Litcamp Heidelberg – das Original – online

Litcamp20 Collage, Bücherregal und kreatives Whiteboard, mit Gekritzel, welches zu Beginn des digitalen BarCamp entstand
Das kreative Whiteboard entstand zu Beginn des LitCamp20

Das Literaturcamp in Heidelberg gibt es nun schon seit 5 Jahren und ist mir auf Twitter so präsent begegnet als wäre ich beinahe schon dabei gewesen. Leider habe ich es bisher nicht nach Heidelberg geschafft, eventuell werde ich das auch nicht mehr, da ich gelernt habe, dass es ein Hundeevent ist. Abgesehen von den Hunden ist es aber wudnervoll, tolle Menschen und super Stimmung und diese mal live zu erleben, wäre doch phantastisch, oder?

Jedenfalls gab es dieses Jahr Glück im Unglück: Das Litcamp fand am 15. August 2020 online statt und ich war live dabei. Genau wie das BarCamp Bonn eine Woche zuvor, lief es über Venueless, einen wirklich tolle Plattform für derartige Events. In meinem Rückblick nehme ich euch noch einmal mit.

Besuchte Sessions im Überblick:

Achtsam Schreiben mit Babsi aka Bluesiren

Achtsamkeit und ich, das ist so eine Sache. Ich weiß eine Menge darüber, aber wende ich es auch für mich an? Manchmal tut es gut eine andere Perspektive einzunehmen und ja, verflucht Babsi hat Recht. Sie hat sehr viele sehr gute und richtige Tipps in der Session gegeben, einige davon gebe ich selbst gerne, aber manches muss man öfter hören/ lesen, um es auch wirklich umzusetzen.

Schreiben ist Arbeit

Auch wenn wir aus Begeisterung Schreiben und es vielleicht als Hobby angefangen hat, ist Autorenleben Arbeit. Babsi (Twitter, Webseite) rät uns daher zu Beginn ihrer Session eine gute Balance zwischen Freizeit und Arbeit zu finden. Eine Vollzeitwoche in Deutschland hat im Schnitt 41 Wochenstunden. Auf wie viele Stunden kommst du mit deinem Job und dem Schreiben? Auf Twitter erreichte mich direkt die Antwort, Schreiben käme auf den Vollzeitjob oben drauf.

Babsi empfiehlt sich einen Überblick zu schaffen über das eigene Zeitbudget, Wochen- oder Monatspläne aufzustellen. Selbst hat sie etwas dazwischen für sich als sinnvoll entdeckt.

Was machst du alles? Haushalt, Einkaufen und Schlafen nicht vergessen?

Wenn dein Plan nicht funktioniert, sagt Babsi, unterschätzt du vielleicht etwas. Dein Energielevel ist begrenzt. Pläne sind da, um sie nicht einzuhalten. Was ist dir wichtig? Verteile Prioritäten und teile danach deine Zeit ein.

Wenn es darum geht, eine Balance zwischen Freizeit und Arbeit zu finden, stellt sich direkt die zweite Frage:

Was ist für dich erholsam?

Es ist sehr individuell, was uns gut tut, was uns hilft Stress abzubauen. Hinzu kommt, dass nicht in jeder Situation dasselbe hilfreich ist. Babsi empfiehlt daher, sich bewusst zu machen, welche persönlichen Säulen wir haben, damit wir auswählen können.

Beispiele: Lesen, spielen, duschen, spazieren, Sport, alleine sein, Serien gucken, soziale Kontakte

Finde selbst heraus, was wo und wann funktioniert.

In der Emotionsregulation ist alles erlaubt, was hilft und nichts schlimmer macht!

Schlechte Stimmung ist normal, schlechte Tage sind vollkommen ok. Niemand kann immer ein Sonnenschein sein. Babsi hat eine schöne Idee: Sie sammelt schöne Momente in einem Gedankenglas und öffnet sie zu einem bestimmten Zeitpunkt und erfreut sich daran.

Welche Personen können dir fachlich und emotional helfen? Freunde, Familie, Therapie? Es braucht Zeit und oft auch Hilfe, um alte Denkmuster aufzubrauchen. In der Psychologie nennen wir es kognitive Umstrukturierung und in der Psychotherapie stellt dies die größte Baustelle dar.

