Loslassen und nicht zu schnell urteilen

House of Ghosts - Pension des Grauens - Frank M. Reifenberg

House of Ghosts – Pension des Grauens – Frank M. Reifenberg

Im dritten Band der „House of Ghosts“ Reihe von Frank M. Reifenberg ist eine Menge los. Aus der uralten Villa hat Mellis Mutter eine Pension gezaubert und die Eröffnung steht kurz bevor.

Lebendige Gäste …

Zur Eröffnung werden auch bereits die ersten Gäste erwartet. Gäste, die in der Pension übernachten und Gäste aus dem Dorf, um die Eröffnung zu feiern. Bereits am Tag vor der Eröffnung reist Professor Schnöcks an. Sein Forschungsgebiet: Geister und Spukgeschichten.

Das macht Melli und ihren Freund Hotte natürlich nervös, hüten die beiden doch ein Geheimnis, von dem nicht einmal Mellis Familie etwas weiß …

… und verstorbene Gäste

Kaum ist der Geisterforscher zu Besuch, tauchen auch zahlreiche Geister im Hause auf … Wie sollen Hotte und Melli so das Geheimnis bewahren? Wie können sie den Forscher aufhalten?

Loslassen

Mit dem Tod endet das Leben. Diese Endgültigkeit ist schwer zu fassen. Was danach geschieht, weiß niemand. Je nach Glauben, haben wir eventuell bestimmte Vorstellungen. Nur über eines gibt es Gewissheit: Der Tod ist ein endgültiger Abschied vom Leben. Manche Menschen wissen bereits, dass sie sterben werden, wenn sie schwer krank sind. Sie haben die Möglichkeit sich zu verabschieden und auf den Tod vorzubereiten. Dies kann schön und hilfreich sein, aber auch Angst machen. Viele sagen, es soll bitte schnell gehen und ohne Vorwarnung passieren. Ich hatte selbst bereits zwei Mal die Gelegenheit mich zu verabschieden. Einmal war es ein definitiver Abschied, der Tod trat in der darauffolgenden Nacht ein. Es war ein ergreifender Moment, den ich für immer in Erinnerung behalte. Beim zweiten Abschied schwang noch ein Hauch von Hoffnung auf ein Wiedersehen mit. Als ich zwei Tage später vom Tod erfuhr, war ich einfach nur glücklich darüber, noch hingefahren zu sein.

Loslassen müssen wir auf beiden Seiten, derjenige, der geht und diejenigen, die zurück bleiben. Es ist kein schönes und vor allem kein leichtes Thema. Dennoch ein Thema, das zum Leben dazu gehört. Auch Kinder sind vor dem Tod nicht beschützt. Auch sie müssen erleben, wie Menschen aus der Familie oder Bekannte sterben, verstehen und Abschied nehmen.

Die „House of Ghosts“ Reihe befasst sich mit einer guten Distanz mit dem Thema Tod und dem Loslassen. Die Geister sind keine geliebten Verwandten, geistern schon lange umher, auf der Suche nach Erlösung. Etwas hält sie noch zurück, erlaubt es ihnen noch nicht los zu lassen und hinüber zu gehen. Melli, gerade mal elf Jahre alt, hilft den Geistern und auch den Lesern und Leserinnen dabei den Tod zu akzeptieren.

Urteile nicht vorschnell

Herr Schnöcks brauchte genau eine Zehntelsekunde, um mich von drei Dingen zu überzeugen: Er mochte mich nicht, ich mochte ihn nicht und mit ihm stimmte etwas nicht.

Die Szene ist sehr überzeugend geschrieben. Auch ich mochte den komischen Professor nicht, stufte ihn als Bedrohung für Melli ein. Ein schnelles Urteil, aber auch ein gerechtfertigtes? Die nächsten Seiten scheinen das zu bestätigen …

In meinem letzten Beitrag zum zweiten Band erwähnte ich, dass Melli einen Gegenspieler habe. In vielen Geschichten gibt es ganz klassischen den Protagonisten und den Antagonisten. Gut und Böse treten gegeneinander an und meist gewinnt das Gute …

Im dritten Band der Reihe erfahren wir mehr über den Antagonisten der Geschichte, lernen zu verstehen, warum er sich so verhält, wie er es tut …

Urteile nicht vorschnell. Lerne andere Menschen erst einmal kennen. Höre ihre Geschichte an und entscheide dann, ob du sie magst. Eine schöne Lektion, nicht nur für Kinder!

Fazit

„House of Ghosts“ ist eine tolle Kinderbuch-Reihe, die ernste Themen unterhaltsam und spannend behandelt. Man kann, muss aber nichts daraus lernen. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, keine Belehrungen. Frank M. Reifenberg erzählt eine spannende Geschichte über mutige Kinder, die sich einer abenteuerlichen Herausforderung stellen.

