Abschied von Olymp – Perry Rhodan Miniserie

Perry Rhodan Olymp 12 Der Mutaktor - Susan Schwartz

Perry Rhodan Olymp 12 Der Mutaktor – Susan Schwartz

Die Minisereie Olymp endet mit einem spektakulären Finale. Es war für mich das spannendste Heft der Serie, geschrieben von einer zufriedenen Exposéautorin, der, laut nachstehendem Lesermagazin, gefallen hat, was die anderen Autoren und Autorinnen aus ihren Ideen gemacht haben.

Ich freute mich jedes Mal, wenn sich die Geschichte tatsächlich so entwickelten, wie ich sie mir vorgestellt hatte, und dass dazu so viele bunte Charaktere und farbenfrohe Geschichten hinzugekommen waren. (nachzulesen auch auf Perry Rhodan)

Sie hat einige Informationen zurückgehalten und viel Freiraum für Kreativität gelassen. Dabei ist ein Gesamtwerk in 12 Bänden erschienen, das für mich rund war. Einige Hefte haben mir besser gefallen, als andere, darüber habe ich im Detail ja bereits berichtet. Es ist sicher auch kein Geheimnis, wenn ich euch meine beiden Lieblings- Perry-Autorinnen nenne: Susan Schwartz und Madeleine Puljic!

Das Finale

Es folgt ein spoilerfreies Fazit, was mit persönlich gut am Finale gefallen hat. Die Andeutungen dürften ausreichen, für diejenigen, die es bereits gelesen haben, alle anderen macht es vielleicht neugierig, auf die gesamte Reihe.

Meine Lieblingsfigur der Reihe, Piri Harper, eingeführt von Dennis Mathiak in Band 2, ist im Finale nur noch eine Randnotiz, was durchaus berechtigt ist. Dafür hatte sie im 11. Band noch einmal einen großen Auftritt. Doch die besagte Randnotiz besagt genug, sie erhält ihren Platz in der Zukunft von Olymp.

Dann war da der kleine Talin Buff, Diener des Kaisers, ein liebenswertes Geschöpf. Ich war sehr gespannt, wie seine Geschichte endet und seine Szene war absolut genial. Er hat zu sich selbst gefunden, nachdem er bereits vorher sein Schicksal in die Hand genommen hat. Doch es ist einfach klasse, wie Susan Schwartz ihn noch einmal in Szene setzt, sehr amüsant zu lesen, wie der arme Agyris leiden muss.

Natürlich finden auch Perry Rhodan und seine Ehefrau Sichu Dorksteiger wieder zueinander. Es hat mich sehr überrascht, dass die gesamte Geschichte in einem kleinen Zeitfenster von nur neun Tagen gespielt haben soll, denn es war so viel passiert. Schrieb ich zuvor häufiger, die Geschichte käme wunderbar ohne Perry Rhodan aus, gefällt mir sein letzter Auftritt richtig gut. Er ist nicht der große Held, der bei seiner Rückkehr alles in Ordnung bringt, das sind andere. Ein unbeteiligtes Opfer ist er auch nicht, gut gelöst!

Die Auflösung der Geheimnisse um die Box und beteiligten Personen war für mich sehr spannend zu lesen und hat mir wirklich gut gefallen. Es wird ausreichend informiert, nur der arme Perry hat da noch eine drängende Frage, auf die er keine Antwort bekommen hat. Einiges hätte man erahnen können, es erschien mir so wunderbar logisch beim Lesen. Es hätte einfach nicht anders sein können. Es ist ein wunderbar abgeschlossenes Ende, eines, dass ohne große Korrekturen in die Haupthandlung entlässt.

Ein halboffenes Ende gibt es für eine Figur, die man nochmal in der Erstauflage aufgreifen könnte, aber nicht muss. Auch andere Figuren könnten aufgenommen werden, aber das Leben im Perryversum liefe auch ohne sie unkompliziert weiter. Eine schöne Lösung, finde ich.

Was liegt in der Tiefe?

Es steckt auch sehr viel in diesem Science-Fiction Werk drin: Politik, Intrigen und die Versuchungen, die Macht so mit sich bringt. Dabei finden sich auch Anspielungen auf die Realität, einigen kamen diese mit dem Holzhammer, ich empfand sie als passend, aber auch phantasievoll unabhängig. Die Phantastik bietet sich geradezu an, aktuelle Geschehnisse verfremdet darzustellen und zu kritisieren, ein wenig wie im Kabarett, etwas überspitzen, etwas kreativ anpassen. Das Leben bietet eine Vielfalt an Vorlagen, wir müssen uns nur bedienen und gute Storys erzählen. Es steckt auch sehr viel Menschlichkeit in der Geschichte, Vertrauen, Freundschaft und Liebe, ohne kitschig zu werden. Das Wiedersehen zwischen Perry und Sichu hätte kitschig ausarten können, was aber nicht in die Serie gepasst hätte. Die Liebe schwebt zwischen den Zeilen, kann sich jeder nach Belieben ausmalen. Auch der Witz kam nicht zu kurz, insbesondere in diesem finalen Band habe ich ein paar Mal herzlich gelacht. Trotz aller Dramatik und Spannung, schreibt Susan Schwartz mit einem Wortwitz, der mich persönlich sehr gut erreicht hat.

Fazit

Ich habe die Olymp-Reihe gerne gelesen. Wer Lust auf einen Abstecher ins Perryversum hat, findet hierin sicher eine gute Möglichkeit, ein abgeschlossenes Abenteuer zu lesen, ohne gleich das große Ganze erobern zu müssen. Vorkenntnisse sind im Gegensatz zu der Terminus-Reihe wirklich nicht nötig. Da habe ich doch den ein oder anderen Blick ins Perrypedia benötigt und erklärende Unterstützung von Autor und Lesern genossen.

Auf ihrem eigenen „Uschis Blog“ verrät uns die Autorin Susan Schwartz ein paar versteckte Geheimnisse aus „Perry Rhodan Olymp Der Mutaktor“. Auch in den anderen Heftromanen der Miniserie verstecken sich Anspielungen. Wer noch nicht genug von Susan Schwartz (Uschi Zietsch) hat, mag vielleicht mein Interview mit ihr lesen, welches wir zur Beginn der Miniserie Olymp geführt haben. Damals fragte ich sie bereits, wie es ihr damit ginge, andere ihre Ideen schreiben zu lassen. Ich würde sagen, der Plan ging super auf.

