Fakriro Talk im Märchenspinnerei Special

Bereits drei Märchenspinnerinnen haben wir getroffen, Sabrina Schuh, Sylvia Reiß und Susanne Eisele. Nun gibt es noch einmal ein märchenhaftes Special und wir sprechen mit weiteren Spinnerinnen. Kommt ohne lange Vorrede mit zu:

Im Gespräch mit Christina Löw

Christina kenne ich bereits vom Litcamp Bonn und habe auch mal ihren Stand auf den Feencon in Bonn besucht, daher würde ich natürlich jederzeit auf einer Veranstaltung „Hallo“ sagen.

Christina Löw (c)
Christina Löw (c)

Hallo Christina, schön, dich wieder zu sehen! Mit mir kommen zahlreiche virtuelle weitere Besucher zu dir, also stell dich gerne mal vor.

Christina Löw: Hallo Stephanie, wie schön, dich hier wiederzusehen! Und ihr anderen: Herzlich willkommen an unserem Stand! Ich bin Christina Löw und bei mir könnt ihr bisher vor allem Märchenadaptionen finden, zwei Romane und eine Novelle. Dazu kommen dann noch ein paar Kurzgeschichten, die sich auch in anderen Genres bewegen Meine Märchenadaptionen habe ich im Selfpublishing im Rahmen des Autorinnennetzwerks der Märchenspinnerei veröffentlicht. Wenn ihr Märchenadaptionen mögt, habt ihr vielleicht schon mal von uns gehört – oder auch bereits das eine oder andere Buch von einer von uns gelesen. 😊

Auf Messen bin ich fast immer mit meinen Märchenspinnerei-Kolleginnen unterwegs, deshalb geht mir auch „unser Stand“ viel leichter von der Zunge als „mein Stand“ – mit mehreren zusammen machen Messen ohnehin am meisten Spaß.

Was hätte uns denn an deinen Stand gelockt, wenn wir uns nicht gekannt hätten?

Christina Löw: Falls ihr Katzen mögt, hat euch wahrscheinlich mein T-Shirt angelockt – okay, vielleicht auch das Cover meiner Märchenadaption „Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein“. Oder das nahezu identische und entsprechend katzige Cover der kleinen Novelle „Maneki-neko“. Oder auch die kleinen Fimo-Kätzchen, die ich als Messe-Goodies zu Roman und Novelle angefertigt habe. 😀

Erzähle uns doch bitte etwas zu deinem Märchen.

Christina Löw: „Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein“ ist eine moderne Neuinterpretation des Märchens „Der gestiefelte Kater“ der Brüder Grimm. Im Zentrum der Geschichte stehen die Designerin Yuki Saito und Familienkater Sasuke, der sich ihr als sprechender und zudem magisch begabter Felltiger offenbart – und sie auf der Suche nach ihrer eigenen Identität begleitet. Denn Yuki steht in vielerlei Hinsicht irgendwie ‚zwischen den Stühlen‘ und braucht den einen oder anderen (magischen) Schubs, der ihr hilft, sich selbst zu helfen.
Der Roman ist tatsächlich in mehrerlei Hinsicht besonders: Die Geschichte ist eine von sehr wenigen literarischen (modernen) Adaptionen des gestiefelten Katers, die mir überhaupt bekannt sind. Dazu kommt der kulturelle Spagat zwischen Deutschland und Japan, den ebenfalls nicht viele andere Bücher teilen. Und – mal aus Sicht von Kater Sasuke gesprochen: Es gibt einen sprechenden Kater, braucht es da wirklich mehr?! 😉

Träume voller Schatten & Der Kater unterm Korallenbaum ~ Christina Löw (c)
Träume voller Schatten & Der Kater unterm Korallenbaum ~ Christina Löw (c)

Ich habe den Kater sehr gerne gelesen, aber dein erstes Märchen kenne ich noch nicht. Erzähl uns was über Zwerg Nase, auch wenn wir schon einmal kurz auf der Feencon 2018 darüber gesprochen haben.

Christina Löw: Ach ja, die FeenCon. Die eine Messe, auf der es nie zu kalt ist. 😀

Genau, lieber keinen Met auf nüchternen Magen in der prallen Sonne trinken, dann kehrst du auch an den Stand zurück, um die tollen Bücher mitzunehmen.

Christina Löw: Richtig, ich hatte dir auch etwas von meinem Romandebüt „Träume voller Schatten“ erzählt – samt Filz- und Zombiemeerschweinchen – und natürlich ebenfalls die Aschenputtel-Adaption meiner Märchenspinnerei-Kollegin Julia Maar erwähnt, die auch vor Ort war, also, sowohl Autorin wie Roman.

„Träume voller Schatten“ erzählt – wie du schon gesagt hast – das Märchen „Der Zwerg Nase“ von Wilhelm Hauff neu – in unserer Zeit und mit ganz modernen Gesellschaftsthemen, ohne jedoch das Märchenhafte außer Acht zu lassen. Im Mittelpunkt steht Protagonist Patrick, der Model werden will und sich deshalb bei Germany’s Next Top Model Men bewirbt. (Ja, ich habe mir dafür wirklich eine männliche Fassung der Castings Show ausgedacht. 😀 ) Was auf den ersten Blick vielleicht eher seicht und etwas oberflächlich wirken mag, wird aber schnell ernster – und düsterer – als Patrick die Trauma seiner Vergangenheit einholen und er bald nicht mehr zwischen Albtraum und Realität unterscheiden kann. An der Stelle – und auch schon etwas früher – kommen besonders die Märchenelemente ins Spiel. Die knuffigen Tiere aus dem Originalmärchen werden zum Teil allerdings nach und nach etwas … monsterhaft.
Auch bei diesem Roman ist besonders, dass – soweit ich weiß – es eher weniger literarische Adaptionen gibt, die sich überhaupt Hauff-Märchen widmen, und zu „Zwerg Nase“ kenne ich tatsächlich gar keine andere. (Nehme aber gern Empfehlungen.) Außerdem ist das ernstere Thema, das ich in Patricks Geschichte geflochten habe, eines, das eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdient, weil es nach wie vor allzu oft unter den sprichwörtlichen Teppich gekehrt wird: sexueller Missbrauch (in Patricks Fall an Jungen/Männern) und was geschehen kann, wenn das Trauma nicht verarbeitet wird. Aber auch, wie man Hilfe bekommen kann.

Julia Maar und Christina Löw auf der Feencon 2019 (c)
Julia Maar und Christina Löw auf der Feencon 2019 (c)

Und wir war das nochmal mit Aschenputtel? Das ist ja Kathis Lieblingsmärchen und wird häufiger hier im Blog erwähnt.

Christina Löw: Richtig, Aschenputtel. Na, wenn das sogar Kathis Lieblingsmärchen ist, erzähle ich euch natürlich besonders gerne auch noch etwas über Julia Maars Adaption. 🙂
„Der siebte Sohn“, ihr Roman-Debüt, spielt in einem mittelalterlich-fantastischen Setting und zieht die Geschichte von Aschenputtel einmal ganz anders auf: In ihrem Buch bekommt der jüngste und zudem uneheliche Sohn eines Königs die Rolle des Aschenputtels aus dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Anstelle eines Balls steht hier ein Turnier im Zentrum und die Frage, was wichtiger ist: Seinen Idealen treu zu bleiben oder einen langgehegten Traum zu verwirklichen? Eine gute Portion Magie gibt es auch – und einen Wirbelwind namens Vivienne, der Robins Welt so ziemlich auf den Kopf stellt.