Lesenswert!

Reihenfolge

  1. Das verflixte Vermächtnis
  2. Der aus der Kälte kam
  3. Pension des Grauens

Die Geschichte scheint mir mit dem dritten Band abgeschlossen zu sein.


Das Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition über NetGalley zur Verfügung gestellt.

House of Ghosts – Pension des Grauens
Frank M. Reifenberg
arsEdition
176 Seiten
ISBN: 978-3-8458-2720-9
Erschienen am 23.04.2018

Sorgen von Eltern und Kindern

Vor einer Weile habe ich den ersten Band einer wunderbaren Kinderbuch-Reihe entdeckt: „House of Ghosts“ von Frank M Reifenberg, eine schöne Geschichte, die vom Verlag für Kinder ab 10 Jahren empfohlen wird. Vom Inhalt her würde ich es auch jüngere Kinder lesen lassen, die den Leseanfänger-Büchern entwachsen sind und „richtige“ Bücher lesen wollen. Das Buch ist schon ein wenig anspruchsvoller im Schreibstil, hat auch nur wenige Zeichnungen, aber der Gruselfaktor ist sanft.

Über den ersten Band „Das verflixte Vermächtnis“ habe ich bereits geschrieben. In diesem Beitrag geht es um den zweiten Teil, der dritte erscheint auch bereits am 23.4.2018.

House of Ghosts, Der aus der Kälte kam - Frank M. Reifenberg

House of Ghosts, Der aus der Kälte kam – Frank M. Reifenberg

Geldsorgen

Die alte Villa hat Melli von ihrer Urgroßschwiegercousine geerbt. Ihre Familie ist von New York in das kleine deutsche Dorf gezogen und musste feststellen, dass sich die Villa in einem schlechteren Zustand befindet, als sie es erwartet hatten. Ihr kleiner Bruder fürchtet, sie würde jeden Moment in sich zusammenfallen. Zudem gibt es auch noch Schulden in diversen Geschäften im Ort, die zu begleichen ist.

Dann ist da auch noch die liebreizende Bürgermeisterin, die das Haus unbedingt für sich haben will …

Wir durften unsere eigene Villa jetzt nicht mehr betreten, weil sie von der Bürgermeisterin amtlich versiegelt worden war.

Seit sie wegen der Erbschaft umgezogen sind, haben die Eltern noch keinen neuen Job gefunden … Keine leichte Sache in einem kleinen Dorf. Auch wenn Eltern gerne Geldsorgen vor ihren Kindern zu verheimlichen suchen, gelingt dies in dieser Situation nicht und so fühlt sich das junge Mädchen auch mitverantwortlich. Ein Thema, dass sicher in vielen Familien eine Rolle spielt und zu dem sich Kinder ihre Gedanken machen, auch wenn oder vielleicht gerade weil ihre Eltern ein Tabu-Thema daraus machen. Daher gefällt es mir gut, dass die Problematik im Buch angesprochen wird.

Melli begleitet ihre Mutter sogar auf der Suche nach einem Job durch die Geschäfte im Ort.

Neuer Sorgen-Geist

Bei dieser Suche begegnet sie auch ihrem nächsten „Klienten“, einem Geist um den sie sich kümmern kann. Die Sache mit den Geistern ist eine, die Melli mit ihrem neuen besten Freund teilen kann, aber vor ihren Eltern verheimlicht. Geheimnisse vor ihren Eltern zu haben ist für Kinder etwas wichtiges. Sie wollen etwas eigenes für sich, es alleine schaffen und lösen sich damit langsam von der Fürsorge ihrer Eltern. Bei Melli ist es die Sache mit den Geistern.

Der Fall selbst ist kompliziert, dem Armen ist nicht klar, dass er bereits 150 Jahre tot ist und so seine Mission gar nicht mehr zu Ende bringen kann …

Einen uralten Brief mit einem schnulzigen Gedicht darin an eine Frau überbringen, die ihrerseits schon mehr als ein Jahrhundert tot war.

Dann hält er sich auch noch in einem Kühlhaus auf …

Eine wirklich verzwickte Angelegenheit, gut dass Melli nicht alleine ist …

Allerdings gibt es auch den Einäugigen, Mellis Gegenspieler, der die Seelen am Übergang hindern will und andere Ziele verfolgt.

Fazit

Eine gelungene Fortsetzung, die ich sehr gerne gelesen habe. Die Zeichnungen sind großartig, vor allem die der Villa am Ende. Die Figuren sind alle liebevoll ausgestaltet und sehr lebendig. Ein Kinderbuch, dass auch Erwachsene zu begeistern vermag. Vielleicht auch ein schönes Buch, um es gemeinsam zu lesen und die Liebe zum Selberlesen zu entdecken.

