#Montagsfrage – Was bedeutet dir Weihnachten?

Montagsfrage: Was bedeutet für dich Weihnachten?
Montagsfrage: Was bedeutet für dich Weihnachten?

Ich habe mir etwas neues ausgedacht: die Montagsfrage.

Jeden Montag überlege ich mir eine Frage für euch und poste sie auf meinen Social Media Kanälen. Ihr könnt sie beantworten, wo und wie ihr wollt. Ganz privat im Tagebuch, Bullet Journal, auf Papier oder digital. Ihr könnt die Frage direkt unter meinem Social Media Post beantworten, einen eigenen erstellen oder auch einen Blogbeitrag verfassen.

Ich freue mich, wenn ihr den Hashtag #Montagsfrage benutzt und mich taggt, damit ich euren Beitrag nicht verpasse. Natürlich kannst du die Frage auch an einem anderen Tag beantworten, fühl dich inspiriert, die Antwort ist deine, mach daraus, was dir gut tut.

Die heutige Frage beantworte ich selbst in einem Blogbeitrag, das werde ich wahrscheinlich nicht jede Woche machen.

Was bedeutet für dich Weihnachten?

Irgendwo zwischen Massenkonsum, explodierenden Inzidenzen und Vorbereitungsstress liegt dieses Fest, ein christliches Fest, ein Fest, dass Teil unserer Kultur ist.

Weihnachten meiner Kindheit

Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, war Weihnachten schon immer ein Familienfest. Wir kamen alle an Heilig Abend bei meiner Oma zusammen. Das Wohnzimmer kam mir sonst nie so klein vor, wie an diesem Tag, wenn es voller Menschen und Geschenke war. Alles leuchtete und glitzerte. Schwierig war für meine Eltern Weihnachten zu planen, so dass wir beide Großeltern sehen konnten, das habe ich erst viel später mitbekommen, dass dies schwierig war.

Irgendwann wurde die Familie größer und irgendwann fand sich nicht mehr die ganze Familie bei Oma und Opa unterm Baum zusammen. Es passte einfach nicht mehr. Entsprechend wurde geplant und geschaut, bis es irgendwann so weit war, dass ich meine Großeltern Weihnachten nicht mehr sehe. Da meine Oma im Dezember Geburtstag hat, gibt es so vor Weihnachten einen Tag an dem die Familie zusammen kommt.

Mein Weihnachten hat sich verändert.

Es ist immer noch ein Familienfest. Wir kommen gemütlich zusammen, essen gemeinsam und es gibt auch Geschenke. Ich liebe das Auspacken der Geschenke nach wie vor. Für mich geht es darum, anderen eine Freude zu machen und sich auch selbst über etwas Schönes zu freuen. Das muss nichts Großes sein. Wer mich kennt, weiß, wie sehr ich mich über ein Buch freue.

Seit ich selbst Kinder habe, hat sich die Gruppe an Heilig Abend verändert. Zusammen mit meinem Mann, den Kindern und unseren Eltern feiern wir Weihnachten. Traurig stimmt mich, dass die Gruppe unterm Weihnachtsbaum kleiner wird. 2013 fehlte meine Schwiegermutter, letztes Jahr dann mein Papa.

Vor einigen Jahren haben wir eine schöne Tradition eingeführt, dass wir bei der Bescherung immer nur ein Päckchen gleichzeitig auspacken und so die Freude des Schenkens und Beschenktwerdens erleben können.

Es ist ein gemütliches Fest des Zusammenseins, zur Ruhe kommen, auch wenn die Tage davor möglicherweise stressig in der Vorbereitung sind, wenn wir Weihnachten bei uns feiern. Um so entspannter ist es dann am 24. Dezember.

Die Zeit zwischen Weihnachten und Sylvester ist für mich eine Besondere geworden, eine Zeit der Ruhe. In dieser verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie, wir spielen gemeinsam Brettspiele, meist liegt mindestens eines unter dem Weihnachtsbaum. Es wird ausgeschlafen und auch viel gelesen. Auch dieses Jahr freue ich mich auf diese Zeit, bin gespannt, ob es mir gelingt mir die Auszeit zu gönnen, oder ich doch das ein oder andere arbeiten werde.

Jetzt bist du dran!
Was bedeutet dir Weihnachten?

