Der rote Ordner, Vorsorge

verschiedene Papiere und ein Stammbuch

Wenn ein Mensch stirbt, kommt auf die Verbliebenen eine ganze Menge Papierkram zu. Das kann sehr mühsam sein, aber man kann dieses auch vorsorglich erleichtern.

Meine Tochter hat nach dem Tod meines Mannes diese Erleichterung ganz geschickt eingefordert, indem sie mir einen roten Ordner geschenkt hat. Ich sollte dort alles sammeln, was sie im Falle des Falles brauchen würde.

Sie weiß also, dass es ihn gibt. Falls ihr auch einen Ordner anlegen möchtet, wäre es gut die betreffende Bezugsperson hierüber zu informieren.

Ein wenig Ordnung hatte ich schon, nachdem meine Schwiegereltern verstorben waren und ich daher wusste worauf es im Todesfall an kommt.

Ja, dieser Ordner war von mir dann auch gut organisiert, doch dann kam mein Umzug und ich gestehe so ganz stimmig ist er jetzt nicht mehr.

Was soll hinein

Kurz zusammen gefasst: alles was an Papieren im Todesfall gebraucht wird.
Alle Verträge und Kundennummern, alle Bankkonten, Kontakte, Wünsche für Bestattung und Trauerfeier, Informationen zu Online-Identitäten und dem Umgang damit …

Alles was noch geregelt werden muss, wenn ihr nicht mehr seid.

Wie sieht mein Ordner aus

  • Als Oberstes kommt bei mir die Patientenverfügung, die ich schon seit Jahren habe, seit damals, als ich sie für und mit meinen Eltern verfasst habe
  • Dann kommt das Familienstammbuch, ergänzt mit den Sterbeurkunden von meinem Mann und den Schwiegereltern, die leider vom Format her nicht mehr ins Stammbuch passen.
  • Mein Testament
  • Die Rentenunterlagen
  • Die Steuernummer
  • Als nächstes die Vereinbarung über meine Grabstätte mit dem Einzahlungsbeleg
  • Die Unterlagen über die Grabstätte der Schwiegereltern
  • Dann kommen meine Banken mit Kontonummern; die Passwörter für diese hat meine Tochter (ohne die Kontonummern) bereits erhalten
    Allerdings muss auch diese Liste wohl mal wieder erneuert werden.
  • Nun kommt eine Auflistung von Verträgen, die einfach über den Bestatter zu kündigen sind. Hier ist dann jeweils ein entsprechendes Vertragsblatt beigefügt.
  • Danach Verträge, die von ihr selber bearbeiten werden müssen, weil hier keine Kündigung sondern eine Umschreibung von Nöten ist. Dies betrifft z.B. Verträge bei Immobilieneigentum.

Was ich dringend aktualisieren muss, sind die Kontaktdaten von den Personen, die im Fall meines Todes informiert werden sollen und meine Wünsche in Bezug auf meine Online-Identitäten.

Der richtige Zeitpunkt ist Jetzt

Keiner weiss, wann es uns trifft. Der Tod kann jeder Zeit plötzlich und unerwartet kommen und gerade dann wird es schwierig. Oft hat man dann keine Ahnung, wie der Verstorbene bestattet werden möchte, weil man in jungen Jahren nicht darüber spricht. Gerade beim plötzlichen Tod ist man so überfordert, dass dieser Ordner sehr wertvoll sein kann. Auch, wenn man nicht gerne über den Tod nachdenkt, ist es so wertvoll, wenn Dinge im Vorfeld geregelt sind.

Hier möchte ich vor allem das Testament erwähnen. Man denkt zwar gerne, dass das nur etwas für die Reichen ist, aber man sollte sich bewusst sein, dass der Ehepartner nicht automatisch Alleinerbe wird. Ohne Testament erben z.B. die Kinder automatisch mit. Dies kann durchaus problematisch werden, wenn diese noch nicht volljährig sind.

Ein Ordner, der auch so im Alltag hilft

Bei meinem Umzug im Mai kam mir dieser sehr zu Gute, da hier alle wichtigen Verträge gebündelt waren und ich so einen schnellen Überblick hatte, wo ich meine Anschrift ändern musste.
Immer, wenn ich wichtige Unterlagen brauche, habe ich diese nun ordentlich in einem Ordner. Für mich, die da ansonsten nicht sehr strukturiert ist, war dieses schon häufiger hilfreich.

Allerdings muss man ihn auch aktuell halten. Bei jedem neuen Vertrag, den man abschließt, gehört ein Vermerk, das Original oder eine Kopie hinein.
Man sollte sich regelmäßig Zeit nehmen, diesen einmal durchzublättern und zu überprüfen.

Doch selbst, wenn er nicht ganz perfekt ist, Hilfe bietet er im Fall der Fälle bestimmt.

Einen weiteren Beitrag zum Thema Vorsorge findet ihr unter dem Titel Wahl des Bestatters.

Musik für die Trauerfeier

Heute ist der 11.11. Lange habe ich überlegt, welches Thema heute passt. Ich liebe Karnevalsmusik und werde sie sicher auch heute hören. Nehmen wir also Musik. Musik ist für mich so wichtig. Sie kann trösten, aufbauen, motivieren, beim Entspannen helfen, aber in der Trauer auch beim Zulassen der Tränen.
Musik ist so vielfältig und es findet sich für jede Stimmung ein passendes Stück.

