Ich hätte es wissen müssen, in dem Moment, als ich dieses wohlig warme Feierabendgefühl hatte …

Der Tag war super gelaufen, ich hatte meine geplanten Aufgaben abgeschlossen, gute Termine gehabt, alles war einfach rund. „Ich habe Feierabend“, sagte ich zu meinem Mann, der ja frei gehabt hatte …

Diesen Satz sage ich eigentlich nie und fühle ihn auch ganz selten.

Heute schon. Abendessen machen und entspannt lesen, war der Plan. Dann kam alles anders ….

Bild von der Bonner Nordbrücke </p>
<p>TExt: Ein Problem kommt selten alleine<br />
Wie ich am Brücken-Tag einfach nur lesen wollte ....

Schon während des Kochens schrieb meine Tochter eine Nachricht, klang nach Krise. Ich rief an, hörte zu, mehr brauchte es heute nicht.

In der Pestosauce vergass ich den Parmesan, fiel mir erst auf, als ich mir welchen über die Nudeln rieb … Macht nichts, schmeckte trotzdem.

So weit, so entspannt.

Dann wollte ich in meinen Leseabend starten. Eine Seite lesen, dann fiel mir etwas ein, was ich noch kurz per Nachricht schrieb, nur ne kleine Info. Das wiederum setzte Gedanken in Gang.

Bonn hat ja bekanntlich drei Brücken und aktuell halt eben nur noch zwei, da wir in der Nähe der gesperrten Brücke wohnen, herrscht um uns rum anscheinend jetzt das Chaos. Dabei war jetzt erstmal Brücken- und Feiertag. Tja, es gab einen Plan demnächst zu einer Familienfeier zu fahren – vier Personen befinden sich an verschiedenen Orten und müssen zu einem gemeinsamen Ziel – rechtzeitig. Problem: Zwei davon befinden sich auf der „falschen“ Rheinseite, eine kommt dort mit einem Zug an, das definiert das Zeitfenster – Zugankunft – Beginn der Feier …

Mit Brücke wäre das alles kein Thema, ohne … Man kann sehr viel Zeit mit einem solchen Problem vollbringen.

Ich wollte doch eigentlich lesen. Es ist LeseSommer und am Telefon sagte ich der Tochter noch, ich lese heute das erste Buch aus …

Pustekuchen.

Ich schrieb noch mit einem Freund, weil ich auf der Suche nach jemandem war, der mit mir den Triathlon gucken geht. Erfuhr, dass es ihm gerade gar nicht gut geht …

Dann schaue ich in die Mails – da ist eine ganz liebe, eigentlich ist das alles eine großartige Sache, aber AHHHHHHH. Ich brauche Fotos, pressetaugliche, von mir?!

Tief durchatmen.

Ein Problem kommt selten alleine – man gönnt sich ja sonst nichts.

Und da waren noch zwei, drei weitere Kleinigkeiten, die hab ich euch einfach mal unterschlagen, ist ja auch ein bisschen peinlich uns so …

Jedenfalls, während ich so von einem Problem ins nächste tappte, verging die Zeit zwischen Abendessen und Blognacht.

Ich wollte doch nur lesen, sagte ich und ging an den Schreibtsich.

„Man gönnt sich ja sonst nichts“, lautete der Impuls.

Das passt doch heute.

Und die Moral von der Geschichte?

Keine Ahnung, mir geht es jetzt besser und weißt du was, ich gehe jetzt mein Buch lesen 😉

Gute Nacht und bis zur nächsten Blognacht oder so ähnlich. Humor tut so gut. Was für ein toller Tag.

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