MeineWoche KW31 2021

4 Buben aus einem Skatspiel und ein alter Gameboy

Dieses Wochenende kann ich guten Gewissens abschalten und das wird mir gut tun. Gestern habe ich mir sogar einen fast freien Tag gegönnt. Nach dem morgendlichen Lektorat bin ich mit meiner Mama zusammen zu meinen Großeltern gefahren, was ein kleines schönes Abenteuer war.

Autorinnenleben

Während KometsZwillinge ruhen, lag das Lektorat von KometsZeitreiseProjekt im Fokus der letzten Woche. Damit bin ich fast durch und es geht nächste Woche zurück an meine Lektorin.

Danach werden zwei verschiedene Dinge passieren: Ich werde mich dem zweiten Band widmen und der Überarbeitung der Zwillinge. Ob dies parallel oder nacheinander geschieht, muss ich noch entscheiden. Beides ist dann auf jeden Fall dran. Allerdings versetzt dieser Plan meine arme Illustratorin Mary ein wenig in Panik. Die ersten Grafiken sind noch nicht fertig und ich drohe schon mit dem nächsten Auftrag. Wenn sie einmal dran ist, wäre doch schade, wenn sie aufhören müsste, oder?

Meine Oma und das Zeitreiseprojekt

Bis nächsten Donnerstag könnt ihr euch auf Mary Cronos Twitch-Kanal noch die Aufzeichnung meiner ersten Lesung ansehen. Meiner Oma habe ich gestern einen Ausschnitt gezeigt, vielmehr zu hören gegeben, auf dem Smartphone ist das Video ganz schön winzig.

Oma, ich muss dir zeigen, dass das Internet sagt, dass du eine coole Oma bist.

Ich las eine zweite Szene aus meinem Manuskript, die Szene, in der Matteo mit dem uralten Gameboy seines Vaters spielt. Meinen Gameboy habe ich in den Ferien mit zu meiner Oma genommen und sie mit Tetris infiziert. Gestern sagte sie noch, dass sie froh war, wenn ich im Bett war, dann konnte sie spielen. Sie bestätigte mir auch, dass meine Geschichte, die ich bei Mary erzählte, wahr ist. So winzig das Display ist, Oma hatte Spaß an dem Spiel. Sie hat das blöde Ding auch verflucht. Ausleihen wollte ich es ihr, wenn ich nach Hause fuhr, aber nein, das durfte ich nicht.

Nimm das Ding bloß mit, sonst komme ich nicht zum sticken.

Zitat meiner Oma von damals

Tja, was wäre ich für eine Enkelin, die ihre Oma mit einem Spiel quält?

Vielleicht habe ich das gestern getan, als ich gerne das Kartenspiel Schwimmen/ Halt 31 spielen wollte. Natürlich sagte Oma ja, Opa war kurz verwirrt, weil er annahm wir spielten Skat, schließlich hatte er mir doch geholfen, das Skatspiel in der Schublade zwischen den ganzen Doppelkopfsets zu finden. So ein dummes Spiel, meinte meine Oma und doch hatte sie eine Menge Spaß dabei und hat gewonnen. Die anschließende Skatrunde verlor sie dann 😉

Ja, in meinem Kinderbuch steckt viel von mir, aber das Meiste ist frei erfunden., in Erinnerungen an die Zeit um das Jahr 1990. Jetzt hoffe ich, dass das Buch vor Omas Geburtstag Anfang Dezember fertig ist. Mehr zum Veröffentlichungsdatum kann ich euch nicht sagen. Nach unserem Zeitplan ginge es morgen in den Buchsatz …

Lehre

Viel Raum hat diese Woche die Lehre eingenommen. Das aktuelle Skript ist herausfordernd für mich, ich habe viel zusätzlich recherchiert, um den Studierenden einen guten Einblick in die Themengebiete zu geben, die in diesem angesprochen werden. Viele Themen, wenig Zeit. Ich denke, wir haben das beste aus der gemeinsamen Zeit gemacht und hoffe die Studierenden sehen das auch so. Wer nebenberuflich studiert und sich abends in eine virtuelle Veranstaltung setzt, verdient meiner Meinung nach zwei Dinge: Guten Input/ Austausch und Spaß dabei.

Storytelling

Der Fokus muss jetzt auf das Marketing gelegt werden. Am liebsten möchte ich mit den StoryUp Your Artefact Workshops Menschen erreichen, die wenig mit Kunst am Hut haben und ihr Talent fürs Geschichten erzählen wecken. Warum sollten ausgerechnet sie sich für eine Veranstaltung anmelden, auf der Kunst drauf steht, was sie vielleicht gar nicht interessiert?

