Märchenhafter Fakrio Talk

Fakriro Talk
Danke an Mary Cronos für dieses wunderschöne Bild – seht ihr die Kometen, die sie extra für mich hinzugefügt hat?

Fakriro Online wurde spontan und mit viel Eifer aus dem Boden gestampft, in den viralen Zeiten wurde die Online-Ersatz-Buchmesse leider von Viren befallen. Doch Mary Cronos und Sarbina Schuh sind von keinem Virus der Welt aufzuhalten und so geht es ab heute weiter, neu und noch besser in der Fakriro Online Quarantäne Edition. Diesmal sprechen wir mit Sabrina und wandern direkt weiter zu anderen phantastischen Autorinnen.

Fantasy und Märchen lese ich am liebsten und freue mich, dass ich hier einige Autorinnen über ihre märchenhaften Bücher in ein Gespräch verwickeln konnte. Es gibt auch ein wenig Steampunk.

Diesmal besuchen wir im Fakriro Talk die Messestände von:

Gespräch mit Sabrina Schuh

Im ersten Fakriro Talk sprachen wir zur Eröffnung der Fakriro-Online mit der schlaflosen Mary Cronos. Diesmal habe ich für euch Sabrina Schuh eingefangen, die wie ein Wirbelwind mit Mary durch die Messehallen flitzt. Sabrina hatte übrigens die Idee zu Fakriro, der Bühne für Selfpublisher auf physischen Buchmessen.

(c) Sabrina Schuh
(c) Sabrina Schuh

Mit der Fakriro online haben du und Mary innerhalb kürzester Zeit etwas grossartiger auf die Beine gestellt. Dann war die Seite auf einmal im „Reinigungsmodus“, was ist schief gelaufen?

Sabrina Schuh: Wir haben ja kein großes Geheimnis darum gemacht, daher beantworte ich die Frage gerne. Wir hatten einen Virus. Leider wurde der uns von etwas immer wieder reingespielt, auf das wir nicht verzichten konnten zum damaligen Zeitpunkt. Also haben wir großflächig alles gewechselt, was man wechseln konnte inkl. Host und nun sind wir wieder fit und unser Kammerjäger sitzt vorsorglich auch in der Ecke und wartet.

Stand der Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh
Stand der Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh

Es läuft schief, aber ihr gebt nicht auf, macht weiter und macht es noch großartiger. Was erwartet uns bei der neuen Version von Fakriro online?

Sabrina Schuh: Die neue Version ist unsere „Fakriro Online Quarantäne Edition“. Wir bieten ein buntes Programm für die ganze Familie: Morgens Fachvorträge für alle Autoren und Interessierten, Nachmittags ein buntes Kinderprogramm mit Märchen, und Lesungen sowie Nachhilfe und Wissenformaten von Kids für Kids. Am Abend dann sind die Teeanger und Erwachsenen dran. Lesungen, Podcasts, Livesendungen gemeinsam mit Livory – und natürlich wieder virtuelle Messestände, an denen ihr z.B. direkt bei den Autoren und Kleinverlagen shoppen oder spannende Dienstleister rund um die Branche kennenlernen könnt.

Märchenadaptionen von Sabrina Schuh, Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh
Märchenadaptionen von Sabrina Schuh, Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh

Du hast selbst ein Buch pünktlich zur Messe veröffentlicht, erzähl mir bitte was dazu.

Sabrina Schuh: Ja, das stimmt. „Unter gläsernen Fassaden“ ist ein realistisches Jugendbuch mit einer Märchengrundlage. Ich greife die Motive von Aschenputtel und Dickens Weihnachtsgeschichte auf und setze sie in eine moderne Erzählung rund um häusliche Gewalt, mathematische Rätsel und hochbegabte Kinder um. Nachdem ich es allgemein nicht so mit festen Rollenbildern habe, habe ich beschlossen, dass mein Aschenputtel Moritz heißt, statt einem Schuh ein verschlüsseltes Notizbuch verliert und als einziges „magisches“ Hilfsmittel, das Internet hat. Gefunden wird das Notizbuch übrigens von Josie, die aber keine Prinzessin ist, dafür aber auf einem Internat für hochbegabte Teenager und einen Fabile für Kryptografie hat. Mein Ebenezer-Scrooge-Pendant ist übrigens auch weiblich, aber mehr verrate ich an der Stelle nicht.

Ich liebe Dickens Weihnachtsgeschichte und meine liebe Kathi Cinderella in allen Variationen.

weiterführende Links

Webseite
Facebook
Instagram

Fakriro Online
Fakriro

Webseite der Märchenspinnerei

Im Gespräch mit Patricia Strunk

Patricia habe ich am Stand von Qindie getroffen. Katharina Gerlach hat uns ja bereits etwas über das Gütesiegel für Selfpublisher erzählt.

(c) Patricia Strunk
(c) Patricia Strunk

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Patricia Strunk: Ich denke mir, dass dein Blick auf die Cover gefallen ist. Vielleicht gefällt dir das Cover von „Nixenherz“ besonders gut, denn das sieht märchenhaft aus.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Patricia Strunk: Hallo, liebe Stephanie. Schön, dich kennenzulernen. Ich bin Patricia. Ich schreibe im Genre Fantasy und veröffentliche meine Romane im Self-Publishing. Die „Inagi“-Trilogie ist High Fantasy in asiatischem Setting, in der es um aktuelle Themen wie die Ausbeutung von Mensch und Natur und die Angst vor dem Fremden geht. Der Zweiteiler „Nixenherz“ ist ein von keltischen Motiven inspiriertes Märchen.

Nixenherz (c) Patricia Strunk
Nixenherz (c) Patricia Strunk

Erzähle mir bitte mehr zu Nixenherz.

Patricia Strunk: In „Nixenherz“ geht es um verratenes Vertrauen, Rache und eine Liebe über den Tod hinaus. Ein König reißt einer Flussnixe das Herz aus dem Leib, um sich ihre Magie anzueignen. Sie ersteht 25 Jahre später im Körper eines ertrunkenen Mädchens wieder auf. Die Nixe muss ihr Herz zurückgewinnen oder sie stirbt erneut, aber ihr kommt der Sohn des Königs in die Quere, ein ambivalenter Charakter, der unter dem Bann dunkler Mächte steht. Neben Nixen spielen Kelpies, Fae und Fomori (ein geheimnisvolles Volk der irischen Mythologie) eine Rolle.

Das klingt sehr märchenhaft. Kannst du deine Geschichte mit klassischen Märchen vergleichen?

Patricia Strunk: In gewisser Weise schon. Im Kern geht es in der Geschichte um Liebe und Vertrauen – ein Thema vieler Märchen. Darüber hinaus spielt Nixenherz mit weiteren Motiven und Figuren klassischer Erzählungen und setzt sie zueinander in eine neue Beziehung. Zwar greifen übernatürliche Kräfte in das Leben von Menschen ein, aber Protagonistin ist ein übernatürliches Wesen selbst, und gut und böse sind nicht so klar voneinander abgegrenzt wie im Märchen.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Patricia Strunk: Mir haben die Steampunk-Märchenadaptionen von Katharina Gerlach gut gefallen.

Herzlichen Dank, mit Katharina habe ich bereits über Qindie gesprochen, aber versäumt mit ihr über ihre eigenen Bücher zu sprechen, das sollte ich dringend nachholen.

