48. Buch: Lady Chatterley, H.D. Lawrence

Lady Chatterly ~ H.D. Lawrence
Lady Chatterly ~ H.D. Lawrence

Auch aus der Kategorie Erotik wollte ich gerne einen Klassiker lesen. Das erste gewählte Buch mochte ich euch jedoch nicht vorstellen und bei meiner weiteren Recherche bin ich dann auf „Lady Chatterley“ gestossen. Der Roman ist 1928 erschienen und spielt auch in dieser Zeit. Es ist übrigens der einzige Klassiker, den ich als eBook gelesen habe.

„Lady Chatterley und ihr Liebhaber“ ist ein Klassiker der erotischen Literatur und menschlichen Psychologie, und enthält zeitlose Wahrheiten über das Zusammensein von Mann und Frau. Und gleichzeitig ist es ein Skandalbuch erster Güte, das viele Jahre lang in den meisten Ländern Europas auf dem „Index“ stand und nur versteckt gehandelt werden konnte.

Aus dem Klappentext zu Lady Chatterly

Dementsprechend war ich sehr gespannt was mich erwarten würde.

Wir lernen zunächst die spätere Lady Chatterley kennen. Constance (Connie) war „ein rotwangiges, ländlich aussehendes junges Mädchen mit weichem braunem Haar, kräftigem Körper und bedächtigen Bewegungen, und sie war voll ungewöhnlicher Energie.“ Mit 15 Jahren wurde sie mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester nach Dresden, der Musik wegen geschickt und lebte dort ein freies Leben mit den Studenten. Noch ehe sie 18 war hatte sie ihre ersten Liebesaffären hinter sich und es ist sehr unterhaltend zu lesen, warum dieses geschah.

Cliffords Vater wollte, dass dieser heiratete und einen Erben zeugte. Clifford selber, dem zu viel Tod und Gräuel im Krieg begegnet war, kam zu der Ansicht:

Ein Mann brauchte Trost und Stütze. Ein Mann musste einen Anker in seiner Welt haben. Ein Mann brauchte eine Frau.

Lady Chatterly

So heiratete er im Jahr 1917 im Alter von 19 Jahren noch unberührt die 23-jährige Connie, als er für einen Monat auf Heimaturlaub ist. Sie stehen einander nahe und erleben eine Intimität jenseits des Geschlechtlichen. Sechs Monate später wird er „wieder nach England verfrachtet, mehr oder weniger in Stücken.“

Er ist zäh und so überlebt er. Nach zwei Jahren wird er als geheilt aus der Obhut der Ärzte entlassen, allerdings ist seine untere Körperhälfte von der Hüfte abwärts für immer gelähmt. Nach dem Tod seines Vaters ziehen die beiden nach Wragby Hall, dem einsam liegenden Familienbesitz mit nur wenig Einkommen. Er konnte in seinem Rollstuhl mit kleinem Motor umherfahren und litt nicht wirklich, sondern „wirkte seltsam heiter und fröhlich, ja beinahe vergnügt“. Sie aber muss sich an die Einsamkeit dort gewöhnen. Sie versorgt ihren Mann zunächst ohne Hilfe und unterstützt ihn bei seinem Schreiben, aber bald empfindet sie Leere über Leere. Ihr Vater rät ihr sich einen Freund zu nehmen und bald darauf hat sie ihren ersten Liebhaber.

So trieben sie es eine Weile, wechselten Briefe und trafen einander gelegentlich in London. Sie wollte noch immer die physische, sexuelle Sensation haben, die sie mit ihm durch eigene Kraft erlangen konnte, sobald sein kleiner Orgasmus vorbei war. Und er wollte ihr die noch immer geben. Das genügte, sie in Verbindung zu halten.

Lady Chatterly

Durch ihre neu erweckte Lebenslust gelang es ihr ihren Mann im Schreiben anzuregen, so dass er in jener Zeit seine besten Sachen schrieb und somit von dem Verhältnis profitierte. Als ihr Liebhaber sie aber heiraten und ihr die Welt zu Füssen legen will, lehnt sie ab. Sie kann und will ihren Mann nicht verlassen.

Clifford bedauert, dass er keinen Sohn haben kann und somit sein Erbe nicht weitergeben kann und schlägt ihr vor, sich ein Kind von einem anderen Mann zeugen zu lassen.

„Es wäre beinahe gut, wenn du ein Kind von einem anderen Mann hättest“, sagte er. „Wenn wir es in Wragby aufzögen, wäre es Teil von uns und unserem Besitz.“ Sie denkt darüber nach, kann aber keinen Mann in ihrem Umfeld sehen, den sie sich als Erzeuger dieses Kindes vorstellen kann, als Liebhaber schon…

Nach und nach entwickelt sie jedoch eine Abneigung gegen ihren Mann und überlässt seine Pflege und Betreuung Ivy Bolton, einer jungen Witwe, die zu ihrem Mann eine ganz besondere Beziehung entwickelt, die wunderbar beschrieben wird:

Sie war bis zu einer unheimlichen Leidenschaft begeistert. Und der Umstand, dass er sie erzog, erweckte in ihr eine leidenschaftliche Erregung und Erwiderung – viel tiefer, als jede Liebesaffäre es vermocht hätte.

Lady Chatterly

Und Conni trifft den Mann, dem sie sich auf besondere Art und Weise verbunden fühlt … Mehr will ich hier nicht verraten.

Doch das Buch beinhaltet viel mehr:

Was es ausmacht, sind wunderschöne Beschreibungen der Natur, spannende Gedanken über das Leben, die unterschiedlichen Klassen der Gesellschaft der damaligen Zeit, den Bergbau und insbesondere über die Beziehungen zwischen Mann und Frau. Hier ist es besonders erstaunlich und spannend wie es dem Autor als Mann gelingt, sich in die Gedankenwelt einer Frau hineinzuversetzen.

Mein persönlicher Eindruck

Zunächst bin ich überrascht, da es recht harmlos beginnt und ich mich frage: Warum wurde dieses Buch verboten? Aber bald verstehe ich warum …

Das Buch ist schon sehr speziell, aber ja, es liest sich gut. Es ist spannend und das Ende auch nicht unbedingt vorhersehbar. Die Spielerei mit den Worten – herrlich, das hin und her der Gefühle – wunderbar beschrieben. Und was den erotischen Inhalt angeht, so ist dieser zunächst recht geschickt verpackt, wird dann aber doch deutlicher.

