Du hast eine Idee, einen Impuls und deine Intuition sagt: das könnte eine gute Idee sein.

Was hält dich davon ab, es zu tun?

Ich lade dich ein auf eine Gedankenreise zum Thema „einfach mal machen“ und erzähle dir, wie es mir damit so geht. Was ich keineswegs sagen möchte, mach doch einfach mal und ignoriere, wenn es dir schwer fällt! Ich bin auch oft genug genervt davon, wenn andere mir sagen, ich solle einfach mal machen, könnte ja gut werden.

Im Hintergrund verblasst das Banner Bild des Blogs. Links Text: Einfach mal machen - Warum eigentlich nicht? 
daneben ein Bild von mir hand an der Stirn in einem Smartphone Display

Einfach machen

Ein super Motto und bei vielen funktioniert das auch. Den Spruch habe ich in allen möglichen Lebenskontexten gehört. Menschen einfach mal ansprechen, einfach ein Unternehmen gründen, ein Hobby ausprobieren, ein Projekt starten, einkaufen, …

Es gibt also nicht per se einen Lebensbereich in den dieser Spruch gehört. Kaum welche in denen es gar nicht gesagt wird. Ich klammere den Bereich Gesundheit mal aus, da empfinde ich es als sehr unpassend.

Gibt es Einfach-Macher-Typen?

Das habe ich mal gedacht und ziehe es in Zweifel.

Manche Menschen wirken so auf mich, als würde es ihnen leicht fallen, Dinge einfach mal zu machen.

Bei anderen sehe ich weniger „einfach machen“ Momente. Tun sie es also nicht?

Bloß weil ich es nicht sehe, heißt das gar nichts.

Wann machen wir einfach?

Meine Idee ist, dass wir uns auch hier unterscheiden, unter welchen Vorraussetzungen es uns leicht fällt einfach zu machen.

Das mag an der Art der Sache liegen, an unseren Erfahrungen, Wissen.

Manche Dinge machen wir einfach, weil sie uns vertraut sind oder viel Spaß machen. Andere Dinge machen wir einfach, weil wir keine Ahnung haben und es eben einfach ausprobieren.

Die Risikoabschätzung könnte ein weiterer Faktor sein.

Ein Unternehmen zu gründen ist doch schon sehr riskant und trotzdem gibt es Menschen, die es unter „einfach mal machen“ proklamieren. Ich habe keine Ahnung, wie viel da wirklich dran ist und inwieweit Risiko hier eine Rolle spielt. Ein bisschen gehöre ich allerdings auch dazu, mich einfach mal selbstständig gemacht zu haben, denn einen gut durchdachten Plan hatte ich nicht …

Diese Überlegungen kommen mir gerade intuitiv und ich vermute, da sind noch zahlreiche weitere Faktoren, die mit rein spielen, ins einfach machen. Also ein eher überlegender als wissenschaftlicher Beitrag, daher erscheint er auch hier.

Wie geht es mir mit dem einfach machen?

Ambivalent.

Es hat gedauert, bis ich mit einem eigenen Blog gestartet bin. Beiträge wie diesen hier, schreibe ich einach mal.

Im Ideen generieren bin ich großartig, im Umsetzen dauert es oft ewig. Darüber denke ich in letzter Zeit immer mal wieder nach.

Heute morgen beim Frühstück (Fortbildungswoche) hatte ich ein interessantes Gespräch über Geschwindigkeiten und meine Kollegin brachte es schön auf den Punkt. Im Reden bin ich sehr schnell, aber in anderen Dingen kompliziert. Sie hatte da eine wirklich schöne Differenzierung, aber ich komme nicht mehr drauf …

Worauf ich damit hinaus will, wenn wir eine Eigenschaft haben, wie beispielsweise schnell zu sein, gilt diese nicht in allen Kontexten. Im Gehen bin ich beispielsweise sehr langsam und das ist kein Widerspruch, sondern ein interessantes Phänomen. „Du bist schnell“ kann man mir nicht so einfach zuschreiben.

Wann ist einfach machen für dich sinnvoll?

Die Idee des „einfach machen“ ist für mich, etwas mit Leichtigkeit zu machen, ohne komplexe Denk- und Entscheidungsprozesse. Sich von Ängsten frei machen und das Risiko minimieren. Sofern das eben möglich ist.

Ich find wichtig, Menschen nicht dazu zu drängen, oder etwas zu ignorieren, was uns wichtig ist. Leichtigkeit ist für mich ein Empfinden, kein Fuschen oder den vermeintlich einfachen Weg zu nehmen, im Sinne einer Abkürzung.

Warum eigentlich nicht?

Diese Frage könnte hilfreich sein, um Dinge einfach mal zu machen.

Was spricht denn dagegen?

Welche Risiken bestehen?

Welche Hindernisse gibt es?

Möglicherweise sind einige der Hindernisse auch sinnvoll. Neulich schrieb ich darüber, wie du deine Hindernisse findest oder wie du mit ihnen um-gehen könntest.

Mit Freude zu mehr Leichtigkeit im Experimentieren

Im Moment bin ich in großer Experimentierlaune. Ich setze etwas um, was ich vor Jahren schon ausprobieren wollte, immer mal wieder …

Videos drehen, kurze Reels für Instagram. Einfach in die Kamera sprechen. Habe es ein paar mal probiert und kam mir immer blöd dabei vor. Kannst du gerne hier mal gucken, zumindest bis ich sie doch lösche .. 

Ins Einfach mal machen bin ich gekommen, als ich

  • die Komplexität reduziert habe (es müsste ein tolles Design oder einen guten Plot geben)
  • meine Freude an der Aufgabe gefunden habe – ich erzähle gerne
  • mir weniger Gedanken um mögliche negative Wirkungen gemacht habe – ich bin nicht attraktiv genug für Videos
  • Ermutigen bekommen habe, dass genau jetzt ein guter Zeitpunkt dafür ist, es auf diese Weise zu machen – es braucht authentischen Content als Gegengewicht zur KI

Du vermisst vielleicht den Klassiker des Perfektionismus, das war zum Glück nie mein Anspruch. Anspruch an guten Content, der die Zeit der Menschen wert ist, habe ich schon, aber wer definiert, was das ist?

Dieser Beitrag entstand in der 65. Blognacht. Es ist ein Jubiläumsbeitrag zu 5. Jahre Blognacht und 10 Jahre kleiner Komet Blog. Hier geht es zum ersten Beitrag, der um 22:42 online ging am 6. Februar 2016

Der heutige Impuls lautete „Warum eigentlich nicht?“

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