Qindie Autor*innen mit ihrem Boris (c) Patricia Strunk
Qindie Autor*innen mit ihrem Boris (c) Patricia Strunk

weiterführende Links

Autorenwebseite
Facebook
Instagram

Webseite von Qindie
Qindie auf Twitter
Qindie auf Instagram
Qindie auf Facebook

Gespräch mit Katharina Gerlach

Nachdem Katharina mir so nett erklärt hatte, was es mit Qindie auf sich hat, habe ich tatsächlich versäumt sie nach ihren eigenen Büchern zu fragen. Also gehe ich noch einmal an der großen Standfigur vorbei und kehre zu Katharina zurück. Aus einer Randbemerkung erfuhr ich, dass sie es kürzlich mit einer unveröffentlichten Kurzgeschichten in den USA bis ins Halbfinale eines Wettbewerbs mit mehr als 1000 Teilnehmer*innen schaffte. Darauf ist sie als Nicht-Muttersprachlerin ein wenig stolz drauf, wie ich finde zu Recht!

(c) Qindie

Was hat es eigentlich mit dieser Figur auf sich?

Katharina Gerlach: Boris ist eine zwei Meter große, männliche Standfigur in der abgewetzten Uniform des Russischen Zaren. Einer seiner Arme fehlt. Statt dessen hat er einen mechanischen Arm, in dem eine Glasphiole blau glüht.

Wir haben ganz viel über Qindie gesprochen, aber gar nicht über Bücher.

Katharina Gerlach: Bei uns findest du viele tolle Bücher, von Märchenadaptionen, Kinderbüchern, Fantasy in allen Spielarten, über Nischenprodukte wie SciFi-Erotik bis hin zu Sachbüchern.

Katharina Gerlach
(c) Katharina Gerlach

Was schreibst du denn selbst?

Katharina Gerlach: Ich persönlich schreibe hauptsächlich Phantastik und historische Romane, oft auch gemischt. Erst kürzlich habe ich eine 12-bändige Reihe von Novellen mit Märchenadaptionen abgeschlossen. Seit neuestem schreibe ich unter dem Pseudonym Leonie Joy Romantasy. Aber wie man sieht finden sich bei Qindie zahlreiche Genres. Es ist eigentlich für die meisten Leser*innen etwas dabei.

Du hast ja schon fleißig einiges veröffentlicht. Welches war denn dein Debütroman?

Katharina Gerlach: Mein erstes Buch war der historische Roman „Engels Freiheit“, der auf der Familiengeschichte meiner besten Freundin basiert. Darin geht es um den Freikauf der Familie Waldmann aus der Leibeigenschaft in der Zeit von 1799 bis 1803 im Osnabrücker Land.

Engels Freiheit (C) Katharina Gerlach
Engels Freiheit (C) Katharina Gerlach

Die Hauptfigur, Anna Engel Waldmann, erlebt wie ihr Vater auf Bitten seines Besitzers, dem Grafen von Langelage (übrigens einem angeheirateten Verwandten des Barons von Münchhausen), dem Freikauf zustimmt. Doch als der Handel dann schriftlich festgelegt werden soll, hat der Graf die Familie bereits weiterverkauft, brauchte er doch dringend Geld, um Schulden zu tilgen. Engels Vater verklagt daraufhin den Grafen auf Wortbruch, woraufhin sich ein jahrelanger Rechtsstreit entwickelt (die Unterlagen des Gerichtsstreits lagen komplett auf dem Dachboden meiner Freundin). Für Engel wird dies eine Zeit großer Umwälzungen, in der sie erwachsen werden muss.

Zusätzlich hat diese Zeit im Osnabrücker Land ein paar interessante geschichtliche Ereignisse auszuweisen. So gab es zu der Zeit das sogenannte Simultaneum, die gleichzeitige Nutzung der Dorfkirche durch evangelische und katholische Gläubige. Der zuständige Geistliche war nach dem Westfälischen Frieden 1648 danach bestimmt worden, welche Konfession gerade einen Vertreter vor Ort hatte. Dadurch wurde die überwiegend evangelische Gemeinde des Ortes bei Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen von einem Priester betreut. Das hat vielen nicht gefallen.

Die Recherchen und das Schreiben dieses Romans hat insgesamt fünf Jahre gedauert. Der Roman erschien ursprünglich in einem kleinen regionalen Verlag, der vor zwei Jahren leider Konkurs angemeldet hat. Seither habe ich „Engels Freiheit“ mit einem neuen Titelbild und einem überarbeiteten und erweiterten Anhang (mit Karte, Fakten, Stammbaum und Zeichnungen) neu herausgebracht. Der Folgeband „Viktors Wut“ wird in nächster Zeit eine Erneuerung erfahren und dann ebenfalls von mir selbst herausgebracht.

Und welches ist dein aktueller Messetitel?

Katharina Gerlach: Zur Leipziger Buchmesse hätte ich dieses Jahr noch einmal den Abschlussband meiner 12-bändigen Reihe von Novellen mit Märchenadaptionen vorgestellt. Er erschien 2019 kurz vor der Leipziger Buchmesse und konnte deshalb dort nicht wirklich gut präsentiert werden. Er erzählt die Geschichte einer jungen Zarewna, die mit einem gläsernen Herzen geboren wird, sich davon aber auf keinen Fall einschränken lassen will. Als sie dann dem Glasbläser Nikolej über den Weg läuft, beginnt sie zu erkennen, dass es Gründe für ihre Behinderung gibt.

Obsidianherz (c) Katharina Gerlach
Obsidianherz (c) Katharina Gerlach

Außerdem hätte ich die erste Novelle unter meinem neuen Pseudonym vorgestellt, einer Romantasy Novelle mit Zeitreiseelementen. Ich liebe Zeitreisen, finde es einfach nur cool, was man den Figuren einer Geschichte damit an Schwierigkeiten in den Weg legen kann, und daher war es naheliegend, mein Romantasy-Pseudonym damit beginnen zu lassen.

Die Geschichte dreht sich um Heather, deren beste Freundin 150 Jahre vor ihr geboren wurde. Als Heather dann verheiratet werden soll und ihr klar wird, dass sie längst einen jungen Mann aus der Vergangenheit liebt, muss sie einen Weg finden, die Zeit selbst zu überlisten.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Katharina Gerlach: Nun, da du Boris so bewundert hast, empfehle ich dir gleich seine Geschichte aus dem Genre Steampunk. Der Arme musste schon als 6-jähriger in die Russische Armee eintreten und hat nichts gelernt, außer zu überleben. Glücksfresser nennen ihn die anderen. Seinen Arm verliert er bei einem Experiment, zu dem er als „Freiwilliger“ geschickt wird. Er ist der einzige Überlebende. Trotz allem ist seine Devise: Lang lebe der Zar.

Boris & Olga, Tod den Zaren (c) Selma J. Spielweg
Boris & Olga, Tod den Zaren (c) Selma J. Spielweg

Dann lernt er Olga kennen, die keinen Hehl daraus macht, dass sie den Zaren nicht ausstehen kann. Die beiden laufen sich immer wieder über den Weg und werden ganz langsam und zaghaft zu Freunden, wobei Boris das kleine Mädchen für eine Haluzination hält.