Weil Kunst eine unentdeckte Inspirationsquelle sein kann.

Woher ich das weiß? Ich habe es erlebt. Mich lockst du auch nicht so einfach mit dem Vorschlag eine reine Kunstausstellung zu besuchen. Inzwischen stehen deine Chancen besser, denn ich habe etwas für mich entdeckt, was darüber hinausgeht, den Künstler zu kennen, seinen Stil oder seine Kunstfertigkeit zu bewundern. Es geht um einen Dialog mit dem Werk, dem, was auf dem Bild zu sehen ist. Jedes Kunstwerk erzählt uns eine Geschichte, vielleicht die, die bei der Entstehung hineingelegt wurde, vielleicht eine phantasievolle oder eine, die etwas mit mir zu tun hat, die vor dem Bild steht und es betrachtet. Dies ist ein Kern von StoryUp Your Artefact, diese Geschichten zu heben, frei zu legen und zu erzählen.

Das Erlebnis steht im Vordergrund dieses dreistündigen Events. Neugierig? Probier es doch mal aus und melde dich für einen der nächsten Termine an. Astrid, Mélina und ich freuen uns auf dich.

Neu im Blog

Diese Woche gab es zwei neue Beiträge. Neben der Buchempfehlung von Weissewolke in der Reihe „Tod und Trauer“ gibt es ein persönliches Update zu meinem beruflichen Jahr 2021.

Veränderungen

Es war längst Zeit für mein zweites Update zum Beitrag „2021 – ein Wendepunkt in meiner beruflichen Geschichte?“. Wo stehe ich mit meinen Projekten und was sind die nächsten Schritte? Woche für Woche erzähle ich euch in der Reihe „Meine Woche“, was in der letzten Woche passiert ist, gebe auch mal kleine Ausblicke auf die nächste. In den Updates geht es um einen größeren Blickwinkel, den aktuellen Stand der Projekte und die Perspektive. Diesmal gibt es eine gravierende Veränderung, eine News, die ich hier lange zurück gehalten habe: Ich habe meinen Job gekündet. Damit ist spätestens jetzt die Frage, ob es sich um einen Wendepunkt in meiner beruflichen Geschichte handelt, klar zu bejahen. Mehr könnt ihr hier lesen.

Habt ein schönes Wochenende!

Wer hat Angst …

Ashuan 1.1 Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? ~ Janna Ruth

Ashuan 1.1 Schattenspiele ~ Janna Ruth

Edit (15.10.2019, Beitrag vom 19.11.2018) Die Autorin hat den Buchtitel in „Schattenspiele“ umbenannt. Der Inhalt ist unverändert und enthält keine rassistischen Äußerungen!

Kennt ihr das Kinderspiel „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“?

Für alle, die es nicht kennen: Es wird in einer größeren Gruppe gespielt. Zu Beginn steht ein Kind (= der schwarze Mann) auf der einen Seite und alle anderen auf der anderen. Das einzelne Kind stellt die Frage „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“. Dann antworten alle anderen im Chor: „Niemand“. Rückfrage: „Und wenn er kommt“. „Dann laufen wir“, rufen alle und rennen los. Zumindest ist das der Satz, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne. Die Gruppe läuft dem einzelnen Kind entgegen und jeder versucht auf die andere Seite zu kommen. Das einzelne Kind versucht möglichst viele zu fangen, bevor sie die andere Seite erreichen. Wer gefangen ist, kommt mit dem schwarzen Mann mit und wird selbst zum Fänger. Gespielt wird, bis nur noch ein Kind übrig bleibt.

Dieses Spiel habe ich in meiner Kindheit häufig gespielt und viel Spaß dabei gehabt. Wir haben viel gelacht und keine Angst gehabt. Es gibt regionale Unterschiede im Text des Spiels. Während wir im Rhein-Sieg-Kreis gerufen haben „Dann laufen wir!“ heißt es in einer anderen Variante „Dann kommt er eben!“ Im ersten Moment hielt ich unsere Variante für die bessere, die aktivere, denn wir laufen! Dagegen steckte für mich im „Dann kommt er eben“ so viel Gleichgültigkeit. Doch es kann auch ganz anders gemeint sein: Soll er doch kommen, denn niemand hat Angst vor dem schwarzen Mann, während wir die Flucht ergriffen, wenn er wirklich kommt.

