Sherlock Holmes in zwei Varianten

Sherlock Holmes - Das Zeichen der Vier ~ Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes – Das Zeichen der Vier ~ Arthur Conan Doyle

Meine Erkundung des Angebotes an Büchern in „einfacher Sprache“ begann mit einem Roman von Marion Döbert. „Papierkind“ wurde direkt in einfacher Sprache verfasst. Alternativ gibt es Romane, die vereinfacht wurden. Zum Vergleich habe ich mir den Sherlock Holmes Roman „Das Zeichen der Vier“ vorgenommen, eine Geschichte die mir bereits bekannt, aber nicht mehr im Detail vertraut ist.

Das Zeichen der Vier

Unabhängig von der Version ist es dieselbe Geschichte, die uns Watson erzählt. Er und Sherlock Holmes werden von einer jungen Frau aufgesucht und um Rat gebeten. Mary Morstan bekommt jedes Jahr von einem Unbekannten eine Perle, nun will sich der Unbekannte mit ihr Treffen. Keine Polizei, aber zwei Freunde darf sie mitbringen. Es ist die Geschichte ihres verstorbenen Vaters, ein Teil seiner Vergangenheit, die endlich ans Licht kommt.

Kein alltäglicher Kriminalfall in London am Ende des 19. Jahrhunderts. Geheimnisse, ein Schatz, Krieg und Gefangenenlager, ein aktueller Mord und jemand findet die Liebe seines Lebens …

Original versus Einfache Sprache

Als erstes habe ich die Geschichte im Original – vielmehr der Übersetzung – gelesen. Die Lektüre verteilte sich auf zwei Tage. Es fehlte nur das etwas längere letzte Kapitel, welches ich am zweiten Tag gelesen habe. Mit einigen Stunden Abstand habe ich mir dann die Version aus dem „Spaß am Lesen Verlag“ vorgenommen.

Die Geschichte ist erstaunlich nah am Original. Und doch ist sie kürzer und leichter lesbar. Wie kann das funktionieren?

Es wurde gekürzt und ein wenig vereinfacht und doch sind alle wichtigen Details in der „leicht lesbaren“ Version enthalten. Ein gravierender Unterschied ist die Erzählperspektive. Erfahren wie bei Arthur Conan Doyle die Geschichten Sherlocks aus der Sicht von Doktor Watson, ist die Version in einfacher Sprache aus einer auktorialen Erzählperspektive geschrieben.

Was fehlt also?

Gänzlich fehlt Sherlocks Drogengeschichte. Diese spielt im Original sowohl am Anfang, bevor Mary, die neue Klientin kommt und nach der Aufklärung des Falles eine Rolle. Dieses Detail verleiht Sherlocks Charakter eine spezielle Tiefe, dennoch hat das Fehlen keinen Einfluss auf die Geschichte des Falls „Das Zeichen der Vier“.

Gekürzt wurden vor allem die Dialoge, Beschreibungen der Personen und Orte. Dabei entsteht ein klarer Effekt: Alles wird noch stärker auf das wesentliche begrenzt und das passt ganz charmant zum fokussierten Sherlock Holmes. Seine Art zu denken und logisch zu schlussfolgern kommt wunderbar zur Geltung, ohne dass der Fall zu offensichtlich wird, was meine Sorge war. Auch beim zweiten Lesen, war die Geschichte erneut spannend für mich.

Eines ist allerdings unverzeihlich. Eines der bedeutsamsten Zitate von Sherlock Holmes, welches in der Originalversion der Geschichte zweimal vorkommt lautet:

Wenn man alles Unwesentliche ausschließt, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein. (frei zitiert, da ich die Stelle nicht wiederfinde)

Dieser Satz fehlt. Für mich ist es die Grundlage seiner Denkweise, die ich für sehr inspirierend halte. Auf Details achten, die Wahrnehmung schärfen und so zum richtigen logischen Schluss kommen. Athelney Jones ist ein deutlicher Kontrast zu ihm. Zunächst sieht er nur das Offensichtliche und kommt zu einem völlig falschen Schluss, ist dafür sehr fleißig, wenn es darum geht Verdächtige zu verhaften. Schließlich kommt er gar nicht weiter und bitte Sherlock um Hilfe.