Möchtest du alle meine Olymp-Beiträge lesen, fange bei Olymp 1 an, die weiteren Beiträge sind dann verlinkt.


Der Heftroman wurde mir von der Perry Rhodan Redaktion zur Verfügung gestellt.

Perry Rhodan Olymp (1) Mysterium
Susan Schwartz
Pabel-Moewig Verlag
ISBN/EAN: 9783845352633

#LBC18 – BloggerCon mit Autorentipps

LitBlogCon LBC18

Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal von der LitBlogConvention erfahren. „Oh eine Veranstaltung für Buchblogger“, dachte ich. „Und das auch noch bei mir in der Nähe.“ Dann der Blick auf das Datum, keine Chance, ich hatte keine Zeit. Ein kleiner Moment der Enttäuschung, dann der Vorsatz: nächstes Jahr. Doch im nächsten Jahr waren die Tickets ausverkauft, bevor ich reagieren konnte und das an meinem Geburtstag … Bei dem Andrang ließ ich mich auch nicht auf die Warteliste setzen, wollte gar nicht hoffen, dass es noch klappt. Doch kurz vor der Veranstaltung, ganz zufällig, konnte ich doch noch ein Ticket übernehmen. Danke!

Es wird ein etwas längerer Beitrag, daher ein Inhaltsverzeichnis zur Orientierung

Die Veranstaltung

Vier Verlage, einige Autoren, eine Menge Blogger, das ist die LitBlogCon in Köln (#LBC). Zum dritten mal fand die Veranstaltung am 9. Juni 2018 im Verlagshaus von Bastei Lübbe statt und ich war dabei. Kurz vorher kam bei mir eine Sorge auf, wenn so viele Buchblogger aufeinander treffen. Wie wird es mit dem Hype um einige Starblogger sein, Neid, Missgunst, Zickenkrieg? Ich habe nichts dergleichen mitbekommen. Soll nicht heißen, dass es das nicht gab. In meiner Schulzeit (Mädchenschule) habe ich gelernt, solchen Dramen gekonnt aus dem Weg zu gehen. Stattdessen habe ich viele interessante Leute kennen gelernt und einige wiedergesehen, während ich andere vermisst habe.

Über zwei Sessions, die ich ebenfalls besucht habe, berichte ich nicht, da ich nicht viel daraus mitgenommen habe.

Kurz zu den Rahmenbedingungen

Tolle Location im Verlagshaus von Bastei Lübbe in Köln, wenn auch anstrengend über viele Stockwerke verteilt, Foyer, 3., 4., 5. Stock und Dachterrasse oberhalb des 6. Stock … Ein kleiner Aufzug, runter bin ich gelaufen, kleine Etappen hoch auch. Die Verpflegung war großzügig und lecker, ebenso großzügig die Geschenke. Nach der ersten Session wurden vorne Bücher neben den Referenten gelegt und ich dachte tatsächlich, wir sollten sie kaufen und signieren lassen. Gekauft wurde an diesem Tag nichts …

Es gab 5 Veranstaltungen über jeweils 40 Minuten. Anschließend eine offene Talkrunde zum Thema Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Verlagen und zum Abschluss ein offenes „Get Together“ bei einem Abendessen.

Es war kein Barcamp, sondern eine durchgeplante Veranstaltung, so konnte ich vorab auswählen und planen. Tatsächlich habe ich mich auch an meinen Plan gehalten. Die ersten drei Termine standen fest, bei den letzten beiden war ich noch ein wenig unentschlossen.

Mein Fazit zum Tag vorweg

Es war ein Blogger-Event und die Themen waren doch auf den ersten Blick eher an Autoren gerichtet. Schreiben, Recherchieren, Publizieren. Doch dann habe ich überlegt, was will ich als Buchbloggerin denn wissen? Selbst wenn ich kein eigenes Buch schreibe und eine Veröffentlichung plane, ist es doch unheimlich interessant, mehr Informationen darüber zu bekommen, wie Bücher geschrieben werden, was Autoren im Prozess erleben. Mir liegt hinterher lediglich ein fertiges Werk vor aus dem ich dann einen Blogbeitrag mache. In meiner Zeit vor dem Studium habe ich mich intensiv mit dem Thema Schreiben beschäftigt. Aktuell schreibe ich lediglich meinen Blogroman, aber noch immer interessiert mich alles rund um das Schreiben brennend.

Ich bin auf jeden Fall mit einem Sack neuer Informationen (buchstäblich auch Geschenke), neuen Kontakten und neuer Inspiration nach Hause gefahren und hoffe im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Aussicht vom Dach des Bastei Lübbe Gebäudes über Köln

Aussicht vom Dach des Bastei Lübbe Gebäudes über Köln

Drehbuchschreiben mit einem Daily-Soap-Autor

Als ich noch zu Hause bei meinen Eltern gewohnt habe, schaute ich regelmäßig GZSZ und „Verbotene Liebe“. Nachdem ich ausgezogen war, passte „Verbotene Liebe“ nicht mehr in meinen Tagesablauf als junge Mutter. GZSZ eine Weile schon noch, aber das regelmäßige Daily-Soap-Gucken alleine wurde mir schnell anstrengend und langweilig. Ein Comeback meines täglichen Fernseh-Guckens ergab sich mit „Verliebt in Berlin“, der Telenovela, die von 2005 bis 2007 auf Sat1 lief. 

Als ich die Session „Schreib ein Drehbuch“ für mich auswählte, hatte ich keinen Schimmer, wer Chirstian Schünemann ist. Drehbücher finde ich spannend, insbesondere nach der Session von Drehbuch- und Romanautor Claus Vaske auf dem Litcamp Bonn 2018. Tja, Christian Schünemann ist Daily-Soap-Drehbuchautor. Schreibt aktuell im Autorenteam von GZSZ mit und war auch für „Verliebt in Berlin“ verantwortlich. Er kommt übrigens von keiner Filmhochschule, sondern aus der Praxis, hat zeitgleich als Storyliner bei GZSZ begonnen und seinen ersten Roman geschrieben. Sein aktueller Krimi spielt hinter den Kulissen einer Daily-Soap. Er sagt selbst, er habe die Dramen am Set ein wenig abgeschwächt, obwohl sie immer noch ein wenig übertrieben wirken. Ich habe das Buch „Daily Soap“ hier und werde demnächst berichten. Übrigens hat Christian Schünemann beim Roman-Schreiben manchmal das Gefühl, er müsse sich um alles kümmern, was er beim Drehbuch an andere Kollegen abgeben kann. Er muss nicht nur die Story plotten, auch die Dialoge schreiben, die Szenen gestalten und seine Figuren einkleiden. Kamera und Licht fallen in sein Ressort.