Das Ende finde ich allerdings einfach nur noch abstoßend. Das Buch endet mit einem Brief in dem gefühlte 100 mal das Wort „ficken“ vorkommt. Das verdirbt mir den positiven Eindruck leider doch sehr, ist für mich auch nicht passend. Dennoch eine klare Leseempfehlung von mir.

Ein Blick auf den Schreibtisch von Rosita Hoppe

Heute sind wir zu Gast bei Rosita Hoppe. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Rosita Hoppe (c) by Christiane Wolf - Norddorf/Amrum
Rosita Hoppe (c) by Christiane Wolf – Norddorf/Amrum

Steckbrief von Rosita Hoppe

  • Verlagsautorin, hauptberuflich
  • Genre: Liebesromane, Inselromane, erotische Romane
  • Veröffentlichungen: 6 Romane, 13 Kurzromane und an die 50 Kurzgeschichten
  • Debütroman: „Nur ein Traum?“

Wo steht dein Schreibtisch?

Rosita Hoppe: Im Büro, dass ich mir mit meinem Mann teile. Das ist mein Hauptschreibort. Bei schönem Sommerwetter kann es auch mal sein, dass ich draußen sitze. Dann schreibe ich meistens per Hand in ein Collegeheft (so kann ich mich herrlich auf einer Liege rumlümmeln) und nutze das spätere Abtippen für eine erste Überarbeitung.

Schreibtisch von Rosita Hoppe
Schreibtisch von Rosita Hoppe

Hast du feste Schreibzeiten?

Rosita Hoppe: Viele Jahre habe ich hauptsächlich morgens geschrieben. Jetzt bin ich flexibler und schreibe dann, wenn nichts anderes anliegt, im Laufe des Tages. Das kann durchaus morgens sein, aber oft erst nach dem Mittag. Manchmal auch abends.

Schaffst du es konzentriert nur an einem einzigen Schreibprojekt zu arbeiten?

Rosita Hoppe: In der Regel konzentriere ich mich auf ein Projekt, aber natürlich kommt es immer wieder vor, dass zwischendurch ein anderes Manuskript aus dem Lektorat kommt und noch mal überarbeitet werden muss. Das mache ich dann zwischendurch, weil es da meistens zeitliche Vorgaben sind, bis wann ich das Manuskript zurück an den Verlag schicken muss. Neue Ideen notiere ich mir dann, wenn sie kommen – oftmals zu den unpassendsten Augenblicken. Zum Beispiel wollte ich im vorigen Jahr, als ich gerade auf Amrum war, dort den Klappentext für den aktuellen Amrumroman basteln, weil ich dachte, da würde das am Besten klappen. Was soll ich sagen – während eines Strandspazierganges kam mir statt des Klappentextes ganz neue Ideen, die nur so sprudelten. Meinen anschließenden Restaurantbesuch nutzte ich dafür, dort erst einmal alles aufzuschreiben. Mit dem Klappentext funktionierte es erst, als ich wieder zu Hause war.

Woher kommt deine Motivation zum Schreiben?

Rosita Hoppe: Momentan fehlt mir die Motivation, muss ich gestehen, obwohl mich der nächste Abgabetermin (Mitte November) schon mahnend anschaut und ich erst auf Seite 3 bin. Vermutlich liegt es an der Lage, die gerade herrscht und die mir im Unterbewusstsein vielleicht mehr zu schaffen macht, als ich nach außen denke.

Was inspiriert dich?

Rosita Hoppe: Inspiration finde ich überall. Beim Spaziergang, beim Walken, Inliner fahren, bei Gesprächen, beim Zeitung lesen oder fernsehen.

Bücher von Rosita Hoppe/ Sita Torasi
Bücher von Rosita Hoppe/ Sita Torasi

Wie gehst du beim Schreiben vor?

Rosita Hoppe: Erst einmal notiere ich mir erste Ideen, die ich schließlich in einem mehrseitigen Arbeitsexposé zusammenfasse – inkl. Schluss. Daran feile ich und schreibe eine Leseprobe. Beides schicke ich an meine Agentin oder direkt an einen bestimmten Verlag, für den ich ohne Agentur arbeite. Wenn ich von Verlagsseite ein Okay bekomme, fange ich mit dem Schreiben an. In der Regel schreibe ich chronologisch, aber manchmal lasse ich auch ein Kapitel mittendrin ruhen, wenn ich nicht recht weiterkomme und schreibe am nächsten aus der Perspektive einer anderen Person weiter. Da ich meistens aus zwei oder drei Perspektiven schreibe, klappt das ganz gut.

Welchen Tipp würdest du gerne anderen angehenden Autor*innen geben?

Rosita Hoppe: Auf jeden Fall sollte man nicht aufgeben, wenn es mal nicht so gut läuft. Egal, ob es ums Schreiben an sich geht, oder später bei der Suche nach einem Verlag oder einer Agentur. Erfolg – wenn er denn kommt, kommt nicht über Nacht. Und Schreiben ist Handwerk und manchmal harte Arbeit. Ab und an braucht man ein dickes Fell. Man darf sich durch Absagen nicht verunsichern lassen. Auf gar keinen Fall sollte man, wenn man ans Selfpublishing denkt, ein Projekt ohne Lektorat und Korrektorat veröffentlichen.

Auch wenn mal eine Veröffentlichung nicht so gut ankommt, oder sich nicht gut verkauft, nicht verunsichern lassen und aufgeben. Oftmals ist verdammtes Glück nötig, um ein Buch erfolgreich zu verkaufen und zur richtigen Zeit das Richtige veröffentlichen. Wann das ist oder ob das tatsächlich eintritt, kann leider niemand vorhersagen.

Träumen am Meer ~ Rosita Hoppe
Träumen am Meer ~ Rosita Hoppe

Was hast du zuletzt veröffentlicht?

Rosita Hoppe: Im Ferburar erschien mein Inselroman „Träumen am Meer“, der auf der wundervollen Insel Amrum spielt. Es ist mein dritter Amrumroman, der sich aber auch unabhängig von den Vorgängern lesen lässt, da es jedes Mal neue Hauptfiguren sind.

Nie wieder zurück in die Heimat. Das schwor sich Greta vor siebzehn Jahren, als genau dort ein Unglück geschah, das ihr Leben aus den Fugen riss. Und doch steht sie auf der Fähre, die sie nach Amrum bringt als Trauzeugin ihrer Schulfreundin Merle.

Aus „Träumen am Meer“ von Rosita Hoppe

Was erwartet uns als nächstes von dir?