Zahlen sind magisch und alle guten Dinge sind drei, dürfen wir uns auf ein drittes Märchen von dir freuen?

Christina Löw: Ich fürchte, auf längere Sicht sollten wir uns da eher eine etwas höhere magische Zahl suchen. 😀 Hier hoppeln nämlich so einige Plotbunnys durch die Gegend – und einige davon sind märchenhaft.
Gerade schreibe ich – zusammen mit Julia Maar – an einer Doppel-Novelle, die voraussichtlich irgendwann in den nächsten Monaten Teil der Reihe „Licht und Schatten“ der Märchenspinnerei werden wird. In diesem Format beleuchten jeweils zwei Märchenspinnerinnen im Team zwei Seiten eines Märchens, schauen sich quasi einmal die „Bösen“ und einmal die „Guten“ etwas genauer an. Genaueres zu den beiden Geschichten kann ich an dieser Stelle leider noch nicht verraten, aber wer neugierig ist, könnte auf verschiedenen Social Media Plattformen z.B. für meinen Teil den Hashtag #DüsteresZwitschern im Auge behalten. 🙂

Zitat #DüsteresZwitschern (c) Christina Löw

Carolin runzelte die Sirn. Was machte denn eine Eule hier, mitten in der Stadt? Klar, in Kölm flogen auch Papageienschwärme durch die Gegend - aber Eulen? Die waren nun wirklich nicht gerade dafür bekannt, ein allzu großes Interesse an  Menschenansammlungen zu haben. Und noch etwas war sonderbar an dem Vogel: Sein Umriss schien zu flimmern, war längst nicht so scharf geschnitten wie der des Apfelbaums, auf dem er saß.
Zitat #DüsteresZwitschern (c) Christina Löw

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Christina Löw: Ich fürchte, von Jahr zu Jahr werde ich eine „schlimmere“ Leserin … Deshalb dauert es leider immer länger, bis ich wieder ein neues Buch finde, beim ich „einfach eine richtig schöne Lesezeit“ hatte. Allerdings empfehle ich eben diese Bücher dann auch umso länger und umso lieber weiter. 😀
Im Moment ist das (auch schon seit geraumer Zeit) „Das Zylinderkabinett oder das Mädchen, das nicht dorthin gehörte“ von Fabienne Siegmund (Art Skript Phantastik, Salach 2019).

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meine Beiträge zu Christina Löw

Der Kater unter dem Korallenbaum
Interview mit Sameena Jehanzeb über die Entstehung des Covers zum Kater

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Im Gespräch mit Janna Ruth

Janna Ruth (c)
Janna Ruth (c)

Hallo Janna, schön dich am Stand der Märchenspinner zu treffen. Deine zertanzten Schuhe waren ja das erste Buch, welches ich aus der Spinnerei gelesen habe. Du hast ein neues kürzlich raus gebracht, richtig?

Janna Ruth: Hallo du, ja ich erinnere mich noch daran, wegen den zertanzten Schuhen bei dir auf die Liste der bösen Bücher gekommen zu sein. Mein neustes Buch „Der Herr der Wilden Jagd“ ist nicht ganz so böse, aber auch nur deshalb, weil es nur 1/3 so lang ist und dich deshalb nicht ganz so lange ans Buch binden wird.

Erzähl mir mehr, irgendwie hängt die Geschichte ja auch mit Tina Skupins Märchen zusammen.

Janna Ruth: Genau, Tinas und meine Geschichte sind quasi die zwei Seiten einer Medaille. Wir haben uns beide das Märchen von Brüderchen und Schwesterchen vorgenommen und die Sage von der Wilden Jagd. Während ihr Buch im glitzernden Las Vegas spielt, gibt es bei mir raue Natur in Wales. Die junge Carys, welche sich aufopferungsvoll um ihren autistischen Bruder Dylan kümmert, begegnet darin dem Feenkönig Arawn.

Das klingt toll, sie sind aber auch unabhängig zu lesen oder? Mit welchem sollte man den anfangen?

Janna Ruth: Beide Bücher sind unabhängig zu lesen und trotzdem miteinander verbunden, was kein leichtes Kunststück war! Chronologisch liegt Tinas Buch vor meinem.

Wylde Jagd ~ Janna Ruth & Tina Skupin (c)
Wylde Jagd ~ Janna Ruth & Tina Skupin (c)

Ich finde eure Art Geschichten zu erzählen passt wunderbar zusammen. Das war eine gute Idee.

Janna Ruth: Wir hatten uns ja schon damals bei Hollerbrunn und den zertanzten Schuhen gegenseitig lektoriert und kannten uns daher gut mit dem jeweiligen Stil aus. Für mich war es ein No-Brainer Tina zu fragen, ob sie meine Partnerin sein möchte und Tina sah das glücklicherweise genauso.

Beim Thema Autismus werde ich hellhörig, ich meine irgendwo von dir gelesen zu haben,dass du da intensiv recherchiert hast. Ist das richtig?

Janna Ruth: Ja, für den Autismus habe ich einerseits gut recherchiert – ich bin zum ersten Mal in meiner Arbeit als Koordinatorin des universitären Behindertenservice damit in Berührung gekommen – und andererseits habe ich mir zum ersten Mal ein Sensitivity Reading besorgt, um ganz sicher zu gehen, dass ich alles angemessen dargestellt habe.

Danke dir, magst du abschließend verraten, um was es in Tinas Geschichte geht?

Janna Ruth:Tinas Geschichte ist eine Hommage an die Oceans Eleven Filme. Genauso bunt und amüsant versucht die Elfe Titania ihrem Konkurrenten Oberon das Horn der Wilden Jagd abluchsen, mi t dem er über die Stadt des Glücks herrscht.

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Im Gespräch mit Rabea Blue

Rabea zählt zu den „neueren „Spinnerinnen“ und lädt uns ebenfalls herzlich ein an den magischen Stand zu treten.

Rabea Blue (c)
Rabea Blue (c)

Rabe Blue: An unserem Stand der Märchenspinnerei taucht man sofort in die Märchenwelt ein. Nicht nur, dass man die vielen Bücher zu den verschiedensten Märchen präsentiert bekommt, einige von uns kleiden sich sogar recht märchenhaft. Ich zum Beispiel trage, passend zu meiner Märchenadaption, eine Perücke mit extra langem Zopf und ein mittelalterlich anmutendes Kleid. Und sofort ist das Eis gebrochen und man hat etwas, worüber man reden kann.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet. Und du?

Rabe Blue: Hi, ich bin Rabea Blue und bin erst seit Kurzem bei der Märchenspinnerei dabei. Ich habe fast immer Märchen umgeschrieben, jedoch mehr für mich. Als ich die Autorinnen der Spinnerei gefunden habe, war ich gleich Feuer und Flamme.

Generell schreibe ich Fantasy und Science-Fiction.

Erzähle mir bitte etwas zu deinem Märchen.

