Besser spät als nie – auch wenn das Barcamp Bonn bereits ein paar Tage zurück liegt, gibt es heute noch einen Nachbericht. Für mich ist es wertvoll, noch einmal durch meine Notizen zu gehen und zu erinnern.

Vielleicht geht es dir beim Lesen auch so.

Kleiner Überblick:

Barcamp Bonn im großen Saal bei Cronn, vorne eine Präsentation zu sehen, viele Menschen von hinten, teilweise mit erhobenem Arm

Familienforschung mit Stolper Heimatkreise e.V.

Ich war gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen, eine Reise, die mich neugierig gemacht hat auf das Erkunden von Stammbäumen, weil ich spannendes in der Familie meines Mannes entdeckt hatte … Jetzt bin ich wieder neugierig auf meine eigene Familiengeschichte. So weit die persönliche Motivation, diese Session zu besuchen.

Was macht der Verein?

Sie erforschen Kultur und Bräuche einer Region in Pommern, die früher zu Deutschland gehörte und heute in Polen liegt.

Es gibt jährliche Familienforschungstreffen.

Sie haben zahlreiche Kirchenbücher der Region ausgewertet und digitalisiert.

Ahnenforschung

In Deutschland liegt die Frist der Datenfreigabe bei 100 Jahren, in Polen nur bei 80.

Einige Kirchenbücher gingen verloren. Andere Datenquellen können Grundbücher und Steuerunterlagen sein, wenn es Besitz gab. Hier wurden oft auch die Kinder eingetragen.

Weitere wertvolle Quellen können die Wehrmacht-Auskunft sein oder der Volksbund deutscher Kriegsgräber.

Zweige in die USA zu finden, kann eine Chance sein. Dokumente wurden oft mitgenommen und möglicherweise gibt es dort Daten zu finden. In Hamburg und Bremen gibt es Archive mit Passagierlisten oder die Datenbank Cindy´s List.

Genetik

Wir sprachen auch darüber, Verwandte über genetische Marker zu finden. Das funktioniert nur, wenn andere ebenfalls ihre Daten freigeben. Es war spannend zu hören, dass im Verein einige darüber tatsächlich Personen gefunden haben.

Ich bin aktuell nicht bereit meine DNA in einer Datenbank zu speichern.

Wie kann man selbst vorgehen?

Als ersten Schritt empfehlen Reiner und Uwe in der eigenen Familie zu forschen, welche Daten es gibt. Sprich mit denen, die noch leben. Welche Papiere sind vorhanden?

Ausgehend von diesen Daten kannst du weiter forschen. Hierzu kannst du Onlinedatenbanken nutzen oder dich an Kirchen und Ämter wenden.

An Vereine wie die Stolper Heimatkreise kannst du dich ebenfalls wenden. Sie haben Datenbanken und Rat. Es ist immer ein Geben und Nehmen.

Hier geht es zur Webseite des Vereins.

Präsentieren mit Anne Weller

Auch für diese Session hatte ich eine Motivation: Vor mir liegen einige Lesungen. Dafür würde ich mir gerne ein Stimmtraininge gönnen. Ich hatte eine Idee, mit wem ich gerne in die Lesungsvorbereitung gehen wollte, das hat leider so nicht geklappt. die ersten Lesungen habe ich ohne Training gehalten und es gab wertschätzendes Feedback. … Anne hat auf jeden Fall eine sehr angenehme Sprechweise und sympathsich ist sie auch. Leider ergab sich auf dem Barcamp keine Möglichkeit mehr, mit ihr zu sprechen.

„Präsentier doch wie du willst!“

Anne hat dazu eingeladen als Hausaufgabe mal alles aufzuschreiben, was uns an Präsentationen nervt und was uns gut gefällt. Diese Aufgabe darf dich ein paar Tage begleiten.

Anschließend versuchst du das, was du nicht magst aus deinen eigenen Präsentationen raus zu schmeißen oder zumindest zu minimieren. Das, was dir Freude macht, baust du aus.

Ziel ist günstige Parameter zu schaffen, die zu dir passen.

Haltung bei der Vorbereitung

Erwartungshaltung rausnehmen – gehe mit Neugier und Freude an dein Thema

Es geht immer um die, die Zuhören

  • Was ist da für mich drin?
  • Warum soll ich zuhören?

-> nur dann kann Verbindung entstehen

Ideal: Du hast das Gefühl, die Person spricht nur für mich

Der Einstieg

Zu Beginn interessieren Menschen sich nicht für die Person, sondern erst, wenn es relevant ist.