Rosita Hoppe: Meine nächste Veröffentlichung wird die Wiederveröffentlichung von „Herzchaos“ sein, der noch bis Ende April im Selfpublishing erhältlich ist und dann vom Markt genommen wird, weil er im Juni bei Dotbooks herauskommen wird.

(Anmerkung: Herzchaos erschien bereits im Mai 2020, der Beitrag erscheint etwas verspätet.)


Herzlichen Dank für das Interview!

Ganz herzlichen Dank für dieses Interview, ich freue mich, dabei zu sein. 😊
Liebe Grüße, Rosita

Hier findet ihr Rosita Hoppe online:

Webseite
Facebook
Instagram

Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

Phantastischer Fakriro Talk 4

Alle guten Dinge sind 3? Die Welten der Phantastik sind unendlich vielfältig und es gibt so viele, da könnten wir ewig weiter machen und phantastische Autor*innen entdecken.

Diesmal sprechen wir mit

Über Fakriro-Online könnt ihr übrigens direkt bei den Autor*innen signierte Exemplare bestellen!

Im Gespräch mit Sandra Baumgärtner

Wenn euch auf dem Messegelände eine Frau mit einem Schiffchen auf dem Kopf begegnet, was tut ihr? Klar, stehen bleiben und hallo sagen. Wir lieben Phantastik und Menschen mit kreativen Outfits schreiben wahrscheinlich phantastische Bücher, oder? Also lernen wir zusammen Sandra Baumgärtner kennen:

Sandra Baumgärtner auf der HomBuch2019 (c) WeAreOne
Sandra Baumgärtner auf der HomBuch2019 (c) WeAreOne

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Sandra Baumgärtner: Ich laufe grundsätzlich mit einem Schiffchen auf dem Kopf herum und quatsche Leute frei heraus an. Du hast also gar keine Chance, an unserem schön dekorierten Stand unbehelligt vorbeizulaufen. Neben mir steht übrigens meine liebe Kollegin Sandra Florean, die sich richtig in Schale geworfen hat. Sie trägt eines ihrer selbstgeschneiderten Kleider mit einem so ausladenden Rock, dass daran kein Vorbeikommen ist. Und natürlich haben wir auch viele fantastische Bücher ausliegen, die allesamt Hingucker sind.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Sandra Baumgärtner: Hallo Stephanie. Schön, dich kennenzulernen! Ich bin Sandra Baumgärtner. Ich bin Autorin, komme aus Trier und schreibe hauptsächlich Fantasy. Von Kinder- und Jugendbücher, Urban Fantasy mit Vampiren und Mermaids, Dark Fantasy mit Hexen und Dämonen und Erotic ist alles dabei. Seit gut drei Jahren veröffentliche ich meine Bücher selbst unter dem Lable Machwerke Verlag.

„Kleiner Komet“? Heißt das, du saust über die Messe und interviewst all diejenigen, in deren Umlaufbahn du gerätst? Schönes Kopfkino …

Ja, das trifft es ziemlich gut. Tatsächlich ist es unglaublich, was sich aus einer spontanen Idee alles entwickelt hat, Anziehung, Magie … von allem ein wenig. Aber ich bin hier, um etwas über deine Bücher zu erfahren.

Sandra Baumgärtner: Du sagtest ja, du ließt gerne Fantasy, gerne auch mit sozialkritischem Hintergrund. Da kann ich dir mein „Aquarií-Schlucht der Erinnerung“ empfehlen. Es ist ein Urban Fantasyroman, der in Australien, und dort hauptsächlich am Barrier Riff spielt. Ich habe in diesem Buch das Thema Umweltzerstörung und das Machtgefälle zwischen geldgierigen Firmen und Naturschützern aufgegriffen. Der Grundgedanke dazu ist: Was, wenn man auf eine besondere Spezies im Meer stößt, auf eine Zivilisation, die ganz wunderbar ohne menschlichen Einfluss klarkommt? Und was, wenn diese Meerwesen etwas besitzen, das für uns Menschen unschätzbaren Wert hätte und uns Wohlstand und auf ewig saubere Energie liefern würde? Melli, die Protagonistin meiner Geschichte, steht vor einer schweren Entscheidung, als sie zwischen die Fronten gerät.

Aber das klingt jetzt schwerer, als es eigentlich geschrieben ist. Tatsächlich steckt auch viel Sonne, Meer und ein bisschen Liebe zwischen den Buchseiten. Ein echtes Sommer-Sonne-Urlaubsbuch, jedoch mit nachdenklichen Momenten.

Aquarii ~ Sandra Baumgärtner (c)
Aquarii ~ Sandra Baumgärtner (c)

Dabei muss ich an die TV-Serie „H2O Plötzlich Meerjungfrau“ denken, kennst du die? Allerdings verwandeln sich hier drei junge Mädchen in Meerjungfrauen, also alles etwas anderes, aber da die Serie in Australien spielt, kommen mir die Bilder in den Sinn.

Sandra Baumgärtner: Aber na klar, kenne ich sie und ich liebe die Serie. Natürlich auch, weil sie in meinem geliebten Australien spielt. Und … nunja… wer wäre nicht gerne eine Meerjungfrau in Australien?

Seraphim: Carpe Noctem I ~ Sandra Baumgärtner (c)
Seraphim: Carpe Noctem I ~ Sandra Baumgärtner (c)

Du hast mir eben eine ganze Liste von phantastischen Wesen aufgezählt. Wie steht es um deine Vampire, wo sind sie im Spektrum zwischen blutdurstig gefährlich und glitzernd romantisch angesiedelt?

Sandra Baumgärtner: Also, auf Glitzer sind meine Vampire höchst allergisch. 🙂

Dafür sind meine Vampire dank eines Medikamentes einigermaßen sonnentauglich und können sich auch tagsüber draußen aufhalten. Natürlich ernähren sie sich auch von Menschenblut. Sie haben jedoch eine sehr elegante Lösung für ihre Nahrungsbeschaffung entwickelt. Welche, verrate ich hier nicht. Bissig sind sie dennoch, meist gegenüber den Antagonisten der Geschichte. Da das Thema Vampire für mich immer etwas mit Erotik und Romantik zu tun hat, sind auch die Geschichten um Seraphim & Leander und Lord MacConnell & Marian mit Romantik gespickt. Im Fall von Lord MacConnell & Marian sogar mit Erotik. „Darklander:“ ist ja nicht umsonst ein Ü18 Buch. 😉

Darklander:: Dunkles Verlagen ~ Andra Leabhar (c)
Darklander:: Dunkles Verlagen ~ Andra Leabhar (c)

Danke dir für diese Einblicke in deine Romanwelten.

