Der Widerspenstigen Zähmung – Klassiker 9 von 50

Im Rahmen meiner Klassiker-Challenge kam es zu einer unerwarteten großartigen Erkenntnis! Doch alles der Reihe nach.

Shakespeare für Eilige ~ Mary & Charles Lamb
Shakespeare für Eilige ~ Mary & Charles Lamb

Shakespeare für Eilige

Im 19. Jahrhundert schrieben die Geschwister Charles und Mary Lamb zu 20 Werken Shakespeares Zusammenfassungen, die sich wie Kurzgeschichten lesen. Diese habe ich unter dem Titel „Shakespeare für Eilige“ in den letzten Wochen gelesen. „Der Widerspenstigen Zähmung“ gefiel mir von den Komödien am wenigsten.

Eine junge Frau, Katharina, gilt als widerspenstig, sodass niemand sie heiraten will. Doch Petruchio ist bereit dazu … Ihm gelingt es schließlich durch merkwürdige Tricks sie zu zähmen …

Der Kurzfassung fehlt die Rahmenhandlung, die übrigens begonnen und nicht beendet wird. Diese bringt die gesamte Handlung auf die Bühne und verleiht allem einen ironischen Unterton. Ein wenig erinnert mich die Szenerie an „Viel Lärm um nichts“. In beiden Werken spielt Shakespeare mit unterschiedlichen Frauenrollen, selbstbewusste Frauen gegenüber braven Frauen, die dem erwünschten Rollenbild seiner Zeit entsprechen.

Auch Bianca kommt in der Kurzfassung viel zu kurz, da die Geschwister Lamb sich auf die Haupthandlungen konzentriert haben. Die anderen 19 Stücke habe ich als gelungener empfunden, nicht alle kannte ich.

Die wunderbare Erkenntnis

„10 Dinge, die ich an dir hasse“ ist einer meiner Lieblingsfilme! Shakespeare spielt eine offensichtliche Rolle in diesem Film. Beispielsweise in Madella, Katarinas bester Freundin, die ein ganz großer Fan von Shakespeare ist … Natürlich auch in dem Sonett am Ende …

Doch was mir bisher nicht klar war, obwohl ich den Film schon sooooo oft gesehen habe: Er basiert auf einem Stück von Shakespeare!!!!

Bei Shakespeare und im Film heißen beide Schwestern Kat(h)arina und Bianca. Die eine taff, die andere brav. Aus dem Vater, der seine jüngere Tochter erst verheiratet will, wenn sich auch ein Ehemann für die widerspenstige Ältere findet, wird ein Vater, der seine Jüngere erst auf ein Date gehen lässt, wenn seine Ältere auch eins hat.

Was macht MANN, der auf die Jüngere steht? Einen Kerl für die Ältere finden …

Es gibt soooo viele Parallelen und nachdem ich den Zusammenhang erkannt hatte, machte mir die Lektüre von „Der Widerspenstigen Zähmung“ unheimlich viel Freude!

Wer diesen Film auch so sehr liebt wie ich, empfehle ich sich auch einmal mit der Fassung von Shakespeare zu befassen. Es lohnt sich.

10 Dinge, die ich an dir hasse
10 Dinge, die ich an dir hasse

Der große Gatsby – Klassiker 8 von 50

Der große Gatsby ~ F. Scott Fitzgerald
Der große Gatsby ~ F. Scott Fitzgerald

Eine Geschichte aus den 1920ern, eine Geschichte, die vor 100 Jahren spielt und doch irgendwie modern anmutet.
Gatsby hat sich eine neue Persönlichkeit geschaffen. Er braucht keine Social Media Kanäle um seine eigene Scheinwelt zu erschaffen.

Wenn die menschliche Persönlichkeit eine ununterbrochene Serie von Erfolgshandlungen ist, hatte er etwas Unwiderstehliches an sich, ein feineres Gespür für die Verheißungen des Lebens, so als wäre er mit einem dieser komplizierten Geräte verbunden, die ein Erdbeben auf zehntausend Meilen Entfernung registrieren.

Der große Gatsby, F. Scott Fitzgerald, Seite 8

Er verkörpert den amerikanischen Traum der berüchtigten goldenen 20er. Viele fragen sich, wer er wirklich ist und es kursieren diverse Gerüchte über ihn.