Rabe Blue: Vergangenen November kam mein Spinnerei-Debüt heraus, „Saving Rapunzel“. Man kann es bereits an dem Titel erkennen, ich habe dabei das allseits bekannte Märchen Rapunzel adaptiert.

Der Aufbau ist etwas außergewöhnlich. Es beginnt mit einem Gerichtsprozess und im Laufe der Befragungen der Zeugen und Angeklagten erfahren die Leser mehr und mehr über die vorangegangenen Ereignisse.

In der Geschichte behandle ich die Themen häusliche Gewalt und Unterdrückung von Frauen.

Saving Rapunzel ~ Rabea Blue (c)
Saving Rapunzel ~ Rabea Blue (c)

Dazu bietet sich die Vorlage mit dem eingesperrten Mädchen ja gerade zu an. Behandelst du in deinen anderen Romanen auch so ernste Themen?

Rabe Blue: In meiner Fantasy-Reihe geht es um den Tod und das Leben danach (Ausbildung zum Schutzengel), also im weitesten Sinne um die Vergänglichkeit.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Rabe Blue: Besonders ans Herz legen möchte ich euch die neue Neben-Reihe von uns. Erst kürzlich sind mit „Die Wylde Jagd“ von Tina Skupin und Janna Ruth zwei wunderbare Novellen erschienen, die zusammengehören. Elena Münscher legt mit „Ein Funke Magie“ direkt nach. Behaltet die Reihe gerne im Auge, es sind noch viele weitere Teile geplant.

Mit Janna habe ich eben bereits über den Doppelband Wylde Jagd gesprochen. Verstehe ich dich richtig, dass auch Elenas Buch dazu gehört und noch weitere Geschichten gesponnen werden, die direkt damit zusammen hängen?

Rabe Blue: Elenas Buch gehört nicht zu der Wylden Jagd, aber es gehört in unsere Reihe (wir nennen sie „Licht und Schatten“, aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob sie auch offiziell im Marketing so genannt wird), die jeweils ein Märchen aus zwei Sichten erzählt. Bei Tina und Janna ist es das Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ und bei Elena und ihrer Autorenpartnerin geht es um „Rumpelstilzchen“. Es sind noch weitere Märchen geplant, die jeweils in einer zusammenhängenden Doppel-Adaption herauskommen sollen.

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Im Gespräch mit Laura Kier

Wäre ich doch 2019 noch einmal zur Feencon gegangen, dann hätte ich Laura Kier dort vielleicht persönlich getroffen … von dort stammt zumindest das folgende Standbid:

Laura Kier auf der Feencon 2019 (c)
Laura Kier auf der Feencon 2019 (c)

Was wäre wenn, was hätte mich an dienen Stand gezogen?

Laura Kier: Zum einen mein rotes Kleid, das gut nach Fantasy aussieht und zum anderen natürlich meine Märchen-Adaption „Myalig – gestohlene Leben“. Das Cover ist ein von mir gemaltes Aquarell und sticht vermutlich unter vielen anderen Covern hervor, weil es anders ist. Vielleicht wecken auch meine anderen Märchen deine Aufmerksamkeit.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet. Und du?

Laura Kier: Ich bin Laura Kier, schreibe quer durch die Phantastik. Mein Roman-Debüt war die Dystopie „Perfektion – Die Veränderten“ (Teil II soll dieses Jahr noch erscheinen), „Myalig – gestohlene Leben“war mein zweiter Roman und meine erste längere Märchenadaption.

Ich veröffentliche vor allem im Selfpublishing, weil ich es liebe meine Bücher so zu gestalten, wie ich sie mir vorstelle und dadurch den größtmöglichen Freiraum zu haben. Vor allem kann ich so auch meine vielfältigen Fähigkeiten und Talente einsetzen (Buchsatz, Programmierung, Illustration, …).

Außerdem liebe ich es mich mit anderen Autoren zu vernetzen. Durch den Tintenzirkel habe ich die Märchenspinnerei kennengelernt und freue mich ebenfalls Autorin dort sein zu dürfen. Zum Netzwerken bin ich auch gerne auf Messen unterwegs und treffe mich einmal monatlich mit meiner Schreibgruppe, der Schreibgruppe WOBBS (Wolfsburg-Braunschweig).

Myalig ~ Laura Kier
Myalig ~ Laura Kier (c)

Erzähl mir gerne mehr zu deinem Märchen „Myalig“.

Laura Kier: Im Moment ist Myalig erschreckend aktuell. In meiner Märchenadaption zu „Die Schöne und das Biest“ wird das Land von einer Seuche, genannt Myalig, heimgesucht, weshalb nun ganze Dörfer ausgelöscht werden. Meine Protagonistin Amanda ist bislang die einzige Überlebende und so erweckt sie das Interesse eines Forschers, der ein Heilmittel gegen Myalig sucht. Damit Amanda kein Opfer der Säuberungsaktionen wird, schickt er seinen Androiden, um sie zu retten.

Doch wird sie bei Levente ankommen? Und ist sie wirklich der Schlüssel zur Heilung von Myalig?

Bei mir wird das französische Volksmärchen im Steampunk-Setting zu einer düsteren Geschichte über Vertrauen, Ausgrenzung und den Kampf um Menschlichkeit.

Das klingt sehr dystopisch, dein Romandebüt ist ja ebenfalls eine Dystopie. Was reizt dich so an diesem Genre und sind deine anderen Märchen auch dystopisch?

Laura Kier: Jetzt wo du es sagst, joaaa das klingt wirklich etwas dystopisch bei Myalig :D. Ist mir bislang gar nicht so bewusst gewesen. Meine Märchen sind da ganz anders. Ebenso auch viele Kurzgeschichten, Fantasy-Romane (noch in der Schublade) usw 😀 Aber ja, Dystopien mag ich auch sehr gerne. Am meisten wahrscheinlich einfach das „was wäre wenn“ und „wie wandelt es sich zum Guten“. Bei mir geht es oft darum den eigenen Träumen zu folgen, nicht aufzugeben usw. und das baue ich auch in meine Dystopien ein. Es ist düster ja, aber immer gibt es irgendwo ein Hoffnungslicht. Das ist mir wichtig.

Magst du mir noch ein bisschen was zu „Perfektion – Die Veränderten“ verraten?

Laura Kier: In Perfektion ist die Welt durch Kriege komplett zerstört. D.h. es wächst kaum noch etwas und vor allem ist auch die DNA der Menschen so stark verändert, dass sie erst Kinder nach erfolgreicher Gen-Veränderung bekommen können. Adara ist eine von wenigen, die so schwanger werden konnten. Aber der Forschungskonzern, der diese Umwandlung vornimmt verfolgt eigene Ziele und ist sehr skrupelos. Deshalb flieht sie vor Genteck Systeme (der Forschungskonzern). Im zweiten und abschließenden Teil kehrt Adara dann aber zu Genteck zurück und … das verrate ich noch nicht ;D Der Teil liegt gerade im Lektorat und soll noch dieses Jahr erscheinen

Perfektion - Die Veränderten ~ Laura Kier (c)
Perfektion – Die Veränderten ~ Laura Kier (c)

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Laura Kier: Viele 😀

Ok, wenn ich mich für eins entscheiden soll, dann ein aktuelles, nämlich das Debüt von meiner lieben Schreibgruppen-Kollegin Nele Sickel: Nachbarn, erschienen im Talawah-Verlag vor ein paar Wochen. Und natürlich die Bücher der Märchenspinnerei 😉

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Im Gespräch mit Elena Münscher

Und zum Abschluss sprechen wir mit Elena Münscher, deren Märchen ganz frisch bei der Märchenspinnerei erschienen ist.