Unterbrich Grübeln

Kennst du das, diesen negativen Gedanken, der sich festbeißt? Deine Gedanken drehen sich im Kreis, wiederholen sich und du kommst nicht mehr raus? Unterbrich diese Grübeleien, so lässt sich das Problem nicht lösen. Das Ganze nennt sich auch negative Gedankenschleife.

Es kann helfen, etwas anderes zu tun, sich abzulenken oder Kontakt zu suchen. Vielleicht gelingt es dir dann, die negtive Stimmung zu vermindern und die Situation neu zu bewerten.

Selbstkritik & Selbstzweifel

Selbstkritisch sein ist richtig und wichtig, aber wie immer kommt es auf das richtige Maß an. Auch hier hat Babsi wundervolle Tipps:

Stell dem innerlichen Teufelchen, dem Kritiker ein Engelchen zur Seite, deinen Cheerleader

Mit diesem Tipp hatten wir den meisten Spaß in der Session, als wir uns unsere inneren Kritiker bildlich vorstellten. Babsi schlug vor, mit diesen zu reden, sie auch mal weg zu schicken, ihnen zu sagen, sie sollen die Klappe halten. Gibst du ihm das aussehen eines gewissen US-Politikers fällt das vielleicht schon viel leichter … Lass auf jeden Fall nicht nur den Kritiker zu Wort kommen, auch den Cheerleader.

An dieser Stelle möchte ich einen Tipp von Patricia Foik aus dem Buch und Bühne Podcast ergänzen: Lege dir ein Büchlein an, in dem du Komplimente über dich sammelst, zum Beispiel, Zitate aus Rezensionen. Link zum Podcast auf Anchor, den Tipp findet ihr in Folge 4 „No spoiler, Sebastian“.

Zum Abschluss gab Babsi noch einen kurzen Überblick über konkrete Übungen, die ich an dieser Stelle nicht erklären werde. Schaut euch gerne das Video zur Session an, welches demnächst auf YouTube zur Verfügung stehen wird oder recherchiert die Techniken:

  • 5-4-3-2-1-Übung
  • Selbstmitfühlender Brief
  • Achtsames Beschreiben
  • Progressive Muskelrelaxatation
  • Was auch immer dir hilft!

Es gibt für keine Übung eine Garantie! Wichtig ist, dass du dich wirklich mal darauf einlässt und dann herausfindest, was dir hilft. Es gibt für vieles Podcasts oder YouTube Anleitungen. Manchmal helfen angenehme Stimmen, dann hör einfach zu, ohne die Übung zu machen. Blumen gießen, duschen, achtsam pinkeln, absurde Sachen können helfen, dich zu entspannen und besser zu fühlen.

Buchige Onlineevents mit Jessi & Thorsten von Booksondemand

Die Frankfurter Buchmesse wird eine hybride Veranstaltung werden, einiges wird vor Ort und einiges im Netz stattfinden. BooksonDemand hat sich entschieden online präsent zu sein. Daher stellen sie die Frage, wie spannende Literaturevents digital aussehen können? Sie wollen mehr als nur etwas zum Zuschauen anbieten.

Wie können wir Nähe herstellen? Was wünscht ihr euch?

Zur kurzfristig ausgefallenen Leipziger Buchmesse in diesem Jahr haben sie versucht alles, was vor Ort stattgefunden hätte in ein Onlineformat zu transferieren. Das Ergebnis nannte sich #BoDHomestory. Ist mir nicht begegnet, aber unter dem Hashtag findet ihr sicher alles. Sie berichteten auch von der virtuellen ComicCon, auf der es ca 350 Panels im Stream gab.

Thorsten sagt, Messefeeling käme nur durch Interaktion auf. Im Stream hätte man nur den Chat zur Verfügung. Ich frage mich, ob es bei Panels tatsächlich vor Ort einen stärkeren Austausch als im Chat gibt. Ich war noch nie auf einer der großen Buchmessen, wurde aber bereits in diversen Streams im Chat beachtet und konnte Fragen stellen oder Gedanken ergänzen.