Das Besondere an den wilden Spekulationen, die er provozierte, war, dass ausgerechnet Leute Flüstergerüchte über ihn austauschten, die sonst kaum etwas zu flüstern hatten.

Der große Gatsby, F. Scott Fitzgerald, Seite 42

Seine Geschichte wird aus Sicht des Nachbarn Nick Carraway erzählt, der selbst auf der Suche nach dem Lebensglück ist und sich als anständigen und ehrlichen Kerl darstellt.

Die Sache mit der Liebe ist kompliziert, denn die Vorstellung von Glück scheint eng verknüpft mit Geld zu sein. Entsprechend ist derjenige in den frau verliebt ist nicht unbedingt ein geeigneter Ehepartner und der Ehepartner nicht unbedingt ein leidenschaftlicher Liebhaber. Tom Buchanan meint seine Ehefrau Daisy, Nicks Cousine, zu lieben und doch reicht dies nicht aus, um ihr treu zu bleiben …

Lesevergnügen

F. Scott Fitzgerald entführt mich in der Übersetzung von Johanna Ellsworth mit einer wunderbaren Sprachmelodie in die goldenen 20er nach Long Island. Ich erlebe Langeweile und wilde Partys, es wird viel getratscht, geraucht und getrunken. Es ist interessant zu lesen, wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln und zu entdecken wer dieser große Gatsby wirklich ist.

Via Twitter bekam ich von Astrid die Empfehlung, dass „Tender is the night“ noch besser sei.


Der große Gatsby
F. Scott Fitzgerald
übersetzt von Johanna Ellsworth
Nikol Verlag, 2011
Originalausgabe: 1925, Charles Scribner´s Sons
ISBN: 978-3-86820-097-3

28. Buch: Ganghofer, Trutze von Trutzberg

Ganghofer ~ Trutze von Trutzberg
Ganghofer ~ Trutze von Trutzberg

Und wieder war ich am Bücherregal meiner Eltern. Ja, Ganghofer Romane zählen für mich zu den Klassikern (Roman aus dem 15. Jahrhundert). [Anmerkung kleiner Komet: Da stimme ich definitiv zu, nachdem ich bei Stephen King ja noch immer skeptisch bin]

Meine Mutter hat diese als junges Mädchen gesammelt und dieses Buch mit 21 Jahren von meinem Vater zu Weihnachten geschenkt bekommen. Papa hat mir dieses als „den besten Ganghofer“ ausgesucht.

Trutze von Trutzberg

Es geht um zwei Familien, die Familie des Melcher von Trutzberg und die Familie des Korbin zu Puechstein. Der einzig verbliebene Sohn der Trutzbergs wurde schon als Kind mit der einzigen Tochter der von Puechsteins verlobt

hatte man – um die beiden Edelsitze, die vor hundert Jahren ein ungeteiltes Herrengut gewesen, wieder zu vereinigen – die Kinder verlobt und in geistlicher Ehe verbunden mit der Bestimmung, daß diese Himmelsehe an Hildes achtzehntem Geburtstag auf irdische Weise vollzogen werden sollte.

Trutze von Trutzberg

Es geht um Jagdrechte, die von den Seeburgers missachtet werden, wodurch es zu einer erbitterten Schlacht kommt. Und natürlich geht es um die Liebe, bei der ein Schäfer die Hauptrolle spielt.

Meine Meinung

Eigentlich mag ich alte Romane, aber nein, dieser hat mir so gar nicht gefallen. Ich kann aber nicht festmachen woran es liegt. Ok, der Beginn ist mir schon zu langatmig und vielleicht liegt es an der aus meiner Sicht Unsinnigkeit wegen Jagdrechten einen Krieg zu entfachen. Den Schäfer finde ich allerdings sehr liebenswert.

Gelesen habe ich die Knaur Ausgabe als vollständige Originalausgabe.

27. Buch: Stephen King, Duddits

Duddits ~ Stephen King
Duddits ~ Stephen King

Wow, was für ein Buch, unglaublich, toll, ich bin einfach nur begeistert.