Ein Funke Magie ~ Elena Münscher (c)
Ein Funke Magie ~ Elena Münscher (c)

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Elena Münscher: Zunächst einmal würdest du keinen Extra Stand antreffen. Ich schreibe als Mitglied der Märchenspinnerinnen oder als Autorin für Jugend-Fantasy im Machandel verlag, dort würdest du also auch meine Bücher finden. Was deine Neugier speziell auf mein Buch wecken könnte? Das Cover. Wobei mein Märchenspinnerei-Buch derzeit nur als Ebook oder Leseprobe existiert, gedruckt wird es erst, wenn meine Co-Autorin Mira Lindorm ihre Geschichte nächsten Monat ebenfalls veröffentlicht hat. Dann werde nämlich beide Novellen gemeinsam in einem Buch gedruckt, durchaus passend, weil Mira eine Fortsetzung zu meiner Geschichte geschrieben hat.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet. Und du?

Elena Münscher: Ich bin Elena Münscher, bereits länger als Autorin tätig, aber in einem völlig anderen Genre, und ich habe erst in den letzten Jahren angefangen, mich auch mit Fantasy und märchenhaften Themen zu befassen. Zu meinem ersten Buch „Der Zeitenweg” habe ich einen Blog angefangen, der dann leider sehr lange in den tiefstmöglichen Dornröschenschlaf gefallen ist. Ich werde mich jetzt schleunigst daran setzen müssen, meinen Blog wiederzubeleben.

Erzähle mir bitte etwas zu deinem Märchen

Elena Münscher: Die Märchenspinnerei hat ja letztes Jahr eine Kooperation mit dem Zeilengold-Verlag gestartet (Anmerkung Stephanie: Den Verlag gibt es inzwischen nicht mehr), in der Autorenpaare zu bestimmten Märchen Adaptionen erstellen sollten, eine aus der Sicht der Bösen, der Antagonisten, eine aus der Sicht der Guten, der Helden. Mira und ich, wir haben uns das Märchen Rumpelstilzchen ausgesucht. Und zwar aufgrund der Frage: Was will Rumpelstilzchen eigentlich mit dem Kind der Müllerstochter anfangen? Wozu braucht ein offenkundig magisches Wesen ein menschliches Kind? Da hat das Märchen, wenn man so will, eine riesige Logiklücke. Die haben wir in unserer Adaption geschlossen. Rumpelstilzchen hat bei mir (ich schreibe über die „böse” Seite”) ein durchaus nachvollziehbares Motiv. Gut ist er deswegen noch lange nicht, aber sein Handeln erscheint nicht mehr so völlig sinnbefreit.
Als Ort der Handlung haben wir Berlin ausgesucht, eine Stadt, groß genug, dass es nicht so auffällt, was einzelne Personen tun oder nicht tun, mit genügend Grünflächen (wichtig für unseren Plot). Und ich bin zusätzlich in der Zeit zurückgegangen, und zwar in die Goldenen Zwanziger Jahre, weil ich es liebe, meine Geschichten mit vergangenen Zeiten zu verknüpfen. Miras Geschichte spielt dann in unserer heutigen Zeit.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Elena Münscher: Der Kater unterm Korallenbaum von Christina Löw. Europäischen Märchen + Japan, das ist wirklich gelungen und meine Lieblingsgeschichte aus der Märchenspinnerei.

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Webseite der Märchenspinnerei

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Hier geht es zur Fakriro-Online in der Quarantäneedition.
Auch wenn es kein neues Programm mehr gibt, die Seite bleibt online und ein Blick ins Programm lohnt sich.

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Märchenhafter Fakrio Talk

Fakriro Talk
Danke an Mary Cronos für dieses wunderschöne Bild – seht ihr die Kometen, die sie extra für mich hinzugefügt hat?

Fakriro Online wurde spontan und mit viel Eifer aus dem Boden gestampft, in den viralen Zeiten wurde die Online-Ersatz-Buchmesse leider von Viren befallen. Doch Mary Cronos und Sarbina Schuh sind von keinem Virus der Welt aufzuhalten und so geht es ab heute weiter, neu und noch besser in der Fakriro Online Quarantäne Edition. Diesmal sprechen wir mit Sabrina und wandern direkt weiter zu anderen phantastischen Autorinnen.

Fantasy und Märchen lese ich am liebsten und freue mich, dass ich hier einige Autorinnen über ihre märchenhaften Bücher in ein Gespräch verwickeln konnte. Es gibt auch ein wenig Steampunk.

Diesmal besuchen wir im Fakriro Talk die Messestände von:

Gespräch mit Sabrina Schuh

Im ersten Fakriro Talk sprachen wir zur Eröffnung der Fakriro-Online mit der schlaflosen Mary Cronos. Diesmal habe ich für euch Sabrina Schuh eingefangen, die wie ein Wirbelwind mit Mary durch die Messehallen flitzt. Sabrina hatte übrigens die Idee zu Fakriro, der Bühne für Selfpublisher auf physischen Buchmessen.

(c) Sabrina Schuh
(c) Sabrina Schuh

Mit der Fakriro online haben du und Mary innerhalb kürzester Zeit etwas grossartiger auf die Beine gestellt. Dann war die Seite auf einmal im „Reinigungsmodus“, was ist schief gelaufen?

Sabrina Schuh: Wir haben ja kein großes Geheimnis darum gemacht, daher beantworte ich die Frage gerne. Wir hatten einen Virus. Leider wurde der uns von etwas immer wieder reingespielt, auf das wir nicht verzichten konnten zum damaligen Zeitpunkt. Also haben wir großflächig alles gewechselt, was man wechseln konnte inkl. Host und nun sind wir wieder fit und unser Kammerjäger sitzt vorsorglich auch in der Ecke und wartet.

Stand der Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh
Stand der Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh

Es läuft schief, aber ihr gebt nicht auf, macht weiter und macht es noch großartiger. Was erwartet uns bei der neuen Version von Fakriro online?

Sabrina Schuh: Die neue Version ist unsere „Fakriro Online Quarantäne Edition“. Wir bieten ein buntes Programm für die ganze Familie: Morgens Fachvorträge für alle Autoren und Interessierten, Nachmittags ein buntes Kinderprogramm mit Märchen, und Lesungen sowie Nachhilfe und Wissenformaten von Kids für Kids. Am Abend dann sind die Teeanger und Erwachsenen dran. Lesungen, Podcasts, Livesendungen gemeinsam mit Livory – und natürlich wieder virtuelle Messestände, an denen ihr z.B. direkt bei den Autoren und Kleinverlagen shoppen oder spannende Dienstleister rund um die Branche kennenlernen könnt.

Märchenadaptionen von Sabrina Schuh, Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh
Märchenadaptionen von Sabrina Schuh, Märchenspinnerei (c) Sabrina Schuh

Du hast selbst ein Buch pünktlich zur Messe veröffentlicht, erzähl mir bitte was dazu.

