FutureCamp18 – Jugend digital

FutureCamp18 - Begrüßung

FutureCamp18 – Begrüßung  v.l: Peter Bröxkes (Amt für Kinder, Jugend und Familie, Stadt Bonn), Johannes Schlarb (Deutsche Telekom Stiftung), Aziza El-Gindi (Bonn Digital) und Sascha Foerster (Bonn Digital)

Ich liebe BarCamps. Das FutureCamp ist ein BarCamp und doch anders. Es ist ein BarCamp für Jugendliche. Dort wird nicht über sie geredet, sondern mit ihnen und vor allem wird ihnen ein Rahmen gegeben, sich selbst zu digitalen Themen auszutauschen. Nur wenige Erwachsene hatten Zutritt und ich hatte das große Glück dabei sein zu dürfen! Das FutureCamp18 fand am 22. September 2018 im Haus der Jugend Bonn statt, initiiert von der Telekom Stiftung und der Stadt Bonn, veranstaltet von Bonn Digital.

Format BarCamp für Jugendliche

Es war bereits das zweite Jugend-BarCamp in Bonn und garantiert nicht das letzte! Zielgruppe waren Jugendliche aus Bonn und Umgebung zwischen 12 und 21 Jahren.

Lernt Digital-Profis kennen, übt Programmieren und probiert Virtual Reality aus. Mit euch gemeinsam gestalten wir das Programm! (Veranstaltungsseite)

Wie es sich für ein BarCamp gehört, gestalten die Teilnehmer das Programm! Jeder kann ein Thema vorschlagen, eine vorbereitete Session halten, oder eine Frage stellen, die gemeinsam diskutiert wird. Eine Besonderheit des FutureCamps war, dass sich bereits im Vorfeld ein paar Erwachsene gefunden haben, die etwas anbieten würden. Doch auch wir mussten unsere Ideen bei der Session-Planung vorstellen und das Interesse abfragen!

Aufregend war für viele sicher die Vorstellungsrunde. Ich weiß, wie sehr es manche Erwachsene stresst, kurz aufstehen zu müssen, den eigenen Namen und drei Hashtasgs zu nennen. Die Jugendlichen haben das großartig gemacht und es war spannend. Erwachsene nennen meist ihre berufliche Ausrichtung, Projekte, Themen mit denen sie zum BarCamp gekommen sind. Die Jugendlichen nennen ihre Interessen und Hobbys.

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Ich bin ein kleiner Komet und du?

So lautete das Thema meiner Session. Es ging um das eigene „Ich im Netz“, ein offenes Diskussionsangebot, ohne belehren zu wollen. Ein wichtiges Thema, aber deutlich weniger attraktiv als Gaming, VR-Technik, Programmieren, 3D-Druck oder beliebte YouTuber persönlich treffen und von ihnen zu lernen. Das waren einige der anderen „erwachsenen“ Angebote.

Bereits im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich das Thema interessant darstellen könnte. Tja und dann stand ich da und niemand meldete sich, als das Interesse abgefragt wurde. Macht nichts, ich bekam trotzdem einen Raum und es wurde eine sehr kleine, aber schöne Gesprächsrunde. Und das bei elf parallelen Angeboten!

Im Vorfeld hatte ich mir einige Fragen und Impulse überlegt, über die wir diskutieren könnten, je nach Interessen und Erfahrungen der Teilnehmer. Die konnte ich auch gut gebrauchen. Laptop hatte ich ebenfalls dabei, um die Möglichkeit zu haben, verschiedene Profile im Netz anzusehen.

Die tatsächlich stattgefundene Session möchte ich nicht im Detail berichten, dafür war es zu persönlich. Meine Idee werde ich weiter entwickeln.

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Storytelling mit Lucas

Ein nicht so beliebtes Angebot zu haben, hatte einen Vorteil, ich konnte mehr vom FutureCamp miterleben. So startete ich den Tag mit Lucas. Er ist 15 Jahre alt und macht geniale Fotos. Schaut euch mal sein Instagram-Profil an. Konzerte besucht er übrigens schon sehr lange und gerne mit seinem Vater. Künstler und Magazine engagieren ihn bereits.

Lucas hat ein gutes Auge und ein Gespür für szenische Darstellung. Geschichten mit Bildern erzählen war sein Angebot. Er war gut vorbereitet, gab eine knappe theoretische Einführung und zeigte einige Bildbeispiele.

