12. Eine Tüte grüner Wind ~ Gesine Schulz

Eigentlich sollte jetzt hier etwas zu dem Buch „Vielleicht ist Lena in Lennart verliebt“ stehen, doch leider konnte ich das Buch bei mir nicht finden. Ich habe wirklich alles auf den Kopf gestellt, aber es war nicht da. Dann war ich drauf und dran es mir in der Bibliothek auszuleihen, damit ich diesen Monat noch über das Buch schreiben kann. Beim Suchen ist mir allerdings ein anderes Buch in die Hände gefallen. Ein Buch, was ich vom ganzen Herzen liebe. Da habe ich mich gefragt, warum es auf meiner Kinderbuch-Lesechallenge Liste fehlt. Nun habe ich beschlossen statt über „Vielleicht ist Lena in Lennart verliebt“ lieber über „Eine Tüte grüner Wind“ zu schreiben.

♥ ♥ ♥

Lucy verbringt unfreiwillig die Ferien bei ihrer Tante Paula. Sie kennt sie nicht besonders gut und fühlt sich dorthin abgeschoben. Doch was sie in Irland erwartet, ist ganz anders als sie befürchtet.

Lucy strickt furchtbar gerne, keine Pullover oder andere Kleidungstücke, sondern Decken. Aus vielen Quadraten zusammen strickt sie die für verschiedene Menschen. Ich fand das als Kind so schön, wie das im Buch beschrieben wird. Daraufhin wollte ich unbedingt stricken lernen. Leider besitze ich absolut kein Talent dafür und habe das Thema Stricken für mich abgehakt.

Das Buch vermittelt auch viel über das Thema Freundschaft. In Irland trifft Lucy auf zwei andere Kinder. Als bestimmte Dinge passieren, die ich nicht näher erläutern kann ohne zu viel von der Geschichte vorweg zu nehmen, halten die Kinder zusammen, was ich besonders schön fand.

 Kathi ♥

Eine Tüte grüner Wind
Gesine Schulz
erschienen 2008 im Carlson Verlag 
ISBN: 9783551357342

Bücherschrank Juni/Julibuch 2019

Aus dem Junibuch wurde ein Juni-/Julibuch. Das lag nicht daran, dass ich wie so oft erst spät angefangen hätte zu lesen. Es war ein mitgebrachtes Buch, das bereits auf mich wartete und ich tatsächlich bereits am 5. Juni begonnen habe. Es hat allerdings 500 Seiten und ist gewiss keine leichte Lektüre.

Der Bücherschrank

Das Buch stammt aus Greetsiel, wo meine Eltern Urlaub gemacht haben. Dort steht eine ganz besonderer öffentlicher Bücherschrank, eingebaut in den Glockenturm.

Bücherregal im Glockenturm in Greetsiel
Bücherregal im Glockenturm in Greetsiel

Historische Romane

Hin und wieder lese ich gerne historische Romane. Früher habe ich mal geglaubt, man könne aus historischen Romanen etwas lernen. Inzwischen sehe ich das anders. Es braucht ein gewisses Grundwissen über den historischen Kontext, um ein Buch dieser Epoche zu lesen. Daher funktionieren wahrscheinlich Bücher zu Zeiten der französischen Revolution und dem Mittelalter gut. Diese Themen stehen auf dem Lehrplan und eine gewisse, wenn auch teilweise diffuse Basis ist vorhanden. Während des Lesens können wir uns wieder erinnern und die Handlung entsprechend einordnen.

Doch was ist mit historischen Romanen, die in Ländern oder Zeiten spielen, über die wir wenig wissen? Wenn es um Ereignisse geht, von denen wir wenig bis gar keine Ahnung haben?

Ich glaube weiterhin daran, dass wir etwas aus historischen Romanen lernen können. Ich glaube ebenfalls, dass es gut recherchierte und geschriebene Bücher gibt, die uns auch ohne Vorwissen in andere Zeiten mitnehmen.

Allerdings gibt es auch Romane, die einfach Vorwissen voraussetzen. Dummerweise steht das nicht auf dem Klappentext. Doch im digitalen Zeitalter ist es kein Problem, sich ein paar Fakten anzulesen, um die Geschichte einordnen zu können.