Sabrina Schuh: Ja, das stimmt. „Unter gläsernen Fassaden“ ist ein realistisches Jugendbuch mit einer Märchengrundlage. Ich greife die Motive von Aschenputtel und Dickens Weihnachtsgeschichte auf und setze sie in eine moderne Erzählung rund um häusliche Gewalt, mathematische Rätsel und hochbegabte Kinder um. Nachdem ich es allgemein nicht so mit festen Rollenbildern habe, habe ich beschlossen, dass mein Aschenputtel Moritz heißt, statt einem Schuh ein verschlüsseltes Notizbuch verliert und als einziges „magisches“ Hilfsmittel, das Internet hat. Gefunden wird das Notizbuch übrigens von Josie, die aber keine Prinzessin ist, dafür aber auf einem Internat für hochbegabte Teenager und einen Fabile für Kryptografie hat. Mein Ebenezer-Scrooge-Pendant ist übrigens auch weiblich, aber mehr verrate ich an der Stelle nicht.

Ich liebe Dickens Weihnachtsgeschichte und meine liebe Kathi Cinderella in allen Variationen.

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Im Gespräch mit Patricia Strunk

Patricia habe ich am Stand von Qindie getroffen. Katharina Gerlach hat uns ja bereits etwas über das Gütesiegel für Selfpublisher erzählt.

(c) Patricia Strunk
(c) Patricia Strunk

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Patricia Strunk: Ich denke mir, dass dein Blick auf die Cover gefallen ist. Vielleicht gefällt dir das Cover von „Nixenherz“ besonders gut, denn das sieht märchenhaft aus.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Patricia Strunk: Hallo, liebe Stephanie. Schön, dich kennenzulernen. Ich bin Patricia. Ich schreibe im Genre Fantasy und veröffentliche meine Romane im Self-Publishing. Die „Inagi“-Trilogie ist High Fantasy in asiatischem Setting, in der es um aktuelle Themen wie die Ausbeutung von Mensch und Natur und die Angst vor dem Fremden geht. Der Zweiteiler „Nixenherz“ ist ein von keltischen Motiven inspiriertes Märchen.

Nixenherz (c) Patricia Strunk
Nixenherz (c) Patricia Strunk

Erzähle mir bitte mehr zu Nixenherz.

Patricia Strunk: In „Nixenherz“ geht es um verratenes Vertrauen, Rache und eine Liebe über den Tod hinaus. Ein König reißt einer Flussnixe das Herz aus dem Leib, um sich ihre Magie anzueignen. Sie ersteht 25 Jahre später im Körper eines ertrunkenen Mädchens wieder auf. Die Nixe muss ihr Herz zurückgewinnen oder sie stirbt erneut, aber ihr kommt der Sohn des Königs in die Quere, ein ambivalenter Charakter, der unter dem Bann dunkler Mächte steht. Neben Nixen spielen Kelpies, Fae und Fomori (ein geheimnisvolles Volk der irischen Mythologie) eine Rolle.

Das klingt sehr märchenhaft. Kannst du deine Geschichte mit klassischen Märchen vergleichen?

Patricia Strunk: In gewisser Weise schon. Im Kern geht es in der Geschichte um Liebe und Vertrauen – ein Thema vieler Märchen. Darüber hinaus spielt Nixenherz mit weiteren Motiven und Figuren klassischer Erzählungen und setzt sie zueinander in eine neue Beziehung. Zwar greifen übernatürliche Kräfte in das Leben von Menschen ein, aber Protagonistin ist ein übernatürliches Wesen selbst, und gut und böse sind nicht so klar voneinander abgegrenzt wie im Märchen.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Patricia Strunk: Mir haben die Steampunk-Märchenadaptionen von Katharina Gerlach gut gefallen.

Herzlichen Dank, mit Katharina habe ich bereits über Qindie gesprochen, aber versäumt mit ihr über ihre eigenen Bücher zu sprechen, das sollte ich dringend nachholen.

Qindie Autor*innen mit ihrem Boris (c) Patricia Strunk
Qindie Autor*innen mit ihrem Boris (c) Patricia Strunk

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Gespräch mit Katharina Gerlach

Nachdem Katharina mir so nett erklärt hatte, was es mit Qindie auf sich hat, habe ich tatsächlich versäumt sie nach ihren eigenen Büchern zu fragen. Also gehe ich noch einmal an der großen Standfigur vorbei und kehre zu Katharina zurück. Aus einer Randbemerkung erfuhr ich, dass sie es kürzlich mit einer unveröffentlichten Kurzgeschichten in den USA bis ins Halbfinale eines Wettbewerbs mit mehr als 1000 Teilnehmer*innen schaffte. Darauf ist sie als Nicht-Muttersprachlerin ein wenig stolz drauf, wie ich finde zu Recht!

(c) Qindie

Was hat es eigentlich mit dieser Figur auf sich?

Katharina Gerlach: Boris ist eine zwei Meter große, männliche Standfigur in der abgewetzten Uniform des Russischen Zaren. Einer seiner Arme fehlt. Statt dessen hat er einen mechanischen Arm, in dem eine Glasphiole blau glüht.

Wir haben ganz viel über Qindie gesprochen, aber gar nicht über Bücher.

Katharina Gerlach: Bei uns findest du viele tolle Bücher, von Märchenadaptionen, Kinderbüchern, Fantasy in allen Spielarten, über Nischenprodukte wie SciFi-Erotik bis hin zu Sachbüchern.

Katharina Gerlach
(c) Katharina Gerlach

Was schreibst du denn selbst?

Katharina Gerlach: Ich persönlich schreibe hauptsächlich Phantastik und historische Romane, oft auch gemischt. Erst kürzlich habe ich eine 12-bändige Reihe von Novellen mit Märchenadaptionen abgeschlossen. Seit neuestem schreibe ich unter dem Pseudonym Leonie Joy Romantasy. Aber wie man sieht finden sich bei Qindie zahlreiche Genres. Es ist eigentlich für die meisten Leser*innen etwas dabei.

Du hast ja schon fleißig einiges veröffentlicht. Welches war denn dein Debütroman?

Katharina Gerlach: Mein erstes Buch war der historische Roman „Engels Freiheit“, der auf der Familiengeschichte meiner besten Freundin basiert. Darin geht es um den Freikauf der Familie Waldmann aus der Leibeigenschaft in der Zeit von 1799 bis 1803 im Osnabrücker Land.

Engels Freiheit (C) Katharina Gerlach
Engels Freiheit (C) Katharina Gerlach

Die Hauptfigur, Anna Engel Waldmann, erlebt wie ihr Vater auf Bitten seines Besitzers, dem Grafen von Langelage (übrigens einem angeheirateten Verwandten des Barons von Münchhausen), dem Freikauf zustimmt. Doch als der Handel dann schriftlich festgelegt werden soll, hat der Graf die Familie bereits weiterverkauft, brauchte er doch dringend Geld, um Schulden zu tilgen. Engels Vater verklagt daraufhin den Grafen auf Wortbruch, woraufhin sich ein jahrelanger Rechtsstreit entwickelt (die Unterlagen des Gerichtsstreits lagen komplett auf dem Dachboden meiner Freundin). Für Engel wird dies eine Zeit großer Umwälzungen, in der sie erwachsen werden muss.