Hier geht es aber nun um die Musik bei der Trauerfeier und das darf bei einem echten Jecken durchaus auch mal ein Karnevalslied sein. So war meine Tochter auf der Beerdigung eines ehemaligen Karnevalsprinzen gewesen, auf der „Einmal Prinz zu sein“ gespielt wurde. Nach erster Irritation, hat sie es als sehr passend empfunden.

Der Abschied

Ein schöner Abschied ist meiner Meinung nach so wichtig. Zum einen, weil man damit den Verstorbenen noch einmal auf eine ganz besondere Art und Weise ehrt und zum anderen für alle Trauernden, um diesen Kraft und Trost zu geben.

Ja, es gibt sie, die schönen Beerdigungen, die schönen Trauerfeiern, die, die zu Herzen gehen, die berühren und die in liebevoller Erinnerung bleiben.

Wir hatten für meinen Mann eine sehr schöne berührende Feier. Das lag natürlich auch an dieser ganz besonderen Atmosphäre im Mausoleum von Carstanjen, aber natürlich neben den Texten vor allem auch an der Musik, die ich mit ganz viel Liebe ausgesucht habe.

Die Musik

Da habe ich schon sehr trostlose Erfahrungen gemacht und Beerdigungen erlebt, wo Kirchenlieder gesungen werden sollten, doch kaum einer mitsang.

Früher hat sich die Auswahl ja eher auf Kirchenlieder beschränkt. Heute ist man zum Glück in der Auswahl freier und es ist fast alles möglich. Oft hatte der Verstorbene ein Lieblingslied, das man bei diesem Anlass hören möchte oder es gibt ein Lied, das für die besondere Verbindung zum Verstorbenen steht. Es gibt Musik, die die Verzweiflung wieder spiegelt, Musik, die Mut macht, es gibt einfach so unendliche Möglichkeiten.

Wichtig finde ich schon die Musik, die zur Einstimmung läuft während nach und nach alle Gäste eintrudeln.
Diese kann einstimmen und zur Ruhe kommen lassen.

Ich selber habe mir immer zum Abschluss meiner hoffentlich noch weit in der Ferne liegenden Feier einen Trompeter gewünscht. Bei den Trauerfeiern, die ich im Altenheim gehalten habe, war es meist das von einem Männerchor gesungene Ave Maria, das ich zum Abschluss gespielt habe. Ich finde es auch sehr berührend, wenn dieses Lied bei Beerdigungen live vor gesungen wird.

Die Vorlieben sind sehr verschieden und es ist wichtig nach dem eigenen Geschmack bzw. dem Geschmack des Verstorbenen zu planen. Mein Mann war kein religiöser Mensch, also wäre das Ave Maria unpassend gewesen.

Wenn man im Internet recheriert, findet man als Anhaltspunkt so einige Listen mit Musik zu Trauerfeiern, sogar in Top-Listen eingeteilt. Auch ich habe recheriert und dabei gezielt auf die Texte geachtet. Damit waren viele Lieder für mich nicht mehr passend. Aber ich habe mir so eine Playlist zusammen gestellt von Liedern, die ich in der Trauerzeit gerne gehört habe, in einer Zeit als ich fröhliche Musik nicht hören konnte.

Meine Liedauswahl für die Trauerfeier

Ja, die Auswahl und Mischung gefällt mir immer noch und es sind auch Lieder, die ich zwischendurch immer mal wieder höre. Lieder, die wunderbar in das Gesamtkonzept passten.
Ich habe mich auch bewusst für deutschsprachige Lieder entschieden, weil es mir wichtig war, dass jeder die Texte auch verinnerlichen konnte.

Lied 1: Niemals geht man so ganz, gesungen von Trude Herr

Dieses Lied haben wir mit Klaus kurz vor seinem Tod gehört. Damit musste es einfach dabei sein und deshalb habe ich dieses auch an den Anfang gestellt. Vom Inhalt her finde ich den Gedanken, dass irgendwas bleibt, einfach passend. Ich bin sicher, dass Klaus immer noch irgendwie seine schützende Hand über mich hält.

Lied 2: Von guten Mächten wunderbar geborgen

Ein Kirchenlied wollte ich auf jeden Fall auch dabei haben, da ich mich doch entschieden hatte, die Trauerfeier von einer Pfarrerin durchführen zu lassen – als Trost- und Kraftquelle für uns. Der Text dieses Liedes hat soviel Tröstliches und auch die Melodie geht zu Herzen, ich mag es einfach sehr.

Lied 3: Hallelujah, Trauerversion, gesungen von Sängerin Lila

Lila ist unter anderem auch Trauersängerin und hat eine so schöne Stimme. Es gibt von ihr zwei Trauer-CDs, die ich nur empfehlen kann. Ihr Hallelujah (findet ihr auf YouTube) ist einfach wunderbar und der Text ist so passend für eine Trauerfeier. Es tröstet mit der Gewissheit, dass uns der Tod nicht trennen kann und wir uns irgendwann wieder sehen. Absolut ein Gänsehautlied.