Entsprechend konzentrierte sich die Session darauf, uns zu erklären, wie ein Daily-Soap-Drehbuch geschrieben wird. Spannend finde ich, die Zusammenarbeit im Autorenteam. Es gibt die Leute, die sich die grobe Story ausdenken und dann die Dialogautoren. Letztere sitzen gemütlich alleine zu Hause, während erstere gruppenweise im Konferenzraum hocken und hitzige Diskussionen führen, so lange bis die Storyline steht.

Was braucht eine Storyline?

In der Storyline werden die Szenen in Kurzform ohne Dialog dargestellt. Es muss mit drin sein, wie die Szene endet, insbesondere welche Haltung die Person am Ende einnimmt. Es braucht unbedingt den Konflikt.

Der Aufbau einer GZSZ Folge: 7 Szenen Hauptgeschichte, 6 Szenen der neu eingeführten Handlung und 5 Szenen für den Handlungsstrang, der geparkt werden soll. Ich habe mir 2 Folgen GZSZ angesehen und versucht zu zählen. Es ist gar nicht so einfach die Szenen den einzelnen Strängen zuzuordnen, nicht einmal sie überhaupt zu zählen. Nach langer Abstinenz wieder rein zu kommen, ist leicht, einige der alten Figuren sind auch noch immer mit dabei. Der Aufbau der Folge hat ebenfalls eine feste Struktur. Die allerletzte Szene ist der Cliffhanger, davor kommt die letzte Szene der neuen Handlung, davor die des Parkstranges. Eine ähnliche Struktur ergibt sich am Anfang, die habe ich aber nicht mitgeschrieben.

Jede Szene bekommt einen Oneliner und ein Abstract:
Oneliner = Ein Satz, der beschreibt, welche Emotion transportiert werden soll.
Abstracts = Grauer Text unter dem Oneliner, der die Szene beschreibt: Wer, wo, wann?

In der Session haben wir eine lustige Szene entwickelt. Es ging um Nora, die eine Bloggerconvention besucht. Anhand dieser Szene zeigte uns Christian Schünemann, welche Elemente beim Plotten wichtig sind. Zu berücksichtigen gelten auch die Regeln für einen möglichen Außendreh. Alles was im Studio gemacht werden kann, ist kein Problem. Grundsätzlich brauchen wir einen Konflikt und müssen auf einen Cliffhanger am Ende der Folge zusteuern. Ein Außendreh muss sich lohnen, darf aber auch nicht zu viel werden. Es stellt sich dann die Frage, ob die Story einen zweiten Drehtag rechtfertigen würde. Bei Daily Soaps braucht es mindestens 3, maximal 7 Szenen.

Eine andere wichtige Frage ist, ob man die Geschichte in den Szenen erzählt bekommt. Bei Nora haben wir uns eine Verwechslungsgeschichte ausgedacht. Es muss innerhalb einer Szene ablaufen, dass sie verwechselt und in die neue Herausforderung geschubst wird. Ansonsten bliebe ihr ja Zeit die Verwechslung aufzuklären.

Wenn die Storyline vom Autorenteam steht, geht sie an die Redakteure. Bei GZSZ arbeiten übrigens 8 Storyliner, an unserem Nora-Hauptstrang wären wahrscheinlich drei beteiligt gewesen. Drei ist laut Christian Schünemann eine gute Konstellation, während zwei gegensätzliche Ideen diskutieren, kommt dem dritten, der zuhört, vielleicht die geniale Lösung. Die Redakteure sind die Feinde der Szene. Sie haben an allem etwas auszusetzen und hinterfragen grundsätzlich alles.

Die richtig guten Geschichten muss man bis aufs Blut verteidigen.

Wohlfühlmomente

Wir brauchen den Konflikt, damit die Handlung voran geh. Allerdings bekommen die Zuschauer*innen schnell das Gefühl, dass alle aufeinander böse sind.

Unsere Figuren kriegen immer eins auf die Fresse, Deswegen braucht es „Warm ums Herz Szenen „, jemand, der mitfühlt.

Es braucht Szenen in der es der Figur gut geht, in denen auch mal etwas gelingt. Gerade bei “ Verliebt in Berlin“ misslingt Lisa nahezu alles. Doch manchmal gibt es diese schönen Momente. Sie halten nicht lange an, denn wir brauchen ja wieder den Konflikt … Christian Schünemann verriet uns auch ein Geheimnis des Erfolges von „Verliebt in Berlin“: Hauptdarstellerin Alexandra Neldel hat auch die dümmsten Cliffs wirklich gut gespielt. Sie hat eine sehr gute Mimik und Ausstrahlung. Einer seiner liebsten Cliffs ist eine positive Szene. Alexandra Neldel springt als Lisa in die Luft und die Szene friert ein. Es gab übrigens eine Verlängerung für „Verliebt in Berlin“, leider erst spät angekündigt. Das Autorenteam hätte einiges gerne noch ausführlicher behandelt, stattdessen wurde ein neuer Twist eingebaut. Dies erklärt im Nachhinein einige Verwunderungen, an die ich mich leider nicht mehr erinnern kann.

Was ich für mich mitnehme

Einige der Aspekte treffen auch ganz gut auf meinen Blogroman zu, der zwar keine Daily-Soap, aber eine wöchentliche Geschichte ist, bei der ihr Leser*innen ja auch gespannt auf die nächste Szene sein sollt. Vielleicht kann ich meine Kapitel noch ein wenig verbessern, oder bin ich schon gemein genug? Cliffhanger gibt es ja bereits, Krisen und Wohlfühlmomente ebenfalls.

Ein Roman wie ein Weihnachtsbaum – (Plotten)

Nach dem Plotten eines Drehbuchs, ging es auch in meiner zweiten Session um das Thema Plotten. Diesmal mit Krimiautorin Romy Fölck und ihrer Lektorin Gerke Haffner. Ihre Informationen lassen sich auf beliebige Genres anwenden, sind als verschiedene Optionen gedacht, ein kleiner Werkzeugkoffer zum mitnehmen. Es gab sogar ein umfassendes Handout zur Session, ein tatsächlicher Werkzeugkoffer auf Papier. Über das Hörbuch von Romy Fölck „Totenweg“ werde ich später berichten. Nachdem ich über das Projekt Bücherschrank, wieder Lust auf einen Krimi bekommen habe, passt das gerade wunderbar.