Sherlock Holmes für alle

Sherlock Homes ist mir zum ersten Mal als Kind begegnet. Die erste Begegnung an die ich mich erinnere, stammt aus meiner Schulzeit. Mir wurde die Geschichte „Das gefleckte Band“ vorgelesen. Je nach Übersetzung ist es auch das getupfte oder gesprenkelte Band. Ich erinnere mich nicht an die Details des Falles, so geht es mir meistens. Es ist Sherlock Holmes und seine Denkweise, die mich fasziniert haben. Seine Art Dinge streng logisch zu betrachten, Details wahrzunehmen und sinnvoll miteinander in Verbindung zu setzen.

Er ist eine starke und außergewöhnliche literarische Figur, die mir gerne immer wieder begegnen darf. Bücher, Geschichten, Filme, Serien, Computerspiele. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Sherlock Holmes kennen zu lernen. Es freut mich sehr, dass es ihn auch in einfacher Sprache zu lesen gibt. Sherlock Holmes ist nicht nur etwas für Krimi-Fans! Er ist eine Persönlichkeit, die es wirklich lohnt kennen zu lernen!


Das Buch wurde mir vom “Spaß am Lesen Verlag” zur Verfügung gestellt.

Sherlock Holmes Das Zeichen der Vier (Link zur Verlagsseite mit Leseprobe)
Arthur Conan Doyle
Nacherzählung: Helene Bakker
Übersetzung: Bettina Stoll
Spaß am Lesen Verlag
Sprachniveau: A2/B1
ISBN: 978-3-944668-39-0

Zum Vergleich habe ich das „Das Zeichen der Vier“ in der deutschen Übersetzung aus Sherlock Holmes Sammlung gelesen:

Sherlock Holmes – Die Romane
Arthur Conan Doyle
Übersetzt von  Heinrich Darnoc, H.O. Herzog und Margarete Jacobi
Anaconda, 2014
ISBN: 978-3-7306-0155-6

Bücherschrank – Augustbuch 2018

Pia Princess ~ Thomas Brezina

Pia Princess ~ Thomas Brezina

Der Bücherschrank

Sommerferien, ein Ausflug nach Koblenz Ehrenbreitstein. Diesmal waren wir nicht auf der Festung Ehrenbreitstein, sondern haben „Adventure Golf“ gespielt. Ein Ausflugstipp, den ich gerne weiterempfehle. Es ist im Grunde wie Minigolf, aber anders. Gespielt werden 18 Bahnen auf Kunstrasen in einer liebevoll gestalteten Anlage mit sehr interessanten Hindernissen. Das Schöne an der Anlage: Die Bahnen sind eng miteinander verschachtelt, dass wir tatsächlich keine „Springer“ erlebt haben. Alle haben brav eine Bahn nach der anderen gespielt und so ergaben sich keine langen Wartezeiten, fand ich super, mich nervt das nämlich. Im Gegensatz zu Minigolf wird ein wenig anders gespielt. Während beim Minigolf die einzelnen Spieler nacheinander einzeln die Bahn bespielen, wird beim Adventuregolf abwechselnd geschlagen. Wer am weitesten vom Loch entfernt liegt ist als nächstes dran. Wenn der Ball eines Mitspielers direkt vor deinem liegt, darfst du ihn nicht entfernen, sondern wie beim Billard mitbewegen … Rollt ein Ball von der Bahn, darf er von dort weitergespielt werden, sofern er nicht in eine Nachbarbahn geraten oder ins Wasser gefallen ist. In diesen Fällen gibt es einen Strafpunkt. Es werden maximal 8 Schläge pro Bahn gespielt und wer dann das Loch nicht erreicht hat, erhält zehn Punkte. Es hat großen Spaß gemacht, wobei ich glaube, dass die Aufregung des Neuen dabei eine Rolle gespielt hat. Die neuen Bahnen zu entdecken hat großen Spaß gemacht. Da wären beispielsweise zu bespielende Holzbrücken, ein Wasserrad, durch das der Ball rollen soll, der Maulwurfshügel mit mehreren Löchern, von denen einige ins Ziel und andere zurück führen …