Präsenzveranstaltungen leben von Interaktion. Die Empfehlung lautet daher: Nicht lange Lesung halten und im Anschluss erst die obligatorische Frage stellen: „Gibt es noch Fragen?“.

Wo kann man streamen und sich austauschen? Was sind gute Tools?

Venueless ist eines, darüber fand das BarCamp statt. Für Lesungen beispielsweise ist Twitch eine gute Option (siehe nächsten Abschnitt zur Session von Juliana Fabula), YouTube und viele andere Plattformen sind möglich, um dort live zu gehen.

Als gutes Beispiel für ein gelungenes Online-Event habe ich die Fakrio Online angeführt. Hier fand ich die Mischung der verschiedenen Formate sehr gelungen. Gerade zum Ausfall der Leipziger Buchmesse gab es den Kritikpunkt, dass es zu viel gab, zu unübersichtlich wurde, was es alles gab und was man sich noch ansehen könnte. Alles ist niemals möglich, auch nicht auf den großen Veranstaltungen vor Ort.

Ein Online-Event zu planen, stellt einige Herausforderungen und es gibt noch keine eindeutigen Empfehlungen. Wird es meiner Meinung nach auch nicht geben können, den Menschen sind verschieden, ihre Bedürfnisse verschieden und du kannst es niemals allen Recht machen.

Wann solltest du live gehen? Vorplanen, oder spontan sein? Mit Anmeldung und Kosten für die Verbindlichkeit, oder lieber mehr Reichweite, durch Freiheit auch spontan teilzunehmen? Exklusivität, um dazu zu motivieren, auch wirklich teilzunehmen? Schadet die Möglichkeit, ein Live-Event auch später noch ansehen zu können, oder erhöht das die Reichweite?

Eine Mischung könnte eine gute Lösung sein, Mischung der Formate, Mischung aus vorproduziert und live. Mischung aus kostenfrei und exklusivem Content, eventuell frei wählbare Bezahlmodelle, schließlich muss die Technik und der Aufwand auch finanziert werden.

Twitch mit Juliana Fabula

Auf Twitch werden Games live gestreamt. Nicht nur! Viele Kreative entdecken die Plattform aktuell für sich und Juliana Fabula (Twitter, Webseite) hat in ihrer Sessions ein wenig über die Möglichkeiten erzählt. Aber Vorsicht, Inspiration ist super, aber schau, wie es in deinen Alltag passen kann, bevor du losstürmst 😉 Wenn es um die Frage wann geht, nimm Zeiten, die für dich gut sind und stelle deinen Zeitplan online.

Wie komme ich an Follower/ Zuschauende für die Streams?

Nutze deine bestehenden Social Media Kanäle. Erzähle, was du machst. Erzähle, dass sich die Anmeldung lohnt, nur wer angemeldet ist, kann auch im Chat mitreden und es lohnt sich, denn viele Autor*innen sind inzwischen dort.

Über Kategorie und Hashtags bist du auch auffindbar, aber nach Julianas Erfahrung kommen die meisten über die anderen Kanäle.

Es gibt zwei gute Möglichkeiten sich auf Twitch gegenseitig zu unterstützen:Hosten und Raiden.

  • Host: du streamst gerade nicht, lasse den Stream eines anderen bei dir laufen
  • Raid: du nimmst deine Follower mit in einen anderen Stream

Was streamen Autor*innen?

Auf Twitch findest du Live-Lesungen, aber auch viel mehr.

Schreibsprints werden gestreamt. Die Darstellung im Stream ist unterschiedlich, manche zeigen ihren kompletten Text, was Juliana ablenkende findet, denn die Zuschauenden sollen ja nicht mitlesen, sondern auch schreiben. Sie selbst legt ein Cover über den Text und zu sehen ist ihr Fortschritt, der Text wird an den Seitenrändern länger.

Mach worauf du Bock hast: Lesen, schreiben, quatschen, zeichnen, sei kreativ .. Du bist Autor*in, dann bist du kreativ, los geht’s!

Was brauche ich zum Streamen?

