ich beschlossen, dass mein Aschenputtel Moritz heißt, statt einem Schuh ein verschlüsseltes Notizbuch verliert und als einziges „magisches“ Hilfsmittel, das Internet hat. Gefunden wird das Notizbuch übrigens von Josie, die aber keine Prinzessin ist, dafür aber auf einem Internat für hochbegabte Teenager und einen Fabile für Kryptografie hat. Mein Ebenezer-Scrooge-Pendant ist übrigens auch weiblich, aber mehr verrate ich an der Stelle nicht.

Ich liebe Dickens Weihnachtsgeschichte und meine liebe Kathi Cinderella in allen Variationen.

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Im Gespräch mit Patricia Strunk

Patricia habe ich am Stand von Qindie getroffen. Katharina Gerlach hat uns ja bereits etwas über das Gütesiegel für Selfpublisher erzählt.

(c) Patricia Strunk
(c) Patricia Strunk

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Patricia Strunk: Ich denke mir, dass dein Blick auf die Cover gefallen ist. Vielleicht gefällt dir das Cover von „Nixenherz“ besonders gut, denn das sieht märchenhaft aus.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Patricia Strunk: Hallo, liebe Stephanie. Schön, dich kennenzulernen. Ich bin Patricia. Ich schreibe im Genre Fantasy und veröffentliche meine Romane im Self-Publishing. Die „Inagi“-Trilogie ist High Fantasy in asiatischem Setting, in der es um aktuelle Themen wie die Ausbeutung von Mensch und Natur und die Angst vor dem Fremden geht. Der Zweiteiler „Nixenherz“ ist ein von keltischen Motiven inspiriertes Märchen.

Nixenherz (c) Patricia Strunk
Nixenherz (c) Patricia Strunk

Erzähle mir bitte mehr zu Nixenherz.

Patricia Strunk: In „Nixenherz“ geht es um verratenes Vertrauen, Rache und eine Liebe über den Tod hinaus. Ein König reißt einer Flussnixe das Herz aus dem Leib, um sich ihre Magie anzueignen. Sie ersteht 25 Jahre später im Körper eines ertrunkenen Mädchens wieder auf. Die Nixe muss ihr Herz zurückgewinnen oder sie stirbt erneut, aber ihr kommt der Sohn des Königs in die Quere, ein ambivalenter Charakter, der unter dem Bann dunkler Mächte steht. Neben Nixen spielen Kelpies, Fae und Fomori (ein geheimnisvolles Volk der irischen Mythologie) eine Rolle.

Das klingt sehr märchenhaft. Kannst du deine Geschichte mit klassischen Märchen vergleichen?

Patricia Strunk: In gewisser Weise schon. Im Kern geht es in der Geschichte um Liebe und Vertrauen – ein Thema vieler Märchen. Darüber hinaus spielt Nixenherz mit weiteren Motiven und Figuren klassischer Erzählungen und setzt sie zueinander in eine neue Beziehung. Zwar greifen übernatürliche Kräfte in das Leben von Menschen ein, aber Protagonistin ist ein übernatürliches Wesen selbst, und gut und böse sind nicht so klar voneinander abgegrenzt wie im Märchen.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Patricia Strunk: Mir haben die Steampunk-Märchenadaptionen von Katharina Gerlach gut gefallen.

Herzlichen Dank, mit Katharina habe ich bereits über Qindie gesprochen, aber versäumt mit ihr über ihre eigenen Bücher zu sprechen, das sollte ich dringend nachholen.

Qindie Autor*innen mit ihrem Boris (c) Patricia Strunk
Qindie Autor*innen mit ihrem Boris (c) Patricia Strunk

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Gespräch mit Katharina Gerlach

Nachdem Katharina mir so nett erklärt hatte, was es mit Qindie auf sich hat, habe ich tatsächlich versäumt sie nach ihren eigenen Büchern zu fragen. Also gehe ich noch einmal an der großen Standfigur vorbei und kehre zu Katharina zurück. Aus einer Randbemerkung erfuhr ich, dass sie es kürzlich mit einer unveröffentlichten Kurzgeschichten in den USA bis ins Halbfinale eines Wettbewerbs mit mehr als 1000 Teilnehmer*innen schaffte. Darauf ist sie als Nicht-Muttersprachlerin ein wenig stolz drauf, wie ich finde zu Recht!

(c) Qindie

Was hat es eigentlich mit dieser Figur auf sich?

Katharina Gerlach: Boris ist eine zwei Meter große, männliche Standfigur in der abgewetzten Uniform des Russischen Zaren. Einer seiner Arme fehlt. Statt dessen hat er einen mechanischen Arm, in dem eine Glasphiole blau glüht.

Wir haben ganz viel über Qindie gesprochen, aber gar nicht über Bücher.

Katharina Gerlach: Bei uns findest du viele tolle Bücher, von Märchenadaptionen, Kinderbüchern, Fantasy in allen Spielarten, über Nischenprodukte wie SciFi-Erotik bis hin zu Sachbüchern.

Katharina Gerlach
(c) Katharina Gerlach

Was schreibst du denn selbst?

Katharina Gerlach: Ich persönlich schreibe hauptsächlich Phantastik und historische Romane, oft auch gemischt. Erst kürzlich habe ich eine 12-bändige Reihe von Novellen mit Märchenadaptionen abgeschlossen. Seit neuestem schreibe ich unter dem Pseudonym Leonie Joy Romantasy. Aber wie man sieht finden sich bei Qindie zahlreiche Genres. Es ist eigentlich für die meisten Leser*innen etwas dabei.

Du hast ja schon fleißig einiges veröffentlicht. Welches war denn dein Debütroman?

Katharina Gerlach: Mein erstes Buch war der historische Roman „Engels Freiheit“, der auf der Familiengeschichte meiner besten Freundin basiert. Darin geht es um den Freikauf der Familie Waldmann aus der Leibeigenschaft in der Zeit von 1799 bis 1803 im Osnabrücker Land.

Engels Freiheit (C) Katharina Gerlach
Engels Freiheit (C) Katharina Gerlach

Die Hauptfigur, Anna Engel Waldmann, erlebt wie ihr Vater auf Bitten seines Besitzers, dem Grafen von Langelage (übrigens einem angeheirateten Verwandten des Barons von Münchhausen), dem Freikauf zustimmt. Doch als der Handel dann schriftlich festgelegt werden soll, hat der Graf die Familie bereits weiterverkauft, brauchte er doch dringend Geld, um Schulden zu tilgen. Engels Vater verklagt daraufhin den Grafen auf Wortbruch, woraufhin sich ein jahrelanger Rechtsstreit entwickelt (die Unterlagen des Gerichtsstreits lagen komplett auf dem Dachboden meiner Freundin). Für Engel wird dies eine Zeit großer Umwälzungen, in der sie erwachsen werden muss.