Eine klare Leseempfehlung für Jungen und Mädchen, die geheimnisvolle und spannende Bücher mögen. Frank M. Reifenberg engagiert sich übrigens für die Leseförderung von Jungen.

Ich stürze mich gleich auf den dritten Band auf den ich mich schon sehr freue!

Reihenfolge

  1. Das verflixte Vermächtnis
  2. Der aus der Kälte kam
  3. Pension des Grauens (ab 23.4.2018)

Das Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition über NetGalley zur Verfügung gestellt.

House of Ghosts – Der aus der Kälte kam
Frank M. Reifenberg

arsEdition
224 Seiten
ISBN: 978-3-8458-2396-6
Erschienen am 29.09.2017

Ein Umzug, ein Neubeginn ist mit einem guten Freund viel leichter

Ein Umzug ist für Kinder fast immer schwierig, besonders je weiter weg es von den Freunden geht, in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Land. Meistens werden sie nicht nach ihren Wünschen gefragt, fühlen sich übergangen, betrogen. Sie müssen wieder von vorne anfangen, eine völlig neue Umgebung entdecken, in einer neuen Schule zurecht kommen und neue Freunde finden.

Familie Bowers

House of Ghosts - Frank M. Reifenberg - Bild: Bloomoon Verlag

House of Ghosts – Frank M. Reifenberg – Bild: Bloomoon Verlag

In „House of Ghosts“ von Frank M. Reifenberg zieht Melli mit ihrer Familie von New York in einen kleinen Ort irgendwo in Deutschland. Für sie und ihren Bruder ein Albtraum, insbesondere da das neue Zuhause in einem wirklich üblen Zustand ist.

Ihr Bruder Bobby weigert sich das neue Zuhause überhaupt erst zu betreten:

„Das kippt gleich um“, sagte er „Da gehe ich nicht rein.“

„Das kippt schon seit 200 Jahren nicht um, warum sollte es heute umkippen?“, sagte Mama.

Die Mutter scheint eine unerschütterliche Optimistin zu sein:

Mit ein paar Ideen kann man in Mamas Leben alles regeln. Fast. Ein paar Ideen, um diese Schnapsidee zu verhindern in der wir uns gerade mittendrin befanden, hatte leider niemand gehabt. Auch Mama nicht.

Und der Vater?

Er weiß viele Antworten, meistens zu anderen Fragen, als man gestellt hat. Nur Hefezopf gelingt ihm fast immer.

Aurora der Geist

Das Haus hat die Familie von einer entfernten Verwandten geerbt und es ist auch nicht völlig unbewohnt. Kurz vor der Familie ist nämlich Aurora eingezogen, die eigentlich auf der Suche nach der entfernten Tante gewesen war, damit diese ihr hilft und sie von ihrem elenden Schicksal erlöst.

Aurora ist ein Geist, ein verängstigter Geist, denn jemand verfolgt sie. Daher sieht sie auch in allem Gespenster ..

Vielleicht sind es die Geister der zermalmten Spinnen, und das war nun ihre Rache?, fragte Aurora sich. Die Geister von Spinnen, so ein Unsinn!

Nur wer eine Seele hatte, konnte ein Geist werden, das wusste Aurora doch schon lange. Aber vielleicht hatten Spinnen eine Seele, wer wusste das denn so genau?

Ein guter Freund

Melli muss nicht nur den Umzug akzeptieren, sie sieht sich auch mit Geistern konfrontiert, die ihre Hilfe wollen. Ein Problem das sie unmöglich mit ihrer Familie besprechen kann.

Zum Glück lernt sie den verrückten Nachbarsjungen Hotte kennen. Er ist selbsternannter Geisterjäger und mit ihm kann sie über alles reden. Er hält sie nicht für verrückt und steht ihr zur Seite, während sie versucht ihr eigenes Schicksal zu verstehen.

Egal in welcher Lebenslage wir stecken, ein Freund an unserer Seite kann alle viel leichter machen.

Fazit

Ein schönes Kinderbuch über Geister und Freundschaft mit einem leichten Gruselfaktor, aber auch vielen lustigen Szenen.

Reihenfolge

  1. Das verflixte Vermächtnis
  2. Der aus der Kälte kam
  3. Pension des Grauens (ab 23.4.2018)

Das Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition zur Verfügung gestellt.

House of Ghosts – Das verflixte Vermächtnis
Frank M. Reifenberg
Bloomoon
176 Seiten
ISBN: 978-3-8458-2189-4
Erschienen am 16.01.2017