Ein Blick auf den Schreibtisch von Gabi Büttner

Heute sind wir zu Gast bei Gabi Büttner, die auch ein Teil des Autorenduos Jaden Qinn (in dem Fall Quinn) ist. Herzlichen Dank, dass wir einen Blick auf Deinen Schreibtisch werfen dürfen.

Gabi Büttner
(c) Gabi Büttner

Steckbrief von Gabi Büttner / (Jaden) Quinn

  • Selfpublisherin
    Gabi Büttner: Wir hatten einen Verlag. Es war ein Reinfall und wir wurden um unsere Tantiemen betrogen. Seitdem hat sich das Thema Verlag für mich erledigt. Ich bin und bleibe Selfpublisher.
  • Genre: Dystopie und Krimi und unter dem Pseudonym Jaden Quinn Thriller
  • Vier veröffentlichte Romane, dazu drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Unter dem Pseudonym Jaden Quinn zwei Romane und eine Kurzgeschichte. Zwei weitere Veröffentlichungen sind in 2020 geplant.
  • Debütroman: Die Macht der Clans Band 1
    Debütroman des Autorenduos Jaden Quinn: Blake McLain
  • Arbeitet für einen kleinen Kinderbuchverlag, wo sie Buchausstellungen in Kindergärten vereinbart und betreut

Was benötigst du zum Schreiben?

Gabi Büttner: Mein Schreibtisch steht in meinem Wohnzimmer, direkt neben dem großen Fenster. Obwohl ich einen Laptop zum Schreiben benutze, brauche ich meinen festen Arbeitsplatz am Schreibtisch. Der quillt zumeist über vor lauter Notizzetteln. Ich notiere fast alles. Blogger, mit denen ich zusammenarbeite, geplante Aktionen, Plotplanung, Ideen …

Allerdings schreibe ich dort nur im Winter. Im Sommer bin ich auf unserem Platz am Arnumer See, sitze dort unter dem Pavillon am Gartentisch, oder im Wohnwagen auf der großen Liegefläche und schreibe dort. 😊

Zum schreiben benötige ich zwingend Musik. Am besten so laut, dass ich meine Gedanken nicht mehr höre. Einfach Finger auf die Tastatur und los geht es. Je härter die Musik dabei ist, umso besser.😊

Beim Überarbeiten und Lektorieren muss die Musik allerdings leise sein. Am besten eine Playlist, die ich in und auswendig kenne, sodass ich sie gar nicht bewusst wahrnehme. Aber Musik muss immer sein. Und Kaffee! Der darf aber sowieso nie fehlen. Ohne bin ich nicht funktionstüchtig 😀

Schreibtisch von Gabi Büttner (c) Gabi Büttner
Schreibtisch von Gabi Büttner (c) Gabi Büttner

Wie sieht deine Schreibroutine aus?

Gabi Büttner: Am liebsten schreibe ich nachts. Ich mag die Atmosphäre, das Gefühl der Ungestörtheit, das Wissen kein Anruf, kein klingeln an der Tür reißt mich aus einer Szene. Da ich aber einen Brotjob habe, bei dem ich relativ früh anfangen muss habe ich meine Schreibzeit auf den frühen Morgen verlegt. Zumindest an den Wochenenden. In der Woche schreibe ich am frühen Abend.

Ich habe dabei einen recht geregelten Tagesablauf.

Nach Feierabend erledige ich den Einkauf oder Hausarbeiten, dann eine Stunde Facebook (falls Beiträge zu schreiben sind oder Aktionen laufen werden es auch mal zwei Stunden) danach Abendessen. Wenn ich einen Lektoratsauftrag habe, folgen dann zwei Stunden Arbeit am Lektorat, danach ist Schreib- oder Überarbeitungszeit. Ich schreibe regelmäßig, mindestens 500 Wörter am Tag.  Manchmal dauert das 20 Minuten, manchmal eine Stunde, je nachdem, wie es fließt. Aber so ist gewährleistet, dass ich vorankomme, egal wie hektisch das Realife gerade ist. Natürlich gibt es auch Tage, da fließt es richtig aus mir raus. An denen sitze ich auch mal bis zu vier Stunden am neuen Manuskript. Meist ist das am Wochenende der Fall.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wenn ich mit jemanden zusammen schreibe, kommt es durchaus vor, dass wir bis zu 16 Stunden täglich schreiben. Okay, da hatten wir beide frei und es hatte etwas von einem Schreibrausch, aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Der Muskelkater am nächsten Tag und die Nackenverspannung waren allerdings nicht ganz so spaßig ^^

Überhaupt liebe ich es, zu zweit zu schreiben, immer im Chat und nicht kapitelweise, wie es oft getan wird. Die Dynamik ist anders, die Dialoge lebendiger, die Reaktionen authentischer. Natürlich funktioniert das nur, wenn man mit der anderen Autorin / dem anderen Autor harmoniert.