Zusätzlich hat diese Zeit im Osnabrücker Land ein paar interessante geschichtliche Ereignisse auszuweisen. So gab es zu der Zeit das sogenannte Simultaneum, die gleichzeitige Nutzung der Dorfkirche durch evangelische und katholische Gläubige. Der zuständige Geistliche war nach dem Westfälischen Frieden 1648 danach bestimmt worden, welche Konfession gerade einen Vertreter vor Ort hatte. Dadurch wurde die überwiegend evangelische Gemeinde des Ortes bei Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen von einem Priester betreut. Das hat vielen nicht gefallen.

Die Recherchen und das Schreiben dieses Romans hat insgesamt fünf Jahre gedauert. Der Roman erschien ursprünglich in einem kleinen regionalen Verlag, der vor zwei Jahren leider Konkurs angemeldet hat. Seither habe ich „Engels Freiheit“ mit einem neuen Titelbild und einem überarbeiteten und erweiterten Anhang (mit Karte, Fakten, Stammbaum und Zeichnungen) neu herausgebracht. Der Folgeband „Viktors Wut“ wird in nächster Zeit eine Erneuerung erfahren und dann ebenfalls von mir selbst herausgebracht.

Und welches ist dein aktueller Messetitel?

Katharina Gerlach: Zur Leipziger Buchmesse hätte ich dieses Jahr noch einmal den Abschlussband meiner 12-bändigen Reihe von Novellen mit Märchenadaptionen vorgestellt. Er erschien 2019 kurz vor der Leipziger Buchmesse und konnte deshalb dort nicht wirklich gut präsentiert werden. Er erzählt die Geschichte einer jungen Zarewna, die mit einem gläsernen Herzen geboren wird, sich davon aber auf keinen Fall einschränken lassen will. Als sie dann dem Glasbläser Nikolej über den Weg läuft, beginnt sie zu erkennen, dass es Gründe für ihre Behinderung gibt.

Obsidianherz (c) Katharina Gerlach
Obsidianherz (c) Katharina Gerlach

Außerdem hätte ich die erste Novelle unter meinem neuen Pseudonym vorgestellt, einer Romantasy Novelle mit Zeitreiseelementen. Ich liebe Zeitreisen, finde es einfach nur cool, was man den Figuren einer Geschichte damit an Schwierigkeiten in den Weg legen kann, und daher war es naheliegend, mein Romantasy-Pseudonym damit beginnen zu lassen.

Die Geschichte dreht sich um Heather, deren beste Freundin 150 Jahre vor ihr geboren wurde. Als Heather dann verheiratet werden soll und ihr klar wird, dass sie längst einen jungen Mann aus der Vergangenheit liebt, muss sie einen Weg finden, die Zeit selbst zu überlisten.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Katharina Gerlach: Nun, da du Boris so bewundert hast, empfehle ich dir gleich seine Geschichte aus dem Genre Steampunk. Der Arme musste schon als 6-jähriger in die Russische Armee eintreten und hat nichts gelernt, außer zu überleben. Glücksfresser nennen ihn die anderen. Seinen Arm verliert er bei einem Experiment, zu dem er als „Freiwilliger“ geschickt wird. Er ist der einzige Überlebende. Trotz allem ist seine Devise: Lang lebe der Zar.

Boris & Olga, Tod den Zaren (c) Selma J. Spielweg
Boris & Olga, Tod den Zaren (c) Selma J. Spielweg

Dann lernt er Olga kennen, die keinen Hehl daraus macht, dass sie den Zaren nicht ausstehen kann. Die beiden laufen sich immer wieder über den Weg und werden ganz langsam und zaghaft zu Freunden, wobei Boris das kleine Mädchen für eine Haluzination hält.

Doch dann läuft ihnen der Zar über den Weg. gleich doppelt. Und beide sind echt …

Boris und Olga ist eine Freundschaftsgeschichte in einer Steampunk Welt, die so herzerwärmend schön ist, dass die Rettung der Welt zur Nebensache werden würde, wäre sie nicht so spannend geschrieben. Das Gute ist, dass jeder Band in sich abgeschlossen ist, auch wenn sie aufeinander aufbauen. Noch besser ist, dass die Serie süchtig macht.

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Gespräch mit Sylvia Rieß

Sylvia Rieß gehört wie auch Sabrina Schuh zu den Märchenspinnern, einer Gruppe unabhängiger Autor*innen, die unter dem Label „Märchenspinnerei“ Märchenadaptionen herausbringt. Ich habe bereits viel von Silvia gehört, leider bisher noch nichts gelesen.

Sylvia Reiß mit Leserin und "Stern von Erui" am Messestand (c) Sylvia Reiß
Sylvia Reiß mit Leserin und „Stern von Erui“ am Messestand (c) Sylvia Reiß

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Sylvia Rieß: Vermutlich würde dich das laute Glucksen meiner 5-Monate alten Tochter bezirzen, die mir anschließend ihr Frühstück einmal quer über mein weißes Fantasy-Kleid spuckt und noch lauter kichert.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Sylvia Rieß: Hallo Stephanie. Ich bin Sylvia. Ich schreibe Fantasy unter meinem Klarnamen Sylvia Rieß. Meine Bücher sind mittlerweile in vielen Sub-Genre der Fantasy zuhause. Magst du es eher episch und willst die Welt retten, suchst du märchenhafte und moderne Geschichten, oder möchtest du mal wieder herzlich lachen? Habe ich alles da. Und was du bei mir nicht findest, damit können dir bestimmt meine Standkollegen helfen. Jan Gießmann schreibt wundervolle Grim&Gritty Fantasy, Sabrina Schuh hat romantische, aber auch gesellschaftskritische Jugendromane und Janna Ruth und Tina Skupin kennt man ja auch mit ihren Bücher der Märchenspinnerei, bzw. ihren Titeln außerhalb davon wie Ashuan und Valkyrie. 🙂 

Ein tolles Angebot, das mag ich alles gerne lesen und ein paar Märchenspinnerei-Bücher habe ich bereits gelesen. Aber was ist Grim&Gritty Fantasy?

Sylvia Rieß: Oha. Also: In der Phantastik gibt es ca 53 Subgenre. Darunter z.B. High Fantasy. Ganz klassischer Vertreter Herr der Ringe. Es gibt die Guten, die Bösen und es gibt wenig moralische Probleme wenn erstere letztere umbringen (okay, auch das stellt der Herr der Ringe schon an mancher Stelle infrage) Aber prinzipiell geht es immer um ein höheres Ziel und die Rettung der Welt. Bei Grim&Gritty ist es eher: Die Welt an sich ist zwar eine Fantasywelt mit Magie und fantastischen Wesen, aber das alles ist von Haus aus einfach nicht nur toll und schön. Die Welt selbst ist stellenweise düster, verdorben, roh und auch mal gewalttätig und den perfekten Zustand kann auch der Protagonist meist nicht wieder herstellen. Er versucht nur, in dieser Welt zu überleben und sich seinen eigenen – auch nicht immer ganz so kleinen – Problemen zu stellen. GoT könnte man schon eher in diese Richtung einordnen. Wobei auch in den modernen Fantasy-Romanen die Grenzen zwischen Subgenres immer mehr fließend sind.