Sorry, aber das musste einfach hier an den Anfang. Ich habe das Buch grad erst beendet und stehe noch in seinem Bann. Und dabei bin ich eigentlich lustlos dran gegangen, denn alles was mit Grusel zu tun hat ist so gar nicht meins … Doch nun der Reihe nach.

Zu der Kategorie Horror kam mir sofort Stephen King in den Sinn und auf dem Buch Duddits, das noch in Folie eingeschweißt in meinem Bücherregal (so für 1,– Euro auf einem Trödelmarkt erstanden) steht:

Das neue Meisterwerk vom „King des Horrors“

Auch wenn der Kleine Komet protestiert, dass das noch kein Klassiker sei, weil der Autor noch lebt, für mich zählt es dazu.

Gelesen habe ich die Ausgabe vom Ullstein Verlag, 825 Seiten, schöne Aufmachung, zwar durch die Dicke etwas unhandlich, aber wunderbar glattes Papier.

Duddits

Zum Inhalt zitiere ich vom Umschlag:

Als die vier Freunde Pete, Henry, Josnesy und Biber wie jedes Jahr im Herbst zu ihrem gemeinsamen Jagdausflug in die Wälder von Maine aufbrechen, ahnen sie noch nicht, dass nach ihrem Trip in die Wälder nichts mehr so sein wird wie vorher…

Es geht um vier Freunde, die sich ganz besonders verbunden fühlen, die als Kinder eigentlich eher Außenseiter waren, aber die mutig für einen behinderten Jungen (Duddits) eingetreten sind als dieser bedroht wird und sich dabei selber in Gefahr gebracht haben. Hieraus entwickelt sich eine wunderbare besondere Beziehung. Wir lernen sie aber zunächst als Erwachsene kennen und jeder von ihnen hat seine kleine Macke. Bei diesem letzten Jagdausflug passiert nun etwas Gruseliges. Außerirdische bedrohen die Welt und unsere zwei überlebenden Freunde müssen sich der Aufgabe stellen, diese – und sich – zu retten und man ist die ganze Zeit so mitten drin als wäre man selber derjenige …

Aber es geht um so viel mehr: um Freundschaft, um Mut, um Hilfsbereitschaft, um Kraft, um Angst, um Versagen, um… ja eigentlich um sämtliche menschliche Gefühle. Und jeder von uns wird sich irgendwo an irgendeiner Stelle wieder finden.

Das Buch wird uns zeigen, dass es immer einen Weg gibt.

Meine Begeisterung

Es hat mich gepackt, schon nach der ersten Seite (hinter den Nachrichten) als es um das Motto der vier geht „SSAT“, ein Motto dessen Bedeutung wir erst später erfahren, und ich habe dieses dicke Buch in nur wenigen Tagen ausgelesen.

SSAT: Manchmal sagt man das nur so dahin. Und manchmal glaubt man nur noch an die Dunkelheit. Und wie soll man dann weitermachen?

Wir lernen nacheinander die vier Jungs als Erwachsene kennen und lieben. Da ist zunächst Biber.

Der Biber ist im Grunde ein fröhlicher Typ, das würde einem jeder seiner Kneipenkumpels bestätigen, aber er macht gerade eine schwere Zeit durch.

Seine Ehe ist gescheitert und er trinkt und kifft zuviel.

Dann Pete, der Autoverkäufer, der als Kind eigentlich Astronaut werden wollte, der einer Dame, die bei ihm reinkommt so wunderbar hilft ohne dafür das versprochene Date zu erhalten.

Als nächstes Henry, der Psychiater, der überwiegend Neurotiker in seiner Praxis behandelt und sich mit Selbstmordgedanken trägt.

Dann Jonesy, der als Lehrer an einem College arbeitet und sich großmütig zeigt, nachdem er einen Stipendiaten beim Schummeln erwischt hat und der im Krankenhaus landet, obwohl Henry ihn gewarnt hat, er solle auf sich aufpassen.

Alle diese vier sind so menschlich, so wunderbar unvollkommen und doch so liebenswert, dass sie sich alle in mein Herz schleichen.

Nach dieser „Vorstellung“ geht es schon auf Seite 53 richtig los. Wir sind bei dem Jagdausflug.

