Seit ich mich mit dem Thema biografischem Schreiben befasse, lese ich verschiedene Biografien.

Es gibt zahlreiche Formate und sehr unterschiedliche Motive hinter dem Schreiben. Geschichten, die Schreibende sich selbst erzählen oder Geschichten, die für die Lesenden geschrieben werden.

Manche Texte schaffen auch beides.

Eine Biografie als Roman liest sich als Lesende wunderbar. Auch als Schreibende kann dies ein wertvolles Format sein, die eigene Geschichte aufzuarbeiten.

Catherine Bell hat einen wunderbaren Roman über Jane Austen geschrieben, sie ehrt eine Autorin mit genau dem, was sie geliebt hat, einem Roman.

Auf einem schwarzen Teppich liegen das Buch "Jane Austen und die Kunst der Worte" und eine Postkarte "Drink Tea and be happy"

Wie wahr kann ein Roman sein?

Wie wahr eine Biografie?

Wahrheit ist immer Konstruktion.

Die Handlung der Geschichte, die Catherine Bell erzählt, basiert vor allem auf Briefen, die Jane Austen an ihre Schwester geschrieben hat. Diese sind nicht vollständig erhalten, wurden sogar scheinbar bewusst vernichtet.

Ein Roman verleitet wahrscheinlich stärker dazu als eine Biografie, in der alles permanent mit Quellen belegt wird, etwas dazu zu dichten.

Auch die mit Quellen belegte Biografie zeigt mir nur Ausschnitte aus dem Leben einer Person.

Eine berührenede Lebensgeschichte

Jane Austens Geschichte liest sich wie ihre Romane. Eine junge Frau, die nach einem eigenständigen Leben strebt, in einer Zeit, in der es die zentrale Aufgabe einer Frau ist, sich einen guten Ehemann zu suchen.

Auch Jane verliebt sich … Sie schreibt über Liebe und kennt das Gefühl.

Ihre Geschichte verläuft anders, als die ihrer Figuren.

Der Weg einer Autorin

Auch wenn Jane Austen, über 250 Jahre nach ihrer Geburt, noch gelesen und geliebt wird, war ihr Weg zur Autorin keineswegs glorreich oder gar einfach.

Sie konnte ihr erstes Manuskript einem Verleger verkaufen, doch veröffentlicht wurde es nicht. Das reichte ihr nicht und sie fragte nach …

Auch Zweifel am eigenen Schreiben plagten sie. Einerseits hatte sie einen intensiven Drang zu schreiben und manchmal konnte sie es auch nicht, wusste nicht, wie es weiter gehen sollte.

Cathrine Bell schreibt all dies so anschaulich und authentisch. Es kann auch anders gewesen sein, denn niemand außer Jane Austen selbst könnte uns sagen, wie sie sich gefühlt hat. Ihrer Schwester hat sie einiges, sicherlich nicht alles anvertraut.

Es bleibt eine Geschichte über eine faszinierende Frau, eine Geschichte die auch heute noch berührt und Mut macht.

Denn auch 250 Jahre später sind ihre Romane bedeutsam.

Catherine Bell
Jane Austen und die Kunst der Worte
atb, aufbau taschenbuch, 2021
ISBN: 9783746637686

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