Danke für die Erklärung, aber lass uns nicht zu viel über die anderen Bücher sprechen. Erzähle mir bitte etwas zu deinem Buch.

Sylvia Rieß: Du hast erwähnt, dass du gern Fantasy mit versteckter Gesellschaftskritik liest. Die hast du bei uns am Stand zwar tatsächlich in jedem Buch, denn wir alle finden, dass Fantasy einfach mehr sein kann, als Genre Literatur. Aber ich erzähle dir jetzt mal was über „Der Stern von Erui“. Nein, das tolle Cover mit dem Drachen ist nicht der erste sondern der dritte Teil, aber ja, ich liebe das Cover auch am meisten. Nichtsdestotrotz beginnt alles mit dem Band Heimkehr. Worum es geht? Nun ja stell dir vor, ein Mädchen, dass aus deinem Freundeskreis vor Jahren verschwunden ist und eigentlich für ermordet gehalten wurde, kehrt zurück, ganz plötzlich. Vier Jahre später sitzt ihr wieder gemeinsam an einem Tisch in der Schule. Bekannt ist nur, dass sie wirklich etwas Schreckliches erlebt haben muss, aber keiner weiß so genau was. Sie erzählt auch nichts darüber und wenn man versucht, die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen, dann ist sie schroff und abweisend. Bleibt man aber hartnäckig, dann wird man so manch Seltsames erleben. Kreaturen werden den eigenen Weg kreuzen, die einen an allem zweifeln lassen, was man bisher glaubte, über die Welt zu wissen und dann plötzlich zieht Nebel auf … und wenn er vergeht, ist man nicht mehr in der Welt, in der man gerade noch gestanden hat.

Tja – so beginnt die Geschichte vom Stern und sie wird einen auf verworrenen Pfaden durch eine fremde und wunderschöne aber auch brandgefährliche Welt führen. Ob diese noch zu retten ist vor dem Schatten, der sie bedroht, und was man selbst als Mensch mit diesem Schatten zu tun hat, das muss man auf über 1600 Seiten nach und nach herausfinden. Wahrheiten, die man für absolut hielt, werden in Frage gestellt und die Menschen, die man einmal zu kennen glaubte, tragen hintern den Schleier neue Namen. Das buch spielt dabei gerne mit Klischees, nur um sie zu brechen und die Erwartungen des Lesers zu enttäuschen. Doch damit will es vor allem zum Nachdenken anregen über sich, über die eigene Welt und über das Miteinander.

Die Chroniken von Erui (c) Sylvia Rieß
Die Chroniken von Erui (c) Sylvia Rieß

Du hast Recht, das trifft meinen Lesegeschmack sehr gut. Ist die Reihe mit 1600 Seiten jetzt abgeschlossen?

Sylvia Rieß: Ja ist sie. Es erzählt eine Geschichte, die in unserer Jetzt-Zeit beginnt, quasi aus unserer Menschenwelt heraus startet und dann über die Grenze nach Erui führt. – Also in dem Sinne auch kein reines High Fantasy, weil ich die Verbindung zu unserer Welt dabei habe. Auch hier gibt es ein ABER, denn aus Erui ist viel mehr geworden. Die Welt existiert parallel zur Menschenwelt und hat eine fast 10.000 Jahre lange Geschichte. Diese habe ich natürlich immer vor Augen beim Schreiben und weitere Schlüsselereignisse dieser Geschichte führen nun zu neuen Romanen, Romanreihen oder ergänzenden Kurzgeschichtensammlungen. All das wird wohl irgendwann ein großes Gesamtwerk und läuft unter „Die Chroniken von Erui“. Die nächste Trilogie „Das Herz des blauen Drachen“ spielt dabei zeitlich rund 1000 Jahre vor dem Stern und befasst sich mit den Ewigen Wächtern, die in der Trilogie eine wichtige Rolle spielen aber gar nicht in ihrer ganzen Tiefe aufgearbeitet werden konnten. 🙂 

Klasse, eine Welt und unbegrenzte Möglichkeiten neue Geschichten zu erzählen. Habe ich es richtig im Kopf, dass dein Märchen, das erste war, dass in der Märchenspinnerei erschienen ist? Magst du mir davon auch erzählen, leider habe ich es bisher nicht gelesen.

Sylvia Rieß: Ja, der ‚Lurchi‘ hat damals den Anfang gemacht. Das kam so: Überall ploppten die Märchenadaption auf einmal wie Pilze aus dem Boden. Aufwändige Cover mit zumeist Prinzessinnen in Ballkleidern. Und ich dachte mir: Aber müssen es immer Prinzessin sein? Müssen es immer Lovestories sein? Märchen haben ja von Haus aus eigentlich immer eine Moral und eine tiefere Botschaft. Ich wollte ein Märchen schreiben, das anders ist, sich mit Randfiguren unserer Gesellschaft befasst, auf moderne Probleme hinweist und für unsere moderne Zeit eine Moral hat. In diesem Fall: Denkt einmal über euer Verhalten in den sozialen Medien nach. Fällt nicht immer gleich euer Urteil über Menschen, die ihr kaum kennt. Nehmt euch Zeit für einander und lasst euch auf den anderen ein.  In diesem Fall muss mein frecher Protagonist Fynn mit der großen Klappe das halt auf die harte Tour lernen, als er auf dem Schulklo in einen Lurch verwandelt wird. Keiner kennt sich mit Axolotln aus, außer Leonie – das Mädchen, über das er sich bisher immer lustig gemacht hat. Und so landet er in ihrem Aquarium und in ihrem Leben.

Auch wenn ich bisher noch nicht so viele Märchenspinnerei-Bücher gelesen habe, schätze ich genau diesen Gedanken, den du gesät hast, Märchen wieder zu dem zu machen was sie waren, Geschichten über problematische Themen, keine Heile-Welt-Liebesgeschichten.

Der Axolotlkönig (c) Sylvia Rieß
Der Axolotlkönig (c) Sylvia Rieß

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Sylvia Rieß: Du solltest dringen noch Tina Skupins „Valkyrie“ mitnehmen. Etwas cooleres im Bereich Fantasy/nordische Mythologie wird in den nächsten Jahren nicht auf den Markt kommen. ^^

Oh, da stimme ich dir zu, Valkyrie ist wirklich ein tolles Buch und ich bin gespannt auf den dritten Band der Reihe!

Mit Tina Skupin habe ich übrigens eine ganz außergewöhnliche Aktion gemacht und ihr eine kleine Schreibaufgabe gestellt. Frida und ihre Truppe legen mit ihrem Drachenboot in Bonn am Rhein an … Lest selbst.