Sandra Baumgärtner: Aber jetzt haben wir so viel über meine Bücher und mich gesprochen. Schau doch mal, hier neben uns, da steht meine Kollegin Sandra Florean. Die hat gleich zwei Neuerscheinungen mitgebracht. Eine davon wäre vielleicht auch was für dich. In „Gezeitenlos“ muss sich die taffe Sicherheitschefin Alex Sturm in Kiel nicht bloß mit Seeungeheuern herumschlagen, sondern sich auch ihren tiefsten Ängsten stellen. Hier, nimm und lies mal den Klapptext. Der fasst das noch wesentlich besser zusammen.

weiterführende Links

Webseite
Facebook
Instagram
Twitter

*Anzeige* Affiliatelink zu „Aquarii“ auf GenialLokal
*Anzeige* Affiliatelink zu „Seraphim“ auf GenialLokal

Im Gespräch mit Sandra Florean

Natürlich verlassen wir diesen Stand nicht, ohne auch mit der anderen Sandra zu sprechen! Sandra hat uns ja quasi mit der Leseprobe in der Hand zu ihr geschubst. Ja, das geht auch virtuell, in sozialen Netzwerken gerne über taggen praktiziert, hier per Worte und ich habe nach dem ersten Überfliegen des Interviews direkt nachgeschaut, ob ich auch von Sandra Florean schon Antworten erhalten habe, hatte ich, war direkt die nächste ungelesene E-Mail. Also kommt mit:

Sandra Florean mit einer Seelenspringer-Torte (c)
Sandra Florean mit einer Seelenspringer-Torte (c)

Wenn Sandra Baumgärtner uns nicht bereits eingefangen hätte, was hätte uns an deinen Stand gelockt?

Sandra Florean: Bestimmt eins meiner Kostüme. Bisher habe ich häufig historische Kostüme getragen, für die LBM hatte ich mir neben meinem Waldfrauen-Kleid noch ein Meerjungfrau-Kleid genäht. Samt Muschelkrone. Aber auch meine Cover sind hoffentlich ein Hingucker – zumindest wurden die der Seelenspringerin-Reihe häufig als solche tituliert.

Sandra Florean im Waldfrauenkleid (c)
Sandra Florean im Waldfrauenkleid (c)

Von deinen Kostümen hat Sandra uns bereits vorgeschwärmt und uns auch gleich zu dir geschickt. Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet. Und du?

Sandra Florean: Hi, ich bin Sandra, Phantastik-Autorin aus Norddeutschland, ehemalige Kostümschneiderin und Marvel-verrückt. Seit 2014 veröffentliche ich überwiegend im Bereich Paranormal Romance, Dark/Urban Fantasy, Mystery und zwar sowohl in Verlagen als auch als Selbstverlegerin. Zudem bin ich als Lektorin tätig.

Das erklärt die tollen Kostüme, schneiderst du zu jedem deiner Romane das passende Outfit?

Sandra Florean: Jein. Tatsächlich habe ich bisher meinen umfangreichen Fundus an historischen und fantastischen Kostümen genutzt. Für die Buchmesse Berlin sollte aber etwas Besonderes her. Und so entstand das Waldfrauen-Kleid (siehe Foto) und die Idee, auch für die anderen Bände der Seelenspringerin-Reihe passende Kleider zu kreieren und zu schneidern. Mal sehen, wie viele ich schaffe.

Sandra Florean mit ihren Neuerscheinungen 2020 (c)
Sandra Florean mit ihren Neuerscheinungen 2020 (c)

Dein Angebot klingt herrlich vielseitig und phantastisch. Erzähl doch was zu deiner Neuerscheinung bitte.

Sandra Florean: Auf der LBM hätte ich gleich zwei Neuerscheinungen präsentiert. Zum einen das Finale meiner Seelenspringerin-Reihe. Hier steht Tess im Mittelpunkt, die in die Seelen übernatürlicher Wesen springen kann und dabei allerhand Grauenhaftes erlebt. Zusammen mit Polizist Jim versucht sie, die Täter zur Strecke zu bringen, und taucht dabei ganz tief in die Welt der Monster ein, die in diesem Setting offen unter den Menschen leben. Die Reihe vereint verschiedene Genre – Fantasy, Krimi, Horror, Mystery – spiegelt aber im Grunde unsere Gesellschaft wieder mit all seinem Fremdenhass, seinen Vorurteilen und Missverständnissen.

Und dann wollte ich meinen Zeitreise-Roman “Gezeitenlos – Im Strudel der Zeit” vorstellen. In dem Einteiler entdeckt die ehemalige Marinesoldatin Alex, dass sie plötzlich durch die Zeit reisen kann. Woher diese Fähigkeit stammt und ob tatsächlich gerade ein Seemonster in der Kieler Förde sein Unwesen treibt, oder es sich nur um einen Scherz handelt, dem will sie auf den Grund gehen. Und gleichzeitig ihren Ex Richard meiden, der sich plötzlich wieder in ihr Leben schleicht. Und dann war da noch die Sache mit der Tauchangst … Alex ist eine taffe Protagonistin, die am liebsten mit dem Kopf durch die Wand will. Hier muss sie allerdings feststellen, dass das nicht immer geht, und sie muss ganz neuen Mut in sich entdecken: den Mut, sich ihren tiefsten Ängsten zu stellen.

Wow, das sind zwei interessante Titel. Die Seelenspringer-Reihe fällt bei mir direkt in den Bereich fasziniert mich, könnte mir aber auch zu unheimlich sein, wenn du so anschaulich schreibst, wie du hier auftrittst.

Sandra Florean: Danke schön. Tatsächlich ist die Reihe insgesamt eher düster und nicht locker-flockig. Es geht ja um die Abgründe, auch in den menschlichen Seelen, und der Kriminalfall bildet den Mittelpunkt. Allerdings behandeln die Bücher ebenso Themen wie Nächstenliebe, Opferbereitschaft, Loyalität und nicht zuletzt die Frage, wie man mit Andersartigen zusammenleben kann. Tess geht große Risiken ein in ihrem Bestreben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, erfährt aber auch wahre Freundschaft, tiefe Dankbarkeit und erlebt zusammen mit dem Leser das Hochgefühl, das einsetzt, wenn man ganz selbstlos jemand anderem erfolgreich geholfen hat.

Die Reihe ist also bunt und, ja, stellenweise auch unheimlich. Aber eben nicht nur.