Die Anlage liegt übrigens oben, kurz vor der Festung Ehrenbreitstein. Die wunderbare Aussicht kann man von dort leider nicht genießen, was uns übrigens erst unten im Ort bewusst geworden ist, dass wir diese versäumt haben. Es war ein heißer Tag, die Anlage lag nur halb im Schatten …

Auf einem kleinen Platz in Ehrenbreitstein steht ein Bücherschrank, in diesem habe ich mein Augustbuch gefunden. Es war golden, hatte eine Krone drauf und wurde von mir sehr gerne gelesen.

Bücherschrank auf dem Kapuzinerplatz in Ehrenbreitstein (Koblenz)

Bücherschrank auf dem Kapuzinerplatz in Ehrenbreitstein (Koblenz)

Pia Princess

Pia fährt für drei Wochen zu einer Gastfamilie nach England. Die Gastschwester mag sie offenbar nicht so gerne, die Mutter ist stets beschäftigt und hat eine persönliche Assistentin, die alles regelt. Der Zwillingsbruder der Gastschwester ist seltsam und spricht kein Wort mehr, weil er sauer auf seine Eltern ist. Der Familienvater, ein Geschäftspartner von Pias Vater, scheint sehr nett zu sein, hat aber wenig Zeit für Pia. Er zeigt ihr das Haus, erzählt ihr seine Familiengeschichte und erlaubt ihr den Zutritt zu den ganz besonderen Bibliothek mit den rollenden Bücherregalen.

So weit ein ganz gewöhnliches Jugendbuch. Na gut, der Teil mit dem Prinzen, den sie kennen lernt, gehört vielleicht auch noch dazu. Ebenso der Kummer mit dem Freund, der so seltsam am Telefon ist, während sie ihn schrecklich vermisst. Wo wir gerade bei den Kerlen in Pias Leben sind, da wäre auch noch der Friseur, den sie zufällig getroffen hat. Er bietet ihr an, sie zu frisieren, wenn sie dem Salon die anschließenden Fotos für den Katalog zur Verfügung stellt. Pia ist skeptisch, geht trotzdem in den Salon. Tatsächlich hält er sein Versprechen und die beiden lernen sich näher kennen.

Doch es ist mehr als eine Geschichte über typische Mädchenprobleme und diese drei Jungs. Bereits im Prolog erleben wir den Anfang einer Szene, die erst gegen Ende weiter geführt wird. Pia liest in einem alten Tagebuch, als sie jemanden im Haus bemerkt, jemanden der sie sucht.

Prinzessin, komm zu deinem Prinzen.

An dieser Stelle beginnt der Roman mit ihrer Ankunft in London … In dem goldenen Jugendbuch steckt mehr, als ich erwartet hätte. Eine zugleich leichte, unterhaltsame Lektüre, in die einige ernste Themen eingeflochten sind, aber auch spannende Geschichte. Wer bedroht Pia? Ist es der Prinz, der Freund, der Friseur oder jemand Fremdes?

Thomas Brezina

Seit 1990 schreibt Thomas Brezina Kinder- und Jugendbücher. Laut den Autoreninformationen hinten im Buch ist „Pia Princess“ sein 450. erschienenes Buch. Respekt! Das ist übrigens bereits elf Jahre her. Wie viele es inzwischen sind, weiß ich nicht, aber er schreibt noch immer fleißig weiter., wahrscheinlich gilt noch immer:

Thomas selbst findet nichts dabei, so viel zu schreiben. Sein Arbeitstag beginnt meistens um 9 Uhr und endet gegen 19 Uhr. Ideen sammelt er auf seinen langen Spaziergängen, die sein Gehirn am besten in Schwung bringen.