Dann hatte er eine interessante Aufgabe für uns: Wir sollten eine Geschichte erzählen, in ca. 10 Bildern, dabei mit einem Objekt beginnen und durch freie Assoziation weitere Motive finden …

Es hat Spaß gemacht und gab mir die Gelegenheit einige Eindrücke aus den anderen Sessions zu sammeln. Mein Ergebnis:

 

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Ein Kranich entdeckt das #futurecamp18 . #Storytelling mit @lucas_photoblog – danke dir für die #Inspiration . #Fotografie #coding #3ddruck #Freundschaft #Assoziation

Ein Beitrag geteilt von Stephanie Bloggerin (@kleiner_komet) am

Danke für den Input und die Inspiration!

Pizzaschlacht

Um 13 Uhr gab es im großen Saal Pizza und Salate.

Ich liebe Pizza!

Pizza und viele gute Gespräche, das war fantastisch!

Bild 7 von Sascha auf Instagram

 

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#Futurecamp18. Mehr als ein Hashtag…

Ein Beitrag geteilt von Sascha Foerster (@sascha_foerster) am

Youtube

Julian „Julez“ Weissbach ist YouTuber, war beteiligt an den erfolgreichen Formaten Ponk und Snoozze. Inzwischen gibt er Workshops, berät YouTuber und Unternehmen. Unter anderem hat er mit Bianca (Bibis Beauty Palace) zusammen gearbeitet.

FutureCamp18 Julez

Julez und Sascha bei den Vorbereitungen zur YouTube Session

Sein Workshop war eine gute Mischung aus seiner eigenen Geschichte, Beispielen und guten Tipps für alle, die selbst Videos machen möchten. Es ist verdammt viel Arbeit!! 14 bis 18 Stunden für ein 3-Minuten Video. Dreh plus Schneiden! Viel zu beachten gibt es ebenfalls, insbesondere, wenn Menschen im Video zu sehen sind. DSGVO hat das nicht einfacher gemacht. Dabei reicht es nicht hin und wieder mal ein Video zu machen und es hochzuladen, wenn man so weit ist. Regelmäßiger Content, idealerweise 1 bis 2 Videos pro Woche zu festen Zeiten (gilt auch fürs Bloggen)!

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Ein Erfolgsrezept ist die Zusammenarbeit mit bereits bekannten Personen, was natürlich nicht jedem möglich ist! Im ersten Video von Ponk trat Roberto Blanco auf, kannte übrigens von den Jugendlichen keiner. Roberto hatte eine starke Reichweite, als er 2012 das Video teilte und so bekam es sehr schnell sehr viele Klicks.

YouTube

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Ein wichtiger Rat an alle, die überlegen auf YouTube zu starten kam von Leeroy Matata (YouTube), der ebenfalls zwei Sessions zum Thema YouTube angeboten hat:

Wenn du Angst vor Hatern oder Mobbing hast, lass die Finger von YouTube. (frei zitiert aus seiner InstaStory, Instagram-Profil).

Der Rat stand über einem Bild mit Beispielen, die er regelmäßig zu lesen bekommt. Leeroy ist sitzt im Rollstuhl und ist schwarz, zwei Angriffspunkte – dämlich, aber manche Menschen ticken leider so. Sie wollen ihn gar nicht näher kennen lernen, das Urteil fällt mit dem ersten Blick. Leeroy ist ein netter Kerl, sehr offen und herzlich. Wir haben uns auf dem BarCamp Bonn bereits kennen gelernt.

FutureCamp18 Leeroy Matata

Leeroy Matata

Erfolg auf YouTube hat seine Schattenseiten, mit denen muss man umgehen können. Dies gelingt am besten, wenn man ein gutes Umfeld hat aus dem man viel Bestätigung bekommt und sich dann solche Kommentare nicht zu Herzen nehmen braucht.

Fazit

Es war für mich eine sehr inspirierende und tolle Veranstaltung! Voneinander zu lernen finde ich sehr wertvoll, insbesondere wenn dabei weder Alter, noch Herkunft oder Erfolg eine Rolle spielen. BarCamps bieten die Chance einander auf Augenhöhe zu begegnen. Ich hatte ein paar sehr schöne Begegnungen! Ich bin jederzeit wieder gerne dabei, fände eine Veranstaltung für Erwachsene mit Jugendlichen Referenten ebenfalls toll. Sascha fragte am Ende, wie es für die Jugendlichen gewesen wäre, wenn die Eltern dabei wären – schwierig.