Romy Fölck hat sich extra für ihren Vortrag mit der Theorie des Schreibens auseinandergesetzt, ist selbst eine intuitive Schreiberin mit Struktur, die sich weiter entwickelt hat. Ihr dringlichster Rat ist, sich eine*n Mentor*in zu suchen, jemanden, dem man sein Werk zum konstruktiven Zerreißen geben kann. Sie hat so jemanden gefunden. Er hat unheimlich viel aus ihr herausgeholt und sein Lob bedeutet ihr wahnsinnig viel. Wir brauchen konstruktive Kritiker!

Autorin Romy Fölck mit ihrer Lektorin Gerke Haffner; Totenweg

Autorin Romy Fölck mit ihrer Lektorin Gerke Haffner

Weihnachtsbaum

Ein Roman braucht nach Romy Fölck ein gutes Fundament. Hierzu hat sie eine schöne Metapher, den Weihnachtsbaum. Für den Baum braucht es den Christbaumständer, ohne kann der Baum nicht stehen. Wir brauchen zuerst ein Konstrukt, damit unser Baum (die Idee) stehen kann. Dies ist die Architektur der Geschichte, der dramaturgische Bauplan. Ganz zum Schluss kommen Christbaumkugeln und Lametta an den Baum. Neue Idee dürfen beim Schreiben auch eingefügt werden, wenn der Baum sie tragen kann. Er darf nicht kippen!

Schreibtypen

Es gibt unterschiedliche Schreibtypen, klassifiziert nach Randy Ingermanson, deswegen muss auch jede*r Schriftsteller*in den eigenen Weg finden.

Stephen King ist ein Seat-oft-the-Pants-Schreiber. Ganz ohne Plan schreibt er darauf los. Allerdings sagt er auch, dass er abends im Bett über seine Geschichten nachdenkt. Genau so hat Romy Fölck auch mal angefangen. Mein bisher einziges fertig gestelltes Manuskript ist ebenfalls so entstanden.

Eine darauf aufbauende Variante ist Edit-as-you-go.Hierbei wird erst das alte überarbeitet, um wieder rein zu kommen und dann geht es weiter. Schreiben – überarbeiten – weiter schreiben. Der Gedanke wieder rein zu kommen, macht für mich Sinn, aber wenn mir eine Idee unter den Nägeln brennt, will ich schreiben.

Ein Schreibtyp, zu dem ich sich wohl viele Informationen im Netz finden lassen, ist Snowflake. Das Prinzip erinnert an die Idee des Weihnachtsbaumes, ist aber noch flexibler, wenn ich es richtig verstehe. Es gibt ein Grundgerüst. Dieses wird während des Schreibens weiter entwickelt und auch angepasst. Eine Anpassung ist beim Christbaumständer nicht vorgesehen, der muss stabil stehen.

Die Profiplaner gehören zum Typ Outline. Vor dem Schreibprozess wird ein detaillierter Plot angefertigt, in dem alle Einzelheiten festgehalten sind. An diesem Outline, der mich ein wenig an die Storyline aus der Drehbuch-Session (s.o) erinnert, kann man sich dann während des Schreibens orientieren. So schreibt Romy Fölck jetzt. Es ist harte Arbeit, macht keinen Spaß, aber es lohnt sich. Ein Vorteil der Methode ist, dass sie jeden Morgen weiß, was am Tag zu schreiben ist.

Du weißt jeden Tag welches Lametta du in den Baum hängst.

Zusammenarbeit zwischen Autorin und Lektorin

Romy Fölck arbeitet sehr eng mit ihrer Lektorin Gerke Haffner zusammen. Im ersten Schritt gibt es ein Exposé. Anschließend ein 40 bis 60 Seiten langes Treatment, ein Szenenplan, der teilweise auch kleine Dialoge enthält. Es folgt eine enge Zusammenarbeit mit der Lektorin, bis die Geschichte steht. Was kommt an welche Stelle? Ist die Figurenführung plausibel? Stimmt der Spannungsbogen? Sie gehen tief in die Diskussion, teilweise schriftlich, teilweise im persönlichen Gespräch. Die Arbeit mit dem Treatment hilft, Schwachstellen im Plot zu erkennen.

Lektoren sind grundsätzlich dankbar, wenn sie früh in den Prozess einbezogen werden und Weichen stellen können. Bei „Bluthaus“ hatte die Lektorin eine gute Idee, lieferte ein entscheidendes Puzzelteil.

Das Manuskript gibt Romy Flöck erst an ihre Lektorin, wenn sie selbst wirklich zufrieden ist. Doch auch dann findet Gerke Haffner immer noch etwas. Romy Fölck rät dazu sich nocht auf andere zu verlassen und den eugenen Anspurch hochbzu setzen.

Tools fürs Plotten

Aus den vorgestellten Tools wendet Romy Elemente an, ohne sie offiziell streng einzusetzen. Leseerfahrungen verinnerlichen die Struktur eines Romans, auch die Besonderheiten eines Genres. Gewisse Erwartungshaltungen sind aufgebaut, die beim Schreiben erfüllt werden müssen. Abweichungen von erprobten Strukturen bergen Risiken.

Ein Roman jeden Genres muss Emotionen erzeugen, sonst gehen die Leser*innen nicht mit. Beim Plotten ist es wichtig darauf zu achten, dass die Figuren nicht unter die Räder kommen.

Nicht nur für Fantasy, auch für andere Genres eignet sich die „Heldenreise“ von Joseph Campbell. Eine Figur ist am Ende der Geschichte nicht mehr dieselbe, wie am Anfang. Sie entwickelt sich.

Was passiert mit dem Protagonisten im Buch, wie geht er raus, was nimmt er mit?  (das kann etwas Materielles sein, eine Belohnung oder auch eine Erfahrung, die Entdeckung einer Fähigkeit.)

Eine Alternative zur Heldenreise ist die 3-Akte-Struktur, etwas weniger komplex. Romy Fölck orientiert sich an dieser und findet, dass man seine Ideen sehr gut in diese Struktur schreiben kann.

Meine Idee dazu war, erst mit der 3-Akte-Struktur zu plotten, dann mit der Heldenreise zu prüfen, ob die Figur funktioniert. Es lohnt sich sicher, sich mit beiden Strukturen mal zu beschäftigen.

Recherche mit Leidenschaft – Schokoladenkrimiautor Tom Hillenbrand

Für meine letzte Session ging es erneut auf das Dach. Zeitgleich starte ich übrigens mit Jasmin Zipperling, sie zu Fuß, ich mit dem kleinen Aufzug. Was glaubt ihr wer zuerst oben war? 