Doch dann läuft ihnen der Zar über den Weg. gleich doppelt. Und beide sind echt …

Boris und Olga ist eine Freundschaftsgeschichte in einer Steampunk Welt, die so herzerwärmend schön ist, dass die Rettung der Welt zur Nebensache werden würde, wäre sie nicht so spannend geschrieben. Das Gute ist, dass jeder Band in sich abgeschlossen ist, auch wenn sie aufeinander aufbauen. Noch besser ist, dass die Serie süchtig macht.

weiterführende Links

Webseite
Facebook

Webseite von Qindie
Qindie auf Twitter
Qindie auf Instagram
Qindie auf Facebook

Gespräch mit Sylvia Rieß

Sylvia Rieß gehört wie auch Sabrina Schuh zu den Märchenspinnern, einer Gruppe unabhängiger Autor*innen, die unter dem Label „Märchenspinnerei“ Märchenadaptionen herausbringt. Ich habe bereits viel von Silvia gehört, leider bisher noch nichts gelesen.

Sylvia Reiß mit Leserin und "Stern von Erui" am Messestand (c) Sylvia Reiß
Sylvia Reiß mit Leserin und „Stern von Erui“ am Messestand (c) Sylvia Reiß

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Sylvia Rieß: Vermutlich würde dich das laute Glucksen meiner 5-Monate alten Tochter bezirzen, die mir anschließend ihr Frühstück einmal quer über mein weißes Fantasy-Kleid spuckt und noch lauter kichert.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Sylvia Rieß: Hallo Stephanie. Ich bin Sylvia. Ich schreibe Fantasy unter meinem Klarnamen Sylvia Rieß. Meine Bücher sind mittlerweile in vielen Sub-Genre der Fantasy zuhause. Magst du es eher episch und willst die Welt retten, suchst du märchenhafte und moderne Geschichten, oder möchtest du mal wieder herzlich lachen? Habe ich alles da. Und was du bei mir nicht findest, damit können dir bestimmt meine Standkollegen helfen. Jan Gießmann schreibt wundervolle Grim&Gritty Fantasy, Sabrina Schuh hat romantische, aber auch gesellschaftskritische Jugendromane und Janna Ruth und Tina Skupin kennt man ja auch mit ihren Bücher der Märchenspinnerei, bzw. ihren Titeln außerhalb davon wie Ashuan und Valkyrie. 🙂 

Ein tolles Angebot, das mag ich alles gerne lesen und ein paar Märchenspinnerei-Bücher habe ich bereits gelesen. Aber was ist Grim&Gritty Fantasy?

Sylvia Rieß: Oha. Also: In der Phantastik gibt es ca 53 Subgenre. Darunter z.B. High Fantasy. Ganz klassischer Vertreter Herr der Ringe. Es gibt die Guten, die Bösen und es gibt wenig moralische Probleme wenn erstere letztere umbringen (okay, auch das stellt der Herr der Ringe schon an mancher Stelle infrage) Aber prinzipiell geht es immer um ein höheres Ziel und die Rettung der Welt. Bei Grim&Gritty ist es eher: Die Welt an sich ist zwar eine Fantasywelt mit Magie und fantastischen Wesen, aber das alles ist von Haus aus einfach nicht nur toll und schön. Die Welt selbst ist stellenweise düster, verdorben, roh und auch mal gewalttätig und den perfekten Zustand kann auch der Protagonist meist nicht wieder herstellen. Er versucht nur, in dieser Welt zu überleben und sich seinen eigenen – auch nicht immer ganz so kleinen – Problemen zu stellen. GoT könnte man schon eher in diese Richtung einordnen. Wobei auch in den modernen Fantasy-Romanen die Grenzen zwischen Subgenres immer mehr fließend sind.

Danke für die Erklärung, aber lass uns nicht zu viel über die anderen Bücher sprechen. Erzähle mir bitte etwas zu deinem Buch.

Sylvia Rieß: Du hast erwähnt, dass du gern Fantasy mit versteckter Gesellschaftskritik liest. Die hast du bei uns am Stand zwar tatsächlich in jedem Buch, denn wir alle finden, dass Fantasy einfach mehr sein kann, als Genre Literatur. Aber ich erzähle dir jetzt mal was über „Der Stern von Erui“. Nein, das tolle Cover mit dem Drachen ist nicht der erste sondern der dritte Teil, aber ja, ich liebe das Cover auch am meisten. Nichtsdestotrotz beginnt alles mit dem Band Heimkehr. Worum es geht? Nun ja stell dir vor, ein Mädchen, dass aus deinem Freundeskreis vor Jahren verschwunden ist und eigentlich für ermordet gehalten wurde, kehrt zurück, ganz plötzlich. Vier Jahre später sitzt ihr wieder gemeinsam an einem Tisch in der Schule. Bekannt ist nur, dass sie wirklich etwas Schreckliches erlebt haben muss, aber keiner weiß so genau was. Sie erzählt auch nichts darüber und wenn man versucht, die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen, dann ist sie schroff und abweisend. Bleibt man aber hartnäckig, dann wird man so manch Seltsames erleben. Kreaturen werden den eigenen Weg kreuzen, die einen an allem zweifeln lassen, was man bisher glaubte, über die Welt zu wissen und dann plötzlich zieht Nebel auf … und wenn er vergeht, ist man nicht mehr in der Welt, in der man gerade noch gestanden hat.

Tja – so beginnt die Geschichte vom Stern und sie wird einen auf verworrenen Pfaden durch eine fremde und wunderschöne aber auch brandgefährliche Welt führen. Ob diese noch zu retten ist vor dem Schatten, der sie bedroht, und was man selbst als Mensch mit diesem Schatten zu tun hat, das muss man auf über 1600 Seiten nach und nach herausfinden. Wahrheiten, die man für absolut hielt, werden in Frage gestellt und die Menschen, die man einmal zu kennen glaubte, tragen hintern den Schleier neue Namen. Das buch spielt dabei gerne mit Klischees, nur um sie zu brechen und die Erwartungen des Lesers zu enttäuschen. Doch damit will es vor allem zum Nachdenken anregen über sich, über die eigene Welt und über das Miteinander.

Die Chroniken von Erui (c) Sylvia Rieß
Die Chroniken von Erui (c) Sylvia Rieß

Du hast Recht, das trifft meinen Lesegeschmack sehr gut. Ist die Reihe mit 1600 Seiten jetzt abgeschlossen?

Sylvia Rieß: Ja ist sie. Es erzählt eine Geschichte, die in unserer Jetzt-Zeit beginnt, quasi aus unserer Menschenwelt heraus startet und dann über die Grenze nach Erui führt. – Also in dem Sinne auch kein reines High Fantasy, weil ich die Verbindung zu unserer Welt dabei habe. Auch hier gibt es ein ABER, denn aus Erui ist viel mehr geworden. Die Welt existiert parallel zur Menschenwelt und hat eine fast 10.000 Jahre lange Geschichte. Diese habe ich natürlich immer vor Augen beim Schreiben und weitere Schlüsselereignisse dieser Geschichte führen nun zu neuen Romanen, Romanreihen oder ergänzenden Kurzgeschichtensammlungen. All das wird wohl irgendwann ein großes Gesamtwerk und läuft unter „Die Chroniken von Erui“. Die nächste Trilogie „Das Herz des blauen Drachen“ spielt dabei zeitlich rund 1000 Jahre vor dem Stern und befasst sich mit den Ewigen Wächtern, die in der Trilogie eine wichtige Rolle spielen aber gar nicht in ihrer ganzen Tiefe aufgearbeitet werden konnten. 🙂 

Klasse, eine Welt und unbegrenzte Möglichkeiten neue Geschichten zu erzählen. Habe ich es richtig im Kopf, dass dein Märchen, das erste war, dass in der Märchenspinnerei erschienen ist? Magst du mir davon auch erzählen, leider habe ich es bisher nicht gelesen.