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Märchenspinnerei

„Meine“ Beiträge zu Büchern aus der Märchenspinnerei

„Im Bann der zertanzten Schuhe“ ~ Janna Ruth
„Der Kater unterm Korallenbaum“ ~ Christina Löw


Hier geht es zur Fakriro-Online in der Quarantäneedition (mindestens bis Ostern 2020). Schaut euch um und habt eine gute und gesunde Zeit!

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Gespräche an virtuellen Buchmesseständen

Fakriro Onlinemesse #FakriroTalk Virtuelle Standgespräche auf der #LBM20Reloaded

Die Leipziger Buchmesse 2020 musste leider ausfallen. Die Buchszene im Netz hat sich einiges einfallen lassen, um virtuellen Ersatz zu schaffen und das begeistert mich! Auch wenn ich selbst nicht zur Messe gefahren wäre, beteilige ich mich bei der Online-Messe mit einer eigenen Idee. Auf Fakriro Online findet ihr virtuelle Messestände von Autor*Innen, Verlagen und Anbietern verschiedener Services für Autor*innen.

Ich möchte euch mit meinem Beitrag mitnehmen auf die virtuelle Messe, hierzu habe ich virtuelle Standgespräche geführt und nehme euch mit. Stellt euch vor, ihr steht neben mir an den Ständen und lauscht. Die Bücher sind zum Greifen nah.

Gespräch mit der unermüdlichen Mary Cronos

Mary Cronos auf ihrem Messestand (c) Mary Cronos
Mary Cronos auf ihrem Messestand (c) Mary Cronos

Die alternative virtuelle Buchmesse Fakriro Online ist die wahnsinnige und turboschnelle Umsetzung einer Idee von Mary Cronos. Gemeinsam mit Sabrina Schuh hat sie sich die Nächte um die Ohren geschlagen und tatsächlich ist es mir gelungen sie kurz zu erwischen (na gut, sie ist freiwillig kurz stehen geblieben in ihrer Rennerei).

Hallo Mary, es freut mich sehr, dich in diesem Trubel zu treffen und kennen zu lernen. Danke, dass du einen Moment Zeit für mich hast. Du hast dir mit deinem kleinen Team die Nächte um die Ohren geschlagen und etwas ganz großartiges mit der Fakriro Online auf die Beine gestellt. Warum machst du das alles? Habt ihr eine Armee an Heinzelmännchen?

Mary Cronos: Hallo liebe Stephanie, die Freude ist ganz meinerseits! Ein Wunder, dass Du mich hier gefunden hast. Tja. Unser Kernteam besteht tatsächlich aus drei Menschen. Keep it simple. Sabrina (Schuh) kam nach der BuchBerlin mit der Idee zu Fakriro auf mich zu und hatte mich dummerweise so ziemlich auf Anhieb überzeugt. Damit fing der irrwitzige Plan an, innerhalb eines knappen Monats (und über Weihnachten und Silvester hinweg) eine GbR zu gründen und einen Messesupport für Selfpublisher auf die Beine zu stellen. Um ehrlich zu sein, war schon das ziemlich verrückt. Eine Onlinemesse innerhalb einer knappen Woche auf die Beine zu stellen, hat unsere eigene Verrücktheit dann wohl nochmal auf eine neue Stufe gehoben. Und ohne ihren Mann, der uns tapfer Tag und Nacht zur Seite stand, wäre es sicher schwierig geworden. Aber nicht nur er war in der vergangenen Woche dabei: Wir haben viele fleißige Helferlein da draußen, die für uns nach weiteren Ausstellern und Bloggern gesucht haben, die für uns Plakate und Postkarten gedruckt und in ihren Städten verteilt haben, die uns helfen, die vielen eingehenden Ausstellerbewerbungen in die Website einzupflegen. Vielleicht keine Armee, aber eine gut ausgewählte Gruppe an wirklich guten, engagierten Menschen. Und wie sich daraus eine Kooperation nach der anderen ergab, gibt unserer Idee doch recht.

Du fragst nach dem Warum. Der Auslöser war natürlich die Absage der Leipziger Buchmesse. Aber auch davon abgesehen ist unser Warum größer: Ich hab eine Allergie gegen Missgunst und Konkurrenzdenken in der Kreativbranche. Kreativität lässt sich nicht vergleichen und je mehr kreative Geister sich miteinander verbinden, desto größeres kann entstehen. Ich liebe diese Art des Netzwerkens und Zusammenarbeitens. Die Messe in Leipzig fällt vielleicht aus. Aber was hier gerade geschieht, ist das schon beinah wert. (Und das sage ich, obwohl mich dieses Messe-Aus wirklich viel kostet.)

Mary Cronos hält ihr Buch Houston Hall geöffnet in der Hand und liest
(c) Mary Cronos

Fakriro ist nicht nur der Name der Messe. Wer seid ihr und was macht ihr?

Mary Cronos: Ich glaube, knackiger und präziser als auf unserer Website bekomme ich es nicht hin (wir haben laaange daran gefeilt): 

Fakriro, das ist dein Theater auf den großen Buchmessen: Ausstellungsraum, Buchhandlung, Lounge und Bühne in einem – für Selfpublisher*innen only. Fakriro zeigt das Beste, was Selfpublishing zu bieten hat und will so ein Spiegel für die Qualität von modernem Selfpublishing sein. Aber es zeigt die literarischen Schätze des Selfpublishings nicht nur. Fakriro macht die ausgestellten Titel erlebbar: Durch Lesungen, Signierstunden, Meet&Greets und natürlich Buch-Shopping.

Fakriro

Daher die herzliche Einladung an alle Selfpublisherinnen und Selfpublisher, die nun über Fakriro Online stolpern: Lasst uns doch zusammen nach Frankfurt gehen. 🙂

(c) Mary Cronos
(c) Mary Cronos

Du scheinst mir auch sonst eine vielseitig kreative Frau zu sein. „Artist, writer, creative chaos in person. trying to do too much things at same time.“, steht in deinem Profil.  Arbeitest du gerne an verschiedenen Projekten gleichzeitig?

Mary Cronos: Ja, ich glaube, bei mir ist irgendwann die Funktion kaputt gegangen, einfach eine Sache zufriedenstellend zu erledigen. Mit jeder neuen Erfahrung kommen neue Projekte, neue Fähigkeiten. Und ich sehe es gar nicht ein, mit dem Lernen aus solchen Erfahrungen aufzuhören. Momentan bin ich (obwohl eigentlich studierte Theologin) freischaffende Künstlerin in den Bereichen Fotografie, Design und Illustration, Podcasterin und Autorin – und Fakriro-Mama. Schon jetzt weiß ich, dass spätestens 2021 zwei weitere Projekte dazukommen werden. Womöglich sogar drei. Ich bin gespannt, wie sich all meine Tätigkeitszweige weiterentwickeln werden. Das ist ja das Schöne an der Kreativität: Lässt man sie erstmal ein, hört sie gar nicht mehr auf. 