Auf Julianas Kanal siehst du ihre komplette Ausstattung. Kamera an oder aus? Es geht auch ohne, aber Juliana ist überzeugt, mit baut sich der Kanal schneller auf. Das denke ich auch. Es geht nicht darum, wie hübsch du bist, sondern dass du zu sehen bist. So stellst du Nähe zu deinen Zuschauenden her. Man gewähnt sich daran, sagen einige und ich auch. Mein erstes Webinar empfand ich als extrem unangenehm.

Als Tools werden OBS und Streamlab empfohlen. Gemeinsam streamen geht gut über Discord. Such dir ein Overlay hinter das du die Bildchen packst.

Twitch oder YouTube?

Eine spannende Frage, die sich wahrscheinlich nur mit: Musst du selbst für dich herausfinden, beantworten lässt.

Ein paar Argumente für Twitch:

  • hohe Interaktionsrate
  • virtueller Hut (gibt es auf YT wohl inzwischen auch)
  • Der typische Insta Perfektionswahn im Styling ist auf Twitch anders, so erlebt es zumindest Juliana

Linktipps

Netzwerken & Social Media

Diese Session wurde zu einer spontanen offenen Session, nachdem die ursprüngliche Sessiongeberin nicht erschien. Diesmal habe ich mich intensiv beteiligt und einige meiner Erfahrungen geteilt und nicht getwittert.

Ein Rat, der mir wichtig erscheint zum Thema Netzwerken:

Netzwerken soll dir Spaß machen, nicht gemusst werden! Finde die Leute, mit denen du Spaß hast und es dir Freude bereitet, die Kanäle zu nutzen. Dann wird es auch einfach und das Regelmäßige fällt dir nicht mehr schwer.

Übrigens wird es unnötig schwierig, wenn du dich zum posten zwingst, erzwungene Posts lesen sich selten ansprechend. Es sei denn du bist wirklich gut, vielleicht …

Wertvoll war die kleine Netzwerkrunde, die wir gemacht haben, sich kurz vorstellen und die Kanäle nennen, wo wir uns vernetzen können. Alles weitere ergibt sich dann vielleicht.

Q & A mit Zippi

Jasmin Zipperling besucht so ziemlich jedes LitCamp und hat schon zahlreiche Sessions angeboten. Diesmal wollte sie es mit einer offenen Fragerunde zu ihren unterschiedlichen Themen versuchen. Es kamen einige Fragen zusammen und ich gebe euch mal ein paar Antworten in hoffentlich sortierer Form wieder:

Wie finde ich einen Titel?

Auch für Zippi eine quälende Frage. Sie ist für kurze Titel. Eingängig können Titel auch sein, wenn sie mal außergewöhnlich lang sind, wie „Der Hundertjährige der aus dem Fenster sprang und verschwand“.

Sie selbst hatte lange einen einfachen Titel, bis sie auf „Himmeldonnerglöckchen“ kam, ein Titel, den sie lange vor der Nase hatte, ohne ihn zu sehen.

Schreiben für Federwelt oder Selfpublsiher?

Frag die Chefredakteurinnen, ob deine Idee passt. Falls nicht, frag ruhig mit einer anderen Idee noch einmal. Hast du schon Artikel veröffentlicht, schick den Link mit, dann sehen sie wie du schreibst. Denk bitte an deine Zielgruppe, es sind andere Autor*innen, nicht die Lesenden deiner Bücher!

Keep it simple beim Schreiben und nutze aktive und positive Formulierungen.

Tipps zu Blogger Releations

Schau dich auf Instagram um, schau auch welchen Blogger*innen andere Autor*innen deines Genres folgen. Es gibt einen #Bloggersonntag, schau mal, wer da mitmacht. Es gibt auch #youngbookstagram für Kinder- und Jugendbücher. Wenn du Kontakt aufnimmst, sei freundlich und wertschätzend. Man begegnet sich immer zweimal im Leben.

Persönlicher Kontakt zu Blogger*innen ist wertvoll, lern sie auf Events kennen, sag Hallo und komm über Bücher ins Gespräch.