Seelenspringerreihe ~ Sandra Florean (c)
Seelenspringerreihe ~ Sandra Florean (c)

Zeitreisen liebe ich, diese Geschichte klingt humorvoller als gruselig, oder, immerhin gibt es ein Seemonster? Eine Frage werde ich nie müde, Zeitreise-Autor*innen zu stellen: In welche Zeit würdest du selbst gerne reisen, wenn du Alex Fähigkeit hättest

Sandra Florean: Ja, sie ist nicht ganz so düster wie Die Seelenspringerin, sondern eher actionlastig mit Alex’ ganz eigenem Sinn für Humor. Und das Seemonster, nun ja, um was genau es sich dabei handelt, das müsstest Du dann selbst herausfinden.

Wenn ich durch die Zeit reisen könnte, würde ich mich vermutlich nicht auf eine Zeit beschränken können. Ich war schon in der Schule eine großer Geschichtsfan und hab das mit dem historischen Reenactment weiter ausgelebt. Deshalb haben für mich viele Epochen ihren Reiz. Ich würde zum Beispiel gern in die Renaissance reisen und Heinrich VIII treffen. Oder einen Ball in Zeiten des Rokoko besuchen (dafür hätte ich genügend Kleider zur Auswahl). Oder noch weiter zurück und nachsehen, ob Jesus wirklich gelebt hat. Lediglich in die Zukunft würde ich nicht reisen wollen. Was das angeht, lass ich mich lieber überraschen.

Gezeitenlos ~ Sandra Florean (c)
Gezeitenlos ~ Sandra Florean (c)

weiterführende Links

Webseite
Facebook
Instagram

*Anzeige* Affiliatelink zu „Gezeitenlos“ auf GenialLokal
*Anzeige* Affiliatelink zu „Die Seelenspringer – Lichterben“ auf GenialLokal

Im Gespräch mit Christine Heimannsberg

Ein Reiz an der Phantastik ist die Vielfältigkeit, daher freue ich mich, dass wir bei Christine ein relativ junges Subgenre der Phantastik entdecken dürfen, kommt mit, es geht um Climate Fiction. Wie unser Weg zu Christine führte? Über ein paar interessante Umwege sind wir noch einmal zu einem Stand zurück gekommen, an dem wir bereits relativ am Anfang waren. Erinnert ihr euch an Annina Safran aus dem ersten phantastischen Fakriro Talk? Sie erzählte uns von ihrer Standkollegin, voilá da ist sie:

Annina Safran und Christine Heimannsberg (c)
Annina Safran und Christine Heimannsberg (c)

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Christine Heimannsberg: Zum einen wäre da ein großes Banner auf dem die Cover aller drei Bände meiner Trilogie neben einem mystischen, großen Augen sind und die Worte: „Dystopische Climate Fiction Trilogie“.  Climate Fiction ist ein relativ junges Genre, dass den Klimawandel und seine Folgen in den Geschichten verwoben hat. Soviel gibt es davon noch nicht, und soweit ich informiert bin, bin ich einer der ersten deutschen Autorinnen mit einer Trilogie in dem Genre. Die tollen Cover zeigen Szenen-Ausschnitte aus den Büchern und wurden von dem super talentierten Grafiker und Künstler Tobi Frank entworfen und gestaltet, der auch für Magazine, wie z.B. die FAZ kreiert.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet. Und du?

Christine Heimannsberg: Hallo Stephanie, ich heiße Christine Heimannsberg und habe eine Trilogie in dem Genre Dystopie / Climate Fiction geschrieben. Als nächstes plane ich einen Mystery Thriller, ich bin also nicht fest in einem Genre, sondern schreibe das, was mich gerade inspiriert. Ich verlege meine Bücher über Nova MD als SP-lerin.

Erzähle mir bitte mehr zu deiner Climate Fiction.

Christine Heimannsberg: Meine Trilogie spielte einem Europa nach dem Klimawandel. Die Gesellschaft hat sich verändert und wurde durch den Verlust von technischen Errungenschaften und verkleinertem Lebensraum (die Pole sind abgebrochen und habe große Teile Europas überschwemmt) in ein patriarchisches System zurückgeworfen, in dem Mädchen und Frauen wenig Rechte haben und das Überleben der männlichen Erben Vorrang hat. In dieser Welt wächst die achtzehnjährige Lore auf, die sich trotz der Umstände ihren Mut und Eigensinn bewahrt hat. Sie trifft sich heimlich mit Jul, obwohl der Kontakt zwischen Minderjährigen Mädchen (hier wird man mit 19 volljährig) und Männern verboten ist und plant mit ihm ihre Zukunft. Nach einem dieser heimlichen Treffen kommt es zu einem tödlichen Streit mit dem Nachbar-Clan und Lore wird gezwungen mit ihrem  jüngeren Bruder James fliehen. Überstürzt lässt sie alle zurück, auch Jul, und begibt sich mit James auf die Suche nach dem Gelobten Land, einem mystischen Sehnsuchtsort, von dem niemand weiß, ob es ihn wirklich gibt. Sie muss Gefahren überwinden, sich (auch) gegen ihren Bruder durchsetzen und darf niemals die Hoffnung verlieren – Hoop – so wie auch der erste Band heißt. Im zweiten Band geht es darum, was sich hinter der „großen Mauer“ befindet, und wohin blinder Glaube – Gloov – führen kann, im dritten und finalen Band wird Lore selber Teil einer Widerstandsgruppe, die das perfekte Zusammenleben in einer veränderten Welt sucht.

Was die Bücher besonders macht ist, dass sie ohne Zombies, Atomkrieg oder sonstige Katastrophen auskommen, sondern dass in ihnen wir Menschen schlicht genug sind, die Welt zu Fall zu bringen. Dies ist ein Zitate einer Bloggerin, das sehr gut beschreibt, was ich versucht habe zu erzählen.  Jeder Band trägt auch heute aktuelles Thema in sich: Gleichberechtigung und Klimawandel, Flüchtlinge, Fake News – aber sie sind verpackt in einer spannenden Geschichte und regen unterschwellig zum Nachdenken an. Ich sag immer gerne: Tribute von Panem trifft auf Fridays for Future. ; )

Ja, wir Menschen genügen möglicherweise zu einem World-End-Szenario. Verlust von Technik und Lebensraum ist ein passendes Szenario, aber warum wirfst du die Menschheit zurück ins Patriarchat?