Eigentlich wolltest du doch ein Crowdfunding für dein Hörbuch starten. Erzähl mir doch etwas über dein Buch.

Mary Cronos: Tjaaa. Das Crowdfunding startete mehr oder weniger still und heimlich am vergangenen Donnerstag auf Startnext. Die liebe, talentierte Fanny Bechert wird meinem „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ ihre Stimme verleihen. Dieser Titel war mein Verlagsdebüt Anfang 2018. Jetzt habe ich mir ein paar der Nebenrechte zurückgeholt, weil ich meine Leserinnen und Leser nicht mehr warten lassen wollte. Ich wollte ihnen ein Hardcover und ein Hörbuch schenken und nun ist am 11.03. mein Hardcover erschienen und seit dem 05.03. läuft das Hörbuchcrowdfunding. Das macht mich sehr stolz – und zugleich bin ich etwas traurig, dass ich gerade so wenig Zeit für diese beiden Veröffentlichungen habe. Ich hoffe, meine Leserinnen und Leser haben mehr Zeit dafür. Es würde sich lohnen.

Houston Hall ist nämlich so ein Buch, das man in keine Schublade stecken kann. Es verbindet viele Genre miteinander – so wie ich es selbst auch als Leserin mag: Ein Krimi vor der Kulisse der schottischen Lowlands der 60er, schottische Mythologie, ein 300 Jahre altes Familiengeheimnis und natürlich Liebe für den Genuss des Ganzen.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn mich der eine oder die andere bei meinem Crowdfunding unterstützen würde. Ich glaube, ich habe mir ein paar schöne Dankeschöns ausgedacht – auch für die, die das Buch noch nicht kennen.

Houston Hall ~ Mary Cronos (c) Mary Cronos
Houston Hall ~ (c) Mary Cronos

Herzlichen Dank für deine Zeit!

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Kreatives von Mary Cronos
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Crowdfunding zum Hörbuch „Houston Hall“

Fakriro

Autorenseite von Sabrina Schuh

Gespräch mit Autor Matthias Zimmermann

Kryonium, Bild vom Messestand auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (c) Matthias Zimmermann
Kryonium, Bild vom Messestand auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (c) Matthias Zimmermann

Bei Matthias Zimmermann bleibe ich stehen, weil das Cover meine Aufmerksamkeit fordert. Die Schneekugel, ein unbekanntes Wort „Kryonium“, und dann noch die Worte „Die Experimente der Erinnerung“, da feuern meine Neuronen und wollen mehr wissen. Ich möchte die Schneekugel schütteln und wissen was passiert, doch die Schneekugel hat ein Schloss und der Schlüssel liegt daneben. Was bedeutet das? Mein Wissenschaftlerinnenherz will mehr über die Experimente erfahren und bei Erinnerungen sind wir doch gleich mitten in der Psychologie.

Mit dem Buch in der Hand nutzen wir doch gleich mal die Gelgenheit mit dem Autor darüber zu sprechen:

Hallo, das ist ein tolles Cover! Wofür steht Kryonium? Ist es ein Fremd- oder Kunstwort?

Matthias Zimmermann: „Kryonium“ ist ein Kunstwort. Bildlich gesehen, ist es das Fadenkreuz, an dem alle Erzählstränge hängen. Herauszufinden, was es damit genau auf sich hat, ist Teil der Geschichte und darf vorab nicht verraten werden 😉

Aber was man diesem Wort schon mal entnehmen kann, ist, „Kryo“, was „Kälte“ bedeutet – passend zur Schneekugel und der schneeverwobenen, kühlen Atmosphäre in der Geschichte.

Das macht neugierig und klingt nach einer unheimlichen Geschichte? Spielst du mit Ängsten?

Matthias Zimmermann: Das könnte man so sagen. Aber die Ängste gehen hier weniger von den Figuren aus, als vielmehr von den Räumen und Landschaften, die sich wie ein seltsamer Organismus verändern.

Auf dem Klappentext steht etwas von Virtualität. Es klingt für mich als wisse deine Figur nicht mit Sicherheit, ob sie sich noch in der realen Welt befindet.

Matthias Zimmermann: Das ist richtig. Die Figur weiß es nicht. Wissen wir es denn mit Sicherheit? Schon Platon hatte sich in der Antike Gedanken zu solchen Fragen gemacht. Womöglich erwachen wir erst dann, wenn wir gestorben sind.

Herrlich, ich liebe solche komplexen Ansätze. Die Räume und Landschaften hast du zuerst als Kunstwerke geschaffen und dann in den Roman eingebaut?

Matthias Zimmermann: Ich komme von der Malerei und Digitalkunst her. Als Künstler sucht man per se nach neuen Innovationen, versucht gängige Muster zu durchbrechen und neue Wege zu finden. Mein Ziel war es also, eine Geschichte entgegen der gängigen Muster zu entwerfen. Acht Jahre habe ich an dem Roman geschrieben und mich mit zahlreichen Büchern über Storytelling beschäftigt. Das brachte mich auf die Idee, die Erzählstränge wie ein Uhrwerk zusammenzusetzen, in dem jedes Objekt, jede Figur, jeder Raum und einfach alles miteinander verflochten ist. Die Zeit ist dann auch wie ein Klebstoff, der das Erzählkonstrukt zusammenhält – und es in sich zusammenbrechen lässt, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Die Ideen zu dem Roman, entstammen meinen Bilderwelten. Darauf zu finden sind ähnliche Objekte und Figuren wie im Roman.

(c) Matthias Zimmermann

Mit Storytelling befasse ich mich auch gerade, ein spannendes Feld. Lag ein Teil der Geschichte bereits in den Bildern oder erhielten sie im Roman teilweise eine neue Bedeutung?

Matthias Zimmermann: Einige Aspekte aus den Bilderwelten meiner Gemälde habe ich für die Geschichte in meinem Roman verwendet. Etwa das Motiv der Schneekugel, das prominent auf dem Cover platziert ist. Davor steht ein Schlüssel, es dreht sich alles um das Aufschlüsseln von Dingen, Informationen und Fragen. Die Dramaturgie von der ersten bis zur letzten Seite ist eine einzige, große Entschlüsselung. Auf dem Schlüssel die Zahl „1001“, auch das hat was zu bedeuten. Dann sehen wir auf dem Cover eine Schneefläche, die wie Papier umgeblättert wird; dahinter erscheint eine neue, ganz andere Ebene. Auch das ist ein Aspekt der Geschichte.

Das klingt alles großartig! Ich danke dir für deine Zeit.

Matthias Zimmermann: Immer gern doch, Stephanie!