Daher keine lange Vita am Anfang, pick zielgruppenorientiert etwas heraus. Lasse charmant während der Präsentation Infos einfließen.

Keine Apelle

Die sind wirkungslos, das wissen Eltern am besten. „Sollte“ ist ein Signalwort für Apelle.
Apelle sind eng verknüpft mit Sanktionen.
Besser sind Handlungsaufforderungen.
Beides ist nah beieinander.

Fang nicht mit dem Folienmaster an

Erst die Idee entwickeln, dann das Design.

Nutze eine Mind-Map, PostIts oder anders, um deine Gedanken und Ideen zu sortieren. Du kannst sie noch hin und her schieben.

Frage ob die Information Relevanz für das Zielpublikum hat. Es bleibt nur übrig, wenn die Antwort ja lautet. Alles, was mit „nein“ beantwortet wird, wird geparkt.

Vielleicht brauchst du auch gar keine Präsentation. Anna hat ihre Session ohne visuelle Unterstützung gehalten.

Wenn du welche nutzt ist eine Passung zwischen Folie und Tonspur wichtig!

Kunst der Reduktion

Deine Präsentation ist richtig gut, wenn du nichts mehr weglassen kannst.

Folienwechsel

Sind eine Chance auf Ruhe für beide Seiten.

Aufmerksamkeit

Lenke sie nicht auf Details, die nicht relevant sind!

Weitergabe

Für die Weitergabe kannst du eine eigene Version oder ein Handout ausgeben. Zweck der Folien ist deine Präsentation zu unterstützen.

Dialog

Präsentation ist ein Gespräch. Schaffe Verbindung. Sprich von „Ich“ und sprich die Teilnehmenden mit „Du“ bzw „Sie“ an.

Radio ist dialogbasiert.

Struktur

Jede Präsentation und jeder Workshop braucht eine Grundstruktur.

Je weniger Zeit du hast, desto mehr musst du on point sein.

Wenn mehr Zeit ist, kann man in Austausch mit den Zuhörenden gehen und ggf. Inhalte anpassen.

Deine Präsentation

klare Stimme

positive Freude

Statt Vorstellungsrunde

„Nenne zwei Dinge, die du nicht magst und zwei die du magst.“

Statt Erwartungen abzufragen, fragt Anne gerne: „Was hättest du gerne?“

Code Opener

Anne ist eingestiegen mit dem Thema „Das machen Menschen in Präsentationen … Sie recherchieren, ob Piunguine Knie haben,“

Wichtig ist den genutzten Code Opener rund zu kriegen. Deswegen hat sie am Ende aufgelöst, dass Pinguine tatsächlich Knie haben.

Webseite von Anne Weller, Stimm- und Sprechtrainerin

Meine Zeitreise-Session

Über meine eigene Session habe ich bereits ausführlich geschrieben, drüben im anderen Blog.

Probleme lösen ohne KI – Anleitung für eine Zeitreise

Das Angebot mit der Audio-Version steht noch aus, Anmelden zum Sternschnuppen-Newsletter lohnt also noch.

Dachterrasse, Gegenstände auf dem  Boden, mehrere Personen

Von der Idee zum Produkt mit Bernhard

Ideen habe ich viele, in der Produktentwicklung darf ich besser werden, zumindest im Verkaufen, sagt meine Bilanz.

Bernhard hat die Session als Workshop angelegt, eine Teilnehmerin als Beispiel genommen. Ich teile hier mit dir ein paar Gedanken, die ich mitnehmen und auch gleich mit mir diskutiert habe. Denn mit einigen Aspekten fühlte ich mich nicht ganz wohl im Kontext meiner Systemischen Angebote. Daher gibt es kursiv einige Gedanken von mir.

Was ist das Produkt?

Zwei zentrale Fragen standen am Anfang und die sind nicht neu. Dennoch finde ich es immer wieder wertvoll, sie zu stellen:

  • Für wen löst du welches Problem?
  • Was ist die Transformation?

Bernhard geht es darum Annahmen über das „Gefühl danach“ zu treffen. Es gäbe keine rationalen Entscheidungen, nur ein Versprechen.

Wann kaufen Menschen also mein Produkt?
Wenn sie glauben, dass ich das Problem lösen kann.
Tja, ich bin diejenige, die dabei hilft, die Lösung selbst zu finden. Auf meiner Postkarte steht ja: „Du bist die Lösung“.

