Meine Woche KW6 in 2022

Notebook, Tastatur, KJabel
Die alte Technik nochmal ausgraben ..

Zum Glück war es eine eher ruhige Woche, was Termine und dringende ToDo anging, so war Platz für eine nervige Krise und viel Raum für Kreativität.

Krise

Mein Notebook ist kaputt! Wenn das tägliche Arbeitsgerät auf einmal wegfällt und der Zugriff auf einen großen Teil der Daten verloren ist, ist das ein besch… Problem.

Mir war zum Heulen und doch überraschte ich mich selbst, wie ich relativ schnell in einen Lösungsmodus ging. Wie kann ich die Lehre morgen abhalten? Wie kann ich doch noch auf die Daten zugreifen. Ich fand eine Lösung, lieh mir das Notebook meiner Tochter, baute mir das Setup und nutze die hochgeladenen PDFs, statt PowerPoint.

Immer wieder kommen Gedanken, welche Daten nicht gesichert sind und möglicherweise endgültig verloren … Verzweiflung und Ärger auf mich selbst kommen hoch.

Dann kommen schnell wieder Gedanken, die in Richtung einer Lösungssuche gehen. Tatsächlich habe ich mich selbst überrascht, wie gut es mir gelungen ist, die Verzweiflungsphasen relativ kurz zu halten und wieder nach vorne zu blicken.

Ich bin überzeugt davon, dass negative Gefühle wie Verzweiflung, Trauer, Wut, Frust, … ihren Raum brauchen. Genau so wichtig ist es, sich dem Problem zu stellen, Möglichkeiten zu sehen, die Krise zu bewältigen. Sich mal in den Arm nehmen lassen, um Hilfe bitten und andere Wege finden.

Es ist verflucht ärgerlich was da passiert ist! Keine Frage!

Ich habe viel über mich gelernt, über meinen veränderten Umgang mit Krisen und auch aus meinen Fehlern.

In diesem Sinne ein Rat: Sichert eure Daten! Meine sind zum Glück nicht verloren. Mein Mann konnte sie gestern sichern und das Gerät geht in Reparatur. Die Tage der Ungewissheit haben mich unnotige Nerven gekostet.

Autorinnenleben

Die letzten Wochen hatte ich den ersten Band der Elfenprinzessin überarbeitet. Darauf hatte ich den Zugriff verloren. Stattdessen habe ich dann am Donnerstag begonnen, den Plot für den zweiten Band zu entwickeln und tatsächlich am Freitag bereits beendet.

Leider hat ein Teil von mir entschieden, dass ich Folgebände erst nach dem Lektorat zu schreiben beginne …

Meine bisherigen Manuskripte waren gesichert, das war beruhigend. Die Überarbeitung der Elfenprinzessin hätte verloren sein können und ein Teil meiner Plotideen.

Lehre

Am Montag wurde Klausur geschrieben und ich war furchtbar nervös. Waren meine Fragen verständlich gestellt?

Noch am selben Nachmittag habe ich mich an die Korrektur gesetzt und die Klausur ist großartig ausgefallen. Nein, zu leicht waren die Fragen sicher nicht. Die Studentinnen waren gut vorbereitet!

In meinen anderen Kursen gab es wieder einen spannenden Austausch. Tatsächlich enden zwei nächste Woche schon wieder. An der IU wird intensiv über einen kurzen Zeitraum in sechs Veranstaltungen gelehrt.

Storytelling

Die große Aufgabe diese Woche war, die Vorbereitungen für das Museums-Projekt zu beenden. Nächste Woche steht ein Meeting an. Ich bin nervös und freue mich darauf. Das ist ein wichtiger Schritt für uns.

SuiseiNo-Beratung

Die eingangs erwähnte freie Zeit für Kreativität habe ich dafür genutzt viel zu lesen und an einem Workshop-Konzept zu arbeiten. Mein erster wichtiger Gedanke dabei war: Es darf ein umfassendes Konzept sein, aber es braucht einen kleinen Schnupper-Part.

Zuerst habe ich an einem Konzept für individuelle Anmeldungen gearbeitet. Dann habe ich begonnen, an einem zu arbeiten, dass ich Teams in Unternehmen anbieten möchte. Zwei wertvolle Ansätze mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Es werden modulare Konzepte werden, die man dann flexibel auf die konkrete Gruppe abstimmen kann. Es steckt noch viel Arbeit darin. Aktuell ist es noch ein kreatives chaotisches Sammeln von Ideen, was ich zum Glück auf Papier begonnen habe.