Wenn du dein Buch verschickst, pack persönliche Päckchen, worüber würde sich diese*r eine Blogger*in freuen? Wenn dein Päckchen gefällt zeigt er oder sie es gerne, aber sei dabei nicht zu berechnend.

Da Kinderbücher, insbesondere Vorlesebücher, von Erwachsenen gekauft werden, hat Zippi bei der Auswahl ihrer Blogger*innen nicht speziell nach Kinderbuchblogs gesucht. Wenn es um den Wert von Blogger*innen geht, rät Zippi auch mal zu schauen, was diese hauptberuflich machen. Gerade Kinderbuchblogger*innen arbeiten im Buchhandel oder mit Kindern (Schule/ Kita, etc) zusammen.

Noch nicht genug?

Einige Sessions wurden aufgezeichnet und werden auf dem YouTube Kanal des Litcamp Heidelberg zu sehen sein. Bis dahin könnt ihr euch ja die Sessions vom letzten Jahr ansehen.

Weitere Beiträge:

Du hast auch einen Beitrag über das LitCamp erstellt oder einen entdeckt? Poste den Link gerne in den Kommentaren.

Inspiriert zum Schreiben – Mein #litcampBN19

Aller Guten Dinge sind Drei!

Einmal ist ausprobieren. Zweimal ist Tradition und beim dritten Mal ist es Brauchtum.

So ist es im Rheinland üblich, so moderierte Ute Lange das Litcamp voller Vorfreude an.

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Ein Tag, fünf Sessions, viele bekannte und bislang unbekannte Leute, viele Tweets und Retweets, ein gelungenes Barcamp. Ich nehme vieles für mich mit, vor allem ganz viel Motivation zu schreiben. Ein wenig davon möchte ich in diesem Beitrag mit euch teilen. Da sich die Sessions so wunderbar ineinander gefügt haben, gibt es diesmal keine strikte Trennung und wie immer alles durchmischt, mit meinen eigenen Gedanken und Schlussfolgerungen.

Vom Plotten und reisenden Helden

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Plotten kann sehr vielfältig gestaltet werden, beispielsweise über einen „Doppelten Plot“, den „Sanduhrplot“ oder den „Pikaresken Plot“. Dann wäre da noch die Schneeflockenmethode … Tanja Hanika gab uns einen kurzen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten.

Die Vorgehensweise beim Erstellen des Plots kann linear von Anfang bis Ende, rückwärts oder auch kreuz und quer erfolgen.

Ich bin wahrscheinlich der chaotische kreuz und quer Typ, daher ist die Idee einen Roman zu plotten, vielleicht ganz hilfreich. Dann kann ich ebenso chaotisch schreiben, aber habe ja einen Plan, an dem ich mich orientieren kann, damit ich mich nicht völlig in meiner Kreativität verlaufe. (Die Sonntagsgeschichte entsteht spontan kreativ, mit minimal groben Ideen, in welche Richtung es in den nächsten Wochen gehen soll).

Muss man denn plotten?

Nein, jeder wie er oder sie kann und mag. Wir hatten eine spannende Diskussion zum Thema und ich glaube es gab keine zwei Personen im Raum, die mit der gleichen Methode arbeiten. Die Möglichkeiten sind so wunderbar vielfältig und es gilt die passende für das eigene Projekt zu finden. Es lohnt sich, mal in die Thematik einzulesen. Tanja Hanika hat selbst auch ein „Handbuch für Autoren“ geschrieben.

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Vorher zu Plotten hilft dabei Logikfehler zu vermeiden und gute Figuren zu entwickeln.

Vorher Grübeln unterbricht nicht den Schreibfluss.

frei nach Tanja Hanika

Was wird denn überhaupt geplottet?

  • Setting – Was passiert Wo?
  • Figurentwicklung – Protagonist & Antagonist
  • grobe Handlung
  • Konflikte
  • Welche Fragen sollen sich die Leser stellen?
  • Eingestreute Hinweise sortieren
  • wichtige Gegenstände und wo sie sich befinden (gelernt in Janas Session, s.u.)

Der Plot selbst kann sehr konkret werden, Tanja Hanika plottet selbst eher grob.

