Mein Rückblick auf das #Sozialcamp in Bonn

Schon lange habe ich mich darauf gefreut, wusste, dass es von Sabine, Sascha und Johannes geplant wird und wollte auf jeden Fall teilnehmen!

Was ist das Sozialcamp?

Es handelt sich um ein Barcamp “Soziale Arbeit” initiiert von Sabine Depew, gesponsert by Caritas (Diözesan-Caritasverbänden Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn) und durchgeführt von den Herren Sascha Förster und Johannes Mirus von Bonn Digital.

Ausführliche Informationen finden sich auf den Seiten von Barcamp Bonn.

Ein Barcamp ist eine spontane Konferenz. Der Termin steht im Voraus fest, man meldet sich auch an, aber die Planung der Beiträge findet vor Ort statt.

Die Teilnehmer selbst sind das Barcamp. Wir bestimmen die Inhalte und stellen diese auch.

Die erste Barcampregel lautet:

Über das Barcamp spricht man!

Hierzu werden die sozialen Medien genutzt. Ihr findet viele Tweets unter #SozialCamp. Schaut unter dem selben Hashtag auch mal in anderen Sozialen Medien vorbei.

Die Planungsphase

Nach der Begrüßung und einleitenden erklärenden Worten, beginnt die Action:

Zu Beginn stellt sich jeder einzelne Teilnehmer mit 3 Schlagworten vor.

Ist die Runde durch, darf jeder eine Session vorschlagen, hierzu einen kurzen Vorstellungspitch halten. Dann wird das Interesse abgefragt und je nachdem wie viele Arme hoch gehen, wird dem Thema ein größerer oder kleinerer Raum zugeteilt.

Am Ende steht dann ein Session-Plan:

Die Sessions

Das #Sozialcamp ging über 2 Tage. Das bedeutet 3 Sessions-Slots am ersten und 4 am zweiten Tag. Zu jeder vollen Stunde ein Slot mit jeweils 45 Minuten pro Session. In jeden Slot passten beim Sozialcamp 5 Sessions.

Wie bei fast jeder Konferenz hat man da die Qual der Wahl, man kann nicht überall gleichzeitig sein. Dank Twitter aber wenigstens ein bisschen.

Es kann daher auch durchaus sein, dass eine Session mangels Teilnehmer nicht statt findet. Wenn dies auf einer geplanten Konferenz passiert ist es frustrierender als auf einem Barcamp. Denn beim Barcamp haben dir die anderen Teilnehmer am Anfang ihr Interesse signalisiert. Ja, mir ist das passiert.

Eine Session kann ein vorbereiteter Vortrag sein, eine Diskussionsrunde oder auch eine Session zum Ausprobieren von beispielsweise Snapchat. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt – abgesehen vom Zeitlimit.

Gerne gebe ich euch einen kurzen Überblick über die Sessions, die ich besucht habe. Die Zusammenfassungen enthalten dabei auch Spuren von meinen eigenen Gedanken und berichten nicht das was die Referenten gesagt haben – auf einem Barcamp gibt es nämlich keine Referenten!

1. #KinderDigital

Vor etwa 3 Wochen postete Sascha diesen Beitrag auf Facebook:

Das klingt doch interessant oder? Finde ich auf jeden Fall und wollte Ben und seine DigiKids gerne kennen lernen. Ich kann euch verraten, er ist tatsächlich sehr nett.

Die Session war in der Tat sehr spannend. Ben ist endlich mal ein Fachmann, der nicht nur vor den bösen digitalen Medien warnt, sondern ganz meiner Meinung ist:

Kinder dürfen digitale Medien nutzen und ausprobieren. 

Wichtig ist hierbei, wie dies geschieht. Vor allem bei den ganz kleinen sollte dies immer gemeinsam geschehen. Kommunikation und ein natürlicher Umgang sind wichtig. Hierzu zählt auch Kinder als Experten für Apps zu behandeln, lasst euch erklären, wie die App funktioniert.

Wir Eltern sind Modelle für unsere Kinder, daher sollten Eltern auch mal über ihre eigene Mediennutzung reflektieren.