In diesen Varianten steckt unser Reaktionsschema in bedrohlichen Situationen, das Fight-Flight-Freezing-System (Jeffrey Alan Gray). Es stehen uns drei physiologische Reaktionen zur Verfügung: Die Flucht, der Kampf oder die Erstarrung.

Lesen oder lieber nicht?

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Angsthase bin und Thriller eher meide. Egal, ob Film, Buch oder persönliche Geschichten, ist die Geschichte gut erzählt, lasse ich mich darauf vollkommen ein. Enthält sie unheimliche Elemente, gehen mir diese schnell nahe und lassen mich auch so schnell nicht mehr los. Meine blühende Phantasie habe ich als Kind daher häufig verteufelt, wenn mich die Geschichten bis in die Träume verfolgten und sie sich verselbstständigten. Ich lernte früh, von gruseligen Themen lieber Abstand zu halten. Daher habe ich für mich noch nicht so ganz herausgefunden, welche gruseligen Elemente dann doch gut gehen. Bei realen Themen kann ich inzwischen eine für mich sichere Distanz wahren.

Tja und dann kam im Sommer eine Postkarte mit Leseprobe von Janna Ruth mit der Frage „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“. Ich machte Bilder, postete sie auf Instagram und ließ mich von dem Fluch der bösen Autorin befreien.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

„Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ „Niemand“ „und wenn er kommt? … Als Kind viel gespielt und jetzt gefangen worden… Mir bleibt nichts anderes als euch zu fangen…. Sorry #Angstvormschwarzenmann #Ashuan . Ihr dürft gerne die schwarze Karte teilen und andere fangen. Ab dem 6. Juli macht @janna_ruth s #Lucille sich auf den Weg uns zu befreien… . Je mehr wir bis dahin fangen, desto mehr Exemplare von“ Ashuan“ wandern in den Verlosubgskorb . . . . . #JannaRurh #urbanfantasy #Grünthal #Dämonen #Magie, #Schattenwesen #bookstagram #fantasybooks

Ein Beitrag geteilt von Stephanie Bloggerin (@kleiner_komet) am

Die Frage, möchte ich das Buch lesen oder lieber nicht, ließ ich eine Weile offen. Ich las andere Bücher, während Janna fleißig über ihre Ashuan Reihe postete. Der Vergleich mit „Buffy im Bann der Dämonen“ machte mich skeptisch, die Serie habe ich damals bewusst gemieden. Janna Ruths Märchenadaption „Im Bann der zertanzten Schuhe“ habe ich ja bereits gelesen, was ihr eine Verurteilung zur bösen Autorin eingebracht hat. Irgendwann siegte die Neugier. Ich wechselte aus dem Freezing ins Fight, als ich entdeckte, dass es eine Leserunde auf Lovelybooks geben würde …

Ein Roman wie ein Drama wie eine TV-Serie

Shakespeare, Goethe und Co haben eines gemeinsam: Ihre Geschichten sind für die Bühne geschrieben, lesen sich wie Drehbücher für den Kopf. Es sind hauptsächlich Dialoge, ein wenig Szenenbeschreibung und das in alter Sprache. Man liebt oder hasst es. Hin und wieder lese ich es gerne, bevorzugt laut, aber noch lieber sehe ich es auf der Bühne, wie zuletzt „Hamlet“.

Stell dir vor, die Sprache wäre modern, die Dialoge frech und die Regieanweisungen lebhaft geschrieben. So ungefähr hat Janna Ruth Ashuan gestaltet. Für die Bühne sind die Szenen wahrscheinlich zu vielfältig und komplex. Es gibt viele verschiedene Schauplätze. Und trotzdem wird die Geschichte beim Lesen lebendig. Der erste Band enthält vier in sich abgeschlossene Episoden, innerhalb derer wir die sechs Hauptfiguren näher kennen lernen, so wie sie sich auch untereinander. Es kommt zu einigen interessanten Ent- und Verwicklungen. Es macht einfach Spaß Jannas Serie zu lesen.