Plotte so viel du brauchst, aber fang irgendwann an zu schreiben.

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Jessica hat noch einen Software-Tipp für vielfältige Figurentwicklung: „Figuren und Charaktere: Das Enneagramm als Werkzeug für Drehbuchautoren und andere Kreative“ (kein Open Source).

Die Heldenreise

Sie begegnet mir immer wieder und fasziniert mich auch sehr. Tanja Hanika erwähnte sie, Elke Pistor widmete ihr eine komplette Session.

Kurzgefasst

Nach dieser Session kaufte ich mir umgehend zwei Bücher:

  • „Rette die Katze! – Das ultimative Buch übers Drehbuchschreiben“ von Blake Snyder
  • „20 Masterplots – Die Basis des Story-Building in Roman und Film“ von Ronald B. Tobias

Auf ersterem basiert die Methode, die Elke uns präsentierte. Außerdem

Kreativ-twittern vom Boden aus

Genau wie Tanja, gab Elke zahlreiche Hintergrundinformationen und Tipps, die sich nicht alle mittwittern ließen. Da die Darstellung sehr bildhaft war, was ich teilweise in Gifs umsetzen konnte, ich an dieser Stelle meine Tweet-Story zu dieser Session mit euch teilen. Die einzelnen Etappen sind nicht vollständig!!

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(den Film habe ich nicht gesehen, daher habe ich mich gar nicht erst an der Bildsuche versucht)

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Neben Hitchcock haben zahlreiche weitere brillante Regisseure mit der Heldenreise nach Snyder gearbeitet. Sie eignet sich nach Elke Pistor auch hervorragend für Romane.

Ein nächster Band ist eine neue Reise mit einer weiterentwickelten Figur.

Noch ein paar Tipps von Elke zu den Protagonisten

Protagonisten wollen keine Konflikte, die Story braucht die aber. Brich das Problem runter, warum weigern sie sich? Was wollen sie? Am Anfang hast du einen Deppen, langweilig und voller Fehler.

Du darfst das größte Arschloch als Protagonisten haben, so lange er die Katze rettet. Daher der Titel von Snyders Buch „Rette die Katze!“. Die zentrale Frage ist: Wie wird aus dem Arsch ein guter Mensch?

Von Stolperfallen und verlorene Objekten oder wie wir plötzlich eine Leiche auf der Bühne lag

Der beste Session-Pitch des Tages ging eindeutig an Jana Tomy:

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Während Jana ein Manuskript las, wunderte sie sich ein wenig über eine am Stuhl gefesselte Frau, die abgeführt wurde. Hing der Stuhl jetzt noch an ihr dran? Lief sie daher komisch gebückt? (Jana führte dies anschaulich auf der Bühne vor.) Hätte ja sein können, doch dann trat ihr jemand in den Rücken. Ganz offensichtlich war der Stuhl irgendwo verloren gegangen!

Ein Fehler, der nicht selten passiert, daher wollte Jana mit uns ein Bewusstsein für Gegenstände entwickeln und hatte dafür ein paar ganz tolle Methoden aus dem Improtheater im Gepäck, die beim Schreiben nützlich sein können.

Übrigens ist Jana keine Plotterin, doch über ihre Gegenstände macht sie sich Gedanken.

Wir stellen einen Kessel auf die Bühne

Jana forderte uns auf, einen Gegenstand zu wählen, den wir imaginär auf die Bühne stellen. Wir wählten einen Kessel und sie fragte: Seht ihr ihn?

Tja, wie sieht der Kessel nun aus, groß, klein, mit oder ohne Henkel, etc.? Schnell waren wir mitten im Spiel, den Kessel so zu entwickeln, dass wir alle nahezu denselben Kessel vor Augen haben. Gar nicht so einfach:

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Dann kam einer mit dem Vorschlag, er habe eine Prägung. Ähm, nein! Da gingen nicht mehr alle mit. Wo denn? – „An der Seite, denn ich sehe keine.“

Die entscheidende Frage beim Schreiben ist nun: Ist diese Prägung später wichtig? Dann muss sie in die Beschreibung und zwar so, dass alle eine Chance haben, sie sich vorzustellen. Sie zwischendurch erneut zu erwähnen, bis sie gebraucht wird, ist ebenfalls hilfreich.

