34. Buch: Voltaire, Candide oder der Optimismus

Candide oder der Optimismus ~ Voltaire
Candide oder der Optimismus ~ Voltaire

Natürlich musste dieses Buch in den Koffer als wir für ein paar Tage nach Malo les Bains gefahren sind, denn wo kann man besser Voltaire lesen als in Frankreich…

Und ja, es ist absolut als leichte Urlaubslektüre geeignet.

Zum Inhalt möchte ich den Klappentext zitieren, denn passender kann man den nicht zusammenfassen:

Candide, der Inbegriff argloser Einfalt, erlebt auf seiner Reise von Westfalen nach Konstantinopel die infernalischsten Schrecken, die fantastischsten Verwicklungen und die absurdesten Zufälle. Geläutert kommt er am Ende zu der Erkenntnis, dass dem Menschen angesichts von Langeweile, Laster und Not nichts bleibt, als seinen Garten zu bestellen.

Candide, Voltaire, Löappentext

Wir lernen Candide auf dem Schlosse des Barons Thundertentronckh in Westfalen als verliebten Jüngling kennen. Seine Angebetete ist die 17-jährige Tochter des Barons. Als er sie aber küsst und ihr näher kommt, wird er deshalb vom Schlosse gejagt und reist nun durch die Weltgeschichte und trifft seine Kunigunde irgendwann wieder, verliert sie wieder aus den Augen und heiratet sie am Ende, obwohl sie an Schönheit und Liebenswürdigkeit eingebüßt hat. Und wir lernen noch auf dem Schloss seinen Lehrer Pangloss kennen, der ihn lehrt:

dass es keine Wirkung ohne Ursache gebe und dass in dieser Welt, der besten aller Welten, das Schloss des gnädigen Herrn Barons das schönste aller möglichen Schlösser sei.

Candide oder der Optimismus, Voltaire

Candide trifft auf seinen Reisen fast nur Menschen, die Schreckliches durchgemacht haben und ihm die wildesten Geschichten erzählen. Auch ihm passiert Unglaubliches, aber dennoch hält er zunächst an der gelernten Meinung fest. Als er das Land El Dorado erreicht ist er überzeugt nun endlich die beste aller Welten gefunden zu haben. Obwohl hier alles perfekt ist will und kann er aber nicht bleiben, weil er sich seine Kunigunde zurück holen will. So reist er weiter bis er am Ende von seinem naiven Optimismus geheilt ist und zu der Erkenntnis gelangt, dass es wichtiger ist seinen Garten zu bestellen.

Meine Meinung

Einfach nur schön. Trotz der entsetzlichen Geschichten habe ich das Buch mit einem Lächeln gelesen. Einfach wundervoll wie Candide immer wieder Ursache und Wirkung analysiert, voll Vertrauen unterwegs ist und den Glauben an “die beste aller möglichen Welten” nicht aufgeben will. Und das Ende, einfach wunderbar. Nachdem Pangloss ihn noch einmal über die notwendigen Verkettungen seines Lebens aufgeklärt hat:

… so säßet Ihr jetzt nicht hier und äßet Pistazien und kandierte Zitronenschalen.” – “Sehr wohl gesprochen”, antwortete Candide. “Aber wir müssen unseren Garten bestellen.”

Candide oder der Optimismus, Voltaire

Candide
Voltaire
übersetzt von Ulrich Bossier
marix Verlag
ISBN 978-3-86539-269-5

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