Zur Social Bar Bonn fuhr ich mit einer Krone auf dem Kopf, nutzte auch in der Vorstellungsrunde den Hashtag #IchHabeEineKroneAufDemKopf.

Niemand machte sich offen über mich lustig, auch draußen nicht, schließlich ist Karneval im Rheinland. Als ich eine Nachbarin traf, fragte sie, ob ich zum Karneval ginge. Auf meine Antwort, ich ginge zu einem Vortrag, sagte sie nur „Ach so“ und wollte mehr erfahren, worüber ich rede.

Im Folgenden liest du die Verschriftlichung meines Vortrages, eine kleine Bildergeschichte, ohne dass ich alle Folien teile. Auch für dich gilt, das mit der Krone löse ich am Ende auf.

Genau heute wird dieses Blog übrigens 8 Jahre alt, ein guter Tag für diese  Herzensgeschichte und vielleicht auch eine kometenhafte Krone …

Bild: Sascha Förster

Für meinen Vortrag im November hatte ich die Idee, es würde sich auf dem Weg dorthin sicher noch eine gute Einstiegsgeschichte ergeben.

Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte.
Ich sollte über Emotionen sprechen und durfte auf dem Hinweg reale Angst erleben.

Nach dem überqueren dieser Brücke erwartete mich in allen Richtungen Wald, während eines Sturms …

Der Weg wurde schmaler und rutschiger. Ich trug meine guten Schuhe mit glatter Sohle. Das alles war keine gute Idee.

Wenn ich nicht aufpasse falle ich hin und kann den Vortrag vergessen …

Ich kam an, erleichtert und mit dem Gefühl, jetzt kann nichts mehr schief gehen, ging ich entspannt in den Vortrag mit einer guten Geschichte, die ich erzählen konnte.

Später wurde ich gefragt, welche Geschichte ich erzählt hätte, wenn ich das nicht erlebt hätte – eine andere.

Wie konnte ich da so zuversichtlich sein?

Wäre die Anreise ereignislos verlaufen, gab es noch die Eröffnung oder erste Gesprächen vor Ort. Reichlich Anknüpfungspunkte, die ich teilweise ebenfalls genutzt habe. [Ähnlich habe ich in diesem Vortrag auch Bezug auf meine beiden Vorredner*innen genommen.]

Geschichten liegen auf der Straße, wir müssen sie nur wahrnehmen und erzählen.

  • Schau hin!
  • Hör zu!
  • Erinnere dich!

Gute Geschichten kommen von Herzen und schaffen eine Verbindung!

Bild: Sascha Förster

Hast du eine Botschaft, die deine Geschichte vermitteln möchte? Gibt es einen Moment der Veränderung?
Erzähl diese mit allen Sinne und emotional.

Dann löst du ein Feuerwerk im Gehirn deiner Zuhörenden oder Lesenden aus. Je mehr Neurone im Gehirn aktiviert werden, desto besser wird deine Geschichte verarbeitet.

Das StoryUp Your Artefact Prinzip

In unseren StoryUp Workshops, die ich mit Astrid und Mélina anbiete, betrachten wir gemeinsam Kunstwerke oder Ausstellungsstücke. Es gibt ein wertvolles Basisprinzip und doch ist jeder Workshop einzigartig.

Wir betrachten gemeinsam ein Objekt und stellen drei Fragen:

  1. Was siehst du?
  2. Was fühlst du?
  3. Was denkst du? (bezogen auf einen konkreten Kontext)

Unternehmensgeschichten sind Moment-Geschichten. Drehe das Prinzip und und beginne mit einer Frage, die deine Geschichte beantworten soll.

Dann suche einen Moment heraus, der diese beantwortet.

  • Was nimmst du wahr?
  • Was fühlst du?

Finde den Moment der Veränderung und erzähle um diesen herum deine Geschichte.

Beispiel Kometenreise

In meinem anderen Blog erzähle ich Geschichten als Kometenreise. Hier begegnest du vier fiktiven Personen, die dir erzählen, wie es aussehen könnte, wenn du zu mir in eine psychologische Beratung kommst.

Nutze für dich Persona und erzähle ihre Geschichte.

Story Strukturen

Du kannst dich auch mit Techniken des Storytelling befassen.

Da wäre der Klassiker, die 3 Akt Struktur, die auf Aristoteles zurück geht.

Orientiere dich an den 7 Basic Plots nach Christopher Brooker und erzähle deine Geschichte nach einem dieser Muster.

Nutze die Heldenreise nach Joseph Campbell oder einer anderen Variante. Ich mag die Variante von Blake Snyder, die er in seinem Buch „Rette die Katze“ für Drehbuchautor*innen vorstellt. 

Mach es dir einfach

Fokussiere dich auf das Wesentliche.

Schau dir deine Lieblingsgeschichten an, egal ob es Filme, Bücher oder die Geschichten sind, die dir deine Oma als Kind erzählt hat.

Was hat dich an diesen Geschichten begeistert? Was ist ihre Essenz?

Dann erzähle deine eigene Version davon.

Mach es bitte nicht, wie in dieser Herr-der-Ringe-in-einem-Satz-Variante.

Frodo ging nach Mordor und warf den Ring ins Feuer.

Das ist einfach ein schlechter Spoiler.

Die Essenz von Herr der Ringe ist komplex und vielseitig. Du könntest mehrere verkürzte Versionen erzählen, ohne drei Filme daraus zu machen.

Für mich ist übrigens Sam die zentrale Figur, wenn es um den Ring geht.

Ein wichtiger Hinweis zur Sprache

Nutze die Sprache deines Unternehmens und deiner Zielgruppe.

Spiele mit Metaphern und Symbolen, die zu deiner Geschichte, sowie dir und/oder der Organisation und deiner Zielgruppe passen.

Cliffhanger

Wenn du einen nutzt, dann halte unbedingt das Versprechen ein, welches du gegeben hast.

Hiermit löse ich die Sache mit der Krone auf.

Ute, die Moderatorin und Veranstalterin der Social Bar Bonn, hat mich einst geadelt als Twitter-Königin – sie korrigierte mich, es sei sogar Kaiserin gewesen.

Ich war mal die, die auf Veranstaltungen ihre Mitschriften fleißig auf Twitter teilte und bereits 2020 habe ich auf der Social Bar einen Vortrag zum Thema Event Twittern gehalten.

Was aus Twitter wurde, wisst ihr, was geblieben ist, ist meine Welt der Geschichten, die inzwischen ein Universum der Geschichten ist.

Jetzt bist du dran – Erzähle deine Geschichte

Und jetzt lade ich euch ein, eure eigene Geschichten zu erzählen. Finde deine eigene Stimme und erzähl vor allem von Herzen.

Das ist in meinen Augen wichtiger, als jede Storytelling-Regel.

Besser geht immer, am allerbesten ist eine Geschichte von Herzen erzählt.

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Am liebsten schreibe ich intuitiv, meiner Kreativität folgend. Gleichzeitig liebe ich Schreibtechniken und Formate, um meiner Kreativität eine Struktur zu geben. Zeit mal zu schauen, welche Formate ich bereits nutze.