Zusätzlich hat diese Zeit im Osnabrücker Land ein paar interessante geschichtliche Ereignisse auszuweisen. So gab es zu der Zeit das sogenannte Simultaneum, die gleichzeitige Nutzung der Dorfkirche durch evangelische und katholische Gläubige. Der zuständige Geistliche war nach dem Westfälischen Frieden 1648 danach bestimmt worden, welche Konfession gerade einen Vertreter vor Ort hatte. Dadurch wurde die überwiegend evangelische Gemeinde des Ortes bei Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen von einem Priester betreut. Das hat vielen nicht gefallen.

Die Recherchen und das Schreiben dieses Romans hat insgesamt fünf Jahre gedauert. Der Roman erschien ursprünglich in einem kleinen regionalen Verlag, der vor zwei Jahren leider Konkurs angemeldet hat. Seither habe ich „Engels Freiheit“ mit einem neuen Titelbild und einem überarbeiteten und erweiterten Anhang (mit Karte, Fakten, Stammbaum und Zeichnungen) neu herausgebracht. Der Folgeband „Viktors Wut“ wird in nächster Zeit eine Erneuerung erfahren und dann ebenfalls von mir selbst herausgebracht.

Und welches ist dein aktueller Messetitel?

Katharina Gerlach: Zur Leipziger Buchmesse hätte ich dieses Jahr noch einmal den Abschlussband meiner 12-bändigen Reihe von Novellen mit Märchenadaptionen vorgestellt. Er erschien 2019 kurz vor der Leipziger Buchmesse und konnte deshalb dort nicht wirklich gut präsentiert werden. Er erzählt die Geschichte einer jungen Zarewna, die mit einem gläsernen Herzen geboren wird, sich davon aber auf keinen Fall einschränken lassen will. Als sie dann dem Glasbläser Nikolej über den Weg läuft, beginnt sie zu erkennen, dass es Gründe für ihre Behinderung gibt.

Obsidianherz (c) Katharina Gerlach
Obsidianherz (c) Katharina Gerlach

Außerdem hätte ich die erste Novelle unter meinem neuen Pseudonym vorgestellt, einer Romantasy Novelle mit Zeitreiseelementen. Ich liebe Zeitreisen, finde es einfach nur cool, was man den Figuren einer Geschichte damit an Schwierigkeiten in den Weg legen kann, und daher war es naheliegend, mein Romantasy-Pseudonym damit beginnen zu lassen.

Die Geschichte dreht sich um Heather, deren beste Freundin 150 Jahre vor ihr geboren wurde. Als Heather dann verheiratet werden soll und ihr klar wird, dass sie längst einen jungen Mann aus der Vergangenheit liebt, muss sie einen Weg finden, die Zeit selbst zu überlisten.

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Katharina Gerlach: Nun, da du Boris so bewundert hast, empfehle ich dir gleich seine Geschichte aus dem Genre Steampunk. Der Arme musste schon als 6-jähriger in die Russische Armee eintreten und hat nichts gelernt, außer zu überleben. Glücksfresser nennen ihn die anderen. Seinen Arm verliert er bei einem Experiment, zu dem er als „Freiwilliger“ geschickt wird. Er ist der einzige Überlebende. Trotz allem ist seine Devise: Lang lebe der Zar.

Boris & Olga, Tod den Zaren (c) Selma J. Spielweg
Boris & Olga, Tod den Zaren (c) Selma J. Spielweg

Dann lernt er Olga kennen, die keinen Hehl daraus macht, dass sie den Zaren nicht ausstehen kann. Die beiden laufen sich immer wieder über den Weg und werden ganz langsam und zaghaft zu Freunden, wobei Boris das kleine Mädchen für eine Haluzination hält.

Doch dann läuft ihnen der Zar über den Weg. gleich doppelt. Und beide sind echt …

Boris und Olga ist eine Freundschaftsgeschichte in einer Steampunk Welt, die so herzerwärmend schön ist, dass die Rettung der Welt zur Nebensache werden würde, wäre sie nicht so spannend geschrieben. Das Gute ist, dass jeder Band in sich abgeschlossen ist, auch wenn sie aufeinander aufbauen. Noch besser ist, dass die Serie süchtig macht.

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Gespräch mit Sylvia Rieß

Sylvia Rieß gehört wie auch Sabrina Schuh zu den Märchenspinnern, einer Gruppe unabhängiger Autor*innen, die unter dem Label „Märchenspinnerei“ Märchenadaptionen herausbringt. Ich habe bereits viel von Silvia gehört, leider bisher noch nichts gelesen.

Sylvia Reiß mit Leserin und "Stern von Erui" am Messestand (c) Sylvia Reiß
Sylvia Reiß mit Leserin und „Stern von Erui“ am Messestand (c) Sylvia Reiß

Wenn ich an deinen Stand trete, was könnte meine Neugier geweckt haben?

Sylvia Rieß: Vermutlich würde dich das laute Glucksen meiner 5-Monate alten Tochter bezirzen, die mir anschließend ihr Frühstück einmal quer über mein weißes Fantasy-Kleid spuckt und noch lauter kichert.

Hallo, ich bin Stephanie und blogge als kleiner Komet.

Sylvia Rieß: Hallo Stephanie. Ich bin Sylvia. Ich schreibe Fantasy unter meinem Klarnamen Sylvia Rieß. Meine Bücher sind mittlerweile in vielen Sub-Genre der Fantasy zuhause. Magst du es eher episch und willst die Welt retten, suchst du märchenhafte und moderne Geschichten, oder möchtest du mal wieder herzlich lachen? Habe ich alles da. Und was du bei mir nicht findest, damit können dir bestimmt meine Standkollegen helfen. Jan Gießmann schreibt wundervolle Grim&Gritty Fantasy, Sabrina Schuh hat romantische, aber auch gesellschaftskritische Jugendromane und Janna Ruth und Tina Skupin kennt man ja auch mit ihren Bücher der Märchenspinnerei, bzw. ihren Titeln außerhalb davon wie Ashuan und Valkyrie. 🙂 

Ein tolles Angebot, das mag ich alles gerne lesen und ein paar Märchenspinnerei-Bücher habe ich bereits gelesen. Aber was ist Grim&Gritty Fantasy?

Sylvia Rieß: Oha. Also: In der Phantastik gibt es ca 53 Subgenre. Darunter z.B. High Fantasy. Ganz klassischer Vertreter Herr der Ringe. Es gibt die Guten, die Bösen und es gibt wenig moralische Probleme wenn erstere letztere umbringen (okay, auch das stellt der Herr der Ringe schon an mancher Stelle infrage) Aber prinzipiell geht es immer um ein höheres Ziel und die Rettung der Welt. Bei Grim&Gritty ist es eher: Die Welt an sich ist zwar eine Fantasywelt mit Magie und fantastischen Wesen, aber das alles ist von Haus aus einfach nicht nur toll und schön. Die Welt selbst ist stellenweise düster, verdorben, roh und auch mal gewalttätig und den perfekten Zustand kann auch der Protagonist meist nicht wieder herstellen. Er versucht nur, in dieser Welt zu überleben und sich seinen eigenen – auch nicht immer ganz so kleinen – Problemen zu stellen. GoT könnte man schon eher in diese Richtung einordnen. Wobei auch in den modernen Fantasy-Romanen die Grenzen zwischen Subgenres immer mehr fließend sind.