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Das nächste Event ist für den 8.12. im Bonner Norden im Jugendzentrum „Uns Huus“ in Kooperation mit dem Haus Mondial, Caritasverband Bonn e.V. geplant. Schaut einfach auf: https://FutureCamp.digital und seid wieder dabei! #FutureCamp18 (Facebook)

Aziza und Sascha von Bonn Digital beenden das FutureCamp18 im Haus der Jugend

Aziza und Sascha von Bonn Digital beenden das FutureCamp18 im Haus der Jugend

Wie sozial ist das Netz? #sozialimNetz – Reflektion eines Fachtages

Einleitende Gedanken zu grenzenlosen Möglichkeiten des Internets

Früher war Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, jetzt haben sie Trump … Nein, darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus …

Jetzt ist das WWW unser Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wir haben theoretisch rund um die Uhr und von überall (wenn wir mit mobilen Endgeräten unterwegs sind) unbegrenzten (sofern wir einen Zugang haben) Zugriff auf nahezu alles, was wir uns vorstellen können: Informationen, Produkte und Kontakte.

Die Einen feiern das Internet, die Anderen verteufeln es.

Die Einen nutzen es gewinnbringend, die Anderen erfahren viel Leid im Netz.

Die Einen nutzen es gelegentlich bis regelmäßig, die Anderen werden süchtig und kommen offline nicht mehr zurecht.

Die Einen sind Experten, die Anderen tappen in jede Falle.

Einige stellen sich bewusst den „Gefahren“ des Netzes, Andere versuchen sich wie hinter Fort Knox zu verschanzen.

Diese Liste könnte ich beliebig lang fortsetzen und ein breites Spektrum an Internetnutzern oder auch Vermeidern zeichnen.

Jeder, der sich ins Netz wagt, versucht dort irgendwie zurecht zu kommen.

Ist das Internet ein Ort an den ich gehen kann? Wenn ja, was ist es für ein Ort? 

Gibt es ein soziales Netz?

Wie kann ich, will ich, soll ich das Internet für mich und meine Themen nutzen?

Kann ich das Internet zu einem „besseren Ort“ machen?

Das gilt es herauszufinden – jeder muss für sich seinen eigenen Weg ins Netz finden. Manchmal versuchen wir es auch gemeinsam, diskutieren online wie offline auf Barcamps und Fachtagungen.

Fachtag #SozialImNetz

Fachtag #SozialImNetz

Der Fachtag #SozialImNetz der Caritas am 24. Januar 2017

Beschreibung auf der Facebook-Veranstaltungsseite

Sozial im Netz – Die Zukunft der Sozialen Arbeit ist digital! #sozialimnetz
Fachtag für alle Interessierten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sozialen Arbeit und Pflege.
Wie wird Soziale Arbeit in der Digitalen Welt zukunftsfähig? Wie gelingt eine gezielte Ansprache und Kommunikation über Social Media? Und wie bringen wir das Soziale ins Netz? Spannende Keynotes mit Raul Krauthausen und Prof. Felix Stalder, Workshops, Best-Practice-Beispiele und neue Diskussionsformate bringen neue Impulse.

Abwägen

Lange habe ich überlegt, ob ich mich zum Fachtag der Caritas anmelden soll. Bei Fortbildungen und Tagungen stellt sich immer die Frage der Kosten und Nutzen Abwägung.

Kosten: 1 Tag Zeit, zum Glück keine Reisekosten + 90 €

Nutzen: Kann ich dort etwas lernen? Kann ich dort interessante Leute/ berufliche Kontakte treffen? Können sich darauf eventuell Projekte /Kooperatioonen entwickeln?

Zur Caritas selbst habe ich eigentlich keinen persönlichen Bezug, aber zur Sabine Depew, die sich intensiv mit dem Thema Digitalisierung der sozialen Arbeit einsetzt. Sie probiert vieles aus und teilt in ihrem Blog Erfahrungen und Ideen. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, sie ist diejenige, die entscheidend dazu beiträgt, dass die Caritas neue Wege geht und sich für die digitalen Medien und auch neuen Konferenzformaten öffnet, wie z.B. auch dem Sozialcamp, dass ich im letzten Herbst besucht habe.

Soziale Arbeit und Psychologie sind für mich eng verwandte Felder, die sich gut vernetzen sollten.

Also bin ich hier doch richtig!

