Sonntagsgeschichte Kapitel 20 – Lasertag

Dies ist das 20. Kapitel des Blogromans. Das erste Kapitel findest du hier, du kannst auch von Kapitel zu Kapitel blättern.

letztes Kapitel

Nervös stand Josephine vor der Lasertag Arena. Sie hatten die anderen lange nicht mehr gesehen, alle waren jetzt so furchtbar beschäftigt mit arbeiten und studieren. Es war ein Wunder, dass dieses Treffen heute tatsächlich stattfand. Nur Angi würde nicht dabei sein, Angi war in Paris. Sie vermisste ihre beste Freundin schrecklich.

“Hey, da bist du ja! Lass uns rein gehen, die anderen sind schon fast alle da.” Basti stand vor ihr, er kannte sie einfach zu gut. Hinter ihm erschien eine kleine Rothaarige und sah sie skeptisch an. Das musste Lea sein, seine neue Freundin. Auch Basti hatte sie länger nicht gesehen. Klar, sie hatten geschrieben, aber seit zwei Wochen verbrachte er seine Freizeit ausschließlich mit Lea. Jetzt nahm er sie fest in den Arm und schob sie auf seine neue Freundin zu, die mit jedem Schritt eifersüchtiger aussah. Basti bemerkte davon natürlich nichts, er war glücklich, dass sich seine Mädels endlich kennen lernen würden. Das lief leider nicht ganz so, wie erhofft.

Josephine reichte Lea die Hand, diese nahm sie, drückte kräftig zu und schmiegte sich gleich an Basti, um klar zu stellen, wer hier zu wem gehörte. Basti küsste Lea, ohne Josephine los zu lassen. “Ich hätte zu Hause bleiben sollen”, murmelte diese. Niemand hörte sie, aber die anderen bestürmten sie zur Begrüßung und erlösten sie aus der peinlichen Situation.

Nach dem kurzen Austausch von Belanglosigkeiten wurde es Zeit für das erste Spiel. Als Josephine die Weste anlegte, freute sie sich endlich darauf. Sie war gut in dem Spiel, Konzentration und Taktik, das waren ihre Stärken. Die Gruppe war zu groß, als dass sie alle in einem Team hätten spielen können, das waren sie gewohnt. Nur nicht mit Lea in einem Team sein, darauf konzentrierte sie sich, alle anderen waren ihr egal. Basti und Sven standen auf der einen Seite und unterhielten sich. Seit wann waren die zwei eigentlich so gute Freunde, wunderte sie sich kurz, erinnerte sich an den Tag auf dem Drachenfels. Eigentlich hatten sie sich schon damals gut verstanden.

Sie ging zur anderen Seite, wo sie bereits von Milly, Janina und Fred erwartet wurde. “Hast du eigentlich was von Angi gehört”, fragte Fred hoffnungsvoll. “Es geht ihr gut, aber sie kommt erst Weihnachten wieder nach Hause”, antwortete sie ihm und beobachtete seine enttäuschte Reaktion. Für weitere Gespräche blieb keine Zeit, sie mussten sich im Raum verteilen. Der Countdown für den Start setzte bereits ein. Josephine sah sich um, ihre blauen Teamkameraden waren bereits in Position. Jetzt galt es 15 Minuten nicht zu denken, nicht zu grübeln, nur zu spielen.

Sie schlich durch die Dunkelheit, zielte, traf und ging in Deckung. Mit lautem Gekreische stürzte Lea sich auf einmal auf sie, schoss daneben, musste selbst einen Treffer in Kauf nehmen, feststellen, dass ihr Phaser nicht funktionierte. Das ärgerte sie und sie stürzte sich auf Josephine. “Was soll das?”, entfuhr es Josephine und versuchte dem drohenden Schlag auszuweichen, was ihr aufgrund des Hindernisses, hinter dem sie Schutz gesucht hatte nur misslich gelang. “Du kleine Schlampe wirst die Finger von meinem Freund lassen”, giftete Lea weiter. Doch sie kam nicht dazu erneut zu einem Schlag auszuholen, sie wurde bereits von einem Ordner gepackt und aus dem Raum geführt. “Kein Körperkontakt”, erklärte er ihr in ruhigem aber bestimmten Tonfall. “Das war es für heute für dich.”

“Alles in Ordnung?”, fragte Basti besorgt. “Geht schon, kümmere dich lieber um deine verrückte Freundin.” Dennoch ließ Josephine sich Basti als Ziel nicht entgehen, lohnender als der Level 1 Schuss auf Lea. “Das war fair”, nickte er, drehte sich um und verschwand in entgegengesetzter Richtung zum Ausgang. Noch während Josephine ihm nachsah wurde sie getroffen. Sven war neben ihr aufgetaucht. “Na, dass ich dich mal unaufmerksam erwische”, zog er sie auf. Das konnte sie nicht auf sich sitzen lassen, ging in Deckung, bis ihr Phaser wieder bereit war, dann machte sie sich auf die Jagd nach Sven. Das restliche Spiel über lieferten die beiden sich ein spannendes Duell, jagten sich quer durch die Arena, selbstverständlich nicht rennend.

Sie konnte ihn nicht wiederfinden, traf dabei einige der fremden roten Mitspieler. Nur von Sven war keine Spur mehr zu entdecken. Gerade war sie in der hintersten Ecke der Arena angekommen, ging in Deckung und überlegte sich eine neue Strategie, da endete das Spiel. Im selben Moment spürte sie jemanden hinter sich, jemand drehte sie sanft zu sich und küsste sie. Erst sanft und fragend, dann wandte sie sich ihm zu und ließ sich auf den Kuss ein. “Das Spiel ist aus”, ertönte es aus dem Lautsprecher. Sven nahm sie fester in den Arm. “Kein Körperkontakt in der Arena! Das gilt auch für das Pärchen hinten in der Ecke.” Josephine intensivierte den Kuss. “Bitte kommt raus und gebt die Westen ab, eure letzte Aufforderung.” Seufzend löste Sven sich von ihr. “Wir sollten gehen, bevor sie uns raus schleifen.” Ungern stimmte Josephine ihm zu, aber sie sah wieder vor Augen, wie Lea aus der Arena geführt wurde, das wollte sie wirklich nicht. Arm in Arm verließen sie den Raum.
Draußen wurden sie von Basti und Lea empfangen. Ihr fielen die Augen aus dem Kopf: “Ähm, ihr zwei, ihr seid zusammen?” Josephine grinste sie nur an. Auch Basti starrte überrascht, fing sich aber wieder schnell, während Lea weiter stotterte: “Es tut mir leid. Ich bin zu weit gegangen. Also wie ihr zwei eben so Arm in Arm, also, jedenfalls, ich dachte, ich weiß auch nicht. Sorry?” Josephine war gerade viel zu durcheinander, um dem Gestammel zu folgen, nickte ihr nur zu und ließ sich von Sven weiter führen, um die verschwitzte Weste endlich los zu werden. Sie bekam noch mit, wie Basti Sven auf die Schulter klopfte. Gratulierte er ihm etwa? War er nicht ihr bester Freund? Egal, es war alles egal. Sven war bei ihr. Die Westen abgelegt, zog er sie erneut in seine Arme und diesmal ließen sie sich nicht stören.

***

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kleiner Komet (Stephanie)

Ich liebe Geschichten – fiktive wie Geschichten aus dem echten Leben.
Als kleiner Komet tauche ich ein in verschiedene Welten und erzähle euch von meinen Abenteuern.

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