Sylvia Rieß: Ja, der ‚Lurchi‘ hat damals den Anfang gemacht. Das kam so: Überall ploppten die Märchenadaption auf einmal wie Pilze aus dem Boden. Aufwändige Cover mit zumeist Prinzessinnen in Ballkleidern. Und ich dachte mir: Aber müssen es immer Prinzessin sein? Müssen es immer Lovestories sein? Märchen haben ja von Haus aus eigentlich immer eine Moral und eine tiefere Botschaft. Ich wollte ein Märchen schreiben, das anders ist, sich mit Randfiguren unserer Gesellschaft befasst, auf moderne Probleme hinweist und für unsere moderne Zeit eine Moral hat. In diesem Fall: Denkt einmal über euer Verhalten in den sozialen Medien nach. Fällt nicht immer gleich euer Urteil über Menschen, die ihr kaum kennt. Nehmt euch Zeit für einander und lasst euch auf den anderen ein.  In diesem Fall muss mein frecher Protagonist Fynn mit der großen Klappe das halt auf die harte Tour lernen, als er auf dem Schulklo in einen Lurch verwandelt wird. Keiner kennt sich mit Axolotln aus, außer Leonie – das Mädchen, über das er sich bisher immer lustig gemacht hat. Und so landet er in ihrem Aquarium und in ihrem Leben.

Auch wenn ich bisher noch nicht so viele Märchenspinnerei-Bücher gelesen habe, schätze ich genau diesen Gedanken, den du gesät hast, Märchen wieder zu dem zu machen was sie waren, Geschichten über problematische Themen, keine Heile-Welt-Liebesgeschichten.

Der Axolotlkönig (c) Sylvia Rieß
Der Axolotlkönig (c) Sylvia Rieß

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Sylvia Rieß: Du solltest dringen noch Tina Skupins „Valkyrie“ mitnehmen. Etwas cooleres im Bereich Fantasy/nordische Mythologie wird in den nächsten Jahren nicht auf den Markt kommen. ^^

Oh, da stimme ich dir zu, Valkyrie ist wirklich ein tolles Buch und ich bin gespannt auf den dritten Band der Reihe!

Mit Tina Skupin habe ich übrigens eine ganz außergewöhnliche Aktion gemacht und ihr eine kleine Schreibaufgabe gestellt. Frida und ihre Truppe legen mit ihrem Drachenboot in Bonn am Rhein an … Lest selbst.

weiterführende Links

Webseite
Facebook

Märchenspinnerei

„Meine“ Beiträge zu Büchern aus der Märchenspinnerei

„Im Bann der zertanzten Schuhe“ ~ Janna Ruth
„Der Kater unterm Korallenbaum“ ~ Christina Löw


Hier geht es zur Fakriro-Online in der Quarantäneedition (mindestens bis Ostern 2020). Schaut euch um und habt eine gute und gesunde Zeit!

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Gespräche an virtuellen Buchmesseständen

Fakriro Onlinemesse #FakriroTalk Virtuelle Standgespräche auf der #LBM20Reloaded

Die Leipziger Buchmesse 2020 musste leider ausfallen. Die Buchszene im Netz hat sich einiges einfallen lassen, um virtuellen Ersatz zu schaffen und das begeistert mich! Auch wenn ich selbst nicht zur Messe gefahren wäre, beteilige ich mich bei der Online-Messe mit einer eigenen Idee. Auf Fakriro Online findet ihr virtuelle Messestände von Autor*Innen, Verlagen und Anbietern verschiedener Services für Autor*innen.

Ich möchte euch mit meinem Beitrag mitnehmen auf die virtuelle Messe, hierzu habe ich virtuelle Standgespräche geführt und nehme euch mit. Stellt euch vor, ihr steht neben mir an den Ständen und lauscht. Die Bücher sind zum Greifen nah.

Gespräch mit der unermüdlichen Mary Cronos

Mary Cronos auf ihrem Messestand (c) Mary Cronos
Mary Cronos auf ihrem Messestand (c) Mary Cronos

Die alternative virtuelle Buchmesse Fakriro Online ist die wahnsinnige und turboschnelle Umsetzung einer Idee von Mary Cronos. Gemeinsam mit Sabrina Schuh hat sie sich die Nächte um die Ohren geschlagen und tatsächlich ist es mir gelungen sie kurz zu erwischen (na gut, sie ist freiwillig kurz stehen geblieben in ihrer Rennerei).

Hallo Mary, es freut mich sehr, dich in diesem Trubel zu treffen und kennen zu lernen. Danke, dass du einen Moment Zeit für mich hast. Du hast dir mit deinem kleinen Team die Nächte um die Ohren geschlagen und etwas ganz großartiges mit der Fakriro Online auf die Beine gestellt. Warum machst du das alles? Habt ihr eine Armee an Heinzelmännchen?

Mary Cronos: Hallo liebe Stephanie, die Freude ist ganz meinerseits! Ein Wunder, dass Du mich hier gefunden hast. Tja. Unser Kernteam besteht tatsächlich aus drei Menschen. Keep it simple. Sabrina (Schuh) kam nach der BuchBerlin mit der Idee zu Fakriro auf mich zu und hatte mich dummerweise so ziemlich auf Anhieb überzeugt. Damit fing der irrwitzige Plan an, innerhalb eines knappen Monats (und über Weihnachten und Silvester hinweg) eine GbR zu gründen und einen Messesupport für Selfpublisher auf die Beine zu stellen. Um ehrlich zu sein, war schon das ziemlich verrückt. Eine Onlinemesse innerhalb einer knappen Woche auf die Beine zu stellen, hat unsere eigene Verrücktheit dann wohl nochmal auf eine neue Stufe gehoben. Und ohne ihren Mann, der uns tapfer Tag und Nacht zur Seite stand, wäre es sicher schwierig geworden. Aber nicht nur er war in der vergangenen Woche dabei: Wir haben viele fleißige Helferlein da draußen, die für uns nach weiteren Ausstellern und Bloggern gesucht haben, die für uns Plakate und Postkarten gedruckt und in ihren Städten verteilt haben, die uns helfen, die vielen eingehenden Ausstellerbewerbungen in die Website einzupflegen. Vielleicht keine Armee, aber eine gut ausgewählte Gruppe an wirklich guten, engagierten Menschen. Und wie sich daraus eine Kooperation nach der anderen ergab, gibt unserer Idee doch recht.

Du fragst nach dem Warum. Der Auslöser war natürlich die Absage der Leipziger Buchmesse. Aber auch davon abgesehen ist unser Warum größer: Ich hab eine Allergie gegen Missgunst und Konkurrenzdenken in der Kreativbranche. Kreativität lässt sich nicht vergleichen und je mehr kreative Geister sich miteinander verbinden, desto größeres kann entstehen. Ich liebe diese Art des Netzwerkens und Zusammenarbeitens. Die Messe in Leipzig fällt vielleicht aus. Aber was hier gerade geschieht, ist das schon beinah wert. (Und das sage ich, obwohl mich dieses Messe-Aus wirklich viel kostet.)

Mary Cronos hält ihr Buch Houston Hall geöffnet in der Hand und liest
(c) Mary Cronos

Fakriro ist nicht nur der Name der Messe. Wer seid ihr und was macht ihr?