Danke für die Erklärung, aber lass uns nicht zu viel über die anderen Bücher sprechen. Erzähle mir bitte etwas zu deinem Buch.

Sylvia Rieß: Du hast erwähnt, dass du gern Fantasy mit versteckter Gesellschaftskritik liest. Die hast du bei uns am Stand zwar tatsächlich in jedem Buch, denn wir alle finden, dass Fantasy einfach mehr sein kann, als Genre Literatur. Aber ich erzähle dir jetzt mal was über „Der Stern von Erui“. Nein, das tolle Cover mit dem Drachen ist nicht der erste sondern der dritte Teil, aber ja, ich liebe das Cover auch am meisten. Nichtsdestotrotz beginnt alles mit dem Band Heimkehr. Worum es geht? Nun ja stell dir vor, ein Mädchen, dass aus deinem Freundeskreis vor Jahren verschwunden ist und eigentlich für ermordet gehalten wurde, kehrt zurück, ganz plötzlich. Vier Jahre später sitzt ihr wieder gemeinsam an einem Tisch in der Schule. Bekannt ist nur, dass sie wirklich etwas Schreckliches erlebt haben muss, aber keiner weiß so genau was. Sie erzählt auch nichts darüber und wenn man versucht, die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen, dann ist sie schroff und abweisend. Bleibt man aber hartnäckig, dann wird man so manch Seltsames erleben. Kreaturen werden den eigenen Weg kreuzen, die einen an allem zweifeln lassen, was man bisher glaubte, über die Welt zu wissen und dann plötzlich zieht Nebel auf … und wenn er vergeht, ist man nicht mehr in der Welt, in der man gerade noch gestanden hat.

Tja – so beginnt die Geschichte vom Stern und sie wird einen auf verworrenen Pfaden durch eine fremde und wunderschöne aber auch brandgefährliche Welt führen. Ob diese noch zu retten ist vor dem Schatten, der sie bedroht, und was man selbst als Mensch mit diesem Schatten zu tun hat, das muss man auf über 1600 Seiten nach und nach herausfinden. Wahrheiten, die man für absolut hielt, werden in Frage gestellt und die Menschen, die man einmal zu kennen glaubte, tragen hintern den Schleier neue Namen. Das buch spielt dabei gerne mit Klischees, nur um sie zu brechen und die Erwartungen des Lesers zu enttäuschen. Doch damit will es vor allem zum Nachdenken anregen über sich, über die eigene Welt und über das Miteinander.

Die Chroniken von Erui (c) Sylvia Rieß
Die Chroniken von Erui (c) Sylvia Rieß

Du hast Recht, das trifft meinen Lesegeschmack sehr gut. Ist die Reihe mit 1600 Seiten jetzt abgeschlossen?

Sylvia Rieß: Ja ist sie. Es erzählt eine Geschichte, die in unserer Jetzt-Zeit beginnt, quasi aus unserer Menschenwelt heraus startet und dann über die Grenze nach Erui führt. – Also in dem Sinne auch kein reines High Fantasy, weil ich die Verbindung zu unserer Welt dabei habe. Auch hier gibt es ein ABER, denn aus Erui ist viel mehr geworden. Die Welt existiert parallel zur Menschenwelt und hat eine fast 10.000 Jahre lange Geschichte. Diese habe ich natürlich immer vor Augen beim Schreiben und weitere Schlüsselereignisse dieser Geschichte führen nun zu neuen Romanen, Romanreihen oder ergänzenden Kurzgeschichtensammlungen. All das wird wohl irgendwann ein großes Gesamtwerk und läuft unter „Die Chroniken von Erui“. Die nächste Trilogie „Das Herz des blauen Drachen“ spielt dabei zeitlich rund 1000 Jahre vor dem Stern und befasst sich mit den Ewigen Wächtern, die in der Trilogie eine wichtige Rolle spielen aber gar nicht in ihrer ganzen Tiefe aufgearbeitet werden konnten. 🙂 

Klasse, eine Welt und unbegrenzte Möglichkeiten neue Geschichten zu erzählen. Habe ich es richtig im Kopf, dass dein Märchen, das erste war, dass in der Märchenspinnerei erschienen ist? Magst du mir davon auch erzählen, leider habe ich es bisher nicht gelesen.

Sylvia Rieß: Ja, der ‚Lurchi‘ hat damals den Anfang gemacht. Das kam so: Überall ploppten die Märchenadaption auf einmal wie Pilze aus dem Boden. Aufwändige Cover mit zumeist Prinzessinnen in Ballkleidern. Und ich dachte mir: Aber müssen es immer Prinzessin sein? Müssen es immer Lovestories sein? Märchen haben ja von Haus aus eigentlich immer eine Moral und eine tiefere Botschaft. Ich wollte ein Märchen schreiben, das anders ist, sich mit Randfiguren unserer Gesellschaft befasst, auf moderne Probleme hinweist und für unsere moderne Zeit eine Moral hat. In diesem Fall: Denkt einmal über euer Verhalten in den sozialen Medien nach. Fällt nicht immer gleich euer Urteil über Menschen, die ihr kaum kennt. Nehmt euch Zeit für einander und lasst euch auf den anderen ein.  In diesem Fall muss mein frecher Protagonist Fynn mit der großen Klappe das halt auf die harte Tour lernen, als er auf dem Schulklo in einen Lurch verwandelt wird. Keiner kennt sich mit Axolotln aus, außer Leonie – das Mädchen, über das er sich bisher immer lustig gemacht hat. Und so landet er in ihrem Aquarium und in ihrem Leben.

Auch wenn ich bisher noch nicht so viele Märchenspinnerei-Bücher gelesen habe, schätze ich genau diesen Gedanken, den du gesät hast, Märchen wieder zu dem zu machen was sie waren, Geschichten über problematische Themen, keine Heile-Welt-Liebesgeschichten.

Der Axolotlkönig (c) Sylvia Rieß
Der Axolotlkönig (c) Sylvia Rieß

Welches Buch von Autorenkolleg*innen magst du mir empfehlen?

Sylvia Rieß: Du solltest dringen noch Tina Skupins „Valkyrie“ mitnehmen. Etwas cooleres im Bereich Fantasy/nordische Mythologie wird in den nächsten Jahren nicht auf den Markt kommen. ^^

Oh, da stimme ich dir zu, Valkyrie ist wirklich ein tolles Buch und ich bin gespannt auf den dritten Band der Reihe!

Mit Tina Skupin habe ich übrigens eine ganz außergewöhnliche Aktion gemacht und ihr eine kleine Schreibaufgabe gestellt. Frida und ihre Truppe legen mit ihrem Drachenboot in Bonn am Rhein an … Lest selbst.

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Märchenspinnerei

„Meine“ Beiträge zu Büchern aus der Märchenspinnerei

„Im Bann der zertanzten Schuhe“ ~ Janna Ruth
„Der Kater unterm Korallenbaum“ ~ Christina Löw


Hier geht es zur Fakriro-Online in der Quarantäneedition (mindestens bis Ostern 2020). Schaut euch um und habt eine gute und gesunde Zeit!