Kryonium - aufgeschlagenes Buch (c) Matthias Zimmermann
Kryonium – aufgeschlagenes Buch (c) Matthias Zimmermann

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Autorenseite von Matthias Zimmermann
Buchtrailer zu Kryonium (Youtube)
Matthias Zimmermann auf Instagram
Kryonium ist im Kulturverlag Kadmos erschienen

Gespräch mit Anke Schlachter über den Chaospony Verlag

(c) Chaospony Verlag
(c) Chaospony Verlag

Vom Chaospony Verlag habe ich bisher noch nichts gehört und auch nichts gelesen. Auf den ersten Blick wird deutlich: Hier geht es um Fantasy. Also bleiben wir stehen und schauen uns den Stand genauer an. Mir springt direkt ein Buch ins Auge: Cinderella hält eine Axt hinter dem Rücken. Mit diesem Buch in der Hand beginnen wir ein Gespräch mit der Lektorin Anke Schlachter:

Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen (c) Chaospony Verlag
Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen (c) Chaospony Verlag

Hallo, vom Chaospony Verlag habe ich bisher noch nie gehört. Seid ihr noch neu auf dem Markt oder habt euch bisher nur vor mir versteckt?

Anke Schlachter: Hallo Stephanie, uns gibt es seit 2017. Wir wären dieses Jahr das zweite Mal auf der LBM gewesen. Möchtest du mehr zur Prinzenanthologie wissen?

2017, na dann wird es Zeit euch mal kennen zu lernen. Ja bitte, erzähl mir mehr über die Prinzenanthologie.

Anke Schlachter: Bei dem Projekt hatten wir die verrückte Idee, wie Märchen aussehen würden, wenn nicht alles Friede Freude Eierkuchen wäre und vor allem die Prinzessin nicht willig aus ihrem Turm gerettet wird. Herausgekommen ist eine herrliche Mischung von ganz unterschiedlichen Geschichten. Mal spannend, mal lustig, immer mit einem zwinkernden Auge zu sehen. Wir haben hier 29 Geschichten von ich glaube 26 Autoren und Autorinnen. Besonders schön ist auch, dass wir Einsendungen mit Gendervielfalt oder auch queere Einsendungen bekamen. Aber nicht alle Geschichten umfassen das.

Jede der Geschichten ist einzigartig, aber es war einfach toll und unheimlich lustig, die ganzen Einsendungen zu lesen und dann zu dritt die auszusuchen, die uns allen gefallen. Jede Geschichte bekam dazu noch eine individuelle kleine Zeichnung von uns :-).

Das ist ein wunderbarer Ansatz! Sind die Märchen stilistisch dann noch märchenhaft oder ist es ein lustiger Genremix geworden?

Anke Schlachter: Sie sind alle märchenhaft, aber ein paar spielen auch in der Gegenwart oder sogar in der Zukunft.

Von der Thematik her sind sich die Geschichten ähnlich. Prinz soll die Prinzessin retten. Daher findest du hier keine Krimis oder sowas, aber eben ganz individuelle Ansätze.

Es kommen sogar Einhörner vor. Und Drachen. Aber das versteht sich ja fast von selbst ;-).

Schnipsel aus „Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen“ (c) Chaospony Verlag

Also ein modernes Märchenbuch ohne vor Liebe entbrennende Prinzessinnen beim Anblick des Prinzen und einem „und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute“?

Anke Schlachter: Manchmal gibt es auch ein Happy End. Aber eher selten. Und modern ist es auf jeden Fall!

Ich glaube das gefällt mir (blättert ein wenig im Buch)

Anke Schlachter: Die Zeichnungen haben immer etwas mit dem zu tun, was in der Geschichte vorkommt.

Zeichnung aus  "Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen" (c) Chaospony Verlag
Zeichnung aus „Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen“ (c) Chaospony Verlag

Süß, sind es alles schwarz/weiß Zeichnungen?

Anke Schlachter: Ja. Auch alle unschattiert, weil wir erst nur Doodles nehmen wollten, dann aber kurz vor knapp feststellten, dass das nicht aussieht. Daher haben wir dann zu viert unser Möglichstes getan, was kleine Skizzen angeht.

Passt ja stilistisch gut zu einem Märchenbuch

Anke Schlachter: Ja, das denken wir auch.

Ihr seid drei Verleger*innen, die auch alle auch illustrieren?

Anke Schlachter: Nein, wir sind eine Verlegerin und zwei Lektorinnen sowie eine Standfee.

Das Coverbild stammt von unserer Lektorin Josie. Und die Zeichnungen im Buch von uns allen.

Ich bin auch „nur“ eine Lektorin im Verlag. Aber da alle Bücher durch meine Hand gehen müssen (ich mach die Manuskripteprüfung, Lektorat oder Korrektorat), kann ich dir über all unsere Bücher etwas sagen.

Das klingt gut, ich liebe Urban Fantasy. Wenn unsere alltägliche Welt ein wenig magisch auf den Kopf gestellt wird, gerne mit ein wenig Humor, am liebsten mit ein paar gesellschaftskritischen Seitenhieben ohne offensichtlicher Moralkeule. Kannst du mir da etwas empfehlen?

Anke Schlachter: Wir haben mehrere Urban Fantasy Titel im Programm. Zum einen haben wir Aaranai und Banhabarus, beide von Timo Koch. Dort findet sich auch eine gute Portion Romantik.
Dann haben wir Die Perlen der Bajar, wenn du Harry Potter magst, ist das auf jeden Fall etwas für dich.
Und finsterer geht es bei Die Verdammte Karte von J.S. Hartmann zu. Zu welchem Buch soll ich dir mehr erzählen?

Aarani ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag
Aarani ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag

Erzähl mir mehr zu Aaranai, bitte.

Anke Schlachter: Aaranai ist der erste Teil einer dreibändigen Reihe. Der Hauptcharakter gewinnt eine Reise nach Schweden. Dort beginnen auf einmal, unheimliche Ereignisse seinen Alltag zu stören. So findet er ein seltsames Amulett, das in seiner Nähe aufleuchtet. Und Wölfe strolchen um ihre Villa in den schwedischen Bergen. Er macht sich Sorgen, denn es ist ja schon ziemlich einsam dort, wo sie hingekommen sind und er möchte seine Frau unbedingt beschützen. Dann wird ihm offenbart, dass er die Verkörperung eines göttlichen Wesens ist und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Es handelt sich hierbei definitiv nicht um ein Jugendbuch, da die Hauptcharaktere auch schon etwas älter und gesetzter sind. Aber es gibt hier durchaus versteckte Gesellschaftskritik und eben auch eine gefestigte Beziehung – und eben die Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn der eine Partner auf einmal vor so eine Herausforderung gestellt wird.

Klingt spannend, geht es in eine bestimmte mythologische Richtung oder um eine frei erfundene Götterwelt? Bei Schweden denke ich direkt an nordische Mythologie.