Interessanterweise ergeht es mir nun schon zweiten Mal mit einem irischen Roman so. „Ich schreib dir sieben Jahre“ ist nicht einmal ein historischer Roman im eigentlichen Sinne, bezieht sich allerdings auf Ereignisse im Nordirlandkonflikt.

Flüstern im Wind ~ Mary Ryan
Flüstern im Wind ~ Mary Ryan

Flüstern im Wind

Mary Ryan entführte mich ins Irland von 1920. Sie erzählt mir die Geschichte von zwei Frauen Kitty und Eileen und ich bin dankbar, dass ich ungefähr 100 Jahre später lebe. Mir wird bewusst, wie gut ich es als Frau in unserer Zeit habe. Die Freiheit zu entscheiden, wen ich lieben möchte und über meinen Körper selbst bestimmen zu dürfen. Für eine Schwangerschaft nicht verurteilt zu werden. Gut, insbesondere im letzten Punkt weiß ich selbst, dass nicht alles gut ist und es noch viele Menschen mit antiquierten oder einfach bescheuerten Ansichten gibt, aber wir sind auf einem guten Weg. Es ist ja auch noch nicht so viel Zeit vergangen. Andererseits gibt es merkwürdige, leider auch politische (es fällt mir schwer im Kontext der blauen Partei dieses Adjektiv zu verwenden) Bestrebungen gibt, Frauen wieder an Heim und Herd zu bannen.

Zurück zu Kitty und Eileen. Mit Kitty erleben wir das Eheleben mit seinen Verpflichtungen, unerfüllten Sehnsüchten und der großen Langeweile. Sie erleidet eine Fehlgeburt, die sie zum Glück gut übersteht. Von ihrem Mann wünscht sie sich beachtet und ernst genommen zu werden. Ob sie einander wirklich lieben? Es ist interessant zu lesen, wie sie beide aus ihrer Perspektive ihre Liebe zum anderen sehen, es aber nicht zeigen können. Eine andere Form der Liebe entdeckt Kitty zu einem anderen Mann, was sie die Liebe gänzlich in Frage stellen lässt …

Eileen ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und erhält eine Anstellung bei Kitty und ihrem Mann. Bevor sie das Waisenhaus verlässt, ermahnt die Nonne sie, sich auf keinen Fall mit einem Mann einzulassen. Ihr wird der Ort gezeigt an den solche Mädchen kommen, um ihre Kinder zu gebären. Eileen ist fleißig und sehr bemüht anständig zu bleiben. Tommy, der ebenfalls im Haus lebt und arbeitet, gefällt ihr.

Der historische Kontext der Geschichte ist Irland im Jahre 1920. Wir befinden uns in der irischen Provinz Tubercullen, während einige Szenen in Dublin spielen. Die Provinz scheint fiktiv zu sein, bei der Recherche finde ich nur diesen Roman. Damals ist Irland ein Teil des Britischen Empire und wir erleben wie der Kampf um die Unabhängigkeit Irlands auf dem Land geführt wird.

Kittys Mann Leonard und Tommy sind bereit für Irland zu kämpfen. Sie schließen sich mit anderen Männern der Gegend zusammen, sammeln Waffen und trainieren im Wald. Davon ahnt Kitty lange nichts. Eileen dagegen gerät bereits früh mitten rein. Tommy wird bei einer Aktion verwundet, versteckt sich im Haus, als „die Braunen“ kommen. Einer von ihnen hat schon länger ein Auge auf Eileen geworfen und es kommt zu einer verzwickten Situation, so dass sich die Frage stellt, ob sie ihn ermuntert hat, um Tommy zu schützen oder ob er sie nicht auch ohne die kleine Geste vergewaltigt hätte. Diese Szene verändert Kittys Leben vollkommen. Sie ist vollkommen allein damit, bis sie sich der Schamanin anvertrauen kann …

Schwierige Lektüre

Die ersten Kapitel habe ich in kleineren Einheiten gelesen, während ich die zweite Hälfte des Buches innerhalb weniger Tage durch hatte. Es fiel mir schwer mich auf die Geschichte einzulassen, emotional und inhaltlich. Nachdem ich ein wenig recherchiert hatte, fiel es mir leichter die Ereignisse einzuordnen.