Im Blog könnt ihr mit Sandra erleben, wie ein Tetralemma aussehen könnte.

Bloggen

Ihr habt euch schon immer mal gefragt, was das mit dem kleinen Kometen soll? Dieses Blog gibt es nun seit 6 Jahren, die Webseite ist bald 15 Jahre im Netz. Es wurde Zeit, die Geschichte des kleinen Kometen mal zu erzählen.

Von meiner Mama gibt es in der Reihe „Tod und Trauer“ einen besonders persönlichen Beitrag. Es geht um das Thema, sich nach dem Tod des Partners wieder ein eigenes Leben aufzubauen, einen neuen Alltag zu gestalten. Lies hier ihre Gedanken zu dem Thema.

Habt ein schönes Wochenende

DigitaleChance21 – ein Storytelling Workshop

Im Rahmen der Digitalen Woche Rhein-Erft habe ich am 10. September einen Storytelling Workshop zu der Frage angeboten, ob wir aus der Krise der Corona-Pandemie Chancen für die Digitalisierung ziehen können. Es steht außer Frage, dass Corona schlimm ist! Doch Krisen können auch für etwas gut sein und auf die positiven Nebeneffekte wollte ich mich im Workshop konzentrieren.

Meine Einstiegsstory: Aus dem Virtuellen Campus in Präsenz

Vor etwa einem Jahr bekam ich einen Lehrauftrag angeboten. Selbstverständlich fand dieser online statt. Während meine Kolleg:innen bereits im Sommersemester nach Lösungen gesucht hatten, ihre Präsenzformate in virtuelle Veranstaltungen umzuwandeln, ließ ich meine Erfahrungen aus zahlreichen Barcamps und anderen Onlineveranstaltung in die Vorbereitung fließen. Weitere Lehraufträge am virtuellen Campus folgten. Auch meine Workshop-Konzepte entwickelte ich zunächst als Onlineformate.

Mein Workshop für die Digitale Woche sollte vor Ort stattfinden. Irgendwie ergab es sich für mich bei der Vorbereitung genau andersrum, als bei den Kolleg:innen an der Uni und zahlreichen anderen im letzten Jahr.
Beide Formate haben ihren Reiz und deswegen habe ich mich für eine Mischung entschieden und auch vor Ort digitale Tools eingesetzt.

Die Trennung zwischen Reallife und virtueller Welt halte ich schon lange nicht mehr für zeitgemäß, denn beide Welten gehören zu unserer Realität, wir leben in einer Welt, in einer mit digitalen Möglichkeiten.

Die Location „Officina del Gusto“ in Brühl war großartig, ein schöner Raum für bis zu 100 Teilnehmende, der auch mit einer kleinen Gruppe nicht zu groß wirkt. Nebenan eine stilvolle Pizzeria in einem ehemaligen Autohaus, eine kleine Oldtimer-Ausstellung inklusive.

Officina del Gusto in Brühl, Außenansicht
Officina del Gusto in Brühl

Digitalisierung

Ein Buzzword mit zahlreichen Facetten, welches in den letzten Monaten vor allem im Kontext Homeoffice thematisiert wurde. So stellte ich am Anfang via Mentimeter die Frage, was für die Teilnehmenden Digitalisierung bedeutet. Auch wenn die Gruppe recht klein war, gab es vielfältige Antworten:

Was bedeutet für euch Digitalisierung?
Arbeiterleichterung, neues schaffen, für viele schwierig, Veränderung, Qualifizierung, Erneuerungen, Chancen, Menschen Veränderung, altes anders machen, Verlust, einfacher
Was bedeutet für euch Digitalisierung?

Was bedeutet für dich Digitalisierung? Hast du darüber schon mal nachgedacht?

In einer zweiten Mentimeterfrage haben wir beliebte Tools gesammelt. Eine Antwort, die ich nicht erwartet hatte war schlicht das „Smartphone“. Könnt ihr euch euren Alltag noch ohne vorstellen? Ohne dieses Gerät könnten wir die zahlreichen Anwendungen, unsere nützlichen Apps, nicht nutzen. Ganz individuell ist auch, welche Geräte wir am häufigsten nutzen, einen PC, ein Notebook, Tablet oder das kleine praktische Smartphone. Handys wurden zuerst immer kleiner, bis die Smartphones dann wieder größer wurden. So groß mein Display mit 6,5 Zoll auch ist, für vieles ist es mir dann doch zu klein und ich nutze lieber mein Notebook.