Der Fachtag live in den Sozialen Medien

Wer nicht vor Ort dabei war, konnte trotzdem über die Sozialen Medien mit dabei sein. Schaut euch auf den verschiedenen Kanälen mal nach dem Hashtag #SozialImNetz um, wundert euch aber nicht, es gibt auch „andere“ Kommentare von außen, die veranschaulichen, dass im Internet eben alles möglich ist.

Für mich eignet sich Twitter am besten, um solche Tage zu begleiten und ich war auch fleißig mit dabei. An einer Zusammenfassung der Tweets als Moment habe ich mich versucht, das Tool lässt mich aber nicht auf alle Tweets zum Fachtag zugreifen, hätte gerne ein Best of aller Teilnehmer gemacht …

Raul Krauthausen auf dem Fachtag #sozialimnetz

Raul Krauthausen auf dem Fachtag #sozialimnetz

Raul Krauthausen live

Als Keynote war Raul Krauthausen eingeladen. Wer ihn nicht kennt, hat etwas verpasst!

Raul Krauthausen #sozialimnetz

Er ist ein kleiner Mann mit einer großen Klappe. Er hat aber nicht nur eine große Klappe, sondern er steht (blöde Sprache) mit seiner ganzen Person zu dem was er sagt und er ist ein Macher. Er handelt und er lässt sich nicht von Hass aufhalten!

Er hat das Wissen eines Professors und spricht die Sprache des einfachen Mannes. Deutschland braucht mehr solche Menschen, die einfach machen und für ihre Themen einstehen. Ich wünsche mir, dass mehr Leute in ihm Raul sehen, nicht den Behinderten, sondern den Menschen, der frech und lieb zugleich sein kann.

Kleiner Rat von Raul, frei zitiert:

Wenn sie „Behinderter“ schreiben, ersetzen Sie das Wort kurz durch „Blonder“, klingt es blöd, dann lassen Sie es weg!

Er ist Aktivst mit Humor. Mit diesem Humor begeistert er! Er bringt die Dinge auf den Punkt, scheut sich nicht vor Provokation, spricht über ernste Themen und bringt die Zuhörer dabei zum lachen und nachdenken.

Es war schade, dass er nach dem Vortrag zu einer Pressekonferenz verschwunden ist und danach nicht mehr dabei war.

Angefangen hat alles mit einer kleinen Idee – wo kann ich als Rollstuhlfahrer eigentlich hin? Die Idee kam zum richtigen Zeitpunkt, da ist Raul ganz ehrlich und bescheiden. Google Maps war gerade für die breite Masse bekannt geworden und so konnten viele mit der Idee, ein Art „Google Map“ für Rollstuhlfahrer zu basteln, etwas anfangen.

Viele halfen mit. Interessenten aus dem Ausland meldeten sich. Es wurde immer weiter übersetzt, sogar auf klingonisch. Braucht man das? Nein, aber es geht! – Die Wheelmap dagegen wird von vielen gebraucht und aktiv genutzt.

Das ganze wurde immer größer und auch teurer. Finanziert wird alles jetzt durch den Verkauf von „verfickten Rampen“ (vereinfacht dargestellt).

Schaut euch einfach mal an was er und die Sozialhelden alles machen. Es ist großartig!

Was Helden sind, haben wir auch geklärt. Jenseits von Comichelden und Kriegshelden gilt frei nach Zimbardo: Helden kennen keine Ausreden, sie widerstehen der Versuchung ihre Taten zu rechtfertigen. Sie handeln!

Es sind Kleinigkeiten, die die Welt ein kleines bisschen besser machen. Kleinigkeiten wie eine Wheelmap, die plötzlich ganz groß und wichtig werden.

Übrigens: Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert, von ihren Mitmenschen und ungünstigen Umständen!

Kleiner Rat von Raul, frei zitiert:

Wenn Sie jemanden treffen, der an einen Rollstuhl gefesselt ist, dann binden sie Ihn bitte los!

Denn der Rollstuhl ist nicht das Problem, das Problem liegt beim Laden um die Ecke, der keinen barrierefreien Zugang hat.

EINFACH MAL MACHEN!

Workshop - Digital mit Jugendlichen - Bild von der finalen Ergebnisvorstellung

Workshop – Digital mit Jugendlichen – Bild von der finalen Ergebnisvorstellung

Workshop „Digital mit Jugendlichen“

In diesem Workshop wurden interessante Projekte zur mobilen Jugendarbeit der Caritas zur präsentiert. Thematisiert wurden dabei Ansätze und Grenzen des Einsatzes von digitalen Medien. Immer wieder kam auch die Forderung nach einem Diensthandy auf. Es gibt zwar welche, diese ermöglichen aber oft nicht alles Benötigte.

