Ich schreibe Geschichten, seit ich es kann. So platt, so wahr. Doch warum?

Dieser Frage habe ich im Rahmen meiner Blogparade „Ich schreibe (ein Buch) weil …“ selbst nachgespürt.

Warum schreibe ich und warum veröffentliche ich meine Bücher jetzt auch?

Warum gehe ich ein finanzielles Risiko ein und nehme mehrere Tausend Euro in die Hand, um ein qualitativ hochwertiges Produkt auf einen riesigen Markt zu bringen, ohne sicher zu sein, dieses Geld wieder rein zu bekommen, geschweige denn daran zu verdienen?

Phantasievolles Erleben

Meine beste Freundin aus Grundschulzeiten und ich hatten ein Spiel. Wir schlüpften in selbst gewählte Rollen, wurden zu Anja und Anita. Der Heimtrainer ihrer Eltern war unser Pferd. Wir gingen in dieser Phantasie auf, erfanden über Wochen hinweg eine Geschichte, die wir weiter spielten und erlebten. Wir haben es geliebt.

Anita bekam irgendwann Reitunterricht und ein echtes Pferd, Anja eine Cousine namens Anja und sammelte Pferdebücher.

Das reichte mir. In Geschichten konnte ich meine Phantasie ausleben, lesend, spielend oder auch alleine in meinen Gedanken. Ich versuchte diese Geschichten damals auch aufzuschreiben, meine ersten Versuche.

Eines Tages, da lag das Spiel längst hinter mir, fuhr ich mit meiner Freundin mit dem Rad zum Pferd. Sie versorgte es und schlug dann vor, ich solle mich mal drauf setzen, während sie es longierte. Statt mich zu freuen, war ich entsetzt. Schließlich saß ich auf der Wiese und sah zu. Später begleitete ich meine Tochter zum Reitunterricht und erkannte, meine Phantasie hat mir gereicht. Ich bin kein Pferdemädchen, das tatsächlich auf einem echten Pferd reiten möchte.

Das erste Mal ENDE

Mit 24 gelang es mir zum ersten Mal einen Kinderroman zu beenden. Innerhalb von zwei Wochen schrieb ich das Manuskript. Damals wollte ich Autorin werden, schrieb vor allem Kurzgeschichten und arbeitete mit anderen gemeinsam an meinem Schreibstil. Zu dieser Zeit beobachtete ich, welche Ausschreibungen es gab und als mir die zum Astrid-Lindgren-Preis begegnete, blieb mir nicht mehr viel Zeit.

„Versuch es“, sagte eine innere Stimme mir und ich schrieb, überarbeitete und sendete das Manuskript ein. Niemand bekam den Preis, keine Geschichte sei preiswürdig …

Für mich war es aber vor allem die Erkenntnis: Ich kann ein Buch zu Ende schreiben. Danach wurde es leichter.

Ich schreibe ein Buch, weil ich Geshichten zu erzählen habe

Dieses erste Manuskript hieß „Katinkas Traumland“ und hatte eine Botschaft. Ich wollte eine Geschichte schreiben für Kinder, damit sie besser schlafen können. Darin verarbeitete ich auch meine eigene kindliche Albtraumthematik, indem ich eine Welt schuf, in der Albträume keinen Platz hatten, denn es gab ja das Traumland …

Neben dieser Ausgangsidee packte ich zahlreiche weitere Themen mit rein, Mobbing und Tod sind zwei der größeren. Alles weiß ich selbst nicht mehr. Ich las es mit etwas Abstand zur Einreichung noch mal und erkannte, dass es zu viel für ein Kinderbuch ist.

Manuskripte halte meine Komplexität aus

Manchmal ist es anstrengend mir zuzuhören, weil ich von einem Thema ins nächste und in fünf weitere gerate. Papier ist geduldig, meine Festplatte oder auch „Papyrus Autor“ ebenfalls. Ich kann schreiben so viel und komplex ich mag. Das Manuskript hält das aus.

Wie viel verkraften die Lesenden?