Pria Princess
Thomas Brezina
SchneiderBuch, 2007
ISBN-13: 978-3505123993

Wenn die Bedürfnisse nach Freiheit und Schutz sich gegenüberstehen

Auch wenn es in diesem Beitrag um einen zweiten Band geht, lies ihn ruhig, ich verrate nicht viel. Lasse mich von dem Buch zu einigen Gedanken inspirieren, die dir vielleicht Lust auf die Reihe machen, oder über die Themen zu sprechen.

Palace of Silk - C. E. Bernard

Palace of Silk – C. E. Bernard

London versus Paris

Spielte der erste Band der Palace-Saga „Palace of Glass“ noch im zukünftigen London, erleben wir im zweiten Band „Palace of Glass“ ein freies zukünftiges Paris. Die Kontraste sind unglaublich. Die Menschen, die Mode, die Stadt, eine völlig andere Welt. Die Autorin C. E. Bernard hat eine Zeit lang in Paris gelebt und nimmt uns mit in ihre Stadt. Dabei verliert sie sich nicht in endlosen Beschreibungen, verknüpft elegant das heutige Paris mit ihren Vorstellungen. Es entsteht eine lebendige Stadt vor meinem inneren Auge, eine Stadt, über die ich bereits viel gelesen, von der ich viele Bilder gesehen und zahlreiche Geschichten gehört, aber noch nie mit eigenen Augen gesehen habe.

Sei du selbst

Stehe zu dem, was du bist. Sprich aus, wer du wirklich bist. So ergeht es Rea Emirs gleich zu Beginn der Geschichte. Im freien Paris wäre es möglich. Und doch kann sie nicht so leicht aus sich heraus, kann nicht stolz sein, auf das, was sie ist. Diese Frage, ob sie nicht doch offen eine Magdalena sein kann, beschäftigt sie immer mehr. Drängender, je lauter die Forderung nach einem Berührungsverbot wird und entsprechend auch der Widerstand dagegen steigt.

Es gibt in unserer Welt immer wieder mutige Menschen, die sich tapfer vor eine Menschenmenge stellen und für das einstehen, was sie sind. Unabhängig zu welcher Minderheit sie gehören, ob aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Sexualität oder ihrer politischen Einstellung. Diese Menschen stehen zu ihren Überzeugungen, stehen auf und sagen ihre Meinung. Dabei riskieren sie manchmal sogar ihr Leben. Dieser Schritt ist nicht leicht und sollte auch nicht leichtfertig gegangen werden. Niemand sollte sinnlos sterben! Doch wenn alle schweigen, wird sich auch nichts ändern.

In „Palace of Silk“ gibt es eine Figur, eine die lange zögert, mit sich selbst hadert und schließlich den Mut aufbringt öffentlich zu sprechen. Es gelingt ihr andere mitzureißen und ich glaube auch etwas zu bewirken. Noch kenne ich nicht den finalen Band der Reihe, doch ich liebe und schätze diese Figur sehr!

Sie steht für mich symbolisch für viele Menschen, Menschen aus der Geschichte und der Gegenwart. Ich nenne keine Namen, um niemanden zu vergessen. Es sind bekannte und unbekanntere Personen, die mir in den Sinn kommen. Helden der Geschichte, sowie Helden des Alltages.

Menschen kämpfen dafür, damit andere sein können, wer sie wirklich sind. Traurig, dass es auch im 21. Jahrhundert noch immer nötig ist, an so vielen Fronten für Gerechtigkeit und Freiheit zu kämpfen.

Danke!

Die Mittel zum Zweck

Das Problem mit den großen Zielen ist, dass es keine objektive Wahrheit gibt, was der „richtige Weg“ ist, für den es sich zu kämpfen lohnt. C.E. Bernard gelingt es, mir deutlich zu machen, wie wichtig es ist, die Magdalenen vor der Unterdrückung zu befreien. Eine „Hexenjagd“, wie wir sie im ersten Band in London gelesen haben, ist furchtbar, ohne Zweifel. Trotzdem wird im zweiten Band auch die andere Sicht deutlich, die Angst vor den Magdalenen und das Bedürfnis, die Menschen vor ihnen und ihrer Macht zu beschützen. Macht geht immer mit Verantwortung einher, eine, mit der nicht jeder umgehen kann. Die Versuchung sie zu missbrauchen ist groß, ebenso der Schaden, der dabei entstehen kann. Auf der anderen Seite ist Angst ein starker Faktor, der Menschen zu grausamen Taten gegenüber anderen Menschen verleiten lässt.