Was funktioniert bereits?

  • Facebook-Seiten von Projekten
  • Kommunikation via WhatsApp

Was sind die Probleme?

  • Grenzen durch den Träger (nicht nur Caritas)
  • Schneller Wandel – es gibt endlich Facebook-Richtlinien, aber die Jugend nutzt diese Plattform kaum noch
  • Unsicherheit – Was darf ich?
  • Abgrenzung – Wie weit darf ich gehen? Privatsphäre der Jugendlichen, Erreichbarkeit
  • Private Accounts – wer kein Diensthandy hat, kann schnell mit seiner privaten Nummer unfreiwillig in Whatsapp-Gruppen mit Klienten landen

Nach der Vorstellung der Projekte, erfolgte eine Vorstellungsrunde der Workshopteilnehmer. Jeder berichtete kurz, in welchem Setting er arbeitet und welche Erfahrungen er mit digitalen Medien bereits gemacht hat.

Reflektion zu angesprochenen Themen

  • Viele, der überwiegend jungen Kollegen und Kolleginnen in der Runde, haben selbst relativ wenig Erfahrungen im Umgang mit den digitalen Medien, die sie einsetzen wollen. Die Jugend ist ihnen voraus, sie sind selbst verunsichert.

Meine Einstellung: Sei offen für neues und sei bereit von Jugendlichen zu lernen!

  • Viele sind unsicher die Waage zwischen professioneller Distanz und Nähe zu finden, die Grenzen verschwimmen schneller durch den Einsatz digitaler Medien.

Meine Einstellung: Probiere dich selbst aus und ziehe deine persönliche Grenze mit der du dich wohl fühlst!

Schalte das Gerät aus, wenn du für dich Feierabend machst. Willst du für den Notfall erreichbar sein, wenn gerade eine akute Geschichte läuft, dann ignoriere/vertage anderen Anfragen. Entgegen der Möglichkeit 24 Stunden erreichbar zu sein, steht auch die Möglichkeit Kommunikation zu steuern! Ich antworte, wenn ich bereit dazu bin! Dein Gesprächspartner wird das lernen, wird merken, du antwortest verlässlich, aber nicht zwingend sofort und das genügt. Ein Gespräch kann jederzeit mit klaren Worten beendet werden, wenn deine Grenze überschritten wird.

  • Hauptproblem ist und bleibt – Ich weiß nicht wie und ob ich darf

Meine Einstellung: Probiere es aus! Überlege, was du erreichen möchtest und such dir jemanden, der dir vielleicht dabei helfen kann. Wenn du nicht weißt, ob du darfst, frag deinen Vorgesetzten, aber bringe ihm Argumente mit, warum du es probieren möchtest. Gegenargumente gibt es immer, im Zweifelsfall: Ging ja bisher auch ohne.

Frage dich, was das Schlimmste wäre, was passieren kann und ob es wirklich schlimm wäre.

Habe den Mut Fehler zu machen, habe auch den Mut einen Shitstorm zu riskieren.

Meine Mutter hat als Kind zu mir gesagt: Du wirst es niemals allen Recht machen können. Recht hat sie!

Äußerst du dich im Internet, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es jemand liest und vielleicht auch kommentiert, der eine andere, vielleicht auch radikale Meinung vertritt.

Es gibt zwei Möglichkeiten in dem Fall: Ignorieren bzw. Löschen oder Antworten und sich der Diskussion stellen.

Beides kann richtig oder falsch sein. Die beiden Kolleginnen vom Jugendcafe haben es erlebt, haben reagiert und versucht sachlich zu diskutieren. Es uferte aus, führte zu radikalen Beschimpfungen und endete in einer Löschung des Themas. Im Hintergrund gab es zahlreiche Diskussionen mit Meinungsverschiedenheiten. Das ist gut so! Es ist gut, dass sie es sachlich probiert haben. Sie haben dem Kommentierer ein Gespräch angeboten und keinen Hass entgegen gesetzt. Als sie gemerkt haben, dass ein Dialog nicht möglich ist, haben sie es beendet.

Das ganze hat viel Zeit und Energie gekostet, aber war auch eine hilfreiche Erfahrung im Umgang mit den sozialen Medien.