Mary Cronos: Ich glaube, knackiger und präziser als auf unserer Website bekomme ich es nicht hin (wir haben laaange daran gefeilt): 

Fakriro, das ist dein Theater auf den großen Buchmessen: Ausstellungsraum, Buchhandlung, Lounge und Bühne in einem – für Selfpublisher*innen only. Fakriro zeigt das Beste, was Selfpublishing zu bieten hat und will so ein Spiegel für die Qualität von modernem Selfpublishing sein. Aber es zeigt die literarischen Schätze des Selfpublishings nicht nur. Fakriro macht die ausgestellten Titel erlebbar: Durch Lesungen, Signierstunden, Meet&Greets und natürlich Buch-Shopping.

Fakriro

Daher die herzliche Einladung an alle Selfpublisherinnen und Selfpublisher, die nun über Fakriro Online stolpern: Lasst uns doch zusammen nach Frankfurt gehen. 🙂

(c) Mary Cronos
(c) Mary Cronos

Du scheinst mir auch sonst eine vielseitig kreative Frau zu sein. „Artist, writer, creative chaos in person. trying to do too much things at same time.“, steht in deinem Profil.  Arbeitest du gerne an verschiedenen Projekten gleichzeitig?

Mary Cronos: Ja, ich glaube, bei mir ist irgendwann die Funktion kaputt gegangen, einfach eine Sache zufriedenstellend zu erledigen. Mit jeder neuen Erfahrung kommen neue Projekte, neue Fähigkeiten. Und ich sehe es gar nicht ein, mit dem Lernen aus solchen Erfahrungen aufzuhören. Momentan bin ich (obwohl eigentlich studierte Theologin) freischaffende Künstlerin in den Bereichen Fotografie, Design und Illustration, Podcasterin und Autorin – und Fakriro-Mama. Schon jetzt weiß ich, dass spätestens 2021 zwei weitere Projekte dazukommen werden. Womöglich sogar drei. Ich bin gespannt, wie sich all meine Tätigkeitszweige weiterentwickeln werden. Das ist ja das Schöne an der Kreativität: Lässt man sie erstmal ein, hört sie gar nicht mehr auf. 

Eigentlich wolltest du doch ein Crowdfunding für dein Hörbuch starten. Erzähl mir doch etwas über dein Buch.

Mary Cronos: Tjaaa. Das Crowdfunding startete mehr oder weniger still und heimlich am vergangenen Donnerstag auf Startnext. Die liebe, talentierte Fanny Bechert wird meinem „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ ihre Stimme verleihen. Dieser Titel war mein Verlagsdebüt Anfang 2018. Jetzt habe ich mir ein paar der Nebenrechte zurückgeholt, weil ich meine Leserinnen und Leser nicht mehr warten lassen wollte. Ich wollte ihnen ein Hardcover und ein Hörbuch schenken und nun ist am 11.03. mein Hardcover erschienen und seit dem 05.03. läuft das Hörbuchcrowdfunding. Das macht mich sehr stolz – und zugleich bin ich etwas traurig, dass ich gerade so wenig Zeit für diese beiden Veröffentlichungen habe. Ich hoffe, meine Leserinnen und Leser haben mehr Zeit dafür. Es würde sich lohnen.

Houston Hall ist nämlich so ein Buch, das man in keine Schublade stecken kann. Es verbindet viele Genre miteinander – so wie ich es selbst auch als Leserin mag: Ein Krimi vor der Kulisse der schottischen Lowlands der 60er, schottische Mythologie, ein 300 Jahre altes Familiengeheimnis und natürlich Liebe für den Genuss des Ganzen.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn mich der eine oder die andere bei meinem Crowdfunding unterstützen würde. Ich glaube, ich habe mir ein paar schöne Dankeschöns ausgedacht – auch für die, die das Buch noch nicht kennen.

Houston Hall ~ Mary Cronos (c) Mary Cronos
Houston Hall ~ (c) Mary Cronos

Herzlichen Dank für deine Zeit!

Weiterführende Links

Autorenseite von Mary Cronos
Kreatives von Mary Cronos
Blog von Mary Cronos
Podcast von Mary Cronos

YouTube
Flickr
Twitter
Facebook
Instagram

Crowdfunding zum Hörbuch „Houston Hall“

Fakriro

Autorenseite von Sabrina Schuh

Gespräch mit Autor Matthias Zimmermann

Kryonium, Bild vom Messestand auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (c) Matthias Zimmermann
Kryonium, Bild vom Messestand auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (c) Matthias Zimmermann

Bei Matthias Zimmermann bleibe ich stehen, weil das Cover meine Aufmerksamkeit fordert. Die Schneekugel, ein unbekanntes Wort „Kryonium“, und dann noch die Worte „Die Experimente der Erinnerung“, da feuern meine Neuronen und wollen mehr wissen. Ich möchte die Schneekugel schütteln und wissen was passiert, doch die Schneekugel hat ein Schloss und der Schlüssel liegt daneben. Was bedeutet das? Mein Wissenschaftlerinnenherz will mehr über die Experimente erfahren und bei Erinnerungen sind wir doch gleich mitten in der Psychologie.

Mit dem Buch in der Hand nutzen wir doch gleich mal die Gelgenheit mit dem Autor darüber zu sprechen:

Hallo, das ist ein tolles Cover! Wofür steht Kryonium? Ist es ein Fremd- oder Kunstwort?

Matthias Zimmermann: „Kryonium“ ist ein Kunstwort. Bildlich gesehen, ist es das Fadenkreuz, an dem alle Erzählstränge hängen. Herauszufinden, was es damit genau auf sich hat, ist Teil der Geschichte und darf vorab nicht verraten werden 😉

Aber was man diesem Wort schon mal entnehmen kann, ist, „Kryo“, was „Kälte“ bedeutet – passend zur Schneekugel und der schneeverwobenen, kühlen Atmosphäre in der Geschichte.

Das macht neugierig und klingt nach einer unheimlichen Geschichte? Spielst du mit Ängsten?

Matthias Zimmermann: Das könnte man so sagen. Aber die Ängste gehen hier weniger von den Figuren aus, als vielmehr von den Räumen und Landschaften, die sich wie ein seltsamer Organismus verändern.

Auf dem Klappentext steht etwas von Virtualität. Es klingt für mich als wisse deine Figur nicht mit Sicherheit, ob sie sich noch in der realen Welt befindet.

Matthias Zimmermann: Das ist richtig. Die Figur weiß es nicht. Wissen wir es denn mit Sicherheit? Schon Platon hatte sich in der Antike Gedanken zu solchen Fragen gemacht. Womöglich erwachen wir erst dann, wenn wir gestorben sind.

Herrlich, ich liebe solche komplexen Ansätze. Die Räume und Landschaften hast du zuerst als Kunstwerke geschaffen und dann in den Roman eingebaut?

Matthias Zimmermann: Ich komme von der Malerei und Digitalkunst her. Als Künstler sucht man per se nach neuen Innovationen, versucht gängige Muster zu durchbrechen und neue Wege zu finden. Mein Ziel war es also, eine Geschichte entgegen der gängigen Muster zu entwerfen. Acht Jahre habe ich an dem Roman geschrieben und mich mit zahlreichen Büchern über Storytelling beschäftigt. Das brachte mich auf die Idee, die Erzählstränge wie ein Uhrwerk zusammenzusetzen, in dem jedes Objekt, jede Figur, jeder Raum und einfach alles miteinander verflochten ist. Die Zeit ist dann auch wie ein Klebstoff, der das Erzählkonstrukt zusammenhält – und es in sich zusammenbrechen lässt, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Die Ideen zu dem Roman, entstammen meinen Bilderwelten. Darauf zu finden sind ähnliche Objekte und Figuren wie im Roman.