Gute Übung beim Schreiben, wie viel Info braucht der Leser, um dasselbe zu sehen wie ich und muss er das überhaupt?

Wir malen einen Wald

Nachdem wir den Kessel so schön gestaltet hatten, ging es an eine ganze Szene. Wir entschieden uns für den Wald. Während ich darauf wartete, dass der Kessel in Szene gesetzt wird, gingen die anderen abwechselnd nach vorne und malten das imaginäre Bild. Ein Baum wurde aufgestellt, eine Eule hineingesetzt, ein Pilzkreis auf dem Boden platziert. Von einer Stelle aus konnte man Wasser hören und nachdem wir einen Hochsitz hatten, lag da plötzlich EINE LEICHE!

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Male die Szene, bevor sie losgeht, visualisiere sie, um besser schreiben zu können, wie die Szene funktioniert Mit dem Setting entsteht vielleicht eine viel klarere Szene. Spiele und interagiere mit den vorhandenen Objekten.

Wenn ich Mal nicht weiß, was passieren soll, dann male ich mir so eine Szene und auf einmal liegt da so ein toter Jäger.

frei nach Jana Tomy

Wie viel soll ich denn nun beschreiben?

Eine schwierige Frage auf die Jana einen sehr guten Tipp hat:

Schreib im ersten Entwurf wie du dich am wohlsten fühlst. Für das richtige Maß hat man Testleser und Lektoren.

frei nach Jana Tomy

Das Problem ist ja, dass im Autorenkopf alles da ist, was in den Kopf eines Lesers noch rein soll. Bei Jana stand mal am Rand eines Manuskriptes die Frage: Wo sind wir gerade?

Ein Bewegungsspiel zum Abschluss

Mit ein paar Freiwilligen gab es noch eine lustige Impro-Übung zum Abschluss. Jana ging vor und die anderen sollten ihr in einer Reihe folgen und sie nachahmen. Wichtig ist, die Bewegung exakt an derselben Stelle nachzumachen. Das ist nicht nur lustig, gibt auch ein Gefühl für das Verhältnis von Körper und Raum.

Manch eine Romanfigur kommt ganz magisch an ihr Ziel, andere bewegen sich tatsächlich. Möchtest du deine Figuren durch Hindernisse beamen oder sie sicher hindurch führen?

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Social Media für AutorInnen und wie ich plötzlich auf YouTube landete

Ich war in der Session „Social Media für Autoren“ von Christian Milkus (und Zippi), habe in dieser nicht getwittert und schreibe jetzt völlig frei meine Gedanken zu dem Thema, unabhängig davon, ob wir es in der Session angesprochen haben. Es war eine schöne Diskussionsrunde. Gewürzt wird das Ganze mit Tipps aus der Session von Martina Troyer. die über Marketing für Autoren sprach und sich ebenfalls auf Social Media bezieht.

Beim Thema Social Media stellt sich immer die Frage: Muss ich das? Nein, du musst nicht, aber du kannst Social Media Kanäle als AutorIn nutzen, um mit deinen LeserInnen in Kontakt zu treten, dich und deine Bücher bekannt zu machen.

Ja, es kostet dich zusätzliche Zeit, aber es kann sich lohnen, nicht nur finanziell! Der Austausch mit anderen Buchmenschen, Lesende, Schreibende, Bloggende, Verlegende, Verkaufende ist unheimlich wertvoll.

Probiere aus, aber zwing dich nicht dazu einen bestimmten Kanal zu nutzen, der dir nicht liegt. Gib den Kanälen nur eine faire Chance. Schau dir andere Accounts an und lass dich inspirieren.

Was auch immer du tust, kommuniziere! Social Media ist Kommunikation, keine platte Einbahnstraßen-Werbung!

„Aber es geht doch nur um die Bücher“

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Viele AutorInnen möchten nicht ins Rampenlicht, da sollen die Bücher hin. Doch jede Geschichte hat ein Gesicht. Du bist das Gesicht deiner Geschichte, zeig dich!

