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Sonntagsgeschichte Kapitel 77 – Warum?

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Blogroman Sonntagsgeschichte Kapitel 77

Auf der Drachenfelsebene in der Anderswelt trafen sie wieder aufeinander, dort wo in der realen Welt das Ausflugslokal steht, unterhalb des Gipfels mit der Ruine, die in der Anderswelt ebenfalls nicht existiert. Loreley und Johanna versorgten Sarahs Wunden, die zum Glück alle nicht tief waren. Ihr Herz dagegen schien gebrochen. Seit einer Weile floßen keine Tränen mehr, nicht weil sie sich beruhigt hätte, vielmehr schien Schneewittchen leer geweint. Für einen kurzen Moment hatte sie ihren Prinzen wieder gefunden, ihn befreit durch ihre magische Liebe und dann war er ihr wieder genommen worden.

Lukas hockte neben Sarah, hielt ihre Hand und teilte den Schmerz des Verlustes. Beinahe sahen sie aus wie Liebende, doch ihre Bindung ging in eine andere Richtung, sie waren Seelengefährten. Daher fühlte Lukas tatsächlich Sarahs tiefen Schmerz, fühlte nicht nur mit ihr. Auch wenn sie sich erst kürzlich gefunden hatten, war ihre Bindung tief und mächtig. So hatte Lukas Schneewittchen aus dem steinernen Schlaf erretten können, ganz ohne Kuss der Liebe. Seit ihrem Erwachen gab es für Sarah nur ein Ziel, ihren Prinzen wieder zu finden. Gemeinsam mit Lukas und den anderen war ihnen das heute gelungen. Doch kaum war Lars erlöst, tauchte sein Vater der Zwergenkönig auf und nahm ihn mit.

“Warum?”, hauchte Sarah verzweifelt, ihre Stimme versagte nach dem vielen Weinen. “Warum?”, fragte Lukas lauter und erhob sich. Sein Großvater hatte die Lichtung betreten und er ging auf diesen zu. Anklagend, verzweifelt, hilflos. Den alten Mann erreichend, schlug er ihm gegen die Brust, doch dieser hielt stand und zog seinen Enkel in eine liebevolle Umarmung. Da brachen auch bei Lukas die Dämme und die Tränen strömten einem Unwetter gleich über seine Wangen. “Warum?”, brachte er den Vorwurf erneut vor, diesmal weniger wütend, dafür noch verzweifelter.

“Ich weiß es nicht”, erwiderte Opa Henry. “Wenn du so weit bist, werden wir zwei es herausfinden. Vielleicht kann Josephine uns noch begleiten?”

Lukas versuchte sich zu beruhigen, währenddessen begrüßte Josephine seinen Großvater, den sie ebenfalls Opa Henry nannte, obwohl er der Opa ihres Freundes Sven war. “Wohin willst du mit uns gehen?”

“Zum Zwergenkönig”, antwortete er knapp und gab keine weiteren Erklärungen preis. Der Zwergenkönig war sein eigener Seelenbruder. Wenn einer mit ihm reden konnte, dann er. Vielleicht ließ die Bindung aber auch nicht zu, dass er sich ihm entgegenstellte, während Lukas alles tun würde, um den Zwergenprinzen zurück zu seinem Schneewittchen zu bringen. Josephine erkannte die Tragweite ihrer Aufgabe, warf noch einen Blick auf Sarah, die bestens versorgt wurde. Sven und seine Schwester Jenny nickten ihr ebenfalls aufmunternd zu. Dann ergriff sie die Hände von Lukas und Opa Henry . Die Welt um sie herum verschwand und sie fanden sich vor einer Burg wieder. Josephine blickte sich um, erkannte in der entgegen gelegenen Richtung einen Eingang zu einer Miene, der ihr bekannt vorkam. Damals am Rhein, als sie zum ersten Mal Bilder in die Anderswelt erblick hatte … War das möglich?

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