Lied 4: So wie du warst, gesungen von Unheilig

Ich mag die Stimme von Unheilig und ich mag seine Texte. Einfach ein wunderbares Lied, auch wenn es vom Text her für mich eigentlich mehr zum Sterben als zur Trauerfeier gehört. Dieses Lied steht aktuell auf einer der Listen für Trauerfeiern auf Top 1 der deutschen Trauerlieder.

Lied 5: Was bleibt, gesungen von LaFee

Ein wunderbares Lied sowohl was Text als auch Melodie angeht. Es geht so zu Herzen und spricht mir so aus der Seele. Ich höre es gerade während ich den Artikel schreibe. Dieses `Du fehlst mir so`, geht es Passender?
Nochmal ganz viel Gänsehaut.

Lied 6: Euch zum Geleit, gesungen von Schandmaul

Das Lied haben wir unter das Motto gestellt: Was Klaus uns vielleicht noch gesagt hätte. Und ja, das Lied passt zu Klaus. Den Song fand ich einfach wunderbar passend als Abschlusslied. Gerade habe ich Tränen in den Augen beim nochmaligen Lesen des Textes.

Weitere Lieder, die ich sehr berührend finde

Gerne hätte ich noch das Lied „Die letzte Rose“ auch gesungen von Lila genommen, aber da hat meine Tochter ein Veto eingelegt. Ein Lied, das ich aber ganz oft im ersten Trauerjahr gehört habe.

Bei der Trauerfeier von meinem Schwiegervater hatte ich das Lied „Drüben“ von Rolf Zuckowski dabei. Ein Lied, das tröstet, in dem es erzählt, dass jetzt ausgelitten ist, dass der Verstorbene jetzt seinen Frieden hat. Besonders nach langer Krankheit sicher ein sehr sehr gutes Lied.

Leider darf ich euch die Songtexte aus Urheberrechtsgründen nicht veröffentlichen, aber sie finden sich alle genauso wie die gesungenen Lieder in den Weiten des Netzes.

Musik in der Trauerzeit

Ich hatte schon verschiedene CDs mit Trauermusik, habe mir aber auch noch zwei neu gekauft. Nicht alle Stücke haben mir so wirklich zugesagt, aber einige Lieder haben mir sehr geholfen meine Trauer, meine Tränen zuzulassen. Manche haben mir auch Kraft gegeben.

In der Musik habe ich mich verstanden gefühlt und gerade in den Liedern der Trauerfeier, die ich noch sehr oft gehört habe und auch jetzt immer nochmal höre, war und ist Klaus mir immer besonders nah.

Musik, auch wenn sie traurig ist, ist Balsam für die Seele und tut einfach gut.

Gema und Trauerfeiern

Über dieses Thema habe ich erst beim Schreiben dieses Artikels nachgedacht. Bei der Planung der Trauerfeier hat man anderes im Kopf, daher möchte ich euch doch ganz kurz hierauf aufmerksam machen.

Da eine Trauerfeier in der Regel eine öffentliche Veranstaltung ist, sind hier nach meiner Recherche zunächst einmal Gema-Gebühren für die dort gespielten Musikstücke fällig. Die Kirche und viele Bestatter haben wohl einen Pauschalvertrag mit der Gema, der meist die Kirchenmusik und klassische Stücke beinhaltet. Die heute oft gewählten Popsongs sind hier eher nicht enthalten und somit Gemapflichtig. Ob nun der Bestatter hier den schwarzen Peter hat, kann ich nicht sagen. Wir hatten in dem Fall „Corona-Glück“. Unsere Trauerfeier war durch die Beschränkungen nicht öffentlich, hat nur im allerengsten Familienkreis statt gefunden.

Ein weiterer Beitrag zum Thema Bestattung: Wahl des Bestatters

Buchvorschlag Nummer 5

Buch mit Rose

Bei einem Trauerseminar in Maria Laach hat eine Teilnehmerin einfach so zwischendurch eine Passage aus diesem Buch vorgelesen. Dieser Text hatte mich sehr angesprochen. Auch Titel und Untertitel haben mich eingeladen, so dass ich mir das Buch gleich nachdem ich wieder Zuhause war, gekauft und gelesen habe.

Der Tod eines geliebten Menschen verändert alles.
Die Welt rückt unfassbar weit weg, sie ist nicht mehr wie zuvor.

Am 7. September 2010 wurde Maya Stomp mit 41 Jahren plötzlich Witwe. Seit diesem Tag lernt sie, was Trauern heißt, was hilft, aber auch was eben nicht hilft, den Verlust eines geliebten Menschen ins eigene Leben zu integrieren. Die Autorin erzählt ihre ganz persönliche Geschichte und stellt auch Erfahrungen anderer Witwen vor.

Maya Stomps Mission ist, dass Trauernde lernen, Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln und sich Raum zu lassen für die harte Arbeit, die das Trauern ist. Denn jeder, der einen schweren Verlust erlitten hat und bleischwere und unsichtbare Trauerarbeit leistet, ist für sie ein Held.
Obwohl diese Arbeit so mühsam ist, bekommt keiner von ihnen eine Auszeichnung, eine Belohnung oder Applaus.
Die wahre Trauerarbeit ist für andere unssichtbar und wird durch dieses Buch sichtbar.