Die Person muss das Gefühl haben, dass ich das Problem besser verstanden habe. (Schwierig für mich, denn das widerspricht meiner systemischen Haltung.)
Wichtig ist die Problemdefinition aus Perspektive der Kund*Innen. (Da bin ich voll dabei!)

Wie sieht das Leben vor der Dienstleistung aus, emotional und materiell?

Wie sieht das Leben aus, nachdem die Magie passiert ist?
(Meine Antwort: Du kannst mehr du selbst sein, bist handlungsfähiger und klarer in Bezug auf diene Themen.)

Ein Vorschlag von Bernhard für die Teilnehmerin, die etwas zum Thema Burnout-Prävention für Führungslräfte machen möchte: „Mit meinem Produkt sinkt der Krankenstand um 10%“
(Uff, großes Versprechen, das ist nicht meins.)

Meine Gedanken schweifen ab und ich komme zu folgender Überlegung:
Es braucht eine Passung zwischen Problem der Kund*Innen und dem Produkt, welches zur Lösung beitragen soll.
Mit dem Produkt selbst muss ich mich wohlfühlen. Es müssen meine Worte sein und diese die Kund*innen in ihrer Problemdefinition erreichen.
Dabei spielt meine persönliche systemische Haltung eine zentrale Rolle. Bei meinem systemischen Angebot spielt die zwischenmenschliche Passung eine wichtige Rolle.

Anregung in Kundensegmenten zu denken:
Differenzierte Produkte mit verschiedenen Botschaften.

Jedes Problem hat immer materielle und emotionalle Ebenen. Diese hängen eng zusammen.

Das Produkt auf den Markt bringen

Ziel muss immer sein, eine gute Geschichte zu erzählen. Eine gute Geschichte hat zwei mögliche Ausgänge: Trgädie oder Komödie.

Wer ist die Held*In der Geschichte?
Derjenige, der das Geld hat, sagt Bernhard.
In meinem Kontext haben wir einen Dreieckskontrakt, wenn die Person, mit der ich zusammen arbeite, nicht die Person wäre, die das Geld hat. Wenn jemand anderes die Kosten für eine Beratung oder Supervision übernimmt, sollte immer das Anliegen der Person im Zentrum stehen, die zu mir kommt.

Was ist meine Rolle?
Mentorin.

Laut Bernhard sind die coolsten Probleme, die philosophischen, weil sie unlösbar sind und man immer ein Upsell machen kann, mehr verkaufen.

Mein grundlegends Ziel ist immer, Personen dabei zu unterstützen, ohne mich weiter zu kommen! Mein Grundprinzip lautet: Die Klient*Innen entscheiden, wie lange sie mit mir arbeiten möchten. Deswegen gibt es auch keine Pakete. 

Story A:
Verändere nichts ->  schlimmere Dinge passieren -> Handlungsdruck

Story B:
Transformation

Stell deinen Kund*innen Fragen:

  • Wenn du zaubern könntest, was möchtest du haben?
    (Hier sind wir nah dran an der Wunderfrage :-))
  • Wie wirst du dich fühlen, wenn …?
  • Warum hast du dich dafür entschieden

Die Kommunikation muss zur Zielgruppe und zum Produkt passen.

Webseite von Bernhard Welzel, Unternehmer, Interim Product & Project Manager, Entwickler, Coach

Komm, ich erzähl Dir eine Geschichte – Storytelling am Lagerfeuer mit Pascal & Daniel

Eine wunderbare letzte Session. Ich liebe Geschichten, ich liebe Storytelling und das Buch „Komm ich erzähle dir eine Geschichte“ liegt schon länger zu Hause.
Ich habe endlich begonnen es zu lesen.
Es war eine Wohlfühlsession, eine Inspiration und mehr mag ich darüber gar nicht erzählen.
Menschen sitzen um einen Tisch herum, auf dem Tisch steht ein Plüsch-Feuer

Abschluss

Die Abschlussrunde mit Verlosung war aufregend. Es wurde auch ein Exemplar von „Matteos Zeitreisen“ verlost. Die Gewinnerin freute sich und ich durfte es signieren.

Nach der Abschlussrunde gab es noch Grillwürstchen und gute Gespräche auf der Dachterrasse.

Ein schöner Ausklang nach einem abwechslungsreichen Tag.

Auch zwischendurch hatte ich viele wertvolle Gespräche. Ich habe liebe Menschen wieder getroffen, andere kennen gelernt und manche Verbindungen gestärkt.

Ich liebe das Format Barcamp. Das nächste, welches ich besuchen möchte, ist das Münstercamp am 26. Juni 2026. Vielleicht sehen wir uns dort?

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