Bei Jaden (meiner Mitautorin der McLain-Reihe von Jaden Quinn) und mir ist das absolut der Fall. Was die eine denkt, schreibt die andere. Oft im selben Moment *- *

Bei Silvia Nagels und mir (Wir haben zusammen den Krimi Mondscheingift geschrieben, der unter unseren beiden Klarnamen veröffentlicht wurde) klappte das aber auch sehr gut.

Zum Abschluss des Tages lese ich eine Stunde oder schaue eine Folge einer Serie. Einen Tag in der Woche, meist am Montag, nehme ich mir schreibfrei und versuche mich mit Freunden zu treffen.

Mondscheingift ~ Gabi Büttner & Silvia Nagels (c) Gabi Büttner
Mondscheingift ~ Gabi Büttner & Silvia Nagels (c) Gabi Büttner

Arbeitest du streng an einem einzigen Projekt oder gleich an mehreren?

Gabi Büttner: Eigentlich arbeite ich immer an irgendeinem Projekt. Zumindest was das Schreiben betrifft. Ich gehöre leider nicht zu den Autoren, die synchron schreiben können. Ein Manuskript muss immer erst abgeschlossen sein, bevor ich mich auf etwas Neues einlassen kann. Überarbeiten hingegen ist etwas anderes. Aktuell sitze ich am Feinschliff vom dritten Band der McLain-Reihe, der im Mai 2020 unter Jaden Quinn erscheint. Zudem plotte an einem Thriller, der ebenfalls im Frühjahr 2020 unter meinem Klarnamen veröffentlicht werden soll. Dann coache ich eine Autorin inklusive Lektorat, lektoriere ein weiteres Manuskript und plane das Marketing für 2020 vor.

Neue Ideen werden notiert und kommen in den – überquellenden – Ideenordner 😀

Woher nimmst du deine Inspiration?

Gabi Büttner: Inspiration ist überall um mich herum. Das kann eine Person sein, eine bestimmte Körperhaltung, eine Geste, Satz, selbst ein Wort.  Und schon entspinnt sich eine Geschichte. Obwohl nein, eigentlich erscheinen immer zuerst die Protagonisten in meinem Gedanken.  Ich frage dann, wer sie sind, was sie wollen. Was sie antreibt, was ihre Ziele sind, was sie daran hindert sie zu erreichen. Und dann erzählen sie mir ihre Geschichte. 😊

Plottest du oder schreibst du drauf los?

Gabi Büttner: Ich bin eher ein Spontanschreiber. Dieses Ding mit dem detaillierten plotten habe ich versucht, bin aber gnadenlos gescheitert. Ebenso mit diesen 3.5.7 sonst was Methoden. Ich kenne meine Charaktere, gute wie schlechte, in und auswendig. Weiß wo ihre Grenzen liegen, treibe sie allzu gerne darüber hinweg. Ich weiß, wo sie am Beginn einer Geschichte stehen, und wo sie am Ende stehen sollen. Das war es auch schon. Alles andere passiert beim Schreiben.

Genauso ist es auch beim Schreiben zu zweit. Nur dass wir dabei vor Beginn eins neuen Kapitels absprechen was darin passieren soll. Wie es passiert, entscheidet sich während des Schreibens.

Die Macht der Clans ~ Gabi Büttner (c) Gabi Büttner
Die Macht der Clans ~ Gabi Büttner (c) Gabi Büttner

Welchen Tipp würdest du gerne angehenden AutorInnen geben?

Gabi Büttner: Ich tue mich ja immer etwas schwer anderen Autoren Tipps zu geben, denn jeder arbeitet anders. Allerdings ist das Schreiben ein Handwerk, dessen Regeln ein Autor zumindest kennen sollte. Sich am Anfang darüber zu informieren halte ich für wichtig. Welche Perspektive soll gewählt werden, was bedeutet Show, don´t Tell und wie setzte ich das um? Dasselbe mit Kill your Babies, Regeln der wörtlichen Rede, wie kennzeichne ich Gedanken im Text. Warum sollte ich auf Füllwörter verzichten. All das ist nur ein kleiner Teil des Handwerks.

Ebenso wichtig ist die Vernetzung. Knüpft schon vor der ersten Veröffentlichung Kontakte zu anderen Autoren, zu Bloggern, zu Testlesern. Nicht nur für das Marketing auch für allgemeinen Austausch ist diese Vernetzung Gold wert.

Auch Feedback ist wichtig. Aber dossiert. Als ich angefangen habe zu schreiben, habe ich regelmäßig einzelne Kapitel zur Besprechung in einem Autorenforum gepostet. Das Ergebnis? 10 Kommentare mit 11 verschiedenen Meinungen. Ich war dadurch derart verunsichert, dass ich darüber nachdachte, mit dem Schreiben aufzuhören. Bis ich Regel Nummer eins lernte: Du kannst es nicht allen recht machen. Das geht einfach nicht. Also bleib deinem Stil treu, sei aber offen für Neues und bleib bereit immerfort dazu zu lernen.

