8. Buch: Sturmhöhe


Wuthering Heights – Sturmhöhe von Emily Brontë

Dieses Buch sagte mir vorher nichts. Es stand auf einer anderen 50-Klassiker-Liste, wurde von mir recherchiert und da es für mich interessant klang – zum Glück für mich – auch auf meine Liste übernommen.

Anmerkung Stephanie: Offensichtlich schaut die liebe Weissewolke die falschen Serien/ Filme. Kathi und ich stolpern ständig über diesen Titel und deswegen musste er unbedingt auf die Klassik- und Debüt-Liste!!! Um nur ein Beispiel zu nennen: Rory Gilmore hat es gelesen! (Es gibt übriges ein schönes Blog von Bear Allen, die ALLE Bücher liest, die Rory gelesen hat. Respekt!) Das Buch selbst ist ebenfalls mehrfach verfilmt worden.

Sturmhöhe - Emily Brontë

Sturmhöhe – Emily Brontë

Zum Inhalt

… will ich gar nicht viel verraten.

Das Buch beginnt  im Jahre 1801 und spielt auf einem Gutshof – Wuthering Heights – in Yorkshires düsterer Nebellandschaft.

Es ist ein Familiendrama bei dem das Findelkind Heathcliff die Hauptrolle spielt.

Ist Mr. Heathcliff ein Mensch? Wenn ja – ist er wahnsinnig? Und wenn nicht – ist er ein Teufel

Durch einen an sich an der Handlung unbeteiligten Pächter werden wir in die Geschichte eingeführt und die Details des Dramas erfahren wir durch seine Haushälterin.

Mein Eindruck

Ein schöner erster Satz und ich bin gleich gefesselt und neugierig wie es weiter geht. Und ich will schon jetzt verraten: Ja, ich liebe dieses Buch.

1801 – Soeben bin ich von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt – diesem einsiedlerischen Nachbarn, der mir noch zu schaffen machen wird.

Es ist anders, es ist besonders, es ist gruselig, spannend, romantisch, grausam, überraschend und es ist wunderschön in den Formulierungen. Man mag es nicht aus der Hand legen.

Und es vermittelt nachdenkenswerte Ansichten. Ein Beispiel hierzu von einem Abschnitt, der mir besonders gut gefallen hat und mich persönlich berührt, da ich selber Sterbebegleitung in einem Altenheim leiste:

Ich weiß nicht, ob das nur eine Eigenart von mir ist, aber es ist selten, daß ich mich nicht glücklich fühle, wenn ich in einem Totenzimmer Wache halte…. Ich empfinde eine Ruhe, die weder Erde noch Hölle zu stören vermögen, und fühle mich darin bestärkt, daß es ein unendliches und schattenloses Jenseits gibt – die Ewigkeit, in die sie eingegangen sind -, wo alles grenzenlos ist: die Dauer des Lebens, die Stärke der Liebe und die Fülle der Freude.

Kaum zu glauben, dass es ein Erstlingswerk ist.

Es ist einfach ungewöhnlich. Schon die Idee, die Geschichte in der Ich-Form aus der Sicht von Mr. Lockwood (dem Pächter) zu beginnen und zu erzählen über den man sich zunächst so seine Gedanken macht (wieso zieht er sich in die Einsamkeit zurück, wieso traut er sich nicht, seine Liebe zu gestehen…), von dem man erfährt, dass er als er Mr. Heathcliff kennen lernt und dieser ihm die Hand zum Gruß verweigert eine verwandte Saite in sich erklinken spürt und seine Eigenschaften ihm andichtet. Wir erfahren, dass Mr. Lockwood verliebt war, aber als sie seine liebenvollen Blicke erwiedert, sich kalt wie eine Schnecke zurückgezogen hat und man ist überrascht, dass er eigentlich nur eine Nebenrolle spielt und somit nicht das kitschige Ende eintritt, das man zwischendurch erwartet.

Interessant auch die Bezüge zu Bibelzitaten, die sich durch das ganze Buch ziehen.

Aber stimmig endet es auch mit unserem Pächter.  Ich bin ein Fan von Schlusssätzen. Unschlagbar bleibt für mich natürlich das Ende von “Vom Winde verweht”: “Tomorrow is another day. – Morgen ist ein neuer Tag.”

Aber hier ist das Ende auch wunderschön formuliert:

Ich verweilte ein wenig bei ihnen unter dem milden Himmel, sah die Nachtfalter zwischen Heidekraut und Glockenblumen umherflattern, lauschte dem sanften Wind, der mit leichtem Hauch übers Gras strich, und fragte mich, wie irgend jemand glauben konnte, die Schläfer in dieser stillen Erde schlummerten nicht in Frieden.

Einfach ein tolles Buch, das ich auf jeden Fall nochmal lesen würde.

Bei einer Sternebewertung bekäme es von mir 10 von 10 möglichen Sternen.

 

 

 

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Weissewolke

Junge aktive Oma, die bei ihren Wohnmobilreisen viel Zeit zum Lesen hatte. Das Wohnmobil ist gegen einen Kleingarten eingetauscht und die Mußezeit weniger. Trotzdem freut sie sich immer über ein schönes Buch. Angesteckt von der Klassik-Challenge möchte sie euch an ihrer eigenen teilhaben lassen.

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