Christine Heimannsberg: Das Patriarchat findet im ersten Teil, in der „alten Welt“ statt. Hier gab es die meisten Umweltschäden und die größten Kämpfe um Boden und Ressourcen. Dörfer wurden gesperrt und nur alleinstehende Höfe bleiben für die Landwirtschaft erhalten. Um nicht alleine und schutzlos da zustehen, schließen sich Frauen männerstarken Familien an, Clans entstehen. Die Frauen genießen den Schutz ihres Clans geben im Gegenzug aber Arbeits- und Gebärkraft. Mit den Jahren verschieben sich die Machtverhältnisse zurück zu einem Patriarchat, so wie man es heute auch aus Kulturen mit Clanherrschaften kennt. Im Band 2, der „neuen Welt“, hat sich jedoch ein System mit maximaler Gleichberechtigung entwickelt.

Worin siehst du aktuell die größte Hoffnung, dein eigenes dystopisches Szenario zu verhindern?

Christine Heimannsberg: In unserer Mitmenschlichkeit. Wir sind alle gerade gewissermaßen „nackt“: wenig Ablenkung, wenig Konsum, Langsamkeit. Ich denke darin liegt eine Chance sich wieder auf elementare Werte wie Schutz der Schwächeren, Naturverbundenheit und auch Mitgefühl zu besinnen. Das ist meine Hoffnung.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Christine Heimannsberg: Da möchte ich unbedingt von Annina Safrans „Die Saga von Eldrid“ empfehlen, dabei handelt es sich um eine Reihe.

weiterführende Links

Webseite
Facebook
Instagram

*Anzeige* Affiliatelink zu „Gelobtes Land – Hoop“ bei Genial Lokal


Hier geht es zur Fakriro-Online in der Quarantäneedition.
Auch wenn es kein neues Programm mehr gibt, die Seite bleibt online und ein Blick ins Programm lohnt sich.

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Prickelnder Fakriro Talk

In dieser #FakriroTalk Runde wird es etwas experimenteller, zumindest für mich, denn ich spreche mit Autorinnen, die sich in Genres bewegen, die ich eher nicht lese. Das könnte interessant werden oder? Es geht um Bücher für Erwachsene, nämlich Erotik.

Wir sprechen mit:

Über Fakriro-Online könnt ihr übrigens direkt bei den Autor*innen signierte Exemplare bestellen!

Gespräch mit Autorin Divina Michaelis

Am Stand von Qindie waren wir ja bereits in der ersten FakriroTalk Runde, vielleicht sind wir noch einmal dort hin gegangen, vielleicht haben uns gewisse Elemente neugierig gemacht und dazu geführt, dass wir dort noch weitere Gespräche führen.

Messstand von Qindie (c) Qindie
Messstand von Qindie (c) Qindie

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Divina Michaelis: Höchstwahrscheinlich wird es Boris sein, der dich an unseren Stand lockt – eine mannshohe Steampunktfigur und Kreation meiner Autorenkollegin Selma J. Spieweg. Sie lenkt reichlich Blicke auf sich. Als nächstes wird dich dann mein aufforderndes Lächeln dazu verleiten, mit mir ins Gespräch zu kommen – oder weil ich dich direkt anspreche, denn ich bin nicht gerade menschenscheu *lach*

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Divina Michaelis: Hallo Stephanie, ich bin Divina Michaelis und schreibe erotische Romane und Geschichten, die oft mit anderen Genres vermischt sind. Ich bin seit einigen Jahren als überzeugte Selfpublisherin unterwegs.

Was überzeugt dich am Selfpublishing?

Divina Michaelis: Selfpublishing bedeutet für mich Eigenverantwortung, Individualität und eigene Preisgestaltung. Während die meisten Autoren froh gewesen wären, einen Verlagsvertrag zu erhalten, der dem Autor sogar einen Vorschuss garantiert, habe ich einem Verlag bereits eine Absage erteilt, weil damit Veränderungen verbunden gewesen wären, die ich nicht mittragen wollte. So wäre aus dem Endprodukt etwas geworden, das hauptsächlich Frauen angesprochen hätte, womit ich meine männlichen Leser vor den Kopf gestoßen hätte. Zudem wollte der Verlag einen Zweiteiler aus einem ordentlichen Buch machen, obwohl das unnötig war. Es gab noch so einige andere Kleinigkeiten, die mich störten, und das hat letztendlich zu dem Entschluss geführt, mich lieber weiterhin um alles selbst zu kümmern. So bekommen meine Leser ein tolles Produkt zu einem angemessenen Preis – und ich kann stolz auf das sein, was ich geleistet habe.

Homo Serpentes, Verbotene Welt (c) Divina Michaelis
Homo Serpentes, Verbotene Welt (c) Divina Michaelis

Erzählst du mir mehr zu deinem Buch mit dem grünen Mann auf dem Cover?

Divina Michaelis: Ich habe so einige interessante Werke draußen, wobei das ungewöhnlichste wahrscheinlich die Trilogie »Homo Serpentes« ist. Ich kann, glaube ich, mit Fug und Recht behaupten, dass diese Romanreihe besonders ist, da ich immer wieder auch von Nicht-Erotik-Lesern die Rückmeldung bekomme, wie spannend und mitreißend die Bücher trotz ihrer vielen expliziten Szenen sind. Von daher könnten sie dir auch gefallen.

In dem Roman geht es um eine Wissenschaftlerin, die als einzige Überlebende einer Forschungsstation auf einem Urwaldplaneten landet. Ihre letzte Hoffnung, weiterhin am Leben zu bleiben, besteht darin, sich der Gruppe einer humanoiden Spezies mit Schlangenhaut anzuschließen. Besonders diffizil ist das deshalb, weil deren Sozialsystem auf Sex aufbaut, ähnlich den Bonoboaffen, und sie sich nun einfügen muss, um überhaupt Akzeptanz zu erfahren. Aber die meisten der Homo Serpentes wollen gar nichts mit ihr zu tun haben. Ein Problem fügt sich ans andere und unsere Protagonistin springt situationsbedingt dem Tod mehrfach nur knapp von der Schippe. – Ich garantiere also eine spannende, handlungs- und emotionsgeladene Geschichte, die aber eben auch reichlich Szenen enthält, die in einem normalen Science-Fiction nicht vorkommen.

Im Übrigen gibt es dazu online eine kostenlose Vorgeschichte, die bei so ziemlich jedem Onlinehändler, der E-Books vertreibt, herunterladbar ist. So kann man sich einen guten Eindruck verschaffen, was auf einen zukommt. Du findest sie unter dem Titel »Die Entdeckung des Homo Serpentes«. Alternativ habe ich die Geschichte auch in limitierter Auflage als Druck vor Ort, die dann natürlich nicht kostenlos ist.