Josesy hätte den Typ fast erschossen, als er aus dem Wald kam. Wie knapp war es? Noch ein Pfund Druck auf den Abzug des Garand, vielleicht auch nur ein halbes Pfund. Später, mit der Hellsichtigkeit, die manchmal auf das Entsetzen folgt, wünschte er, er hätte geschossen, bevor er die orangefarbene Mütze und Warnweste sah. Richard McCarthy umzubringen hätte nicht schaden können; es wäre sogar gut gewesen. Es hätte sie alle retten können, hätte er McCarthy erschossen.

Es wird spannend, ein wenig eklig, gruselig ja schon, aber nicht unerträglich. Und man sieht alles so klar vor sich, hält sich fast selber die Nase zu, fühlt die Schmerzen, herrlich. Ich kann nicht ausmachen, was es ist, aber es ist einfach wundervoll geschrieben.

Und diese menschlichen Schwächen, wovon wir alle welche haben: da ist Pete, der die hilflose Frau alleine lässt um sich ein Bier zu holen, Biber, der deshalb stirbt, weil er sich nach einem Zahnstocher bückt, an dem er immer herum kaut und da ist das schlechte Gewissen, weil sie irgendwann aufgehört haben sich um Duddits zu kümmern.

Besonders emotional auch die Szene als wir die vier als Acht- bzw. Neuntklässler erleben. Sie finden verstreut ein Trikot und eine Lunchbox, die wohl einem Kind gehören, das auf die Behindi-Akadaemie geht. Henry will das gerade seinen Freunden erklären

doch ehe er dazu kommt, schreit jemand auf der anderen Seite des Gebäudes, da drüben, wo die Großen im Sommer immer Baseball spielen. Er klingt sehr gekränkt, dieser Schrei, aber was Henry dazu bringt, spontan loszulaufen, ist ds Erstaunen, das darin mitklingt, das schreckliche Erstaunen eines Menschen, dem zum allerersten Mal im Leben weh getan oder Angst eingejagt wird (oder beides).

Die anderen folgen ihm und sie sehen drei Jungen der High School, die zwischen sich im Kies einen kleinen Jungen haben, der nur mit Unterhose und einem Turnschuh bekleidet ist, und dessen Gesicht mit Blut und Dreck und Rotze und Tränen verschmiert ist. Sie versuchen ihn mit einem getrockneten Stück Hundekacke zu füttern. Und obwohl die Jungs viel älter und kräftiger sind, greifen unsere vier Freunde ein und retten den Jungen. Ach wie liebe ich sie dafür, besonders Biber!

Und ja, schon aus den Schlagzeilen mit denen das Buch beginnt, wissen wir, dass es irgendwie um Außerirdische geht, aber das es so wundervoll wird … Und obwohl irgendwo in dem Buch vorkommt, dass diese nicht so harmlos sind wie ET, der einfach nur nach Hause telefonieren will, hat man mit dem letzten Verbleibenden dann doch ein wenig Mitleid.

Am Besten ist die Auflösung am Ende, ok, mit einem gewissen Happy End hat man gerechnet, aber diese gedankliche Auflösung wie ich das einfach mal nennen möchte … Einfach brilliant und auch sehr verblüffend als am Ende sogar Gott ins Spiel kommt. Hach, einfach ein wundervolles Buch. Und nein, eigentlich ist es für mich kein „Horrorbuch“ sonst wäre ich auch sicher nicht so begeistert. Nach einem leichten Gruselfilm kann ich schon nächtelang nicht schlafen … Der Horror ist hier nur Nebensache.

Gerne möchte ich euch noch den Schlussabschnitt zitieren (keine Angst, damit wird nichts verraten)

Henry nahm Josesy Noel ab. Kurz berührten sich ihre Hände und ihre Bliecke und ihre Gedanken – und für diesen einen Moment sahen sie noch einmal die Linie. Henry lächelte, und Jonesy lächelte zurück. Dann gingen sie Seite an Seite die Treppe hinunter und über den Rasen, Jonesy humpelnd und Henry mit dem schlafenden Kind auf dem Arm, und für diesen Moment gab es an Dunklem nur die beiden Schatten, die ihnen über das Gras folgten.