Warum Zippi die Session besuchte, dürfte jedem klar sein, wer sie kennt. Selbst entschied ich mich für diese Session, nachdem mir klar wurde, dass Tom Hillenbrand der Autor von „Hologrammatica“ ist, jener SciFi-Roman auf den ich an den Ständen aufmerksam wurde. Ich habe das Buch beim Verlag angefragt, wenn es klappt, berichte ich bald auch darüber.

Vorsicht dieses Cover nicht zu lange anschauen! Hologrammatica von Tom Hollenbrand

Vorsicht dieses Cover nicht zu lange anschauen!
Hologrammatica von Tom Hollenbrand

Auch er hielt die Session gemeinsam mit seinem Lektor. Das fand ich sehr interessant an diesem Tag, der Einblick in die Lektorate, die sehr wertvoll für die Autoren und die fertigen Bücher sind. Die Arbeit von Lektoren, Übersetzern und anderen fleißigen Beteiligten am fertigen Roman könnte vielleicht mehr gewürdigt werden. Noch habe ich keine konkrete Idee, aber vielleicht fällt euch ja was ein.

In der Session von Tom Hillenbrand ging es um die Recherche zu seinem demnächst erscheinenden Kriminalroman „Bittere Schokolade“. Seine Recherchen waren beeindruckend gründlich. Er hat viel gelesen, viel gegessen. Uns hat er ein wenig Schokolade zum testen mitgebracht und erzählt, dass wenige Chocolatiers ihre Schokolade wirklich selbst von der Bohne an herstellen. Stattdessen wird eine Schokoladenrohmasse importiert. Eine der wenigen deutschen Schokoladenmanufakturen, die „from Bean to bar“ produzieren ist Coppeneur, über meinen Besuch dort habe ich bereits berichtet.

Tom Hillenbrand schreibt kulinarische Krimis, die Xavier Kieffer Reihe. Im Wechsel schreibt er einen Krimi und einen anderen Roman, der mal historisch, mal SciFi ist. (Eine Übersicht seiner Werke) Dabei konzentriert er sich immer nur auf ein Projekt. Wenn sich zwischendurch Ideen dazwischen mogeln, werden sie notiert und später beachtet. Zwischen zwei Projekten plant er eine gewisse schreibfreie Zeit, doch irgendwie juckt es ihn dann doch in den Fingern und es geht weiter.

Die Xavier Kieffer Krimis spielen in Luxemburg und werden dort auch sehr gerne gelesen, immerhin haben die Luxemburger ihn zum Ritter geschlagen. Verzeiht den Titel kann ich nicht korrekt wiedergeben. Die Strecken im Roman kann man tatsächlich auch genau so ablaufen, die Adressen stimmen allerdings nicht. Muss eine Hausnummer angegeben werden, existiert die Straße, aber genau dieses Haus nicht, damit nicht plötzlich ungebetene Gäste bei ahnungslosen Menschen klingeln. Luxemburg ist eine dreidimensionale Stadt, die sich nicht so einfach über eine Stadtkarte erschließt.

Der Lektor stellte sich als fieser Interviewer heraus, seine Fragen kamen aus der Kategorie „Fragen aus der Hölle“, wie beispielsweise diese hier:


Spannend empfand ich die Frage, ob es im Laufe der Reihe schwieriger oder leichter wird. Die Antwort dazu, war auch gut:


Die Herausforderung besteht darin, die Figuren weiter zu entwickeln, sie aber noch dieselben Typen mit ihren Macken sein zu lassen. Kulinarische Ideen scheinen Tim Hillenbrand auch noch nicht auszugehen.

Weitere Beiträge von anderen Teilnehmerinnen

Sina, meine wunderbare Reisebegleitung von Bonn nach Köln – wir haben viel Zeit zusammen verbracht, aber auch einige unterschiedliche Sessions besucht, schaut auf jeden Fall bei ihr vorbei!

Silvia vom Lecker-Kekse-Blog habe ich ganz zu Beginn wieder getroffen. Einen Keks habe ich bekommen und ihre Mitbloggerin Astrid getroffen. Anschließend habe ich die beiden nicht mehr wieder getroffen, das macht ihren Blogbeitrag zu einer wunderbaren Ergänzung zu meinem.

Nadine war mit mir in der Drehbuch-Session – kennengelernt haben wir uns nicht, aber sie hat mich zitiert 😉 Ich schlug vor, Nele könne ja einen attraktiven Autor treffen, tja, das ist Stoff für einen Drehmonat … Nadine berichtet über weitere andere Themen, lohnt sich reinzuklicken.

Im Nachhinein für sympathisch befunden, da wir uns nicht begegnet sind: Die Bloggerin von duchgebloggt – folge diesem „Nerd mit Herz“ jetzt auf Twitter.

Viele nette Menschen, die ich getroffen habe, haben leider keinen Beitrag verfasst, den ich euch hier verlinken kann.

Wenn Du alles verlierst … (Nacht der fallenden Sterne)

Die Nacht der fallenden Sterne - Jennifer Alice Jager

Die Nacht der fallenden Sterne – Jennifer Alice Jager

So sehr das Titelbild von Jennifer Alice Jagers Roman „Die Nacht der fallenden Sterne“ auch glitzert, so düster ist die Geschichte. Zu schade, dass es aktuell nur als E-Book verfügbar ist, so schön ist das Cover.

Lunas Verlust

Zu Beginn der Geschichte lebt Luna im Palast, ihre beste Freundin ist ihre Dienerin, der sie zu helfen versucht. Denn das einfach Volk leidet Armut, während es im Palast reichlich Nahrung, Kleidung und anderes gibt. Doch schon bald darauf wird ihr Vater, der Herrscher gestürzt und Luna verliert alles: ihre Familie, ihr Zuhause, ihre Sicherheit. Sie muss fliehen …

Dies ist das erste, aber nicht letzte Mal, dass sie Verluste erleidet, aber ich will nicht zu viel verraten. Jennifer ist nicht zimperlich darin, was sie ihren Figuren zumutet. Bereits nach den ersten vier Kapitel stellte ich ihr die Frage, wie es ihr selbst beim Schreiben ging, während sie Lunas Schicksal besiegelte.