Unter den Tools waren auch welche, die ich noch nicht kannte. Das macht einen interaktiven Workshop so spannend, wenn man auch von den Teilnehmenden lernen darf. Kennst du alle und was sind deine Lieblingstools?

Was sind eure liebsten digitalen Tools? Smartphone, Goodnotes, Miro, Zoom, eBook, Goodnotes, Zenkit, Apps, wordpress, GoogleApps, Googleassistent timer, Streaming
Was sind eure liebsten digitalen Tools?

DigitaleChance21

Nach einem Brainstorming, welche positiven Entwicklungen es während der Krise mit den Lockdowns gegeben hat, ging es daran kleine Geschichten zu entwickeln. Die Idee war, kurze Social Media Storys zu erzählen. Den Teilnehmenden war das Format völlig freigestellt, ein Tweet, ein Instapost, ein kurzes Video oder auch einfach im Padlet oder auf Papier schreiben.

Alle Varianten wurden genutzt. Eine Geschichte wurde direkt in Instagram erstellt, eine auf dem Padlet geschrieben, eine Videostory mittels Canva entwickelt und eine weitere entstand auf dem Papier und wurde am Ende frei erzählt. Methodenvielfalt ist so bereichernd und die Art wie wir Geschichten erzählen sehr individuell.

In einem Zwischenschritt habe ich die Gruppe gebeten, sich auf den Kern ihrer Geschichte zu konzentrieren und diesen in einem einzigen Satz zu formulieren. Hierbei wurde etwas sehr deutlich: Was jemand sich bei der Geschichte gedacht hat, kann etwas völlig anderes sein, als ich wahrnehme, wenn ich diese Geschichte lese, höre oder sehe. Das kann sehr gut sein, wenn ich mich dadurch inspiriert fühle. Möchte jemand eine klare Botschaft mit der Geschichte vermitteln, ist es wichtig, dass auch genau diese ankommt.

So hatten wir den folgenden Satz:

Es war fast so, als würde ich das Feuer spüren, das ich gerade nur mit den Augen verfolgen konnte. 

Lass ihn einfach mal auf dich wirken. Welche Bilder, Gefühle und Assoziationen kommen dir?

Im Workshop schilderte ich meine Gedanken, setzte diesen einen Satz in den Kontext der Corona Pandemie. Mit meinen ganz persönlichen Eindrücken gefärbt, gab ich den Worten eine völlig andere Bedeutung, als sie ursprünglich hatten und welche dann auch im Instagram-Post deutlich wurde. Auch wenn es eine „falsche“ Interpretation war, haben mich die Worte berührt und inspiriert.

Die fertige Geschichte bezieht sich auf etwas Wunderschönes, auf das virtuelle Erlebnis von Events, an Orten, die wir zu Coronazeiten nicht besuchen durften.

Mein Fazit

Das Schönste an einem Storytelling Workshop ist der Moment, in dem die Geschichten geteilt werden. Zuhören, sich berühren und inspirieren lassen. Diese Ergebnisse sind nicht planbar. Ich kann nur einen Raum bieten und mit ein wenig Input dazu inspirieren, etwas zu erzählen. Anschließend hoffe ich, dass alle etwas für sich mit nach Hause nehmen. Ein schönes Feedback war für mich zu hören, dass eine Teilnehmerin unsicher war, ob sie hier überhaupt richtig war und abschließend sagen konnte, dass es ihr Spaß gemacht hatte.

#DigitaleChance21

Nutze gerne den Hashtag, um deine eigene Geschichte zu erzählen. Welche Chancen für die Digitalisierung ergeben sich deiner Erfahrung nach aus der Krise der letzten Monate? Teile sie gerne auf Social Media und wenn du magst tagge mich, damit ich sie nicht verpasse.

Storytelling Workshops

Du hast Lust auch mal an einem meiner Workshops teilzunehmen? Hier findest du mein aktuelles Angebot.