Aus der Nachbemerkung des Autors erfahren wir:

Nie war ich so dankbar für das Schreiben wie während der Arbeit an Duddits – Traumfänger (vom 16. November 1999 bis zum 29. Mai 2000). Ich hatte in diesen sechseinhalb Monaten viele körperliche Beschwerden zu erdulden, und dieses Buch zu schreiben war mir dabei eine große Hilfe.

Eigentlich sollte das Buch „Krebs“ heissen, aber seine Frau hat ihn davon abgehalten – gepasst hätte es. Darauf hin habe ich recherchiert, ob er selber an Krebs gelitten hat, aber er musste sich von einem Unfall erholen.


Duddits
Stephen King
übersetzt von Jochen Schwarzer
Ullstein Verlag, 2001
ISBN: 3 550 08329 7

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch – Klassiker 7 von 50

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch ~ Michael Ende

Ich liebe Michael Ende. Als Kind war ich fasziniert von Momo und Jim Knopf. Gelesen habe ich die Exemplare meiner Eltern, aus ihrer Kindheit. Mit meinen Kindern habe ich eine Musical-Aufführung von Jim Knopf besucht. Die unendliche Geschichte habe ich erst als junge Erwachsene gelesen. Es ist nie zu spät für Michael Ende!

Endlich habe ich auch den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch gelesen. Auch dieses Buch ist wunderbar, der Schreibstil zeitlos und einfach wunderbar zu lesen.

Eine Silvesternacht

Die Geschichte beginnt um 5 Uhr nachmittags an Silvester. Zauberrat Beelzebub Irrwitzer bekommt Besuch. Er hat ein Problem, denn er hat sein Soll an bösen Taten für dieses Jahr noch nicht erfüllt. Seine Tante hat dasselbe Problem. Es verbleiben noch wenige Stunden und es gibt einen Plan: Sie wollen den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch brauen, jeder von ihnen hat die Hälfte des Rezeptes. Dumm nur, dass sie sich gegenseitig nicht vertrauen können …

Und dann sind da auch noch ihre tierischen Begleiter, die Katze und der Rabe, die kleinen Helden der Geschichte.

Reines Lesevergnügen

Eine klassische und phantasievolle Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse mit der wundervollen Botschaft, dass auch kleine Wesen gegen mächtige Magier gewinnen können, wenn sie es schlau anstellen. Sei klüger als dein Gegner, dann kannst du ihn überlisten. So kann das Gute siegen, ohne Waffen.

Ich liebe diese Geschichte und finde es schade, dass ich sie nicht bereits als Kind gelesen habe, aber es ist nie zu spät für Michael Ende!

Was ist eure Lieblingsgeschichte von ihm?

Ich glaube für mich ist es Momo.

Eine wunderbare Seite, die Michael Ende, seinem Leben und seinen Büchern gewidmet ist.

26. Buch: Jean-Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft

Geschlossene Gesellschaft ~ Jean-Paul Sartre

Ich brauchte noch einen Buch aus dem Bereich Philosophie und bin bei Sartre gelandet.

„Geschlossene Gesellschaft“ ist ein Theaterstück in einem Akt. Drei Personen, zwei Frauen und ein Mann, finden sich nach ihrem Tod für immer in einem Zimmer zusammen und das ist die Hölle. Zusätzlich spielt noch ein Kellner mit, der die drei zusammen führt.

Das Buch liest sich zügig, es ist amüsant und ich es würde es gerne mal gespielt im Theater sehen. Und die folgenden Sätze von Sartre haben mich neugierig gemacht mir auch sein Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ einmal vorzunehmen.

Wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in die totale Abhängigkeit von anderen. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle. Und es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die in der Hölle sind, weil sie zu sehr vom Urteil anderer abhängen.

Jean-Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft, Klappentext

In welchem Teufelskreis wir auch immer sind, ich denke, wir sind frei, ihn zu durchbrechen. Und wenn Menschen ihn nicht durchbrechen, dann bleiben sie, wiederum aus freien Stück, in diesem Teufelskreis. Also begeben sie sich aus freien Stücken in die Hölle.

Jean-Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft „Zum Buch“