Es gibt also zwei große gegensätzliche Ziele in der Palace-Reihe: Freiheit und Schutz, beide nachvollziehbar. Einzelne haben ihre ganz eigenen Ziele und Interessen …

Wenn man sich für eines der beiden Ziele oder ein persönliches entschieden hat, stellt sich die Frage der Mittel. Reichen Worte aus, um etwas zu bewegen? Mit Worten erreicht man Menschen, viele Menschen gemeinsam erreichen noch mehr … Doch was ist mit anderen Mitteln im Kampf für die gute Sache? Ist jedes Mittel zu erreichen eines hohen Zieles recht? Lässt sich das Mittel im Nachhinein mit dem Ziel rechtfertigen? So hypothetisch lässt sich die Frage noch relativ leicht mit nein beantworten, aber wo ist die Grenze?

Unterschiedliche Figuren mit ihren verschiedenen Zielen, treffen individuelle Entscheidungen und nehmen vielfältige Wege, ihre Ziele zu erreichen. Dabei treten sie gemeinsam oder gegeneinander an, teilweise ohne die klaren Ziele der anderen zu kennen oder zu verstehen.

Fazit

Die Figuren der Palace-Reihe sind alle sehr lebendig, die Geschichte spannend, fesselnd und bietet unglaublich viel Stoff zum nachdenken und philosophieren.

Ich habe tatsächlich sehr lange gebraucht, bis ich mich endlich an diesen Beitrag gesetzt habe. „Palace of Silk“ hat mich noch eine Weile beschäftigt, mich nicht losgelassen. Noch immer bin ich mir sicher, mit diesem Beitrag dem Roman nicht gerecht zu werden, aber er ist ein kleiner Einblick in die Welt der Palace-Saga, der euch vielleicht inspiriert oder Lust auf das Buch macht, ohne euch zu viel über die Handlung zu verraten. Wenn mir das gelungen ist, bin ich zufrieden. Einen weiteren Beitrag habe ich geschrieben, zu nur einem einzelnen Thema, das mit in diesem Buch steckt. Dieser folgt in den nächsten Tagen. EDIT: Beitrag „Freiheit für die Liebe“ ist online.

Wenn es noch nicht deutlich geworden ist: Ich liebe diese Reihe, die mich so nachhaltig beeindruckt! C.E. Bernard schreibt wundervoll, zugleich sprachlich elegant und kunstvoll, als auch leicht verständlich. Nachdem ich das Buch vor zwei Wochen beendet habe, habe ich einige Bücher begonnen. Keines konnte mich so begeistern. Sie waren nicht schlecht, aber blass.

Am 23.07.2018 erscheint „Palace of Fire“

Dem dritten finalen Band fiebere ich entgegen. Insbesondere bin ich gespannt, ob ich mit meinen Vermutungen Recht habe. Ich verrate euch nur eine meiner Theorien: Ich glaube nicht an ein Happy End für Rea und den Prinzen, die beiden werden nicht heiraten.

Falls es wieder eine Release-Party wie zu „Palace of Glass“ oder „Palace of Silk“ geben wird, bin ich gerne wieder dabei. Ich fürchte nur, nach diesem Buch wird es mir erneut so gehen, dass andere Bücher blass wirken …

Feierliche Verurteilung

Nach all meiner Begeisterung wird nun eines fällig: C.E. Bernard gehört auf die Liste der „bösen Autoren“.

Warum?

Wer mir so lange mit ihrer Geschichte im Kopf herumgeistert, es mir schwer macht, andere Bücher zu genießen, erreicht doch ein ganz neues Level einer Bösen Autorin! Hier liegt übrigens gerade ein Roman von Rose Snow, die ebenfalls auf er Liste stehen (Autorenduo). Ich traue mich nicht das Buch zu lesen!