Klappentext: Wir Witwen sind ein zähes Volk, Maya Stomp

Zum Buch

Ein handliches Buch mit nur 157 Seiten, in denen aber soviel Wertvolles steckt. Das Buch ist wunderschön gestaltet und es fühlt sich so gut an. Ja, meine Tochter, meine Enkelin und ich, wir haben einen Splean. Wir fühlen Bücher, lieben es, wenn das Papier sich gut anfühlt und das ist hier absolut der Fall. Ein Buch, dass sich gut anfühlt, liest man nochmal so gerne.

Nach der Einleitung folgen 4 Kategorien:

  1. Meinen Verlust annehmen
  2. Meinen Schmerz spüren
  3. Mein Herz heilen
  4. Mein Leben neu gestalten

Dabei gibt es so wunderbare Untertitel wie: ´Der Elefant pustet immer zu früh´ oder ´Vom Blumenkohl zur Barbiepuppe´.

Aufgelockert wird der Text durch Bilder und wunderbare kurze Zitate, die ich euch am liebsten alle hier reinschreiben würde – was ich aber natürlich leider nicht darf. Doch eines gönne ich euch und mir jetzt hier ;-).

Trauer –
was der Kopf schon weiß,
muss das Herz noch lernen.

Wir Witwen sind ein zähes Volk, Maya Stomp, Seite 39

Zum Inhalt

Wer möchte nicht, dass sein Herz geheilt wird? Hier ist sie bei sich und beschreibt, wie sie es geschafft hat.

Der kürzeste (und zugleich beschwerlichste) Weg, den ich zur Heilung meines Herzens zu gehen hatte, sollte mich direkt durch den Schmerz hindurchführen. Restlose Verzweiflung und Erschütterung zulassen, tausende Tränen weinen und unzählige schlaflose Nächte überstehen. Trotz der fehlenden Lebensfreude leben lernen.

Wir Witwen sind ein zähes Volk, Maya Stomp, Seite 79

Ja, genau darum geht es. Wir haben keine Wahl, wir müssen durch den Schmerz durch, ihn aushalten, annehmen in dem Wissen, dass es irgendwann besser wird.

Doch es geht nicht nur um Gefühle in diesem Buch, es gibt auch die praktischen, wirklich hilfreichen Tipps und es gibt auch den Blick in die Zukunft, den Blick auf `Mein neues Ich´ und die Hoffnung, dass wir uns irgendwann ihren Schlusssätzen anschliessen können:

Auf die zurückliegenden Witwenjahre bin ich schließlich auch stolz. Ich bin durch die Hölle gegangen und wieder daraus hervorgekommen.

Wir Witwen sind ein zähes Volk, Maya Stomp, Seite 152

Ja, auch wir schaffen das und werden hoffentlich immer zwischendurch stolz sein, wenn wir merken, dass wir wieder einen Schritt weiter sind.

Gewürzt ist das Buch trotz des an sich ja traurigen Inhalts mit Humor und das tut so gut, wenn sich beim Lesen eines Trauerbuches immer wieder ganz unbewusst ein Lächeln ins Gesicht mogelt.

Mein Fazit

Ja, Trauern ist ein Marathon für die Seele. Einen Marathon läuft man aber meistens nicht alleine. Die anderen Teilnehmenden helfen und motivieren durchzuhalten. Um einen Marathon zu gewinnen, braucht es einen guten Trainingsplan. Dabei hilft dieses Buch.

Eine ganz klare Kaufempfehlung für ein wunderbares Buch. Allerdings braucht es wie alle Trauerbücher den richtigen Zeitpunkt. Den hatte es beim ersten Lesen noch nicht, da hat es mich noch nicht so berührt.

Jetzt habe ich es für euch – zum Glück – noch einmal gelesen und finde es einfach nur wunderbar und ja, ich liebe es. Maya Stomp ist ein Mensch, den ich definitiv gerne persönlich kennen lernen würde.

Danke an Wilma, durch die ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin.


Wir Witwen sind ein zähes Volk
Maya Stomp
Gütersloher Verlagshaus
ISBN 978-3-579-02396-0

Weitere Trauerbücher, die ich euch hier bereits vorgestellt habe:

Buch 1: Trauer hat heilende Kraft von Jörg Zink
Buch 2: Trauernacht und Hoffnungsmorgen von Antje Sabine Naegeli
Buch 3: Alleine weiterleben von Eva Terhorst
Buch 4: Larissas Vermächtnis von Katrin Biber

Umgang mit Trauernden Teil 2

Bibliothek im Kloster Maria Laach

Eine Herausforderung

Viele fühlen sich hilflos im Umgang mit Trauernden und ja, es ist schon eine echte Herausforderung. Dieses Thema begegnet einem zwar auch in fast jedem Trauerratgeber, aber manchmal ist man dadurch noch verwirrter, traut sich gar nichts mehr, weil gefühlt alles falsch zu sein scheint.
Hinzu kommt, dass Trauer sehr individuell ist und bei jedem anders verläuft.

Wenn man auf einen Trauernden trifft, weiß man nie, was einen erwartet. Die Gefühlslage von uns Trauernden ändert sich ständig. Gerade scheinen wir noch gut drauf zu sein, da sehen, hören oder riechen wir etwas und schon übermannen uns die Gefühle.
Außerdem muss man bedenken, dass wir auch nicht immer bereit sind zu zeigen, wie es gerade wirklich in uns aussieht. Wir wollen uns zusammenreissen, tapfer sein oder nur im stillen Kämmerlein den Tränen freien Lauf lassen.