Ashuan

Sechs Jugendliche leben in einer Kleinstadt im Harz, dem beschaulichen Grünthal. Drei Jungen und drei Mädchen mit ganz unterschiedlichen magischen Fähigkeiten und völlig verschiedenen Charaktereigenschaften. Meine Lieblingsfigur ist Fabian, der Skeptiker, der gefährliche Situationen lieber meidet. Auch die anderen sind sympathisch und interessant, alle gemeinsam sind grandios. In Grünthal geschehen merkwürdige Dinge, übernatürliche Wesen tauchen auf, wie der schwarze Mann in der ersten Episode …

Die ursprüngliche Geschichte hat Janna als Jugendliche mit ihrer Freundin zusammen geschrieben. Jetzt hat sie alles komplett überarbeitet und die Freundin von damals hat als Lektorin mitgewirkt.

Unheimlich?

Ja, aber für mich gut aushaltbar. Ich kann den Gruselfaktor ganz gut selbst regulieren, indem ich meine eigene Kopfkino-Serie etwas sanfter ablaufen lasse, als vielleicht beabsichtigt. Allerdings schrieb mir Janna Ruth, sie wäre im ersten Teil noch harmlos geblieben, eine wahrlich böse Autorin eben …

Fazit

Einen Vergleich zu Buffy kann ich nicht ziehen. Stattdessen erinnerte mich Ashuan an die Serie „Charmed – Zauberhafte Hexen“, die ich sehr liebe. Auch gruselig? Sagte ich nicht, ich bin kompliziert 😉

Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht die Geschichte im Drama-Stil zu lesen. Es war mal etwas vollkommen anderes.


Das E-Book habe ich im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen.

Ashuan Staffel 1.1 – Schattenspiele Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? (Link zur Autorenseite mit Leseprobe)
Janna Ruth
Selfpublisher
ISBN: B07CNQ16D3

Weißt du, was du wirklich willst?

Der Kater unterm Korallenbaum oder: Wünschen will gelernt sein ~ Christina Löw
Der Kater unterm Korallenbaum oder: Wünschen will gelernt sein ~ Christina Löw

Es war einmal eine Schultheatergruppe

Damals waren wir aus der siebten Klasse die Großen. Aufgeführt werden sollte „Der gestiefelte Kater“, ein Märchen, welches mich bis dahin noch nicht sonderlich begeistert hatte. Wir „Großen“ sollten auch gar nicht auf die Bühne, sondern das Publikum spielen. HÄ?!

In dem Alter findet man ja erst einmal alles doof, aber die Rollen waren tatsächlich witzig. Statt auf der Bühne zu stehen, saßen wir lässig davor, gekleidet wir altmodische feine Herren. Unsere Rollen bestanden darin, das Stück auf der Bühne dumm zu kommentieren. Dumme Kommentare abgeben ist eine Stärke von Teenies des 7er Jahrgangs.

Der gestiefelte Kater

Trotz Schultheater hatte ich das Märchen nur noch wage im Kopf. Auf Spotify habe ich mir das Märchen der Brüder Grimm erzählen lassen. Tatsächlich war meine wage Erinnerung doch recht konkret, allerdings hatte ich das Gefühl, da müsse doch noch mehr sein.

Für euch eine flinke Nacherzählung

Als der Müller stirbt, erben seine Söhne die Mühle, den Esel und den Kater. Der jüngste Sohn denkt, er habe mit dem Kater Pech gehabt. Dieser kann sprechen und fordert von ihm Stiefel, dann könne er ihm helfen. Das tut er auch. Er fängt mit einer List Reebhühner und bringt sie dem König mit den besten Empfehlungen seines Herrn dem Grafen. Dafür wirf er reich entlohnt. Das Gold bringt er dem Müllerssohn. Dies geht eine Weile so, bis eines Tages der König mit seiner Tochter eine Spazierfahrt macht. Der gestiefelte Kater arrangiert es so, dass der König den Eindruck erhält, sein Herr sei ein reicher Graf, dem Ländereien gehören. Schließlich verlieben sich der Müllerssohn und die Prinzessin und nach der Eheschließung wird er zum König.

Kater unterm Korallenbaum

Um dieses Märchen neu zu erzählen brauchen wir also eine Erbschaft und einen Kater, der das Leben seines Herren oder auch das einer Frau auf den Kopf stellt und sich alles zum Guten wendet hinsichtlich Geld, Liebe und Karriere (wenn wir König sein als Job betrachten). Um es interessant und modern zu gestalten gehören noch ein paar neue Elemente dazu.

