Die Entstehungsgeschichte zu diesem Debütroman machen es noch einmal zu etwas Besonderem. Bei der Tochter der Autorin bestand ein Verdacht auf Autismus und so recherchichte sie zum ersten Mal zum Thema. Dabei wurde ihr Interesse geweckt.  Für ihre Geschichte fehlte noch die passende Figur und sie recherchierte erneut zum Thema Autismus. Sie erkannte sich selbst in den Beschreibungen wieder und fand so zu ihrer eigenen Diagnose. So schreibt sie es hinten im Buch, Informationen findest du auch beim  Rowolth Verlag.

Everlasting Love Gefährliches Schicksal ~ Lauren Palphreyman

Kissing Lessons

Stella ist 30 Jahre alt, Autistin und Single. Ihre Mutter wünscht sich Enkelkinder und versucht sie ständig zu verkuppeln.

Ihre bisherigen sexuellen Erfahrungen waren unerfreulich. Daher kommt Stella auf eine Idee. Sie hat schon einiges gelernt, um angepasster zu erscheinen. vielleicht, denkt sie sich, kann sie so auch lernen, wie man guten Sex hat.

Dazu braucht sie nicht irgendeinen Kerl, sondern einen Profi. Also bucht sie sich einen Escort-Mann.

Die Idee mit dem Maskieren und normal erscheinen wollen, stößt bei mir erstmal auf Widerstand. Es erscheint mir so falsch. Wie sich die Geschichte dann allerdings entwickelt, liest sich einfühlsam und auch humorvll.

Ein Zitat gegen Ende lautet:

Die Leute nannten es eine Störung, aber es fühlte sich nicht so an. Für sie war es einfach nur die Art wie sie war.
Kissing Lessons, Seite 371

Einfühlsame Autorin

Die Geschichte wird nicht nur aus Stellas Perspektive erzählt, sondern auch aus Sicht von Michael.

Die Autorin erzählt sehr einfühlsam beide Perspektiven, die sehr unterschiedlich sind, vor allem in ihrer Denkweise Sie Autistin, er neurotyisch. Nach und nach erfahren wir, dass er auch nicht der lässige, selbstbewusste Typ ist, den wir am Anfang begegnen.

Während sie nervös und unsicher ist, ist er einfühlsam und liebevoll. Aus beiden Perspektiven erfahren wir, was Stella braucht, um sich zu entspannen und wohl zu fühlen. Sie finden es gemeinsam heraus und das ist sehr schön zu lesen.

Das Buch ist ein wunderbares Beispiel gegen das Vorurteil, Autist*innen hätten keine Gefühle. Das ist nämlich falsch!

Ein Buch über Sex

Es ist ein Buch über Sex. Ein Buch über Autismus. Ein Buch über Sexarbeit. Es ist ein außergewöhnlicher Liebesroman.

Sex ist so viel mehr als der Akt und genau darum geht es in der Geschichte. Kuscheln, Küssen, Streicheln und gemeinsam herausfinden, was wir selbst mögen und was wir tun können, damit es beiden Freude bereitet.

Und es geht um Gefühle. Die eigenen Gefühle und die der anderen. Diese zu verstehen, ist nicht nur für Autist*innen herausfordernd. Schließlich sagen Menschen oft nicht genau das, was sie denken. Viele Autist*innen tun das und diese direkte Art schätze ich sehr an ihnen.  Es sei denn sie maskieren und bemühen sich genau das zu sagen, was andere wohl von ihnen hören möchten.

Fazit

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und empfehle es weiter, wenn dich die zahlreichen expliziten Szenen nicht stören. Tatsächlich empfehle ich euch einen Liebesroman, er ist gut und gefühlvoll geschrieben. 

Kissing Lessons
Helen Hoang
Rowolth Verlag, Kyss, 2019
Originaltitel: The Kiss Quotient, 2018, Berkley/ Penguin Random House
übersetzt von Anita Nirschl

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