Ich leide natürlich mit meinen Protas und in dieser Story war es besonders hart, weil ich einfach nicht wusste, ob das ein gutes Ende nehmen kann… 

Wenn selbst die Autorin es nicht weiß …

Wenn Sterne zersplittern

Wir alle erleben Krisen, Verluste und Rückschläge. Wenn all das, was negativ auf uns hereinbricht zu viel wird, drohen wir daran zu zerbrechen.

Jennifer Alice Jager hat wundervolle Bilder für das „Zerbrechen“ in ihrer Geschichte. Es ist eine Fantasy-Geschichte, was ihr märchenhafte Möglichkeitet bietet. Eine Stelle hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Das Zitat habe ich bereits auf meiner Facebookseite gepostet, um eine Diskussion anzuregen, leider erfolglos.

„Egal, wie stark jemand sein kann, jeder zerbricht, wenn er zu viel zu tragen hat. Und die wenigsten merken, wie sich die Risse langsam durch ihre eigene Seele ziehen, bis man nur noch aus Scherben besteht. Gerade die Menschen, die stark wirken, sind in Wahrheit oft nur ein Scherbenhaufen, versteckt hinter einer Maske, die sie selbst für ihr wahres Ich halten.“

Ist das die bittere Wahrheit?

Ich fürchte, es trifft auf sehr viele zu, aber ich glaube auch daran, dass es wirklich starke Menschen gibt, die viel erlebt haben, gestärkt daraus hervorgegangen sind und mit sich selbst im Reinen in ihrem Kern ein Diamant sind, geschliffen von den Erfahrungen, anstatt tiefe Risse zu bekommen und zu zerbrechen.

Ob Scherbenhaufen oder Diamant hängt auch von den Menschen um uns herum ab, also achtet auf einander, gemeinsam sind wir stärker!

Das Zitat steht etwa mittig im Buch, ob Luna nach all den Verlusten zerbricht oder dadurch stärker wird, zeigt sich im Laufe der Geschichte.

Die Splitter zusammenhalten

In der Psychologie spielen die Ressourcen eines Menschen eine wichtige Rolle. Was sind die Stärken des Betroffenen und wen gibt es im direkten Umfeld, der unterstützen kann, praktisch entlasten oder emotional stärken? Diese gilt es zu fördern und in der aktuellen Krise einzusetzen.

Das Böse

Es geht nicht nur um das Zerbrechen in der Geschichte, noch stärker im Vordergrund, da auch eng verbunden mit dem Zerbrechen, steht die Thematik um „das Böse“. Jennifer Alice Jager gibt dem Bösen viele Gesichter und verschiedene Farben. Viele ihrer Figuren scheinen auf den ersten Blick „die Bösen“ zu sein, während Luna versucht den guten Weg zu finden. Es gelingt der Autorin besonders bei einem Charakter deutlich zu machen, wie er zu dem wurde, was er ist. In der Leserunde merkte ich, wie er den anderen sehr schnell sympathisch wurde, während ich noch skeptisch war und mit dem „Bad Boy“ Klischee haderte, von dem ich aktuell ein wenig genervt bin.

Jennifer zeigt uns auf jeden Fall, wie wichtig es ist, nicht vorschnell zu urteilen. Wie sehr es sich lohnt, sich die ganze Geschichte eines Menschen anzuhören, um ihn zu verstehen. Ich war während des Lesens sehr gespannt, ob ich auch irgendwann Verständnis für „den Feind“ haben würde …

Eine ganz besondere Konstellation von Gut gegen Böse hat sie in der Figur Raven geschaffen. Raven ist kein Mensch, sondern ein Diener der Mondkönigin. Die Geschichte der Mondkönigin will ich euch nicht verraten, sie ist zentral für die Geschichte. Entscheidend ist, dass die Einstellungen von Lund und Raven zueinander, geprägt von ihrem vermeintlichen Wissen übereinander, negativ ist. Die anderen sind die Bösen … Doch warum ist das so? Erneut gilt es, Geschichten zu erzählen und zu verstehen. Es geht hier nicht nur um Individuen, sondern um ganz unterschiedliche Lebewesen, die voneinander denken, die anderen seien schlecht, Raven hält die Menschen sogar für wertlos.

Lesevergnügen

Es steckt viel wunderbares in der Geschichte, doch von Lesevergnügen zu sprechen fällt mir schwer. Die Geschichte ist düster, auch wenn das Cover so wundervoll glitzert. Luna widerfährt wenig Gutes. Sie muss viel aushalten und die Leser mit ihr. Gelesen habe ich dies allerdings deutlich distanzierter als die anderen Geschichten von Jennifer Alice Jager. Ihr Schreibstil ist nach wie vor leicht und phantasievoll, vielleicht habe ich die Distanz auch selbst gewählt und mich nicht auf das Leid eingelassen, das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Andere in der Leserunde litten mit Luna mit und haben die Geschichte mit großer Spannung verfolgt, während ich für meine Verhältnisse langsam gelesen habe, mir allerdings auch sehr viele Gedanken gemacht habe. Ich hätte das ein oder andere gerne ein wenig anders gehabt, mir etwas mehr Hoffnung gewünscht, weniger Enttäuschung und Grausamkeit, aber genau das macht diese Geschichte aus und anders hätte sie nicht funktioniert, schließlich geht es um das Zerbrechen, um Hoffnung, Vertrauen und Liebe.

Fazit

„Die Nacht der fallenden Sterne“ liest sich wie ein düsteres Märchen. Wenn du solche Geschichten magst, wird dir diese bestimmt gefallen. Jennifer Alice Jager schreibt wirklich wunderbar!

Inzwischen habe ich schon mehrere Bücher von ihr gelesen:


Das Buch wurde mir über die Autorin vom Verlag für die Leserunde auf Facebook zur Verfügung gestellt.

Die Nacht der fallenden Sterne
Jennifer Alice Jager
Impress, Carlsen
ISBN 978-3-646-60414-6

Sonntagsgeschichte Kapitel 38 – Wahrheit

Dies ist das 38. Kapitel des Blogromans.

