24. Buch: Sophie Scholl von Barbara Leisner

Sophie Scholl ~ Barbara Leisner
Sophie Scholl ~ Barbara Leisner

Ich habe ja meine 50 Bücher in die unterschiedlichen Kategorien eingeteilt. Dies ist jetzt ein Beitrag zum Thema Biographien, ein Buch aus einer Serie, die mit dem Titel: “Starke Frauen des Jahrhunderts” betitelt ist.

Familie Scholl

Aufgezeigt wird das Leben von Sophie Scholl, geboren am 21. Mai 1921 in einem kleinen schwäbischen Ort, und ihrer Familie. Hierzu gehören Vater Robert, Mutter Magdalene, Sophies ältere Geschwister Inge, Hans und Liesl, außerdem der kleine Ernst, der nachdem seine Mutter gestorben war von den Paten in Pflege genommen wurde. Nach Sophie kam noch ihr Bruder Werner auf die Welt und 1925 als letztes Kind Thilde, die jedoch noch vor ihrem ersten Geburtstag an Masern verstarb.

Als wir Robert Scholl kennen lernen ist er zunächst Dorfschultheiß, wird dann Bürgermeister von Forchenberg, bis er 1930 nicht wiedergewählt wird. Danach geht es kurz nach Stuttgart, wo er eine Anstellung als Syndicus bei der Maler- und Lackiererinnung findet und sich nebenbei weiterbildet. Er kann sich aber als einer, der immer selbstständig gearbeitet hat nicht unterordnen und so zieht die Famile Scholl 1932 nach Ulm, wo er Partner in einer Kanzlei für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung wird.

Die Kinder wachsen dort behütet auf, werden christlich erzogen und wohnen in einer gemieteten Doppelhaushälfte. Die Mutter pachtet einen Kleingarten, wirtschaftet sparsam und dreht jeden Pfennig um, so dass die Kinder nicht hungern müssen wie so viele andere in dieser Zeit.

Nationalsozialismus

Das Buch zeigt uns das Alltagsleben zur Nazizeit. Als Sopie 11 Jahre alt ist,

haben sich die Nazis in Ulm längst etabliert und prägen das Stadtbild mit ihren zackig marschierenden Kolonnen in braunen Hemden und gehören für sie genauso dazu wie die zahlreichen herumlungernden Arbeitslosen.

Die junge Sophie macht sich keine Gedanken über die wirtschaftliche Lage Deutschlands, sondern ist noch ganz in ihrer Kinderwelt versponnen.

Doch der ältere Bruder Hans diskutierte mit dem Vater manchmal darüber, welche Politik richtig war, um einen Weg aus der Krise zu finden. Der Vater hielt eisern an der Notwendigkeit des Parlamentarismus fest und vertrat liberale Ideen.

Widerstand

Im Mai 1933 treten die beiden älteren Kinder Inge und Hans gegen den ausdrücklichen Protest des Vaters in die Hitler Jugend ein und sind engagiert dabei, genauso wie später die anderen Kinder auch.

Doch irgendwann machen sich erste Zweifel breit. Bruder Hans beginnt mit dem Widerstand, gründet die studentische Widerstandsgruppe “Weiße Rose” bei der später auch Sophie aktiv mitmacht.

Sie wurde aufgrund ihres Engagements in der Widerstandsgruppe Weiße Rose gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Scholl von nationalsozialistischen Richtern zum Tode verurteilt und am 22. Februar 1943 hingerichtet.

Sophie bereut nichts im Gegenteil, sie äußert, dass sie es genauso wieder machen würde.

Sie ging gerade und hocherhobenen Hauptes die vierzig Meter durch den Hof auf das kleine Gebäude zu, in dem die Guillotine untergebracht war, und legte ihren Kopf ohne mit der Wimper zu zucken unter das Fallbeil.

Meine Meinung zum Buch

Es ist auf jeden Fall lesenswert, um sich aus sehr persönlicher Sicht ein Bild der Nazizeit zu machen. Die Zeit und die inneren Kämpfe der jungen Leute werden gut geschildert und man versteht, warum so viele einfach nur still gehalten haben. Sie stellen sich selber die Frage, ob das Verbreiten von Flugblättern, das mögliche Risiko eines Todesurteils wert ist. Sie bejahen diese Frage, nehmen es in Kauf, nehmen ihr Urteil an und haben nur ein schlechtes Gewissen, dass sie andere mit hinein ziehen mussten, die jetzt ebenfalls bestraft werden. Davor ziehe ich den Hut. Doch allein nach dem was ich aus diesem Buch erfahre, frage ich mich, ob es das wirklich wert war. Die ersten vier Flugblätter wurden mit einer Auflage von etwas 100 Exemplaren gedruckt, das fünfte mit einer Auflage von ca. 9000 Exemplaren und beim Verteilen des sechsten Flugblattes fliegen sie auf …

Es ist auf jeden Fall bewundernswert so für die eigenen Ideale zu kämpfen.

Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben, das Leben der Familie möglichst authentisch darzustellen. Dies war möglich durch die aktive Mithilfe der Schwester und des Freundes von Sophie und Zitaten aus unzähligen weiteren Büchern.

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Weissewolke

Junge aktive Oma, die bei ihren Wohnmobilreisen viel Zeit zum Lesen hatte. Das Wohnmobil ist gegen einen Kleingarten eingetauscht und die Mußezeit weniger. Trotzdem freut sie sich immer über ein schönes Buch. Angesteckt von der Klassik-Challenge möchte sie euch an ihrer eigenen teilhaben lassen.

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