Anke Schlachter: Es beruht nicht auf der nordischen Mythologie. Ob die Aspekte frei erfunden sind, oder tatsächlich auf einem irgendwann mal vorhandenen Kult fußen, kann ich dir gar nicht genau sagen.

Das macht ja nichts. Es dürften uns auf jeden Fall weniger vertraute Elemente erwarten, nehme ich an?

Anke Schlachter: Ja, das ist richtig.

Ich sehe hier den zweiten Band, dort steht „Die andere Seite“. Handelt es sich um eine Geschichte aus einer anderen Perspektive?

Anke Schlachter: Ja genau. Bei Banhabarus werden die Ereignisse, die zum Schlußpunkt des ersten Buchs geführt haben, aus der Sicht der Gegenseite beschrieben. Natürlich nicht nur die Ereignisse aus dem ersten Band, das wäre ja total langweilig. Aber es gibt genug Überschneidungen, dass man beide Bände unabhängig voneinander lesen kann – für den noch kommenden dritten Band muss man dann aber beide Bücher gelesen haben.

Banhabarus ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag
Banhabarus ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag

Interessantes Gefüge, haben wir im finalen Teil dann beide Perspektiven drin?

Anke Schlachter: Banhabarus ist auch intensiver, was persönliche Konflikte vor allem mit dem eigenen Weltbild angeht. Auch, was das Vertrauen in Freunde und Verwandte angeht. Man erlebt hier intensiv die Seite mit, die im ersten Teil als „böse“ dargestellt wird – aber vielleicht ist die Seite ja gar nicht so böse? Es ist eine Sache der Perspektive. Und das macht die beiden Bücher interessant.

Über den finalen Band kann und darf ich dir zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen, aber es wird definitiv dazu führen, dass alle losen Enden aufgelöst werden.

Ich liebe solche Spiele mit Gut und Böse, haben wir nicht alle beide Seiten in uns?

Anke Schlachter: Definitiv. Es kommt immer auf den Standpunkt an.

Verstehe ich, dass du noch nichts verraten darfst, ein Versuch war es wert. Darfst du verraten für wann den dritte Teil geplant ist?

Anke Schlachter: Der Autor plant, diesen nächstes Jahr zu schreiben. Dann hängt es auch davon ab, wie schnell er fertig ist.

Also noch ein wenig Geduld, aber zwei Bände sind ja bereits erschienen und wollen erst einmal gelesen werden.

Anke Schlachter: Genau.

Ich danke dir für deine Zeit. Du hast mich sehr neugierig auf eure Bücher gemacht.

Anke Schlachter: Seher gerne.

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Gespräch mit Katharina Gerlach über Qindie

Messstand von Qindie (c) Qindie
Messstand von Qindie (c) Qindie

Wir kommen an einen Stand an dem groß „Qindie“ steht, kein Verlag. Die Assoziation mit Indie-Autor*innen ist direkt da, doch was genau ist Quindie, fragen wir doch einmal nach. Katharina Gerlach erzählt uns gerne mehr:

Hallo Katharina, ich habe noch nie von Quindie gehört, magst du mir erzählen, was genau ihr macht?

Katharina Gerlach: Qindie ist ein Zusammenschluss von Indie-Autoren, die sich für Qualität bei Selfpublishern einsetzen. Wir zeichnen Bücher von Autoren aus, die sich bei uns mit ihrem veröffentlichten Buch bei uns bewerben und deren Leseprobe uns überzeugt.

Dabei gucken wir in erster Linie auf den Text (Rechtschreibung, Grammatik, Umgang mit Sprache, Spannungsaufbau und Figurenzeichnung), beziehen aber auch Klappentext und Titelbild ein. Bewertet werden die Bewerbungen von allen Qindies, die das Siegel bereits haben.

Damit der Einzelne nicht zu viel zu tun hat, sind die Mitglieder in 3 Gruppen eingeteilt, die jeweils monatlich drei Bewerber bewerten. Nur in Grenzfällen werden alle zu einer Bewerbung gerufen (hatten wir neulich mal).

Für Leser*innen ist das Siegel eine gute Orientierungshilfe, und für die Autor*innen eine Vernetzungsmöglichkeit.

Qindie Bücherreagel (c) Qindie
Qindie Bücherreagel (c) Qindie

Das erscheint mir tatsächlich sehr nützlich zu sein für uns Lesenden. Nehmt ihr ausschließlich Bewerbungen von den Autor*innen persönlich oder können euch auch Blogger Bücher empfehlen?

Katharina Gerlach: Wir nehmen nur Bewerbungen von den Autor*innen selbst an, da diese uns einige Informationen zur Verfügung stellen müssen. Aber man kann sich mit jeder Geschichte bewerben, als auch Kurzgeschichten, Flash Fiction, Novellen etc.

Wir bieten auch interessierten Bloggern die Möglichkeit, sich auf unserer Homepage vorzustellen.

Es klingt für mich nach unheimlich viel Arbeit, die ihr da rein steckt.

Katharina Gerlach: Wir nehmen jeden Monat 9 Bewerbungen an, aber es ist ähnlich schwer, das Siegel zu bekommen, wie einen Verlagsvertrag. Im Sommer und im Winter nehmen wir uns eine Pause, damit alle Mitglieder wieder auftanken können.

Und wie bei allen Aktionen oder Vereinen, gibt es bei uns auch Mitglieder, die aktiver sind als andere. 🙂

Katharina Gerlach packt kleine Mäppchen mit Flyern und Lesezeichen, -proben (c) Qindie
Katharina Gerlach packt kleine Mäppchen mit Flyern und Lesezeichen, -proben (c) Qindie

Das klingt nach fairen Regeln für alle Beteiligten. Du hast gesagt, dass Siegel sei eine Möglichkeit für AutorInnen sich zu vernetzen. Wie darf ich mir das vorstellen?

Katharina Gerlach: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber die wichtigste sind die Messen. Wir haben (zumindest solange unser Kollege und ich das organisieren) einen 5m² Stand auf der Leipziger Buchmesse. In der Größe ist es nicht ganz billig, und als Einzelautor kriegt man den meist gar nicht voll. In der Gruppe aber ist das zu schaffen, so dass pro Mitaussteller ca. 50€ reichen. Wer sich nur 1-49€ leisten kann, darf gerne Flyer, Lesezeichen oder Leseproben schicken. Das Personal am Stand (also wir Qindies vor Ort) gibt sich größte Mühe, alle Bücher anzupreisen und zu verkaufen, was mit wachsendem Bekanntheitsgrad recht gut gelingt.

Außerdem fahren wir idR. auch zur BuchBerlin, mit der wir bisher gute Erfahrungen gemacht haben.