Meine Woche KW44 in 2020

Kamera und Mikrofon stehen auf einem Notebook, einander zugewandt

Die erste Schulwoche haben wir überstanden, in anderen Bereichen passiert gerade viel Gutes. Entsprechend gehe ich erschöpft und mit extrem gemischten Gefühlen ins Wochenende.

KometsZeitreiseProjekt

Nachdem ich letzten Samstag das Manuskript noch einmal an einem Stück durchgegangen bin, habe ich es voller Aufregung an zwei ganz besondere Testleserinnen verschickt. Bei einem Kinderbuch will ich ja nicht nur Erwachsene begeistern.

Es wird auch langsam Zeit für die nächsten Schritte, wie die weitere Planung für Lektorat (Sabrina Schuh) und Design (Mary Cronos). Mit Mary hatte ich diese Woche ein phantastisches Gespräch und sie hat wunderbare Ideen für die Illustrationen. Damit ich die beiden tollen Dienstleisterinnen auch bezahlen kann, muss ich noch das Crowdfunding auf die Beine stellen. Es gibt noch immer viel zu tun. Nebenbei habe ich den Plot für den zweiten Band erstellt, in der Hoffnung, dass die Reihe gut ankommt und mehr Lesestoff gewünscht wird.

Lehre

Mein erstes Seminar diese Woche war großartig. Na gut, wir haben nur die Einführung gemacht, aber ich mache das schließlich zum ersten Mal. Der Moment in dem in Zoom die Kameras angingen und ich in neugierige Gesichter blickte, war etwas Besonderes für mich. Damit hatte ich nicht gerechnet, ehrlich. Somit falsifizierte sich die Hypothese, die ich vorab auf Twitter teilte:

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BusinessCamp Bonn

Am Dienstag fand das BusinessCamp Bonn online statt und ich war mit kleiner Verspätung dabei. Es war mal wieder ein tolles Wiedersehen und Kennenlernen neuer Kontakte. Ich hatte viel Freude und einen Schreckmoment, als plötzlich ein Hund vor eine Kamera sprang.

Da ich gerade viele offene Projekte habe, fürchte ich, dass ich keinen separaten Bericht schaffe, daher teile ich mit euch meine Twitter-Mitschriften, jeweils der erste Tweet, der euch zu den weiteren führt. Laut Statistik gehen 120 von 451 Tweets zu #BizBonn20 auf meinen Account. (Quelle: Tweet von Oliver Kepka)

Digitaler Stress mit Ann-Kathrin Richarz

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Gamification im Business mit Simon Schoop

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Extended Reality (XR) mit Frank Dürr

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Diskussionsrunde „Tun was du wirklich willst“ mit Leonie Müller

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Kleine Krise zur aktuellen Lage

Bisher bin ich mit dieser ganzen Corona-Sache ganz gut klargekommen. Natürlich habe ich mir immer wieder mal Sorgen gemacht, es hat sich alles verändert, aber es ging mir gut. Ich habe mich an die Schutzmaßnahmen gehalten, mich über die Entwicklung informiert und rund um das Thema Schule engagiert.

Donnerstag Morgen war mir dann alles zu viel! In mir sträubte sich alles, in die Schule zu fahren. Ab Montag gelten wieder stärkere Kontaktbeschränkungen, was für mich keinen Unterschied zu bisher bedeutet. Die Schule läuft weiter wie bisher, wir sitzen bei geöffnetem Fenster im überfüllten Klassenzimmer … Noch ist es nicht eiskalt, doch ich spürte am Mittwoch, was die kühle Luft und der Durchzug in meinem Rücken anstellten.

Es erwischte mich eiskalt, ich hatte Angst. Mir wurde klar, ich gehe in die Schule, bis mich eine Quarantäne oder ein Infekt erwischt. Falls ich Glück habe, ist es nicht Corona. Nachdem ich letztes Jahr im Frühling dreimal flach gelegen und auch der Infekt zu Beginn des Jahres ganz schön hartnäckig war … NEiN, ich will nicht krank werden!

Ich habe der Verzweiflung ein wenig Raum gegeben, geweint, bin zur Arbeit gefahren. Der Tag lief mies, ich weinte noch einmal und reflektierte am Nachmittag. Es ist okay Angst zu haben. Was kann ich für mich tun, um die Situation zu verbessern? Nicht viel, aber ich versuche es. Und die Hoffnung bleibt, denn noch bin ich gesund und es geht mir gut. Wie lange das so bleibt? Ich weiß es nicht.