Doch der Schreibstil des erstmals 1990 erschienen Romans blieb bis zum Ende für mich anstrengend. Mitten im Abschnitt wechselt Mary Ryan die Perspektive und manche Seite habe ich doppelt gelesen, um zu verstehen, wer was getan hat und was genau die Personen beabsichtigen.

Fazit

Es war eine bedrückende Lektüre mit einigen schwierigen Szenen, Vergewaltigung und Folter, welche doch relativ kurz gehalten sind. So froh ich bin, dass die Ereignisse in die Vergangenheit gehören, so sehr weiß ich auch, dass es für viele Menschen heute auch nicht viel besser ist und das ärgert mich!

Das Buch hat mich recherchieren und lernen lassen. Es hat mich dankbar und nachdenklich gemacht.

Wie ergeht es euch? Was fasziniert euch an historischen Romanen?

Habt ihr das Gefühl aus historischen Romanen etwas über die historischen Ereignisse lernen zu können oder ist es eher die Faszination, Geschichten vor einer anderen archaischen Kulisse zu lesen? Empfindet ihr nach dem Lesen auch Dankbarkeit für die eigenen Lebensumstände?

Jeden Monat lese ich ein Buch aus einem anderen öffentlichen Bücherschrank. Anschließend lasse ich das Buch wieder frei, gebe es persönlich weiter oder stelle es in einen anderen Bücherschrank. Jedes Mal lege ich einen Brief mit dazu. Eine Übersicht der bisher besuchten Bücherschränke seht ihr hier.


Flüstern im Wind
Mary Ryan
Aus dem Englischen von Günter Löffler
Knaur Taschenbuch, 2004
ISBN: 2 426 62630 6

Familiengeheimnis und die Magie Irlands

Ich schreib dir sieben Jahre ~ Liz Balfour

Ich schreib dir sieben Jahre ~ Liz Balfour

Es gab einmal eine recht kurze Phase vor langer Zeit, da konnte ich mich für Familiensagas begeistern. Starke Charaktere, Liebesgeschichten und Schicksale ganzer Familien über Generationen und Bücher hinweg. Das alles eingebettet in eine für mich fremde Lebenskultur oder sogar historischen Kontext. Das alles hatte einen gewissen Reiz, aber ewig habe ich nichts mehr in dieser Richtung gelesen.

Im Rahmen von Daggis Buchchallenge habe ich in meinem Regal gestöbert und ein Buch gefunden, dass meine Mutter mir vor Jahren in die Hand gedrückt hatte. „Das musst du unbedingt lesen, es ist so schön.“  Es handelte sich um „Ich schreib dir sieben Jahre“ von Liz Balfour, eine irische Mini-Familiensaga. Ob das Buch jetzt schon sieben Jahre in meinem Regal steht, bezweifle ich, es ist aber es ist auf jeden Fall 2011 – vor sieben Jahren – erschienen …

Allys Leben

Mit zwölf Jahren hat Ally Irland verlassen und ist in England auf ein Internat gegangen. Die Wochenende hat sie in England bei Onkel und Tante verbracht. Der Kontakt zu ihren Eltern wurde immer weniger und schwieriger …

Inzwischen ist der Vater verstorben und der Roman beginnt mit einem Besuch bei ihrer Mutter, der äußerst schwierig zwischen den beiden abläuft. Wieder in Irland zu sein, verschiedenen Menschen aus der Gegend zu begegnen, macht einiges mit ihr …

Ally muss durch mehrere Krisen in verschiedenen Lebensbereichen, die miteinander verwoben sind: Familie, Beziehung, Freundschaft, Karriere.

Was möchte Ally für sich und ihre eigene Zukunft?

Welche Menschen sollen in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen?

Das sind die zentralen Fragen, denen sie sich persönlich stellen muss, ebenso zahlreichen persönlichen Erfahrungen, die sie unverarbeitet abgehakt hat.