(c) Matthias Zimmermann

Mit Storytelling befasse ich mich auch gerade, ein spannendes Feld. Lag ein Teil der Geschichte bereits in den Bildern oder erhielten sie im Roman teilweise eine neue Bedeutung?

Matthias Zimmermann: Einige Aspekte aus den Bilderwelten meiner Gemälde habe ich für die Geschichte in meinem Roman verwendet. Etwa das Motiv der Schneekugel, das prominent auf dem Cover platziert ist. Davor steht ein Schlüssel, es dreht sich alles um das Aufschlüsseln von Dingen, Informationen und Fragen. Die Dramaturgie von der ersten bis zur letzten Seite ist eine einzige, große Entschlüsselung. Auf dem Schlüssel die Zahl „1001“, auch das hat was zu bedeuten. Dann sehen wir auf dem Cover eine Schneefläche, die wie Papier umgeblättert wird; dahinter erscheint eine neue, ganz andere Ebene. Auch das ist ein Aspekt der Geschichte.

Das klingt alles großartig! Ich danke dir für deine Zeit.

Matthias Zimmermann: Immer gern doch, Stephanie!

Kryonium - aufgeschlagenes Buch (c) Matthias Zimmermann
Kryonium – aufgeschlagenes Buch (c) Matthias Zimmermann

Weiterführende Links

Autorenseite von Matthias Zimmermann
Buchtrailer zu Kryonium (Youtube)
Matthias Zimmermann auf Instagram
Kryonium ist im Kulturverlag Kadmos erschienen

Gespräch mit Anke Schlachter über den Chaospony Verlag

(c) Chaospony Verlag
(c) Chaospony Verlag

Vom Chaospony Verlag habe ich bisher noch nichts gehört und auch nichts gelesen. Auf den ersten Blick wird deutlich: Hier geht es um Fantasy. Also bleiben wir stehen und schauen uns den Stand genauer an. Mir springt direkt ein Buch ins Auge: Cinderella hält eine Axt hinter dem Rücken. Mit diesem Buch in der Hand beginnen wir ein Gespräch mit der Lektorin Anke Schlachter:

Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen (c) Chaospony Verlag
Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen (c) Chaospony Verlag

Hallo, vom Chaospony Verlag habe ich bisher noch nie gehört. Seid ihr noch neu auf dem Markt oder habt euch bisher nur vor mir versteckt?

Anke Schlachter: Hallo Stephanie, uns gibt es seit 2017. Wir wären dieses Jahr das zweite Mal auf der LBM gewesen. Möchtest du mehr zur Prinzenanthologie wissen?

2017, na dann wird es Zeit euch mal kennen zu lernen. Ja bitte, erzähl mir mehr über die Prinzenanthologie.

Anke Schlachter: Bei dem Projekt hatten wir die verrückte Idee, wie Märchen aussehen würden, wenn nicht alles Friede Freude Eierkuchen wäre und vor allem die Prinzessin nicht willig aus ihrem Turm gerettet wird. Herausgekommen ist eine herrliche Mischung von ganz unterschiedlichen Geschichten. Mal spannend, mal lustig, immer mit einem zwinkernden Auge zu sehen. Wir haben hier 29 Geschichten von ich glaube 26 Autoren und Autorinnen. Besonders schön ist auch, dass wir Einsendungen mit Gendervielfalt oder auch queere Einsendungen bekamen. Aber nicht alle Geschichten umfassen das.

Jede der Geschichten ist einzigartig, aber es war einfach toll und unheimlich lustig, die ganzen Einsendungen zu lesen und dann zu dritt die auszusuchen, die uns allen gefallen. Jede Geschichte bekam dazu noch eine individuelle kleine Zeichnung von uns :-).

Das ist ein wunderbarer Ansatz! Sind die Märchen stilistisch dann noch märchenhaft oder ist es ein lustiger Genremix geworden?

Anke Schlachter: Sie sind alle märchenhaft, aber ein paar spielen auch in der Gegenwart oder sogar in der Zukunft.

Von der Thematik her sind sich die Geschichten ähnlich. Prinz soll die Prinzessin retten. Daher findest du hier keine Krimis oder sowas, aber eben ganz individuelle Ansätze.

Es kommen sogar Einhörner vor. Und Drachen. Aber das versteht sich ja fast von selbst ;-).

Schnipsel aus „Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen“ (c) Chaospony Verlag

Also ein modernes Märchenbuch ohne vor Liebe entbrennende Prinzessinnen beim Anblick des Prinzen und einem „und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute“?

Anke Schlachter: Manchmal gibt es auch ein Happy End. Aber eher selten. Und modern ist es auf jeden Fall!

Ich glaube das gefällt mir (blättert ein wenig im Buch)

Anke Schlachter: Die Zeichnungen haben immer etwas mit dem zu tun, was in der Geschichte vorkommt.

Zeichnung aus  "Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen" (c) Chaospony Verlag
Zeichnung aus „Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen“ (c) Chaospony Verlag

Süß, sind es alles schwarz/weiß Zeichnungen?

Anke Schlachter: Ja. Auch alle unschattiert, weil wir erst nur Doodles nehmen wollten, dann aber kurz vor knapp feststellten, dass das nicht aussieht. Daher haben wir dann zu viert unser Möglichstes getan, was kleine Skizzen angeht.

Passt ja stilistisch gut zu einem Märchenbuch

Anke Schlachter: Ja, das denken wir auch.

Ihr seid drei Verleger*innen, die auch alle auch illustrieren?

Anke Schlachter: Nein, wir sind eine Verlegerin und zwei Lektorinnen sowie eine Standfee.

Das Coverbild stammt von unserer Lektorin Josie. Und die Zeichnungen im Buch von uns allen.

Ich bin auch „nur“ eine Lektorin im Verlag. Aber da alle Bücher durch meine Hand gehen müssen (ich mach die Manuskripteprüfung, Lektorat oder Korrektorat), kann ich dir über all unsere Bücher etwas sagen.

Das klingt gut, ich liebe Urban Fantasy. Wenn unsere alltägliche Welt ein wenig magisch auf den Kopf gestellt wird, gerne mit ein wenig Humor, am liebsten mit ein paar gesellschaftskritischen Seitenhieben ohne offensichtlicher Moralkeule. Kannst du mir da etwas empfehlen?

Anke Schlachter: Wir haben mehrere Urban Fantasy Titel im Programm. Zum einen haben wir Aaranai und Banhabarus, beide von Timo Koch. Dort findet sich auch eine gute Portion Romantik.
Dann haben wir Die Perlen der Bajar, wenn du Harry Potter magst, ist das auf jeden Fall etwas für dich.
Und finsterer geht es bei Die Verdammte Karte von J.S. Hartmann zu. Zu welchem Buch soll ich dir mehr erzählen?

Aarani ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag
Aarani ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag

Erzähl mir mehr zu Aaranai, bitte.