Christina Löws Müllerssohn heißt Juki, Sie ist Grafikdesignerin in Köln, das dritte Kind japanischer Einwanderer. Die Prinzessin der Geschichte heißt Isabelle …

Es steckt so viel mehr in Christinas Kater unterm Korallenbaum, als im ursprünglichen Märchen. Sie füllt mir die Lücke des Gefühls, da müsse doch noch mehr sein. Es ist eine interkulturelle Geschichte, eine Familiengeschichte, eine persönliche Geschichte und eine lesbische Liebesgeschichte.

Eine interkulturelle Geschichte

Juki wurde in Deutschland geboren und wuchs in Köln auf. Ihre Eltern stammen aus Japan und haben sich bemüht ihren Kindern japanische Traditionen zu vermitteln. Doch ihre jüngste Tochter wehrte sich gegen diese kulturellen Einflüsse, sie wollte eine ganz normale Deutsche sein.

Es ist ein spannender Prozess, wie sie innerhalb des Romans zu sich selbst findet und diese kulturellen Einflüsse miteinander vereinen und wertschätzen lernt. Ganz nebenbei erfahren wir Lesenden so einiges über japanische Bräuche und begleiten Juki sogar auf eine Reise nach Japan …

かわいいですね

Ich war bisher nie dort, lernte allerdings zwei Semester japanisch, von denen ich kaum noch etwas kann, was mich sehr traurig macht.

Eine Familiengeschichte

Jede Woche essen die drei Geschwister zusammen beim Vater. Eine zeitweise lästige Tradition für Juki, auch wenn sie ihrem Vater sehr nahe steht. Zu Beginn der Geschichte ist sie damit dran, ihm beim Kochen eines japanischen Gerichts zu helfen …

Als junge ledige Frau sieht sie sich einem Thema gegenüber, welches wahrscheinlich viele kennen: Wann heiratest du und bekommst Kinder? Ihre Schwester ist bereits Mutter und bei ihrem Bruder wartet die Familie darauf, dass er seine Freundin heiratet …

Im Laufe der Geschichte erfahren wir mehr über die Familienverhältnisse, stehen Konflikte mit ihr durch und erleben einen Familienwahnsinn, wie er vielen wahrscheinlich nicht völlig fremd ist. Allerdings hat sie auch das Glück eine wunderbare Erfahrung zu machen, die eher wenigen Menschen vergönnt ist, wie ich vermute.

Eine lesbische Liebesgeschichte

Juki hat sich nie vor ihrer Familie oder Kollegen geoutet. Sie mag kein großes Ding aus ihrer Sexualität machen und auf mich wirkt ihre Einstellung sympathisch. Ich persönlich finde, dass niemand sich outen müssen dürfte, aber dafür dürfen muss. Sie selbst hatte nie eine ernsthafte Beziehung, keine Freundin, die sie ihrer Familie hätte vorstellen können und so war es nie ein Thema.

Die Liebesgeschichte ist erfrischend unkitschig! Kein unsterbliches Verlieben und glücklich bis ans Ende aller Tage. Christina Löw schreibt ja auch eine moderne Märchenadaption und nicht über eine Disneyprinzessin. Gefällt mir!

Eine persönliche Geschichte

Auch wenn der Kater im Titel steht, geht es um Juki. Im Grunde ist sie nicht wirklich unglücklich, doch es gibt einige nicht ganz ungewöhnliche Probleme in den grundlegenden Lebensbereichen: Familie, Beziehung, Job und Wohnen.

Ich wage zu behaupten, dass sich nahezu jeder von uns zumindest mit einem der angesprochenen Probleme in ähnlicher Form beschäftigt. Oder gibt es bei euch jemanden ohne Familienprobleme in einer glücklich Beziehung im Traumzuhause mit Traumjob?

So lebensnah die Probleme sind, liest es sich nicht banal oder langweilig. Die Konflikte wollen schließlich gelöst werden und da ist ja noch die Märchensache, die liebevollen Glitzer über alles streut ….

Wünschen will gelernt sein

So lautet der alternative Titel zu „Der Kater im Korallenbaum“. Tja, so einfach wie die Gebrüder Grimm es dem Müllerssohn machen, macht Christina es Juki sicher nicht. Einen magischen Kater stellt sie ihr auf jeden Fall zur Seite, aber zu viel verrate ich euch nicht …

Weißt du, was du wirklich willst?

Wenn du einen Wunsch frei hättest im Bereich Familie, Job, Wohnen, Beziehung, was würdest du dir wünschen? Was würdest du in deinem Leben verbessern?

Denke fest an deinen Wunsch, stell es dir so richtig schön vor.