Habt ein schönes Wochenende! Passt auf euch auf und beschränkt persönliche Begegnungen, so weit es geht. Es gibt so viele Möglichkeiten virtueller Nähe, nutzt sie bitte.

Eine Krise, viele Herausforderungen und unterschiedliche Arten damit umzugehen

Ein paar Gedanken zur aktuellen Situation und was mir aufgefallen ist. Ein Versuch für etwas mehr gegenseitiges Verständnis zu werben. Es ist kein umfassendes Bild der Situation, was gar nicht möglich ist, denn auch meine Perspektive unterliegt Einschränkungen, dennoch hoffe ich, ein paar Gedanken anstoßen zu können.

Zu Hause Bleiben

Corona verursacht „Hausarrest“, einige verstehen und akzeptieren das, andere setzen sich über die Anordnung zu Hause zu bleiben hinweg, ebenso über weitere Maßnahmen zum Schutz aller. Es besteht Kontaktverbot, es geht um physische Distanz, nicht um soziale. Das ist ein gesellschaftliches Problem, welches viel Konfliktpotential in den sozialen Netzwerken bietet. Es ist auch ein politisches und rechtliches Thema, denn Trotzverhalten einiger führt zu strengere Maßnahmen für alle.

Doch es gibt eine weitere Ebene, denn während einige recht gut damit zurecht kommen, fällt es anderen schwerer. Ganz individuell fällt einigen von uns die Decke auf den Kopf, während wir so viel zu Hause sind, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Vielleicht weil wir alleine sind, vielleicht weil wir zu eng mit anderen auf kleinem Raum leben. Einige stehen unter Stress und wissen nicht wie sie alles bewältigen sollen, andere wissen nichts mit sich anzufangen. Während einige versuchen das beste aus der Situation zu machen, werden erste Stimmen laut, die untersagen, dass man auch etwas gutes an der Krise sehen dürfe. Verschiedene Sichtweisen, werden als absurd angesehen, zum Beispiel Langeweile als unmöglich angesehen. Es entsteht Frust bei einigen, weil andere fleißig ihre Wohnungen aufräumen und putzen, während sie es selbst nicht schaffen.

Wir befinden uns in unterschiedlichen Lebenslagen und daher sieht die Situation für jeden einzelnen ein wenig anders aus. Wenn wir immer nur aus unserer Perspektive schauen, mangelt es uns vielleicht an Verständnis für die Situation anderer.

Eines haben wir alle gemeinsam: Die Situation ist außergewöhnlich und herausfordernd. Wir alle haben unterschiedliche Strategien und auch Bedürfnisse damit umzugehen und ich finde es toll, wie viele kreative Ideen dazu über soziale Netzwerke geteilt werden. Eine entscheidende Rolle ist auch die individuelle Psyche. Manche von uns können es besser wegstecken, bei anderen verschlimmern sich gerade eventuell eh vorhandene Symptome.

Ein Hauptproblem bei allem, was gerade in sozialen Netzwerken passiert: Was dem einen hilft, regt andere auf. Meine Empfehlung: Leben und leben lassen. Was euch gut tut, darf gut tun, was euch stört, ignoriert es so gut es geht. Es mag anderen helfen und dann ist es gut. Ich weiß, es fällt manchmal schwer und irgendwo müssen wir auch mit unserem Frust hin. Was hilft dir diesen abzubauen? Welche Möglichkeiten hast du trotz aktueller Einschränkungen?

Für mehr gegenseitiges Verständnis schauen wir uns mal vier großen Lebensbereichen von Erwachsenen an:

  • Arbeit
  • Familie
  • Haushalt
  • Freizeit/ Soziales

Arbeit

Gehst du noch zur Arbeit und verlässt dafür das Haus? Lebst du ein Stück weit Normalität? Dann gehörst du wahrscheinlich zu den systemrelevanten Berufen und bist aktuell besonderem Stress und Risiken ausgesetzt.

Arbeitest du im Home-Office, was vielleicht neu für dich ist?

Dir brechen die Aufträge weg, du sorgst dich um deine Existenz?

Deinem Job kannst du gerade nicht nachgehen und du baust Überstunden ab, bist auf Kurzarbeit oder sonst wie auf dem „Abstellgleis“?