Übrigens hatte ich bereits nach dem ersten Band über eine Verurteilung nachgedacht, war mir aber nicht sicher, ob dies nicht zu beeinflusst von der wunderbaren Release-Party und der unglaublichen Vanessa Basilio de Luca war, die wir gleich mit auf die Liste setzen könnten. Auf die Besetzungsliste für die Verfilmung der Palace-Reihe gehört sie auf jeden Fall. Vanessa ist Rea!


Das Buch wurde mir über das Bloggerportal von Random House zur Verfügung gestellt.

Palace of Silk
C. E. Bernard
penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3195-9
Erscheinungsdatum: 25.05.2018

Das Beste, das mir nie passiert ist ~ Laura Tait & Jimmy Rice

Das Beste, das mir nie passiert ist ~ Laura Tait & Jimmy Rice

Das Beste, das mir nie passiert ist ~ Laura Tait & Jimmy Rice

Holly lebt in London und arbeitet als Sekretärin. Sie führt eine heimliche Beziehung mit ihrem Chef. Nur ihrer Freundinnen, die nicht in der Firma arbeiten, wissen von ihm.  Ihr bester Freund Alex aus Kindheitstagen nimmt eine neue Stelle als Lehrer in London an, nachdem sein Vater ihn zu Hause rausgeworfen hat. Die beiden treffen sich wieder und Holly findet unbewusst ihr altes Ich wieder. Beide hatten früher Gefühle füreinander, was der andere aber nicht wusste. Wie das ganze nach elf Jahren aussieht, ist etwas kompliziert.

Ich hatte viel Spaß dabei, die wechselnden Perspektiven von Alex und Holly zu lesen, auch wenn das dazu führte, dass ich den beiden gerne gesagt hätte, sie sollen sich nicht so trottelig anstellen. Dennoch fand ich es gut umgesetzt, wie dämlich die beiden mit ihren Gefühlen umgehen.

Hauptsächlich ist das Buch in der Gegenwart von 2010 verfasst und ab und zu gibt es dann Rückblickkapitel aus ihrer Jugend, die Einblicke geben, wie das Verhältnis der beiden früher gewesen ist. Dabei hat mich allerdings eine Sache gestört. Es wird relativ früh angedeutet, dass etwas passiert ist, was theoretisch Auswirkungen auf alles mögliche hatte. Es wird aber nur drumherum geredet und erst gegen Ende erfährt man eigentlich was da los war, obwohl es letztendlich doch irrelevant war.

 

Kathi 

 

Das beste, das mir nie passiert ist
Laura Tait und Jimmy Rice
erschienen 2014 bei DuMont
Originaltitel: The best thing that never happend to me, 2014, Corgi Books
übersetzt aus dem Englischen von Marion Herbert
ISBN: 978-3-8321-6280-1

Buch-Release-Party für „Palace of Glass“

Es flatterte eine freundliche Einladung in mein Mail-Postfach, eine Fantasy-Lesung fände in Bonn statt, Eintritt frei. Irgendwie kam mir das Buch „Palace of Glass“ bekannt vor … Doch es würde erst am 19.3.2018 erscheinen, am Tag der Lesung … Ich fand es, auf dem Wunschzettel meiner Tochter, die sich bereits mit den anstehenden Neuerscheinungen befasst hatte.

eine glückliche Autorin: C. E. Bernard wird herzlich begrüßt

eine glückliche Autorin: C. E. Bernard wird herzlich begrüßt

Palace of Glass

Der Debütroman von C. E. Bernard ist der Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie, die laut Klapptext verspricht „verführerisch, fesselnd, großartig“ zu werden.

Auf der Lesung habe ich das erste Kapitel gehört und halte dieses Versprechen für sehr realistisch. Wenn ein Fantasy-Roman mich bereits im ersten Kapitel fesselt, ist das ein verdammt gutes Zeichen!