Ich schreib dir sieben Jahre

Ally findet romantische Briefe, die an ihre Mutter gerichtet sind. Sieben Jahre hat dieser Mann ihr geschrieben … Sie erfährt einiges aus den Briefen, ebenso ergeben sich zahlreiche Fragen … Insbesondere bekommt Ally eine Chance etwas über ihre Mutter zu erfahren. Spannend bleibt, ob es dafür zu spät ist, oder die beiden noch die Gelegenheit bekommen, wieder zueinander zu finden. Sie wird auch die Chance bekommen, mehr über ihren Vater und die Beziehung ihrer Eltern zu erfahren, so kann sie einige Erlebnisse aus ihrer Kindheit neu einordnen und besser verstehen.

Irland

Allys Elternhaus ist ein Cottage an der Küste, abgelegen, aber in wunderschöner Landschaft. Der Charme der Gegend und des ländlichen Lebens wird spürbar. Verwoben in der Vergangenheit der Mutter ist nicht nur die irische Kultur, sondern auch ein Teil der jüngeren Geschichte.

Leider besteht bei mir persönlich eine Lücke zwischen dem, was ich über den Nordirlandkonflikt weiß und dem was darüber im Buch geschildert wird, um alles einordnen zu können. Ich hätte mir ein wenig mehr Informationen innerhalb der Geschichte gewünscht, um davon etwas mehr für mich mitzunehmen. Allerdings hat das Buch mich dazu inspiriert, mich mit dem Thema zu beschäftigen, denn das Buch hat mir gezeigt, dass es einiges zu wissen gibt, was ich eben nicht weiß.

Die folgende kurze Doku von DW aus dem Sommer 2018 zeigt, wie angespannt die Lage 20 Jahre nach dem Friedensabkommen beispielsweise in Belfast noch immer ist:

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Fazit zum Buch

Zu Beginn fing die Geschichte „ganz nett“ an, doch zunehmend wurde sie emotionaler und spannender. Ich hatte zu Beginn einen Verdacht, dass sich etwas entwickeln würde, was ich nicht gutheiße. Es kam so und war dann auch stimmig.

Ganz überraschend kamen mir unterwegs in der Straßenbahn die Tränen, danach noch häufiger, zum einen bei traurigen, aber auch sehr schönen Szenen.

Das Buch hat eine emotionale Tiefe und scheint mir für eine Zielgruppe geschrieben zu sein, die gerade mitten im Leben steht und sich hinterfragt: Lebe ich gerade genau das Leben, was ich leben möchte?


Ich schreib dir sieben Jahre
Liz Balfour
Heyne, 2011
ISBN: 978-3-453-40861-6

Adventskalender 2016 – 8. Türchen

Heute gibt es wieder eine schöne, aber auch traurige Weihnachtsbuchempfehlung.

Hintergrund

Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert.

Es wird nicht genauer definiert um welches Weihnachtsfest es sich handelt, aber es muss eines aus den 63 Regierungsjahren von Königin Victoria sein. Eine interessante Zusammenfassung über die britische Königin habe ich bei der Zeit gefunden.

Wir befinden uns nach dem Jahr 1845, als der Kartoffelpilz die irische Ernte vernichtete und die große Hungersnot begann. Auch in den folgenden vier Jahren kam es zu Missernten durch den besagten Pilz. Die beiden Kinder Anna und Benjamin sind nämlich vor der großen Hungersnot nach England geflohen.

Literarisch tritt Raymond A. Scofield, der eigentlich Gert Anhalt heißt und unter diesem Namen als Reporter für den ZDF arbeitet, in die Fußstapfen großer Autoren aus dem viktorianischen Zeitalter über das er schreibt:

Einige der bekanntesten viktorianischen Autoren sind Charles Dickens, George Eliot, William Makepeace Thackeray, Anthony Trollope, Elizabeth Gaskell, Thomas Hardy und die Schwestern Bronte.

Eine traurige Weihnachtsgeschichte

Das Weihnachtswunder von Old Nichol - Raymond A. Scofield - Bild: Aufbau Verlag

Das Weihnachtswunder von Old Nichol – Raymond A. Scofield – Bild: Aufbau Verlag

Anna und Benjamin ist die Flucht von Irland nach London gelungen. Dort haben sie ihre Tante gefunden, die im Keller eines Apothekers im Armenviertel Old Nichol lebt, doch leider stirbt diese Tante und die Kinder sind auf sich allein gestellt. Sie besitzen fast gar nichts, nur die Kleider, die sie am Leibe tragen, in Annas Fall eine alte Hose ihres Bruders. Die Kleider sind viel zu dünn für den englischen Winter.