Du machst dir Sorgen deinen Job zu verlieren?

Du warst eh gerade arbeitssuchend und jetzt ist es noch schwieriger?

Du befindest dich vielleicht in einer ganz anderen Situation, an die ich gerade gar nicht denke?

Ich bin überzeugt, dass kaum jemand genau so weiter arbeiten kann wie bisher. Manche haben es vielleicht leichter, andere stehen vor einem Scherbenhaufen und wissen nicht wie es weiter gehen soll. Für manche ändert sich wenig, einige haben vielleicht gerade extrem viel zu tun. Unser wirtschaftliches System wird gerade auf den Kopf und in Frage gestellt, es gibt auf vieles keine Antworten. An all dem hängen zahlreiche einzelne Menschen, mit ganz individuellen Ängsten und Sorgen. Da reagiert schnell jemand über und es ist viel Sensibilität im Umgang miteinander gefragt. Manche stellen Forderungen an die Politik, andere verdrängen die Sorge oder hoffen, dass alles wieder gut wird. Wir haben ganz individuelle Sorgen und unterschiedliche Strategien, damit umzugehen. Welche helfen, ist ganz individuell verschieden.

Familie

Vielleicht bist du alleine, ohne Eltern, Kinder, Partner? Vielleicht wohnst du auch räumlich von ihnen getrennt und kannst sie gerade nicht sehen?

Vielleicht trägst du Verantwortung für Kinder oder pflegebedürftige Verwandte?

Vielleicht befindet ihr euch eh gerade in einer Krise und diese wird durch das zu Hause bleiben noch verstärkt?

Im familiären Setting gibt es auch ohne Corona zahlreiche Herausfoderungen und Konflikte, die belastend sein können. Die aktuelle Situation kann den Zusammenhalt innerhalb von Familien stärken, aber auch die Probleme verschärfen.

Wer sich jetzt zwischen Homeschooling und Home Office befindet, fragt sich schnell, warum der Tag nur so wenige Stunden hat. Dinge die vorher dank Betreuungssystemen parallel liefen, laufen nun gleichzeitig und müssen von einer oder zwei Personen bewältigt werden, die schnell an den Punkt der Überforderung kommen können, weil sie beiden Rollen nicht gleichzeitig gerecht werden können. Kommen Arbeitgeber ihnen entgegen, verteilen sich die Stunden, aber es müssen dann noch immer ruhige Arbeitsphasen zwischen er Kinderbetreuung geschaffen werden.

Vielleicht sorgst du dich um Freunde oder Familienmitglieder, die gerade in der Pflege oder anderen systemrelevanten Berufen tätig sind und viel in Kontakt mit anderen sind? Vielleicht sorgst du dich um Menschen, die ein besonderes Risiko haben, wenn sie erkranken?

Vielleicht hast du das Gefühl, dass andere deine Sorgen nicht verstehen, weil sie andere Sorgen haben?
Verstehst du ihre Sorgen?

Haushalt

Zeit mal richtig aufzuräumen und zu putzen? Auf einige trifft das zu, wenn aus anderen Lebensbereichen Zeiten wegfallen. Aufräumen und putzen haben neben dem ordentlichen Effekt einen weiteren positiven, sie geben dir das Gefühl etwas geschafft zu haben. Es ist sogar direkt sichtbar. Du warst fleißig, aktiv, hast nicht nur faul auf dem Sofa gesessen. Muss sich deswegen jemand schlecht fühlen? Nein.

Diese Aktivität war alleine für dich, vielleicht die Mitbewohnenden, die sich hoffentlich an der neuen Ordnung freuen dürfen. Teilst du deine Aktivität, bekommst du vielleicht Lob & Anerkennung, mit der du dich besser fühlen kannst. Muss sich jemand deswegen schlecht fühlen? Nein! Es gibt keinen Wettbewerb, wer am meisten aufräumt!

Die Aufgabe lautet bleib zu Hause und finde einen Weg, wie du mit der Herausforderung am besten zurecht kommst. Nicht umsonst lautet der vielfach geteilte Spruch in unterschiedlichen Varianten: Rette die Welt indem du auf dem Sofa sitzt!

Bisher hat glaube ich noch niemand zum putzen für den Weltfrieden oder die Weltgesundheit aufgerufen.