Man muss also schon genau hinspüren, wie es dem Trauernden gerade in dem Moment geht, spüren, was er gerade jetzt braucht. Mit ehrlichem Gefühl, kann man dann auch eigentlich nichts falsch machen.

Geht uns nicht aus dem Weg

Nach dem Tod meines Schwiegervaters habe ich erlebt, dass eine gute Bekannte von ihm die Strassenseite gewechselt hat, als ich ihr zu begegnen drohte. Das hat mich sehr getroffen, auch wenn mir bewusst war, dass das nur aus Hilflosigkeit geschah.

Nach dem Tod meines Mannes hat es mich dann um so mehr gerührt, als ein der Familie verbundener Nachbar, den ich allerdings kaum kannte, extra auf mich gewartet hat, um mir persönlich sein Beileid auszudrücken. Das war so schön, hat so gut getan. Alleine dadurch habe ich mich getröstet gefühlt.

Die erste Begegnung nach dem Verlust des Herzensmenschen

Das ist sicher der Moment, vor dem die meisten Angst haben. Ich meine hier auch nicht die Beerdigung, die es durch ihren besonderen Rahmen vielleicht erst einmal leichter macht. Ich meine die erste Begegnung mit dem Trauernden, bei der man alleine auf ihn trifft. Manchmal zufällig, manchmal auch geplant und dann wenigstens ein wenig innerlich vorbereitet.

Ich hätte mir da sicher in den meisten Fällen eine stille Umarmung gewünscht, aber darf man das noch/wieder in dieser Coronazeit? Ja, ich bin so ein Umarmungsmensch, bei anderen würde es gerade bei einer Begegnung in der Öffentlichkeit vielleicht nicht passen. Nicht passen, weil der Trauernde durch die Umarmung vielleicht die Fassung verlieren könnte.

Ihr kennt ihn und spürt sicher, was gerade angebracht ist. Hört auf euer Bauchgefühl, zeigt euere Verbundenheit, wie auch immer euch das in dem Moment möglich ist.

Was soll man sagen

Seid ehrlich! Besser als viele salbungsvolle Worte sind Sätze wie: „Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll“. Wir wussten das in vergleichbaren Situationen auch nicht, waren genau so hilflos wie ihr.
Es ist gut erst einmal bei sich in der Formulierung zu bleiben, denn wer noch keinen Verlust erfahren hat, kann sich nicht wirklich vorstellen, wie es dem Trauernden geht.

Ich finde Sätze wie die folgenden angemessen:

  • Es tut mir so leid, ich finde keine Worte.
  • Ich war fassungslos, als ich davon gehört habe.
  • Ich bin so traurig.
  • Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es dir gerade gehen muss.

Danach geht es darum zu spüren, ob der Trauernde in diesem Moment gerade über seinen Verlust reden möchte oder eher nicht. Falls ja ist einfühlsames Zuhören und Aushalten des Schmerzes gefragt.

Hier möchte ich gerne noch Maya Stomp zitieren. Dieses wunderbare Buch werde ich euch nächste Woche hier vorstellen.

Eine liebevolle Umarmung
spendet einem
verwundeten Herzen
mehr Trost
als tausend Worte.

Maya Stomp, Wir Witwen sind ein zähes Volk

Schweigt den Verstorbenen nicht tot

Mir ist es mehrmals passiert, dass anderen spontan eine Äußerung zu Klaus heraus gerutscht ist und sie sich dann quasi gedanklich den Mund zu gehalten haben. Sicher wurde dann oft sowas gedacht wie: „Oh, Gott, jetzt habe ich Klaus erwähnt, hoffentlich bricht sie jetzt nicht in Tränen aus.“

Ja, das kann sicher passieren. Falls es so sein sollte, dann weinen wir halt. Viel schlimmer finde ich, wenn es so scheint, als hätte es unsere Herzensmenschen nie gegeben.
Jedes Gespräch über ihn zeigt doch, dass er in unseren Erinnerungen und unseren Herzen weiterleben.

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.

Immanuel Kant / Lucius Annaeus Seneca

Lasst den Trauernden Zeit

Das war für mich das wichtigste Anliegen im Umgang mit Trauernden und dazu habe ich ja schon einen Beitrag veröffentlicht. Hier möchte ich daher nur kurz noch einmal erwähnen, dass man Sätze wie: „Jetzt hast du sicher das Schlimmste überstanden“ vermeiden sollte. Die Trauer ist sicher nicht nach sechs Wochen vorbei, bei einigen auch nach Jahren noch nicht…

Zitieren möchte ich meinen Lieblingssatz aus dem Artikel, der eigentlich die wichtigste Regel im Umgang mit Trauernden enthält:

Wir können vor der Trauer nicht fliehen, müssen uns ihr stellen und es ist dann schön, wenn es da Menschen im Umfeld gibt, die das akzeptieren können, die uns da abholen, wo wir gerade sind und die unser Gefühlschaos aushalten können. Damit helft ihr uns so sehr.

Umgang mit Trauernden Teil 1

So gesehen ist der Umgang mit Trauernden doch ganz einfach.

Wie geht es mir aktuell?

Wildblumen vor einer Hauswand

Heute habe ich Geburtstag, mein zweiter Geburtstag ohne meinen Mann.