Schaut euch auch meine anderen Beiträge in der Reihe FakriroTalk an

Cinder & Ella ~ Kelly Oram

Cinder & Ella ~ Kelly Oram
Cinder & Ella ~ Kelly Oram

Ich bin ein riesen Fan von Märchenadaptionen, vor allem wenn es um das Märchen Aschenputtel geht. Schon als ich den Titel „Cinder & Ella“ das erste Mal sah, dachte ich mir, dass es eine Adaption zu Aschenputtel handelt. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, vermutete ich eine ähnliche Geschichte wie „Geekerella„. Doch die beiden Bücher kann man nicht vergleichen. „Cinder und Ella“ haben ihre eigene faszinierende Geschichte.

Ella hat einen Autounfall, bei dem sie ihre Mutter verliert. Nach acht Monaten Krankenhaus und Reha zieht sie zu ihrem Vater, der sie vor zehn Jahren verlassen hatte und den sie quasi gar nicht kennt. Sie fühlt sich sehr unwohl bei ihrer neuen Familie, da sie das Gefühl hat ein ungewollter Eindringling zu sein.

Der Autounfall hat Spuren bei ihr hinterlassen, die dazu führen das ihre neuen Mitschüler sie fertig machen. DerEeinzige, der ihr sie ein bisschen Normalität bietet, ist Cinder ihr bester Freund, den sie online kennengelernt hat. Die beiden verbindet ihre gemeinsame Liebe zu einer Buchreihe.

Was ich an dem Buch bewundert habe, ist das Gefühlschaos, dass es in mir ausgelöst hat. Wie ich mit Ella jeden einzelnen Schultag gehasst habe, wie ich genau wie sie ihrem Vater nicht verzeihen konnte und wie ich genau wie sie über die Nachrichten von Cinder grinsen musste. Die Autorin bringt so viele Emotionen in das Buch, das war echt heftig für mich.

Es handelt sich hier um ein moderne Variante des Märchens. Keine Kürbiskutsche und kein Ball warten auf Ella. Dennoch sind die Parallelen gegeben und mir hat das Buch gut gefallen.

Das einzige was mich so ein bisschen minimal gestört hat war, dass sich am Ende die Ereignisse überschlagen haben, obwohl so viel zeitlicher Abstand zwischen Ereignis A und Ereignis B liegt. Aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau.

Das zweite Buch erscheint Ende September und ich bin ein wenig verunsichert, ob ich das Buch lesen möchte. Es gibt Bücher die brauchen einfach keine Fortsetzung und für mich ist „Cinder und Ella“ genau so ein Buch. Ich werde es wahrscheinlich trotzdem lesen, einfach weil ich ein zu neugieriger Mensch bin, was das angeht. Dennoch habe ich Angst was Kelly Oram mit Ella im zweiten Buch anstellen wird.

 Kathi ♥

Cinder und Ella
Kelly Oram
erschienen 2018 beim One Verlag
Originaltitel: Cinder und Ella, 2014
übersetzt aus dem Englischen von Fabienne Pfeiffer 
ISBN: 978-3-8466-0070-2

Wie Schnee so weiß ~ Marissa Meyer

Da es sich hierbei um den vierten Teil der Luna-Chroniken handelt, gibt es Spoiler zu “Wie Monde so silbern”, “Wie Blut so rot“ und „Wie Sterne so golden„.

Wie Schnee so weiß ~ Marissa Meyer
Wie Schnee so weiß ~ Marissa Meyer

Scarlet sitzt nach wie vor auf Luna fest. Prinzessin Winter stattet ihr regelmäßig Besuche ab und freut sich darüber, dass Scarlet ihre Freundin ist. Der anderen der Crew der Albatros, Cinder und Kai, Wolf, Cress und Thorne, sowie Iko machen sich große Sorgen und basteln an einem Plan um Scarlet zu retten und gleichzeitig die Erde vor Levana zu beschützen.

Das Buch wird aus so vielen Perspektiven erzählt, dass es langsam echt anstrengend wurde. Mehr Charaktere hätten es echt nicht werden dürfen. Es wurde zunehmend schwieriger die Ereignisse miteinander zu verbinden und auf einer Zeitachse zu bleiben. Zudem fand ich die Verteilung der Perspektiven unfair. Natürlich steht Cinder im Mittelpunkt da es ihre Revolution ist. Aber für alle Scarlet-Fans ist es schon sehr traurig so wenig aus ihrer Perspektive zu lesen. So ging es mir zumindest, gerade am Anfang. In der Mitte tauchte sie dann ein bisschen öfter auf.

Wie man es schon aus den ersten drei Büchern kennt, fließt auch hier wieder ein Märchen ein. Winter stellt eine Verkörperung Schneewittchens dar, mit Levana als böser Stiefmutter. Vielleicht habe ich es überlesen oder die Anspielung nicht verstanden, die sieben Zwerge scheinen leider nicht von der Partie gewesen zu sein. Winter ist wunderschön, wie Schneewittchen, und ihrer Stiefmutter ein Dorn im Auge. Wie im Märchen soll auch sie sterben …

In Band vier dreht sich alles um den großen Showdown. Die große Revolution auf Luna. Der Kampf gegen die blaue Pest und das Ende der Unterdrückung der Lunarier. Cinder hat sich immer noch nicht ganz mit dem Gedanken angefreundet, dass sie die verlorene Thronerbin ist, aber sie hat verstanden, dass sie die Einzige ist, die allem ein Ende bereiten muss. Der Plan wird geschmiedet und er scheint scheinbar perfekt zu sein. Natürlich läuft nicht alles wie am Schnürchen und die Gruppe wird des öfteren mal freiwillig und manchmal auch unfreiwillig getrennt.

Ich bin froh, dass die Reihe hier ihr Ende gefunden hat. Zwar bin ich traurig, dass es vorbei ist und das Abenteuer um Cinder, Scarlet, Cress und Winter plus deren Jungs zu Ende ist, da ich sie alle ins Herz geschlossen habe. Die Welt zu verlassen ist schon hart, nachdem man solange mitgefiebert hat, aber es weiter zu schreiben macht für mich auch keinen Sinn. Wo ein Ende ist, ist ein Ende. Dafür fand ich war Band vier ein guter Abschluss. Alle Handlungsstränge wurden zu Ende geführt. Die Spannung wie der finale Endkampf werden wird, steigert sich im Buch immer weiter. Es ist nie wirklich langweilig gewesen. Bei einen der Charaktere war immer was los.

Ich bewundere die Autorin nach wie vor, wie sie die Welt aufgebaut hat und einzelne Handlungsstränge so miteinander verwoben hat. Zum Beispiel die Sache mit Cress fasziniert mich immer noch. In Band eins ist sie schon aufgetaucht, aber viel Beachtung hat sie da nicht bekommen und in Band drei wird sie dann festes Mitglied der Crew als eigener Hauptcharakter. Diese winzigen Details haben für mich die Geschichte zu etwas ganz Besonderem gemacht und ich habe große Lust die Reihe noch einmal zu lesen.

 Kathi

Wie Schnee so weiß
Marissa Meyer
erschienen 2016 im Carlsen Verlag
Originaltitel: Winter, 2015
übersetzt aus dem Englischen von Bettina Arlt
ISBN: 978-3-551-58289-8