Das klingt tatsächlich nach einer spannenden Science Fiction Geschichte. Science Fiction lese ich tatsächlich sehr gerne. Beziehen sich die erotischen Elemente auf deine Wissenschaftlerin oder gibt es da vielfältige Szenarien, vielleicht auch gleichgeschlechtliche?

Divina Michaelis: Die erotischen Elemente beziehen sich auf das gesamte Leben innerhalb der Gruppe, zu der die Wissenschaftlerin Anschluss sucht. Man muss sich das Sozialsystem so vorstellen, dass Sex dort eine Währung ist, mit der Leistung bezahlt wird. Zudem gibt es in jedem Clan dieser Spezies weniger Frauen als Männer, sodass die Männer sich schon anstrengen müssen, um entsprechend bezahlt zu werden. Und dann gibt es noch gewisse Rituale, die eine Kopulation beinhalten. Pärchenbildung, wie wir es hier auf der Erde kennen, gibt es dort nicht. Sie reagieren ziemlich befremdet auf diese Vorstellung. Wohl besteht zum einen oder anderen eine etwas größere Anziehung als zu anderen, aber das ist eher nebensächlich und kein Grund für Eifersüchteleien. Es ist aber, obwohl es wie im Paradies zu sein scheint, absolut nicht so paradiesisch, denn die Anwesenheit der Wissenschaftlerin und ihr Wunsch nach Eigenständigkeit bringt die Gruppe ganz schön durcheinander.
Gleichgeschlechtliche Szenen habe ich nur zwischendurch mal angedeutet, aber nicht ausführlich beschrieben. Einmal testet die Wissenschaftlerin etwas an einer Frau dieser Spezies aus, aber das geht ziemlich schnell in die Hose lach.
Da habe ich andere Romane, in die solche Szenen besser passen. Aber vielfältig und ausführlich sind die erotischen Szenen auf jeden Fall, auch ohne gleichgeschlechtliche Zusammenkünfte.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Divina Michaelis: Die Wahl fällt mir schwer, weil hier am Stand unwahrscheinlich viele tolle Bücher von Autoren und Autorinnen sind. Aber deinem Profil nach, also dem, was du gern liest, solltest du es mal mit dem Buch »Der Fourfold-Clan« von Melanie Meier versuchen. Das ist total abgedreht, aber auch wahnsinnig faszinierend.

weiterführende Links

Facebook
Divina auf Büchertreff
Divina auf Qindie
Divina auf Amazon

*Anzeige* Affilatelink zu „Homo Serpentes“ bei GenialLokal

Im Gespräch mit Melia Manadis

Zur Vorbereitung der Interviewreihe habe ich zu den Fragen auch eine kurze Vorabinformation zu mit geschickt, denn hätten wir real an einem Stand geplaudert, hätte es direkte Rückfragen gegeben (die ich jetzt nachgereicht habe) und die Autor*innen hätten so auch ein wenig von mir erfahren. Unter anderem habe ich geschrieben, welche Genre ich am liebsten lese und dazu folgenden Satz:

Reine Liebesromane sind weniger mein Fall, aber für meine Mitbloggerin Kathi werde ich auch da hellhörig. Sie liebt auch tragische Geschichten, denen ich wenig abgewinnen kann, vor allem, wenn ich vorher weiß, dass die Figur am Ende stirbt.

Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich las, was Melia aus diesen Informationen gemacht hat, aber lest selbst:

Melia Manadis (c) Fantassja Fotodesign
Melia Manadis (c) Fantassja Fotodesign

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Melia Manadis: Da ich an meinem Stand erotische Liebesromane präsentiere, weiß ich nicht, ob damit dein Interesse geweckt hätte. Es sei denn, du hättest sofort daran gedacht, dass es deiner Mitbloggerin Kathi ins Auge gesprungen wäre.

Oder dich hätten die Bilder, die mit kunterbunten Farben und Zitaten oder Lebensweisheiten sofort ins Auge fallen und die überall verteilt zwischen den Büchern stehen, zum Stehenbleiben animiert

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Melia Manadis: Hallo Stephanie, schön, dass du vorbeischaust. Ich bin Annette, schreibe aber unter meinem Wunschnamen Melia Manadis. Ich stelle hier meine erotischen Liebesromane vor; „Die Villa“, die aus drei Teilen besteht. Jessica, Mila und Flo. Die Bücher sind im Parlez Verlag erschienen. Das Genre bezeichnet man allgemein als Dark Romance.

Erzähl mir mehr über „Die Villa“, was ist besonders an deiner Buchreihe?

Melia Manadis: Die Geschichten erzählen, wie die jeweiligen Protagonistinnen aus einer schwierigen Lebenssituation heraus in das Leben der Männer treten, die in der Villa ihrer SM Leidenschaft nachgehen. Jede der Frauen schafft es, durch eigenen Willen, durch Freundschaft und Liebe zu einem Happy End.

Ich mag Happy Ends 😉

Ich denke nicht, dass gerade meine Bücher etwas herausragend Besonderes sind. Ich habe nur den Anspruch, dass es Spaß macht, die Geschichten zu lesen und dass man für einen Moment in sie eintaucht und den Alltag hinter sich lässt.

Die Villa ~ Melia Manadis (c)
Die Villa ~ Melia Manadis (c)

Den Alltag hinter sich lassen ist ein schöner Aspekt beim Lesen. Ich kann mir vorstellen, dass Liebes- und Erotikromane dazu gut geeignet sind. Glaubst du, dass die düsteren Elemente Leserinnen anspricht, die neugierig sind auf Dinge, die sie selbst nicht erleben, ähnlich wie bei abenteuerlichen Romanen?

Melia Manadis: Ich denke, dass die düsteren Elemente, ebenso wie abenteuerliche oder fantastische, alles, was den Alltag bunter, vielfältiger, spannender oder auch leidenschaftlicher macht, Leser*innen anspricht.

Gerade, wenn man sich im Alltag ncht so viel zutraut oder zu viel Stress hat und sich beim Lesen entspannen kann. 

Man muss sich nur drauf einlassen, in den Geschichten verschwinden zu können. Vielleicht bekommt man ja auch einen Anreiz, wie man sein eigenes Leben etwas interessanter gestaltet – wenn man nicht gerade einen Krimi liest ;))

Welches Buch liest du selbst gerade?