Ist es wirklich das was du willst? Weißt du genau, wie es sein soll?

Wenn du dir ganz sicher bist, was du in deinem Leben erreichen oder ändern möchtest, stellt sich die Frage:

Was bist du bereit dafür zu tun?

Leider bin ich nur ein kleiner Komet, kein gestiefelter Kater oder japanische Glückskatze.

Jeder ist seines Glückes Schmied.

Sprichwort

Also sind wir doch alle selbst für unser eigenes Glück verantwortlich, aber auch füreinander, miteinander.

Ich weiß selbst, wie schwierig es ist. Allerdings merke ich auch, dass ich manchmal die Frage des Wie vor dem Was beantworten möchte. Da darf ich mich eigentlich nicht wundern, wenn das nicht funktioniert.

Wenn du selbst nicht genau weißt, was du willst, wie sollen andere es dann wissen und deine Wünsche erfüllen?

Manches ergibt sich von selbst, sei offen und verpass dein Glück nicht!

Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg zu deinem persönlichen Glück findest! Du hast es in deiner Hand!


„Der Kater unterm Korallenbaum oder Wünschen will gelernt sein“ ist als 17. Buch in der Reihe der Märchenspinnerei erschienen. In dieser Reihe erscheinen Märchenadaptionen unterschiedlicher Autor*innen. Jedes Buch ist einzeln und unabhängig zu lesen. Bereits gelesen habe ich „Im Bann der zertanzten Schuhe“ von Janna Ruth.

Das Buch wurde mir als E-Book von der Autorin zur Verfügung gestellt. Link zur Seite der Märchenspinnerei mit weiteren Informationen zum Buch.

Der Kater unterm Korallenbaum oder Wünschen will gelernt sein
Christina Löw
Märchenspinnerei, Selfpublsiher, 2019
Coverdesign: Sameena Jehanzeb
ISBN: 9783964434180

Bücherschrank – Märzbuch 2019

Leider gab es kein Februarbuch. Es fiel aus, wie so einige Blogartikel auch. Darüber berichtete ich in meinen kleinen Lebenszeichen. Streng genommen haben wir nun schon beinahe Mitte April, doch das Buch habe ich tatsächlich im März gelesen, also soll es auch das Märzbuch sein. Vielleicht schaffe ich das Aprilbuch noch, ich hoffe es!

öffentlicher Bücherschrank in Bonn Dottendorf, Quiriniusplatz
öffentlicher Bücherschrank in Bonn Dottendorf, Quiriniusplatz

Man soll das Praktische mit dem Nützlichen verbinden, heißt es doch, oder? So holte ich mir mein Märzbuch auf dem Weg zu einer Fortbildung bei der Lebenshilfe Bonn am Quiriniusplatz in Dottendorf.

Enid Blyton

Eine der liebsten Autorinnen meiner Kindheit war Enid Blyton. Ausführlicher habe ich hierzu bereits schon einmal berichtet, daher kürze ich das an dieser Stelle ab. Als ich „Die Burg der Abenteuer“ im Bücherschrank stehen sah, stand die Entscheidung sofort fest.

Die Geschichte erschien erstmals 1946. Von wann die Ausgabe aus dem Bücherschrank stammt, steht leider nicht im Buch. Es ist auf jeden Fall ein sehr altes Exemplar, da bin ich mir sicher. Ich liebe alte Bücher, sofern sie noch lesbar und nicht muffig sind.

Die Burg der Abenteurer

Es ist der zweite Band der Abenteurer-Reihe. Doch die Geschichte ist auch unabhängig gut lesbar, die Figuren werden zu Beginn vorgestellt und es kommt zu einer Begegnung, die Erinnerungen an das erste Abenteuer hervorruft. Diese werden kurz berichtet, aber eben so, dass mir nichts fehlte.

Typisch Enid Blyton handelt es sich um eine Feriengeschichte. Die vier Kinder sind zwei Geschwisterpaare, zwei Jungen und zwei Mädchen. Sie kommen zum ersten Mal an diesen Ort und die Burg erweckt natürlich sofort ihre Neugier. Jack ist ein Tierfreund und begeistert sich für die Adler. Für ihn ist es noch wichtiger den Adlerhorst zu finden, als die Burg selbst zu erkunden. Der Zugang zur Burg ist verschüttet. Dinas und Philipps Mutter verbietet den Kindern zur Burg hinaus zu gehen, der Weg sei zu gefährlich.