Einmal im Jahr (bis auf letztes Jahr, da ist es ausgefallen) geben wir eine Anthologie mit düsteren Geschichten heraus, die sich bei Leser*innen wachsender Beliebtheit erfreut. Zu dieser Anthologie können alle Q-Autor*innen eine Kurzgeschichte beisteuern. Das ist ein sehr guter Weg, um neue Leser zu erreichen. Aus dieser Anthologie wird bei „Leipzig liest“ idR. auch gelesen. Erlöse werden zugunsten der Messebesuche verbucht.

Was auch möglich ist, ist ein Austausch von Leseproben zwischen Autor*innen oder andere kleine Aktionen. Wenn z.B. ein Qindie bei sich vor Ort eine Lesung organisiert hat und noch eine/n Mitleser/in sucht, kann er bei uns jemanden finden.

Wow das sind großartige Möglichkeiten. Ich danke dir herzlich für diese Einblicke.

Katharina Gerlach: Ach ja, in unseren Reihen gibt es auch Designer, Lektoren und andere Bücherschaffende, so dass man immer jemanden findet, der einem helfen kann, oder den man engagieren kann (z.B. für Cover-Design).

Vielen Dank. Ihr Blogger seid einfach klasse. Euch kann man nicht mit Gold aufwiegen.

Weiterführende Links:

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Webseite von Katharina Gerlach
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Gespräch mit Autorin Mira Valentin

Mira Valentin als "Aira" (c)  Wustaphoto
Mira Valentin als „Aira“ (c) Wustaphoto

Auf einer Buchmesse ist sie kaum zu übersehen. Mira Valentin, die es liebt ihre Figuren und die ihrer Autorenfreunde im Cosplay zu repräsentieren. Oft tritt sie auch in Gruppen auf. Viel zu lange habe ich nichts mehr von Mira gelesen, daher freue ich mich sehr über diese Begegnung

Hallo Mira, es ist Donnerstag, der erste Messetag, in welchem Cosplay treffe ich dich an?

Mira Valentin: Hallo Stephanie, am Donnerstag hätte ich in Leipzig auf jeden Fall mein „Aira“-Cosplay getragen – ein schwarzes Brautkleid mit einer sehr pompösen schwarzen Krone – passend zur Seraph-Preisverleihung, die an diesem Nachmittag stattfinden sollte. Denn hier ist das dazugehörige Buch „Windherz“ (zusammen mit Co-Autor Erik Kellen) in der Kategorie „Bester Indie-Titel“ nominiert. In den Tagen danach wollte ich die Mondfluch-Reihe von Kathrin Wandres und meine Wikinger-Saga „Nordblut“ cosplayen.

Mein aktuelles „Schwerpunkt-Cosplay“ ist allerdings die Walküre Herja, passend zu „Nordblut“. Es ist im Grunde mehr eine historische Gewandung als ein Cosplay – aber es ist auch viel Fantasy dabei, genau wie im Buch. An diesem Cosplay schraube ich schon seit über einem Jahr herum – es wird ständig ergänzt und verändert und ist wirklich sehenswert. Damit es nun trotz ausgefallener Messe unter die Leute kommt, werde ich es am Donnerstagabend zu meiner Lesung im Kreuzgewölbe Großpösna tragen, wo ich gemeinsam mit Sandra Florean und C.J. King auftrete.

Mira Valentin als Herja (c) privat
Mira Valentin als Herja (c) privat

Wow, ein ganzes Jahr, schön, dass du es wenigstens auf der Lesung tragen wirst. Erzählst du mir etwas zu dem Buch zu diesem tollen Cosplay?

Mira Valentin: Nordblut ist historische Fantasy – sie erzählt also eine wahre Geschichte, die ich mit Fantasyelementen aus der nordischen Mythologie angereichert habe. Kurz zusammengefasst geht es dabei um drei Männer, von denen jeder den Tod einer anderen Person verschuldet hat. Doch die Götter sind sich nicht darüber einig, wie nun mit ihnen zu verfahren sei und beginnen deshalb ein Spiel, das nur einer der drei gewinnen kann. Ich habe für dieses Buch so sehr recherchiert wie noch für kein anderes zuvor. Nicht nur im Internet, sondern live vor Ort an den Schauplätzen in Haithabu und Island. Ich habe ein Wikingerschiff gemietet und über die Ruhr gerudert, eine ganze Bibliothek gewälzt, mit Experten geredet und mich von Schwertkämpfern verprügeln lassen. Doch dieser enorme Aufwand hat sich gelohnt – ich bin der Meinung, es ist ein sehr gutes Buch dabei herausgekommen. Wenig Liebe, aber viel Emotion – wenig „Geschichtsunterricht“, aber viel Atmosphäre.

Wikingerschiff, Mira Valentin & ihre Crew (c) privat
Wikingerschiff, Mira Valentin & ihre Crew (c) privat

Inzwischen lese ich von dir kaum noch einen Beitrag, ohne, dass du deine Weltenbauer erwähnst. Was bedeutet dir dieses Team?

Mira Valentin: Ohne die Weltenbauer kann ich mir mein Autorenleben gar nicht mehr vorstellen. Mit Sam Feuerbach und Greg Walters kann man wirklich Pferde stehlen. Egal ob es um die Arbeit am gemeinsamen Stand geht, um persönlichen Austausch oder das Planen zukünftiger Projekte – wir stoßen entweder ins gleiche Horn oder werden uns schnell einig. Das kann alles nur funktionieren, weil wir uns auch als Menschen gegenseitig sehr schätzen und respektieren. So muss die Zusammenarbeit mit anderen Autoren sein – ich möchte das nicht mehr missen!

Herzlichen Dank für deine Zeit!

Mira Valentin als "Herja" beim Schwerttraining (c) Wustaphoto
Mira Valentin als „Herja“ beim Schwerttraining (c) Wustaphoto

Weiterführende Links

Webseite Mira Valentin
Mira Valentin auf Instagram
Mira Valentin auf Facebook
Webseite der Weltenbauer

„Meine“ Blogartikel zu den Büchern von Mira Valentin

Das Geheimnis der Talente (Talente-Reihe 1)
Das Bündnis der Talente (Talente-Reihe 2)
Der Krieg der Talente (Talente-Reihe 3)
Die Legende von Enyador (Enyador-Saga 1)
Der Mitreiser und die Überfliegerin 

Die Fakriro Online beginnt gerade erst

Hier geht es weiter. Schaut euch um, entdeckt wunderbare Menschen und neue Bücher. Weitere Standgespräche folgen wahrscheinlich noch im Blog, seid gespannt. Die Idee solche Gespräche zu führen darf gerne nachgemacht werden, teilt sie gerne unter dem Hashtag #FakriroTalk oder lasst mir einen Link in den Kommentaren da.

Viel Spaß auf den zahlreichen virtuellen Messeständen!
wünscht euer kleiner Komet <3

Edit: Hier gibt es weitere Beiträge von mir in der Reihe #FakriroTalk