Anke Schlachter: Aaranai ist der erste Teil einer dreibändigen Reihe. Der Hauptcharakter gewinnt eine Reise nach Schweden. Dort beginnen auf einmal, unheimliche Ereignisse seinen Alltag zu stören. So findet er ein seltsames Amulett, das in seiner Nähe aufleuchtet. Und Wölfe strolchen um ihre Villa in den schwedischen Bergen. Er macht sich Sorgen, denn es ist ja schon ziemlich einsam dort, wo sie hingekommen sind und er möchte seine Frau unbedingt beschützen. Dann wird ihm offenbart, dass er die Verkörperung eines göttlichen Wesens ist und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Es handelt sich hierbei definitiv nicht um ein Jugendbuch, da die Hauptcharaktere auch schon etwas älter und gesetzter sind. Aber es gibt hier durchaus versteckte Gesellschaftskritik und eben auch eine gefestigte Beziehung – und eben die Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn der eine Partner auf einmal vor so eine Herausforderung gestellt wird.

Klingt spannend, geht es in eine bestimmte mythologische Richtung oder um eine frei erfundene Götterwelt? Bei Schweden denke ich direkt an nordische Mythologie.

Anke Schlachter: Es beruht nicht auf der nordischen Mythologie. Ob die Aspekte frei erfunden sind, oder tatsächlich auf einem irgendwann mal vorhandenen Kult fußen, kann ich dir gar nicht genau sagen.

Das macht ja nichts. Es dürften uns auf jeden Fall weniger vertraute Elemente erwarten, nehme ich an?

Anke Schlachter: Ja, das ist richtig.

Ich sehe hier den zweiten Band, dort steht „Die andere Seite“. Handelt es sich um eine Geschichte aus einer anderen Perspektive?

Anke Schlachter: Ja genau. Bei Banhabarus werden die Ereignisse, die zum Schlußpunkt des ersten Buchs geführt haben, aus der Sicht der Gegenseite beschrieben. Natürlich nicht nur die Ereignisse aus dem ersten Band, das wäre ja total langweilig. Aber es gibt genug Überschneidungen, dass man beide Bände unabhängig voneinander lesen kann – für den noch kommenden dritten Band muss man dann aber beide Bücher gelesen haben.

Banhabarus ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag
Banhabarus ~ Timo Koch (c) Chaospony Verlag

Interessantes Gefüge, haben wir im finalen Teil dann beide Perspektiven drin?

Anke Schlachter: Banhabarus ist auch intensiver, was persönliche Konflikte vor allem mit dem eigenen Weltbild angeht. Auch, was das Vertrauen in Freunde und Verwandte angeht. Man erlebt hier intensiv die Seite mit, die im ersten Teil als „böse“ dargestellt wird – aber vielleicht ist die Seite ja gar nicht so böse? Es ist eine Sache der Perspektive. Und das macht die beiden Bücher interessant.

Über den finalen Band kann und darf ich dir zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen, aber es wird definitiv dazu führen, dass alle losen Enden aufgelöst werden.

Ich liebe solche Spiele mit Gut und Böse, haben wir nicht alle beide Seiten in uns?

Anke Schlachter: Definitiv. Es kommt immer auf den Standpunkt an.

Verstehe ich, dass du noch nichts verraten darfst, ein Versuch war es wert. Darfst du verraten für wann den dritte Teil geplant ist?

Anke Schlachter: Der Autor plant, diesen nächstes Jahr zu schreiben. Dann hängt es auch davon ab, wie schnell er fertig ist.

Also noch ein wenig Geduld, aber zwei Bände sind ja bereits erschienen und wollen erst einmal gelesen werden.

Anke Schlachter: Genau.

Ich danke dir für deine Zeit. Du hast mich sehr neugierig auf eure Bücher gemacht.

Anke Schlachter: Seher gerne.

Weiterführende Links

Verlagsseite
Facebook
Instagram

Gespräch mit Katharina Gerlach über Qindie

Messstand von Qindie (c) Qindie
Messstand von Qindie (c) Qindie

Wir kommen an einen Stand an dem groß „Qindie“ steht, kein Verlag. Die Assoziation mit Indie-Autor*innen ist direkt da, doch was genau ist Quindie, fragen wir doch einmal nach. Katharina Gerlach erzählt uns gerne mehr:

Hallo Katharina, ich habe noch nie von Quindie gehört, magst du mir erzählen, was genau ihr macht?

Katharina Gerlach: Qindie ist ein Zusammenschluss von Indie-Autoren, die sich für Qualität bei Selfpublishern einsetzen. Wir zeichnen Bücher von Autoren aus, die sich bei uns mit ihrem veröffentlichten Buch bei uns bewerben und deren Leseprobe uns überzeugt.

Dabei gucken wir in erster Linie auf den Text (Rechtschreibung, Grammatik, Umgang mit Sprache, Spannungsaufbau und Figurenzeichnung), beziehen aber auch Klappentext und Titelbild ein. Bewertet werden die Bewerbungen von allen Qindies, die das Siegel bereits haben.

Damit der Einzelne nicht zu viel zu tun hat, sind die Mitglieder in 3 Gruppen eingeteilt, die jeweils monatlich drei Bewerber bewerten. Nur in Grenzfällen werden alle zu einer Bewerbung gerufen (hatten wir neulich mal).

Für Leser*innen ist das Siegel eine gute Orientierungshilfe, und für die Autor*innen eine Vernetzungsmöglichkeit.

Qindie Bücherreagel (c) Qindie
Qindie Bücherreagel (c) Qindie

Das erscheint mir tatsächlich sehr nützlich zu sein für uns Lesenden. Nehmt ihr ausschließlich Bewerbungen von den Autor*innen persönlich oder können euch auch Blogger Bücher empfehlen?

Katharina Gerlach: Wir nehmen nur Bewerbungen von den Autor*innen selbst an, da diese uns einige Informationen zur Verfügung stellen müssen. Aber man kann sich mit jeder Geschichte bewerben, als auch Kurzgeschichten, Flash Fiction, Novellen etc.

Wir bieten auch interessierten Bloggern die Möglichkeit, sich auf unserer Homepage vorzustellen.

Es klingt für mich nach unheimlich viel Arbeit, die ihr da rein steckt.

Katharina Gerlach: Wir nehmen jeden Monat 9 Bewerbungen an, aber es ist ähnlich schwer, das Siegel zu bekommen, wie einen Verlagsvertrag. Im Sommer und im Winter nehmen wir uns eine Pause, damit alle Mitglieder wieder auftanken können.

Und wie bei allen Aktionen oder Vereinen, gibt es bei uns auch Mitglieder, die aktiver sind als andere. 🙂

Katharina Gerlach packt kleine Mäppchen mit Flyern und Lesezeichen, -proben (c) Qindie
Katharina Gerlach packt kleine Mäppchen mit Flyern und Lesezeichen, -proben (c) Qindie

Das klingt nach fairen Regeln für alle Beteiligten. Du hast gesagt, dass Siegel sei eine Möglichkeit für AutorInnen sich zu vernetzen. Wie darf ich mir das vorstellen?

Katharina Gerlach: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber die wichtigste sind die Messen. Wir haben (zumindest solange unser Kollege und ich das organisieren) einen 5m² Stand auf der Leipziger Buchmesse. In der Größe ist es nicht ganz billig, und als Einzelautor kriegt man den meist gar nicht voll. In der Gruppe aber ist das zu schaffen, so dass pro Mitaussteller ca. 50€ reichen. Wer sich nur 1-49€ leisten kann, darf gerne Flyer, Lesezeichen oder Leseproben schicken. Das Personal am Stand (also wir Qindies vor Ort) gibt sich größte Mühe, alle Bücher anzupreisen und zu verkaufen, was mit wachsendem Bekanntheitsgrad recht gut gelingt.