Ich habe euch schon einiges hier zum Thema Tod und Trauer erzählt. Heute möchte ich einfach mal erzählen, wie es mir aktuell so geht.

Der Tod von Klaus ist jetzt 16 Monate her und ja, ich bin immer noch in Trauer. Und auch, wenn ich hier im Blog mehr oder weniger Kluges zum Thema Trauer von mir gebe, bin auch ich doch nur eine Betroffene, eine Trauernde, die ihre Erfahrungen mit euch teilt.

Natürlich ist mein Leben weiter gegangen. Ich habe viel erreicht, einen Umzug gestemmt, neue Kontakte gesucht und gefunden, ein neues Ehrenamt, neue Hobbies … Auch meine Trauer hat sich verändert, nimmt weniger Raum ein.

Theorie und Praxis

Inzwischen führe ich also zeitweise ein ziemlich normales Leben, nur dass ich jetzt ungeplant Single bin und kurzfristige Tränenflashs jetzt zu meinem Leben dazu gehören.

Doch dann kommt sie auch immer wieder mal massiv, die Trauerwelle, die alles so sinnlos erscheinen lässt, die einem jede Kraft raubt und so eine hatte mich Anfang Oktober voll erwischt. Ich habe nur noch gedacht: „Lass es vorbei sein, ich will sie nicht mehr diese Trauer, will endlich wieder ein normales Leben.“

Ja, auch ich bin nur ein Mensch, bin manchmal wütend und ungeduldig.

Doch man sollte seine eigenen Tipps beherzigen und ja, ich denke an den Rat: Lasst Trauernden Zeit, aber es ist schwer sich selbst Zeit zu lassen.

Und ja, ich weiß auch, dass es das Leben leichter macht, wenn man die Trauer als Freund betrachtet, aber immer gelingt mir das nicht. Es ist halt ein Freund, der ungewollt in mein Leben gekommen ist.

Immer wenn man denkt es geht nicht mehr…

Ich habe viel gelesen zum Thema Trauer, zwei Trauerseminare besucht und ja, in der Theorie ist mir vieles klar. Manchmal braucht es dann trotzdem auch einfach nochmal einen neuen Anstoss von aussen.

Bei mir war das beim letzten Trauercafe, als von der Leiterin der Satz kam, der in etwa so lautete:

„Zu dem, der die Trauer aussperrt, kann die Freude nicht kommen.“

Wow, welch ein Satz. Sie erklärt ihn damit, dass man Gefühle nicht halb aussperren kann. Entweder man lässt Gefühle zu oder nicht und das betrifft dann alle Gefühle, betrifft Schmerz und Freude.

Und ja, ich habe in der letzten Zeit die Trauer eher ausgesperrt, mich dadurch aber irgendwie tot gefühlt und mich gewundert wieso ich mich nicht mehr richtig freuen kann.

Die Trauer gibt mir also die Lebendigkeit zurück? Schon krass, aber der Gedanke überzeugt mich. Also werde ich sie wieder mehr zulassen.

Dann kommt auch noch Post von der Trauerbegleiterin, bei der ich im August ein Seminar besucht habe. Sie schickt mir etwas, in dem es um das Schreiben in der Trauer und um Rituale geht. Passt gerade auch für mich genau.

Einmal tief durchgeseufzt, die Trauerarbeit ist noch nicht beendet, also weiter.

Positives im Leben suchen

Gleichzeitig versuche ich den Blickwinkel auf Vieles zu verändern, Vieles positiver zu sehen und so mache ich auch dieses Jahr wieder mit bei Peter Beer und seiner Jammerfastenchallenge.

Hierbei geht es nicht darum, dass man nicht mal aus berechtigtem Grund jammern darf, sondern darum dieses sinnlose Jammern und Lästern zu lassen, sich nicht von anderen hier anstecken zu lassen.
Man soll sich entscheiden ob man Fliege oder Biene sein will. Die Fliege setzt sich auf jeden Scheißhaufen, wo hingegen die Biene auch die einzelne Blume auf der Wiese voller Haufen findet und sie gezielt anfliegt.

Im letzten Jahr war ich zum ersten Mal dabei und da war das in der akuten Trauerphase natürlich eine echte Herausforderung. Aber sie hat mich trotzdem weiter gebracht und ich kann sie euch nur empfehlen. Letztendlich jammern wir doch (fast) alle zuviel. Wir alle steigen doch häufig mit dem Jammern über das schlechte Wetter in ein Gespräch ein.

Die Sehnsucht bleibt

Ja, die Sehnsucht bleibt. Klaus fehlt mir so sehr, aber die Sehnsucht kann ich – meist – als positives Gefühl annehmen. Die Sehnsucht ist es auch, die mich zu den positiven Erinnerungen führt, diese in Gedanken nach erleben lässt und mir das Gefühl von Dankbarkeit schenkt. Dankbarkeit für das, was wir miteinander erleben durften, Dankbarkeit für das „Uns“, Dankbarkeit für unsere Liebe.
Die Trauer ist der Preis der Liebe, den ich jetzt zahlen muss.

Die Sehnsucht als Zeichen, dass die Liebe bleibt, ist etwas, das mir Halt und Kraft gibt. Für die Sehnsucht bin ich also dankbar.

