Im Rahmen der Elfen-Bücher Challenge, die selbstverständlich auch Feenbücher beinhaltet, habe ich nach gebrauchten Büchern gestörbert und bin auf die Dilogie von Maggie Stiefvater gestoßen.

Lamento

Alles beginnt mit Deirdres Teilnahme an einem Musikwettbewerb an ihrer Schule. Sie spielt Harfe und wird vor Auftritten von Lampenfieber geplagt, was sich bei ihr in Übelkeit und Erbrechen äußert. Sie hat einen besten Freund, der Dudelsack spielt und fast immer für sie da ist. Vor diesem Auftritt ist es besonders schlimm und plötzlich taucht Luke auf, der ihr bereits im Traum begegnet ist. Luke hält ihr das Haar und begleitet sie sogar mit seiner Flöte auf die Bühne.

Das könnte der wunderbare Anfang einer Liebesgeschichte sein, wenn Luke nicht ein Geheimnis hätte. Auch Deirdre bemerkt bald, dass noch mehr nicht stimmt, also nur die Tatsache, dass ein Junge aus ihren Träumen plötzlich real auftaucht. Sie hat besondere Fähigkeiten. Auch das könnte wundervoll sein, wenn da nicht die Feenkönigin wäre, unter deren Bann Luke steht. Deirdre muss feststellen, dass Feen keine süßen fliegenden Wesen sind, sondern verdammt gefährlich.

Ich dachte, sie wären kleine frendliche Wesen, die Blumen mögen.
(Lamento, Seite 102)

Die Feen

Sie mögen Blumen. Sie mögen alle hübschen Dinge.
(Lamento, Maggie Stiefvater)

Diese Beschreibung von Luke klingt doch noch sympathisch, wenn er nicht noch ergänzen würde, dass Feen Deirdre quälen wollen, mit ihr spielen, sie verwirren und entführen.

Was gegen sie hilft ist Eisen, das können Schmuckstücke sein oder man hält sich in Großstädten auf, wo viel Eisen verbaut ist und daher vor ihnen sicher ist.

Namen haben auch in dieser Geschichte Macht. So lernt Deirdre das Wort „Feen“ zu vermeiden. Stattdessen werden Feen „Die Guten Nachbarn“ oder „Das schöne Volk“ genannt.

Deirdres Großmutter weiß noch mehr über die Feen zu sagen:

Sie haben keine Seele. Sie haben keine Freunde. Sie lieben nicht. Sie spielen nur. Sie sind große, grausame Kinder, die funkelnde neue Spielzeuge haben wollen.
(Lamento, Maggie Stiefvater)

Es gibt verschiedene Feenvölker und in einem findet Deirdre Unterstützung, bei den Daine Sidhe. Sie verehren die Götttin Danu und lieben Musik.

Sie sind Musik. Musik ruft sie herbei. Dafür leben sie.
(Lamento, Maggie Stiefvater)

Schreibstil

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Deirdre erzählt, was gut zu der Geschichte passt. Wir sind eng bei ihr und ihrer Gefühlswelt. Es liest sich leicht und flüssig und die Spannung baut sich langsam auf, bis zum bedrohlichen Show Down.. Das Ende ist dann relativ kurz gehalten, keine endlosen Nachszenen, es bleibt genügend der Phantasie überlasssen, wie es weiter gehen könnte.

Wie viel der zweite Band verrät, weiß ich noch nicht, der Fokus liegt auf jeden Fall nicht mehr auf Deirdre, sondern ihrem besten Freund

Fazit

Das Buch hätte mein Neujahrsbuch werden können. Es war in Ordnung für mich, es nicht an einem Stück zu lesen, obwohl ich es gerne gelesen habe. Nachdem es beendet war, wollte ich mir direkt den zweiten Band bereit legen, bis ich entdeckte, dass es sich um keine direkte Fortsetzung handelt. So konnte ich erstmal entspannt in einem anderen begonnenen Buch weiterlesen.

Lamento  ~ Im Bann der Feenkönigin
Maggie Stiefvater
Aus dem Amerikanischen von Katharina Volk
PAN, 2012
Originalausgabe 2008
ISBN 9783426284714

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