13. Buch: Die Buddenbrooks, Thomas Mann

Buddenbrooks - Thomas Mann

Buddenbrooks – Thomas Mann

Das Buch habe ich begonnen ohne vorher einen Klappentext gelesen zu haben. Das von mir gelesene Exemplar war nicht sehr einladend und hat die besten Zeiten eindeutig hinter sich, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt es trotzdem zu lesen. Denn hier hat es mich schon mit den ersten Sätzen gepackt.

Familie Buddenbrock

In dem Buch geht es, wie es im Untertitel heißt, um den Verfall einer Familie. Das Buch beginnt im Jahre 1835 und im ersten Abschnitt sind drei Generationen der Familie Buddenbrook gemütlich versammelt. Der Älteste ist  Johann Buddenbrook. Er ist Inhaber einer Getreidegroßhandlung, die sein Vater gegründet hat. An seiner Seite seine Frau Antoinette, dann sein Sohn der Konsul Johann (Jean) Buddenbrook mit seiner Frau Elisabeth und den drei Kindern, dem neunjährigen Thomas, der achtjährigen Antonie, genannt Tony, und dem siebenjährigen Christian.

Wir lernen die einzelnen Familienmitglieder ausführlich kennen, sind bei Sterben und Geburt dabei und erleben das Ende der Firma.

Wir erleben aber nicht nur die Familie sondern erfahren viel über den Zeitgeist und den gesellschaftlichen Wandel.

Meine Lieblingsfigur

Am meisten ans Herz gewachsen ist mir Tony. Eigentlich bin ich ja immer bemüht nicht zu viel aus dem Inhalt eines Buches zu verraten, aber hier muss es einfach mal ein wenig mehr sein.

Die achtjährige Tony verzaubert mich als sie zu Beginn aus dem Katechismus zitiert – in ihrer ganz eigenen Art. Diesem Charme kann man einfach nicht widerstehen.

Tony genießt den Wohlstand und die Stellung der Familie und verlebt

alles in allem eine glückliche Jugendzeit.

Sie ist noch sehr jung als Herr Grünlich, ein Geschäftspartner ihres Vaters in ihr Leben tritt und später brieflich um ihre Hand anhält. Sie ist geschockt, ihre Reaktion bevor sie in Tränen ausbricht:

Was will dieser Mensch von mir-! Was habe ich ihm getan-?!

Ihre Eltern setzen sie nicht unter Druck, obwohl ihrem Vater die Heirat sehr lieb wäre. Um Abstand zu gewinnen reist sie nach Travemünde, um dort einige Zeit zu verbringen und verliebt sich dort zum ersten Mal – allerdings nicht standesgemäß. Dennoch verlobt sie sich und teilt dieses auch ihren Eltern mit. Schließlich heiratet sie aber doch Herrn Grünlich und bekommt mit ihm eine Tochter. Die Ehe scheitert, sie kehrt heim und die romantische Seele in mir wartet nun – vergeblich – darauf, dass sie nun mit ihrer ersten Liebe wieder zusammen kommt…

Es folgt eine zweite Heirat, diesmal aus Liebe, aber auch hier wird Tony nicht glücklich und verlässt auch diesen Mann.

Mit Tony beginnt und endet das Buch, man freut sich mit ihr und und man leidet mit ihr  – auch wenn es oft dem Leser überlassen bleibt sich ihre Gefühle auszumalen.

Die anderen Figuren

Nicht weniger interessant sind aber auch die anderen Persönlichkeiten, über die ich hier aber nicht mehr verraten mag. Kurz möchte ich nur noch auf Tonys Neffen Hanno eingehen, ein zartes, stilles, unsportliches Kind und schlechter Schüler, der den Anforderungen seines Vater in keinster Weise gerecht wird.  Besonders interessant fand ich im elften Teil das Kapitel über einen seiner Schultage, der sehr ausführlich und einfühlsam geschildert wird und das in gewissem Sinne auch auf heute übertragbar ist was die Not des armen Hanno betrifft.

Abschließende Meinung

Insgesamt ein spannendes Buch – angelehnt an die tatsächliche Lebensgeschichte des Autors – das nicht nur von der Unterschiedlichkeit der Persönlichkeiten lebt, sondern auch von der Schilderung des Zeitgeistes des hanseatischen Großbürgertums.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen – obwohl es kein Happy End hat 😉 – und ich konnte es immer nur schlecht aus der Hand legen.

Weissewolke

Junge Oma mit viel Lesezeit auf Wohnmobil-Reisen.
Angesteckt von der Klassik-Challenge möchte sie euch an ihrer eigenen teilhaben lassen.

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