Trotzdem ist da dieses Loch. Es fehlt natürlich vor allem der Mensch Klaus. Doch es fehlen auch die Nähe und die Zärtlichkeit, es fehlt der Partner, mit dem man sich austauschen und beraten kann. Es fehlt der Handwerker, der Modeberater, der Dekorateur … Es fehlen die Kommentare und das Mitfiebern beim jetzt einsamen Fernsehen und und und.

Wie geht es mir heute an meinem Geburtstag?

Zufällig fiel gestern Abend im Bett mein Blick genau um 23.59 Uhr auf meinen Wecker. Da war dann ganz viel Wehmut. Ich habe dann die Uhr beobachtet und mir um 00.01 alles Gute gewünscht. Danach bin ich aber zügig eingeschlafen.

Heute früh bin ich dann tatsächlich freudig gestimmt und sehr früh aufgewacht. Ich gehe den Tag entspannt an, werde gleich zum Bäcker gehen und dann gemütlich frühstücken.
Dann habe ich zwar noch ein wenig vorzubereiten – meine Familie wird heute Nachmittag so nach und nach eintrudeln – aber auch darauf freue ich mich.

Wahrscheinlich werde ich den Tag nicht ganz ohne Tränen überstehen, aber das ist auch in Ordnung. Aber erstmal geht es mir jetzt gut.

Wahl des Bestatters – Vorsorge

Kaum ist der Angehörige verstorben, muss man schon die erste schwierige Entscheidung treffen:

Die Wahl des Bestatters

In diesem absoluten Ausnahmezustand erscheint das irgendwie unmöglich. Man kann jetzt nichts entscheiden. Da ist Gefühlschaos, da hat der Kopf keinen Raum. Man hat jetzt weder Kraft noch Zeit sich umzuhören. Eventuell erinnert man sich zwar an eine Beerdigung, die einen besonders berührt hat, überlegt den Bestatter zu nehmen, aber wer merkt sich den schon. So wird sicher oft einfach einer genommen, der in der Nähe ist.

Der persönliche Draht

Aber es geht hier nicht um irgendeinen formalen Akt, es geht darum, dass man einem fremden Menschen, das Liebste, das man gerade verloren hat, anvertraut. Es geht darum, dass dieser sorgsam und liebevoll mit dem Verstorbenen umgeht, dass dieser einem nicht einfach nur möglichst viel verkaufen will, sondern auf die persönlichen Wünsche eingeht und einem die größtmögliche Unterstützung in dieser schwierigen Situation gibt.

Ich denke, die meisten Bestatter leisten gute Arbeit und sind einfühlsam, aber ich habe auch schon anderes gehört.
Es ist daher auf jeden Fall hilfreich, wenn man sich schon im Vorfeld informiert! Und mit Vorfeld meine ich nicht, dann, wenn der Partner oder die Angehörige bereits krank ist. Denn während der Krankheit ist da vielleicht noch eher und viel mehr eine gewisse Scheu. Kontakt zum Bestatter aufnehmen, fühlt sich dann vielleicht irgendwie so nach Hoffnung aufgeben an.

Bestattungsvorsorge

Nein, die Bestatter sind nicht erst im Sterbefall für einen da, sondern offen und dankbar für Beratungstermine auch dann, wenn noch kein Sterbefall in Sicht ist. Das Stichwort ist hier „Bestattungsvorsorge“. Man kann sich nicht nur informieren, sondern sogar schon festlegen, was man in hoffentlich ferner Zukunft einmal möchte. Etwas wofür euere Angehörigen sicher dankbar sind. Es ist für diese hilfreich, wenn ihr klare Ansagen macht, wo und wie Ihr bestattet werden wollt.

Was aber auf jeden Fall Fakt ist, die Kosten bei den Bestattern sind sehr unterschiedlich. Es ist sicher gut zu wissen, was da so auf einen zu kommt. Eine Bestattung ist leider teuer. Es gibt Bestatter, die arbeiten mit einem Pauschalsatz, der den Standardsarg und die Grundversorgung beinhaltet. Ansonsten kann sich das schon schnell summieren. Von einer Bekannten habe ich gehört, dass sie sogar die Handschuhe der Sargträger extra bezahlen musste.

Vorgehen im Todesfall

Nachdem der Totenschein vorliegt, darf man sich noch Zeit zum Verabschieden lassen.
Danach geht es zunächst einmal darum, dass der Verstorbene abgeholt wird. Unabhängig davon ob es schon einen vorherigen Kontakt zu einem Bestatter gab, reicht hierzu oft ein Anruf.

Dabei kann der Zeitpunkt noch induviduell abgestimmt werden. Der Verstorbene evtl. noch über Nacht bei einem bleiben. Das persönliche Gespräch kann meist auch erst danach statt finden. Allerdings sind hier die folgenden Informationen schon wichtig: Wo wird der Verstorbene abgeholt? Kann man mit dem Sarg zum Verstorbenen (im Krankenhaus/Altenheim/Hospiz meist problemlos möglich) oder gibt es ein enges Treppenhaus?
Sollte eine Urnenbestattung geplant sein, gibt es hier ein erstes Einsparpotential. „Ich möchte bitte, dass mein Angehöriger mit dem Standardsarg abgeholt wird, da mein Angehöriger verbrannt werden soll“.
Die „Gestellung, Desinfektion und Reinigung des Überführungssarges, sowie die Erneuerung des Sarginnenausschlages“ hat mich 2018 Euro 109,– gekostet, was vermeidbar gewesen wäre, da mein Schwiegervater in einem Seniorenheim verstorben ist.