Eine Frage, die ich im Nachhinein noch gerne stellen würde: Sind Sozialarbeiter nicht auch im realen Leben oft Hass und Kritik ausgesetzt. Begegnen nicht gerade denen, die auf der Straße Prokjekte anbieten, radikale Parolen?

Ein Satz fiel im Workshop: „Jetzt, wo die Flüchtlinge da sind, kommt ihr. Wo wart ihr vorher?“ – Knappe und zielführende Antwort darauf war: „Wir sind jetzt da, nutzt unser Angebot.“

Lassen sich diese Erfahrungen und Strategien auf Konflikte im digitalen anwenden? Sind erfahrene Sozialarbeiter nicht schlagfertig und daher prädistiniert mit Kommentaren in den Sozialen Netzwerken zurecht zu kommen?

Ein Vorteil hat das Netz: Man ist nicht allein, kann schwerer isoliert werden als in der Realität und man kann es ausschalten.

Raul hat hierzu einen hilfreichen Rat, sehr frei zitiert:

Man kann Hater auf Twitter „Stumm“ schalten. Sie merken nicht, dass du ihnen nicht mehr zuhörst. Die Option „Blockieren“ schenkt ihnen dagegen Aufmerksamkeit und gibt ihnen das Gefühl gewonnen zu haben. Zieh dich zurück, wenn es zu viel wird! Zehn Leute im Netz können sich wie eine Armee aus Hass anfühlen. Du musst dich dem nicht stellen.

Die Schlussthese:

Die Aufgabe war, eine abschließende These zu erstellen und diese zu twittert. Es war lustig, wie aus dem ersten Satzvorschlag die Zeichen gezählt wurden und drum herum dann Schlagworte ergänzt wurden, weil es noch passte. Das Ergebnis wurde dann von unserer Projektpatin Laura getwittert:

Live-Schaltung Professor Felix Stalder

Interessante Möglichkeit, jemanden via Skype einen Vortrag halten zu lassen.

Leider konnte ich aus diesem nicht viel mehr mitnehmen, als die Kernaussage: Das Internet ist nicht schuld!

Ich bin nicht sicher, ob es an mir, dem Format oder dem Referenten lag.

Thementische

Die Thementische boten eine gute Gelegenheit mit verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Themen ins Gespräch zu kommen. Es war ähnlich, wie bei der Poster-Session von der ich auf dem Kongress in New Orleans so begeistert war.

Allerdings war es hier noch reglementierter: 20 Minuten pro Tisch waren vorgesehen, dann sollte man Wechseln. Es klingelte die Triangel – Speed-Dating quasi.

Mein persönliches Fazit

Raul Krauthausen live zu erleben war eine tolle Erfahrung! Er macht Mut, dass man mit kleinen Schritten tatsächlich etwas erreichen kann.

Es gab viele interessante Gespräche. Persönlich habe ich mich besonders gefreut Sabine Rupp kennen gelernt zu haben, die als Ehrenamtliche mit dabei war. Mit viel Herzblut und auch Know-How unterstützt sie den Vrings-Treff in Köln, ein Ort der Begegnung für Wohnungslose in freier Trägerschaft.

Zum Stichwort #sozialimnetz gehe ich mit dem Gefühl nach Hause, persönlich auf einem guten Weg zu sein, denn das Fazit des Tages „einfach mal machen“ ist genau meine Einstellung zum Thema Digitale / Soziale Medien.

Probiere aus, gehe in Kontakt, mache nach was die gefällt und lass bleiben, was dir missfällt.

Über meinen Einstieg in die „moderne“ Online-Welt habe ich bereits im Zusammenhang mit dem Sozialcamp geschrieben. („Modern“ deswegen, denn es gab da auch eine interessante Zeit vor dem Studium, eine Online-Welt bestehend aus Foren. Damals, als diese Seite noch kein Blog war …, zu Beginn dieses Jahrtausends).

Mein Rat an euch

Lest den Blog von Sabine Depew und schaut euch die Projekte der Sozialhelden an.

Ansonsten: Einfach mal machen!

Lasst dabei Herz und Verstand gemeinsam machen. Dann könnt ihr auch darauf vertrauen, dass es für jeden Problem eine Lösung geben wird.

 

Edit:

Weitere Berichte zum Fachtag:

Kathrin Reinert berichtet im Care Camp Köln Blog u.a. über den Workshop „Senioren werden digital“