Mit Hilfe von Tassie, die sich in der Gegend gut auskennt, finden sie einen Weg …

Was seid ihr doch für merkwürdige Kinder, daß ihr immer so Hals über Kopf in solche Abenteuer geratet!

Die Burg der Abenteuer, Seite 167
Die Burg der Abenteuer ~ Enid Blyton
Die Burg der Abenteuer ~ Enid Blyton

Es war nicht mehr dasselbe

Ich weiß nicht, ob es an dem Buch selbst oder an mir lag. Die abenteuerliche Stimmung stellte sich bei mir nicht ein. Die Seiten zogen sich so dahin, waren stellenweise sogar langweilig. Es war schade, sehr schade. Vielleicht hatte ich aber auch zu viel erwartet.

Es ist ein Roman von 1946, da sind die Rollenbilder noch ganz andere. Es fehlt an Technik und es ist ganz normal, dass die Kinder weite Wege auf sich nehmen, um in die Stadt zu kommen, wohin nur ein Zug am Tag fährt.

Zigeuner

In einigen Enid Blyton Büchern tauchten sie bereits auf, die Zigeuner, ein Garant für ein Abenteuer. Die Kinder sind meist fasziniert von ihnen, haben Warnungen erhalten, sich von diesen Menschen fern zu halten. Tassie entspricht dem Klischee eines verwilderten Mädchens, dass von Dinas Mutter erst einmal gebadet und in ein frisches Kleid gesteckt wird. Schwierig aus heutiger Sicht, aber dennoch wertvoll zu lesen, wie die Sichtweise damals war. Wofür ich Enid Blyton schätze ist, dass sie neben den gängigen Vorurteilen ihrer Zeit deutlich macht, dass auch Zigeuner wertvolle Menschen sind. Sie sind anders, aber nicht gefährlich. Aus heutiger Sicht

Rollenverstännis Anno 1946

Aus meiner Erinnerung heraus, schrieb Enid Blyton starke weibliche Figuren. Diese kontrastierte sie mit typisch weiblichen, ängstlichen, auf ihre Kleidung bedachte Mädchen, denen es wichtig war, der Mutter keinen Kummer zu bereiten. Hanni und Nanni, sowie auch Dolly waren für mich starke Figuren. Allerdings trafen sie selten und ich bin mir nicht sicher, ob in der ursprünglichen Romanen überhaupt, auf Jungen.

George von den fünf Freunden dagegen ist eine besondere Figur. Sie möchte kein Mädchen sein und wer sie Georgina nennt oder erwartet, dass sie ein Kleid trägt, verärgert sie sehr. Sie hält mit den Jungen mit, behandelt Anne allerdings besser, als die Jungen, die sie ständig beschützen wollen. Anne ist eine dieser mädchenhaften Figuren. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einigen renommierten Verlagen heute schwierig wäre eine Figur wie George unterzubringen, wenn ich manch eine Diskussion in den sozialen Netzwerken lese.

Bei den Freunden aus „Die Burg der Abenteuer“ fehlte mir eine starke weibliche Figur. Dina und Lucy sind verschieden, aber stehen beide hinter den Jungen zurück. Tassie ist anders, aber ihre Wildheit steht im Fokus. Sie hat Fähigkeiten, die die Jungen nicht haben, aber sie bleibt ein Mädchen, deren Schwächen klar benannt werden. Die Jungen scheinen keine zu haben.

Ihr Mädchen bleibt am besten hier unten stehen. (…) Phillip und ich werden hinaufklettern. Ich glaube nicht, daß die Adler uns angreifen werden, Philipp. Aber wir wollen doch lieber vorsichtig sein.

Die Burg der Abenteurer, Seite 62

In guter Erinnerung behalten?

Mich beschäftigt die Frage, ob ich die alten Bücher lieber in guter Erinnerung behalte oder doch noch einmal lesen soll. Habt ihr Lieblingsbücher aus eurer Kindheit noch einmal gelesen? Falls ja, konnte der Zauber erneut wirken oder wart ihr enttäuscht?

Kathi stellt sich derzeit ihrer Kinderbuch-Lesechallenge, allerdings mit einem geringeren zeitlichen Abstand.


Die Burg der Abenteuer
Enid Blyton
übersetzt von Lena Stepath
Erika Klopp Verlag Titel-Nr. 05117 7
„The Castle of Adventures“ erschien 1946 bei Darell Waters Ltd., London