Matteos Zeitreisen waren ähnlich komplex wie Katinkas Traumland. Nach einem ersten Gespräch mit meiner Lektorin, ging ich noch einmal ans Manuskript und entfernte Handlungsstränge, um niemanden zu überfordern, diese sind in Teil 2 neu aufgearbeitet worden …

Nach dem Schreiben folgt die Überarbeitung

Der Rohentwurf meines Manuskriptes entsteht intuitiv, entlang einer groben Idee und mit der bereits erwähnten Komplexität.

Der Überarbeitungsprozess ist daher für mich die eigentliche Arbeit. Ernüchternd, nachdem es lange eine Herausforderung war überhaupt ein Manuskript zu beenden.

Für beides findet sich ein Weg, ein ganz persönlicher und das ist auch eine Entwicklungs-Reise. Inzwischen habe ich auch Freude am Überarbeiten, am Schleifen meiner Rohdiamanten, die ich selbst geschaffen habe.

Ich schreibe ein Buch, weil

  • ich es liebe
  • ich es kann
  • ich mich schreibend ausprobiere
  • ich schreibend neue Erfahrungen mache
  • ich mich dabei weiter entwickle als Mensch und Autorin
  • ich etwas zu erzählen habe
  • Gefühle sich zu Worten formen
  • es meine Art zu kommunizieren ist
  • ich anderen ermöglichen möchte, neue Erfahrungen mit meinen Geschichten zu machen
  • ich mir wünsche, dass meine Geschichten Inspirieren
  • ich es liebe!
  • und ich nicht anders kann als zu schreiben

Wenn ich über einen längeren Zeitraum nicht schreibe, geht es mir nicht gut. Ich brauche es tatsächlich.

 

Warum ich diese Blogparade angesetzt habe und sie zunächst bis Ostern und dann zum 22. April 2026 lief …

Als ich im Januar zur Blogparade aufrief, befand ich mich auf der Zielgeraden zur Veröffentlichung meines ersten Buches: Matteos Zeitreisen, welches ich bereits vor der Pandemie geschrieben habe.

Ich war felsenfest davon überzeugt, dass Buch ist bis Ostern da. Daher erschien es mir passend die Blogparade über diese Wochen bis zum Release laufen zu lassen …

Qualität braucht seine Zeit. Als ich das Buch in Druck gab, bekam ich ein Datum und setzte daraufhin den 22.04.2026 als Datum für die Veröffentlichung fest. Bis dahin würde ich es auf jeden Fall haben.

Die Druckerei erfreute mich, schneller zu sein und wie ursprünglich gedacht, hatte ich Ostern ein Buch. Die Lieferung kam an Gründonnerstag.

Leider war ich vor Ostern krank geworden und so blieb einiges liegen, unter anderem auch mein Blogbeitrag. Während andere Menschen fleißig schrieben, fiel der Beitrag bei mir hinten über. Daher verlängerte ich auf das Datum des 22. April. Tatsächlich ist das heute und ich komme auch erst heute dazu, diesen Beitrag zu beenden.

Die ersten Menschen haben das Buch bereits erhalten, die erste Lesung fand am 18. April statt und gleichzeitig ist heute auch ein Release-Datum, der Tag an dem mein Buch zum ersten Mal in einem Laden steht, im Fachl in Bonn.

Es fühlt sich gut an Autorin zu sein

In den letzten Tagen gab es viele wunderbare Freu-Momente, die mir bestätigen, dass es die richtige Entscheidung war. Auch wenn es bei den Büchern bleibt, die ich bis jetzt verkauft habe, war es das wert. Ich bin Autorin und es fühlt sich einfach großartig an. Es ist ein absolut reales Erleben, eines, das ich mir in meiner Phantasie lange ausgemalt habe.

Als Jugendliche habe ich immer gesagt, ich werde Autorin, aber ich bleibe anonym. Ich wollte nicht berühmt werden als Stephanie. Meine Bücher dürfen es, aber ich als Person nicht. Da brauchte es noch einiges an Entwicklung, bis ich so weit war, mit meinen Büchern raus zu gehen, im Selbstverlag, in voller Verantwortung und sichtbar als die Person, hinter der Geschichte. Dazu bin ich bereit, zwanzig Jahre nachdem ich das erste Mal Ende unter ein Manuskript gesetzt habe.

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