Melia Manadis: Ich lese gerade L.A, Guards – Boss Affair von Amelie Duval

Herzlichen Dank für das Gespräch, ich fürchte, das ist nicht ganz unser Genre, aber vielleicht was für unsere erwachsenen Bloglesenden.

weiterführende Links

Instagram
Parlez Verlag

*Anzeige* Affiliatelink zu „Die Villa “ bei GenialLokal


Hier geht es zu Fakriro-Online in der Quarantäneedition
Schaut euch um und habt eine gute und gesunde Zeit!

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Ein Buch mit allen Sinnen erfassen

Palace of Glass - C. E. Bernard
Palace of Glass – C. E. Bernard

Im letzten Urlaub am Strand hatten wir ein ein interessantes Gespräch über Bücher, tauschten Leseempfehlungen aus. Dann kam die Frage unseres Gesprächspartners „Ist es gehobener Schreibstil?“ Während ich noch grübelte, was genau er damit meinte, antwortete mein Mann bereits mit „Ja.“

Jetzt glaube ich zu wissen, was er gemeint hat, denn ich habe ein Buch mit einem besonderen Schreibstil gelesen. Auch wenn dieses Buch aus dem Englischen übersetzt wurde, bin ich mir sicher, es liegt an der Autorin, denn diese hat eng mit der Übersetzerin zusammengearbeitet. C. E. Bernard lebt nämlich eigentlich in Bonn, hat aber auf Englisch geschrieben, das Buch einer britischen Agentur angeboten und ein deutscher Verlag hat zugeschlagen …

Zurück zum Schreibstil: Ich wünschte, ich könnte euch erklären, was den Stil so besonders macht, aber das kann ich leider nicht, dazu fehlen mir die richtigen Worte. Vielleicht kann euch die Leseprobe von „Palace of Glass“ überzeugen (Link zur Leseprobe auf der Verlagsseite).

Vergangenheit oder Zukunft?

Es ist das Jahr 2045 und doch habe ich beim lesen immer wieder das Gefühl in der Vergangenheit zu sein. Hochgeschlossene Kleidung, inklusive Handschuhe, bloß keinen Fetzen Haut zeigen. Dann ist die Geschichte auch noch sehr royal. Ja, das Britische Königshaus gibt es, aber dennoch wirkt dieses sehr archaisch auf mich, der König durchaus verstaubter als die Queen of England. Auch Deutschland und Frankreich haben wieder Monarchen in der Urban-Fantasy Geschichte …

Und die Frauen? Haben nichts zu sagen, sich an gewissen Orten nicht aufzuhalten, keine Uhren zu tragen …

Doch hin und wieder schaut dann jemand auf ein Handy oder Tablet. Mehrfach erwischte ich mich bei dem Gedanken: Ach  ja, wir sind in der Zukunft, ein interessantes Kontrastprogramm.

Keine Berührungen

Wie konnte es zu einem solchen Rückschritt kommen?

Eine große Rolle dabei hat die Entdeckung der Magdalenen geführt. Magdalenen haben die Fähigkeiten über Berührungen der Haut Gedanken oder Gefühle anderer wahrzunehmen. Es gibt hier unterschiedliche Ausprägungen der Fähigkeiten, manche von ihnen haben die Fähigkeit andere Magdalenen zu erkennen. Da sie die Gedanken, Gefühle und Erinnerungen nicht nur wahrnehmen, sondern auch verändern können, ist es nachvollziehbar, dass dies Angst verursacht. Diese Angst führte zu zahlreichen Schutzmaßnahmen und dem Verbot von Hautkontakt.

Was wäre, wenn Menschen sich nicht berühren dürften?

Das war eine Ausgangsfrage der Autorin C. E. Bernard. Dazu hat sie eine faszinierende Hintergrundgeschichte entwickelt, starke Figuren in das Setting gesetzt und sich in „Palace of Glass“ dieser Frage gestellt.

Nach der Lesung und Buchparty schrieb ich, dass im Umgang mit diesem Verbot ein erotischer Hauch mitschwingt und diese Einschätzung war richtig. Auch wenn das Halten von Schleppen das neue Händchenhalten in London im Jahre 2045 ist, so besteht doch die Sehnsucht, das Verlangen nach Berührungen …

Mit allen Sinnen

Beim Lesen hörte ich noch lange über das erste Kapitel hinaus die Stimme von Vanessa, die den ersten Teil der Lesung übernommen hatte. Das Buch schreit danach aufgeführt oder verfilmt zu werden. Die Rolle der Rea ist schon einmal besetzt: Vanessa Basilio de Luca. Denn es war nicht nur Vanessas Stimme, sondern auch ihr Gesicht, welches ich beim Lesen gesehen habe. Ihre Ausstrahlung. Ob sie zu den Beschreibungen passt? Solche Details kann ich problemlos ausblenden. Keine Ahnung, welche Haarfarbe oder Größe Rea im Buch zugeschrieben wurden.

Die Autorin gehört zu derselben Schauspielgruppe wie Vanessa, der Bonn University Shakespeare Company. Daher sind die Anspielungen auf Schauspiel und Stücke von Shakespeare wenig verwunderlich. Auch diesen haftet der Schleier des Verbotenen an, eine Sehnsucht und ein Zauber, sehr gelungen.

Fazit

„Palace of Silk“ und „Palace of Fire“ erscheinen zum Glück bereits bald!

Eigentlich ist das Ende aushaltbar, aber es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen und Abschied von London zu nehmen. Ich will mehr davon!

Wer (Urban)-Fantasy liebt und nicht mehr zu jung für den erotischen Hauch ist, dem sei das Buch ans Herz gelegt! Einen Rat habe ich aber noch: Warte bis, die Bücher alle erschienen sind, dauert ja nicht mehr lange.

Noch eins zum Stichwort Berührungen: Aktuell lese ich sehr viele E-Books und genieße es ein Print-Exemplar in den Händen zu halten. Die Ausgabe von Palace of Silk ist zwar kein Hardcover, aber haptisch ein ganz besonderes Buch. Ihr glaubt gar nicht wie oft ich es schon gestreichelt habe. Insbesondere als ich nach der Lesung in der Warteschlange stand und das Buch für meine Tochter gekauft habe …

Edit: Inzwischen ist die Reihe abgeschlossen

Reihenübersicht

Palace of Glass
Palace of Silk
Palace of Fire

weitere Beiträge im Zusammenhang mit der Palace Saga

Releaseparty zu Palace of Glass
Releaseparty zu Palace of Silk
Releaseparty zu Palace of Fire
Freiheit für die Liebe


Das Buch wurde mir über das Bloggerportal von Random House zur Verfügung gestellt.

Palace of Glass
C. E. Bernard
penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3195-9
Erscheinungsdatum: 19.03.2018