Das erste Kapitel findest du hier, du kannst auch von Kapitel zu Kapitel blättern.

letztes Kapitel

Blogroman kleiner Komet Sonntagsgeschichte

„Es wird Zeit für die Wahrheit, meint ihr nicht auch?”, sagte Sven und schaute den drei Frauen der Reihe nach in die Augen. Zunächst seiner Schwester, dann seiner Großtante und zuletzt seiner Freundin, die auf seinem Schoß saß. Keine sagte etwas. Das Schweigen wurde unangenehm. Bis Josephine es nicht mehr aushielt, sie stand von Svens Schoß auf, drehte sich zu ihm um und begann endlich zu sprechen: „Erinnerst du dich an unseren Spaziergang am Rhein?“ Sven sah sie weiterhin erwartungsvoll an. Sie gingen oft am Rhein spazieren. Josephine holte tief Luft und setzte nochmal an. „Da waren die Hunde, einer hatte dich gebissen, danach warst du bei mir Zuhause und du hattest einen merkwürdigen Traum.“ Sven nickte. Er erinnerte sich, brauchte mehr Erklärungen. „Nun, also“, jetzt wurde es für Josephine schwierig. Sie hatte so oft versucht ihn von dem Thema abzulenken, ihn glauben lassen, er hätte nur einen Traum gehabt. Es war alles noch gar nicht lange her und doch fiel es ihr schwer, jetzt die Wahrheit zu sagen. Doch er hatte Recht, er hatte die Wahrheit verdient. Sie liebte ihn und nur gemeinsam konnten sie die offenen Fragen beantworten. „Erzähl es ihm,“ ermunterte Lore sie. Auch Jenny nickte ihr aufmunternd zu.

„Ok, also, der Hund, der dich gebissen hat, der war kein Hund. Naja und dein Traum, das war auch kein Traum, nehme ich an. Ja, du hast in meinem Bett geschlafen, wahrscheinlich hast du auch geträumt, aber du hast auch etwas erlebt, das unglaublich war.“ Verzweifelt blickte sie in Svens Augen, fand darin keinen Vorwurf. Er liebte sie, er vertraute ihr. Auch wenn sie ihm so viel verschwiegen hatte, seine Schwester und Tante belogen ihn schon viel länger. Seine Hand nach ihr ausstreckend, fragte er sanft: „Wie bin ich zu dir nach Hause gekommen?“ Das war die Frage gewesen, die sie ihm nie beantwortet hatte. Ihm war doch klar, dass sie ihn nicht alleine vom Rhein zu sich hätte bringen können, wenn er bewusstlos war. Natürlich wäre es viel sinnvoller gewesen einen Krankenwagen zu rufen. Sie hatte es nicht getan und er hatte aufgehört zu fragen.

„Wir haben eine Umweg genommen, einen, der nicht durch unsere Welt führt. Erinnerst du dich an unseren Kuss?“ Ein sanftes Steicheln über ihren Handrücken bestätigte, dass er sich erinnerte. Sie sollte weiter sprechen. „Ich weiß nicht wie es möglich war. Das ist eines der größten Rätsel an dieser Geschichte. Jedenfalls habe ich dich während unseres Kusses in die Anderswelt gebracht. Dort haben wir Johanna und Lametta getroffen.“

„Johanna sieht aus wie du, oder?“, fragte Sven. In seinem Traum, der ja nun doch keiner war, hatte er zwei Josephines gesehen und empfand dies verstörender als den Schmetterling mit Menschenkörper. Fantasierte er tatsächlich von zwei Mädchen? Reichte ihm Josephine nicht. Er liebte sie und wirklich erotisch war der Traum dann auch nicht gewesen, oder doch? Die zweite Josephine hatte ihn berührt, sein Bein untersucht. Dann war das Schmetterlingsmädchen dazu gekommen. Er schüttelte den Kopf, verließ seine Erinnerungen, er wollte jetzt die ganze Geschichte hören, endlich verstehen, was los war. Sein sehnlichster Wunsch war, zu hören, dass er nicht verrückt war. Denn all diese Bilder hatte er nicht zum ersten Mal gesehen.

„Ja, das tut sie. Sie lebt in der Anderswelt und sie hat dir gemeinsam mit Lametta geholfen. Lametta, sie sieht aus wie ein Schmetterling“ Mit einem Nicken deutete ihr Sven an, dass er genau wusste, wer diese Lametta war. „Sie hat uns zu mir nach Hause begleitet und dich geheilt. Das hatte sie Wochen zuvor für mich auch getan.“

„Und was hat mich gebissen?“

„Es war ein Fuchsteufel, ein Wesen der Anderswelt, gefangen in unserer. Er verfolgt mich seit unserer Party in der Rheinaue.“

Endlich war es raus. Die Geschichte hatte noch Lücken, vor allem eine Menge Fragezeichen, auf die Josephine selbst gerne Antworten hätte. Doch die große Mauer des Schweigens zwischen ihr und Sven war gefallen. Ihm ging es wir ihr, er zog sie an der Hand, die er schon eine Weile hielt,  sanft zurück auf seinen Schoß. Sie kuschelte sich an ihn und sie küssten einander, ein Kuss voller Liebe und Vertrauen.

Als sich die beiden nach einer Weile wieder voneinander lösten, wandte sich Sven an seine Schwester und Großtante: „Und was habt ihr beide mit der ganzen Sache zu tun?“

***

nächstes Kapitel

kleiner Komet im Perryversum – Bestandsaufnahme

Dieser Beitrag soll in regelmäßigen oder eher unregelmäßigen Abständen aktualisiert werden und einen Überblick über die Reise „kleiner Komet im Perryversum“ darstellen.

Perry Rodan – Die Dritte Macht

Status am 16.06.2018

Der 12. Olymp-Band liegt bereit. Damit beende ich meine dritte Perry Rhodan Mini-Serie. Die Miniserie Olymp ist auf jeden Fall bestens für Einsteiger geeignet. Es werden wenige Vorkenntnisse benötigt und so weit ich es beurteilen kann, sollte auch der Wechsel in die wöchentlich erscheinende Erstauflage ganz gut gelingen. Gewisse Einstiegsschwierigkeiten bringt der Wechsel sicher mit, aber wer Lust auf mehr Perry hat, schafft das sicher!

In den letzten 16 Monaten habe ich viel erlebt. Mir sind viele sehr nette und auch einige sehr merkwürdige Menschen begegnet. Leider gab es auch Auseinandersetzungen, das gehört bei einer großen Community wohl dazu. Auch wenn ich es sehr bedauere welche altmodischen Ansichten manche Menschen vertreten und diese in Verbindung mit einer Science-Fiction Serie bringen. Meine Hoffnungen ruhen auf der Zukunft!

Die Liste unten ist aktualisiert. Ich habe inzwischen (Olymp 12 mitgezählt) 60 Heftromane, einen Silberband, einen Planetenroman gelesen und 20 Hörspiele gehört …

Ich denke vom Abenteuer „Einsteiger im Perryversum“ kann ich mich nun verabschieden 😉

Status am 2.02.2017

Ein Jahr gibt es jetzt schon die Rubrik „kleiner Komet im Perryversum“, da ist die Aktualisierung der Liste ein MUSS.