Keinerlei Berührung. So lautet das oberste Gebot, das uns von Kindesbeinen an eingebläut wird, die einzige Regel die wirklich von Bedeutung ist. Trage stets deine Handschuhe.

Ich werde diese Regel jetzt brechen.

Das ist doch mal ein Einstieg oder?

Die Geschichte spielt im zukünftigen London, einer Zeit in der gewisse magische Fähigkeiten wiederentdeckt wurden. Magdalenas können bei Berührung der Haut, die Gedanken anderer lesen und sogar verändern. So kehren die Menschen mitsamt ihrer fortschrittlichen Technologie im Jahre 2054 wieder zurück zum Kleidungsstil des 19. Jahrhunderts und erlassen kuriose Gesetze aus Angst. Ähnlich wie damals zu Zeiten der Hexenverfolgung werden die Fähigkeiten der Magdalenas gefürchtet. Berührungen nackter Haut sind verboten, einzig erlaubt unter Eheleuten und auch dann nur zum Zwecke der Fortpflanzung. All das verleiht dem Roman bereits im ersten Kapitel einem sanften erotischen Unterton.

Inspiration

Im Interview auf Bonn FM vom 20.08.2018 erzählt C. E. Bernard, wie ihre Gedanken ins Rollen kamen, angefangen beim Thema Verzicht … dann kam die Kreativität dazu.

Wie wäre es, auf Körperkontakt verzichten zu müssen. Körperkontakt ist etwas wunderbares, zumindest mit vertrauten Menschen.

Dann brauchte es einen Grund für das Verbot und so kam eine Idee nach der anderen … bis inzwischen alle Bände fertig sind …

Eine weitere Quelle der Inspiration war Musik: Clara Clasens Song „Irrelevant“ war die Inspiration für die Hauptfigur Rea Emris. Calvin Harris mit „Fire“ spielt und Mumford und Sons gehören auf die Playliste der Autorin.

Umwege des Buches

Geschrieben auf Englisch und eingereicht an eine britische Agentin, kehrte das Buch zurück nach Deutschland. Bei der britischen Agentur ist es üblich, Manuskripte weltweit anzubieten. So kam es, dass ausgerechnet ein deutscher Verlag zugriff. „Palace of Glass“ ist bei penhaligon erschienen.

So wurde das englischsprachige Manuskript der deutschen Autorin von Charlotte Lungstrass-Kapfer ins Deutsche übersetzt.

Palace of Glass

Der Palace of Glass und ein Buch-Kuchen

Release-Party

Kaum zurück von der Leipziger Buchmesse fand am Montag Abend, dem offiziellen Erscheinungstermin des Buches, eine Release-Party in der Bonner Kulturkneipe Brotfabrik statt. Diese wurde nicht von der Autorin oder dem Verlag ausgerichtet, sondern organisiert von wunderbaren und kreativen Freunden der Autorin, junge Talente der Bonn University Shakespeare Company und sicher auch anderen.

Ina, Lara und Eva-Lotte haben sich um die Organisation gekümmert, hatten dabei zahlreiche kreative und fleißige Helfer. Das rote Kleid der Autorin wurde extra für sie passend zum Buch geschneidert, Buchkuchen gebacken und den Palast gab es auch. Der Wahnsinn!

Eine Buch-Geburtstagstorte, zu schön zum Essen

Eine Buch-Geburtstagstorte, zu schön zum Essen

Beim Einlass erhielten die Gäste rote Seidenbänder ums Handgelenk gebunden, passend zum Buch. Die Organisatorinnen trugen das rote Seidenband ins Haar geflochten. Vorab wurden die Bänder mit den Büchern an ausgewählte Blogger geschickt. Auf der Leipziger Buchmesse wurde das rote Seidenband zu einem Erkennungszeichen für die Autorin. Leider bin ich offenbar zum falschen Zeitpunkt gekommen, erst zu früh und schließlich waren mehr Gäste gekommen als erwartet und die Bänder reichten nicht für alle. Mit viel Liebe zum Detail gab es kleine Tütchen mit Süßigkeiten oder Chips, dazu wurde Sekt oder Saft zum Anstoßen gereicht.