Außerdem fahren wir idR. auch zur BuchBerlin, mit der wir bisher gute Erfahrungen gemacht haben.

Einmal im Jahr (bis auf letztes Jahr, da ist es ausgefallen) geben wir eine Anthologie mit düsteren Geschichten heraus, die sich bei Leser*innen wachsender Beliebtheit erfreut. Zu dieser Anthologie können alle Q-Autor*innen eine Kurzgeschichte beisteuern. Das ist ein sehr guter Weg, um neue Leser zu erreichen. Aus dieser Anthologie wird bei „Leipzig liest“ idR. auch gelesen. Erlöse werden zugunsten der Messebesuche verbucht.

Was auch möglich ist, ist ein Austausch von Leseproben zwischen Autor*innen oder andere kleine Aktionen. Wenn z.B. ein Qindie bei sich vor Ort eine Lesung organisiert hat und noch eine/n Mitleser/in sucht, kann er bei uns jemanden finden.

Wow das sind großartige Möglichkeiten. Ich danke dir herzlich für diese Einblicke.

Katharina Gerlach: Ach ja, in unseren Reihen gibt es auch Designer, Lektoren und andere Bücherschaffende, so dass man immer jemanden findet, der einem helfen kann, oder den man engagieren kann (z.B. für Cover-Design).

Vielen Dank. Ihr Blogger seid einfach klasse. Euch kann man nicht mit Gold aufwiegen.

Weiterführende Links:

Webseite von Qindie
Qindie auf Twitter
Qindie auf Instagram
Qindie auf Facebook

Webseite von Katharina Gerlach
Katharina Gerlach auf Facebook

Gespräch mit Autorin Mira Valentin

Mira Valentin als "Aira" (c)  Wustaphoto
Mira Valentin als „Aira“ (c) Wustaphoto

Auf einer Buchmesse ist sie kaum zu übersehen. Mira Valentin, die es liebt ihre Figuren und die ihrer Autorenfreunde im Cosplay zu repräsentieren. Oft tritt sie auch in Gruppen auf. Viel zu lange habe ich nichts mehr von Mira gelesen, daher freue ich mich sehr über diese Begegnung

Hallo Mira, es ist Donnerstag, der erste Messetag, in welchem Cosplay treffe ich dich an?

Mira Valentin: Hallo Stephanie, am Donnerstag hätte ich in Leipzig auf jeden Fall mein „Aira“-Cosplay getragen – ein schwarzes Brautkleid mit einer sehr pompösen schwarzen Krone – passend zur Seraph-Preisverleihung, die an diesem Nachmittag stattfinden sollte. Denn hier ist das dazugehörige Buch „Windherz“ (zusammen mit Co-Autor Erik Kellen) in der Kategorie „Bester Indie-Titel“ nominiert. In den Tagen danach wollte ich die Mondfluch-Reihe von Kathrin Wandres und meine Wikinger-Saga „Nordblut“ cosplayen.

Mein aktuelles „Schwerpunkt-Cosplay“ ist allerdings die Walküre Herja, passend zu „Nordblut“. Es ist im Grunde mehr eine historische Gewandung als ein Cosplay – aber es ist auch viel Fantasy dabei, genau wie im Buch. An diesem Cosplay schraube ich schon seit über einem Jahr herum – es wird ständig ergänzt und verändert und ist wirklich sehenswert. Damit es nun trotz ausgefallener Messe unter die Leute kommt, werde ich es am Donnerstagabend zu meiner Lesung im Kreuzgewölbe Großpösna tragen, wo ich gemeinsam mit Sandra Florean und C.J. King auftrete.

Mira Valentin als Herja (c) privat
Mira Valentin als Herja (c) privat

Wow, ein ganzes Jahr, schön, dass du es wenigstens auf der Lesung tragen wirst. Erzählst du mir etwas zu dem Buch zu diesem tollen Cosplay?

Mira Valentin: Nordblut ist historische Fantasy – sie erzählt also eine wahre Geschichte, die ich mit Fantasyelementen aus der nordischen Mythologie angereichert habe. Kurz zusammengefasst geht es dabei um drei Männer, von denen jeder den Tod einer anderen Person verschuldet hat. Doch die Götter sind sich nicht darüber einig, wie nun mit ihnen zu verfahren sei und beginnen deshalb ein Spiel, das nur einer der drei gewinnen kann. Ich habe für dieses Buch so sehr recherchiert wie noch für kein anderes zuvor. Nicht nur im Internet, sondern live vor Ort an den Schauplätzen in Haithabu und Island. Ich habe ein Wikingerschiff gemietet und über die Ruhr gerudert, eine ganze Bibliothek gewälzt, mit Experten geredet und mich von Schwertkämpfern verprügeln lassen. Doch dieser enorme Aufwand hat sich gelohnt – ich bin der Meinung, es ist ein sehr gutes Buch dabei herausgekommen. Wenig Liebe, aber viel Emotion – wenig „Geschichtsunterricht“, aber viel Atmosphäre.

Wikingerschiff, Mira Valentin & ihre Crew (c) privat
Wikingerschiff, Mira Valentin & ihre Crew (c) privat

Inzwischen lese ich von dir kaum noch einen Beitrag, ohne, dass du deine Weltenbauer erwähnst. Was bedeutet dir dieses Team?

Mira Valentin: Ohne die Weltenbauer kann ich mir mein Autorenleben gar nicht mehr vorstellen. Mit Sam Feuerbach und Greg Walters kann man wirklich Pferde stehlen. Egal ob es um die Arbeit am gemeinsamen Stand geht, um persönlichen Austausch oder das Planen zukünftiger Projekte – wir stoßen entweder ins gleiche Horn oder werden uns schnell einig. Das kann alles nur funktionieren, weil wir uns auch als Menschen gegenseitig sehr schätzen und respektieren. So muss die Zusammenarbeit mit anderen Autoren sein – ich möchte das nicht mehr missen!

Herzlichen Dank für deine Zeit!

Mira Valentin als "Herja" beim Schwerttraining (c) Wustaphoto
Mira Valentin als „Herja“ beim Schwerttraining (c) Wustaphoto

Weiterführende Links

Webseite Mira Valentin
Mira Valentin auf Instagram
Mira Valentin auf Facebook
Webseite der Weltenbauer

„Meine“ Blogartikel zu den Büchern von Mira Valentin

Das Geheimnis der Talente (Talente-Reihe 1)
Das Bündnis der Talente (Talente-Reihe 2)
Der Krieg der Talente (Talente-Reihe 3)
Die Legende von Enyador (Enyador-Saga 1)
Der Mitreiser und die Überfliegerin 

Die Fakriro Online beginnt gerade erst

Hier geht es weiter. Schaut euch um, entdeckt wunderbare Menschen und neue Bücher. Weitere Standgespräche folgen wahrscheinlich noch im Blog, seid gespannt. Die Idee solche Gespräche zu führen darf gerne nachgemacht werden, teilt sie gerne unter dem Hashtag #FakriroTalk oder lasst mir einen Link in den Kommentaren da.

Viel Spaß auf den zahlreichen virtuellen Messeständen!
wünscht euer kleiner Komet <3

Edit: Hier gibt es weitere Beiträge von mir in der Reihe #FakriroTalk