Status am 04.01.2017

Das neue Jahr ist gestartet und mit ihm erwarten wir die neue Miniserie Olymp, auf die ich schon sehr gespannt bin. Zeit für ein Update der Übersicht. Weiter gelesen habe ich bei NEO und ein Extra-Heft.

Status am 22.09.2017

Die Terminus-Reihe ist abgeschlossen. Die nächste Miniserie startet im Januar. Zeit sich ins Neoversum zu stürzen!

StarLord hat ebenfalls begonnen Perry Rhodan zu lesen. Er beginnt am Anfang und liest sich ordentlich der Reihe nach durch die Erstauflage.

Status am 12.09.2017

Terminus neigt sich dem Ende zu …

Status am 10.08.2017

Kreuz und quer bin ich bereits durchs Perryversum und auch Neoversum geflogen. Ein paar erste Gedanken zu der Frage: „Wo fange ich an“, hatte ich mir ja bereits zu Beginn meiner Reise gemacht. Allerdings hatte ich nicht erwartet, dass ich so kreuz und quer durch Zeit und Raum fliegen würde.

Da wird es Zeit, mal in einer Übersicht zu sammeln, wo ich bereits gewesen bin bzw. welche Romane ich bereits gelesen habe.

Bisher habe ich mich an die Silberbände und Erstauflage gewagt, den Haupthandlungsstrang des Perryversums. Dann auch an die Neuauflage der selben Geschichte, die Neoromane und abgeschlossene Miniserien. Auch die ersten Planetenromane, die Vorgänger der Miniserien, habe ich entdeckt. Auf die Comics freue ich mich schon, warte allerdings noch ein wenig, bis sich ein paar angesammelt haben.

Mit einer abgeschlossenen Miniserie hatte ich angefangen und rückblickend war Trivid ein wirklich guter Einstieg, denn inzwischen weiß ich es noch mehr zu schätzen, dass es von der Komplexität her ideal für Neulinge ist. Es gibt wenige handelnde Figuren neben Perry Rhodan, eine spannende, aber eben nicht zu verstrickte Handlung.

Ich versuche mich mal an einer Übersicht. Dabei fasse ich die Silberbände und die Erstauflage nach Zyklen sortiert zusammen, da sie sich auf einen Handlungsstrang beziehen und ich mir sicher bin, dass ich nicht alle Silberbände und alle Heftromane lesen werde, orientiere mich dabei einfach mal an der tollen Übersicht im Perryperdia.

Aus meiner Sicht gute Einstiegspunkte markiere ich euch mal „fett“.

Silberbände/ Erstauflage

Die Dritte Macht

Der einzig wahre Einstieg! Beginne am Anfang!

Silberband 1 – Die dritte Macht

Der Sternenozean

als Hörbuch gehört, bisher noch nicht verbloggt:

  1. Der Sternenbastard
  2. Die Mascantin
  3. Der Hyperschock
  4. Planet der Mythen
  5. Havarie auf Hayok
  6. Das Blut der Veronis
  7. Der Gesang der Montana
  8. Sonderkommando Kantiran
  9. Tau Carma
  10. Überfahrt nach Curhafe
  11. Entscheidung in Vhalum
  12. Die Femensängerin
  13. Der Flug der Epha-Montana
  14. Terraner als Faustpfand
  15. Die Sekte erwacht
  16. Der Todbringer
  17. Kampf um den Speicher
  18. Mediale Schildwache
  19. Operation Kristallsturm
  20. Das Land unter dem Teich

(Der komplette Zyklus ist aktuell auf Spotify verfügbar)

Sternengruft-Zyklus

2875 Die vereiste Galaxis (ehrlicherweise nur angelesen)

Genesis-Zyklus

2900 Das kosmische Erbe (Einstieg möglich, fand ihn an dieser Stelle nicht leicht)

Neo-Reihe

Eine gute Alternative zur Erstauflage: den moderneren Perry Rhodan kennen lernen.

Vision Terrania

1 – Sternenstaub
2 – Utopia Terrania
3 – Der Teleporter
4 – Ellerst Visionen
5 – Die Schule der Mutanten
6 – Die dunklen Zwillinge

Meteora

150 – Sprung nach Andromeda

Die zweite Insel

151 – Werkstatt im Weltall
152 – Der Feind meines Feindes
153 – Der Atem des toten Sterns
154 – Die magnetische Welt
155 – Der Andromeda-Basar
156 – Die Schmiede des Meisters
157 –  Requiem
158 – Halle des Baphometen
159 – Der falsche Meister
160 – Im Kreis der Macht

Mirona

161 – Faktor I
162 – Allein zwischen den Sternen
163 – Der Geist von Nachtschatten
164 – Der Etrin-Report
165 – Tolotos
166 – Beute und Jäger
167 – Die Grenzwächter
168 – Die MAGELLAN-Morde
169 – Dunkle Welt Modul
170 – Abschied von Andromeda

Planetenromane

Abgeschlossene Romane, deren Handlung sich in die Erstauflage einordnen lässt.

77/78 – Scitt, der Zwerg; Die Toleranz-Revolution

Extra

Perry Rhodan Extra 16 – Die Phantome von Epsal

Abgeschlossene Miniserien

Trivid

aus meiner Sicht ein idealer Einstieg zum ausprobieren!

Prolog, Teil 1; Teil 2; Teil 3; Teil 4 bis 6

Terminus

ein deutlich komplexere Einstiegs-Option als Trivid
1- Zeitspringer
2 – Flucht durch Terrania
3 – Konfrontation auf Mimas
4 – Kampf um Merkur
5 – Im Sonnenpalast
6 – Carusos Maske
7 – Die geheime Werft
8 – Finale für Arcane 2
9 – Gestohlene Erinnerung
10 – Spur nach Nirgendwo
11 – Schachmatt
12 – Der Plan der Cynos

(abgeschlossen)

Olymp

1 – Mysterium
2 – Die Museumswelt
3 – Im Auftrag des Kaisers
4 – Im Netz von Adarem
5 – Die Prospektorin
6 – Olymp in Aufruhr
7 – Land der Seligen
8 – Die Herren von Adarem
9 – Rückkehr ins Chaos
10 – Adarem antwortet nicht
11 – Flotte der Robotraumer
12 – Der Mutaktor

(abgeschlossen)

 

Autoren im Gespräch

Uschi Zietsch aka Susan Schwartz am 16. Januar 2018