In einer Privatwohnung ist ein würdevoller Abtransport im Standardsarg allerdings nur selten und wenn überhaupt eher nur im Erdgeschoss möglich.

Wichtig: die Sterbeurkunde und der Personalausweis sollen meist direkt mitgegeben werden, evtl. auch schon die Krankenkassenkarte und das Familienstammbuch. Für die Abmeldung beim Standesamt sind je nach Lebenssituation unterschiedliche Papiere notwendig, über die der Bestatter dann informiert.

Erstgespräch

Das erste Gespräch kann dann sowohl Zuhause als auch beim Bestatter stattfinden. Doch auch dann müssen noch nicht alle Entscheidungen getroffen werden! Die erste wichtige Frage lautet:

Soll der Verstorbene noch aufgebahrt werden, weil es noch Angehörige gibt, die sich verabschieden möchten?

Weitere Fragen:

  • Form der Bestattung: Erd- oder Feuer?
  • Wird der Druck von Karten gewünscht?
  • Zeitungsanzeige?
  • Gibt es bereits eine Grabstätte, bereits eine Entscheidung wo bestattet werden soll?
  • War der Verstorbene Mitglied einer kirchlichen Gemeinschaft? Soll es eine Messe geben oder wird ein freier Trauerredner gewünscht?
  • Welche Formalitäten kann der Bestatter übernehmen? Abmeldung beim Standesamt, Kündigen von Versicherungen, Verträgen … In meinem Pauschalsatz war dieses enthalten, bitte nachfragen wie es ansonsten mit den Kosten aussieht.
  • Auswahl des Sarges/der Urne
  • Blumen, Dekoration, Bild des Verstorbenen

Die Gestaltung der Trauerfeier würde ich bei einem weiteren Termin besprechen und auch der Termin der Bestattung hat noch Zeit!

Zur Unterstützung bekommt man meist vom Bestatter noch eine Checkliste. Diese beinhaltet was alles wie und zu welchen Fristen zu erledigen ist, aber auch hier gilt: vieles hat Zeit. Die meisten – leider nicht alle – Vertragspartner reagieren im Todesfall kulant.

Sonderfall bei meinem Mann

Der gewünschte Bestattungsort ist nicht der frühere Wohnort, nicht der Ort des Versterbens. Bei uns lagen hier ungefähr 100 km dazwischen.

Wir haben uns dann einen Bestatter vor Ort entschieden, den ich bereits kannte und mit einem zweiten am Bestattungsort, den meine Tochter bereits kannte, zusammengearbeitet. Je nach Entfernung kann man aber auch alles in einer Hand lassen. Wegen der zeitnahen Abholung und der Erledigung der Formalitäten beim Standesamt, fanden wir den Bestatter vor Ort auf jeden Fall sinnvoller.

Anmerkung zu den Kosten

Vom Gefühl her, feilscht man natürlich nicht bei den Beerdigungskosten. Allerdings muss man auch nicht alles hinnehmen und darf ruhig mal nachfragen, wenn einem ein Posten zu teuer erscheint.
In der Regel bekommt man nach dem ersten Gespräch ein schriftliches Angebot, das der Bestatter dann unterschrieben zurück haben möchte. Dieses sollte man sich in Ruhe ansehen und kann hier gerne noch Änderungswünsche mitteilen. Ich hatte mir z.B. für die Bestattung meines Schwiegervaters ein großes gerahmtes Bild gewünscht, wie man es bei vielen Beerdigungen sieht. Im Kostenvoranschlag fand ich dann die folgenden Posten (2018):
Rahmung eines Fotos (6 Euro), Gestaltung und Dekoration einer Staffelei während der Trauerfeier, inklusive termingerechter Anlieferung (59 Euro). Und ja, hierbei hat sich alles in mir gesträubt. 65 Euro für das Aufstellen eines Fotos – nein. Ich war wohl die Erste, die dieses dann zurück genommen hat und mein Bestatter hat mir dann sogar angeboten, das ausnahmsweise kostenlos zu machen. Inzwischen hatte ich mich jedoch dagegen entschieden.

Die Dekoration, die sehr schön war und für die ich gerne 119 Euro bezahlt habe, hat ohne das Foto dann auch noch besser gewirkt.

Bestatter leisten mehr

Ganz wichtig, die Arbeit des Bestatters endet nicht mit der Beerdigung. Ein guter Bestatter ist danach auch noch für einen da. So lautete nach dem Tod meines Mannes das Angebot: Sie können uns jeder Zeit anrufen, wenn Sie einfach nur jemanden zum Reden brauchen. Als ich einmal noch telefonisch etwas wissen wollte und die Mitarbeiterin merkte, dass es mir in diesem Moment so überhaupt nicht gut ging, kam sofort das Angebot: „Ich kann gerne kurz bei Ihnen vorbei kommen.“

Auch lange danach gibt es teilweise noch besondere Angebote. Hierzu zählen Trauergespräche, jährliche Trauermessen oder besondere Rituale. Hier gab es bei unserem Bestatter, das jährliche Setzen von Bäumen auf einem Friedhof.