Sie haben einen großen Traum:

Das ferne Land, wo immer die Sonne schien und niemand frieren oder hungern musste – davon hatten die beiden gerüchteweise gehört. Die Menschen sagten Queensland oder New South Wales dazu, und manche nannten es auch Australien. Egal wie es nun hieß – eines stand jedenfalls fest: Dies war der Ort, wo alle ihre Träume wahr werden konnten. Da wollten sie hin, koste es, was es wolle.

Doch die beiden sind tapfer und versuchen gemeinsam zu überleben. Anna putzt im Spielzeugladen und Benjamin möchte sein Glück als Schuhputzer verdienen.

Mit spitzen Fingern öffnete er den Deckel des abgewetzten Holzkastens, als handele es sich um eine Schatztruhe. Darin befanden sich aber kein Gold, keine Perlen und keine Edelsteine, sondern nur ein Fußbänkchen, eine halbleere Tube Schuhschwärze, eine ziemlich abgenutzte Bürste und ein Putztuch, das aussah, als hätte jemand versucht, damit die Straße zwischen Old Nichol und Whitechapel sauber zu wischen. Und doch war für ihn diese morsche Kiste wie das Versprechen auf ein besseres Leben.

Die beiden irischen Kinder sind mit ihren roten Haaren in London nicht gerne gesehen.

Nur etwa 10% der Iren haben rote Haare, in Schottland sind es mit 14% deutlich mehr, trotzdem gelten die Iren als Rotschöpfe. Diese und weitere spannende Informationen über die Genetik von Rothaarigen habe ich in einem Artikel auf Welt.de gelesen.

Annas Chefin gibt dem kleinen Mädchen die Schuld an ihrem eigenen Unglück. Benjamin muss feststellen, dass es in London eine Schuhputzgilde gibt und er alleine keine Chance als Putzer hat. Wovon sollen die beiden Kinder leben? Kann der Apotheker helfen oder meint er es gar nicht gut mit den Beiden?

Das Weihnachtswunder

Zum Glück ist es eine Geschichte und in einer Geschichte sind Wunder möglich. Ein Wunder brauchen die beiden auch dringend und um die Magie des Glücks geht es auch in der zweiten Hälfte der Geschichte. Ein kleiner Leprechaun mit vornehmer Abstammung und lustiger Sprache bekommt seinen Auftritt. Die Tante der Kinder hatte ihn gebeten auf die beiden Acht zu geben, doch das war keine leichte Aufgabe.

„Welchigen nicht etwa anfassen und ihn nicht nach Geld oder Gold fragen. Welchiger verleiht grundsätzlich Nichtsiges, und Schenken kommt schon mal gar nichtig in Frage.“

„Wer ist Welchigen?“

„Nämlicher.“

„Und wer ist das?“

„Welchiger. Sagte Nämlicher doch bereits mehrmalsig. Du musst lernen, besser zuzuhören.“

Was ist eigentlich Glück? Kann es durch eine magische Substanz herbei geführt werden? Falls ja, mit welchen Konsequenzen?

Fazit

Eine traurige und magisch schöne Weihnachtsgeschichte, mit einem Hauch von Philosophie.

Die Geschichte beschreibt anschaulich das Leben der Armen in dieser Zeit, wie wenig wert ein Menschenleben ohne Geld und Titel war.

Wie ergeht es den heutigen Flüchtlingen, die zu uns nach Deutschland kommen. Auch unter ihnen sind Kinder, die ohne erwachsene Begleitung hier an kommen. Ergeht es ihnen besser als Anna und Benjamin?

Auch im 19 Jahrhundert gab es Waisenhäuser und die Besserungsanstalt, die ebenfalls eine Rolle im Buch spielt. Die Zustände in den heutigen Kinderheimen haben sich in den letzten 100 Jahren zum Glück verbessert. Aber hat es die Situation auch für Flüchtlingswaisen?


Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Aufbau-Verlag zur Verfügung gestellt.
Raymond A. Scofield
Das Weihnachtswunder von Old Nichol
240 Seiten
Aufbau Verlag
978-3-352-00889-4