Auch war ich am Anfang meines Autorenlebens der Meinung ich bräuchte kein Lektorat. Wozu? Ich weiß ja, was ich geschrieben habe und so ein Lektorat kostet eine Menge Geld. Nun, die Meinung hat sich grundlegend geändert, als ich bei einem Kapitel nicht vorankam. Irgendetwas störte mich daran, ich konnte aber den Finger nicht drauflegen. Also habe ich bei Facebook in einer Autorengruppe gefragt, wer einmal einen Blick aus dieses Kapitel werfen könnte. Es haben sich mehrere gemeldet, mit dem oben erwähnten Ergebnis. Es war allerdings auch ein Mann dabei, der es mit einem einzigen Satz schaffte, mir aufzuzeigen, wo mein Fehler lag. Oliver Jung Kostik   ist seitdem mein Lektor. Ich habe unglaublich viel durch diese Lektorate gelernt und weiß heute, dass ich selbst einfach nicht genug Abstand zu meinen eigenen Texten habe um sie selbst zu lektorieren.

Dasselbe Problem hatte ich mit dem Cover meines Erstlings. Ein professionelles Cover kostet Geld, aber verdammt, ich wollte doch nichts investieren, ich wollte Geld verdienen. Hach, ich war so herrlich naiv. Das erste Cover war selbst erstellt und viel gnadenlos durch. Ebenso das zweite. Erstals ich begriffen hatte, dass ich investieren muss, wenn ich professionell schreiben möchte, hat sich das geändert.  Sind wir doch mal ehrlich; ich biete ein Produkt an, für das andere zahlen sollen. Dann ist es meine Pflicht, dieses Produkt qualitativ so hochwertig wie möglich anzubieten. Dazu gehören nun einmal ein professionelles Cover und ein Lektorat. Und nein, es genügt nicht gut in Deutsch zu sein und sich ein bisschen mit Bildbearbeitung auszukennen 😊

McLain-Reihe ~ Jaden Quinn (c) Gabi Büttner
McLain-Reihe ~ Jaden Quinn (c) Gabi Büttner

Erzähl uns was zu eurer McLain-Reihe.

Gabi Büttner: Am 01.09.2019 haben wir (Jaden Quinn) die Neuauflage von Band 1 der McLain-Reihe ›Blake Mclain – Flucht‹ als Selfpublisher veröffentlicht. Darin geht es um die Brüder Blake und Sam Mclain, die als Kinder in einem Labor gefangen gehalten wurden. Nach sieben Jahren gelingt den beiden die Flucht womit nicht nur das Buch beginnt, sondern auch eine jahrzehntelange Verfolgungsjagd quer durch die USA. Dabei liegt der Fokus auf Blake und die Entwicklung der Brüder, aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz.

Band 2 ›Sam McLain – Verrat‹ wurde am 01.11.2019 veröffentlicht. Wie der Titel bereits verrät steht in dem Buch Sam McLain im Mittelpunkt, der versucht ein neues Leben zu beginnen. Dafür hat er sich von allem losgesagt, selbst von seinem Bruder Blake. Doch Sams Vergangenheit lässt sich nicht einfach abschütteln. Im Versuch, das Richtige zu tun, bleibt Sam nur eine Wahl: der Verrat an seinem Bruder …

Zwischendurch gab es am 01.12.2019 noch eine kurze Weihnachtsgeschichte mit Blake und Sam 😊

Die nächsten Veröffentlichungen sind für Mai 2020 vorgesehen. Dann erscheint unter Jaden Quinn der erste Band der Harper-Reihe, die mit in die Welt von Sam und Blake McLain gehört. In ›Jack Harper – Schmerz‹ wird es um den Antagonisten der McLain Reihe gehen.

Und was erwartet es uns als nächstes von Gabi Büttner?

Gabi Büttner: Ich plane ebenfalls im ersten Halbjahr 2020 die Veröffentlichung eines Thrillers mit dem Arbeitstitel Thanatos. Er handelt von Snuff-Videos, einem traumatisierten Cop, einer reichen Erbin und einen Jungen mit Borderline-Syndrom. Wer meine Bücher kennt, wird wissen, dass sie nichts für Zartbesaitete sind 😊

Gabi Büttner, bisher erschienene Titel (c) Gabi Büttner
Gabi Büttner, bisher erschienene Titel (c) Gabi Büttner

Herzlichen Dank für das ausführliche Interview.

Hier findet ihr Gabi Büttner online:

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Alle Interviews der Reihe “Ein Blick auf den Schreibtisch”

kleiner Komet (Stephanie)

kleiner Komet (Stephanie)

Ich liebe Geschichten - fiktive wie Geschichten aus dem echten Leben. Als kleiner Komet tauche ich ein in verschiedene Welten und erzähle euch von meinen Abenteuern.

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