Das Thema Haushalt hat noch einen ganz anderen Aspekt. Für einige gibt es jetzt nämlich mehr zu tun. Wenn Familienmitglieder jetzt alle zu Hause sind, anstatt in der Schule, auf der Arbeit oder wo sie sonst den Tag verbringen, essen sie mehr zu Hause, machen mehr Chaos, mehr Schmutz, mehr Arbeit … Vielleicht weniger Wäsche, besser nicht zu wenig, lassen wir das …

Und dann ist da der Einkauf …
Ich hoffe wirklich wir bekommen es hin, rücksichtsvoll miteinander umzugehen, mit anderen Kunden im Laden, aber auch gegenüber den Angestellten, die ihr bestens geben, damit wir alle mit Nudeln und Klopapier und allen lebensnotwendigen Dingen versorgt sind.

Freizeit und Soziales

In diesem Bereich hat sich für uns einiges geändert. Wer schielt jetzt nach den Gamern? Glaubt ihr wirklich die hocken jeden Tag alle nur vor dem Rechner?

Aber ja, sie haben einen Vorteil, ein Hobby, dem sie noch nachgehen können und eine Kommunikationsform mit anderen, die noch immer möglich ist.

Physische aber keine soziale Distanz! Wer sich bisher nicht mit den digitalen sozialen Möglichkeiten beschäftigt hat, hat es jetzt vielleicht schwerer.

Welche Hobbys und Freizeitaktivitäten musst du jetzt aufgeben und was bedeutet das für dich? Welche Möglichkeiten hast du vielleicht noch? Sei kreativ und finde Alternativen, die dir das geben, was du brauchst, Bewegung, Kreativität, soziale Kontakte.

In diesem Bereich entsteht die Langeweile über die gesprochen wird. Manche haben jetzt aufgrund der Situation mehr Freizeit, andere weniger, weil sie vielleicht mehr arbeiten oder mehrfach belastet sind durch Job+Familie. Vielleicht entsteht auch ein wenig mehr Zeit dadurch, dass Fahrwege wegfallen.

Einen Beitrag zur Inspiration, falls dir die Decke auf den Kopf fällt habe ich bereits geschrieben.

Ein kleines Schlusswort

In welcher Situation auch immer du dich gerade befindest, dein Leben verläuft anders und es ist für uns alle eine Herausforderung. Es ist nicht die Frage, wer vor der größten Herausforderungen steht oder wen die Krise am schlimmsten trifft.

Die entscheidende Frage ist doch: Wie können wir uns gegenseitig unterstützen, zusammen halten und füreinander da sein, ohne uns zu treffen?

Ich bin überzeugt, dass wir diese Situation nur gemeinsam durchstehen können, als Freunde, Familien, als Teams, als Netzwerke, als Gesellschaft.

Wenn wir das schaffen, dann sieht die Welt nach Corona anders aus, vielleicht ein kleines bisschen besser. Macht das Beste aus dieser Zeit bitte und haltet die Augen offen für eure Mitmenschen. Ich hoffe, ich konnte euch ein klein wenig dabei helfen, zu verstehen, warum andere Menschen andere Sorgen haben und anders mit der Situation umgehen.

Versuche bitte dich selbst und deine Bedürfnisse zu verstehen, dann kannst du auch besser für deine Mitmenschen und ihre Sorgen da sein. Mit uns selbst alleine sein kann eine der größten Herausforderungen sein.

Was nervt dich am meisten? Was belastet dich? Wie könntest du dem aus dem Weg gehen oder die Situation verbessern? Was fehlt dir und durch was könntest du es zumindest ein bisschen ersetzen?

Oft sehen wir die Möglichkeiten nicht, andere können uns die Antworten nicht abnehmen, aber zuhören, Ideen entwickeln und inspirieren.
Versuch es und sprich oder schreib mir jemandem.

Bleibt zu Hause und bleibt gesund! Danke 💜

Braucht es erst eine Mondflut?

Mondflut ~Marion Döbert
Mondflut ~Marion Döbert

Das Cover lässt eine schöne Geschichte auf einer traumhaften exotischen Insel erwarten Eine romantische Geschichte, denn die Insel ist ja eine Herzform. Doch das Herz ist gebrochen – geht es um Liebeskummer? Dann der Titel: Mondflut. Auch der Mond lädt zum träumen ein, aber die Flut?