Lesung

Da die Party ein Geschenk ihrer Freunde war, brauchte die Autorin auch nicht selbst lesen, sondern konnte entspannt (naja, dazu war sie sicher viel zu aufgeregt) bei ihrem Freund sitzen und der Lesung lauschen.

C. E. Bernard während der Lesung

C. E. Bernard während der Lesung

Gelesen haben Vanessa Basilio de Luca und Robin Hemmersbach, beide Schauspieler mit unglaublich starken Stimmen! Vanessa begann mit dem ersten Kapitel in der deutschen Übersetzung. Robin übernahm und las aus dem englischen Original.

Lesung Palace of Glass

Robin und Vanessa bei den letzten Absprachen kurz vor der Lesung

Signierstunde

Eines kann ihr niemand abnehmen und ich glaube, das hätte Christine sich auch nicht nehmen lassen: das Signieren ihrer Bücher. Die Buchhandlung Witch & Behrendt hatte einen hübschen Büchertisch aufgebaut. Bei meiner Ankunft dachte ich noch, er sei riesig, doch es blieben tatsächlich kaum Exemplare zurück.

Meinem Eindruck nach, der mir auch von denjenigen mit denen ich mich unterhalten habe, bestätigt wurde, waren überwiegend Freunde, Familie und Bekannte von Christine anwesend, um mit ihr diese Veröffentlichung zu feiern. Einige von ihnen hatten eine weite Anreise und waren sogar mit in Leipzig bei der Buchmesse gewesen. So nahm sie sich für jeden einzelnen Zeit, eine individuelle persönliche Widmung zu schreiben, kurz zu sprechen und zu umarmen. Auch ich habe in meinem Exemplar eine sehr schöne Widmung, die ich herzlich gerne meiner Tochter gönne.

Live-Musik

Im Anschluss an die Signierstunde gab Clara Clasen, Singer und Song-Writer aus Bonn, ein kleines Konzert.

Clara Clasen live

Clara Clasen live

Mir wurde von vielen Seiten dringend angeraten zu warten, es würde sich lohnen. Trotz schrecklicher Müdigkeit, denn das Wochenende mit Familienfeier zum 18. Geburtstag war verdammt anstrengend, blieb ich. Es hatte sich mehr als gelohnt!
Clara Clasen hat eine unglaubliche Stimme! Und dabei war sie heiser, sagte sie, man hörte es auch beim sprechen, der Gesang war unglaublich. Gänsehaut!

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Irrelevant von Clara Clasen

„Irrelevant“ ist der Song, der bereits vor dem Roman geschrieben wurde, inzwischen aber Rea Emris gewidmet ist.

The only thing that’s true about me is that the world will turn without me.

Im September erscheint Clara Clarsens erstes Album!

Fazit

Es war ein wunderbarer Abend an dem ich viele nette Menschen getroffen habe. Herzliche Grüße an Nadja und Julia, die nicht Janine ist. Es hat mich sehr gefreut euch kennen zu lernen!

Das Buch hat mich sehr sehr neugierig gemacht. Auch wenn ich das auf der Lesung gekaufte Exemplar verschenkt habe, werde ich es garantiert lesen! Die nächsten beiden Bände erscheinen bereits im Mai und Juli 2018. Wir müssen nicht lange leiden, das finde ich sehr sehr nett.

Außerdem werde ich die Augen offen halten, denn ich möchte gerne einmal C. E. Bernard selbst live lesen hören. Auch einen Auftritt der Bonn University Shakespeare Company muss ich unbedingt einmal besuchen, es ist eine wirklich coole Truppe.

Update

Inzwischen habe ich das Buch gelesen und auch einen Auftritt der BUSC miterleben dürfen. Hamlet steht im Sommer noch aus.


Infos zum Buch:

Palace of Glass – Die Wächterin
C. E. Bernard
Deutsch von Charlotte Lungstrass-Kapfer
penghalion
erschienen am 19.03.2018