Vorschlag: Im Kinderzimmer ist Eltern-Kind-Zeit und das Smartphone bleibt draußen. Äquivalent dazu bleibt dann das Smartphone bei den Hausaufgaben draußen.

Ein Beispiel aus Bens Projektarbeit:

Einen guten Rat für Beratungsangebote im Internet, das sich an Jugendliche richtet hatte Ben auch für uns:

Mach gute Arbeit und verpack sie gut!

Der Webauftritt muss die Kinder ansprechen und die nötigen Informationen schnell auffindbar sein. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist eine Seite der Schweizer Suchtberatung.

Abschließend gab es ein Fazit to Go und eine offene Diskussionsrunde:

2. Was ist Innovation und warum brauchen wir sie in der Sozialwirtschaft-Branche?

Bei Hendrik Epes Präsentation war ich echt kognitiv gefordert, da mein wirtschaftliches Expertenwissen deutlich geringer ist als das zu Mediennutzung von Kindern in der vorherigen Session. Spannend war es daher erst recht für mich.

Es gibt auch ganz konkrete Ansätze:

3. Nicht meine Session – statt Twitter dann Snapchat

Im dritten Slot hätte ich dran sein können. Die liebe Soledad hatte sich auch schon darauf gefreut, sich aber in den falschen Raum verirrt.

Alle anderen Interessierten waren ebenfalls bei anderen Themen. Vorbereitet hatte ich das Thema “#ToMDiss – Mein Hobby: die Promotion (#Frühchen) und SocialMedia”. Geplant war eine kurze Vorstellung meines Frühchen-Projektes und mein Weg in die Social Media. Gerne hätte ich andere inspiriert ebenfalls über laufende Projekte zu bloggen und/oder Twitter zu nutzen.

Die Session wäre offen gewesen in verschiedene Richtungen weiter zu reden: Frühchen, Theory of Mind, Hobby Promotion, (wissenschaftliches/projektbezogenes) Bloggen, Twitter, …

Für alle Interessierten werde ich die Geschichte noch als Blogartikel ausarbeiten. Die Diskussion können wir dann gerne noch online führen.

Edit: Der Artikel ist inzwischen online.

Nachdem keiner kam, bin ich von Aachen nach Trier gelaufen (Raumnamen), habe Soledad und das Thema Snapchat gefunden. (Im Nachhinein habe ich mich ein bisschen geärgert, nicht zur Session vom Aleks gegangen zu sein, der etwas über Wahrnehmung und Autismus erzählt hat, aber es ergab sich noch die Gelegenheit auch ihn kennen zu lernen).

Im Nachgang an diese letzte Session und auch Bemerkungen aus der Diskussion bei den DigiKids blieb bei mir noch folgender Gedanke hängen:

Tatsächlich hatte ich sogar überlegt hierzu eine Session anzubieten, aber als sich bei der zweiten Planung die Slots mit Themen füllten, zu denen ich unbedingt hinwollte, blieb ich lieber still. Die Diskussion auf Twitter hatte ich ja eröffnet.

Abendprogramm

Ich fasse mich kurz: Es gab eine wunderbare Führung durch das Regierungsviertel Bonn. Ich habe eine Menge gelernt. Soledad von Bonntouren erzählt keine langweiligen historischen Fakten, sondern sehr unterhaltsame Anekdoten! Aber unterschätzt die kleine Frau nicht, sie ist fix zu Fuß unterwegs.

Anschließend waren wir noch gemeinsam beim Italiener Abendessen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann um 10 Uhr wieder zur nächsten Session-Planung.

4. Psychologie des Bösen

Der Tag begann mit meinem Fachgebiet Psychologie. Reiner Knudsen hat einen spannenden Vortrag zum Thema “Psychologie des Bösen” gehalten, dabei unangenehme Erkenntnisse geteilt und brisanten Diskussionsstoff geboten.

Die klassischen Experimente “Stanford Prison” und “Milgram” sind mir gut vertraut. Es kann uns alle treffen, es braucht nur die richtigen Auslöser für “böses” Verhalten.

