Indien – Zwischen Tradition und Moderne

Ein Elefant für Inspector Chopra – Vaseem Khan

Inspector Chopra

Ein Mann, eine fiktive Romanfigur, ein starker Charakter.

Vaseem Khan personifiziert für mich in Inspector Chopra das Bild eines Landes mit großen Traditionen. Chpra ist ein kleiner Polizeichef in Mumbai. Er ist etwas ganz besonderes, nämlich ehrlich und nicht korrupt. Seine Frau Poppy liebt er von Herzen, die Ehe wurde auf seinen Wunsch hin zwischen den Vätern arrangiert. Traditionen sind ihm wichtig, während ihm der Reiz der Moderne Sorgen bereitet. Er ist heimlich anglophil und liebt Sherlock Holmes.

Chopra wusste, das er Indien durch eine nostalgische Rosarote Brille sah. Schlie0lich hatten die anscheinend unausrottbare Korruption, das Kastenwesen und die Armut historische Wurzeln. Und doch konnte er sich des Gefühls nicht erwehren, dass seine unrealistische Vorstellung von Indien das wahre Indien war. Das Indien, das er liebte und das wegen des Mantras vom Fortschritt immer schneller verschwand.

Die Unsichtbaren

Die Geschichte beginnt mit einem Ende, dem Ende von Chopras Dienst bei der Polizei und dem Ende des Lebens eines jungen Mannes. Am letzten Arbeitstag des Inspectors wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Chopra bemüht sich Ermittlungen in Gang zu bringen, stößt aber auf Widerstände …

Es ist schon seltsam, dachte Chopra. In einer Zwanzig-Millionen-Stadt, wo es beinahe unmöglich war, auch nur einen Moment allein zu sein, brachten seine Mitbürger es immer wieder fertig, absolut gar nichts zu sehen.

Die Mutter des jungen Mannes weiß genau, wo das Problem liegt:

Mein Sohn ist tot, und die rühren keinen Finger!“, schrie sie. „Die sind nur hier, um den reichen Herrschaften zu dienen! Damit lasse ich sei nicht durchkommen.

Chopra nimmt die Ermittlungen auf und zeigt uns sein Mumbai, sein Indien. Er zeigt uns, wie die Unsichtbaren leben, dass sie Menschen sind und es eine ganz eigene Welt in den Slums gibt, eine mit einer eigenen Wirtschaft, eine Welt voller Kreativität, die nicht nur kriminell ist.

An seiner Seite steht seine Ehefrau Poppy. Sie ist eine ungewöhnliche Frau, eine Frau, die für ihre Überzeugungen einsteht. Sie ist es gewesen, die ihn nach seinem Herzinfarkt gebeten hat in den Ruhestand zu gehen. Daher darf sie von seinen Ermittlungen nichts wissen. Allerdings quält sie eine große Sorge, denn sie kann keine Kinder bekommen. Auch wenn Chopra ihr versichert hat, dass er dies akzeptiert, fürchtet sie er würde sie eines Tages genau deswegen verlassen.

Eine Frau, die von ihrem Ehemann verlassen wurde, galt in Indien nichts. Sie wurde unsichtbar, ein Gespenst, mit dem niemand Umgang haben wollte.

Der Elefant

Von seinem Onkel hat Chopra eine merkwürdige Aufgabe erhalten, er soll sich um ein Elefantenbaby kümmern.

Dies ist kein gewöhnlicher Elefant. Denk daran, was real und was maya ist, eine Illusion, das ist nur eine Frage der Perspektive.

Der kleine Ganesha zieht in den Hof der Wohnsiedlung ein, sehr zum Ärger von Mrs Rupa Subramanium, der „Präsidentin des Verwaltungsgremiums der kleinen Kolonie“, die es liebt Paragraphen der Hausordnung zu zitieren. Doch Poppy Chopra ist die einzige Person, die es wagt dieser Frau die Stirn zu bieten und es auch tatsächlich vermag.

Zu Beginn macht der Elefant Chopra noch große Sorgen, denn er frisst nicht. Der arme Chopra ist auch völlig überfordert, hat er doch gar keine Ahnung von der Pflege eines Elefantenbabys. Sein Ruhestand ermöglicht ihm allerdings viel Zeit für Recherchen und so werden die beiden nach und nach zu ganz besonderen Freunden und der Elefant zu einem wichtigen Gefährten des Inspektors im Ruhestand.

Fazit

Begonnen habe ich mit dem Roman, als es mir nicht so gut ging und ich mich nur schwer auf andere Geschichten konzentrieren konnte. Bei dieser bin ich geblieben und gleich tief in das Abenteuer eingetaucht.

„Ein Elefant für Inspector Chopra“ ist ein spannender Krimi, eine wunderbare Reise nach Mumbai, Indien. Eine Geschichte, die Lust macht, mehr über die Kultur und das Land zu erfahren.

Eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Krimi-Fans!

Weitere Meinungen

Rezension von Uwe Taechl

Rezension von Sabrina (Lesefreude)

Buchvorstellung im WDR 


Das E-Book wurde mir von Verlag über Netgalley zur Verfügung gestellt.

Ein Elefant für Inspector Chopra
Vaseem Khan
Ullstein Buchverlage
Aus dem Englischen übersetzt von Peter Friedrich
336 Seiten
ISBN-13 9783548288468
Erschienen: 10.02.2017

kleiner Komet (Stephanie)

Ich liebe Geschichten - fiktive wie Geschichten aus dem echten Leben. Als kleiner Komet tauche ich ein in verschiedene Welten und erzähle euch von meinen Abenteuern.

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