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Auf dem Barcamp habe ich zwei Frauen zum ersten Mal getroffen und sie haben mich mit ihrer Persönlichkeit so beeindruckt, dass ich ihre Bücher unbedingt lesen möchte: Elke Pistor und Jana Tomy. Die Menschen, nicht die Cover oder Klappentexte!

Du bist AutorIn – Sei eine Marke

Werde online sichtbar – aber bitte mit Strategie (fordert Martina).

  1. Was macht mich aus? Was macht mich zu etwas Besonderem? USP
  2. Geh mit diesem Bild nach außen.
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Ich habe ja ganz chaotisch einfach mal gemacht und mich dabei selbst erfunden, als kleiner Komet. Chaos kann zum Ziel führen, wenn denn eines definiert ist oder Chaos bleiben. Es kommt wie immer darauf an, was du willst. Bücher verkaufen, Kontakte knüpfen?

Wen will ich wie und im zweiten Schritt wo erreichen?

frei nach Martina Troyer
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Martina findet online netzwerken gut und wichtig, schätzt aber ebenso das persönliche Gespräch #coffe42 (= Kaffee für zwei). Die 100 Kaffee Regel ist ein Ansatz um zu testen, wie dein Fremdbild wirkt. Probiere dich aus und finde in 100 persönlichen Gesprächen heraus, wie deine persönliche Geschichte bei anderen ankommt.

„Ich habe doch nichts zu erzählen/ zeigen“

Ich liebe ja die Frage „Was soll ich denn als Autor erzählen?“ Will doch niemand Fotos von mir am Schreibtisch sehen. Doch, zeig deinen Schreibtisch mit obligatorischer Tee- oder Kaffeetasse. Catcontent schadet auch nicht. Verwende dabei den Hashtag #Autorenleben.

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Tanja Hanika (schließen wir den Bogen zur ersten Session) geht in einen intensiven Austausch mit ihren Followern. Sie bindet ihre Leserschaft bereits beim Plotten, lässt sich Worte spenden, über Handlungen abstimmen, vergibt Namenspatenschaften oder Statistenrollen. Ihr zu folgen lohnt sich! Sie ist nicht die Einzige.

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Textschnipsel oder kurze Lesevideos funktionieren auch gut. Ich empfehle als schönes Beispiel den Instagram Account von Rose Snow.

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Nochmal zur Erinnerung, die Formel:

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Persönliches Storytelling ist mehr als der eigene Pitch Es ist dein Gesamtpaket, das bist DU!

Hab ein eigenes Zuhause und gehe aus

Ich mag Menschen, die das Internet wie ich verstehen, daher meine Tipps von Herzen:

Nutze eine eigene Webseite, ein Blog als digitales Zuhause. Hier gelten deine eigenen Regeln.

Nutze Social Media als Treffpunkte. Hier kannst du dich unterhalten, vernetzen, deine Themen (Links) verbreiten.

Nutze Veranstaltungen wie Barcamps, um dich ganz real zu vernetzen und ins Gespräch zu kommen. Bleibt über soziale Netzwerke in Kontakt.

… und YouTube

Videos sind ja eher nicht meine Welt, bisher. Doch als wir Steffis so mit Jasmin Zipperling rumalberten, sprang Zippi auf, sie brauche doch noch Videomaterial. Instastory dachte ich und plapperte albern los, als sie mir ihr Smartphone vor die Nase hielt … Tja, das Ergebnis ist dann doch länger als 24 Stunden zu sehen, denn sie drehte einen Vlog.

YouTube

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Wie immer nur ein kleiner Einblick …

… daher verweise ich an dieser Stelle auf die Sammlung aller Beiträge auf der Veranstaltungsseite und die bisher erschienen Beiträge:

Ein Blick in die zahlreichen Tweets #litcampBN19 lohnt sich ebenfalls, wobei ich gestehen muss, einen recht großen Anteil daran zu haben.

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Ausblick

Es wird auch ein viertes #LitcampBn20 geben, schließlich ist das Literaturcamp Bonn inzwischen Brauchtum!