Wir sprachen über Entmenschlichung und De-Individuation. Wenn das Individuum in der Gruppe aufgeht, gibt es auch die Verantwortung an das Kollektiv ab. Ein Effekt der im Militär genutzt wird, aber extreme Konsequenzen haben kann, wie beispielsweise im Nationalsozialismus erlebt oder aktuell bei Gruppierungen wie Pegida.

Konformitätsdruck führt zu extremen Stress und fasst alle Teilnehmer an “lustigen” Experimenten, geben dem Druck nach mehreren Wiederholungen nach und handeln wider besseren Wissens konform.

Einen Filmtipp hat Reiner auch für uns:

Die Take-Home Massage lautet:

Handeln ist besser als Nicht-Handeln!

Gemeint ist dabei kein blinder Aktionismus, sondern vor allem Kleinigkeiten wie hinsehen oder einfach für jemanden da sein.

5. Fragestunde bei einem Autisten

Ein unglaublich liebes Angebot! Aleksander Knauerhase hat sich offen und ehrlich unseren Fragen gestellt. Er ist Fachreferent für Autismus, seine Qualifikation ist angeboren.

Zu dieser Session gibt es keine Tweets von mir, auch hier werde ich nicht viel dazu schreiben. Es war sehr inspirierend und ich bin sehr dankbar für den Blickwinkel aus der Innensicht, die Aleks ermöglicht hat. Daraus werde ich noch etwas machen.


6. Mittagspause

Eine Möglichkeit noch mehr interessante Leute kennen zu lernen.

7. nochmal Wirtschaft

Diesmal ging es um agiles Management. Agile Verfahren im IT-Bereich waren mir tatsächlich bereits ein Begriff und die Anwendung auf die Sozialwirtschaft ist ein spannender Gedanke!

Hendrik Epe und Daniel Woltemate führten uns zunächst durch die kompliziert komplexe Materie mit anschaulichen Bildern, was denn kompliziert und komplex eigentlich bedeuten.

Das Konzept des agilen Managements kann einen von vielen möglichen Rahmen bieten, mit der lebendigen Komplexität in Unternehmen umzugehen.

Als Essenz stellt sich die Frage, ob die vorgestellten Ansätze nicht eh schon Bestandteil der Sozialen Arbeit sind und/oder ob sie überhaupt für den Kontext geeignet sind.

Einen Aspekt habe ich immer wieder auf dem Barcamp gehört: Darf ich das als Mitarbeiter überhaupt so machen?

7. der letzte Session-Slot

Langsam war ich echt müde.

Sabines Idee mit dem Twitter-Stammtisch reizte mich sehr. Aber ich bin sicher, damit startet sie und dann bin ich dabei.

Johannes hatte eine interessante Frage, er wollte über das Subsidiaritätsprinzip sprechen. Bereits in der kurzen Pause war ich auf der Suche nach einer Klärung für diesen Begriff. Also ging ich einfach mal in die Session.

So ganz spannend war die Diskussion für mich dann doch nicht und ich bin rüber zu Sascha gewandert, der über Crowdfunding etwas erzählt hat.

Ein faszinierendes Konzept. Seine eigene Aktion habe ich damals ungläubig verfolgt. Wir haben uns schon oft über das Thema unterhalten und ich staune immer wieder, dass so etwas funktioniert. Dazu ist aber auch sehr viel Arbeit notwendig und ich denke nach wie vor, es war die richtige Entscheidung es für meine ToMDiss nicht zu versuchen.

8. Abschied

Erinnerung an Barcampregel Nummer 1:

Man spricht über das Barcamp!

Das habe ich hiermit getan und freue mich auf das nächste Barcamp.

Da wären zum Beispiel das CareCampKöln, das BonnCamp oder auch das LiteraturCamp am 8.April 2017, das ich erst beim Schreiben dieses Artikels entdeckt habe!

kleiner Komet (Stephanie)

Ich liebe Geschichten – fiktive wie Geschichten aus dem echten Leben.
Als kleiner Komet tauche ich ein in verschiedene Welten und erzähle euch von meinen Abenteuern.

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