Es geht wirklich um eine Insel, eine kleine deutsche Insel. Dort leben Lars und Lena. Sie führen ein Familienhotel in der dritten Generation. Bis die Mondflut kommt und andauert …

Klimawandel

Lena gehört zu den Menschen, die keine schlechten Nachrichten mögen, sie lieber ignorieren, weil sie sie nicht ertragen können. Doch auch, wenn wir sie ignorieren, gehen sie nicht weg. So lange die Katastrophen woanders passieren, lässt es sich noch wegschauen.

Es gibt weitere Figuren auf der kleinen Insel, die den Klimawandel nicht ernst nehmen wollen. Auch wenn sie zugeben müssen, dass die Abstände zwischen den Sturmfluten kleiner werden und sie auch zu anderen Jahreszeiten auftreten. Sind es nur schlechte Jahre? Schlechte Jahre hat es schon immer gegeben, ein Grund alles zu verteufeln?

Reale Katastrophen

In Australien brennt es aktuell. Auch das hat es schon gegeben, mehrfach? Australien ist weit weg und wir können wegsehen. Vielleicht spenden wir, helfen.

Lena sagt im Buch, dass sie doch nichts tun kann. Es sei Aufgabe der Politiker etwas zu tun. Ja, sie hat Recht, die Politiker müssen Verantwortung übernehmen und handeln. Wir brauchen Gesetze, die uns dabei helfen, dass unserem schadhaften Verhalten Grenzen gesetzt werden. Doch wir alle können ebenfalls handeln und unser Konsumverhalten ändern. Ein einzelner bewirkt wenig? Mag sein, aber gemeinsam bewirken wir eine Menge.

Das Wissen, um den Klimawandel ist nicht neu, aber der Wandel und die damit verbundenen Katastrophen werden immer realer. Schon in meiner Kindheit hat mein Vater Plastiktüten verteufelt, wofür ihn viele aufgezogen haben. Er hatte Recht und noch immer halten viele das für Blödsinn. Selbst australische Wissenschaftler haben offenbar die aktuelle Katastrophe vorhergesehen (Quelle: FAZ). Sie bekamen nicht die nötige Beachtung. Zahlreiche Wissenschaftler legen Fakten und Prognosen vor, die erschrecken, aber sie zu ignorieren fühlt sich besser an …

Muss erst eine Mondflut wie im Buch kommen und ganz Norddeutschland in den Ausnahmezustand versetzen, bis wir begreifen, dass es so nicht weiter geht?

Ich hoffe nicht.

Was können wir tun?

Lebe bewusster und mache dir Gedanken über das, was du einkaufst. Was brauchst du wirklich? Vermeide Müll! Reise umweltbewusster, auch im Alltag!

Es gibt viele kleine Dinge, die jeder einzelne beitragen kann und je mehr das tun, um so eher können wir unser Klima schützen. Für unsere Kinder, Enkelkinder und hoffentlich weitere Generationen der Menschheit. Allerdings ist es auch schon so weit, dass wir sagen können: Für uns selbst!

Ich habe selbst noch viele Baustellen, an denen ich besser handeln könnte. Es ist nicht leicht, aber Schritt für Schritt gebe ich mir Mühe.

… und doch noch eine schöne Geschichte

Die Katastrophe im Buch ist sehr realistisch und doch wird dann alles zu einer fiktiven Weihnachtsgeschichte. Ohne Glück und ein wenig Liebe lassen sich Katastrophengeschichten doch nicht ertragen. Die haben wir in den Nachrichten und Menschen wie Lena schalten zu schlimme Nachrichten ab.

Romane lesen wir, auch wenn Schlimmes in ihnen passiert. So lange die Katze gerettet wird, wie Blake Snyder (Autor von „Rette die Katze“) sagen würde. Wir Menschen brauchen etwas fürs Herz, dann ertragen wir auch tragische Geschichten.

Vielleicht können sie uns auch ein wenig aufrütteln aus dem Alltagstrott mit dem wir die Erde zerstören. Auch wenn es nicht ganz einfach ist, lasst es uns jeden Tag ein wenig besser machen!


Das Buch wurde mir vom Spaß am Lesen Verlag zur Verfügung gestellt. Link zur Verlagsseite mit Leseprobe.

Mondflut
Marion Döbert
Spaß am Lesen Verlag, 2019
Sprachniveau: A2/B1
ISBN: 978-3-947185-70-2